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The Phenomenology of Spirit
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The Phenomenology of Spirit

Georg Wilhelm Friedrich Hegel · Musean translation — Mouseia

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Preface

German

*Vorrede*.

1 Eine Erklärung, wie ſie einer Schrifft in einer Vorrede nach der Gewohnheit vorausgeſchickt wird, — über den Zweck, den der Verfaſſer ſich in ihr vorgeſetzt, ſo wie über die Veranlaſſungen und das Verhältniſs, worin er ſie zu andern frühern oder gleichzeitigen Behandlungen deſſelben Gegenſtandes zu ſtehen glaubt, — ſcheint bey einer philoſophiſchen Schrifft nicht nur überflüſsig, ſondern um der Natur der Sache willen, ſogar unpaſſend und zweckwidrig zu ſeyn. Denn wie und was von Philoſophie in einer Vorrede zu ſagen ſchicklich wäre, — etwa eine hiſtoriſche Angabe der Tendenz und des Standpunkts des allgemeinen Inhalts und der Reſultate, eine Verbindung von hin und her ſprechenden Behauptungen und 1807 II Verſicherungen über das Wahre — kann nicht für die Art und Weiſe gelten, in der die philoſophiſche Wahrheit darzuſtellen ſey. — Auch weil die Philoſophie weſentlich im Elemente der Allgemeinheit iſt, die das Beſondere in ſich ſchlieſst, ſo findet bey ihr mehr als bey andern Wiſſenſchafften der Schein ſtatt, als ob in dem Zwecke oder den letzten Reſultaten, die Sache ſelbſt und ſogar in ihrem vollkommenen Weſen ausgedrückt wäre, gegen welches die Ausführung eigentlich das unweſentliche ſey. In der allgemeinen Vorſtellung hingegen, zum Beyſpiel was Anatomie ſey, etwa die Kenntniſs der Theile des Körpers nach ihrem unlebendigen Daſeyn betrachtet, iſt man überzeugt, die Sache ſelbſt, den Inhalt dieſer Wiſſenſchafft, noch nicht zu beſitzen, ſondern auſserdem um das Beſondere ſich bemühen zu müſſen. — Ferner iſt bey einem ſolchen Aggregate von Kenntniſſen, das den Nahmen Wiſſenſchafft nicht mit Recht führt, eine Converſation über Zweck und dergleichen Allgemeinheiten nicht von der hiſtoriſchen und begriffloſen Weiſe verſchieden, worin von dem Inhalte ſelbſt, dieſen Nerven, Muskeln und ſo fort, geſprochen wird. Bey der Philoſophie hingegen würde die Ungleichheit entſtehen, daſs von einer ſolchen Weiſe Gebrauch gemacht, 1807 III und dieſe doch von ihr ſelbſt als unfähig, die Wahrheit zu faſſen, aufgezeigt würde.

2 So wird auch durch die Beſtimmung des Verhältniſſes, das ein philoſophiſches Werk zu andern Beſtrebungen über denſelben Gegenſtand zu haben glaubt, ein fremdartiges Intereſſe hereingezogen, und das, worauf es bey der Erkenntniſs der Wahrheit ankommt, verdunkelt. So feſt der Meynung der Gegenſatz des Wahren und des Falſchen wird, ſo pflegt ſie auch entweder Beyſtimmung oder Widerſpruch gegen ein vorhandenes philoſophiſches Syſtem zu erwarten, und in einer Erklärung über ein ſolches nur entweder das eine oder das andre zu ſehen. Sie begreifft die Verſchiedenheit philoſophiſcher Syſteme nicht ſo ſehr als die fortſchreitende Entwiklung der Wahrheit, als ſie in der Verſchiedenheit nur den Widerſpruch ſieht. Die Knoſpe verſchwindet in dem Hervorbrechen der Blüthe, und man könnte ſagen, daſs jene von dieſer widerlegt wird, eben ſo wird durch die Frucht die Blüthe für ein falſches Daſeyn der Pflanze erklärt, und als ihre Wahrheit tritt jene an die Stelle von dieſer. Dieſe Formen unterſcheiden ſich nicht nur, ſondern verdrängen ſich auch als unverträglich mit einander. Aber ihre flüſsige Natur macht ſie zugleich zu Momenten 1807 IV der organiſchen Einheit, worin ſie ſich nicht nur nicht widerſtreiten, ſondern eins ſo nothwendig als das andere iſt, und dieſe gleiche Nothwendigkeit macht erſt das Leben des Ganzen aus. Aber der Widerſpruch gegen ein philoſophiſches Syſtem pflegt theils ſich ſelbſt nicht auf dieſe Weiſe zu begreiffen, theils auch weiſs das auffaſſende Bewuſstſeyn gemeinhin nicht, ihn von ſeiner Einſeitigkeit zu befreyen oder frey zu erhalten, und in der Geſtalt des ſtreitend und ſich zuwider ſcheinenden gegenſeitig nothwendige Momente zu erkennen.

3 Die Foderung von dergleichen Erklärungen ſo wie die Befriedigungen derſelben ſcheinen vielleicht das Weſentliche zu betreiben. Worin könnte mehr das Innere einer philoſophiſchen Schrift ausgeſprochen ſeyn, als in den Zwecken und Reſultaten derſelben, und wodurch dieſe beſtimmter erkannt werden, als durch ihre Verſchiedenheit von dem, was das Zeitalter ſonſt in derſelben Sphäre hervorbringt? Wenn aber ein ſolches Thun für mehr als für den Anfang des Erkennens, wenn es für das wirkliche Erkennen gelten ſoll, iſt es in der That zu den Erfindungen zu rechnen, die Sache ſelbſt zu umgehen, und dieſes beydes zu verbinden, den Anſchein des Ernſtes und Bemühens um ſie, 1807 V und die wirkliche Erſparung deſſelben. — Denn die Sache iſt nicht in ihrem Zwecke erſchöpft, ſondern in ihrer Ausführung, noch iſt das Reſultat das wirkliche Ganze, ſondern es zuſammen mit ſeinem Werden; der Zweck für ſich iſt das unlebendige Allgemeine, wie die Tendenz das bloſse Treiben, das ſeiner Wirklichkeit noch entbehrt, und das nakte Reſultat iſt der Leichnam, der ſie hinter ſich gelaſſen. — Ebenſo iſt die Verſchiedenheit vielmehr die Gränze der Sache; ſie iſt da, wo die Sache aufhört, oder ſie iſt das, was dieſe nicht iſt. Solche Bemühungen mit dem Zwecke oder den Reſultaten, ſo wie mit den Verſchiedenheiten und Beurtheilungen des einen und des andern, ſind daher eine leichtere Arbeit, als ſie vielleicht ſcheinen. Denn ſtatt mit der Sache ſich zu befaſſen, iſt ſolches Thun immer über ſie hinaus, ſtatt in ihr zu verweilen und ſich in ihr zu vergeſſen greifft ſolches Wiſſen immer nach einem Andern, und bleibt vielmehr bey ſich ſelbſt, als daſs es bey der Sache iſt und ſich ihr hingibt. — Das leichteſte iſt, was Gehalt und Gediegenheit hat, zu beurtheilen, ſchwerer, es zu faſſen, das ſchwerſte, was beydes vereinigt, ſeine Darſtellung hervorzubringen.

1807 VI

4 Der Anfang der Bildung und des Herausarbeitens aus der Unmittelbarkeit des ſubſtantiellen Lebens wird immer damit gemacht werden müſſen, Kenntniſſe allgemeiner Grundſätze und Geſichtspunkte zu erwerben, ſich nur erſt zu dem Gedanken der Sache überhaupt herauf zu arbeiten, nicht weniger ſie mit Gründen zu unterſtützen oder zu widerlegen, die concrete und reiche Fülle nach Beſtimmtheiten aufzufaſſen, und ordentlichen Beſcheid und ernſthaftes Urtheil über ſie zu ertheilen zu wiſſen. Dieſer Anfang der Bildung wird aber zunächſt dem Ernſte des erfüllten Lebens Platz machen, der in die Erfahrung der Sache ſelbſt hineinführt, und wenn auch diſs noch hinzukommt, daſs der Ernſt des Begriffs in ihre Tiefe ſteigt, ſo wird eine ſolche Kenntniſs und Beurtheilung in der Converſation ihre ſchickliche Stelle behalten.

5 Die wahre Geſtalt, in welcher die Wahrheit exiſtirt, kann allein das wiſſenſchafftliche Syſtem derſelben ſeyn. Daran mitzuarbeiten, daſs die Philoſophie der Form der Wiſſenſchaft näher komme, — dem Ziele, ihren Nahmen der Liebe zum Wiſſen ablegen zu können und wirkliches Wiſſen zu ſeyn, — iſt es, was ich mir vorgeſetzt. Die innere Nothwendigkeit, daſs das Wiſſen Wiſſenſchaft ſey, liegt in ſeiner Natur, 1807 VII und die befriedigende Erklärung hierüber iſt allein die Darſtellung der Philoſophie ſelbſt. Die äuſſere Nothwendigkeit aber, in ſo fern ſie, abgeſehen von der Zufälligkeit der Perſon und der individuellen Veranlaſſungen, auf eine allgemeine Weiſe gefaſst wird, iſt daſſelbe, was die innere, in der Geſtalt wie die Zeit das Daſeyn ihrer Momente vorſtellt. Daſs die Erhebung der Philoſophie zur Wiſſenſchaft an der Zeit iſt, diſs aufzuzeigen würde daher die einzig wahre Rechtfertigung der Verſuche ſeyn, die dieſen Zweck haben, weil ſie die Nothwendigkeit deſſelben darthun, ja weil ſie ihn zugleich ausführen würde.

6 Indem die wahre Geſtalt der Wahrheit in die Wiſſenſchaftlichkeit geſetzt wird, — oder was daſſelbe iſt, indem die Wahrheit behauptet wird, an dem Begriffe allein das Element ihrer Exiſtenz zu haben, — ſo weiſs ich, daſs diſs im Widerſpruch mit einer Vorſtellung und deren Folgen zu ſtehen ſcheint, welche eine ſo groſse Anmaſsung als Ausbreitung in der Ueberzeugung des Zeitalters hat. Eine Erklärung über dieſen Widerſpruch ſcheint darum nicht überflüſsig; wenn ſie auch hier weiter nichts, als gleichfalls eine Verſicherung, wie das, gegen was ſie geht, ſeyn kann. Wenn nemlich das Wahre nur in 1807 VIII demjenigen oder vielmehr nur als dasjenige exiſtirt, was bald Anſchauung, bald unmittelbares Wiſſen des Abſoluten, Religion, das Seyn — nicht im Centrum der göttlichen Liebe, ſondern das Seyn deſſelben ſelbſt — genannt wird, ſo wird von da aus zugleich für die Darſtellung der Philoſophie vielmehr das Gegentheil der Form des Begriffs gefodert. Das Abſolute ſoll nicht begriffen, ſondern gefühlt und angeſchaut, nicht ſein Begriff, ſondern ſein Gefühl und Anſchauung ſollen das Wort führen und ausgeſprochen werden.

7 Wird die Erſcheinung einer ſolchen Foderung nach ihrem allgemeinern Zuſammenhange aufgefaſst, und auf die Stuffe geſehen, worauf der ſelbſtbewuſste Geiſt gegenwärtig ſteht, ſo iſt er über das ſubſtantielle Leben, das er ſonſt im Elemente des Gedankens führte, hinaus, — über dieſe Unmittelbarkeit ſeines Glaubens, über die Befriedigung und Sicherheit der Gewiſsheit, welche das Bewuſstſeyn von ſeiner Verſöhnung mit dem Weſen und deſſen allgemeiner, der innern und äuſſern, Gegenwart beſaſs. Er iſt nicht nur darüber hinausgegangen, in das andere Extrem der ſubſtanzloſen Reflexion ſeiner in ſich ſelbſt, ſondern auch über dieſe. Sein weſentliches Leben iſt ihm nicht nur verloren, 1807 IX er iſt auch dieſes Verluſtes, und der Endlichkeit, die ſein Inhalt iſt, bewuſst. Von den Trebern ſich wegwendend, daſs er im Argen liegt, bekennend und darauf ſchmähend, verlangt er nun von der Philoſophie nicht ſowohl das Wiſſen deſſen, was er iſt, als zur Herſtellung jener Subſtantialität und der Gediegenheit des Seyns erſt wieder durch ſie zu gelangen. Dieſem Bedürfniſſe ſoll ſie alſo nicht ſo ſehr die Verſchloſſenheit der Subſtanz aufſchlieſſen, und dieſe zum Selbſtbewuſstſeyn erheben, — nicht ſo ſehr ihr chaotiſches Bewuſstſeyn zur gedachten Ordnung und zur Einfachheit des Begriffes zurückbringen, als vielmehr die Sonderungen des Gedankens zuſammenſchütten, den unterſcheidenden Begriff unterdrücken und das Gefühl des Weſens herſtellen, nicht ſowohl Einſicht als Erbauung gewähren. Das Schöne, Heilige, Ewige, die Religion und Liebe ſind der Köder, der gefodert wird, um die Luſt zum Anbeiſſen zu erwecken, nicht der Begriff, ſondern die Ekſtaſe, nicht die kalt fortſchreitende Nothwendigkeit der Sache, ſondern die gährende Begeiſterung ſoll die Haltung und fortleitende Ausbreitung des Reichthums der Subſtanz ſeyn.

1807 X

8 Dieſer Foderung entſpricht die angeſtrengte und faſt eifernd und gereizt ſich zeigende Bemühung, die Menſchen aus der Verſunkenheit ins Sinnliche Gemeine und Einzelne herauszureiſſen und ihren Blick zu den Sternen aufzurichten; als ob ſie des Göttlichen ganz vergeſſend, mit Staub und Waſſer, wie der Wurm, auf dem Punkte ſich zu befriedigen ſtünden. Sonſt hatten ſie einen Himmel mit weitläuffigem Reichthume von Gedanken und Bildern ausgeſtattet. Von allem, was iſt, lag die Bedeutung in dem Lichtfaden, durch den es an den Himmel geknüpft war; an ihm, ſtatt in dieſer Gegenwart zu verweilen, glitt der Blick über ſie hinaus, zum göttlichen Weſen, zu einer, wenn man ſo ſagen kann, jenſeitigen Gegenwart hinauf. Das Auge des Geiſtes muſste mit Zwang auf das Irdiſche gerichtet und bey ihm feſtgehalten werden; und es hat einer langen Zeit bedurft, jene Klarheit, die nur das Ueberirdiſche hatte, in die Dumpfheit und Verworrenheit, worin der Sinn des Diſſeitigen lag, hineinzuarbeiten, und die Aufmerkſamkeit auf das Gegenwärtige als ſolches, welche Erfahrung genannt wurde, intereſſant und geltend zu machen. — Jetzt ſcheint die Noth des Gegentheils vorhanden, der Sinn ſo ſehr in das Irdiſche 1807 XI feſtgewurzelt, daſs es gleicher Gewalt bedarf, ihn darüber zu erheben. Der Geiſt zeigt ſich ſo arm, daſs er ſich, wie in der Sandwüſte der Wanderer nach einem einfachen Trunk Waſſers, nur nach dem dürftigen Gefühle des Göttlichen überhaupt für ſeine Erquickung zu ſehnen ſcheint. An dieſem, woran dem Geiſte genügt, iſt die Gröſse ſeines Verluſtes zu ermeſſen.

9 Dieſe Genügſamkeit des Empfangens oder Sparſamkeit des Gebens ziemt jedoch der Wiſſenſchaft nicht. Wer nur Erbauung ſucht, wer ſeine irdiſche Mannichfaltigkeit des Daſeyns und des Gedankens in Nebel einzuhüllen und nach dem unbeſtimmten Genuſſe dieſer unbeſtimmten Göttlichkeit verlangt, mag zuſehen, wo er diſs findet; er wird leicht ſelbſt ſich etwas vorzuſchwärmen und damit ſich aufzuſpreitzen die Mittel finden. Die Philoſophie aber muſs ſich hüten, erbaulich ſeyn zu wollen.

10 Noch weniger muſs dieſe Genügſamkeit, die auf die Wiſſenſchaft Verzicht thut, darauf Anſpruch machen, daſs ſolche Begeiſterung und Trübheit etwas höheres ſey als die Wiſſenſchaft. Dieſes prophetiſche Reden meynt gerade ſo recht im Mittelpunkte und der Tiefe zu bleiben, blickt verächtlich auf die 1807 XII Bestimmtheit (den Horos) und hält ſich abſichtlich von dem Begriffe und der Nothwendigkeit entfernt, als von der Reflexion, die nur in der Endlichkeit hauſse. Wie es aber eine leere Breite gibt, ſo auch eine leere Tiefe, wie eine Extenſion der Subſtanz, die ſich in endliche Mannichfaltigkeit ergieſst, ohne Kraft ſie zuſammenzuhalten, — ſo iſt diſs eine gehaltloſe Intenſität, welche als lautere Kraft ohne Ausbreitung ſich haltend, daſſelbe iſt, was die Oberflächlichkeit. Die Kraft des Geiſtes iſt nur ſo groſs als ihre Aeuſſerung, ſeine Tiefe nur ſo tief als er in ſeiner Auslegung ſich auszubreiten und ſich zu verlieren getraut. — Zugleich wenn diſs begriffloſe ſubſtantielle Wiſſen die Eigenheit des Selbſts in dem Weſen verſenkt zu haben und wahr und heilig zu philoſophiren vorgibt, ſo verbirgt es ſich, daſs es ſtatt dem Gotte ergeben zu ſeyn, durch die Verſchmähung des Maſses und der Beſtimmung vielmehr nur bald in ſich ſelbſt die Zufälligkeit des Inhalts, bald in ihm die eigne Willkühr gewähren läſst. — Indem ſie ſich dem ungebändigten Gähren der Subſtanz überlaſſen, meynen ſie, durch die Einhüllung des Selbſtbewuſstſeyns und Aufgeben des Verſtands, die Seinen zu ſeyn, denen Gott die Weisheit im Schlafe 1807 XIII gibt; was ſie ſo in der That im Schlafe empfangen und gebähren, ſind darum auch Träume.

11 Es iſt übrigens nicht ſchwer, zu ſehen, daſs unſre Zeit eine Zeit der Geburt und des Uebergangs zu einer neuen Periode iſt. Der Geiſt hat mit der bisherigen Welt ſeines Daſeyns und Vorſtellens gebrochen, und ſteht im Begriffe, es in die Vergangenheit hinab zuverſenken, und in der Arbeit ſeiner Umgeſtaltung. Zwar iſt er nie in Ruhe, ſondern in immer fortſchreitender Bewegung begriffen. Aber wie beym Kinde nach langer ſtiller Ernährung der erſte Athemzug jene Allmähligkeit des nur vermehrenden Fortgangs abbricht, — ein qualitativer Sprung — und itzt das Kind gebohren iſt, ſo reifft der ſich bildende Geiſt langſam und ſtille der neuen Geſtalt entgegen, löſst ein Theilgen des Baues ſeiner vorgehenden Welt nach dem andern auf, ihr Wanken wird nur durch einzelne Symptome angedeutet; der Leichtſinn wie die Langeweile, die im Beſtehenden einreiſſen, die unbeſtimmte Ahnung eines Unbekannten ſind Vorboten, daſs etwas Anderes im Anzuge iſt. Diſs allmählige Zerbrökeln, das die Phyſiognomie des Ganzen nicht veränderte, wird durch den Aufgang unterbrochen, der ein 1807 XIV Blitz in einemmahle das Gebilde der neuen Welt hinſtellt.

12 Allein eine vollkommne Wirklichkeit hat diſs Neue ſo wenig als das eben gebohrne Kind; und diſs iſt weſentlich nicht auſſer Acht zu laſſen. Das erſte Auftreten iſt erſt ſeine Unmittelbarkeit oder ſein Begriff. So wenig ein Gebäude fertig iſt, wenn ſein Grund gelegt worden, ſo wenig iſt der erreichte Begriff des Ganzen das Ganze ſelbſt. Wo wir eine Eiche in der Krafft ihres Stammes und in der Ausbreitung ihrer Aeſte und den Maſſen ihrer Belaubung zu ſehen wünſchen, ſind wir nicht zufrieden, wenn uns an dieſer Stelle eine Eichel gezeigt wird. So iſt die Wiſſenſchaft, die Krone einer Welt des Geiſtes, nicht in ihrem Anfange vollendet. Der Anfang des neuen Geiſtes iſt das Product einer weitläuffigen Umwälzung von mannichfaltigen Bildungsformen, der Preis eines vielfach verſchlungnen Weges und eben ſo vielfacher Anſtrengung und Bemühung. Er iſt das aus der Succeſsion wie aus ſeiner Ausdehnung in ſich zurückgegangene Ganze, der gewordne einfache Begriff deſſelben. Die Wirklichkeit dieſes einfachen Ganzen aber beſteht darin, daſs jene zu Momenten gewordne Geſtaltungen ſich wieder von neuem, aber in ihrem 1807 XV neuen Elemente, in dem gewordenen Sinne entwickeln und Geſtaltung geben.

13 Indem einerſeits die erſte Erſcheinung der neuen Welt nur erſt das in ſeine Einfachheit verhüllte Ganze oder ſein allgemeiner Grund iſt, ſo iſt dem Bewuſstſeyn dagegen der Reichthum des vorhergehenden Daſeyns noch in der Erinnerung gegenwärtig. Es vermiſst an der neu erſcheinenden Geſtalt die Ausbreitung und Beſonderung des Inhalts; noch mehr aber vermiſst es die Ausbildung der Form, wodurch die Unterſchiede mit Sicherheit beſtimmt und in ihre feſten Verhältniſſe geordnet ſind. Ohne dieſe Ausbildung entbehrt die Wiſſenſchaft der allgemeinen Verſtändlichkeit, und hat den Schein, ein eſoteriſches Beſitzthum einiger Einzelnen zu ſeyn; — ein eſoteriſches Beſitzthum: denn ſie iſt nur erſt in ihrem Begriffe oder ihr Innres vorhanden; einiger Einzelnen: denn ihre unausgebreitete Erſcheinung macht ihr Daſeyn zum Einzelnen. Erſt was vollkommen beſtimmt iſt, iſt zugleich exoteriſch, begreifflich, und fähig, gelernt und das Eigenthum Aller zu ſeyn. Die verſtändige Form der Wiſſenſchaft iſt der Allen dargebotene und für Alle gleichgemachte Weg zu ihr, und durch den Verſtand zum vernünftigen Wiſſen zu gelangen iſt die 1807 XVI gerechte Foderung des Bewuſstſeyns, das zur Wiſſenſchaft hinzutritt; denn der Verſtand iſt das Denken, das reine Ich überhaupt; und das Verſtändige iſt das ſchon bekannte und das gemeinſchaftliche der Wiſſenſchaft und des unwiſſenſchaftlichen Bewuſstſeyns, wodurch dieſes unmittelbar in jene einzutreten vermag.

14 Die Wiſſenſchaft, die erſt beginnt, und es alſo noch weder zur Vollſtändigkeit des Details noch zur Vollkommenheit der Form gebracht hat, iſt dem Tadel darüber ausgeſetzt. Aber wenn dieſer ihr Weſen treffen ſoll, ſo würde er ebenſo ungerecht ſeyn, als es unſtatthaft iſt, die Foderung jener Ausbildung nicht anerkennen zu wollen. Dieſer Gegenſatz ſcheint der hauptſächlichſte Knoten zu ſeyn, an dem die wiſſenſchaftliche Bildung ſich gegenwärtig zerarbeitet und worüber ſie ſich noch nicht gehörig verſteht. Der eine Theil pocht auf den Reichthum des Materials und die Verſtändlichkeit, der andre verſchmäht wenigſtens dieſe und pocht auf die unmittelbare Vernünftigkeit und Göttlichkeit. Wenn auch jener Theil, es ſey durch die Kraft der Wahrheit allein oder auch durch das Ungeſtüm des andern zum Stillſchweigen gebracht iſt, und wenn er in Anſehung des Grunds der Sache ſich überwältigt 1807 XVII fühlte, ſo iſt er darum in Anſehung jener Foderungen nicht befriedigt, denn ſie ſind gerecht, aber nicht erfüllt. Sein Stillſchweigen gehört nur halb dem Siege, halb aber der Langeweile und Gleichgültigkeit, welche die Folge einer beſtändig erregten Erwartung und nicht erfolgten Erfüllung der Verſprechungen zu ſeyn pflegt.

15 In Anſehung des Inhalts machen die Andern ſich es wohl zuweilen leicht genug, eine groſse Ausdehnung zu haben. Sie ziehen auf ihren Boden eine Menge Material, nemlich das ſchon Bekannte und Geordnete, herein, und indem ſie ſich vornemlich mit den Sonderbarkeiten und Curioſitäten zu thun machen, ſcheinen ſie um ſo mehr das übrige, womit das Wiſſen in ſeiner Art ſchon fertig war, zu beſitzen, zugleich auch das noch ungeregelte zu beherrſchen, und ſomit alles der abſoluten Idee zu unterwerfen, welche hiemit in Allem erkannt, und zur ausgebreiteten Wiſſenſchaft gediehen zu ſeyn ſcheint. Näher aber dieſe Ausbreitung betrachtet, ſo zeigt ſie ſich nicht dadurch zu Stande gekommen, daſs ein und daſſelbe ſich ſelbſt verſchieden geſtaltet hätte, ſondern ſie iſt die geſtaltloſe Wiederhohlung des Einen und Deſſelben, das nur an das verſchiedene Material äuſſerlich 1807 XVIII angewendet iſt, und einen langweiligen Schein der Verſchiedenheit erhält. Die für ſich wohl wahre Idee bleibt in der That nur immer in ihrem Anfange ſtehen, wenn die Entwicklung in nichts als in einer ſolchen Wiederholung derſelben Formel beſteht. Die Eine unbewegte Form vom wiſſenden Subjecte an dem Vorhandenen herumgeführt, das Material in diſs ruhende Element von auſſenher eingetaucht, diſs iſt ſo wenig, als willkührliche Einfälle über den Inhalt, die Erfüllung deſſen, was gefodert wird, nemlich der aus ſich entſpringende Reichthum und ſich ſelbſt beſtimmende Unterſchied der Geſtalten. Es iſt vielmehr ein einfärbiger Formalismus, der nur zum Unterſchiede des Stoffes und zwar dadurch kommt, weil dieſer ſchon bereitet und bekannt iſt.

16 Dabey behauptet er dieſe Eintönigkeit und die abſtracte Allgemeinheit für das Abſolute; er verſichert, daſs die Ungenügſamkeit mit ihr eine Unfähigkeit ſey, ſich des abſoluten Standpunktes zu bemächtigen und auf ihm feſt zu halten. Wenn ſonſt die leere Möglichkeit ſich etwas auf eine andere Weiſe vorzuſtellen hinreichte, um eine Vorſtellung zu widerlegen, und dieſelbe bloſſe Möglichkeit, der allgemeine Gedanke, auch den ganzen poſitiven 1807 XIX Werth des wirklichen Erkennens hatte, ſo ſehen wir hier ebenſo der allgemeinen Idee in dieſer Form der Unwirklichkeit allen Werth zugeſchrieben, und die Auflöſung des Unterſchiedenen und Beſtimmten, oder vielmehr das weiter nicht entwickelte noch an ihm ſelbſt ſich rechtfertigende Hinunterwerfen deſſelben in den Abgrund des Leeren für ſpeculative Betrachtungsart gelten. Irgend ein Daſeyn, wie es im Abſoluten iſt, betrachten, beſteht hier in nichts anderem, als daſs davon geſagt wird, es ſey zwar jetzt von ihm geſprochen worden, als von einem Etwas, im Abſoluten, dem A = A, jedoch gebe es dergleichen gar nicht, ſondern darin ſey alles Eins. Diſs Eine Wiſſen, daſs im Abſoluten Alles gleich iſt, der unterſcheidenden und erfüllten oder Erfüllung ſuchenden und fodernden Erkenntniſs entgegenzuſetzen, — oder ſein Abſolutes für die Nacht auszugeben, worin, wie man zu ſagen pflegt, alle Kühe ſchwarz ſind; iſt die Naivität der Leere an Erkenntniſs. — Der Formalismus, den die Philoſophie neuerer Zeit verklagt und geſchmäht, und der ſich in ihr ſelbſt wieder erzeugte, wird, wenn auch ſeine Ungenügſamkeit bekannt und gefühlt iſt, aus der Wiſſenſchaft nicht verſchwinden, bis das Erkennen der abſoluten Wirklichkeit 1807 XX ſich über ſeine Natur vollkommen klar geworden iſt. — In der Rückſicht, daſs die allgemeine Vorſtellung, wenn ſie dem, was ein Verſuch ihrer Ausführung iſt, vorangeht, das Auffaſſen der letztern erleichtert, iſt es dienlich das Ungefähre derſelben hier anzudeuten, in der Abſicht zugleich, bey dieſer Gelegenheit einige Formen zu entfernen, deren Gewohnheit ein Hinderniſs für das philoſophiſche Erkennen iſt.

17 Es kömmt nach meiner Einſicht, welche ſich durch die Darſtellung des Syſtems ſelbſt rechtfertigen muſs, alles darauf an, das Wahre nicht als Subſtanz, ſondern eben ſo ſehr als Subject aufzufaſſen und auszudrücken. Zugleich iſt zu bemerken, daſs die Subſtantialität ſo ſehr das Allgemeine, oder die Unmittelbarkeit des Wiſſens, als diejenige, welche Seyn oder Unmittelbarkeit für das Wiſſen iſt, in ſich ſchlieſst. — Wenn, Gott als die Eine Subſtanz zu faſſen, das Zeitalter empörte, worin dieſe Beſtimmung ausgeſprochen wurde, ſo lag theils der Grund hievon in dem Inſtincte, daſs darin das Selbſtbewuſstſeyn nur untergegangen, nicht erhalten iſt, theils aber iſt das Gegentheil, welches das Denken als Denken feſthält, die Allgemeinheit, dieſelbe Einfachheit oder 1807 XXI ununterſchiedne, unbewegte Subſtantialität, und wenn drittens das Denken das Seyn der Subſtanz als ſolche mit ſich vereint und die Unmittelbarkeit oder das Anſchauen als Denken erfaſst, ſo kömmt es noch darauf an, ob dieſes intellectuelle Anſchauen nicht wieder in die träge Einfachheit zurückfällt, und die Wirklichkeit ſelbſt auf eine unwirkliche Weiſe darſtellt.

18 Die lebendige Subſtanz iſt ferner das Seyn, welches in Wahrheit Subject, oder was daſſelbe heiſst, welches in Wahrheit wirklich iſt, nur inſofern ſie die Bewegung des ſich ſelbſt Setzens, oder die Vermittlung des ſich anders Werdens mit ſich ſelbſt iſt. Sie iſt als Subject die reine einfache Negativität, ebendadurch die Entzweyung des Einfachen, oder die entgegenſetzende Verdopplung, welche wieder die Negation dieſer gleichgültigen Verſchiedenheit und ihres Gegenſatzes iſt; nur dieſe ſich wiederherſtellende Gleichheit oder die Reflexion im Andersſeyn in ſich ſelbſt — nicht eine urſprüngliche Einheit als ſolche, oder unmittelbare als ſolche, iſt das Wahre. Es iſt das Werden ſeiner ſelbſt, der Kreis, der ſein Ende als ſeinen Zweck vorausſetzt und zum Anfange hat, und nur durch die Ausführung und ſein Ende wirklich iſt.

1807 XXII

19 Das Leben Gottes und das göttliche Erkennen mag alſo wohl als ein Spielen der Liebe mit ſich ſelbſt ausgeſprochen werden; dieſe Idee ſinkt zur Erbaulichkeit und ſelbſt zur Fadheit herab, wenn der Ernſt, der Schmerz, die Geduld und Arbeit des Negativen darin fehlt. An ſich iſt jenes Leben wohl die ungetrübte Gleichheit und Einheit mit ſich ſelbſt, der es kein Ernſt mit dem Andersſeyn und der Entfremdung, ſo wie mit dem Ueberwinden dieſer Entfremdung iſt. Aber diſs An ſich iſt die abſtracte Allgemeinheit, in welcher von ſeiner Natur, für ſich zu ſeyn, und damit überhaupt von der Selbſtbewegung der Form abgeſehen wird. Wenn die Form als dem Weſen gleich ausgeſagt wird, ſo iſt es ebendarum ein Miſsverſtand, zu meynen, daſs das Erkennen ſich mit dem Anſich oder dem Weſen begnügen, die Form aber erſparen könne; — daſs der abſolute Grundſatz oder die abſolute Anſchauung, die Ausführung des erſtern oder die Entwicklung der andern entbehrlich mache. Gerade weil die Form dem Weſen ſo weſentlich iſt, als es ſich ſelbſt, iſt es nicht bloſs als Weſen, d. h. als unmittelbare Subſtanz, oder als reine Selbſtanſchauung des Göttlichen zu faſſen und auszudrücken, ſondern ebenſoſehr als Form und 1807 XXIII im ganzen Reichthum der entwickelten Form; dadurch wird es erſt als Wirkliches gefaſst und ausgedrückt.

20 Das Wahre iſt das Ganze. Das Ganze aber iſt nur das durch ſeine Entwicklung ſich vollendende Weſen. Es iſt von dem Abſoluten zu ſagen, daſs es weſentlich Reſultat, daſs es erſt am Ende das iſt, was es in Wahrheit iſt; und hierin eben beſteht ſeine Natur, Wirkliches, Subject, oder ſich ſelbſt Werden, zu ſeyn. So widerſprechend es ſcheinen mag, daſs das Abſolute weſentlich als Reſultat zu begreiffen ſey, ſo ſtellt doch eine geringe Ueberlegung dieſen Schein von Widerſpruch zurecht. Der Anfang, das Princip, oder das Abſolute, wie es zuerſt und unmittelbar ausgeſprochen wird, iſt nur das Allgemeine. So wenig, wenn ich ſage: alle Thiere, diſs Wort für eine Zoologie gelten kann, ebenſo fällt es auf, daſs die Worte des Göttlichen, Abſoluten, Ewigen u. ſ. w. das nicht ausſprechen, was darin enthalten iſt; — und nur ſolche Worte drücken in der That die Anſchauung als das Unmittelbare aus. Was mehr iſt, als ein ſolches Wort, der Uebergang auch nur zu einem Satze, iſt ein Anderswerden, das zurückgenommen werden muſs, iſt eine Vermittlung. Dieſe aber iſt das, was perhorreſcirt 1807 XXIV wird, als ob dadurch, daſs mehr aus ihr gemacht wird denn nur diſs, daſs ſie nichts abſolutes und im Abſoluten gar nicht ſey, die abſolute Erkenntniſs aufgegeben wäre.

21 Diſs Perhorreſciren ſtammt aber in der That aus der Unbekanntſchaft mit der Natur der Vermittlung und des abſoluten Erkennens ſelbſt. Denn die Vermittlung iſt nichts anders als die ſich bewegende Sichſelbſtgleichheit, oder ſie iſt die Reflexion in ſich ſelbſt, das Moment des fürſichſeyenden Ich, die reine Negativität oder das einfache Werden. Das Ich, oder das Werden überhaupt, dieſes Vermitteln iſt um ſeiner Einfachheit willen eben die werdende Unmittelbarkeit und das Unmittelbare ſelbſt. — Es iſt daher ein Verkennen der Vernunft, wenn die Reflexion aus dem Wahren ausgeſchloſſen und nicht als poſitives Moment des Abſoluten erfaſst wird. Sie iſt es, die das Wahre zum Reſultate macht, aber dieſen Gegenſatz gegen ſein Werden ebenſo aufhebt, denn diſs Werden iſt ebenſo einfach und daher von der Form des Wahren, im Reſultate ſich als einfach zu zeigen, nicht verſchieden; es iſt vielmehr eben diſs Zurückgegangenſeyn in die Einfachheit. — Wenn der Embryo wohl an ſich Menſch iſt, ſo iſt er es aber nicht für ſich; für ſich iſt er es nur, 1807 XXV als gebildete Vernunft, die ſich zu dem gemacht hat, was ſie an ſich iſt. Diſs erſt iſt ihre Wirklichkeit. Aber diſs Reſultat iſt ſelbſt einfache Unmittelbarkeit, denn es iſt die ſelbſtbewuſste Freyheit, die in ſich ſelbſt ruht, und den Gegenſatz nicht auf die Seite gebracht hat und ihn da liegen läſst, ſondern mit ihm verſöhnt iſt.

22 Das Geſagte kann auch ſo ausgedrückt werden, daſs die Vernunft das zweckmäſsige Thun iſt. Die Erhebung der vermeinten Natur über das miskannte Denken, und zunächſt die Verbannung der äuſſern Zweckmäſsigkeit hat die Form des Zwecks überhaupt in Miſskredit gebracht. Allein, wie auch Ariſtoteles die Natur als das zweckmäſsige Thun beſtimmt, der Zweck iſt das Unmittelbare, das Ruhende, welches ſelbſt bewegend, oder Subject iſt. Seine abſtracte Krafft zu bewegen iſt das Fürſichſeyn oder die reine Negativität. Das Reſultat iſt nur darum daſſelbe, was der Anfang, weil der Anfang Zweck iſt; — oder das Wirkliche iſt nur darum daſſelbe, was ſein Begriff, weil das Unmittelbare als Zweck das Selbſt oder die reine Wirklichkeit in ihm ſelbſt hat. Der ausgeführte Zweck oder das daſeyende Wirkliche iſt die Bewegung und das entfaltete 1807 XXVI Werden; eben dieſe Unruhe aber iſt das Selbſt; und jener Unmittelbarkeit und Einfachheit des Anfangs iſt es darum gleich, weil es das Reſultat, das in ſich Zurückgekehrte, — das in ſich Zurückgekehrte aber eben das Selbſt, und das Selbſt die ſich auf ſich beziehende Gleichheit und Einfachheit iſt.

23 Das Bedürfniſs, das Abſolute als Subject vorzuſtellen, bediente ſich der Sätze: Gott iſt das Ewige, oder die moraliſche Weltordnung oder die Liebe u. ſ. f. In ſolchen Sätzen iſt das Wahre nur geradezu als Subject geſetzt, nicht aber als die Bewegung des ſich in ſich ſelbſt Reflectirens dargeſtellt. Es wird in einem Satze der Art mit dem Worte: Gott, angefangen. Diſs für ſich iſt ein ſinnloſer Laut, ein bloſſer Nahme; erſt das Prädicat ſagt, was er iſt, iſt ſeine Erfüllung und Bedeutung; der leere Anfang wird nur in dieſem Ende ein wirkliches Wiſſen. Inſofern iſt nicht abzuſehen, warum nicht vom Ewigen, der moraliſchen Weltordnung u. ſ. f. oder wie die Alten thaten, von reinen Begriffen, dem Seyn, dem Einen u. ſ. f. von dem, was die Bedeutung iſt, allein geſprochen wird, ohne den ſinnloſen Laut noch hinzuzufügen. Aber durch daſs Wort wird eben bezeichnet, daſs nicht ein Seyn oder Weſen 1807 XXVII oder Allgemeines überhaupt, ſondern ein in ſich reflectirtes, ein Subject geſetzt iſt. Allein zugleich iſt diſs nur anticipirt. Das Subject iſt als feſter Punkt angenommen, an den als ihren Halt die Prädicate geheftet find, durch eine Bewegung, die dem von ihm Wiſſenden angehört, und die auch nicht dafür angeſehen wird, dem Punkte ſelbſt anzugehören; durch ſie aber wäre allein der Inhalt als Subject dargeſtellt. In der Art, wie dieſe Bewegung beſchaffen iſt, kann ſie ihm nicht angehören; aber nach Vorausſetzung jenes Punkts kann ſie auch nicht anders beſchaffen, kann ſie nur äuſſerlich ſeyn. Jene Anticipation, daſs das Abſolute Subject iſt, iſt daher nicht nur nicht die Wirklichkeit dieſes Begriffs, ſondern macht ſie ſogar unmöglich, denn jene ſetzt ihn als ruhenden Punkt, dieſe aber iſt die Selbſtbewegung.

24 Unter mancherley Folgerungen, die aus dem Geſagten flieſsen, kann dieſe herausgehoben werden, daſs das Wiſſen nur als Wiſſenſchafft oder als Syſtem wirklich iſt, und dargeſtellt werden kann. Daſs ferner ein ſogenannter Grundſatz oder Princip der Philoſophie, wenn es wahr iſt, ſchon darum auch falſch iſt, weil er Grundſatz oder Princip iſt. — Es iſt deſswegen leicht ihn zu widerlegen. Die 1807 XXVIII Widerlegung beſteht darin, daſs ſein Mangel aufgezeigt wird; mangelhaft aber iſt er, weil er nur das Allgemeine oder Princip, der Anfang, iſt. Iſt die Widerlegung gründlich, ſo iſt ſie aus ihm ſelbſt genommen und entwickelt, — nicht durch entgegengeſetzte Verſicherungen und Einfälle von auſſenher bewerkſtelligt. Sie würde alſo eigentlich ſeine Entwicklung und ſomit die Ergänzung ſeiner Mangelhaftigkeit ſeyn, wenn ſie ſich nicht darin verkännte, daſs ſie ihre negative Seite allein beachtet, und ihres Fortgangs und Reſultates nicht auch nach ſeiner poſitiven Seite bewuſst wird. — Die eigentliche poſitive Ausführung des Anfangs iſt zugleich umgekehrt ebenſoſehr ein negatives Verhalten gegen ihn, nemlich gegen ſeine einſeitige Form, erſt unmittelbar oder Zweck zu ſeyn. Sie kann ſomit eben ſo ſehr als die Widerlegung desjenigen genommen werden, was den Grund des Syſtems ausmacht, beſſer aber, als ein Aufzeigen, daſs der Grund oder das Princip des Syſtems in der That nur ſein Anfang iſt.

25 Daſs das Wahre nur als Syſtem wirklich, oder daſs die Subſtanz weſentlich Subject iſt, iſt in der Vorſtellung ausgedrückt, welche das Abſolute als Geiſt ausſpricht, — der erhabenſte Begriff, und der der neuern Zeit und ihrer 1807 XXIX Religion angehört. Das Geiſtige allein iſt das Wirkliche; es iſt das Weſen oder an ſich ſeyende, — das ſich Verhaltende oder beſtimmte, das Andersſeyn und Fürſichſeyn — und in dieſer Beſtimmtheit oder ſeinem Auſſerſichſeyn in ſich ſelbſt bleibende; — oder es iſt an und für ſich. — Diſs an und für ſich ſeyn aber iſt es erſt für uns oder an ſich, oder es iſt die geiſtige Subſtanz. Es muſs diſs auch für ſich ſelbſt, — muſs das Wiſſen von dem Geiſtigen und das Wiſſen von ſich als dem Geiſte ſeyn; das heiſst, es muſs ſich als Gegenſtand ſeyn, aber eben ſo unmittelbar als vermittelter das heiſst aufgehobener, in ſich reflectirter Gegenſtand. Er iſt für ſich nur für uns, in ſo fern ſein geiſtiger Inhalt durch ihn ſelbſt erzeugt iſt; in ſo fern er aber auch für ſich ſelbſt für ſich iſt, ſo iſt dieſes Selbſterzeugen, der reine Begriff, ihm zugleich das gegenſtändliche Element, worin er ſein Daſeyn hat; und er iſt auf dieſe Weiſe in ſeinem Daſeyn für ſich ſelbſt in ſich reflectirter Gegenſtand. — Der Geiſt, der ſich ſo als Geiſt weiſs, iſt die Wiſſenſchaft. Sie iſt ſeine Wirklichkeit und das Reich, das er ſich in ſeinem eigenen Elemente erbaut.

26 Das reine Selbſterkennen im abſoluten Andersſeyn, dieſer Aether als ſolcher, iſt der Grund 1807 XXX und Boden der Wiſſenſchaft oder das Wiſſen im Allgemeinen. Der Anfang der Philoſophie macht die Vorausſetzung oder Foderung, daſs das Bewuſstſeyn ſich in dieſem Elemente befinde. Aber dieſes Element hat ſeine Vollendung und Durchſichtigkeit ſelbſt nur durch die Bewegung ſeines Werdens. Es iſt die reine Geiſtigkeit, oder das Allgemeine, das die Weiſe der einfachen Unmittelbarkeit hat. Weil es die Unmittelbarkeit des Geiſtes, weil die Subſtanz überhaupt der Geiſt iſt, iſt ſie die verklärte Weſenheit, die Reflexion, die ſelbſt einfach oder die Unmittelbarkeit iſt, das Seyn, das die Reflexion in ſich ſelbſt iſt. Die Wiſſenſchaft von ihrer Seite verlangt vom Selbſtbewuſstſeyn, daſs es in dieſen Aether ſich erhoben habe, um mit ihr und in ihr leben zu können und zu leben. Umgekehrt hat das Individuum das Recht zu fodern, daſs die Wiſſenſchaft ihm die Leiter wenigſtens zu dieſem Standpunkte reiche. Sein Recht gründet ſich auf ſeine abſolute Selbſtſtändigkeit, die es in jeder Geſtalt ſeines Wiſſens zu beſitzen weiſs, denn in jeder, ſey ſie von der Wiſſenſchaft anerkannt oder nicht, und der Inhalt ſey welcher er wolle, iſt es die abſolute Form zugleich oder hat die unmittelbare Gewiſsheit ſeiner ſelbſt; und, wenn dieſer Ausdruck 1807 XXXI vorgezogen würde, damit unbedingtes Seyn. Wenn der Standpunkt des Bewuſstſeyns, von gegenſtändlichen Dingen im Gegenſatze gegen ſich ſelbſt, und von ſich ſelbſt im Gegenſatze gegen ſie zu wiſsen, der Wiſſenſchafft als das Andre gilt, — das, worin es bey ſich ſelbſt iſt, vielmehr, als der Verluſt des Geiſtes, — ſo iſt ihm dagegen das Element der Wiſſenſchaft eine jenſeitige Ferne, worin es nicht mehr ſich ſelbſt beſitzt. Jeder von dieſen beyden Theilen ſcheint für den andern das Verkehrte der Wahrheit zu ſeyn. Daſs das natürliche Bewuſstſeyn ſich der Wiſſenſchaft unmittelbar anvertraut, iſt ein Verſuch, den es, es weiſs nicht von was angezogen, macht, auch einmal auf dem Kopfe zu gehen; der Zwang dieſe ungewohnte Stellung anzunehmen und ſich in ihr zu bewegen iſt eine ſo unvorbereitete als unnöthig ſcheinende Gewalt, die ihm angemuthet wird, ſich anzuthun. — Die Wiſſenſchaft ſey an ihr ſelbſt, was ſie will, im Verhältniſſe zum unmittelbaren Selbſtbewuſstſeyn ſtellt ſie ſich als ein Verkehrtes gegen es dar, oder weil das unmittelbare Selbſtbewuſstſeyn das Princip der Wirklichkeit iſt, trägt ſie, indem es für ſich auſſer ihr iſt, die Form der Unwirklichkeit. Sie hat darum jenes Element mit ihr zu vereinigen, 1807 XXXII oder vielmehr zu zeigen, daſs und wie es ihr ſelbſt angehört. Der Wirklichkeit entbehrend, iſt ſie nur das An ſich, der Zweck, der erſt noch ein Innres, nicht als Geiſt, nur erſt geiſtige Subſtanz iſt. Sie hat ſich zu äuſſern und für ſich ſelbſt zu werden, diſs heiſst nichts anders, als ſie hat das Selbſtbewuſstſeyn als eins mit ſich zu ſetzen.

27 Diſs Werden der Wiſſenſchaft überhaupt, oder des Wiſſens, iſt es, was dieſe Phänomenologie des Geiſtes, als der erſte Theil des Systems derſelben, darſtellt. Das Wiſſen, wie es zuerſt iſt, oder der unmittelbare Geiſt iſt das geiſtloſe, oder iſt das ſinnliche Bewuſstſeyn. Um zum eigentlichen Wiſſen zu werden, oder das Element der Wiſſenſchaft, was ihr reiner Begriff iſt, zu erzeugen, hat er durch einen langen Weg ſich hindurch zu arbeiten. — Dieſes Werden, wie es in ſeinem Inhalte und den Geſtalten, die ſich in ihm zeigen, aufgeſtellt iſt, erſcheint als etwas anderes, denn als die Anleitung des unwiſſenſchaftlichen Bewuſstſeyns zur Wiſſenſchaft; auch etwas anderes, als die Begründung der Wiſſenſchaft; — ſo ohnehin, als die Begeiſterung, die wie aus der Piſtole mit dem abſoluten Wiſſen unmittelbar anfängt, und mit andern Standpunkten dadurch ſchon fertig 1807 XXXIII ist, daſs ſie keine Notiz davon zu nehmen erklärt.

28 Die Aufgabe aber, das Individuum von seinem ungebildeten Standpunkte aus zum Wiſſen zu führen, war in ihrem allgemeinen Sinn zu faſſen, und das allgemeine Individuum, der Weltgeiſt, in seiner Bildung zu betrachten. — Was das Verhältniſs beyder betrifft, so zeigt ſich in dem allgemeinen Individuum jedes Moment, wie es die concrete Form und eigne Geſtaltung gewinnt. Das besondre Individuum aber iſt der unvollſtändige Geiſt, eine concrete Geſtalt, deren ganzes Daseyn Einer Bestimmtheit zufällt, und worin die andern nur in verwischten Zügen vorhanden sind. In dem Geiſte, der höher ſteht als ein anderer, iſt das niedrigere eoncrete Daseyn zu einem unscheinbaren Momente herabgesunken; was vorher die Sache selbſt war, iſt nur noch eine Spur; ihre Geſtalt iſt eingehüllt und eine einfache Schattirung geworden. Diese Vergangenheit durchläufft das Individuum, deſſen Subſtanz der höher ſtohende Geiſt ist, auf die Art, wie der eine höhere Wiſſenschaft vornimmt, die Vorbereitungskenntniſſe, die er längſt inne hat, um ſich ihren Inhalte gegenwärtig zu machen, durchgeht; er rufſt die Erinnerung deſſelben zurück, ohne 1807 XXXIV darin sein Intereſſe und Verweilen zu haben. So durchlaufft jeder einzelne auch die Bildungsſtuffen des allgemeinen Geiſtes, aber als vom Geiſte schon abgelegte Geſtalten, als Stuffen eines Wegs, der ausgearbeitet und geebnet iſt; wie wir in Ansehung der Kenntniſſe das, was in frühern Zeitaltern den reifen Geiſt der Männer beschäfftigte, zu Kenntniſſen, Uebungen und selbſt Spielen des Knabensalters herabgesunken sehen, und in dem pädagogischen Fortschreiten die wie im Schattenriſſe nachgezeichnete Geschichte der Bildung der Welt erkennen werden. Diſs vergangne Daseyn iſt schon erworbnes Eigenthum des allgemeinen Geiſtes, der die Subſtanz des Individuums oder seine unorganische Natur ausmacht. — Die Bildung des Individuums in dieser Rückſicht beſteht, von seiner Seite aus betrachtet, darin, daſs es diſs Vorhandne erwerbe, seine unorganische Natur in ſich zehre und für ſich in Beſitz nehme. Diſs iſt aber ebensosehr nichts anders, als daſs der allgemeine Geiſt oder die Subſtanz ſich ihr Selbſtbewuſstseyn gibt, oder ihr Werden und Reflexion in ſich.

29 Die Wiſſenſchaft ſtellt diese bildende Bewegung sowohl in ihrer Ausführlichkeit und Nothwendigkeit, als das, was schon zum 1807 XXXV Momente und Eigenthum des Geists herabgesunken ist, in seiner Gestaltung dar. Das Ziel ist die Einsicht des Geistes in das, was das Wissen ist. Die Ungeduld verlangt das Unmögliche, nemlich die Erreichung des Ziels ohne die Mittel. Einestheils ist die Länge dieses Wegs zu ertragen, denn jedes Moment ist nothwendig, — anderntheils bey jedem ſich zu verweilen, denn jedes ist selbst eine individuelle ganze Gestalt, und wird nur absolut betrachtet, insofern seine Beſtimmtheit als Ganzes oder Concretes, oder das Ganze in der Eigenthümlichkeit dieser Bestimmung betrachtet wird. — Weil die Substanz des Individuums, weil der Weltgeist die Geduld gehabt, diese Formen in der langen Ausdehnung der Zeit zu durchgehen und die ungeheure Arbeit der Weltgeschichte zu übernehmen, und weil er dusch keine geringere das Bewuſstseyn über sich erreichen konnte, so kann zwar das Individuum nicht mit weniger séine Substanz begreiffen. Inzwischen hat es zugleich geringere Mühe, weil an ſich diſs vollbracht, — der Inhalt schon die zur Möglichkeit getilgte Wirklichkeit und die bezwungne Unmittelbarkeit ist. Schon ein gedachtes, ist er Eigenthum der Individualität; es ist nicht mehr das Daseyn in das Anſichseyn, 1807 XXXVI sondern nur das Anſich in die Form des Fürſichseyns umzukehren, deſſen Art näher zu bestimmen ist.

30 Was dem Individuum an dieser Bewegung erspart ist, ist das Aufheben des Daseyns; was aber noch übrig ist, ist die Vorſtellung und die Bekanntschaft mit den Formen. Das in die Substanz zurückgenommne Daseyn ist durch jene erste Negation nur erst unmittelbar in das Element des Selbsts versetzt; es hat also noch denselben Charakter dér unbegriffnen Unmittelbarkeit oder unbewegten Gleichgültigkeit als das Daseyn selbst, oder es ist nur in die Vorſtellung übergegangen. — Zugleich ist es dadurch ein Bekanntes, ein solches, mit dem der Geist fertig geworden, worin daher seine Thätigkeit und somit sein Intereſſe nicht mehr ist. Wenn die Thätigkeit, die mit dem Daseyn fertig wird, die unmittelbare oder daseyende Vermittlung, und hiemit die Bewegung nur des besondern ſich nicht begreiffenden Geistes ist, so ist dagegen das Wiſſen gegen die hiedurch zu Stande gekommne Vorstellung, gegen diſs Bekanntseyn gerichtet, ist das Thun des allgemeinen Selbsts und das Intereſſe des Denkens.

31 Das Bekannte überhaupt ist darum, weil es bekannt ist, nicht erkannt. Es ist die 1807 XXXVII gewöhnlichste Selbsttäuschung wie Täuschung anderer, beym Erkennen etwas als bekannt voraus zu setzen, und es sich ebenso gefallen zu laſſen; mit allem Hin- und Herreden kommt solches Wiſſen, ohne zu wiſſen wie ihm geschieht, nicht von der Stelle. Das Subject und Object, u. s. f. Gott, Natur, der Verstand, die Sinnlichkeit u. s. f. werden unbesehen als bekannt und als etwas gültiges zu Grunde gelegt, und machen feste Punkte sowohl des Ausgangs als der Rückkehr aus. Die Bewegung geht zwischen ihnen, die unbewegt bleiben, hin und her, und somit nur auf ihrer Oberfläche vor. So besteht auch das Auffaſſen und Prüſſen darin, zu sehen, ob jeder das von ihnen gesagte auch in seiner Vorstellung findet, ob es ihm so scheint und bekannt ist oder nicht.

32 Das Analyſiren einer Vorstellung, wie es sonst getrieben worden, war schon nichts anderes, als das Aufheben der Form ihres Bekanntseyns. Eine Vorstellung in ihre ursprünglichen Elemente auseinanderlegen, ist das Zurückgehen zu ihren Momenten, die wenigstens nicht die Form der vorgefundenen Vorstellung haben, sondern das unmittelbare Eigenthum des Selbsts ausmachen. Diese Analyse kömmt zwar nur zu Gedanken, welche selbst bekannte, feste und 1807 XXXVIII ruhende Bestimmungen sind. Aber ein wesentliches Moment ist diſs Geschiedne, Unwirkliche selbst; denn nur darum, daſs das Concrete sich scheidet, und zum Unwirklichen macht, ist es das sich bewegende. Die Thätigkeit des Scheidens ist die Krafft und Arbeit des Verstandes, der verwunderſamsten und gröſsten, oder vielmehr der absoluten Macht. Der Kreis, der in sich geschloſſen ruht, und als Substanz seine Momente hält, ist das unmittelbare und darum nicht verwundersame Verhältniſs. Aber daſs das von seinem Umfange getrennte Accidentelle als solches, das gebundne und nur in seinem Zusammenhange mit anderm Wirkliche ein eigenes Daseyn und abgesonderte Freyheit gewinnt, ist die ungeheure Macht des Negativen; es ist die Energie des Denkens, des reinen Ichs. Der Tod, wenn wir jene Unwirklichkeit so nennen wollen, ist das furchtbarste, und das Todte fest zu halten, das, was die gröſste Krafft erfodert. Die kraftlose Schönheit haſst den Verstand, weil er ihr diſs zumuthet was sie nicht vermag. Aber nicht das Leben, das sich vor dem Tode scheut und von der Verwüstung rein bewahrt, sondern das ihn erträgt, und in ihm sich erhält, ist das Leben des Geistes. Er gewinnt seine Wahrheit nur, indem er in der absoluten Zerriſſenheit 1807 XXXIX sich selbst findet. Diese Macht ist er nicht, als das Positive, welches von dem Negativen wegſieht, wie wenn wir von etwas sagen, diſs ist nichts oder ſalsch, und nun, damit fertig, davon weg zu irgend etwas anderem übergehen; sondern er ist diese Macht nur, indem er dem Negativen ins Angesicht schaut, bey ihm verweilt. Dieses Verweilen ist die Zauberkraft, die es in das Seyn umkehrt. — Sie ist daſſelbe, was oben das Subject genannt worden, welches darin, daſs es der Bestimmtheit in seinem Elemente Daseyn gibt, die abstracte d. h. nur überhaupt seyende Unmittelbarkeit aufhebt, und dadurch die wahrhafte Substanz ist, das Seyn oder die Unmittelbarkeit, welche nicht die Vermittlung auſſer ihr hat, sondern diese selbst ist.

33 Daſs das vorgestellte Eigenthum des reinen Selbstbewuſstseyns wird, diese Erhebung zur Allgemeinheit überhaupt ist nur die Eine Seite, noch nicht die vollendete Bildung. — Die Art des Studiums der alten Zeit hat diese Verschiedenheit von dem der neuern, daſs jenes die eigentliche Durchbildung des natürlichen Bewuſstseyns war. An jedem Theile seines Daseyns sich besonders versuchend und über alles vorkommende philosophirend, erzeugte es sich zu einer durch und durch bethätigten Allgemeinheit. In 1807 XL der neuern Zeit hingegen findet das Individuum die abstracte Form vorbereitet; die Anstrengung sie zu ergreiffen und sich zu eigen zu machen, ist mehr das unvermittelte Hervortreiben des Innern und abgeschnittne Erzeugen des Allgemeinen, als ein Hervorgehen deſſelben aus dem Concreten und der Mannichfaltigkeit des Daseyns. Itzt besteht darum die Arbeit nicht sosehr darin, das Individuum aus der unmittelbaren sinnlichen Weise zu reinigen und es zur gedachten und denkenden Substanz zu machen, als vielmehr in dem entgegengesetzten, durch das Aufheben der festen bestimmten Gedanken das Allgemeine zu verwirklichen und zu begeisten. Es ist aber weit schwerer, die festen Gedanken in Flüſſigkeit zu bringen, als das sinnliche Daseyn. Der Grund ist das vorhin angegebene; jene Bestimmungen haben das Ich, die Macht des Negativen oder die reine Wirklichkeit zur Substanz und zum Element ihres Daseyns; die sinnlichen Bestimmungen dagegen nur die unmächtige abstracte Unmittelbarkeit oder das Seyn als solches. Die Gedanken werden flüſſig, indem das reine Denken, diese innere Unmittelbarkeit, sich als Moment erkennt oder indem die reine Gewiſsheit seiner selbst von sich abstrahirt; — nicht sich wegläſst, auf die Seite setzt, sondern das Fixe 1807 XLI ihres Sichselbſtsetzens aufgibt, sowohl das Fixe des reinen Concreten, welches Ich selbst im Gegensatze gegen unterschiedenen Inhalt ist, — als das Fixe von Unterschiedenen, die im Elemente des reinen Denkens gesetzt an jener Unbedingtheit des Ich Antheil haben. Durch diese Bewegung werden die reinen Gedanken Begriffe, und sind erst, was sie in Wahrheit sind, Selbſtbewegungen, Kreise, das was ihre Substanz ist, geistige Wesenheiten.

34 Diese Bewegung der reinen Wesenheiten macht die Natur der Wiſſenschaftlichkeit überhaupt aus. Als der Zusammenhang ihres Inhalts betrachtet, ist sie die Nothwendigkeit und Ausbreitung deſſelben zum organischen Ganzen. Der Weg, wodurch der Begriff des Wiſſens erreicht wird, wird durch sie gleichfalls ein nothwendiges und vollständiges Werden, so daſs diese Vorbereitung aufhört, ein zufälliges Philosophiren zu seyn, das sich an diese und jene Gegenstände, Verhältniſſe und Gedanken des unvollkommenen Bewuſstseyns, wie die Zufälligkeit es mit sich bringt, anknüpft, oder durch ein hin und hergehendes Räsonnement, Schlieſſen und Folgern aus bestimmten Gedanken das Wahre zu begründen sucht; sondern dieser Weg wird durch die Bewegung des Begriffs die vollständige 1807 XLII Weltlichkeit des Bewuſstseyns in ihrer Nothwendigkeit umfaſſen.

35 Eine solche Darstellung macht ferner den ersten Theil der Wiſſenschaft darum aus, weil das Daseyn des Geistes als Erstes nichts anderes als das Unmittelbare oder der Anfang, der Anfang aber noch nicht seine Rückkehr in sich ist. Das Element des unmittelbaren Daseyns ist daher die Bestimmtheit, wodurch sich dieser Theil der Wiſſenschaft von den andern unterscheidet. — Die Angabe dieses Unterschiedes führt zur Erörterung einiger festen Gedanken, die hiebey vorzukommen pflegen.

36 Das unmittelbare Daseyn des Geistes, das Bewuſstseyn, hat die zwey Momente, des Wiſſens und der dem Wiſſen negativen Gegenständlichkeit. Indem in diesem Elemente sich der Geist entwickelt und seine Momente auslegt, so kommt ihnen dieser Gegensatz zu, und sie treten alle als Gestalten des Bewutstseyns auf. Die Wiſſenschaft dieses Wegs ist Wiſſenschaft der Erfahrung, die das Bewuſstseyn macht; die Substanz wird betrachtet, wie sie und ihre Bewegung sein Gegenstand ist. Das Bewuſstseyn weiſs und degreift nichts, als was in seiner Erfahrung ist; denn was in dieser ist, ist nur die geistige Substanz, und zwar als Gegenstand ihres Selbsts. 1807 XLIII Der Geist wird aber Gegenstand, denn er ist diese Bewegung, sich ein anderes, d. h. Gegenstand seines Selbsts zu werden, und dieses Andersſeyn aufzuheben. Und die Erfahrung wird eben dieſe Bewegung genannt, worin das Unmittelbare, das Unerfahrne, d. h. das abſtracte, es ſey des ſinnlichen Seyns oder des nur gedachten Einfachen, ſich entfremdet, und dann aus dieſer Entfremdung zu ſich zurückgeht, und hiemit itzt erſt in ſeiner Wirklichkeit und Wahrheit dargeſtellt, wie auch Eigenthum des Bewuſstſeyns iſt.

37 Die Ungleichheit, die im Bewuſstſeyn zwiſchen dem Ich und der Subſtanz, die ſein Gegenſtand iſt, ſtatt findet, iſt ihr Unterſchied, das Negative überhaupt. Es kann als der Mangel beyder angeſehen werden, iſt aber ihre Seele oder das Bewegende derſelben; weſswegen einige Alte das Leere als das Bewegende begriffen, indem ſie das Bewegende zwar als das Negative, aber dieſes noch nicht als das Selbſt erfaſsten. — Wenn nun diſs Negative zunächſt als Ungleichheit des Ichs zum Gegenſtande erſcheint, ſo iſt es ebenſoſehr die Ungleichheit der Subſtanz zu ſich ſelbſt. Was auſſer ihr vorzugehen, eine Thätigkeit gegen ſie zu ſeyn ſcheint, iſt ihr eigenes Thun und ſie zeigt ſich 1807 XLIV weſentlich Subject zu ſeyn. Indem ſie diſs vollkommen gezeigt, hat der Geiſt ſein Daſeyn ſeinem Weſen gleich gemacht; er iſt ſich Gegenſtand, wie er iſt, und das abſtracte Element der Unmittelbarkeit und der Trennung des Wiſſens und der Wahrheit iſt überwunden. Das Seyn iſt abſolut vermittelt; — es iſt ſubſtantieller Inhalt, der ebenſo unmittelbar Eigenthum des Ich, ſelbſtiſch oder der Begriff iſt. Hiemit beſchlieſst ſich die Phänomenologie des Geiſtes. Was er in ihr ſich bereitet, iſt das Element des Wiſſens. In dieſem breiten ſich nun die Momente des Geiſtes in der Form der Einfachheit aus, die ihren Gegenſtand als ſich ſelbſt weiſs. Sie fallen nicht mehr in den Gegenſatz des Seyns und Wiſſens auseinander, ſondern bleiben in der Einfachheit des Wiſſens, ſind das Wahre in der Form des Wahren, und ihre Verſchiedenheit iſt nur Verſchiedenheit des Inhalts. Ihre Bewegung, die ſich in dieſem Elemente zum Ganzen organiſirt, iſt die Logik oder ſpeculative Philoſophie.

38 Weil nun jenes Syſtem der Erfahrung des Geiſtes nur die Erſcheinung deſſelben befaſst, ſo ſcheint der Fortgang von ihm zur Wiſſenſchaft des Wahren, das in der Geſtalt des Wahren iſt, bloſs negativ zu ſeyn, und man könnte 1807 XLV mit dem Negativen als dem Falſchen verſchont bleiben wollen, und verlangen ohne weiteres zur Wahrheit geführt zu werden; wozu ſich mit dem Falſchen abgeben? — Wovon ſchon oben die Rede war, daſs ſogleich mit der Wiſſenſchaft ſollte angefangen werden, darauf iſt hier nach der Seite zu antworten, welche Beſchaffenheit es mit dem Negativen als Falſchem überhaupt hat. Die Vorſtellungen hierüber hindern vornemlich den Eingang zur Wahrheit. Diſs wird Veranlaſſung geben, vom mathematiſchen Erkennen zu ſprechen, welches das unphiloſophiſche Wiſſen als das Ideal anſieht, das zu erreichen die Philoſophie ſtreben müſste, bisher aber vergeblich geſtrebt habe.

39 Das Wahre und Falſche gehört zu den beſtimmten Gedanken, die bewegungslos für eigne Weſen gelten, deren eines drüben, das andre hüben ohne Gemeinſchaft mit dem andern iſolirt und feſt ſteht. Dagegen muſs behauptet werden, daſs die Wahrheit nicht eine ausgeprägte Münze iſt, die fertig gegeben, und ſo eingeſtrichen werden kann. Noch gibt es ein Falſches ſo wenig es ein Böſes gibt. So ſchlimm zwar als der Teufel iſt das Böſe und Falſche nicht, denn als dieſer ſind ſie ſogar zum beſondern Subjecte gemacht; als Falſches und 1807 XLVI Böſes ſind ſie nur allgemeine, haben aber doch eigne Weſenheit gegeneinander. — Das Falſche, denn nur von ihm iſt hier die Rede, wäre das Andre, das Negative der Subſtanz, die als Inhalt des Wiſſens das Wahre iſt. Aber die Subſtanz iſt ſelbſt weſentlich das Negative, theils als Unterſcheidung und Beſtimmung des Inhalts, theils als ein einfaches Unterſcheiden, d. h. als Selbſt und Wiſſen überhaupt. Man kann wohl falſch wiſſen. Es wird etwas falſch gewuſst, heiſst, das Wiſſen iſt in Ungleichheit mit ſeiner Subſtanz. Allein eben dieſe Ungleichheit iſt das Unterſcheiden überhaupt, das weſentliches Moment iſt. Es wird aus dieſer Unterſcheidung wohl ihre Gleichheit, und dieſe gewordene Gleichheit iſt die Wahrheit. Aber ſie iſt nicht ſo Wahrheit, als ob die Ungleichheit weggeworfen worden wäre, wie die Schlacke vom reinen Metall, auch nicht einmal ſo, wie das Werkzeug von dem fertigen Gefäſſe wegbleibt, ſondern die Ungleichheit iſt als das Negative, als das Selbſt im Wahren als ſolchem ſelbſt noch unmittelbar vorhanden. Es kann jedoch darum nicht geſagt werden, daſs das Falſche ein Moment oder gar einen Beſtandtheil des Wahren ausmache. Daſs an jedem Falſchen etwas Wahres ſey, — in dieſem Ausdrucke gelten beyde, 1807 XLVII wie Oel und Waſſer, die unmiſchbar nur äuſſerlich verbunden ſind. Gerade um der Bedeutung willen, das Moment des vollkommenen Andersſeyns zu bezeichnen, müſſen ihre Ausdrücke da, wo ihr Andersſeyn aufgehoben iſt, nicht mehr gebraucht werden. So wie der Ausdruck der Einheit des Subjects und Objects, des Endlichen und Unendlichen, des Seyns und Denkens u. ſ. f. das ungeſchickte hat, daſs Object und Subject u. ſ. f. das bedeuten, was ſie auſſer ihrer Einheit ſind, in der Einheit alſo nicht als das gemeynt ſind, was ihr Ausdruck ſagt, eben ſo iſt das Falſche nicht mehr als Falſches ein Moment der Wahrheit.

40 Der Dogmatiſmus der Denkungsart im Wiſſen und im Studium der Philoſophie iſt nichts anderes, als die Meynung, daſs das Wahre in einem Satze, der ein feſtes Reſultat oder auch der unmittelbar gewuſst wird, beſtehe. Auf ſolche Fragen: wann Cäſar geboren worden, wie viele Toiſen ein Stadium und welches betrug u. ſ. f. ſoll eine nette Antwort gegeben werden, ebenſo wie es beſtimmt wahr iſt, daſs das Quadrat der Hypotenuſe gleich der Summe der Quadrate der beyden übrigen Seiten des rechtwinklichten Dreyecks iſt. Aber die Natur einer ſolchen ſogenannten Wahrheit iſt 1807 XLVIII verſchieden von der Natur philoſophiſcher Wahrheiten.

41 In Anſehung der hiſtoriſchen Wahrheiten, um ihrer kurz zu erwähnen, inſofern nemlich das rein hiſtoriſche derſelben betrachtet wird, wird leicht zugegeben, daſs ſie das einzelne Daſeyn, einen Inhalt nach der Seite ſeiner Zufälligkeit und Willkühr, Beſtimmungen deſſelben, die nicht nothwendig ſind, betreffen. — Selbſt aber ſolche nakte Wahrheiten wie die als Beyſpiel angeführte, ſind nicht ohne die Bewegung des Selbſtbewuſstſeyns. Um eine derſelben zu kennen, muſs viel verglichen, auch in Büchern nachgeſchlagen oder auf welche Weiſe es ſey unterſucht werden; auch bey einer unmittelbaren Anſchauung wird erſt die Kenntniſs derſelben mit ihren Gründen für etwas gehalten, das wahren Werth habe, obgleich eigentlich nur das nakte Reſultat das ſeyn ſoll, um das es zu thun ſey.

42 Was die mathematiſchen Wahrheiten betrift, ſo würde noch weniger der für einen Geometer gehalten werden, der die Theoreme Euklids auswendig wüſste, ohne ihre Beweiſe, ohne ſie, wie man im Gegenſatze ſich ausdrücken könne, inwendig zu wiſſen. Ebenſo würde die Kenntniſs, die einer durch Meſſung vieler 1807 XLIX rechtwinklichten Dreyecke ſich erwürbe, daſs ihre Seiten das bekannte Verhältniſs zu einander haben, für unbefriedigend gehalten werden. Die Weſentlichkeit des Beweiſes hat jedoch auch beym mathematiſchen Erkennen noch nicht die Bedeutung und Natur, Moment des Reſultates ſelbſt zu ſeyn, ſondern in dieſem iſt er vielmehr vorbey und verſchwunden. Als Reſultat iſt zwar das Theorem ein als wahr eingeſehenes. Aber dieſer hinzugekommene Umſtand betrifft nicht ſeinen Inhalt, ſondern nur das Verhältniſs zum Subject; die Bewegung des mathematiſchen Beweiſes gehört nicht dem an, was Gegenſtand iſt, ſondern iſt ein der Sache äuſſerliches Thun. So zerlegt ſich die Natur des rechtwinklichten Dreyecks nicht ſelbſt ſo, wie es in der Conſtruction dargeſtellt wird, die für den Beweis des Satzes, der ſein Verhältniſs ausdrückt, nöthig iſt; das ganze Hervorbringen des Reſultats iſt ein Gang und Mittel des Erkennens. — Auch im philoſophiſchen Erkennen iſt das Werden des Daſeyns als Daſeyns verſchieden von dem Werden des Weſens oder der innern Natur der Sache. Aber das philoſophiſche Erkennen enthält erſtens beydes, da hingegen das mathematiſche nur das Werden des Daſeyns, d. h. des Seyns der Natur der Sache im Erkennen als 1807 L ſolchem darſtellt. Fürs andre vereinigt jenes auch dieſe beyden beſondern Bewegungen. Das innre Entſtehen oder das Werden der Subſtanz iſt ungetrennt Uebergehen in das Aeuſſere oder in das Daſeyn, Seyn für anderes; und umgekehrt iſt das Werden des Daſeyns das ſich Zurücknehmen ins Weſen. Die Bewegung iſt ſo der gedoppelte Proceſs und Werden des Ganzen, daſs zugleich ein jedes das andre ſetzt und jedes darum auch beyde als zwey Anſichten an ihm hat; ſie zuſammen machen dadurch das Ganze, daſs ſie ſich ſelbſt auflöſen und zu ſeinen Momenten machen.

43 Im mathematiſchen Erkennen iſt die Einſicht ein für die Sache äuſſerliches Thun; es folgt daraus, daſs die wahre Sache dadurch verändert wird. Das Mittel, Conſtruction und Beweis, enthält daher wohl wahre Sätze; aber ebenſoſehr muſs geſagt werden, daſs der Inhalt falſch iſt. Das Dreyeck wird in dem obigen Beyſpiele zerriſſen, und ſeine Theile zu andern Figuren, die die Conſtruction an ihm entſtehen läſst, geſchlagen. Erſt am Ende wird das Dreyeck wieder hergeſtellt, um das es eigentlich zu thun iſt, das im Fortgange aus den Augen verloren wurde, und nur in Stücken, die andern Ganzen angehörten, vorkam. — Hier ſehen wir alſo 1807 LI auch die Negativität des Inhalts eintreten, welche eine Falſchheit deſſelben eben ſo gut genannt werden müſste, als in der Bewegung des Begriffs das Verſchwinden der feſtgemeynten Gedanken.

44 Die eigentliche Mangelhaftigkeit dieſes Erkennens aber betrifft ſowohl das Erkennen ſelbſt, als ſeinen Stoff überhaupt. — Was das Erkennen betrifft, ſo wird vors erſte die Nothwendigkeit der Conſtruction nicht eingeſehen. Sie geht nicht aus dem Begriffe des Theorems hervor, ſondern wird geboten, und man hat dieſer Vorſchrift, gerade dieſe Linien, deren unendliche andere gezogen werden könnten, zu ziehen, blindlings zu gehorchen, ohne etwas weiter zu wiſſen, als den guten Glauben zu haben, daſs diſs zu Führung des Beweiſes zweckmäſsig ſeyn werde. Hintennach zeigt ſich denn auch dieſe Zweckmäſsigkeit, die deſswegen nur eine äuſſerliche iſt, weil ſie ſich erſt hintennach, beym Beweiſe, zeigt. — Ebenſo geht dieſer einen Weg, der irgendwo anfängt, man weiſs noch nicht in welcher Beziehung auf das Reſultat, das herauskommen ſoll. Sein Fortgang nimmt dieſe Beſtimmungen und Beziehungen auf, und läſst andre liegen, ohne daſs man unmittelbar einſehe, nach welcher Nothwendigkeit; ein äuſſerer Zweck regiert dieſe Bewegung.

1807 LII

45 Die Evidenz dieſes mangelhafften Erkennens, auf welche die Mathematik ſtolz iſt, und womit ſie ſich auch gegen die Philoſophie brüſtet, beruht allein auf der Armuth ihres Zwecks und der Mangelhaftigkeit ihres Stoffs, und iſt darum von einer Art, die die Philoſophie verſcmähen muſs. — Ihr Zweck oder Begriff iſt die Gröſse. Diſs iſt gerade das unweſentliche, begriffloſe Verhältnics. Die Bewegung des Wiſſens geht darum auf der Oberfläche vor, berührt nicht die Sache ſelbſt, nicht das Weſen oder den Begriff, und iſt deſswegen kein Begreiffen. — Der Stoff, über den die Mathematik den erfreulichen Schatz von Wahrheiten gewährt, iſt der Raum und das Eins. Der Raum iſt das Daſeyn, worin der Begriff ſeine Unterſcheide einſchreibt, als in ein leeres, todtes Element, worin ſie ebenſo unbewegt und leblos ſind. Das Wirkliche iſt nicht ein Räumliches, wie es in der Mathematik betrachtet wird; mit ſolcher Unwirklichkeit, als die Dinge der Mathematik ſind, gibt ſich weder das concrete ſinnliche Anſchauen, noch die Philoſophie ab. In ſolchem unwirklichen Elemente gibt es denn auch nur unwirkliches Wahres, d. h. fixirte, todte Sätze; bey jedem derſelben kann aufgehört werden; der folgende fängt für ſich von 1807 LIII neuem an, ohne daſs der erſte ſich ſelbſt zum andern fortbewegte und ohne daſs auf dieſe Weiſe ein nothwendiger Zuſammenhang durch die Natur der Sache ſelbſt entſtünde. — Auch läufft um jenes Princips und Elements willen — und hierin beſteht das formelle der mathematiſchen Evidenz — das Wiſſen an der Linie der Gleichheit fort. Denn das todte, weil es ſich nicht ſelbſt bewegt, kommt nicht zu Unterſchieden des Weſens, nicht zur weſentlichen Entgegenſetzung oder Ungleichheit, daher nicht zum Uebergange des Entgegengeſetzten in das Entgegengeſetzte, nicht zur qualitativen, immanenten, nicht zur Selbſtbewegung. Denn es iſt die Gröſſe, der unweſentliche Unterſchied, den die Mathematik allein betrachtet. Daſs es der Begriff iſt, der den Raum in ſeine Dimenſionen entzweyt, und die Verbindungen derſelben und in denſelben beſtimmt, davon abſtrahirt ſie; ſie betrachtet z. B. nicht das Verhältniſs der Linie zur Fläche; und wo ſie den Durchmeſſer des Kreiſes mit der Peripherie vergleicht, ſtöſst ſie auf die Incommenſurabilität derſelben, d. h. ein Verhältniſs des Begriffs, ein Unendliches, das ihrer Beſtimmung entflieht.

46 Die immanente, ſogenannte reine Mathematik ſtellt auch nicht die Zeit als Zeit dem 1807 LIV Raume gegenüber, als den zweyten Stoff ihrer Betrachtung. Die angewandte handelt wohl von ihr, wie von der Bewegung, auch ſonſt andern wirklichen Dingen, ſie nimmt aber die ſynthetiſchen, d. h. Sätze ihrer Verhältniſſe, die durch ihren Begriff beſtimmt ſind, aus der Erfahrung auf, und wendet nur auf dieſe Vorausſetzungen ihre Formeln an. Daſs die ſogenannten Beweiſe ſolcher Sätze, als der vom Gleichgewichte des Hebels, dem Verhältniſſe des Raums und der Zeit in der Bewegung des Fallens u. ſ. f. welche ſie häuffig gibt, für Beweiſe gegeben und angenommen werden, iſt ſelbſt nur ein Beweis, wie groſs das Bedürfniſs des Beweiſens für das Erkennen iſt, weil es, wo es nicht mehr hat, auch den leeren Schein deſſelben achtet und eine Zufriedenheit dadurch gewinnt. Eine Kritik jener Beweife würde eben ſo merkwürdig als belehrend ſeyn, um die Mathematik theils von dieſem falſchen Putze zu reinigen, theils ihre Gräntze zu zeigen, und daraus die Nothwendigkeit eines andern Wiſſens. — Was die Zeit betrifft, von der man meynen ſollte, daſs ſie, zum Gegenſtücke gegen den Raum, den Stoff des andern Theils der reinen Mathematik ausmachen würde, ſo iſt ſie der daſeyende Begriff ſelbſt. Das Princip der 1807 LV Gröſe, des begreiffloſen Unterſchiedes, und das Princip der Gleichheit, der abſtracten unlebendigen Einheit, vermag es nicht, ſich mit jener reinen Unruhe des Lebens und abſoluten Unterſcheidung zu befaſſen. Dieſe Negativität wird daher, nur als paralyſirt, nemlich als das Eins zum zweyten Stoffe dieſes Erkennens, das, ein äuſſerliches Thun, das ſich ſelbſtbewegende zum Stoffe herabſetzt, um nun an ihm einen gleichgültigen, äuſſerlichen unlebendigen Inhalt zu haben.

47 Die Philoſophie dagegen betrachtet nicht unweſentliche Beſtimmung, ſondern ſie in ſofern ſie weſentliche iſt; nicht das Abſtracte oder Unwirkliche iſt ihr Element und Inhalt, ſondern das Wirkliche, ſich ſelbſt ſetzende und in ſich lebende, das Daſeyn in ſeinem Begriffe. Es iſt der Proceſs, der ſich ſeine Momente erzeugt und durchläufft, und dieſe ganze Bewegung macht das Poſitive und ſeine Wahrheit aus. Dieſe ſchlieſst alſo ebenſoſehr das Negative in ſich, dasjenige, was das Falſche genannt werden würde, wenn es als ein ſolches betrachtet werden könnte, von dem zu abſtrahiren ſey. Das Verſchwindende iſt vielmehr ſelbſt als weſentlich zu betrachten, nicht in der Beſtimmung eines Feſten, das vom Wahren abgeſchnitten, 1807 LVI auſſer ihm, man weiſs nicht wo, liegen zu laſſen ſey, ſo wie auch das Wahre nicht als das auf der andern Seite ruhende, todte Poſitive. Die Erſcheinung iſt das Entſtehen und Vergehen, das ſelbſt nicht entſteht und vergeht, ſondern an ſich iſt, und die Wirklichkeit und Bewegung des Lebens der Wahrheit ausmacht. Das Wahre iſt ſo der bachantiſche Taumel, an dem kein Glied nicht trunken iſt, und weil jedes, indem es ſich abſondert, ebenſo unmittelbar auflöſst, — iſt er ebenſo die durchſichtige und einfache Ruhe. In dem Gerichte jener Bewegung beſtehen zwar die einzemen Geſtalten des Geiſtes, wie die beſtimmten Gedanken nicht, aber ſie ſind ſoſehr auch poſitive nothwendige Momente, als ſie negativ und verſchwindend ſind. — In dem Ganzen der Bewegung, es als Ruhe aufgefaſst, iſt dasjenige, was ſich in ihr unterſcheidot und beſonderes Daſeyn gibt, als ein ſolches, das ſich erinnert, aufbewahrt, deſſen Daſeyn das Wiſſen von ſich ſelbſt iſt, wie dieſes ebenſo unmittelbar Daſeyn iſt.

48 Von der Methode dieſer Bewegung oder der Wiſſenſchaft könnte es nöthig ſcheinen, voraus das Mehrere anzugeben. Ihr Begriff liegt aber ſchon in dem Geſagten, und ihre eigentliche 1807 LVII Darſtellung gehört der Logik an oder iſt vielmehr dieſe ſelbſt. Denn die Methode iſt nichts anderes als der Bau des Ganzen in ſeiner reinen Weſenheit aufgeſtellt. Von dem hierüber bisher gangbaren aber müſſen wir das Bewuſstſeyn haben, daſs auch das Syſtem der ſich auf das, was philoſophiſche Methode iſt, beziehenden Vorſtellungen, einer verſchollenen Bildung angehören. — Wenn diſs etwa renommiſtiſch oder revolutionär lauten ſollte, von welchem Tone ich mich entfernt weiſs, ſo iſt zu bedenken, daſs der wiſſenſchaftliche Staat, den die Mathematik herlieh, — von Erklärungen, Eintheilungen, Axiomen, Reihen von Theoremen, ihren Beweiſen, Grundſätzen und dem Folgern und Schlieſſen aus ihnen, — ſchon in der Meynung ſelbſt wenigſtens veraltet iſt. Wenn auch ſeine Untauglichkeit nicht deutlich eingeſehen wird, ſo wird doch kein oder wenig Gebrauch mehr davon gemacht, und wenn er nicht an ſich gemisbilligt wird, doch nicht geliebt. Und wir müſſen das Vorurtheil für das Vortreffliche haben, daſs es ſich in den Gebrauch ſetze, und beliebt mache. Es iſt aber nicht ſchwer einzuſehen, daſs die Manier, einen Satz aufzuſtellen, Gründe für ihn anzuführen, und den entgegengeſetzten durch Gründe ebenſo zu 1807 LVIII widerlegen, nicht die Form iſt, in der die Wahrheit auftreten kann. Die Wahrheit iſt die Bewegung ihrer an ihr ſelbſt, jene Methode aber iſt das Erkennen, das dem Stoffe äuſſerlich iſt. Darum iſt ſie der Mathematik, die, wie bemerkt, das begriffsloſe Verhältniſs der Gröſse zu ihrem Princip, und den todten Raum, wie das ebenſo todte Eins, zu ihrem Stoffe hat, eigenthümlich und muſs ihr gelaſſen werden. Auch mag ſie in freyerer Manier, das heiſst, mehr mit Willkühr und Zuſälligkeit gemiſcht, im gemeinem Leben, in einer Converſation oder hiſtoriſchen Belehrung mehr der Neugierde, als der Erkenntniſs, wie ungefähr auch eine Vorrede iſt, bleiben. Im gemeinen Leben hat das Bewuſstſeyn Kenntniſſe, Erfahrungen, ſinnliche Concretionen, auch Gedanken, Grundsätze, überhaupt ſolches zu ſeinem Inhalte, das als ein Vorhandenes oder als ein feſtes ruhendes Seyn oder Weſen gilt. Es läufft theils daran fort, theils unterbricht es den Zuſammenhang durch die freye Willkühr über ſolchen Inhalt, und verhält ſich als ein äuſſerliches Beſtimmen und Handhaben deſſelben. Es führt ihn auf irgend etwas gewiſſes, ſey es auch nur die Empfindung des Augenblicks, zurück, und die Ueberzeugung iſt 1807 LIX befriedigt, wenn ſie auf einem ihr bekannten Ruhepunkte angelangt iſt.

49 Wenn aber die Nothwendigkeit des Begriffs den loſern Gang der räſonnirenden Converſation, wie den ſteifern des wiſſenſchafftlichen Gepränges verbannt, ſo iſt ſchon oben erinnert worden, daſs ſeine Stelle nicht durch die Unmethode des Ahndens und der Begeiſterung und die Willkühr des prophetiſchen Redens erſetzt werden ſoll, welches nicht jene Wiſſenſchafftlichkeit nur, ſondern die Wiſſenſchafftlichkeit überhaupt verachtet.

50 Ehenſowenig iſt, nachdem die kantiſche, noch erſt durch den Inſtinct wiedergeſunden, noch todte, noch unbegriffne Triplicität zu ihrer abſoluten Bedeutung erhoben, damit die wahrhaffte Form in ihrem wahrhafften Inhalte zugleich aufgeſtellt und der Begriff der Wiſſenſchaft hervorgegangen iſt, — derjenige Gebrauch dieſer Form für etwas wiſſenſchafftliches zu halten, durch den wir ſie zum lebloſen Schema, zu einem eigentlichen Schemen, und die wiſſenſchafftliche Organiſation zur Tabelle herabgebracht ſehen. — Dieſer Formalismus, von dem oben ſchon im Allgemeinen geſprochen, und deſſen Manier wir hier näher angeben wollen, meynt die Natur und das Leben einer 1807 LX Geſtalt begriffen und ausgeſprochen zu haben, wenn er von ihr eine Beſtimmung des Schema’s als Prädicat ausgeſagt, — es ſey die Subjectivität, oder Objectivität, oder auch der Magnetismus, die Electricität und ſo fort, die Contraction, oder Expanſion, den Oſten oder Weſten und dergleichen, was ſich ins unendliche vervielfältigen läſst, weil nach dieſer Weiſe jede Beſtimmung oder Geſtalt bey der andern wieder als Form oder Moment des Schema’s gebraucht werden, und jede dankbar der andern denſelben Dienſt leiſten kann; — ein Cirkel von Gegenſeitigkeit, wodurch man nicht erfährt, was die Sache ſelbſt, weder was die eine noch die andre iſt. Es werden dabey theils ſinnliche Beſtimmungen aus der gemeinen Anſchauung aufgenommen, die freylich etwas anderes bedeuten ſollen, als ſie ſagen, theils wird das an ſich bedeutende, die reinen Beſtimmungen des Gedankens, wie Subject, Object, Subſtanz, Urſache, das Allgemeine u. ſ. f. gerade ſo unbeſehen und unkritiſch gebraucht wie im gemeinen Leben und wie Stärken und Schwächen, Expanſion und Contraction; ſo daſs jene Metaphyſik ſo unwiſſenſchaftlich iſt, als dieſe ſinnlichen Vorſtellungen.

1807 LXI

51 Statt des innern Lebens und der Selbſtbewegung ſeines Daſeyns wird nun eine ſolche einfache Beſtimmtheit von der Anſchauung, das heiſst hier, dem ſinnlichen Wiſſen, nach einer oberflächlichen Analogie ausgeſprochen und dieſe äuſſerliche und leere Anwendung der Formel die Conſtruction genannt. — Es iſt mit ſolchem Formalismus derſelbe Fall, als mit jedem. Wie ſtumpf müſste der Kopf ſeyn, dem nicht in einer Viertelſtunde die Theorie, daſs es aſtheniſche, ſtheniſche und indirectaſtheniſche Krankheiten, und ebenſo viele Heilplane gebe, beygebracht, und der nicht, da ein ſolcher Unterricht noch vor kurzem dazu hinreichte, aus einem Routinier in dieſer kleinen Zeit in einen theoretiſchen Arzt verwandelt werden zu können? Wenn der naturphiloſophiſche Formalismus etwa lehrt, der Verſtand ſey die Electricität oder das Thier ſey der Stikſtoff, oder auch gleich dem Süd oder Nord und ſo fort, oder repreſentire ihn, ſo nakt wie es hier ausgedrückt iſt oder auch mit mehr Terminologie zuſammengebraut, ſo mag über ſolche Krafft, die das weit entlegen ſcheinende zuſammengreifft, und über die Gewalt, die das ruhende Sinnliche durch dieſe Verbindung erleidet, und die ihm dadurch den Schein eines Begriffes ertheilt, die 1807 LXII Hauptſache aber, den Begriff ſelbſt oder die Bedeutung der ſinnlichen Vorſtellung auszuſprechen erſpart, — es mag hierüber die Unerfahrenheit in ein bewunderndes Staunen gerathen, darin eine tiefe Genialität verehren; ſo wie an der Heiterkeit ſolcher Beſtimmungen, da ſie den abſtracten Begriff durch Anſchauliches erſetzen und erfreulicher machen, ſich ergötzen, und ſich ſelbſt zu der geahndeten Seelenverwandſchafft mit ſolchem herrlichem Thun glückwünſchen. Der Pfiff einer ſolchen Weisheit iſt ſobald erlernt, als es leicht iſt, ihn auszuüben; ſeine Wiederhohlung wird, wenn er bekannt iſt, ſo unerträglich als die Wiederhohlung einer eingeſehenen Taſchenſpielerkunſt. Das Inſtrument dieſes gleichtönigen Formalismus iſt nicht ſchwerer zu handhaben, als die Palette eines Mahlers, auf der ſich nur zwey Farben befinden würden, etwa Roth und Grün, um mit jener eine Fläche anzufärben, wenn ein hiſtoriſches Stück, mit dieſer, wenn eine Landſchaft verlangt wäre. — Es würde ſchwer zu entſcheiden ſeyn, was dabey gröſſer iſt, die Behaglichkeit, mit der alles, was im Himmel, auf Erden und unter der Erden iſt, mit ſolcher Farbenbrühe angetüncht wird, oder die Einbildung auf die Vortrefflichkeit dieſes 1807 LXIII Univerſalmittels; die eine unterſtützt die andere. Was dieſe Methode, allem himmliſchen und irrdiſchen, allen natürlichen und geiſtigen Geſtalten die paar Beſtimmungen des allgemeinen Schema’s aufzukleben, und auf dieſe Weiſe Alles einzurangiren, hervorbringt, iſt nichts geringeres, als ein ſonnenklarer Bericht über den Organismus des Univerſums, nemlich eine Tabelle, die einem Skelette mit angeklebten Zettelchen oder den Reihen verſchloſſner Büchſen mit ihren aufgeheſteten Etiketten in einer Gewürzkrämerbude gleicht, die ſo deutlich als das eine und das andre iſt, und wie dort von den Knochen Fleiſch und Blut weggenommen, hier aber die eben auch nicht lebendige Sache in den Büchſen verborgen iſt, auch das lebendige Weſen der Sache weggelaſſen oder verborgen hat. — Daſs ſich dieſe Manier zugleich zur einfärbigen abſoluten Mahlerey vollendet, indem ſie auch, der Unterſchiede des Schema’s ſich ſchämend, ſie als der Reflexion angehörig in der Leerheit des Abſoluten verſenkt, auf daſs die reine Identität, das formloſe Weiſse hergeſtellt werde, iſt oben ſchon bemerkt worden. Jene Gleichfärbigkeit des Schema’s und ſeiner lebloſen Beſtimmungen, und dieſe abſolute Identität, und das Uebergehen von einem zum 1807 LXIV andern, iſt eines gleich todter Verſtand, als das andere, und gleich äuſſerliches Erkennen.

52 Das Vortreffliche kann aber dem Schickſale nicht nur nicht entgehen, ſo entlebt, und entgeiſtet zu werden, und ſo geſchunden ſeine Haut vom lebloſen Wiſſen und deſſen Eitelkeit umgenommen zu ſehen. Vielmehr iſt noch in dieſem Schickſale ſelbſt die Gewalt, welche es auf die Gemüther, wenn nicht auf Geiſter, ausübt, zu erkennen, ſo wie die Herausbildung zur Allgemeinheit und Beſtimmtheit der Form, in der ſeine Vollendung beſteht, und die es allein möglich macht, daſs dieſe Allgemeinheit zur Oberflächlichkeit gebraucht wird.

53 Die Wiſſenſchafft darf ſich nur durch das eigne Leben des Begriffs organiſiren; in ihr iſt die Beſtimmtheit, welche aus dem Schema äuſſerlich dem Daſeyn aufgeklebt wird, die ſich ſelbſt bewegende Seele des erfüllten Inhalts. Die Bewegung des Seyenden iſt, ſich einestheils ein Anders und ſo zu ſeinem immanenten Inhalte zu werden; anderntheils nimmt es dieſe Entfaltung oder diſs ſein Daſeyn in ſich zurück, das heiſst, macht ſich ſelbſt zu einem Momente und vereinfacht ſich zur Beſtimmtheit. In jener Bewegung iſt die Negativität das Unterſcheiden und das Setzen des Daſeyns; in 1807 LXV dieſem Zurückgehen in ſich iſt ſie das Werden der bestimmten Einfachheit. Auf dieſe Weiſe ist es, daſs der Inhalt ſeine Beſtimmtheit nicht von einem andern empfangen und aufgehefftet zeigt, ſondern er gibt ſie ſich ſelbſt, und rangirt ſich aus ſich zum Momente und zu einer Stelle des Ganzen. Der tabellariſche Verſtand behält für ſich die Nothwendigkeit und den Begriff des Inhalts, das, was das Concrete, die Wirklichkeit und lebendige Bewegung der Sache ausmacht, die er rangirt, oder vielmehr behält er diſs nicht für ſich, ſondern kennt es nicht; denn wenn er dieſe Einſicht hätte, würde er ſie wohl zeigen. Er kennt nicht einmal das Bedürfniſs derſelben; ſonſt würde er ſein Schematiſiren unterlaſſen oder wenigſtens ſich nicht mehr damit wiſſen, als mit einer Inhaltsanzeige; er gibt nur die Inhaltsanzeige, den Inhalt ſelbſt aber liefert er nicht. — Wenn die Beſtimmtheit auch eine ſolche, wie zum Beyſpiel Magnetismns, eine an ſich concrete oder wirkliche iſt, ſo iſt ſie doch zu etwas todtem herabgeſunken, da ſie von einem andern Daſeyn nur prädicirt, und nicht als immanentes Leben dieſes Daſeyns, oder wie ſie in dieſem ihre einheimiſche und eigenthümliche Selbſterzeugung und Darſtellung hat, erkannt iſt. Dieſe 1807 LXVI Hauptſache hinzuzufügen überläſst der formelle Verſtand den Andern. — Statt in den immanenten Inhalt der Sache einzugehen, überſieht er immer das Ganze, und ſteht über dem einzelnen Daſeyn, von dem er ſpricht, das heiſst, er ſieht es gar nicht. Das wiſſenſchafftliche Erkennen erfodert aber vielmehr, ſich dem Leben des Gegenſtandes zu übergeben, oder was daſſelbe iſt, die innere Nothwendigkeit deſſelben vor ſich zu haben und auszuſprechen. Sich ſo in ſeinen Gegenſtand vertieffend, vergiſst es jener Ueberſicht, welche nur die Reflexion des Wiſſens aus dem Inhalte in ſich ſelbſt iſt. Aber in die Materie verſenkt und in deren Bewegung fortgehend, kommt es in ſich ſelbſt zurück, aber nicht eher als darin daſs die Erfüllung oder der Inhalt ſich in ſich zurücknimmt, zur Beſtimmtheit vereinfacht, ſich ſelbſt zu Einer Seite eines Daſeyns herabſetzt, und in ſeine höhere Wahrheit übergeht. Dadurch emergirt das einfache ſich überſehende Ganze ſelbſt aus dem Reichthume, worin ſeine Reflexion verloren ſchien.

54 Dadurch überhaupt, daſs wie es oben ausgedrückt wurde, die Subſtanz an ihr ſelbſt Subject iſt, iſt aller Inhalt ſeine eigene Reflexion in ſich. Das Beſtehen oder die Subſtanz eines 1807 LXVII Daſeyns iſt die Sichſelbſtgleichheit; denn ſeine Ungleichheit mit ſich wäre ſeine Auflöſung. Die Sichſelbſtgleichheit aber iſt die reine Abſtraction; dieſe aber iſt das Denken. Wenn ich ſage Qualität, ſage ich die einfache Beſtimmtheit; durch die Qualität iſt ein Daſeyn von einem andern unterſchieden, oder iſt ein Daſeyn; es iſt für ſich ſelbſt, oder es beſteht durch dieſe Einfachheit mit ſich. Aber dadurch iſt es weſentlich der Gedanke. — Hierin iſt es begriffen, daſs das Seyn Denken iſt; hierein fällt die Einſicht, die dem gewöhnlichen begriffloſen Sprechen von der Identität des Denkens und Seyns abzugehen pflegt. — Dadurch nun, daſs das Beſtehen des Daſeyns die Sichſelbſtgleichheit oder die reine Abſtraction iſt, iſt es die Abſtraction ſeiner von sich ſelbſt, oder es ist ſelbſt ſeine Ungleichheit mit sich und ſeine Auflösung, — ſeine eigne Innerlichkeit und Zurücknahme in sich, — ſein Werden. — Durch dieſe Natur des Seyenden und inſofern das Seyende dieſe Natur für das Wiſſen hat, iſt dieſes nicht die Thätigkeit, die den Inhalt als ein Fremdes handhabt, nicht die Reflexion in sich aus dem Inhalte heraus; die Wiſſenſchaft ist nicht jener Idealismus, der an an die Stelle des behauptenden Dogmatismus als ein verſichernder 1807 LXVIII Dogmatismus oder der Dogmatismus der Gewiſsheit ſeiner ſelbſt trat, — ſondern indem das Wiſſen den Inhalt in ſeine eigne Innerlichkeit zurückgehen ſieht, ist ſeine Thätigkeit vielmehr ſowohl verſenkt in ihn, denn sie ist das immanente Selbſt des Inhalts, als zugleich in sich zurückgekehrt, denn sie ist die reine Sichſelbſtgleichheit im Andersſeyn; ſo ist sie die List, die der Thätigkeit sich zu enthalten ſeheinend, zuſieht, wie die Beſtimmtheit und ihr coneretes Leben, darin eben daſs es ſeine Selbſterhaltung und beſonderes Intereſſe zu treiben vermeynt, das Verkehrte, sich ſelbst auflöſendes und zum Momente des Ganzen machendes Thun ist.

55 Wenn oben die Bedeutung des Verſtandes nach der Seite des Selbstbewuſstseyns der Substanz angegeben wurde, ſo erhellt aus dem hier geſagten ſeine Bedeutung nach der Beſtimmung derſelben als Seyender. — Das Daſeyn ist Qualität, sich ſelbſt gleiche Bestimmtheit oder beſtimmte Einfachheit, beſtimmter Gedanke; diſs ist der Verſtand des Daſeyns. Dadurch ist es Nus, als für welchen Anaxagoras zuerſt das Weſen erkannte. Die nach ihm, begriffen beſtimmter die Natur des Daſeyns als Eidos oder Idea; das Leiſst, beſtimmte Allgemeinheit, Art. Der Ausdruck Art ſcheint etwa zu gemein 1807 LXIX und zu wenig für die Ideen, für das Schöne und Heilige und Ewige zu ſeyn, die zu dieſer Zeit graſsiren. Aber in der That drückt die Idee nicht mehr noch weniger aus, als Art. Allein wir ſehen itzt oft einen Ausdruck, der einen Begriff beſtimmt bezeichnet, verſchmäht und einen andern vorgezogen, der, wenn es auch nur darum ist, weil er einer fremden Sprache angehört, den Begriff in Nebel einhüllt, und damit erbaulicher lautet. — Eben darin daſs das Daſeyn, als Art beſtimmt ist, ist es einfacher Gedanke; der Nus, die Einfachheit ist die Subſtanz. Um ihrer Einfachheit oder Sichſelbſtgleichheit willen erſcheint sie als feſt und bleibend. Aber dieſe Sichſelbſtgleichheit ist ebenſo Negativität; dadurch geht jenes feſte Daſeyn in ſeine Auflöſung über. Die Beſtimmtheit ſcheint zuerſt es nur dadurch zu ſeyn, daſs sie sich auf Andres bezieht, und ihre Bewegung ihr durch eine fremde Gewalt angethan zu werden; aber daſs sie ihr Andersſeyn ſelbſt an ihr hat und Selbſtbewegung ist, diſs ist eben in jener Einfachheit des Denkens ſelbſt enthalten; denn dieſe ist der sich ſelbst bewegende und unterſcheidende Gedanke, und die eigene Innerlichkeit, der reine Begriff. So ist also die Verſtändigkeit ein Werden, und als diſs Werden ist sie die Vernünftigkeit.

1807 LXX

56 In dieſer Natur deſſen, was ist, in seinem Seyn ſein Begriff zu ſeyn, ist es, daſs überhaupt die logiſche Nothwendigkeit beſteht; sie allein ist das vernünftige und der Rythmus des organischen Ganzen, sie ist eben so sehr Wiſſen des Inhalts, als der Inhalt Begriff und Wesen ist, — oder sie allein ist das Speculative. — Die concrete Gestalt sich selbst bewegend macht sich zur einfachen Bestimmtheit, damit erhebt sie sich zur logischen Form und ist in ihrer Wesentlichkeit; ihr concretes Daseyn ist nur diese Bewegung und ist unmittelbar logisches Daseyn. Es ist darum unnöthig, dem concreten Inhalt den Formalismus äuſserlich anzuthun; jener ist an ihm selbst das Uebergehen in diesen, der aber aufhört, dieser äuſserliche Formalismus zu seyn, weil die Form das einheimische Werden des concreten Inhalts selbst ist.

57 Diese Natur der wiſſenschafftlichen Methode, theils von dem Inhalte ungetrennt zu seyn, theils sich durch sich selbst ihren Rythmus zu bestimmen, hat, wie schon erinnert, in der ſpeculativen Philosophie ihre eigentliche Darstellung. — Das hier gesagte drückt zwar den Begriff aus, kann aber für nicht mehr als für eine anticipirte Versicherung gelten. Ihre Wahrheit liegt nicht in dieser zum theils erzählenden 1807 LXXI Exposition; und ist darum auch eben so wenig widerlegt, wenn dagegen versichert wird, dem sey nicht so, sondern es verhalte sich damit so und so, wenn gewohnte Vorstellungen, als ausgemachte und bekannte Wahrheiten in Erinnrung gebracht und hererzählt, oder auch aus dem Schreine des innern göttlichen Ansehauens Neues aufgetischt und versichert wird. — Eine solche Aufnahme pflegt die erste Reaction des Wiſſens, dem etwas unbekannt war, dagegen zu seyn, um die Freyheit und eigne Einsicht, die eigne Autorität gegen die fremde, denn unter dieser Gestalt erscheint das itzt zuerst aufgenommene, zu retten, — auch um den Schein und die Art von Schande, die darin liegen soll, daſs etwas gelernt worden sey, wegzuschaffen, so wie bey der Beyfall gebenden Annahme des Unbekannten die Reaction derselben Art in dem besteht, was in einer andren Sphäre das ultrarevolutionäre Reden und Handeln war.

58 Worauf es deswegen bey dem Studium der Wiſſenschaft ankommt, ist die Anstrengung des Begriffs auf sich zu nehmen. Sie erfodert die Aufmersamkeit auf ihn als solchen, auf die einfachen Bestimmungen, zum Beyſpiel, des Anſichseyns, des Fürſichseyns, der Sichselbſtgleichheit, und sofort; denn diese sind solche reine 1807 LXXII Selbstbewegungen, die man Seelen nennen könnte, wenn nicht ihr Begriff etwas höheres bezeichnete als diese. Der Gewohnheit an Vorstellungen fortzulauffen, ist die Unterbrechung derselben durch den Begriff eben so lästig, als dem formalen Denken, das in unwirklichen Gedanken hin und her räſonnirt. Jene Gewohnheit ist ein materielles Denken zu nennen, ein zufälliges Bewuſstseyn, das in den Stoff nur versenkt ist, welchem es daher sauer ankömmt, aus der Materie zugleich sein Selbst rein herauszuheben und bey sich zu seyn. Das andere, das Räsonniren, hingegen ist die Freyheit von dem Inhalt, und die Eitelkeit über ihn; ihr wird die Anstrengung zugemuthet, diese Freyheit aufzugeben, und statt das willkührlich bewegende Princip des Inhalts zu seyn, diese Freyheit in ihn zu versenken, ihn durch seine eigne Natur, das heiſst, durch das Selbst als das seinige, sich bewegen zu laſſen, und diese Bewegung zu betrachten. Sich des eignen Einfallens in den immanenten Rythmus der Begriffe entschlagen, in ihn nicht durch die Willkühr und sonst erworbene Weisheit eingreiffen, diese Enthaltsamkeit ist selbst ein wesentliches Moment der Aufmerksamkeit auf den Begriff.

1807 LXXIII

59 Es sind an dem räsonnirenden Verhalten die beyden Seiten bemerklicher zu machen, nach welchen das begreiffende Denken ihm entgegengesetzt ist. — Theils verhält sich jenes negativ gegen den aufgefaſsten Inhalt, weiſs ihn zu widerlegen und zu nichte zu machen. Daſs dem nicht so sey, diese Einsicht ist das bloſs Negative, es ist das Letzte, das nicht selbst über sich hinaus zu einem neuen Inhalt geht, sondern um wieder einen Inhalt zu haben, muſs etwas Anderes irgendwoher vorgenommen werden. Es ist die Reflexion in das leere Ich, die Eitelkeit seines Wiſſens. — Dieſe Eitelkeit drückt aber nicht nur diſs aus, daſs dieser Inhalt eitel, sondern auch, daſs diese Einsicht selbst es ist; denn sie ist das Negative, das nicht das positive in sich erblickt. Dadurch daſs diese Reflexion ihre Negativität selbst nicht zum Inhalte gewinnt, ist sie überhaupt nicht in der Sache, ſondern immer darüber hinaus; sie bildet sich deſswegen ein, mit der Behauptung der Leere immer weiter zu seyn, als eine inhaltsreiche Einsicht. Dagegen, wie vorhin gezeigt, gehört im begreiffenden Denken das Negative dem Inhalte selbst an, und ist sowohl als seine immanente Bewegung und Bestimmung, wie als Ganzes derselben das 1807 LXXIV Poſitive. Als Resultat aufgefaſst, ist es das aus dieser Bewegung herkommende, das beſtimmte Negative, und hiemit ebenso ein positiver Inhalt.

60 In Ansehung deſſen aber, daſs solches Denken einen Inhalt hat, es sey der Vorstellungen oder Gedanken, oder der Vermischung beyder, hat es eine andre Seite, die ihm das Begreiffen erschwert. Die merkwürdige Natur derselben hängt mit dem oben angegebenen Wesen der Idee selbst enge zusammen, oder drückt sie vielmehr aus, wie sie als die Bewegung erscheint, die denkendes Auffaſſen ist. — Wie nemlich in seinem negativen Verhalten, wovon so eben die Rede war, das räsonnirende Denken selber das Selbst ist, in das der Inhalt zurückgeht, so ist dagegegen in seinem positiven Erkennen das Selbst ein vorgestelltes Subject, worauf sich der Inhalt als Accidens und Prädicat bezieht. Diſs Subject macht die Basis aus, an die er geknüpft wird, und auf der die Bewegung hin und wieder läufft. Anders verhält es sich im begreiffenden Denken. Indem der Begriff das eigene Selbst des Gegenstandes ist, das sich als ſein Werden darstellt, ist es nicht ein ruhendes Subject, das unbewegt die Accidenzen trägt, sondern der sich bewegende und seine Bestimmungen in sich 1807 LXXV zurücknehmende Begriff. In dieser Bewegung geht jenes ruhende Subject selbst zu Grunde; es geht in die Unterschiede und Inhalt ein, und macht vielmehr die Bestimmtheit, das heiſst, den unterschiednen Inhalt wie die Bewegung deſſelben aus, statt ihr gegenüberstehen zu bleiben. Der feste Boden, den das Räsonniren an dem ruhenden Subjecte hat, ſchwankt also, und nur diese Bewegung selbst wird der Gegenstand. Das Subject, das seinen Inhalt erfüllt, hört auf, über dieſen hinaus zu gehen, und kann nicht noch andre Prädicate oder Accidenzen haben. Die Zerstreutheit des Inhalts ist umgekehrt dadurch unter das Selbst gebunden; es ist nicht das allgemeine, das frey vom Subjecte mehrern zukäme. Der Inhalt ist somit in der That nicht mehr Prädicat des Subjects, sondern ist die Substanz, ist das Wesen und der Begriff deſſen, wovon die Rede ist. Das vorstellende Denken, da seine Natur ist, an den Accidenzen oder Prädicaten fortzulauffen, und mit Recht, weil sie nicht mehr als Prädicate und Accidenzen sind, über sie hinauszugehen, wird, indem das, was im Satze die Form eines Prädicats hat, die Substanz selbst ist, in seinem Fortlauffen gehemmt. Es erleidet, es so vorzustellen, einen Gegenstoſs. 1807 LXXVI Vom Subjecte anfangend, als ob dieses zum Grunde liegen bliebe, findet es, indem das Prädicat vielmehr die Substanz ist, das Subject zum Prädicat übergegangen und hiemit aufgehoben; und indem so das, was Prädicat zu seyn scheint, zur ganzen und selbstständigen Maſſe geworden, kann das Denken nicht frey herumirren, sondern ist durch diese Schwere aufgehalten. — Sonst ist zuerst das Subject als das gegenſtändliche fixe Selbst zu Grunde gelegt; von hier aus geht die nothwendige Bewegung zur Mannichfaltigkeit der Bestimmungen oder der Prädicate fort; hier tritt an die Stelle jenes Subjects das wiſſende Ich selbst ein, und ist das Verknüpfen der Prädicate und das sie haltende Subject. Indem aber jenes erste Subject in die Bestimmungen selbst eingeht und ihre Seele ist, findet das zweyte Subject, nemlich das wiſſende, jenes, mit dem es schon fertig seyn und worüber hinaus es in sich zurückgehen will, noch im Prädicate vor, und statt in dem Bewegen des Prädicats das Thuende, als Räsonniren, ob jenem diſs oder jenes Prädicat beyzulegen wäre, seyn zu können, hat es vielmehr mit dem Selbst des Inhalts noch zu thun, soll nicht für sich, sondern mit diesem zusammenseyn.

1807 LXXVII

61 Formell kann das Gesagte so ausgedrückt werden, daſs die Natur des Urtheils oder Satzes überhaupt, die den Unterschied des Subjects und Prädicats in sich schlieſst, durch den speculativen Satz zerstört wird, und der identische Satz, zu dem der erstere wird, den Gegenstoſs zu jenem Verhältniſſe enthält. — Dieser Conflict der Form eines Satzes überhaupt, und der sie zerstörenden Einheit des Begriffs ist dem ähnlich, der im Rythmus zwischen dem Metrum und dem Accente statt findet. Der Rythmus resultirt aus der schwebenden Mitte und Vereinigung beyder. So soll auch im philosophischen Satze die Identität des Subjects und Prädicats den Unterschied derselben, den die Form des Satzes ausdrückt, nicht vernichten, sondern ihre Einheit als eine Harmonie hervorgehen. Die Form des Satzes ist die Erscheinung des bestimmten Sinnes oder der Accent, der seine Erfüllung unterscheidet; daſs aber das Prädicat die Substanz ausdrückt, und das Subject selbst ins Allgemeine fällt, ist die Einheit, worin jener Accent verklingt.

62 Um das gesagte durch Beyspiele zu erläutern, so ist in dem Satz; Gott ist das Seyn, das Prädicat das Seyn; es hat substantielle Bedeutung, in der das Subject zerflieſst. Seyn soll 1807 LXXVIII hier nicht Prädicat, sondern das Wesen seyn; dadurch scheint Gott aufzuhören das zu seyn, was er durch die Stellung des Satzes ist, nemlich das feſte Subject. — Das Denken, statt im Uebergange von Subjecte zum Prädicate weiter zu kommen, fühlt sich, da das Subject verloren geht, vielmehr gehemmt, und zu dem Gedanken des Subjects, weil es daſſelbe vermiſst, zurückgeworfen; oder es findet, da das Prädicat selbst als ein Subject, als das Seyn, als das Weſen ausgesprochen ist, welches die Natur des Subjects erschöpft, das Subject unmittelbar auch im Prädicate; und nun statt daſs es im Prädicate in sich gegangen die freye Stellung des Räsonnirens erhielte, ist es in den Inhalt noch vertieft oder wenigſtens ist die Foderung vorhanden, in ihn vertieſt zu seyn. — So auch wenn gesagt wird, das Wirkliche ist das Allgemeine, so vergeht das Wirkliche als Subject, in seinem Prädicate. Das Allgemeine soll nicht nur die Bedeutung des Prädicats haben, so daſs der Satz diſs ausſagte, das Wirkliche ſey allgemein, ſondern das Allgemeine ſoll das Weſen des Wirklichen ausdrücken. — Das Denken verliert daher ſo ſehr ſeinen festen gegenständlichen Boden, den es am Subjecte hatte, als es in Prädicate darauf zurückgeworfen wird, und 1807 LXXIX in dieſem nicht in sich, ſondern in das Subject des Inhalts zurückgeht.

63 Auf dieſem ungewohnten Hemmen beruhen groſsen Theils die Klagen über die Unverständlichkeit philoſophiſcher Schriften, wenn anders im Individuum die ſonſtigen Bedingungen der Bilgung, sie zu verstehen, vorhanden sind. Wir ſehen in dem Geſagten den Grund des ganz bestimmten Vorwurſs, der ihnen oft gemacht wird, daſs Mehreres erst wiederhohlt geleſen werden müſſe, ehe es verstanden werden könne; — ein Vorwurf, der etwas ungebührliches und letztes enthalten ſoll, ſo daſs er, wenn er gegründet, weiter keine Gegenrede zulaſſe. — Es erhellt aus dem Obigen, welche Bewandniſs es damit hat. Der philoſophiſche Satz, weil er Satz ist, erweckt die Meynung des gewöhnlichen Verhältniſſes des Subjects und Prädicats, und des gewöhnten Verhaltens des Wiſſens. Diſs Verhalten und die Meynung deſſelben zerstört ſein philoſophiſcher Inhalt; die Meynung erfährt, daſs es anders gemeynt ist, als sie meynte, und dieſe Correction ſeiner Meynung nöthigt das Wiſſen auf den Satz zurückzukommen und ihn nun anders zu faſſen.

64 Eine Schwierigkeit, die vermieden werden ſollte, macht die Vermiſchung der ſpeculativen 1807 LXXX und der räſonnirenden Weiſe aus, wenn einmal das vom Subjecte geſagte die Bedeutung ſeines Begriffs hat, das anderemal aber auch nur die Bedeutung ſeines Prädicats oder Accidens. — Die eine Weiſe stört die andere, und erst diejenige philosophische Exposition würde es erreichen, plastiſch zu ſeyn, welche strenge die Art des gewöhnlichen Verhältniſſes der Theile eines Satzes ausſchlöſſe.

65 In der That hat auch das nicht ſpeculative Denken ſein Recht, das gültig aber in der Weiſe des ſpeculativen Satzes nicht beachtet ist. Daſs die Form des Satzes aufgehoben wird, muſs nicht nur auf unmittelbare Weiſe geſchehen, nicht durch den bloſſen Inhalt des Satzes. Sondern dieſe entgegengeſetzte Bewegung muſs ausgeſprochen werden; sie muſs nicht nur jene innerliche Hemmung, ſondern diſs Zurückgehen des Begriffs in sich muſs dargeſtellt ſeyn. Dieſe Bewegung, welche das ausmacht, was ſonſt der Beweis leiſten ſollte, ist die dialektiſche Bewegung des Satzes ſelbst. Sie allein ist das wirkliche Speculative, und nur das Ausſprechen derſelben ist ſpeculative Darſtellung. Als Satz ist das Speculative nur die innerliche Hemmung und die nichtdaſeyende Rückkehr des Weſens in ſich. Wir ſehen uns daher oft von philoſophiſchen 1807 LXXXI Expofitionen an dieſes innre Anſchauen verwieſen, und dadurch die Darſtellung der dialektiſchen Bewegung des Satzes erſpart, die wir verlangten. — Der Satz ſoll ausdrücken, was das Wahre iſt, aber weſentlich iſt es Subject; als dieſes iſt es nur die dialektiſche Bewegung, dieſer ſich ſelbſt erzeugende, fortleitende und in ſich zurückgehende Gang. — Bey dem ſonſtigen Erkennen macht der Beweis dieſe Seite der ausgeſprochnen Innerlichkeit aus. Nachdem aber die Dialektik vom Beweiſe getrennt worden, iſt in der That der Begriff des philoſophiſchen Beweiſens verloren gegangen.

66 Es kann hierüber erinnert werden, daſs die dialektiſche Bewegung gleichfalls Sätze zu ihren Theilen oder Elementen habe; die aufgezeigte Schwierigkeit ſcheint daher immer zurückzukehren, und eine Schwierigkeit der Sache ſelbſt zu ſeyn. — Es iſt diſs dem ähnlich, was beym gewöhnlichen Beweiſe ſo vorkommt, daſs die Gründe, die er gebraucht, ſelbſt wieder einer Begründung bedürfen, und ſo fort ins unendliche. Dieſe Form des Begründens und Bedingens gehört aber jenem Beweiſen, von dem die dialektiſche Bewegung verſchieden iſt, und ſomit dem äuſſerlichen Erkennen an Was dieſe ſelbſt betrifft, ſo iſt ihr Element der 1807 LXXXII reine Begriff, hiemit hat ſie einen Inhalt, der durch und durch Subject an ihm ſelbſt iſt. Es kommt alſo kein ſolcher Inhalt vor, der als zum Grunde liegendes Subject ſich verhielte, und dem ſeine Bedeutung als ein Prädicat zukäme; der Satz iſt unmittelbarbar eine nur leere Form. — Auſſer dem ſinnlich angeſchauten oder vorgeſtellten Selbſt iſt es vornemlich der Nahme als Nahme, der das reine Subject, das leere begriffloſe Eins bezeichnet. Aus dieſem Grunde kann es zum Beyſpiel dienlich ſeyn, den Nahmen: Gott, zu vermeiden, weil diſs Wort nicht unmittelbar zugleich Begriff, ſondern der eigentliche Nahme, die feſte Ruhe des zum Grunde liegenden Subjects iſt. Da hingegen z. B. das Seyn, oder das Eine, die Einzelnheit, das Subject, ſelbſt auch, u. ſ. f. unmittelbar Begriffe andeuten. — Wenn auch von jenem Subjecte ſpeculative Wahrheiten geſagt werden, ſo entbehrt doch ihr Inhalt des immanenten Begriffs, weil er nur als ruhendes Subject vorhanden iſt, und ſie bekommen durch dieſen Umſtand leicht die Form der bloſſen Erbaulichkeit. — Von dieſer Seite wird alſo auch das Hinderniſs, das in der Gewohnheit liegt, das ſpeculative Prädicat nach der Form des Satzes, nicht als Begriff und Weſen zu faſſen durch die Schuld des 1807 LXXXIII philoſophiſchen Vortrags ſelbſt vermehrt, und verringert werden können. Die Darſtellung muſs, der Einſicht in die Natur des Speculativen getreu, die dialektiſche Form behalten und nichts hereinnehmen, als in ſo fern es begriffen wird und der Begriff iſt.

67 So ſehr als das räſonnirende Verhalten, iſt dem Studium der Philoſophie die nicht räſonnirende Einbildung auf ausgemachte Wahrheiten hinderlich, auf welche der Beſitzer es nicht nöthig zu haben meynt zurückzukommen, ſondern ſie zu Grunde legt und ſie ausſprechen zu können glaubt, ſo wie durch ſie richten und abſprechen. Von dieſer Seite thut es beſonders Noth, daſs wieder ein ernſthafftes Geſchäffte aus dem Philoſophiren gemacht werde. Von allen Wiſſenſchaften, Künſten, Geſchicklichkeiten, Handwerken gilt die Ueberzeugung, daſs, um ſie zu beſitzen, eine vielfache Bemühung des Erlernens und Uebens derſelben nöthig iſt. In Anſehung der Philoſophie dagegen ſcheint itzt das Vorurtheil zu herrſchen, daſs, wenn zwar jeder Augen und Finger hat, und wenn er Leder und Werkzeug bekommt, er darum nicht im Stande ſey, Schuhe zu machen, — jeder doch unmittelbar zu philofophiren, und die Philoſophie zu beurtheilen 1807 LXXXIV verſtehe, weil er den Maſsſtab an ſeiner natürlichen Vernunft dazu beſitze, — als ob er den Maſsſtab eines Schuhes nicht an ſeinem Fuſſe ebenfalls beſäſſe. — Es ſcheint gerade in den Mangel von Kenntniſſen und von Studium der Beſitz der Philoſophie geſetzt zu werden, und dieſe da aufzuhören, wo jene anfangen. Sie wird häuffig für ein formelles inhaltsleeres Wiſſen gehalten, und es fehlt ſehr an der Einſicht, daſs was, auch dem Inhalte nach, in irgend einer Kenntniſs und Wiſſenſchafft Wahrheit iſt, dieſen Nahmen allein dann verdienen kann, wenn es von der Philoſophie erzeugt worden; daſs die andern Wiſſenſchafften, ſie mögen es mit Räſonniren, ohne die Philoſophie, verſuchen, ſo viel ſie wollen, ohne ſie nicht Leben, Geiſt, Wahrheit in ihnen zu haben vermögen.

68 In Anſehung der eigentlichen Philoſophie ſehen wir für den langen Weg der Bildung, für die eben ſo reiche als tiefe Bewegung, durch die der Geiſt zum Wiſſen gelangt, die unmittelbare Offenbarung des Göttlichen und den geſunden Menſchenverſtand, der ſich weder mit andrem Wiſſen noch mit dem eigentlichen Philoſophiren bemüht und gebildet hat, ſich unmittelbar als ein vollkommenes Equivalent und ſo gutes Surrogat anſehen, als etwa die Cichorie 1807 LXXXV ein Surrogat des Coſſees zu ſeyn gerühmt wird. Es iſt nicht erfreulich, zu bemerken, daſs die Unwiſſenheit und die form — wie geſchmackloſe Rohheit ſelbſt, die unfähig iſt, ihr Denken auf einen abſtracten Satz, noch weniger auf den Zuſammenhang mehrerer feſtzuhalten, bald die Freyheit und Toleranz des Denkens, bald aber Genialität zu ſeyn verſichert. Die letztere, wie itzt in der Philoſophie, graſsirte bekanntlich einſt ebenſo in der Poëſie; ſtatt Poëſie aber, wenn das Produciren dieſer Genialität einen Sinn hatte, erzeugte es triviale Proſe oder wenn es über dieſe hinausging, verrückte Reden. So itzt ein natürliches Philoſophiren, das ſich zu gut für den Begriff und durch deſſen Mangel für ein anſchauendes und poëtiſches Denken hält, bringt willkührliche Combinationen einer durch den Gedanken nur desorganiſirten Einbildungskrafft zu Markte, — Gebilde, die weder Fiſch noch Fleiſch, weder Poëſie noch Philoſophie ſind.

69 Dagegen im ruhigern Bette des geſunden Menſchenverſtandes fortflieſſend gibt das natürliche Philoſophiren eine Rhetorik trivialer Wahrheiten zum Beſten. Wird ihm die Unbedeutenheit derſelben vorgehalten, ſo verſichert es dagegen, daſs der Sinn und die 1807 LXXXVI Erfüllung in ſeinem Herzen vorhanden ſey, und auch ſo bey Andern vorhanden ſeyn müſſe, indem es überhaupt mit der Unſchuld des Herzens und der Reinheit des Gewiſſens und dergleichen, letzte Dinge geſagt zu haben meynt, wogegen weder Einrede ſtatt finde, noch etwas weiteres gefodert werden könne. Es war aber darum zu thun, daſs das Beſte nicht im Innern zurückbliebe, ſondern aus dieſem Schachte zu Tage gefördert werde. Letzte Wahrheiten jener Art vorzubringen, dieſe Mühe konnte längſt erſparrt werden, denn ſie ſind längſt etwa im Katechismus, in den Sprichwörtern des Volks u. ſ. f. zu finden. — Es iſt nicht ſchwer, ſolche Wahrheiten an ihrer Unbeſtimmtheit oder Schiefheit zu faſſen, oft die gerade entgegengeſetzte ihrem Bewuſstſeyn in ihm ſelbſt aufzuzeigen. Es wird, indem es ſich aus der Verwirrung, die in ihm angerichtet wird, zu ziehen bemüht, in neue verfallen und wohl zu dem Ausbruche kommen, daſs ausgemachtermaſſen dem ſo und ſo, jenes aber Sophiſtereyen ſeyen; — ein Schlagwort des gemeinen Menſchenverſtandes gegen die gebildete Vernunft, wie den Ausdruck: Träumereyen, die Unwiſſenheit der Philoſophie ſich für dieſe ein für allemal gemerkt hat. — Indem jener ſich auf 1807 LXXXVII das Gefühl, ſein inwendiges Orakel, berufft, iſt er gegen den, der nicht übereinſtimmt, fertig; er muſs erklären, daſs er dem weiter nichts zu ſagen habe, der nicht daſſelbe in ſich finde und fühle; — mit andern Worten, er tritt die Wurzel der Humanität mit Füſſen. Denn die Natur dieſer iſt auf die Uebereinkunft mit andern zu dringen, und ihre Existenz nur in der zu Stande gebrachten Gemeinſamkeit der Bewuſstſeyn. Das widermenſchliche, das thieriſche beſteht darin, im Gefühle ſtehen zu bleiben und nur durch dieſes ſich mittheilen zu können.

70 Wenn nach einem königlichen Wege zur Wiſſenſchaft gefragt würde, ſo kann kein bequemerer angegeben werden, als der ſich auf den geſunden Menſchenverſtand zu verlaſſen, und um übrigens auch mit der Zeit und mit der Philoſophie fortzuſchreiten, Recenſionen von philoſophiſchen Schriften, etwa gar die Vorreden und erſten Paragraphen derſelben zu leſen, denn dieſe geben die allgemeine Grundſätze, worauf alles ankommt, und jene neben der hiſtoriſchen Notiz noch die Beurtheilung, die ſogar, weil ſie Beurtheilung iſt, über das Beurtheilte hinaus iſt. Dieſer gemeine Weg macht ſich im Hausrocke, aber im 1807 LXXXVIII hohenprieſterlichen Gewande ſchreitet das Hochgefühl des Ewigen, Heiligen, Unendlichen einher — einen Weg, der vielmehr ſchon ſelbſt das unmittelbare Seyn im Centrum, die Genialität tiefer origineller Ideen und hoher Gedankenblitze iſt. Wie jedoch ſolche Tiefe noch nicht den Quell des Weſens offenbart, ſo ſind dieſe Raketen noch nicht das Empyreum. Wahre Gedanken und wiſſenſchaftliche Einſicht iſt nur in der Arbeit des Begriffes zu gewinnen. Er allein kann die Allgemeinheit des Wiſſens hervorbringen, welche weder die gemeine Unbeſtimmtheit und Dürſtigkeit des gemeinen Menſchenverſtands, ſondern gebildete und vollſtändige Erkenntniſs, — noch die ungemeine Allgemeinheit der durch Trägheit und Eigendünkel von Genie ſich verderbenden Anlage der Vernunft, ſondern die zu ihrer einheimiſchen Form gediehene Wahrheit, welche fähig iſt, das Eigenthum aller ſelbſtbewuſsten Vernunft zu ſeyn.

71 Indem ich das, wodurch die Wiſſenſchaft exiſtirt, in die Selbſtbewegung des Begriffes ſetze, ſo ſcheint die Betrachtung, daſs die angeführten und noch andre äuſſre Seiten der Vorſtellungen unſerer Zeit über die Natur und Geſtalt der Wahrheit hievon abweichen, ja 1807 LXXXIX ganz entgegen ſind, einem Verſuche, das System der Wiſſenſchaft in jener Beſtimmung darzuſtellen, keine günſtige Aufnahme zu verſprechen. Inzwiſchen kann ich bedenken, daſs, wenn z. B. zuweilen das Vortreffliche der Philoſophie Plato’s in ſeine wiſſenſchaftlich werthloſen Mythen geſetzt wird, es auch Zeiten gegeben, welche ſogar Zeiten der Schwärmerey genannt werden, worin die Ariſtoteliſche Philoſophie um ihrer ſpeculativen Tiefe willen geachtet und der Parmenides des Plato, wohl das gröſste Kunſtwerk der alten Dialektik, für die wahre Enthüllung und den poſitiven Ausdruck des göttlichen Lebens gehalten wurde, und ſogar bey vieler Trübheit deſſen, was die Ekſtaſe erzeugte, dieſe misverſtandne Ekſtaſe in der That nichts andres als der reine Begriff ſeyn ſollte, — daſs ferner das Vortreffliche der Philoſophie unſerer Zeit ſeinen Werth ſelbſt in die Wiſſenſchaftlichkeit ſetzt, und wenn auch die Andern es anders nehmen, nur durch ſie in der That ſich geltend macht. Somit kann ich auch hoffen, daſs dieſer Verſuch, die Wiſſenſchaft dem Begriffe zu vindiciren und ſie in dieſem ihrem eigenthümlichen Elemente darzuſtellen, ſich durch die innre Wahrheit der Sache Eingang zu verſchaffen wiſſen werde. Wir 1807 XC müſſen überzeugt ſeyn, daſs das Wahre die Natur hat, durchzudringen, wenn ſeine Zeit gekommen, und daſs es nur erſcheint, wenn dieſe gekommen, und deſswegen nie zu früh erſcheint noch ein unreifes Publicum findet; auch daſs das Individuum dieſes Effects bedarf um das, was noch ſeine einſame Sache iſt, daran ſich zu bewähren und die Ueberzeugung, die nur erſt der Beſonderheit angehört, als etwas allgemeines zu erfahren. Hiebey aber iſt häuffig das Publicum von denen zu unterſcheiden, welche ſich als ſeine Repreſentanten und Sprecher betragen. Jenes verhält sich in manchen Rückſichten anders als dieſe, ja ſelbſt entgegengeſetzt. Wenn es gutmüthigerweiſe die Schuld, daſs ihm eine philoſophiſche Schrift nicht zuſagt, eher auf ſich nimmt, ſo ſchieben hingegen dieſe, ihrer Competenz gewiſs, alle Schuld auf den Schriftſteller. Die Wirkung iſt in jenem ſtiller als das Thun dieſer Todten, wenn ſie ihre Todten begraben. Wenn itzt die allgemeine Einſicht überhaupt gebildeter, ihre Neugierde wachſamer und ihr Urtheil ſchneller beſtimmt iſt, ſo daſs die Füſſe derer, die dich hinaustragen werden, ſchon vor der Thüre ſtehen, ſo iſt hievon oft die langſamere Wirkung zu unterſcheiden, welche die 1807 XCI Aufmerkſamkeit, die durch imponirende Verſicherungen erzwungen wurde, ſo wie den wegwerfenden Tadel, berichtigt, und einem Theile eine Mitwelt erſt in einiger Zeit gibt, während ein anderer nach dieſer keine Nachwelt mehr hat.

72 Weil übrigens in einer Zeit, worin die Allgemeinheit des Geiſtes ſo ſehr erſtarkt und die Einzelnheit, wie ſich gebührt, um ſo viel gleichgültiger geworden iſt, auch jene an ihrem vollen Umfang und gebildeten Reichthum hält und ihn fodert, der Antheil, der an dem geſammten Werke des Geiſtes auf die Thätigkeit des Individuums fällt, nur gering ſeyn kann, ſo muſs dieſes, wie die Natur der Wiſſenſchaft ſchon es mit ſich bringt, ſich um ſo mehr vergeſſen, und zwar werden und thun, was es kann, aber es muſs ebenſo weniger von ihm gefordert werden, wie es ſelbſt weniger von ſich erwarten und für ſich fordern darf.

English

*Preface*.

1 An explanation of the kind customarily prefixed to a work in a preface—concerning the author's purpose, the circumstances that prompted the work, and the relation in which the author believes it stands to earlier or contemporary treatments of the same subject—seems, in a philosophical work, not merely superfluous but, by the nature of the matter, inappropriate and contrary to its purpose. For whatever might suitably be said about philosophy in a preface—for example, a historical account of its tendency and standpoint, its general content and results, a combination of miscellaneous assertions and 1807 II assurances about the true—cannot count as the manner in which philosophical truth is to be presented. Moreover, because philosophy essentially inhabits the element of universality, which encompasses the particular, it is more liable than other sciences to the appearance that its purpose or final results express the matter itself, indeed in its complete essence, while its elaboration is, by contrast, inessential. With a general conception of anatomy, however—as, say, knowledge of the parts of the body considered in their lifeless existence—we are convinced that we do not yet possess the matter itself, the content of this science, but must also take the trouble to attend to the particulars. Furthermore, in such an aggregate of items of knowledge, which does not rightly bear the name of science, conversation about its purpose and similar generalities does not differ from the historical, nonconceptual manner in which its content itself—these nerves, muscles, and so forth—is discussed. In philosophy, by contrast, an inconsistency would arise: use would be made of a manner 1807 III that philosophy itself shows to be incapable of grasping the truth.

2 Likewise, defining the relation in which a philosophical work believes it stands to other efforts concerning the same subject introduces an extraneous interest and obscures what matters in the cognition of truth. The more firmly opinion fixes the opposition between the true and the false, the more it tends to expect either agreement with or opposition to a given philosophical system, and to see only one or the other in an explanation concerning it. It understands the diversity of philosophical systems not so much as the progressive development of truth as it sees in that diversity only contradiction. The bud disappears as the blossom breaks forth, and one might say that the latter refutes the former; likewise, the fruit declares the blossom to be a false existence of the plant, and takes its place as the plant's truth. These forms do not merely differ; they also displace one another as mutually incompatible. Yet their fluid nature also makes them moments 1807 IV of an organic unity in which they not only do not conflict, but each is as necessary as the other; only this equal necessity constitutes the life of the whole. But opposition to a philosophical system usually neither understands itself in this way, nor does the consciousness apprehending it generally know how to free it, or keep it free, from its one-sidedness, and to recognize mutually necessary moments in what appears to be at odds and in conflict with itself.

3 The demand for such explanations, and the satisfaction of that demand, may seem to be concerned with what is essential. Where could the inner substance of a philosophical work be expressed more fully than in its purposes and results, and how could these be known more precisely than through their difference from what the age otherwise produces in the same sphere? But if such activity is to count as more than the beginning of cognition, if it is to count as actual cognition, it must in fact be numbered among the devices for evading the matter itself while combining the appearance of seriousness and effort on its behalf 1807 V with actually sparing oneself that effort. For the matter is not exhausted in its purpose, but in its elaboration; nor is the result the actual whole, but rather the result together with its becoming. The purpose by itself is the lifeless universal, just as the tendency is a mere impulse still lacking actuality; and the bare result is the corpse that has left that actuality behind. Likewise, difference is rather the limit of the matter; it is where the matter ceases, or what the matter is not. Such preoccupation with purposes or results, and with the differences and assessments of the one and the other, is therefore easier work than it may seem. For instead of engaging with the matter, such activity is always beyond it; instead of dwelling in it and forgetting itself there, such knowing always reaches for something else, and remains with itself rather than being with the matter and surrendering itself to it. It is easiest to judge what has substance and solidity, harder to grasp it, and hardest of all to produce its presentation, which unites the two.

1807 VI

4 Cultivation, and the labor of emerging from the immediacy of substantial life, must always begin by acquiring knowledge of general principles and viewpoints, by working one's way up, initially, only to the thought of the matter in general, and equally by supporting or refuting it with reasons, grasping its concrete and abundant fullness in its determinations, and knowing how to give an orderly account and a serious judgment of it. But this beginning of cultivation will next give way to the seriousness of a fulfilled life, which leads into the experience of the matter itself; and when, in addition, the seriousness of the concept descends into its depths, such knowledge and judgment will retain their proper place in conversation.

5 The true shape in which truth exists can only be its scientific system. My purpose has been to help bring philosophy closer to the form of science—to the goal of laying aside its name of love of knowing and becoming actual knowing. The inner necessity that knowing should be science lies in its nature, 1807 VII and the only satisfactory explanation of this is the presentation of philosophy itself. But the external necessity, insofar as it is grasped universally, apart from the contingencies of the person and the individual's circumstances, is the same as the inner necessity in the shape in which time presents the existence of its moments. To show that the time has come for philosophy to be raised to science would therefore be the sole true justification of attempts directed to this purpose, since it would demonstrate the necessity of that purpose, indeed would at the same time accomplish it.

6 In locating the true shape of truth in scientific form—or, what is the same, in maintaining that truth has the element of its existence in the concept alone—I know that this seems to contradict a conception, and its consequences, as presumptuous as it is widespread in the convictions of the age. An explanation concerning this contradiction therefore seems not superfluous, although here it can itself be no more than an assurance, like that against which it is directed. If, namely, the true exists only in 1807 VIII what is called now intuition, now immediate knowledge of the absolute, religion, being—not being at the center of divine love, but the being of that center itself—or rather exists only as this, then the presentation of philosophy is required, on this basis, to take the very opposite of the form of the concept. The absolute is not to be comprehended but felt and intuited; not its concept but the feeling and intuition of it are to take the lead and find expression.

7 If the appearance of such a demand is considered in its wider context, and we look at the stage self-conscious spirit has now reached, spirit has gone beyond the substantial life it formerly led in the element of thought—beyond this immediacy of its faith, beyond the satisfaction and security of the certainty consciousness possessed of its reconciliation with essence and of that essence's universal presence, inward and outward. It has not merely passed beyond this into the opposite extreme of its insubstantial reflection into itself, but beyond that too. Its essential life is not merely lost to it; 1807 IX it is also conscious of this loss and of the finitude that is its content. Turning away from the husks, confessing that it lies in evil and reviling this condition, it now asks of philosophy not so much knowledge of what it is as, through philosophy, to attain once more the restoration of that substantiality and solidity of being. To meet this need, philosophy is therefore supposed not so much to open up substance's enclosure and raise it to self-consciousness—not so much to bring its chaotic consciousness back to the order of thought and the simplicity of the concept—as to pour together the distinctions of thought, suppress the differentiating concept, and restore the feeling of essence; to provide not so much insight as edification. The beautiful, the holy, the eternal, religion and love are the bait demanded to awaken the desire to bite; not the concept but ecstasy, not the coldly advancing necessity of the matter but fermenting inspiration, is to sustain and progressively unfold the wealth of substance.

1807 X

8 Corresponding to this demand is the strenuous, almost zealously agitated effort to tear people out of their absorption in the sensuous, the commonplace, and the singular, and direct their gaze to the stars—as though, wholly forgetful of the divine, they were on the point of satisfying themselves, like worms, with dust and water. Once they had furnished a heaven with a vast wealth of thoughts and images. The meaning of everything that is lay in the thread of light by which it was bound to heaven; along this thread, instead of dwelling in this present, the gaze slipped beyond it, up to divine essence, to a presence, so to speak, beyond this world. The eye of spirit had to be forcibly directed toward earthly things and held there; and it took a long time to work the clarity that only the supramundane possessed into the dullness and confusion enveloping the sense of this world, and to make attention to the present as such—what was called experience—engaging and valid. Now the opposite need seems to prevail: sense is so deeply rooted in earthly things 1807 XI that equal force is needed to raise it above them. Spirit shows itself so impoverished that, like a traveler in a sandy desert longing for a simple drink of water, it seems to long for no more than the scant feeling of the divine in general for its refreshment. By what suffices for spirit we may measure the greatness of its loss.

9 Yet this contentment in receiving, or parsimony in giving, is not fitting for science. Anyone seeking only edification, anyone wishing to shroud the earthly diversity of existence and thought in mist and craving the indeterminate enjoyment of this indeterminate divinity, may look for it wherever it is to be found; they will easily find the means to conjure up some enthusiasm and puff themselves up with it. But philosophy must beware of wanting to be edifying.

10 Still less should this contentment, which renounces science, claim that such inspiration and obscurity are something higher than science. This prophetic talk imagines that it remains precisely at the center and in the depths, looks contemptuously upon 1807 XII determinateness (the horos), and deliberately keeps its distance from the concept and necessity, as from reflection, which dwells only in finitude. Yet just as there is an empty breadth, there is also an empty depth; just as there is an extension of substance that pours out into finite multiplicity without the strength to hold it together, so this is an intensity without substance which, holding itself to be sheer force without expansion, is the same as superficiality. The strength of spirit is only as great as its expression, its depth only as deep as it dares to spread out and lose itself in its exposition. At the same time, when this nonconceptual substantial knowing professes to have submerged the self's distinctive character in essence, and to philosophize truly and reverently, it conceals from itself that, instead of being devoted to God, its rejection of measure and determination merely gives free rein now to the contingency of content within itself, now to its own arbitrariness within that content. Abandoning themselves to the unrestrained fermentation of substance, such people imagine that, by veiling self-consciousness and surrendering understanding, they are his own, to whom God gives wisdom in sleep; 1807 XIII what they do indeed receive and bring forth in sleep is therefore also dreams.

11 It is not difficult, moreover, to see that our time is a time of birth and transition to a new period. Spirit has broken with the world of its existence and representation as it has been until now, and is on the point of sinking it into the past, engaged in the labor of its own transformation. Admittedly, spirit is never at rest, but always in advancing movement. Yet just as, in a child, after long, quiet nourishment, the first breath breaks off that gradual, merely quantitative progress—a qualitative leap—and now the child is born, so spirit, forming itself, ripens slowly and quietly toward its new shape, dissolving one small portion after another of the structure of its preceding world. Its tottering is indicated only by isolated symptoms; the frivolity and boredom spreading through the established order, the indeterminate intimation of something unknown, are heralds of something else approaching. This gradual crumbling, which did not alter the countenance of the whole, is interrupted by the dawn that, in a 1807 XIV flash, sets before us at once the structure of the new world.

12 But this new world has no more complete actuality than a newborn child, and it is essential not to lose sight of this. Its first appearance is only its immediacy, or its concept. Just as a building is not finished when its foundations have been laid, so the concept of the whole, once attained, is not the whole itself. Where we wish to see an oak in the strength of its trunk, the spread of its branches, and the masses of its foliage, we are not satisfied to be shown an acorn instead. Thus science, the crowning achievement of a world of spirit, is not complete at its beginning. The beginning of the new spirit is the product of a far-reaching revolution in manifold forms of cultivation, the prize of a path with many turns and of equally manifold effort and exertion. It is the whole that has returned into itself from its succession as well as its extension, the whole's simple concept as it has come to be. But the actuality of this simple whole consists in those configurations, now become moments, developing and giving themselves shape anew, but in their 1807 XV new element, in the meaning that has come to be.

13 While, on the one hand, the first appearance of the new world is only the whole veiled in its simplicity, or its universal ground, consciousness, on the other hand, still has the wealth of the preceding existence present in memory. It misses in the newly appearing shape the expansion and particularization of the content; still more, it misses the developed form through which differences are securely determined and ordered into their fixed relations. Without this development, science lacks universal intelligibility and appears to be the esoteric possession of a few individuals—an esoteric possession because it is as yet present only in its concept, or its inwardness; of a few individuals because its unexpanded appearance makes its existence something singular. Only what is completely determined is at the same time exoteric, comprehensible, capable of being learned and becoming everyone's property. The intelligible form of science is the path to it offered to everyone and made alike for all; and to attain rational knowing through understanding is the 1807 XVI just demand of consciousness as it approaches science. For understanding is thinking, the pure I in general; and what is intelligible is what is already familiar and common to science and unscientific consciousness, enabling the latter to enter the former immediately.

14 Science that is only beginning, and thus has not yet achieved either completeness of detail or perfection of form, is open to criticism on this account. But if such criticism is meant to strike at its essence, it would be as unjust as it is inadmissible to refuse to recognize the demand for this development. This opposition seems to be the principal knot at which scientific cultivation is presently wearing itself out, and about which it has not yet reached a proper understanding. One side insists on the wealth of material and intelligibility; the other disdains at least the latter and insists on immediate rationality and divinity. Even if the first side has been silenced, whether by the force of truth alone or also by the other's vehemence, and even if it feels itself overcome 1807 XVII as regards the foundation of the matter, it is not thereby satisfied as regards those demands, for they are justified but unfulfilled. Its silence belongs only half to the victory; the other half belongs to the boredom and indifference that usually follow expectations constantly aroused and promises left unfulfilled.

15 As regards content, those on the other side sometimes make it easy enough for themselves to achieve great breadth. They draw onto their ground a mass of material—namely, what is already known and ordered—and, by occupying themselves chiefly with peculiarities and curiosities, seem all the more to possess the rest, with which knowledge in its own way has already finished, while also mastering what is still unregulated; thus they seem to subject everything to the absolute idea, which thereby appears to be recognized in everything and to have grown into an extensive science. Yet closer examination shows that this expansion has not come about through one and the same thing giving itself different shapes; rather, it is the shapeless repetition of one and the same thing, merely applied externally 1807 XVIII to different material and acquiring a tedious semblance of diversity. The idea, which may well be true in itself, in fact never moves beyond its beginning if its development consists in nothing but such a repetition of the same formula. The knowing subject carrying one unmoving form around among what is given, the material dipped from outside into this resting element—this no more fulfills what is demanded than arbitrary fancies about the content do: what is demanded is a wealth springing from itself and a self-determining difference of shapes. Rather, it is a monochromatic formalism, which arrives at a differentiation of material only because that material is already prepared and familiar.

16 At the same time, this formalism maintains that such monotony and abstract universality are the absolute; it assures us that dissatisfaction with them shows an inability to seize the absolute standpoint and hold fast to it. If formerly the empty possibility of imagining something otherwise sufficed to refute a conception, and that same bare possibility, the universal thought, also possessed the entire positive 1807 XIX value of actual cognition, here likewise we see all value ascribed to the universal idea in this form of nonactuality, and the dissolution of the differentiated and determinate—or rather the casting of it into the abyss of emptiness, without further development or any justification in itself—passing for a speculative manner of contemplation. Here, to consider some existence as it is in the absolute consists in nothing more than saying that, although it has just been spoken of as something, in the absolute, in A = A, there is no such thing at all, but everything in it is one. To oppose this one piece of knowledge, that in the absolute everything is the same, to cognition that distinguishes and is fulfilled, or seeks and demands fulfillment—or to pass off one's absolute as the night in which, as the saying goes, all cows are black—is the naivety of a void of cognition. The formalism denounced and reviled by recent philosophy, and reproduced within that philosophy itself, will not disappear from science, even if its inadequacy is known and felt, until cognition of absolute actuality 1807 XX has become perfectly clear about its own nature. Since a general conception, when it precedes an attempt at its elaboration, makes that elaboration easier to grasp, it is useful to indicate its broad outline here, with the further intention of using the occasion to remove certain forms whose habitual use obstructs philosophical cognition.

17 In my view—which must justify itself through the presentation of the system itself—everything depends on grasping and expressing the true not as substance, but equally as subject. At the same time, it must be observed that substantiality encompasses the universal, or the immediacy of knowing, no less than that immediacy which is being, or immediacy for knowing. If conceiving God as the one substance outraged the age in which this determination was pronounced, the reason lay partly in the instinct that self-consciousness is submerged in it rather than preserved; but partly, too, the opposite position, which holds fast to thinking as thinking, to universality, is the same simplicity, or 1807 XXI undifferentiated, unmoving substantiality. And if, thirdly, thinking unites the being of substance as such with itself and grasps immediacy or intuition as thinking, the question remains whether this intellectual intuition does not fall back into inert simplicity and present actuality itself in a nonactual manner.

18 Living substance is, furthermore, the being that is in truth subject, or, what amounts to the same thing, that is in truth actual only insofar as it is the movement of positing itself, or the mediation of its becoming other with itself. As subject, it is pure, simple negativity, and thereby the splitting of the simple, or an opposing duplication that is in turn the negation of this indifferent diversity and its opposition. Only this self-restoring equality, or reflection into itself in otherness—not an original unity as such, or an immediate unity as such—is the true. It is the becoming of itself, the circle that presupposes its end as its purpose and has it as its beginning, and is actual only through its elaboration and its end.

1807 XXII

19 Thus the life of God and divine cognition may indeed be expressed as love's play with itself; but this idea sinks into edification and even insipidity if it lacks the seriousness, the pain, the patience, and the labor of the negative. In itself, that life may well be an unclouded equality and unity with itself, which takes neither otherness and alienation nor the overcoming of this alienation seriously. But this in-itself is abstract universality, in which its nature of being for itself, and thus the self-movement of form in general, is disregarded. If form is declared equal to essence, it is for that very reason a misunderstanding to suppose that cognition can be content with the in-itself or essence and dispense with form—that the absolute principle or absolute intuition makes the elaboration of the former or the development of the latter dispensable. Precisely because form is as essential to essence as essence is to itself, essence must be grasped and expressed not merely as essence, that is, as immediate substance or pure self-intuition of the divine, but equally as form, and 1807 XXIII in the entire wealth of developed form. Only thereby is it grasped and expressed as actual.

20 The true is the whole. But the whole is only the essence completing itself through its development. Of the absolute it must be said that it is essentially result, that only at the end is it what it is in truth; and its nature consists precisely in being something actual, subject, or the becoming of itself. However contradictory it may seem that the absolute is to be comprehended essentially as result, a little reflection corrects this appearance of contradiction. The beginning, the principle, or the absolute as first and immediately pronounced, is only the universal. Just as, when I say "all animals," these words cannot count as a zoology, so it is plain that the words "divine," "absolute," "eternal," and so forth do not express what is contained in them; and only such words do in fact express intuition as the immediate. Anything more than such a word, even the transition to a proposition, is a becoming-other that must be taken back, is a mediation. Yet mediation is what is regarded with horror, 1807 XXIV as though absolute cognition were surrendered by making more of it than merely that it is nothing absolute and does not exist at all in the absolute.

21 But this horror in fact stems from unfamiliarity with the nature of mediation and of absolute cognition itself. For mediation is nothing other than self-equality in movement, or reflection into itself, the moment of the I that is for itself, pure negativity, or simple becoming. The I, or becoming in general, this mediating, is, by virtue of its simplicity, precisely immediacy in the process of becoming, and the immediate itself. Thus reason is misunderstood when reflection is excluded from the true and not grasped as a positive moment of the absolute. Reflection makes the true a result, but equally sublates this opposition to its becoming; for this becoming is equally simple and therefore does not differ from the form of the true, which shows itself as simple in the result. Rather, it is precisely this having-returned into simplicity. Although the embryo is in itself a human being, it is not so for itself; it is so for itself only 1807 XXV as cultivated reason that has made itself what it is in itself. Only this is its actuality. But this result is itself simple immediacy, for it is self-conscious freedom, resting within itself, which has not set opposition aside and left it lying there, but is reconciled with it.

22 What has been said can also be expressed by saying that reason is purposive activity. The elevation of supposed nature above misunderstood thinking, and especially the banishment of external purposiveness, has brought the form of purpose in general into disrepute. Yet, as Aristotle too defines nature as purposive activity, purpose is the immediate, the resting element which itself moves, or is subject. Its abstract power to move is being-for-itself, or pure negativity. The result is the same as the beginning only because the beginning is purpose—or the actual is the same as its concept only because the immediate, as purpose, has the self, or pure actuality, within itself. The accomplished purpose, or the existent actual, is movement and unfolded 1807 XXVI becoming; but precisely this unrest is the self. It is therefore equal to the immediacy and simplicity of the beginning because it is the result, that which has returned into itself; but that which has returned into itself is precisely the self, and the self is self-related equality and simplicity.

23 The need to represent the absolute as subject made use of propositions such as "God is the eternal," or "the moral world order," or "love," and so forth. In such propositions the true is merely posited outright as subject, but not presented as the movement of reflecting itself into itself. A proposition of this kind begins with the word "God." By itself, this is a meaningless sound, a mere name; only the predicate says what he is, supplies its fulfillment and meaning. The empty beginning becomes actual knowing only in this end. In this respect, it is not apparent why one does not speak solely of the eternal, the moral world order, and so forth, or, as the ancients did, of pure concepts—being, the one, and so forth—of what constitutes the meaning, without adding the meaningless sound as well. Yet the word marks precisely that what is posited is not a being or essence 1807 XXVII or a universal in general, but something reflected into itself, a subject. At the same time, however, this is merely anticipated. The subject is assumed as a fixed point to which predicates are attached as their support by a movement belonging to the one who knows it, a movement not regarded as belonging to the point itself; yet only through that movement would the content be presented as subject. As this movement is constituted, it cannot belong to the subject; but once that point is presupposed, the movement cannot be constituted otherwise: it can only be external. Thus the anticipation that the absolute is subject is not only not the actuality of this concept, but even makes that actuality impossible; for the anticipation posits the subject as a resting point, whereas its actuality is self-movement.

24 Among the various consequences flowing from what has been said, one may single out this: knowing is actual, and can be presented, only as science or as system. Further, a so-called fundamental proposition or principle of philosophy, if true, is for that very reason also false, because it is a fundamental proposition or principle. It is therefore easy to refute it. 1807 XXVIII The refutation consists in showing its deficiency; but it is deficient because it is only the universal or principle, the beginning. If the refutation is thorough, it is drawn and developed from the principle itself—not effected from outside through opposing assurances and fancies. It would thus properly be the principle's development, and thereby the remedying of its deficiency, if it did not misunderstand itself by attending only to its negative side and failing to become conscious of the positive side of its progress and result as well. Conversely, the genuinely positive elaboration of the beginning is at the same time equally a negative attitude toward it, namely toward its one-sided form of being initially only immediate, or purpose. It may thus equally be taken as the refutation of what constitutes the ground of the system, but better as a demonstration that the ground, or principle, of the system is in fact only its beginning.

25 That the true is actual only as system, or that substance is essentially subject, is expressed in the conception that pronounces the absolute to be spirit—the most sublime concept, and one belonging to the modern age and its 1807 XXIX religion. The spiritual alone is the actual; it is essence, or what is in itself—that which relates itself, or is determinate, otherness and being-for-itself—and which, in this determinateness, or its being-outside-itself, remains within itself; or it is in and for itself. But initially it is this being-in-and-for-itself only for us, or in itself; that is, it is spiritual substance. It must also be this for itself—must be knowledge of the spiritual and knowledge of itself as spirit; that is, it must be an object to itself, but just as immediately an object that is mediated, that is, sublated, reflected into itself. It is for itself only for us insofar as its spiritual content is produced by itself; but insofar as it is for itself also for its own self, this self-production, the pure concept, is at the same time its objective element, in which it has its existence. In this way, in its existence, it is for itself an object reflected into itself. Spirit that knows itself thus as spirit is science. Science is its actuality and the realm it builds for itself in its own element.

26 Pure self-cognition in absolute otherness, this ether as such, is the ground 1807 XXX and soil of science, or knowing in general. The beginning of philosophy presupposes or demands that consciousness inhabit this element. But this element itself attains its completion and transparency only through the movement of its becoming. It is pure spirituality, or the universal, which has the mode of simple immediacy. Because it is the immediacy of spirit, because substance in general is spirit, it is transfigured essentiality, reflection that is itself simple, or immediacy, being that is reflection into itself. Science, for its part, demands that self-consciousness have raised itself into this ether in order to be able to live, and to live, with science and in it. Conversely, the individual has the right to demand that science at least provide the ladder to this standpoint. This right rests on the individual's absolute independence, which it knows it possesses in every shape of its knowing; for in each, whether recognized by science or not, and whatever its content, the individual is at the same time absolute form, or has immediate certainty of itself, and, if this expression 1807 XXXI is preferred, thereby unconditional being. If science regards the standpoint of consciousness—knowing objective things in opposition to itself, and itself in opposition to them—as its other, regarding that in which consciousness is at home as, rather, the loss of spirit, consciousness in turn regards the element of science as a remote beyond in which it no longer possesses itself. Each of these two sides seems to the other the inversion of truth. For natural consciousness to entrust itself immediately to science is an attempt, attracted by it knows not what, to walk on its head for a change; the compulsion to adopt this unfamiliar posture and move about in it is a violence it is expected to inflict upon itself, as unprepared for as it seems unnecessary. Whatever science may be in itself, in relation to immediate self-consciousness it presents itself as something inverted in opposition to it; or, because immediate self-consciousness is the principle of actuality, science bears the form of nonactuality so long as self-consciousness stands for itself outside it. Science must therefore unite that element with itself, 1807 XXXII or rather show that and how it belongs to science itself. Lacking actuality, science is only the in-itself, the purpose that is as yet only something inward, not spirit but initially only spiritual substance. It must express itself and become for itself; this means nothing other than that it must posit self-consciousness as one with itself.

27 It is this becoming of science in general, or of knowing, that this Phenomenology of Spirit presents as the first part of its system. Knowing as it first is, or immediate spirit, is what is devoid of spirit, or sensuous consciousness. To become knowing proper, or to produce the element of science that is its pure concept, it must labor its way along a long path. This becoming, as set forth in its content and the shapes that appear within it, appears as something other than the guidance of unscientific consciousness to science; also as something other than the grounding of science—and certainly as something other than the inspiration which begins immediately with absolute knowing, as though shot from a pistol, and has already finished 1807 XXXIII with other standpoints simply by declaring that it takes no notice of them.

28 But the task of leading the individual from its uncultivated standpoint to knowing had to be grasped in its universal sense, and the universal individual, world spirit, considered in its cultivation. As regards the relation between the two, each moment appears in the universal individual as it acquires concrete form and a shape of its own. The particular individual, however, is incomplete spirit, a concrete shape whose entire existence falls within one determinateness, and in which the others are present only in blurred outlines. In spirit that stands higher than another, the lower concrete existence has sunk to an inconspicuous moment; what was formerly the matter itself is now only a trace; its shape is veiled and has become a simple shading. The individual whose substance is the higher spirit passes through this past in the way someone taking up a higher science goes through the preparatory knowledge long possessed, in order to bring its content to mind: they recall its memory without 1807 XXXIV dwelling on it or finding their interest there. Thus each individual also passes through the stages of cultivation of universal spirit, but as shapes spirit has already laid aside, as stages of a path already worked out and leveled. In matters of knowledge, we see what occupied the mature minds of men in earlier ages reduced to the knowledge, exercises, and even games of boyhood; and in educational progress we shall recognize the history of the world's cultivation traced, as it were, in silhouette. This past existence is already acquired property of universal spirit, which constitutes the substance of the individual, or its inorganic nature. From the individual's side, its cultivation in this respect consists in acquiring what is thus given, consuming its inorganic nature within itself and taking possession of it for itself. But this is equally nothing other than universal spirit, or substance, giving itself its self-consciousness, or its becoming and reflection into itself.

29 Science presents this formative movement both in its detail and necessity, and also presents in its configuration what has already sunk to a 1807 XXXV moment and possession of spirit. The goal is spirit's insight into what knowing is. Impatience demands the impossible: attaining the goal without the means. On the one hand, the length of this path must be endured, for every moment is necessary; on the other, one must dwell at each, for each is itself an individual, entire shape, and is considered absolutely only insofar as its determinateness is considered as a whole or something concrete, or the whole is considered in the distinctive character of this determination. Because the substance of the individual, because world spirit, has had the patience to pass through these forms over the long extension of time and undertake the immense labor of world history, and because it could attain consciousness of itself through no lesser labor, the individual certainly cannot comprehend its substance with less. Meanwhile, its labor is also lighter, because this has been accomplished in itself—the content is already actuality effaced into possibility, immediacy subdued. Already something thought, it is the property of individuality; it is no longer existence that must be transformed into being-in-itself, 1807 XXXVI but only the in-itself into the form of being-for-itself. The manner of this must be determined more closely.

30 What the individual is spared in this movement is the sublation of existence; what still remains, however, is representation and familiarity with the forms. Existence taken back into substance has, through that first negation, only been transferred immediately into the element of the self; thus it still has the same character of uncomprehended immediacy or unmoving indifference as existence itself, or has merely passed into representation. At the same time it has thereby become something familiar, something spirit has finished with, in which its activity, and hence its interest, no longer resides. If the activity that finishes with existence is immediate or existent mediation, and thus the movement only of particular spirit that does not comprehend itself, knowing, by contrast, is directed against the representation thereby produced, against this familiarity; it is the activity of the universal self and the interest of thinking.

31 What is familiar is not, merely because it is familiar, cognized. The 1807 XXXVII most common way of deceiving oneself and others is to presuppose something as familiar in cognition, and to accept it as such; for all its talk back and forth, such knowing never moves from the spot, without knowing what is happening to it. Subject and object, and so forth, God, nature, understanding, sensibility, and so forth, are uncritically taken as familiar and valid foundations, and constitute fixed points both of departure and return. The movement goes back and forth between these points, which remain unmoved, and thus proceeds only over their surface. Accordingly, apprehension and examination also consist in seeing whether everyone finds what is said of them in their own representation, whether it seems so and is familiar to them or not.

32 The analysis of a representation, as formerly practiced, was already nothing other than the sublation of the form of its familiarity. To separate a representation into its original elements is to return to its moments, which at least do not have the form of the representation as found, but constitute the immediate property of the self. Admittedly, this analysis arrives only at thoughts that are themselves familiar, fixed, and 1807 XXXVIII resting determinations. But this separated, nonactual element is itself an essential moment; for only by separating itself and making itself nonactual is the concrete self-moving. The activity of separation is the power and labor of the understanding, the most astonishing and greatest power—or rather, absolute power. The circle that rests enclosed within itself and, as substance, holds its moments, is the immediate and therefore unastonishing relation. But that the accidental, detached from its surrounding context as such—that what is bound and actual only in its connection with something else—should acquire an existence of its own and a separate freedom: this is the tremendous power of the negative; it is the energy of thinking, of the pure I. Death, if we wish to call that nonactuality by this name, is the most dreadful thing; and to hold fast to what is dead requires the greatest strength. Powerless beauty hates the understanding because it demands of beauty what beauty cannot do. Yet the life of spirit is not the life that shrinks from death and keeps itself untouched by devastation, but the life that endures death and maintains itself in it. Spirit wins its truth only when, in absolute dismemberment, 1807 XXXIX it finds itself. It is not this power as the positive that looks away from the negative, as when we say of something that it is nothing or false, and then, having finished with it, turn away to something else. Rather, spirit is this power only by looking the negative in the face and dwelling with it. This dwelling is the magical power that converts the negative into being. It is the same as what was called subject above: by giving determinateness existence in its element, subject sublates abstract immediacy—that is, immediacy that merely is in general—and is thereby true substance, being or immediacy that does not have mediation outside itself, but is itself mediation.

33 That what is represented should become the property of pure self-consciousness, this elevation to universality in general, is only one side, not yet completed cultivation. The mode of study in antiquity differs from that of modern times in that the former was the actual, thorough cultivation of natural consciousness. Testing itself particularly at every part of its existence and philosophizing about everything it encountered, it produced itself as a universality active through and through. In 1807 XL modern times, by contrast, the individual finds the abstract form ready-made; the effort to grasp and appropriate it is more an unmediated forcing forth of the inward and a truncated production of the universal than the latter's emergence from the concrete and the diversity of existence. The work now therefore consists not so much in purifying the individual of the immediate sensuous mode and making it into substance that thinks and is thought, as rather in the opposite: actualizing and animating the universal through the sublation of fixed, determinate thoughts. But it is far harder to bring fixed thoughts into fluidity than sensuous existence. The reason is the one already given: those determinations have the I, the power of the negative or pure actuality, as the substance and element of their existence; sensuous determinations, by contrast, have only powerless abstract immediacy, or being as such. Thoughts become fluid when pure thinking, this inward immediacy, recognizes itself as a moment, or when pure self-certainty abstracts from itself—not leaving itself out or setting itself aside, but relinquishing the fixity 1807 XLI of its self-positing, both the fixity of the pure concrete that the I itself is in opposition to differentiated content, and the fixity of differentiated elements which, posited in the element of pure thinking, share in that unconditionality of the I. Through this movement pure thoughts become concepts, and only then are what they are in truth: self-movements, circles, what their substance is—spiritual essentialities.

34 This movement of pure essentialities constitutes the nature of scientific form in general. Considered as the interconnection of its content, it is the necessity and expansion of that content into an organic whole. Through it, the path by which the concept of knowing is attained likewise becomes a necessary and complete becoming, so that this preparation ceases to be a contingent philosophizing that attaches itself, as chance dictates, to this or that object, relation, or thought of imperfect consciousness, or seeks to ground the true by reasoning back and forth, drawing conclusions and inferences from determinate thoughts. Instead, through the movement of the concept, this path will encompass the complete 1807 XLII worldliness of consciousness in its necessity.

35 Such a presentation further constitutes the first part of science because the existence of spirit, as what comes first, is nothing other than the immediate or the beginning, while the beginning is not yet spirit's return into itself. The element of immediate existence is therefore the determinateness distinguishing this part of science from the others. Stating this difference leads to a discussion of some fixed thoughts that customarily arise here.

36 The immediate existence of spirit, consciousness, has the two moments of knowing and objectivity negative to knowing. As spirit develops in this element and unfolds its moments, this opposition belongs to them, and they all appear as shapes of consciousness. The science of this path is the science of the experience consciousness undergoes; substance is considered as it and its movement are consciousness's object. Consciousness knows and comprehends nothing but what is in its experience; for what is in experience is only spiritual substance, specifically as the object of its self. 1807 XLIII But spirit becomes an object, for it is this movement of becoming an other to itself, that is, the object of its own self, and sublating this otherness. And experience is precisely the name for this movement in which the immediate, the unexperienced—that is, the abstract, whether of sensuous being or of a simple element merely thought—alienates itself and then returns to itself from this alienation, and only now is thereby presented in its actuality and truth, and is also the property of consciousness.

37 The inequality occurring in consciousness between the I and the substance that is its object is their difference, the negative in general. It may be regarded as the deficiency of both, but it is their soul, or what moves them; for this reason some of the ancients comprehended the void as what moves, grasping what moves as the negative, but not yet grasping the negative as the self. Now, although this negative initially appears as the inequality of the I with the object, it is equally the inequality of substance with itself. What seems to take place outside substance, to be an activity against it, is its own doing, and substance shows itself 1807 XLIV to be essentially subject. When it has shown this completely, spirit has made its existence equal to its essence; it is an object to itself as it is, and the abstract element of immediacy and of the separation of knowing and truth is overcome. Being is absolutely mediated; it is substantial content that is just as immediately the property of the I, self-like, or the concept. With this, the Phenomenology of Spirit concludes. What spirit prepares for itself in it is the element of knowing. In this element the moments of spirit now spread out in the form of simplicity, which knows its object as itself. They no longer fall apart into the opposition of being and knowing, but remain in the simplicity of knowing, are the true in the form of the true, and their diversity is only diversity of content. Their movement, organizing itself in this element into a whole, is logic, or speculative philosophy.

38 Since that system of spirit's experience encompasses only its appearance, the advance from it to the science of the true, which is in the shape of the true, seems merely negative; and one might 1807 XLV wish to be spared the negative as the false, and demand to be led straight to truth: why occupy oneself with the false? The demand already discussed above, that one should begin immediately with science, must here be answered with regard to the nature of the negative as the false in general. Conceptions concerning this chiefly obstruct entry into truth. This will provide an occasion to speak of mathematical cognition, which unphilosophical knowing regards as the ideal that philosophy ought to strive to attain, but has so far striven for in vain.

39 The true and the false belong among the determinate thoughts held motionless to be separate essences, one standing fixed and isolated on this side, the other on that, with no communion between them. Against this it must be maintained that truth is not a minted coin that can be handed over ready-made and pocketed as it is. Nor is there a false, any more than there is an evil. Admittedly, evil and falsity are not as bad as the devil, for in him they are even made into a particular subject; as falsity and 1807 XLVI evil they are only universals, yet still have an essentiality of their own in relation to one another. The false—for it alone is at issue here—would be the other, the negative of substance, which, as the content of knowing, is the true. But substance is itself essentially the negative, partly as differentiation and determination of content, partly as simple differentiating, that is, as self and knowing in general. One can indeed know falsely. That something is known falsely means that knowing is unequal to its substance. Yet this very inequality is differentiating in general, which is an essential moment. Their equality does indeed arise from this differentiation, and this equality that has come to be is truth. But it is not truth as though the inequality had been discarded like dross from pure metal, nor even as the tool is left apart from the finished vessel; rather, inequality, as the negative, as the self, is itself still immediately present in the true as such. Yet it cannot therefore be said that the false constitutes a moment, let alone a component, of the true. In the expression that there is something true in everything false, the two are treated 1807 XLVII like oil and water, which cannot mix and are combined only externally. Precisely because these terms signify the moment of complete otherness, they must no longer be used where that otherness is sublated. Just as the expression "the unity of subject and object," of finite and infinite, of being and thinking, and so forth, has the awkwardness that object and subject and so forth mean what they are outside their unity, and are thus not meant within the unity as what their expression says, so the false is no longer, as false, a moment of truth.

40 Dogmatism in the manner of thinking in knowledge and in the study of philosophy is nothing other than the opinion that the true consists in a proposition that is a fixed result, or is immediately known. Questions such as when Caesar was born, how many toises a stadion contained and which stadion was meant, and so forth, should receive a precise answer; likewise it is determinately true that the square of the hypotenuse equals the sum of the squares of the other two sides of a right triangle. But the nature of such a so-called truth is 1807 XLVIII different from the nature of philosophical truths.

41 As regards historical truths, to mention them briefly, insofar as their purely historical aspect is considered, it will readily be conceded that they concern singular existence, a content in its contingency and arbitrariness, determinations of it that are not necessary. Yet even such bare truths as the example cited are not without the movement of self-consciousness. To know one of them, much must be compared, books consulted, or investigation undertaken in some other way; even in the case of immediate intuition, knowledge of it together with its reasons is alone held to have true value, although supposedly it is really only the bare result that matters.

42 As for mathematical truths, still less would someone be regarded as a geometer who knew Euclid's theorems by rote, without their proofs, without knowing them, as one might put it by contrast, from within. Likewise, knowledge acquired by measuring many 1807 XLIX right triangles, that their sides stand in the familiar relation to one another, would be considered unsatisfactory. Yet even in mathematical cognition, the essentiality of proof does not have the meaning and nature of being a moment of the result itself; rather, in the result the proof is over and has vanished. As a result, the theorem is indeed something recognized as true. But this added circumstance does not concern its content, only its relation to the subject; the movement of mathematical proof does not belong to what is the object, but is an activity external to the matter. Thus the nature of the right triangle does not itself divide up in the way presented in the construction necessary to prove the proposition expressing its relation; the entire production of the result is a course and means of cognition. In philosophical cognition too, the becoming of existence as existence differs from the becoming of essence, or the inner nature of the matter. But first, philosophical cognition contains both, whereas mathematical cognition presents only the becoming of existence, that is, of the being of the nature of the matter in cognition as 1807 L such. Second, philosophical cognition also unites these two particular movements. The inward arising, or becoming of substance, is inseparably a passing over into the outward, or into existence, being for another; and conversely, the becoming of existence is a taking itself back into essence. Movement is thus the twofold process and becoming of the whole, so that each at the same time posits the other, and each therefore also has both within it as two aspects. Together they constitute the whole by dissolving themselves and making themselves its moments.

43 In mathematical cognition, insight is an activity external to the matter; it follows that the true matter is altered by it. Thus the means—construction and proof—certainly contains true propositions, but it must equally be said that the content is false. In the above example, the triangle is torn apart, and its parts added to other figures that the construction brings into being upon it. Only at the end is the triangle restored—the triangle that is really at issue, that was lost sight of in the course of the procedure and appeared only in pieces belonging to other wholes. Here, then, we see 1807 LI negativity of content enter as well, which would have to be called a falsity of that content just as much as the disappearance of thoughts held fixed in the movement of the concept.

44 But the actual deficiency of this cognition concerns both cognition itself and its material in general. As regards cognition, first, the necessity of the construction is not discerned. It does not emerge from the concept of the theorem, but is prescribed; and one must blindly obey the instruction to draw precisely these lines, when infinitely many others could be drawn, knowing no more than the good faith that this will serve to carry out the proof. Afterward this fitness for purpose does indeed become apparent, but it is only external precisely because it appears only afterward, in the proof. Likewise, the proof follows a path that begins somewhere, without our yet knowing its relation to the result that is to emerge. Its progress takes up these determinations and relations and leaves others aside, without our immediately seeing according to what necessity; an external purpose governs this movement.

1807 LII

45 The self-evidence of this deficient cognition, in which mathematics takes pride and with which it boasts against philosophy, rests solely on the poverty of its purpose and the deficiency of its material, and is therefore of a kind philosophy must disdain. Its purpose, or concept, is magnitude. This is precisely the inessential, nonconceptual relation. The movement of knowing therefore proceeds on the surface, does not touch the matter itself, the essence or concept, and is for that reason no comprehending. The material about which mathematics provides its gratifying store of truths is space and the one. Space is the existence into which the concept inscribes its differences as into an empty, dead element, in which they are likewise unmoving and lifeless. The actual is not something spatial in the way it is considered in mathematics; neither concrete sensuous intuition nor philosophy concerns itself with the kind of nonactuality mathematical things are. In such a nonactual element there is accordingly only nonactual truth, that is, fixed, dead propositions; one can stop at any of them. The next begins afresh on its own, 1807 LIII without the first moving itself onward into the other, and without a necessary connection thereby arising through the nature of the matter itself. Because of that principle and element—and herein lies the formal character of mathematical self-evidence—knowing also proceeds along the line of equality. For what is dead, because it does not move itself, does not arrive at differences of essence, at essential opposition or inequality, and hence not at the transition of one opposite into the other, not at qualitative, immanent movement, not at self-movement. For magnitude, the inessential difference, is all that mathematics considers. It abstracts from the fact that the concept divides space into its dimensions and determines their connections and the connections within them; it does not consider, for example, the relation of line to plane; and where it compares the diameter of a circle with its circumference, it encounters their incommensurability, that is, a relation of the concept, an infinite that eludes its determination.

46 Immanent, so-called pure mathematics also does not set time as time against 1807 LIV space as the second material of its consideration. Applied mathematics does indeed deal with time, as with movement and other actual things, but it takes synthetic propositions—that is, propositions about their relations as determined by their concept—from experience, and merely applies its formulas to these presuppositions. That the so-called proofs it frequently gives of such propositions—as those concerning the equilibrium of the lever, the relation of space and time in falling motion, and so forth—are offered and accepted as proofs is itself only a proof of how great cognition's need for proof is: where it has nothing more, it esteems even the empty semblance of proof and finds satisfaction in it. A critique of those proofs would be as noteworthy as it would be instructive, partly to cleanse mathematics of this false finery, partly to show its limits and, from them, the necessity of another kind of knowing. As for time, which one might suppose would constitute, as the counterpart of space, the material of the other part of pure mathematics, it is the existent concept itself. The principle of 1807 LV magnitude, of nonconceptual difference, and the principle of equality, of abstract, lifeless unity, cannot occupy themselves with that pure unrest of life and absolute differentiation. Thus this negativity becomes the second material of this cognition only as paralyzed, namely as the one; this cognition, an external activity, degrades what moves itself into mere material, so as now to have in it an indifferent, external, lifeless content.

47 Philosophy, by contrast, considers not inessential determination, but determination insofar as it is essential; its element and content are not the abstract or nonactual, but the actual, what posits itself and lives within itself, existence in its concept. It is the process that produces and passes through its moments, and this entire movement constitutes the positive and its truth. This truth therefore equally encompasses the negative, what would be called the false if it could be considered something from which one should abstract. Rather, the vanishing must itself be regarded as essential, not in the determination of something fixed, cut off from the true 1807 LVI and left lying outside it, no one knows where; nor is the true to be regarded as the resting, dead positive on the other side. Appearance is the arising and passing away that itself does not arise and pass away, but is in itself and constitutes the actuality and movement of the life of truth. The true is thus the Bacchic revel in which no member is sober; and because each, in separating itself, just as immediately dissolves, the revel is equally transparent and simple repose. Before the tribunal of that movement, the individual shapes of spirit, like determinate thoughts, do not endure; but they are positive, necessary moments just as much as they are negative and vanishing. In the whole of the movement, grasped as repose, what differentiates itself within it and gives itself particular existence is preserved as something that recollects itself, whose existence is knowing itself, just as this knowing is equally immediately existence.

48 It might seem necessary to say more in advance about the method of this movement, or of science. But its concept already lies in what has been said, and its actual 1807 LVII presentation belongs to logic, or rather is logic itself. For method is nothing other than the structure of the whole set forth in its pure essentiality. As regards what has hitherto been current on this subject, however, we must be conscious that the system of representations concerning what philosophical method is also belongs to a vanished cultivation. If this should sound boastful or revolutionary—a tone from which I know myself to be far removed—it should be remembered that the scientific display lent by mathematics—definitions, divisions, axioms, sequences of theorems, their proofs, fundamental propositions, and the deductions and inferences drawn from them—is already, at least in opinion itself, outdated. Even if its unsuitability is not clearly understood, little or no use is made of it any longer, and even if it is not disapproved in itself, it is not loved. Yet we must have the prejudice in favor of excellence that it establishes itself in use and makes itself liked. It is not difficult to see, however, that the manner of putting forward a proposition, adducing reasons for it, and likewise 1807 LVIII refuting the opposite proposition with reasons, is not the form in which truth can appear. Truth is its own movement within itself, whereas that method is cognition external to its material. It is therefore peculiar to mathematics and must be left to it, since, as noted, mathematics has the nonconceptual relation of magnitude for its principle and dead space, as well as the equally dead one, for its material. In a freer manner, too—that is, mingled more with arbitrariness and contingency—it may remain in ordinary life, in conversation or historical instruction aimed more at curiosity than cognition, as a preface more or less is. In ordinary life, consciousness has for its content items of knowledge, experiences, sensuous concrete things, also thoughts and principles—in general, whatever counts as something given, or as a fixed, resting being or essence. Consciousness partly runs along this content, partly interrupts its connection by freely exercising its arbitrary will upon it, and behaves as an external determining and handling of it. It traces the content back to something certain, if only to the feeling of the moment, and conviction is 1807 LIX satisfied when it has reached a resting point familiar to it.

49 But if the necessity of the concept banishes the looser course of argumentative conversation as well as the stiffer course of scientific pomp, it has already been recalled above that its place must not be taken by the absence of method in presentiment and inspiration, and the arbitrariness of prophetic speech, which despises not merely that kind of scientific form but scientific form altogether.

50 Equally, now that Kantian triplicity—as yet merely rediscovered by instinct, still dead and uncomprehended—has been raised to its absolute significance, and true form has thereby been established in its true content and the concept of science has emerged, we must not regard as scientific that use of this form through which we see it degraded into a lifeless schema, a veritable phantom, and scientific organization into a table. This formalism, already discussed in general above, whose manner we shall now specify more closely, imagines it has comprehended and expressed the nature and life of a 1807 LX shape when it has predicated of it some determination of the schema—whether subjectivity or objectivity, or magnetism, electricity, and so forth, contraction or expansion, east or west, and the like. These can be multiplied infinitely, since in this manner every determination or shape can in turn be used with another as a form or moment of the schema, and each can gratefully render the other the same service—a circle of reciprocity through which one learns nothing of the matter itself, neither what the one nor what the other is. In this procedure, sensuous determinations are partly taken from ordinary intuition, though they are supposed to mean something other than they say; partly, what has meaning in itself, the pure determinations of thought—subject, object, substance, cause, the universal, and so forth—is used just as unexamined and uncritically as in ordinary life, and like strengths and weaknesses, expansion and contraction. Thus that metaphysics is as unscientific as these sensuous representations.

1807 LXI

51 In place of the inner life and self-movement of an existence, such a simple determinateness drawn from intuition—here meaning sensuous knowing—is now pronounced according to a superficial analogy, and this external, empty application of the formula is called construction. Such formalism stands in the same case as every other. How dull would a mind have to be not to be taught in a quarter of an hour the theory that there are asthenic, sthenic, and indirectly asthenic diseases, with as many plans of treatment, and not to be transformed in this short time from a practitioner of routine into a theoretical physician, since such instruction was sufficient for this only recently? If the formalism of the philosophy of nature teaches, for example, that understanding is electricity, or the animal is nitrogen, or is equal to south or north, and so forth, or represents it—whether as baldly as expressed here or brewed together with more terminology—inexperience may well fall into admiring amazement at such power, which brings together what seems far apart, and at the violence this connection inflicts upon the resting sensuous element, giving it the semblance of a concept while 1807 LXII sparing itself the main thing, the expression of the concept itself or the meaning of the sensuous representation. It may revere profound genius in this, delight in the cheerful character of such determinations, since they replace the abstract concept with something intuitable and make it more pleasing, and congratulate itself on its intimated kinship of soul with such splendid activity. The trick of such wisdom is as quickly learned as it is easy to practice; once known, its repetition becomes as intolerable as the repetition of a conjuring trick one has seen through. The instrument of this monotonous formalism is no harder to handle than a painter's palette containing only two colors, say red and green, with which to color a surface red if a historical scene is wanted, green if a landscape is required. It would be difficult to decide which is greater here: the complacency with which everything in heaven, on earth, and under the earth is daubed with this wash, or the conceit concerning the excellence of this 1807 LXIII universal remedy; each supports the other. What this method produces, by sticking the few determinations of the universal schema onto everything heavenly and earthly, every natural and spiritual shape, and arranging everything in this way, is nothing less than a report as clear as sunlight on the organism of the universe: namely, a table resembling a skeleton with little labels pasted on, or the rows of closed jars with their attached labels in a grocer's shop. It is as clear as either of these; and just as in the former flesh and blood have been removed from the bones, while in the latter the thing itself, which is hardly alive either, is hidden in the jars, so this table has omitted or concealed the living essence of the matter. It has already been observed above that this manner also perfects itself into monochromatic absolute painting: ashamed even of the differences of the schema, it submerges them as belonging to reflection in the emptiness of the absolute, so that pure identity, formless whiteness, may be established. The uniform coloring of the schema and its lifeless determinations, this absolute identity, and the transition from one to 1807 LXIV the other are each as much dead understanding and external cognition as the rest.

52 Yet excellence not only cannot escape the fate of being thus drained of life and spirit, and of seeing lifeless knowing and its vanity drape themselves in its flayed skin. Rather, even in this fate we must recognize the power it exercises over hearts, if not over minds, as well as the development into universality and determinateness of form in which its perfection consists, and which alone makes it possible for this universality to be used for superficiality.

53 Science may organize itself only through the concept's own life; in it, the determinateness externally pasted onto existence from the schema is the self-moving soul of the fulfilled content. The movement of what is consists, on the one hand, in becoming an other to itself and thus becoming its own immanent content; on the other, it takes this unfolding, or this existence of its own, back into itself—that is, makes itself into a moment and simplifies itself into determinateness. In the former movement, negativity is differentiating and the positing of existence; in 1807 LXV this return into itself, it is the becoming of determinate simplicity. In this way the content shows that its determinateness is not received from another and attached to it; rather, it gives itself that determinateness and assigns itself, from itself, to a moment and a place in the whole. Tabulating understanding keeps to itself the necessity and concept of the content, what constitutes the concrete, the actuality and living movement of the matter it arranges—or rather, it does not keep this to itself, but does not know it; for if it possessed this insight, it would surely show it. It does not even know the need for such insight; otherwise it would abandon its schematizing, or at least know itself to possess in it no more than a table of contents. It gives only the table of contents, but does not supply the content itself. Even if the determinateness is one such as magnetism, something concrete or actual in itself, it has nevertheless sunk to something dead when it is merely predicated of another existence and not cognized as that existence's immanent life, or in the way it has its native and distinctive self-production and presentation within it. To add this 1807 LXVI main thing, formal understanding leaves to others. Instead of entering into the immanent content of the matter, it always surveys the whole and stands above the singular existence of which it speaks—that is, it does not see it at all. Scientific cognition, however, demands rather that we surrender ourselves to the life of the object, or, what is the same, have its inner necessity before us and express it. Immersing itself thus in its object, scientific cognition forgets that overview which is only knowing's reflection out of the content into itself. Yet, submerged in the material and advancing in its movement, it returns into itself—but not before the fulfillment, or content, takes itself back into itself, simplifies itself into determinateness, reduces itself to one side of an existence, and passes over into its higher truth. Thereby the simple whole that surveys itself emerges of itself from the wealth in which its reflection seemed lost.

54 In general, because, as expressed above, substance is in itself subject, all content is its own reflection into itself. The subsistence, or substance, of an 1807 LXVII existence is self-equality, for its inequality with itself would be its dissolution. But self-equality is pure abstraction, and this is thinking. When I say quality, I say simple determinateness; through quality an existence is distinguished from another, or is an existence; it is for itself, or subsists, through this simplicity with itself. But thereby it is essentially thought. Here it is comprehended that being is thinking; herein lies the insight usually lacking in ordinary nonconceptual talk of the identity of thinking and being. Now because the subsistence of existence is self-equality or pure abstraction, it is the abstraction of itself from itself, or is itself its inequality with itself and its dissolution—its own inwardness and withdrawal into itself—its becoming. Through this nature of what is, and insofar as what is has this nature for knowing, knowing is not an activity handling the content as something alien, not reflection into itself out of the content. Science is not that idealism which replaced assertive dogmatism as an assuring 1807 LXVIII dogmatism, or the dogmatism of self-certainty. Rather, as knowing sees the content return into its own inwardness, its activity is both immersed in the content, for it is the content's immanent self, and at the same time returned into itself, for it is pure self-equality in otherness. Thus it is the cunning that, seeming to refrain from activity, watches how determinateness and its concrete life, precisely in supposing itself to pursue its self-preservation and particular interest, is the reverse: an activity dissolving itself and making itself a moment of the whole.

55 If the significance of understanding was stated above from the side of the self-consciousness of substance, what has been said here illuminates its significance in the determination of substance as being. Existence is quality, self-equal determinateness or determinate simplicity, determinate thought; this is the understanding of existence. Thereby it is nous, as which Anaxagoras first recognized essence. Those after him comprehended the nature of existence more determinately as eidos or idea, that is, determinate universality, kind. The expression kind may seem too commonplace 1807 LXIX and too slight for the ideas, for the beautiful and holy and eternal, rampant in our time. But in fact the idea expresses neither more nor less than kind. Yet we now often see an expression that precisely designates a concept disdained, and another preferred which, if only because it belongs to a foreign language, envelops the concept in mist and thus sounds more edifying. Precisely in being determined as kind, existence is simple thought; nous, simplicity, is substance. Because of its simplicity or self-equality, substance appears fixed and enduring. But this self-equality is equally negativity; through it that fixed existence passes over into its dissolution. Determinateness at first seems to be what it is only through relating itself to another, and its movement seems inflicted upon it by an alien power; but that it has its otherness within itself and is self-movement is contained precisely in that simplicity of thinking itself. For this simplicity is self-moving and self-differentiating thought, its own inwardness, the pure concept. Thus the character of understanding is a becoming, and as this becoming it is rationality.

1807 LXX

56 Logical necessity in general consists in this nature of what is: to be its concept in its being. Logical necessity alone is the rational and the rhythm of the organic whole; it is knowing of the content just as much as the content is concept and essence—or it alone is the speculative. The concrete shape, moving itself, makes itself into simple determinateness; thereby it raises itself to logical form and is in its essentiality. Its concrete existence is only this movement and is immediately logical existence. It is therefore unnecessary to impose formalism externally on concrete content; the latter is in itself the transition into the former, which, however, ceases to be this external formalism because form is the native becoming of the concrete content itself.

57 This nature of scientific method—on the one hand, to be inseparable from the content, and on the other, to determine its rhythm through itself—has, as already recalled, its proper presentation in speculative philosophy. What has been said here does indeed express the concept, but can count for no more than an anticipatory assurance. Its truth does not lie in this partly narrative 1807 LXXI exposition; and it is therefore just as little refuted by assurances to the contrary, that things are not so but are instead thus and so, by recalling and recounting habitual representations as settled and familiar truths, or even by serving up and vouching for novelties from the shrine of inward divine intuition. Such a reception is usually knowing's first reaction to something unfamiliar, in order to save its freedom and its own insight, its own authority against an alien authority—for this is the shape in which what is now first encountered appears—and also to remove the appearance, and the supposed kind of disgrace, of having learned something. Likewise, when the unfamiliar is accepted with applause, the reaction of the same kind consists in what in another sphere was ultrarevolutionary speech and action.

58 What matters, therefore, in the study of science is to take upon oneself the strenuous labor of the concept. This requires attention to the concept as such, to simple determinations such as being-in-itself, being-for-itself, self-equality, and so forth; for these are pure 1807 LXXII self-movements that one might call souls, if their concept did not designate something higher than souls. To the habit of running along representations, their interruption by the concept is as irksome as it is to formal thinking that argues back and forth in nonactual thoughts. The former habit must be called material thinking, a contingent consciousness merely immersed in the material, which therefore finds it difficult at the same time to lift its self purely out of the material and be with itself. The other, argumentation, by contrast, is freedom from the content and vanity toward it; it is required to make the effort to surrender this freedom and, instead of being the arbitrarily moving principle of the content, to submerge this freedom in it, let it move through its own nature—that is, through the self as its own—and contemplate this movement. To refrain from intruding one's own fancies into the immanent rhythm of concepts, not to interfere with it through arbitrariness or wisdom acquired elsewhere: this restraint is itself an essential moment of attention to the concept.

1807 LXXIII

59 We must bring into sharper focus the two aspects of the argumentative attitude to which conceptual thinking is opposed. On the one hand, argumentation takes a negative attitude toward the content apprehended, knows how to refute and nullify it. The insight that things are not so is the merely negative; it is the final point, which does not itself go beyond itself to a new content. Rather, to have a content again, something else must be taken up from somewhere. It is reflection into the empty I, the vanity of its knowing. But this vanity expresses not only that this content is vain, but also that the insight itself is so; for it is the negative that does not behold the positive within itself. Because this reflection does not gain its own negativity as content, it is not in the matter at all, but always beyond it; hence it imagines that asserting emptiness always puts it further ahead than an insight rich in content. In conceptual thinking, by contrast, as shown earlier, the negative belongs to the content itself and is the 1807 LXXIV positive, both as the content's immanent movement and determination and as their whole. Grasped as result, it is what emerges from this movement, the determinate negative, and thereby equally a positive content.

60 But insofar as such thinking has a content, whether of representations or thoughts or a mixture of both, it has another aspect that makes comprehension difficult for it. The remarkable nature of this aspect is closely connected with the essence of the idea stated above, or rather expresses the idea as it appears as the movement that is apprehension in thought. Just as, in the negative attitude just discussed, argumentative thinking is itself the self into which the content returns, so, in its positive cognition, the self is instead a represented subject to which the content relates as accident and predicate. This subject constitutes the basis to which the content is attached, and upon which the movement runs back and forth. In conceptual thinking things are otherwise. Since the concept is the object's own self, presenting itself as its becoming, it is not a resting subject bearing accidents unmoved, but the concept that moves and takes its determinations back into 1807 LXXV itself. In this movement that resting subject itself perishes; it enters into the differences and content, and constitutes rather the determinateness—that is, the differentiated content—and its movement, instead of remaining opposed to it. Thus the firm ground that argumentation has in the resting subject wavers, and only this movement itself becomes the object. The subject that fulfills its content ceases to go beyond it and cannot have still other predicates or accidents. Conversely, the dispersion of the content is thereby bound beneath the self; the content is not the universal that, free from the subject, would belong to several subjects. Thus in fact the content is no longer predicate of the subject, but is the substance, the essence and concept of what is being discussed. Representational thinking, whose nature is to run along accidents or predicates and rightly, because they are no more than predicates and accidents, to go beyond them, is checked in its course when what has the form of a predicate in the proposition is substance itself. It suffers, to put it this way, a counterthrust. 1807 LXXVI Beginning from the subject as though this would remain the foundation, it finds, since the predicate is instead substance, that the subject has passed over into the predicate and is thereby sublated. And since what seems to be predicate has thus become the entire, independent mass, thinking cannot wander freely but is arrested by this weight. Ordinarily the subject is first laid down as the objective, fixed self; from here the necessary movement advances to the multiplicity of determinations or predicates. Here the knowing I itself takes the place of that subject and is the linking of the predicates and the subject that sustains them. But since that first subject enters into the determinations themselves and is their soul, the second subject, namely the knowing subject, still finds in the predicate the first subject, with which it supposes itself already finished and beyond which it wishes to return into itself. Instead of being able to act in the movement of the predicate, as argumentation about whether this or that predicate should be assigned to the subject, it still has to deal with the self of the content; it is to be not for itself, but together with this self.

1807 LXXVII

61 Formally, what has been said can be expressed as follows: the nature of judgment or the proposition in general, which includes the difference between subject and predicate, is destroyed by the speculative proposition, and the proposition of identity into which the former turns contains the counterthrust against that relation. This conflict between the form of a proposition in general and the unity of the concept that destroys it resembles the conflict in rhythm between meter and accent. Rhythm results from the suspended middle and union of the two. Likewise, in the philosophical proposition, the identity of subject and predicate is not to annihilate their difference, which the form of the proposition expresses; rather, their unity is to emerge as a harmony. The form of the proposition is the appearance of the determinate sense, or the accent distinguishing its fulfillment; but that the predicate expresses substance and the subject itself falls into the universal is the unity in which that accent dies away.

62 To illustrate what has been said by examples: in the proposition "God is being," the predicate is being; it has substantial meaning, in which the subject dissolves. Being is 1807 LXXVIII here meant to be not predicate but essence; thereby God seems to cease being what he is through the position of the proposition, namely the fixed subject. Instead of advancing in its transition from subject to predicate, thinking feels itself checked, since the subject is lost, and thrown back to the thought of the subject because it misses it. Or, since the predicate itself is pronounced as a subject, as being, as the essence exhausting the nature of the subject, thinking finds the subject immediately in the predicate as well. Now, instead of having entered into itself in the predicate and gained the free position of argumentation, it is still immersed in the content, or at least is required to be immersed in it. Likewise, when it is said that "the actual is the universal," the actual as subject vanishes in its predicate. The universal is not to have merely the meaning of a predicate, so that the proposition would say that the actual is universal; rather, the universal is to express the essence of the actual. Thus thinking loses the firm objective ground it had in the subject just as much as it is thrown back onto that ground in the predicate, and 1807 LXXIX in the predicate returns not into itself but into the subject of the content.

63 This unfamiliar check largely accounts for complaints about the unintelligibility of philosophical writings, provided the individual otherwise possesses the cultivation required to understand them. In what has been said we see the reason for the quite specific reproach often made against them, that several passages must first be read repeatedly before they can be understood—a reproach supposedly containing something improper and conclusive, so that, if justified, it permits no further reply. The preceding discussion makes clear how matters stand. The philosophical proposition, because it is a proposition, awakens the opinion that the ordinary relation of subject and predicate, and knowing's accustomed attitude, apply. Its philosophical content destroys this attitude and the opinion accompanying it; opinion experiences that something other than what it meant is meant, and this correction of its opinion compels knowing to return to the proposition and now grasp it differently.

64 One difficulty that ought to be avoided is the mixing of the speculative 1807 LXXX and argumentative manners, when what is said of the subject has at one time the meaning of its concept, but at another only the meaning of its predicate or accident. One manner disrupts the other, and only a philosophical exposition strictly excluding the ordinary relation between the parts of a proposition would achieve plastic form.

65 In fact, nonspeculative thinking too has a valid right that is disregarded in the manner of the speculative proposition. The sublation of the form of the proposition must not take place only immediately, through the mere content of the proposition. Rather, this opposite movement must be expressed; it must not be merely that inward check, but this return of the concept into itself must be presented. This movement, which accomplishes what proof was otherwise supposed to accomplish, is the dialectical movement of the proposition itself. It alone is the actual speculative element, and only its expression is speculative presentation. As a proposition, the speculative is only the inward check and the return of essence into itself that has no existence. Thus philosophical 1807 LXXXI expositions often refer us to this inward intuition, thereby sparing themselves the presentation of the proposition's dialectical movement that we demanded. The proposition is to express what the true is; but the true is essentially subject, and as such is only the dialectical movement, this course that produces itself, leads itself onward, and returns into itself. In other kinds of cognition, proof constitutes this aspect of expressed inwardness. But once dialectic was separated from proof, the concept of philosophical demonstration was in fact lost.

66 One may object here that dialectical movement likewise has propositions as its parts or elements; thus the difficulty indicated seems always to recur and to be a difficulty of the matter itself. This resembles what happens in ordinary proof, where the reasons it employs themselves require further grounding, and so on to infinity. But this form of grounding and conditioning belongs to the kind of proof from which dialectical movement differs, and thus to external cognition. As for dialectical movement itself, its element is the 1807 LXXXII pure concept; hence it has a content that is through and through subject in itself. Thus no content occurs that would behave as an underlying subject to which its meaning belonged as a predicate; the proposition is immediately a merely empty form. Apart from the self sensuously intuited or represented, it is chiefly the name as name that designates the pure subject, the empty, nonconceptual one. For this reason it may be useful, for example, to avoid the name "God," because this word is not immediately at the same time concept, but the proper name, the fixed repose of the underlying subject. By contrast, being, or the one, singularity, subject itself, and so forth immediately indicate concepts as well. Even if speculative truths are stated of that subject, their content nevertheless lacks the immanent concept because the subject is present only as a resting subject; and through this circumstance they readily acquire the form of mere edification. From this side, therefore, the obstacle lying in the habit of grasping the speculative predicate according to the form of the proposition, rather than as concept and essence, can be increased through the fault of the 1807 LXXXIII philosophical exposition itself, or diminished. Faithful to insight into the nature of the speculative, the presentation must retain the dialectical form and admit nothing except insofar as it is comprehended and is the concept.

67 Just as obstructive to the study of philosophy as the argumentative attitude is the nonargumentative conceit concerning established truths that their possessor thinks there is no need to return to, but lays down as foundations and believes capable of being pronounced, and used to judge and dismiss. From this side, it is particularly necessary that philosophizing once more be made a serious business. In all sciences, arts, skills, and crafts, the conviction prevails that to possess them requires manifold effort in learning and practice. With regard to philosophy, by contrast, the prejudice now seems to prevail that, although everyone has eyes and fingers and is not thereby able to make shoes if given leather and tools, everyone nevertheless immediately knows how to philosophize and judge philosophy 1807 LXXXIV because they possess the measure for it in their natural reason—as though they did not likewise possess the measure for a shoe in their foot. Possession of philosophy seems to be located precisely in the lack of knowledge and study, and philosophy to cease where these begin. It is frequently regarded as a formal knowing devoid of content, and there is a great lack of insight that what is truth, even in content, in any branch of knowledge or science can deserve this name only when it has been produced by philosophy; that the other sciences, however much they may try to reason without philosophy, cannot without it possess life, spirit, and truth within themselves.

68 As regards philosophy proper, we see immediate revelation of the divine and common sense—which has neither labored at nor cultivated itself through other knowledge or through actual philosophizing—regard themselves straightaway as a complete equivalent and as good a substitute for the long path of cultivation, for the movement as rich as it is deep through which spirit attains knowing, as chicory 1807 LXXXV is praised as a substitute for coffee. It is not pleasing to observe ignorance, and a crudity lacking form as much as taste, incapable of holding its thinking to an abstract proposition, still less to the connection of several, proclaim itself now freedom and tolerance of thought, now genius. The latter, as is well known, once ran rampant in poetry just as it now does in philosophy; but instead of poetry, the productions of this genius, when they had a meaning, produced trivial prose, or, if they went beyond it, deranged talk. So now a natural philosophizing, which considers itself too good for the concept and, because it lacks the concept, takes itself to be intuitive and poetic thinking, brings to market arbitrary combinations of an imagination merely disorganized by thought—creations that are neither fish nor flesh, neither poetry nor philosophy.

69 By contrast, flowing along the calmer bed of common sense, natural philosophizing offers up a rhetoric of trivial truths. If their insignificance is pointed out, it assures us in reply that their meaning and 1807 LXXXVI fulfillment are present in its heart, and must also be present in others, believing that in speaking of innocence of heart, purity of conscience, and the like, it has said ultimate things against which no objection can be made and beyond which nothing further can be demanded. But what mattered was that the best should not remain within, but be brought to daylight from this shaft. The effort of putting forward ultimate truths of that kind could long have been spared, for they have long been found, for example, in the catechism, in popular proverbs, and so forth. It is not difficult to catch such truths in their indeterminacy or distortion, often to show their very opposite within the consciousness that holds them. In trying to extricate itself from the confusion produced within it, this consciousness will fall into fresh confusion and may well burst out that things are definitely thus and thus, but those objections are sophistries—a catchword of ordinary common sense against cultivated reason, just as ignorance of philosophy has committed the expression daydreams to memory once and for all for use against it. By appealing to 1807 LXXXVII feeling, its inward oracle, common sense has finished with anyone who disagrees; it must declare that it has nothing further to say to anyone who does not find and feel the same within themselves. In other words, it tramples the root of humanity underfoot. For humanity's nature is to press toward agreement with others, and its existence lies only in the achieved community of consciousnesses. What is inhuman, what is animal, consists in remaining within feeling and being able to communicate only through it.

70 If one were to ask for a royal road to science, none more comfortable could be indicated than relying on common sense and, to keep up with the times and with philosophy, reading reviews of philosophical works, perhaps even their prefaces and opening paragraphs. These give the general principles on which everything depends; the reviews, besides historical information, also give the assessment which, precisely because it is an assessment, is even beyond what is assessed. This ordinary road is traveled in a dressing gown; but in the 1807 LXXXVIII vestments of a high priest strides the exalted feeling of the eternal, the holy, the infinite—a path that is rather itself already immediate being at the center, the genius of profound original ideas and lofty flashes of thought. Yet just as such depth does not yet reveal the source of essence, so these rockets are not yet the empyrean. True thoughts and scientific insight can be won only in the labor of the concept. It alone can produce the universality of knowing, which is neither the ordinary indeterminacy and poverty of common sense, but cultivated and complete cognition, nor the extraordinary universality of a rational capacity corrupted by indolence and the conceit of genius, but truth that has reached its native form and is capable of being the property of all self-conscious reason.

71 Since I locate that through which science exists in the self-movement of the concept, the consideration that the aspects cited, and other external aspects of our age's representations of the nature and shape of truth, diverge from this—indeed 1807 LXXXIX are wholly opposed to it—seems to promise no favorable reception for an attempt to present the system of science in this determination. Meanwhile, I may reflect that although, for example, the excellence of Plato's philosophy is sometimes located in his scientifically worthless myths, there have also been times, even called times of enthusiasm, in which Aristotelian philosophy was esteemed for its speculative depth, and Plato's Parmenides, perhaps the greatest work of art of ancient dialectic, was regarded as the true unveiling and positive expression of divine life. Even amid much obscurity in what ecstasy produced, this misunderstood ecstasy was in fact supposed to be nothing other than the pure concept. Further, the excellence of philosophy in our time itself places its value in scientific form and, even if others take it differently, in fact establishes itself only through that form. Thus I may also hope that this attempt to vindicate science for the concept and present it in this, its distinctive element, will know how to gain acceptance through the inner truth of the matter. We 1807 XC must be convinced that the true has the nature of making its way when its time has come, and appears only when that time has come, hence never appears too early or finds an unripe public; and also that the individual needs this effect in order to test against it what is still their solitary concern and experience the conviction, which initially belongs only to particularity, as something universal. But here the public must often be distinguished from those who behave as its representatives and spokespeople. In some respects the public behaves differently from these, indeed oppositely. If it good-naturedly takes the blame upon itself when a philosophical work does not appeal to it, these representatives, certain of their competence, lay all the blame on the writer. The effect upon the public is quieter than the activity of these dead when they bury their dead. If general insight is now altogether more cultivated, its curiosity more alert and its judgment more quickly determined, so that the feet of those who will carry you out are already at the door, one must often distinguish from this the slower effect that corrects 1807 XCI both the attention compelled by imposing assurances and the dismissive censure, and only after some time gives one party a contemporary world, while another thereafter has no posterity.

72 Moreover, in an age when the universality of spirit has grown so strong and singularity has, as is fitting, become so much more indifferent, and when that universality also holds to and demands its full scope and cultivated wealth, the share in spirit's total work falling to the activity of the individual can only be small. Thus the individual must, as the nature of science already entails, forget itself all the more, and certainly become and do what it can; but correspondingly less must be demanded of it, just as it may expect less of itself and claim less for itself.

Introduction

*Erster Theil*. *Wissenschaft der Erfahrung des Bewuſstseyns*.

73 Es ist eine natürliche Vorstellung, daſs, eh in der Philosophie an die Sache selbst, nemlich an das wirkliche Erkennen dessen, was in Wahrheit ist, gegangen wird, es nothwendig ſey, vorher über das Erkennen sich zu verständigen, das als das Werkzeug, wodurch man des Absoluten sich bemächtige, oder als das Mittel, durch welches hindurch man es erblicke, betrachtet wird. Die Besorgniſs scheint gerecht, theils daſs es verschiedene Arten der Erkenntniſs geben, und darunter eine geschickter als eine andere zur Erreichung dieses Endzwecks seyn möchte, hiemit durch falsche Wahl unter ihnen, — theils auch daſs, indem das Erkennen ein Vermögen von bestimmter Art und Umfange iſt, ohne die genauere Bestimmung seiner Natur und Gräntze, Wolken des Irrthums statt des Himmels der Wahrheit erfaſst werden. Dieſe Besorgniſs muſs sich wohl sogar in die Ueberzeugung verwandeln, daſs das ganze Beginnen, dasjenige, was An-sich ist, durch das Erkennen dem Bewuſstseyn zu erwerben, in seinem Begriffe widersinnig sey, und zwischen das Erkennen und das Absolute eine sie schlechthin scheidende Gräntze falle. Denn ist das Erkennen das Werkzeug, sich des absoluten Wesens zu bemächtigen, so fällt sogleich auf, daſs die Anwendung eines Werkzeugs auf eine Sache, sie vielmehr nicht läſst, 1807 4 wie sie für sich ist, sondern eine Formirung und Veränderung mit ihr vornimmt. Oder ist das Erkennen nicht Werkzeug unserer Thätigkeit, sondern gewissermaſsen ein passives Medium, durch welches hindurch das Licht der Wahrheit an uns gelangt, so erhalten wir auch so sie nicht, wie sie an sich, sondern wie sie durch und in diesem Medium ist. Wir gebrauchen in beyden Fällen ein Mittel, welches unmittelbar das Gegentheil seines Zwecks hervorbringt; oder das Widersinnige ist vielmehr, daſs wir uns überhaupt eines Mittels bedienen. Es scheint zwar, daſs diesem Uebelstande durch die Kenntniſs der Wirkungsweise des Werkzeugs abzuhelfen steht, denn sie macht es möglich, den Theil, welcher in der Vorstellung, die wir durch es vom Absoluten erhalten, dem Werkzeuge angehört, im Resultate abzuziehen, und so das Wahre rein zu erhalten. Allein, diese Verbesserung würde uns in der That nur dahin zurückbringen, wo wir vorher waren. Wenn wir von einem formirten Dinge das wieder wegnehmen, was das Werkzeug daran gethan hat, so ist uns das Ding, — hier das Absolute — gerade wieder so viel als vor dieser somit überflüssiger Bemühung. Sollte das Absolute durch das Werkzeug uns nur überhaupt näher gebracht werden, ohne etwas an ihm zu verändern, wie etwa durch die Leimruthe der Vogel, so würde es wohl, wenn es nicht an und für sich schon bey uns wäre und seyn wollte, dieser List spotten; denn eine List wäre in 1807 5 diesem Falle das Erkennen, da es durch sein vielfaches Bemühen ganz etwas anderes zu treiben sich die Miene gibt, als nur die unmittelbare und somit mühelose Beziehung hervor zu bringen. Oder wenn die Prüffung des Erkennens, das wir als ein Medium uns vorstellen, uns das Gesetz seiner Strahlenbrechung kennen lehrt, so nützt es eben so nichts, sie im Resultate abzuziehen; denn nicht das Brechen des Strahls, sondern der Strahl selbst, wodurch die Wahrheit uns berührt, ist das Erkennen, und dieses abgezogen, wäre uns nur die reine Richtung, oder der leere Ort bezeichnet worden.

74 Inzwischen wenn die Besorgniſs in Irrthum zu gerathen, ein Miſstrauen in die Wissenschaft ſetzt, welche ohne dergleichen Bedenklichkeiten ans Werk selbst geht und wirklich erkennt, so ist nicht abzusehen, warum nicht umgekehrt ein Miſstrauen in diſs Miſstrauen gesetzt, und beſorgt werden soll, daſs diese Furcht zu irren schon der Irrthum selbst ist. In der That setzt sie etwas und zwar manches als Wahrheit voraus, und stützt darauf ihre Bedenklichkeiten und Consequenzen, was selbst vorher zu prüffen ist, ob es Wahrheit sey. Sie setzt nemlich Vorstellungen von dem Erkennen als einem Werkzeuge und Medium, auch einen Unterschied unserer selbst von diesem Erkennen voraus; vorzüglich aber diſs, daſs das Absolute auf einer Seite stehe, und das Erkennen auf der andern Seite für sich und getrennt von dem Absoluten doch etwas reelles, oder hiemit, daſs das 1807 6 Erkennen, welches, indem es auſser dem Absoluten, wohl auch auſser der Wahrheit ist, doch wahrhaft sey; eine Annahme, wodurch das, was sich Furcht vor dem Irrthume nennt, sich eher als Furcht vor der Wahrheit zu erkennen gibt.

75 Diese Consequenz ergibt sich daraus, daſs das Absolute allein wahr, oder das Wahre allein absolut ist. Sie kann abgelehnt werden, durch den Unterschied, daſs ein Erkennen, welches zwar nicht, wie die Wissenschaft will, das Absolute erkennt, doch auch wahr; und das Erkennen überhaupt, wenn es dasselbe zu fassen zwar unfahig sey, doch anderer Wahrheit fähig seyn könne. Aber wir sehen nachgerade, daſs solches hin- und herreden, auf einen trüben Unterschied zwischen einem absoluten Wahren, und einem sonstigen Wahren hinaus läufft, und das Absolute, das Erkennen, und so fort, Worte sind, welche eine Bedeutung voraus setzen, um die zu erlangen es erst zu thun ist.

76 Statt mit dergleichen unnützen Vorstellungen und Redensarten, von dem Erkennen, als einem Werkzeuge, des Absoluten habhafft zu werden, oder als einem Medium, durch das hindurch wir die Wahrheit erblicken und so fort, — Verhältnisse, worauf wohl alle diese Vorstellungen von einem Erkennen, das vom Absoluten, und einem Absoluten, das von dem Erkennen getrennt ist, hinauslauffen, — statt mit den Ausreden, welche das Unvermögen der Wissenschaft aus der 1807 7 Voraussetzung solcher Verhältnisse schöpft, um von der Mühe der Wissenschaft zugleich sich zu befreyen, und zugleich sich das Ansehen eines ernsthaften und eifrigen Bemühens zu geben, — so wie statt mit Antworten auf alles dieses sich herumzuplacken, könnten sie als zufällige und willkührliche Vorstellungen geradezu verworfen, und der damit verbundne Gebrauch von Worten als dem Absoluten, dem Erkennen, auch dem Objectiven und Subjectiven, und unzähligen andern, deren Bedeutung als allgemem bekannt vorausgesetzt wird, sogar als Betrug angesehen werden. Denn das Vorgeben, theils daſs ihre Bedeutung allgemein bekannt ist, theils auch, daſs man selbst ihren Begriff hat, scheint eher nur die Hauptsache ersparen zu sollen, nemlich diesen Begriff zu geben. Mit mehr Recht dagegen könnte die Mühe gespart werden, von solchen Vorstellungen und Redensarten, wodurch die Wissenschaft selbst abgewehrt werden soll, überhaupt Notitz zu nehmen, denn sie machen nur eine leere Erscheinung des Wissens aus, welche vor der auftretenden Wissenschaft unmittelbar verschwindet. Aber die Wissenschaft darin, dass sie auftritt, ist sie selbst eine Erscheinung; ihr Auftreten ist noch nicht sie in ihrer Wahrheit ausgeführt und ausgebreitet. Es ist hiebey gleichgültig, sich vorzustellen, daſs sie die Erscheinung ist, weil sie neben anderem auftritt, oder jenes andere unwahre Wissen ihr Erscheinen zu nennen. Die Wissenschaft muſs 1807 8 sich aber von diesem Scheine befreyen; und sie kann diſs nur dadurch, daſs sie sich gegen ihn wendet. Denn sie kann ein Wissen, welches nicht wahrhafft ist, weder als eine gemeine Ansicht der Dinge nur verwerfen, und versichern, daſs sie eine ganz andere Erkenntniſs, und jenes Wissen für sie gar nichts ist; noch sich auf die Ahndung eines bessern in ihm selbst beruffen. Durch jene Versicherung erklärte sie ihr Seyn für ihre Krafft; aber das unwahre Wissen berufft sich eben so darauf, daſs es ist, und versichert, daſs ihm die Wissenschaft nichts ist; ein trockenes Versichern gilt aber gerade so viel als ein anderes. Noch weniger kann sie sich auf die bessere Ahndung beruffen, welche in dem nicht wahrhafften Erkennen vorhanden, und in ihm selbst die Hinweisung auf sie sey; denn einestheils berieffe sie sich ebenso wieder auf ein Seyn; anderntheils aber auf sich, als auf die Weise, wie sie im nicht wahrhafften Erkennen ist, das heiſst, auf eine schlechte Weise ihres Seyns, und auf ihre Erscheinung vielmehr, als darauf, wie sie an und für sich ist. Aus diesem Grunde soll hier die Darstellung des erscheinenden Wissens vorgenommen werden.

77 Weil nun diese Darstellung nur das erscheinende Wissen zum Gegenstande hat, so scheint sie selbst nicht die freye, in ihrer eigenthümlichen Gestalt sich bewegende Wissenschafft zu seyn, sondern sie kann von diesem Standpunkte aus, als der Weg des natürlichen Bewuſstseyns, das zum wahren 1807 9 Wissen dringt, genommen werden; oder als der Weg der Seele, welche die Reihe ihrer Gestaltungen, als durch ihre Natur ihr vorgesteckter Stationen durchwandert, daſs sie sich zum Geiste läutere, indem sie durch die vollständige Erfahrung ihrer selbst zur Kenntniſs desjenigen gelangt, was sie an sich selbst ist.

78 Das natürliche Bewuſstseyn wird sich erweisen, nur Begriff des Wissens, oder nicht reales Wissen zu seyn. Indem es aber unmittelbar sich vielmehr für das reale Wissen hält, so hat dieser Weg für es negative Bedeutung, und ihm gilt das vielmehr für Verlust seiner selbst was die Realisirung des Begriffs ist; denn es verliert auf diesem Wege seine Wahrheit. Er kann deſswegen als der Weg des Zweifels angesehen werden, oder eigentlicher als Weg der Verzweiflung; auf ihm geschieht nemlich nicht das, was unter zweifeln verstanden zu werden pflegt, ein Rütteln an dieser oder jener vermeynten Wahrheit, auf welches ein gehöriges wiederverschwinden des Zweifels und eine Rückkehr zu jener Wahrheit erfolgt, so daſs am Ende die Sache genommen wird wie vorher. Sondern er ist die bewuſste Einsicht in die Unwahrheit des erscheinenden Wissens, dem dasjenige das reellste ist, was in Wahrheit vielmehr nur der nichtrealisirte Begriff ist. Dieser sich vollbringende Stepticismus ist darum auch nicht dasjenige, womit wohl der ernsthafte Eifer um Wahrheit und Wissenschafft sich für diese fertig gemacht 1807 10 und ausgerüstet zu haben wähnt; nemlich mit dem Vorsatze, in der Wissenschaft auf die Autorität sich den Gedanken anderer nicht zu ergeben, sondern alles selbst zu prüffen und nur der eigenen Ueberzeugung zu folgen, oder besser noch, alles selbst zu produciren, und nur die eigne That für das Wahre zu halten. Die Reihe seiner Gestaltungen, welche das Bewuſstseyn auf diesem Wege durchläufft, ist vielmehr die ausführliche Geschichte der Bildung des Bewuſstseyns selbst zur Wissenschafft. Jener Vorsatz stellt die Bildung in der einfachen Weise des Vorsatzes als unmittelbar abgethan und geschehen vor; dieser Weg aber ist gegen dieſe Unwahrheit die wirkliche Ausführung. Der eigenen Ueberzeugung folgen, ist allerdings mehr als sich der Autorität ergeben; aber durch die Verkehrung des Dafürhaltens aus Autorität, in Dafürhalten aus eigener Ueberzeugung, ist nicht nothwendig der Innhalt desselben geändert und an die Stelle des Irrthums Wahrheit getreten. Auf die Autorität anderer oder aus eigener Ueberzeugung im Systeme des Meynens und des Vorurtheils zu stecken, unterscheidet sich von einander allein durch die Eitelkeit, welche der letztern Weise beywohnt. Der sich auf den ganzen Umfang des erscheinenden Bewuſstseyns richtende Skepticismus macht dagegen den Geist erst geschickt zu prüffen, was Wahrheit ist, indem er eine Verzweiflung an den sogenannten natürlichen Vorstellungen, Gedanken und Meynungen zustande bringt, 1807 11 welche es gleichgültig ist, eigene oder fremde zu nennen, und mit welchen das Bewuſstseyn, das geradezu ans Prüffen geht, noch erfüllt und behaftet, dadurch aber in der That dessen unfähig ist, was es unternehmen will.

79 Die Vollständigkeit der Formen des nicht realen Bewuſstseyns, wird sich durch die Nothwendigkeit des Fortganges und Zusammenhanges selbst ergeben. Um diſs begreiflich zu machen, kann im Allgemeinen zum voraus bemerkt werden, daſs die Darstellung des nicht wahrhaften Bewuſstseyns in seiner Unwahrheit, nicht eine bloſs negative Bewegung ist. Eine solche einseitige Ansicht hat das natürliche Bewuſstseyn überhaupt von ihr; und ein Wissen, welches diese Einseitigkeit zu seinem Wesen macht, ist eine der Gestalten des unvollendeten Bewuſstseyns, welche in den Verlauff des Weges selbst fällt, und darin sich darbieten wird. Sie ist nemlich der Skepticismus, der in dem Resultate nur immer das reine Nichts sicht, und davon abstrahirt, daſs diſs Nichts, bestimmt das Nichts dessen ist, woraus es resultirt. Das Nichts ist aber nur, genommen als das Nichts dessen, woraus es herkömmt, in der That das wahrhafte Resultat; es ist hiemit selbst ein bestimmtes und hat einen Innhalt. Der Skepticismus, der mit der Abstraction des Nichts oder der Leerheit endigt, kann von dieser nicht weiter fortgehen, sondern muſs es erwarten, ob, und was ihm etwa neues sich darbietet, um es in denselben leeren Abgrund zu 1807 12 werfen. Indem dagegen das Resultat, wie es in Wahrheit ist, aufgefaſst wird, als bestimmte Negation, so ist damit unmittelbar eine neue Form entsprungen, und in der Negation der Uebergang gemacht, wodurch sich der Fortgang durch die vollständige Reihe der Gestalten von selbst ergibt.

80 Das Ziel aber ist dem Wissen ebenso nothwendig, als die Reihe des Fortganges, gesteckt; es ist da, wo es nicht mehr über sich selbst hinaus zu gehen nöthig hat, wo es sich selbst findet, und der Begriff dem Gegenstande, der Gegenstand dem Begriffe entspricht. Der Fortgang zu diesem Ziele ist daher auch unaufhaltsam, und auf keiner frühern Station Befriedigung zu finden. Was auf ein natürliches Leben beschränkt ist, vermag durch sich selbst nicht über sein unmittelbares Daseyn hinauszugehen; aber es wird durch ein anderes darüber hinausgetrieben, und diſs hinausgerissen werden ist sein Tod. Das Bewuſstseyn aber ist für sich selbst sein Begriff, dadurch unmittelbar das hinausgehen über das Beschränkte, und, da ihm diſs Beschränkte angehört, über sich selbst; mit dem Einzelnen ist ihm zugleich das Jenseits gesetzt, wäre es auch nur, wie im räumlichen Anschauen, neben dem Beschränkten. Das Bewuſstseyn leidet also diese Gewalt, sich die beschränkte Befriedigung zu verderben, von ihm selbst. Bey dem Gefühle dieser Gewalt mag die Angst vor der Wahrheit wohl zurücktreten, und sich dasjenige, dessen Verlust droht, zu erhalten 1807 13 streben. Sie kann aber keine Ruhe finden; es sey daſs sie in gedankenloser Trägheit stehen bleiben will; der Gedanke verkümmert die Gedankenlosigkeit, und seine Unruhe stört die Trägheit; oder daſs sie als Empfindsamkeit sich befestigt, welche alles in seiner Art gut zu finden versichert; diese Versicherung leidet eben so Gewalt von der Vernunft, welche gerade darum etwas nicht gut findet, in so fern es eine Art ist. Oder die Furcht der Wahrheit mag sich vor sich und andern hinter dem Scheine verbergen, als ob gerade der heiſse Eifer für die Wahrheit selbst es ihr so schwer, ja unmöglich mache, eine andere Wahrheit zu finden, als die einzige der Eitelkeit, immer noch gescheuter zu seyn, als jede Gedanken, welche man aus sich selbst oder von andern hat; diese Eitelkeit, welche sich jede Wahrheit zu vereiteln, daraus in sich zurückzukehren versteht, und an diesem eignen Verstande sich weidet, der alle Gedanken immer aufzulösen und statt alles Innhalts nur das trockne Ich zu finden weiſs, ist eine Befriedigung, welche sich selbst überlassen werden muſs, denn sie flieht das Allgemeine, und sucht nur das Fürsichseyn.

81 Wie dieses vorläuffig und im allgemeinen über die Weise und Nothwendigkeit des Fortgangs gesagt worden ist, so kann noch über die Methode der Ausführung etwas zu erinnern dienlich seyn. Diese Darstellung als ein Verhalten der Wissenschaft zu dem erscheinenden Wissen, und als Untersuchung 1807 14 und Prüffung der Realität des Erkennens vorgestellt, scheint nicht ohne irgend eine Voraussetzung, die als Maſsstab zu Grunde gelegt wird, statt finden zu können. Denn die Prüffung besteht in dem Anlegen eines angenommenen Maſsstabes, und in der sich ergebenden Gleichheit oder Ungleichheit dessen, was geprüfft wird, mit ihm, die Entscheidung, ob es richtig oder unrichtig ist; und der Maſsstab überhaupt, und ebenso die Wissenschaft, wenn sie der Maſsstab wäre, ist dabey als das Wesen oder als das an sich angenommen. Aber hier, wo die Wissenschaft erst auftritt, hat weder sie selbst, noch was es sey, sich als das Wesen oder als das an sich gerechtfertigt; und ohne ein solches scheint keine Prüffung statt finden zu können.

82 Dieser Widerspruch und seine Wegräumung wird sich bestimmter ergeben, wenn zuerst an die abstracten Bestimmungen des Wissens und der Wahrheit erinnert wird, wie sie an dem Bewuſstseyn vorkommen. Dieses unterscheidet nemlich etwas von sich, worauf es sich zugleich bezieht; oder wie diſs ausgedrückt wird, es ist etwas für dasselbe; und die bestimmte Seite dieses Beziehens, oder des Seyns von Etwas für ein Bewuſstseyn ist das Wissen. Von diesem Seyn für ein anderes, unterscheiden wir aber, das an sich seyn; das auf das Wissen bezogene wird eben so von ihm unterschieden, und gesetzt als seyend auch ausser dieser Beziehung; die Seite dieses an sich heiſst Wahrheit. Was eigentlich an diesen 1807 15 Bestimmungen sey, geht uns weiter hier nichts an, denn indem das erscheinende Wissen unser Gegenstand ist, so werden auch zunächst seine Bestimmungen aufgenommen, wie sie sich unmittelbar darbieten; und so wie sie gefaſst worden sind, ist es wohl, daſs sie sich darbieten.

83 Untersuchen wir nun die Wahrheit des Wissens, so scheint es, wir untersuchen, was es an sich ist. Allein in dieser Untersuchung ist es unser Gegenstand, es ist für uns; und das an sich desselben, welches sich ergäbe, wäre so vielmehr sein Seyn für uns; was wir als sein Wesen behaupten würden, vielmehr nicht seine Wahrheit, sondern nur unser Wissen von ihm. Das Wesen oder der Maſsstab fiele in uns, und dasjenige, was mit ihm verglichen, und über welches durch diese Vergleichung entschieden werden sollte, hätte ihn nicht nothwendig anzuerkennen.

84 Aber die Natur des Gegenstandes, den wir untersuchen, überhebt dieser Trennung oder dieses Scheins von Trennung und Voraussetzung. Das Bewuſstseyn gibt seinen Maſsstab an ihm selbst, und die Untersuchung wird dadurch eine Vergleichung seiner mit sich selbst seyn; denn die Unterscheidung, welche so eben gemacht worden ist, fällt in es. Es ist in ihm eines für ein anderes, oder es hat überhaupt die Bestimmtheit des Moments des Wissens an ihm; zugleich ist ihm diſs andere nicht nur für es, sondern auch auſser dieser Beziehung oder an sich; 1807 16 das Moment der Wahrheit. An dem also, was das Bewuſstseyn innerhalb seiner für das an sich oder das Wahre erklärt, haben wir den Maſsstab, den es selbst aufstellt, sein Wissen daran zu messen. Nennen wir das Wissen den Begriff, das Wesen oder das Wahre aber, das Seyende oder den Gegenstand, so besteht die Prüffung darin, zuzusehen, ob der Begriff dem Gegenstande entspricht. Nennen wir aber das Wesen oder das an sich des Gegenstandes den Begriff, und verstehen dagegen unter dem Gegenstande, ihn als Gegenstand, nemlich wie er für ein anderes ist, so besteht die Prüffung darin, daſs wir zusehen, ob der Gegenstand seinem Begriff entspricht. Man sieht wohl, daſs beydes dasselbe ist; das wesentliche aber ist, diſs für die ganze Untersuchung festzuhalten, daſs diese beyden Momente, Begriff und Gegenstand, für ein anderes, und an sich selbst seyn, in das Wissen, das wir untersuchen, selbst fallen, und hiemit wir nicht nöthig haben, Maſsstäbe mitzubringen, und unsere Einfälle und Gedanken bey der Untersuchung zu appliciren; dadurch, daſs wir diese weglassen, erreichen wir es, die Sache, wie sie an und für sich selbst ist, zu betrachten.

85 Aber nicht nur nach dieser Seite, daſs Begriff und Gegenstand, der Maſsstab und das zu Prüffende, in dem Bewuſstseyn selbst vorhanden sind, wird eine Zuthat von uns überflüssig, sondern wir werden auch der Mühe der Vergleichung beyder, und der eigentlichen Prüffung überhoben, so daſs indem das 1807 17 Bewuſstseyn sich selbst prüfft, uns auch von dieser Seite nur das reine Zusehen bleibt. Denn das Bewuſstseyn ist einerseits Bewuſstseyn des Gegenstandes, anderseits Bewuſstseyn seiner selbst; Bewuſstseyn dessen, was ihm das Wahre ist, und Bewuſstseyn seines Wissens davon. Indem beyde für dasselbe sind, ist es selbst ihre Vergleichung; es wird für dasselbe, ob sein Wissen von dem Gegenstande diesem entspricht oder nicht. Der Gegenstand scheint zwar für dasselbe nur so zu seyn, wie es ihn weiſs; es scheint gleichsam nicht dahinter kommen zu können, wie er, nicht für dasselbe, sondern wie er an sich ist, und also auch sein Wissen nicht an ihm prüffen zu können. Allein gerade darin, daſs es überhaupt von einem Gegenstande weiſs, ist schon der Unterschied vorhanden, daſs ihm etwas das an sich, ein anderes Moment aber das Wissen, oder das Seyn des Gegenstandes für das Bewuſstseyn ist. Auf dieser Unterscheidung, welche vorhanden ist, beruht die Prüffung. Entspricht sich in dieser Vergleichung beydes nicht, so scheint das Bewuſstseyn sein Wissen ändern zu müssen, um es dem Gegenstande gemäſs zu machen, aber in der Veränderung des Wissens ändert sich ihm in der That auch der Gegenstand selbst; denn das vorhandene Wissen war wesentlich ein Wissen von dem Gegenstande; mit dem Wissen wird auch er ein anderer, denn er gehörte wesentlich diesem Wissen an. Es wird hiemit dem Bewuſstseyn, daſs dasjenige, was 1807 18 ihm vorher das an sich war, nicht an sich ist, oder daſs es nur für es an sich war. Indem es also an seinem Gegenstande sein Wissen diesem nicht entsprechend findet, hält auch der Gegenstand selbst nicht aus; oder der Maſsstab der Prüffung ändert sich, wenn dasjenige, dessen Maſsstab er seyn sollte, in der Prüffung nicht besteht; und die Prüffung ist nicht nur eine Prüffung des Wissens, sondern auch ihres Maſsstabes.

86 Diese dialektische Bewegung, welche das Bewuſstseyn an ihm selbst, sowohl an seinem Wissen, als an seinem Gegenstande ausübt, in sofern ihm der neue wahre Gegenstand daraus entspringt, ist eigentlich dasjenige, was Erfahrung genannt wird. Es ist in dieser Beziehung an dem so eben erwähnten Verlauffe ein Moment noch näher herauszuheben, wodurch sich über die wissenschafftliche Seite der folgenden Darstellung ein neues Licht verbreiten wird. Das Bewuſstseyn weiſs Etwas, dieser Gegenstand ist das Wesen oder das an sich; er ist aber auch für das Bewuſstseyn das an sich; damit tritt die Zweydeutigkeit dieses Wahren ein. Wir sehen, daſs das Bewuſstseyn itzt zwey Gegenstände hat, den einen das erste an sich, den zweyten, das für es seyn dieses an sich. Der letztere scheint zunächst nur die Reflexion des Bewuſstseyns in sich selbst zu seyn, ein Vorstellen, nicht eines Gegenstandes, sondern nur seines Wissens von jenem ersten. Allein wie vorhin gezeigt worden, ändert sich ihm dabey der erste 1807 19 Gegenstand; er hört auf das an sich zu seyn, und wird ihm zu einem solchen, der nur für es das an sich ist; somit aber ist dann diſs: das für es seyn dieses an sich, das wahre, das heiſst aber, diſs ist das Wesen, oder sein Gegenstand. Dieser neue Gegenstand enthält die Nichtigkeit des ersten, er ist die über ihn gemachte Erfahrung.

87 An dieser Darstellung des Verlauffs der Erfahrung ist ein Moment, wodurch sie mit demjenigen nicht übereinzustimmen scheint, was unter der Erfahrung verstanden zu werden pflegt. Der Uebergang nemlich, vom ersten Gegenstande und dem Wissen desselben, zu dem andern Gegenstande, an dem man sagt, daſs die Erfahrung gemacht worden sey, wurde so angegeben, daſs das Wissen vom ersten Gegenstande, oder das für das Bewuſstseyn des ersten an sich, der zweyte Gegenstand selbst werden soll. Dagegen es sonst scheint, daſs wir die Erfahrung von der Unwahrheit unseres ersten Begriffs, an einem andern Gegenstande machen, den wir zufälliger Weise und äuſserlich etwa finden, so daſs überhaupt nur das reine Auffassen dessen, was an und für sich ist, in uns falle. In jener Ansicht aber zeigt sich der neue Gegenstand als geworden, durch eine Umkehrung des Bewuſstseyns selbst. Diese Betrachtung der Sache ist unsere Zuthat, wodurch sich die Reihe der Erfahrungen des Bewuſstseyns zum wissenschaftlichen Gange erhebt, und welche nicht für das Bewuſstseyn ist, das wir betrachten. Es ist aber 1807 20 diſs in der That auch derselbe Umstand, von welchem oben schon in Ausehung des Verhältnisses dieser Darstellung zum Skepticismus die Rede war, daſs nemlich das jedesmahlige Resultat, welches sich an einem nicht wahrhafften Wissen ergibt, nicht in ein leeres Nichts zusammenlauffen dürfe, sondern nothwendig als Nichts desjenigen, dessen Resultat es ist, aufgefaſst werden müsse; ein Resultat, welches das enthält, was das vorhergehende Wissen Wahres an ihm hat. Diſs bietet sich hier so dar, daſs, indem das, was zuerst als der Gegenstand erschien, dem Bewuſstseyn zu einem Wissen von ihm herabsinkt, und das an sich, zu einem: für das Bewuſstseyn seyn des an sich wird, diſs der neue Gegenstand ist, womit auch eine neue Gestalt des Bewuſstseyns auftritt, welcher etwas anderes das Wesen ist, als der vorhergehenden. Dieser Umstand ist es, welcher die ganze Folge der Gestalten des Bewuſstseyns in ihrer Nothwendigkeit leitet. Nur diese Nothwenkeit selbst, oder die Entstehung des neuen Gegenstandes, der dem Bewuſstseyn, ohne zu wissen, wie ihm geschieht, sich darbietet, ist es, was für uns gleichsam hinter seinem Rücken vorgeht. Es kommt dadurch in seine Bewegung ein Moment des an sich, oder für uns seyns, welches nicht für das Bewuſstseyn, das in der Erfahrung selbst begriffen ist, sich darstellt; der Inhalt aber dessen, was uns entsteht, ist für es, und wir begreiffen nur das formelle desselben, oder sein reines Entstehen; für es 1807 21 ist diſs entstandene nur als Gegenstand, für uns zugleich als Bewegung und Werden.

88 Durch diese Nothwendigkeit ist dieser Weg zur Wissenschaft selbst schon Wissenschaft, und nach ihrem Inhalte hiemit Wissenschafft der Erfahrung des Bewuſstseyns.

89 Die Erfahrung, welche das Bewuſstseyn über sich macht, kann ihrem Begriffe nach nichts weniger in sich begreiffen, als das ganze System desselben, oder das ganze Reich der Wahrheit des Geistes, so daſs die Momente derselben in dieser eigenthümlichen Bestimmtheit sich darstellen, nicht abstracte, reine Momente zu seyn, sondern so, wie sie für das Bewuſstseyn sind, oder wie dieses selbst, in seiner Beziehung auf sie auftritt, wodurch die Momente des Ganzen, Gestalten des Bewuſstseyns sind. Indem es zu seiner wahren Existenz sich forttreibt, wird es einen Punkt erreichen, auf welchem es seinen Schein ablegt, mit fremdartigem, das nur für es und als ein anderes ist, behafftet zu seyn, oder wo die Erscheinung dem Wesen gleich wird, seine Darstellung hiemit mit eben diesem Punkte der eigentlichen Wissenschafft des Geistes zusammenfällt, und endlich, indem es selbst diſs sein Wesen erfaſst, wird es die Natur des absoluten Wissens selbst bezeichnen.

*First Part*. *Science of the Experience of Consciousness*.

73 It is natural to suppose that, before philosophy approaches the matter itself—namely, the actual cognition of what is in truth—it is necessary first to reach an understanding about cognition, regarded as the instrument by which one takes possession of the absolute, or as the medium through which one beholds it. The concern seems justified: partly that there may be different kinds of cognition, one more suitable than another for attaining this final purpose, and that a wrong choice among them may therefore lead us astray; partly, too, that since cognition is a capacity of a determinate kind and scope, without a more precise determination of its nature and limits we may grasp clouds of error instead of the heaven of truth. This concern must indeed turn into the conviction that the entire undertaking of acquiring for consciousness, through cognition, what is in itself is absurd in its very concept, and that a boundary falls between cognition and the absolute, separating them utterly. For if cognition is the instrument for taking possession of absolute essence, it is immediately apparent that applying an instrument to a thing does not leave it 1807 4 as it is for itself, but instead shapes and alters it. Or if cognition is not the instrument of our activity but a kind of passive medium through which the light of truth reaches us, then here too we receive truth not as it is in itself, but as it is through and in this medium. In both cases we employ a means that immediately produces the opposite of its purpose; or rather, the absurdity is that we employ a means at all. It seems, admittedly, that this difficulty can be remedied by knowing how the instrument operates, since this makes it possible to subtract from the result the part belonging to the instrument in the representation of the absolute we receive through it, and so obtain the true in its purity. But this correction would in fact merely bring us back to where we were before. If we remove from a shaped thing what the instrument has done to it, the thing—here the absolute—is for us just what it was before this consequently superfluous effort. If the instrument were merely to bring the absolute closer to us, without altering anything in it, as a bird is caught by a limed twig, the absolute would surely mock this cunning if it were not already, in and for itself, with us and willing to be with us; for cognition would in 1807 5 this case be a cunning device, since through its manifold efforts it gives the appearance of doing something quite different from merely producing an immediate and hence effortless relation. Or if the examination of cognition, conceived as a medium, teaches us its law of refraction, it is equally useless to subtract this from the result; for cognition is not the refraction of the ray, but the ray itself through which truth touches us, and if this were subtracted, only the pure direction, or the empty place, would have been indicated to us.

74 Meanwhile, if the concern about falling into error generates distrust of science, which sets to work without such misgivings and actually cognizes, it is not apparent why, conversely, one should not distrust this distrust and be concerned that this fear of error is already the error itself. In fact it presupposes something, indeed a good deal, as truth, and bases its misgivings and consequences on what must itself first be examined to see whether it is true. It presupposes, namely, representations of cognition as an instrument and medium, and also a difference between ourselves and this cognition; above all, however, it presupposes that the absolute stands on one side, and cognition on the other, for itself and separated from the absolute, yet something real—or, in other words, that 1807 6 cognition, which, being outside the absolute, is surely also outside truth, is nevertheless truthful. Through this assumption, what calls itself fear of error reveals itself rather as fear of truth.

75 This consequence follows from the fact that the absolute alone is true, or the true alone absolute. It may be rejected by drawing the distinction that a cognition which does not cognize the absolute, as science intends, may nevertheless be true, and that cognition in general, though incapable of grasping the absolute, may nevertheless be capable of another truth. But we gradually see that such talk back and forth comes down to an obscure distinction between an absolute true and some other true, and that the absolute, cognition, and so forth are words presupposing a meaning which is precisely what must first be attained.

76 Instead of troubling ourselves with such useless representations and expressions concerning cognition as an instrument for getting hold of the absolute, or as a medium through which we behold truth, and so forth—relations to which all these representations of a cognition separated from the absolute and an absolute separated from cognition presumably amount—instead of the excuses that incapacity for science draws from 1807 7 the presupposition of such relations, in order at once to escape the labor of science and give itself the appearance of serious and zealous effort, and instead of struggling with answers to all this, we could simply reject them as contingent and arbitrary representations, and even regard the associated use of words such as the absolute, cognition, objective and subjective, and innumerable others whose meaning is presupposed as universally familiar, as a deception. For the pretense, partly that their meaning is universally familiar and partly that one possesses their concept oneself, seems intended rather to spare us the main thing: giving this concept. With more right, however, we could spare ourselves the trouble of taking any notice of such representations and expressions, by which science itself is to be warded off; for they constitute only an empty appearance of knowing that immediately vanishes before science as it comes on the scene. Yet in coming on the scene, science is itself an appearance; its appearance is not yet science elaborated and unfolded in its truth. It is immaterial here whether one imagines that science is the appearance because it comes on the scene alongside something else, or calls that other untrue knowing its appearance. But science must 1807 8 free itself from this semblance, and can do so only by turning against it. For science can neither simply reject knowing that is not truthful as an ordinary view of things, assuring us that it is an altogether different cognition and that this knowing is nothing to it, nor appeal to the intimation of something better within that knowing itself. By the former assurance, science would declare its being to be its power; but untrue knowing likewise appeals to the fact that it is, and assures us that science is nothing to it. One bare assurance, however, is worth just as much as another. Still less can science appeal to the better intimation present in untruthful cognition and supposedly pointing to science within that cognition itself; for, on the one hand, it would again be appealing to a being, and on the other, to itself as it exists in untruthful cognition—that is, to an inferior mode of its being, and to its appearance rather than to what it is in and for itself. For this reason, the presentation of appearing knowing is to be undertaken here.

77 Since this presentation has only appearing knowing as its object, it seems not itself to be free science moving in its distinctive shape; rather, from this standpoint it can be taken as the path of natural consciousness pressing toward true 1807 9 knowing, or as the path of the soul journeying through the succession of its configurations as stations prescribed by its nature, so that it may purify itself into spirit by attaining, through complete experience of itself, knowledge of what it is in itself.

78 Natural consciousness will prove to be only the concept of knowing, or not real knowing. But since it immediately regards itself as real knowing, this path has a negative meaning for it, and what is the realization of the concept counts for it rather as the loss of itself; for on this path it loses its truth. It can therefore be regarded as the path of doubt, or, more properly, the path of despair. For what occurs on it is not what is usually understood by doubting: a shaking of this or that supposed truth, followed by an appropriate disappearance of doubt and a return to that truth, so that in the end the matter is taken as before. Rather, it is conscious insight into the untruth of appearing knowing, for which what is most real is in truth only the unrealized concept. This self-accomplishing skepticism is therefore also not what serious zeal for truth and science imagines it has prepared 1807 10 and equipped itself with: namely, the resolution not to submit in science to others' thoughts on authority, but to examine everything oneself and follow only one's own conviction—or, better still, to produce everything oneself and regard only one's own deed as the true. Rather, the succession of its configurations through which consciousness passes on this path is the detailed history of the cultivation of consciousness itself into science. That resolution represents cultivation, in the simple manner of a resolution, as immediately accomplished and done; this path, in contrast to that untruth, is the actual carrying-out. Following one's own conviction is certainly more than submitting to authority; but changing belief based on authority into belief based on one's own conviction does not necessarily change its content and put truth in the place of error. To be stuck in the system of opinion and prejudice on the authority of others or from one's own conviction differs only through the vanity accompanying the latter manner. By contrast, skepticism directed at the entire scope of appearing consciousness first makes spirit capable of examining what truth is, by bringing about despair concerning so-called natural representations, thoughts, and opinions, 1807 11 which it is indifferent to call one's own or others', and with which consciousness that sets straightaway to examining is still filled and encumbered, and thus is in fact incapable of what it wishes to undertake.

79 The completeness of the forms of nonreal consciousness will result from the necessity of the progression and connection themselves. To make this comprehensible, we may observe in general beforehand that the presentation of untruthful consciousness in its untruth is not a merely negative movement. Natural consciousness generally takes this one-sided view of it; and a knowing that makes this one-sidedness its essence is one of the shapes of incomplete consciousness falling within the course of the path itself, where it will present itself. It is namely the skepticism that always sees in the result only pure nothing, and abstracts from the fact that this nothing is determinately the nothing of that from which it results. But only when taken as the nothing of that from which it comes is nothing in fact the true result; it is thereby itself something determinate and has a content. Skepticism that ends with the abstraction of nothingness or emptiness cannot advance beyond this, but must wait to see whether something new presents itself, and what, so as to cast it into the same empty abyss 1807 12. When, by contrast, the result is grasped as it is in truth, as determinate negation, a new form has thereby immediately arisen, and in the negation the transition has been made through which the progress along the complete succession of shapes comes about of itself.

80 The goal, however, is set for knowing just as necessarily as the succession of its progression; it is where knowing no longer needs to go beyond itself, where it finds itself, and the concept corresponds to the object and the object to the concept. Progress toward this goal is therefore also unstoppable, and satisfaction cannot be found at any earlier station. What is confined to a natural life cannot of itself go beyond its immediate existence; but it is driven beyond it by another, and this being torn beyond itself is its death. Consciousness, however, is for itself its concept, and thereby immediately a going-beyond the limited and, since this limited belongs to it, beyond itself. With the singular, the beyond is at the same time posited for it, even if only, as in spatial intuition, beside the limited. Thus consciousness suffers at its own hands this violence of spoiling its limited satisfaction. Feeling this violence, anxiety before truth may well recoil and strive to preserve 1807 13 what threatens to be lost. But it can find no rest: if it wishes to remain in thoughtless inertia, thought stunts thoughtlessness and its unrest disturbs inertia; or if it entrenches itself as sentimentality, assuring us that it finds everything good in its own kind, this assurance likewise suffers violence from reason, which finds something not good precisely insofar as it is a kind. Or fear of truth may hide from itself and others behind the appearance that precisely its ardent zeal for truth makes it so difficult, indeed impossible, to find any truth other than the single truth of vanity: always to be cleverer than any thoughts one has from oneself or others. This vanity, which knows how to nullify every truth, return from it into itself, and feast upon its own understanding—which always knows how to dissolve all thoughts and find, instead of all content, only the barren I—is a satisfaction that must be left to itself; for it flees the universal and seeks only being-for-itself.

81 Just as these preliminary, general remarks have been made about the manner and necessity of the progression, it may also be useful to recall something about the method of carrying it out. Conceived as a relation of science to appearing knowing, and as an investigation 1807 14 and examination of the reality of cognition, this presentation seems unable to take place without some presupposition laid down as a standard. For examination consists in applying an assumed standard, and the decision whether what is examined is correct or incorrect lies in its resulting equality or inequality with that standard; the standard in general, and likewise science if science were the standard, is thereby assumed as essence, or as what is in itself. But here, where science is only coming on the scene, neither science itself nor anything else has justified itself as essence or as what is in itself; and without something of this kind no examination seems possible.

82 This contradiction and its removal will emerge more determinately if we first recall the abstract determinations of knowing and truth as they occur in consciousness. Consciousness, namely, distinguishes something from itself to which it at the same time relates itself; or, as this is expressed, something is for it. The determinate aspect of this relating, or of something's being for a consciousness, is knowing. But from this being for another we distinguish being-in-itself; what is related to knowing is likewise distinguished from it, and posited as being also outside this relation. The aspect of this in-itself is called truth. What these 1807 15 determinations really are does not concern us further here; for since appearing knowing is our object, its determinations too are initially taken up as they immediately present themselves, and they do indeed present themselves as they have been grasped.

83 Now if we investigate the truth of knowing, it seems that we investigate what it is in itself. Yet in this investigation it is our object, it is for us; and its in-itself that emerged would thus be rather its being for us. What we asserted as its essence would be not its truth, but only our knowledge of it. The essence or standard would fall within us, and what was compared with it and judged through this comparison would not necessarily have to acknowledge it.

84 But the nature of the object we investigate frees us from this separation, or this semblance of separation and presupposition. Consciousness supplies its standard within itself, and the investigation will thereby be a comparison of consciousness with itself; for the distinction just made falls within it. Within consciousness, one thing is for another, or consciousness has within it the determinateness of the moment of knowing in general; at the same time, this other is for consciousness not merely for it, but also outside this relation, or in itself: 1807 16 the moment of truth. Thus in what consciousness declares within itself to be the in-itself or the true, we have the standard that consciousness itself establishes for measuring its knowing. If we call knowing the concept, but essence or the true that which is, or the object, then the examination consists in seeing whether the concept corresponds to the object. But if we call the essence, or the in-itself of the object, the concept, and understand by the object, by contrast, the object as object, namely as it is for another, then the examination consists in seeing whether the object corresponds to its concept. It is clear that both are the same; what is essential, however, is to hold fast throughout the investigation to the fact that these two moments, concept and object, being for another and being in itself, fall within the very knowing we investigate. We therefore need not bring standards with us or apply our fancies and thoughts in the investigation; by leaving these aside we succeed in considering the matter as it is in and for itself.

85 But not only is an addition from us superfluous in this respect, that concept and object, the standard and what is to be examined, are present in consciousness itself; we are also spared the labor of comparing the two and of the actual examination, so that, as 1807 17 consciousness examines itself, all that remains for us from this side too is pure observation. For consciousness is, on the one hand, consciousness of the object, and on the other, consciousness of itself: consciousness of what is the true for it, and consciousness of its knowledge of this. Since both are for it, consciousness itself is their comparison; whether its knowledge of the object corresponds to the object or not comes to be for it. The object admittedly seems to be for consciousness only as consciousness knows it; consciousness seems unable, as it were, to get behind the object to discover how it is not for consciousness, but in itself, and hence unable to examine its knowing against the object. Yet precisely in knowing an object at all, the difference is already present: for consciousness, something is the in-itself, while another moment is knowing, or the object's being for consciousness. The examination rests on this distinction, which is present. If the two do not correspond in this comparison, consciousness seems obliged to alter its knowing to make it conform to the object; but in the alteration of knowing the object itself in fact alters for consciousness as well. For the existing knowing was essentially knowing of the object; with knowing, the object too becomes another, since it essentially belonged to this knowing. Thus consciousness comes to see that what 1807 18 was formerly the in-itself for it is not in itself, or was in itself only for consciousness. Accordingly, when consciousness finds in its object that its knowing does not correspond to it, the object itself also fails to stand firm; or the standard of examination changes when that of which it was to be the standard does not withstand the examination. The examination is thus not only an examination of knowing, but also of its standard.

86 This dialectical movement that consciousness exercises upon itself, upon both its knowing and its object, insofar as the new true object arises for consciousness from it, is properly what is called experience. In this connection, one moment in the course just mentioned must be brought out more closely, which will cast new light on the scientific aspect of the following presentation. Consciousness knows something; this object is essence, or the in-itself; but it is also the in-itself for consciousness, and with this the ambiguity of this true enters. We see that consciousness now has two objects: one, the first in-itself; the second, the being-for-consciousness of this in-itself. The latter initially seems to be merely the reflection of consciousness into itself, a representing not of an object, but only of its knowledge of that first object. Yet, as shown earlier, the first 1807 19 object changes for consciousness in this process; it ceases to be the in-itself and becomes for consciousness something that is the in-itself only for consciousness. But then this, the being-for-consciousness of this in-itself, is the true; that is, this is essence, or its object. This new object contains the nullity of the first; it is the experience undergone concerning it.

87 In this presentation of the course of experience there is a moment through which it seems not to agree with what is ordinarily understood by experience. The transition, namely, from the first object and the knowledge of it to the other object, in relation to which experience is said to have been undergone, was specified in such a way that knowledge of the first object, or the first in-itself's being for consciousness, is itself to become the second object. Ordinarily, by contrast, it seems that we experience the untruth of our first concept in relation to another object that we happen to find contingently and externally, so that in general only the pure apprehension of what is in and for itself falls within us. In the former view, however, the new object shows itself as having come to be through a reversal of consciousness itself. This consideration of the matter is our addition, through which the succession of consciousness's experiences is raised to a scientific course; it is not present for the consciousness we observe. But this 1807 20 is in fact also the same circumstance already discussed above regarding the relation of this presentation to skepticism: namely, that the result arising each time in an untruthful knowing must not collapse into an empty nothing, but must necessarily be grasped as the nothing of that of which it is the result—a result containing what is true in the preceding knowing. This presents itself here in the following way: as what first appeared as the object sinks for consciousness to a knowledge of it, and the in-itself becomes the being-for-consciousness of the in-itself, this is the new object, with which a new shape of consciousness also appears, for which something other than what was essence for the preceding shape is now essence. This circumstance guides the entire succession of the shapes of consciousness in their necessity. Only this necessity itself, or the arising of the new object that presents itself to consciousness without consciousness knowing what is happening to it, is what takes place for us, as it were, behind its back. A moment of being-in-itself, or being-for-us, thereby enters its movement, a moment that does not present itself for the consciousness engaged in the experience itself. But the content of what arises for us is for consciousness, and we comprehend only its formal aspect, or its pure arising; for consciousness, 1807 21 what has thus arisen is only as object, for us it is at the same time as movement and becoming.

88 Through this necessity, this path to science is itself already science, and is thereby, in its content, science of the experience of consciousness.

89 The experience consciousness undergoes concerning itself can, according to its concept, encompass nothing less than its entire system, or the whole realm of spirit's truth. The moments of this truth thus present themselves in this distinctive determinateness: not as abstract, pure moments, but as they are for consciousness, or as consciousness itself appears in its relation to them; through this, the moments of the whole are shapes of consciousness. As consciousness drives itself onward toward its true existence, it will reach a point at which it casts off its semblance of being encumbered with something alien that is only for it and as an other, or where appearance becomes equal to essence. Its presentation thereby coincides with precisely this point of the science of spirit proper; and finally, when consciousness itself grasps this essence of its own, it will designate the nature of absolute knowing itself.

I. Sense-certainty

1807 22

I. Die sinnliche Gewiſsheit; oder *das Diese* und *das Meynen*.

90 Das Wissen, welches zuerst oder unmittelbar unser Gegenstand ist, kann kein anderes seyn, als dasjenige, welches selbst unmittelbares Wissen, Wissen des unmittelbaren oder Seyenden ist. Wir haben uns ebenso unmittelbar oder aufnehmend zu verhalten, also nichts an ihm, wie es sich darbietet, zu verändern, und von dem Auffassen das Begreiffen abzuhalten.

91 Der concrete Inhalt der sinnlichen Gewiſsheit läſst sie unmittelbar als die reichste Erkenntniſs, ja als eine Erkenntniſs von unendlichem Reichthum erscheinen, für welchen eben so wohl, wenn wir im Raume und in der Zeit, als worin er sich ausbreitet, hinaus, — als wenn wir uns ein Stück aus dieser Fülle nehmen, und durch Theilung in dasselbe hineingehen, keine Gräntze zu finden ist. Sie erscheint ausserdem als die wahrhaffteste; denn sie hat von dem Gegenstande noch nichts weggelassen, sondern ihn in seiner ganzen Vollständigkeit vor sich. Diese Gewiſsheit aber gibt in der That sich selbst für die 1807 23 abstracteste und ärmste Wahrheit aus. Sie sagt von dem, was sie weiſs, nur diſs aus: es ist; und ihre Wahrheit enthält allein das Seyn der Sache; das Bewuſstseyn seinerseits ist in dieſer Gewiſsheit nur als reines Ich; oder Ich bin darin nur als reiner dieser, und der Gegenstand ebenso nur als reines dieses. Ich, dieser, bin dieser Sache, nicht darum gewiſs, weil Ich als Bewuſstseyn hiebey mich entwickelte und mannichfaltig den Gedanken bewegte. Auch nicht darum, weil die Sache, deren ich gewiſs bin, nach einer Menge unterschiedener Beschaffenheiten, eine reiche Beziehung an ihr selbst, oder ein vielfaches Verhalten zu andern wäre. Beydes geht die Wahrheit der sinnlichen Gewiſsheit nichts an; weder Ich, noch die Sache hat darin die Bedeutung einer mannichfaltigen Vermittlung; Ich, nicht die Bedeutung eines mannichfaltigen Vorstellens oder Denkens, noch die Sache die Bedeutung mannichfaltiger Beschaffenheiten; sondern die Sache ist; und sie ist, nur weil sie ist; sie ist, diſs ist dem sinnlichen Wissen das Wesentliche, und dieses reine Seyn oder diese einfache Unmittelbarkeit macht ihre Wahrheit aus. Eben so ist die Gewiſsheit als Beziehung unmittelbare reine Beziehung; das Bewuſstseyn ist Ich, weiter nichts, ein reiner dieser; der einzelne weiſs, reines dieses, oder das einzelne.

92 An dem reinen Seyn aber, welches das Wesen dieſer Gewiſsheit ausmacht, und welches sie als ihre Wahrheit aussagt, spielt, wenn wir zusehen, 1807 24 noch vieles andere beyher. Eine wirkliche sinnliche Gewiſsheit ist nicht nur diese reine Unmittelbarkeit, sondern ein Beyspiel derselben. Unter den unzähligen dabey vorkommenden Unterschieden finden wir allenthalben die Hauptverschiedenheit, daſs nemlich in ihr sogleich aus dem reinen Seyn, die beyden schon genannten Diesen, ein Dieser als Ich, und ein Dieses als Gegenstand herausfallen. Reflectiren wir über diesen Unterschied, so ergibt sich, daſs weder das Eine noch das Andere nur unmittelbar, in der sinnlichen Gewiſsheit ist, sondern zugleich als vermittelt; Ich habe die Gewiſsheit durch ein anderes, nemlich die Sache; und diese ist eben so in der Gewiſsheit durch ein anderes, nemlich durch Ich.

93 Diesen Unterschied des Wesens und des Beyspiels, der Unmittelbarkeit und der Vermittlung, machen nicht nur wir, sondern wir finden ihn an der sinnlichen Gewiſsheit selbst; und in der Form, wie er an ihr ist, nicht wie wir ihn so eben bestimmten, ist er aufzunehmen. Es ist in ihr eines als das einfache unmittelbar seyende, oder als das Wesen gesetzt, der Gegenstand; das andere aber, als das unwesentliche und vermittelte, welches darin nicht an sich, sondern durch ein anderes ist, Ich, ein Wissen, das den Gegenstand nur darum weiſs, weil er ist, und das seyn oder auch nicht seyn kann. Der Gegenstand aber ist, das Wahre, und das Wesen; er ist, gleichgültig dagegen ob er gewuſst wird oder nicht; er bleibt, wenn er auch nicht gewuſst wird; das 1807 25 Wissen aber ist nicht, wenn nicht der Gegenstand ist.

94 Der Gegenstand ist also zu betrachten, ob er in der That, in der sinnlichen Gewiſsheit selbst, als solches Wesen ist, für welches er von ihr ausgegeben wird; ob dieser sein Begriff, Wesen zu seyn, dem entspricht, wie er in ihr vorhanden ist. Wir haben zu dem Ende nicht über ihn zu reflectiren und nachzudenken, was er in Wahrheit seyn möchte, sondern ihn nur zu betrachten, wie ihn die sinnliche Gewiſsheit an ihr hat.

95 Sie ist also selbst zu fragen: Was ist das Diese? Nehmen wir es in der gedoppelten Gestalt seines Seyns, als das Itzt, und als das Hier, so wird die Dialektik, die es an ihm hat, eine so verständliche Form erhalten, als es selbst ist. Auf die Frage: was ist das Itzt? antworten wir also zum Beyspiel: Das Itzt ist die Nacht. Um die Wahrheit dieser sinnlichen Gewiſsheit zu prüffen, ist ein einfacher Versuch hinreichend. Wir schreiben diese Wahrheit auf; eine Wahrheit kann durch Auſschreiben nicht verlieren; eben so wenig dadurch, daſs wir sie aufbewahren. Sehen wir Itzt, diesen Mittag, die aufgeschriebene Wahrheit wieder an, so werden wir sagen müssen, daſs sie schaal geworden ist.

96 Das Itzt, welches Nacht ist, wird aufbewahrt, das heiſst, es wird behandelt, als das, für was es ausgegeben wird, als ein seyendes; es erweist sich aber vielmehr, als ein nicht seyendes. Das Itzt 1807 26 selbst erhält sich wohl, aber als ein solches, das nicht Nacht ist; ebenso erhält es sich gegen den Tag, der es Itzt ist, als ein solches, das auch nicht Tag ist; oder als ein negatives überhaupt. Dieses sich erhaltende Itzt ist daher nicht ein unmittelbares; sondern ein vermitteltes, denn es ist als ein bleibendes und sich erhaltendes dadurch bestimmt, daſs anderes, nemlich der Tag und die Nacht, nicht ist. Dabey ist es eben noch so einfach als zuvor, Itzt, und in dieser Einſachheit gleichgültig gegen das, was noch bey ihm herspielt; so wenig die Nacht und der Tag sein Seyn ist, ebensowohl ist es auch Tag und Nacht; es ist durch diſs sein andersseyn gar nicht afficirt. Ein solches einfaches, das durch Negation ist, weder dieses noch jenes, ein nicht dieses, und ebenso gleichgültig, auch dieses wie jenes zu seyn, nennen wir ein allgemeines; das allgemeine ist also in der That das wahre der sinnlichen Gewiſsheit.

97 Als ein allgemeines sprechen wir auch das sinnliche aus; was wir sagen, ist: Dieses, das heiſst das allgemeine Diese; oder: es ist; das heiſst das Seyn überhaupt. Wir stellen uns dabey freylich nicht das allgemeine Diese, oder das Seyn überhaupt vor, aber wir sprechen das allgemeine aus; oder wir sprechen schlechthin nicht, wie wir es in dieser sinnlichen Gewiſsheit meynen. Die Sprache aber ist, wie wir sehen, das wahrhaftere; in ihr widerlegen wir selbst unmittelbar unsere Meynung, und da das allgemeine das wahre der sinnlichen Gewiſsheit ist, und die 1807 27 Sprache nur dieses wahre ausdrückt, so ist es gar nicht möglich, daſs wir ein sinnliches Seyn, das wir meynen, je sagen können.

98 Es wird derselbe Fall seyn mit der andern Form des Dieses, mit dem Hier. Das Hier ist zum Beyspiel der Baum. Ich wende mich um, so ist diese Wahrheit verschwunden, und hat sich in die entgegengesetzte verkehrt: Das Hier ist nicht ein Baum, sondern vielmehr ein Haus. Das Hier selbst verschwindet nicht; sondern es ist bleibend im Verschwinden des Hauses, Baumes und so fort, und gleichgültig Haus, Baum zu seyn. Das Dieses zeigt sich also wieder als vermittelte Einfachheit, oder als Allgemeinheit.

99 Dieser sinnlichen Gewiſsheit, indem sie an ihr selbst das allgemeine als die Wahrheit ihres Gegenstandes erweist, bleibt also das reine Seyn als ihr Wesen, aber nicht als unmittelbares, sondern ein solches, dem die Negation und Vermittlung wesentlich ist; hiemit nicht als das, was wir unter dem Seyn meynen, sondern das Seyn mit der Bestimmung, daſs es die Abstraction oder das rein Allgemeine ist, und unsere Meynung, für welche das wahre der sinnlichen Gewiſsheit nicht das Allgemeine ist, bleibt allein diesem leeren oder gleichgültigen Itzt und Hier gegenüber noch übrig.

100 Vergleichen wir das Verhältniſs, in welchem das Wissen und der Gegenstand zuerst auftrat, mit dem Verhältnisse derselben, wie sie in diesem 1807 28 Resultate zu stehen kommen, so hat es sich umgekehrt. Der Gegenstand, der das Wesentliche seyn sollte, ist nun das unwesentliche der sinnlichen Gewiſsheit, denn das Allgemeine, zu dem er geworden ist, ist nicht mehr ein solches, wie er für sie wesentlich seyn sollte, sondern sie ist itzt in dem entgegengesetzten, nemlich in dem Wissen, das vorher das unwesentliche war, vorhanden. Ihre Wahrheit ist in dem Gegenstande, als meinem Gegenstande, oder im Meynen, er ist, weil Ich von ihm weiſs. Die sinnliche Gewiſsheit ist also zwar aus dem Gegenstande vertrieben, aber dadurch noch nicht aufgehoben, sondern nur in das Ich zurückgedrängt; es ist zu sehen, was uns die Erfahrung über diese ihre Realität zeigt.

101 Die Kraft ihrer Wahrheit liegt also nun im Ich, in der Unmittelbarkeit meines Sehens, Hörens, und so fort; das Verschwinden des einzelnen Itzt, und Hier, das wir meynen, wird dadurch abgehalten, daſs Ich sie fest halte. Das Itzt ist Tag, weil ich ihn sehe; das Hier ein Baum, eben darum. Die sinnliche Gewiſsheit erfährt aber in diesem Verhältnisse dieselbe Dialektik an ihr, als in dem vorigen. Ich, dieses sehe den Baum, und behaupte den Baum als das Hier; ein anderer Ich sieht aber das Haus, und behauptet, das Hier sey nicht ein Baum, sondern vielmehr ein Haus. Beyde Wahrheiten haben dieselbe Beglaubigung, nemlich die Unmittelbarkeit des Sehens, und die Sicherheit und Versicherung 1807 29 beyder über ihr Wissen; die eine verschwindet aber in der andern.

102 Was darin nicht verschwindet, ist Ich, als allgemeines, dessen Sehen weder ein Sehen des Baums noch dieses Hauses, sondern ein einfaches Sehen ist, das durch die Negation dieses Hauses und so fort vermittelt, darin eben so einfach und gleichgültig gegen das, was noch beyher spielt, gegen das Haus, den Baum ist. Ich ist nur allgemeines, wie Itzt, Hier oder Dieses überhaupt; ich meyne wohl einen einzelnen Ich, aber so wenig ich das, was ich bey Itzt, Hier meyne, sagen kann, so wenig bey Ich. Indem ich sage, dieses Hier, Itzt oder ein einzelnes, sage ich alle diese, alle Hier, Itzt, einzelne; ebenso indem ich sage, Ich, dieser einzelne Ich, sage ich überhaupt, alle Ich; jeder ist das was ich sage; Ich, dieser, einzelne, Ich. Wenn der Wissenschafft diese Forderung, als ihr Probierstein, auf dem sie schlechthin nicht aushalten könnte, vorgelegt wird, ein sogenanntes dieses Ding, oder einen diesen Menschen, zu deduciren, construiren, à priori zu finden oder wie man diſs ausdrücken will, so ist billig, daſs die Forderung sage, welches dieses Ding oder welchen diesen Ich, sie meyne; aber diſs zu sagen ist unmöglich.

103 Die sinnliche Gewiſsheit erfährt also, daſs ihr Wesen, weder in dem Gegenstande, noch in dem Ich, und die Unmittelbarkeit weder eine Unmittelbarkeit des einen noch des andern ist, denn an beyden ist das was Ich meyne, vielmehr ein 1807 30 unwesentliches, und der Gegenstand und Ich sind allgemeine, in welchen dasjenige Itzt und Hier und Ich, das ich meyne, nicht bestehen bleibt, oder ist. Wir kommen hiedurch dahin, das Ganze der sinnlichen Gewiſsheit selbst als ihr Wesen zu setzen, nicht mehr nur ein Moment derselben, wie in den beyden Fällen geschehen ist, worin zuerst der dem Ich entgegengesetzte Gegenstand, dann Ich ihre Realität seyn sollte. Es ist also nur die ganze sinnliche Gewiſsheit selbst, welche an ihr als Unmittelbarkeit festhält, und hiedurch alle Entgegensetzung, die im vorherigen statt fand, aus sich ausschlieſst.

104 Diese reine Unmittelbarkeit geht also das Andersseyn des Hier, als Baums, welches in ein Hier, das Nichtbaum ist, das Andersseyn des Itzt, als Tages, das in ein Itzt, das Nacht ist, übergeht, oder ein anderes Ich, dem etwas anderes Gegenstand ist, nichts mehr an. Ihre Wahrheit erhält sich als sich selbst gleichbleibende Beziehung, die zwischen dem Ich, und dem Gegenstande keinen Unterschied der Wesentlichkeit und Unwesentlichkeit macht, und in die daher auch überhaupt kein Unterschied eindringen kann. Ich dieses behaupte also, das Hier als Baum, und wende mich nicht um, so daſs mir das Hier zu einem Nichtbaume würde; ich nehme auch keine Notiz davon, daſs ein anderer Ich das Hier, als Nichtbaum sieht, oder daſs Ich selbst, ein anderesmal, das Hier als Nichtbaum, das Itzt als Nicht-Tag nehme, sondern Ich bin reines 1807 31 Anschauen; Ich für mich bleibe dabey, das Itzt ist Tag, oder auch dabey, das Hier ist Baum; vergleiche auch nicht das Hier und Itzt selbst miteinander, sondern halte an Einer unmittelbaren Beziehung fest: das Itzt ist Tag.

105 Da hiemit diese Gewiſsheit nicht mehr herzutreten will, wenn wir sie auf ein Itzt, das Nacht ist, oder auf einen Ich, dem es Nacht ist, aufmerksam machen, so treten wir zu ihr hinzu, und lassen uns das Itzt zeigen, das behauptet wird. Zeigen müssen wir es uns lassen, denn die Wahrheit dieser unmittelbaren Beziehung ist die Wahrheit dieses Ich, der sich auf ein Itzt oder ein Hier einschränkt. Würden wir nachher diese Wahrheit vornehmen, oder entfernt davon stehen, so hätte sie gar keine Bedeutung, denn wir höben die Unmittelbarkeit auf, die ihr wesentlich ist. Wir müssen daher in denselben Punkt der Zeit oder des Raums eintreten, sie uns zeigen, d. h. uns zu demselben diesen Ich, welches das Gewiſswissende ist, machen lassen. Sehen wir also, wie das unmittelbare beschaffen ist, das uns aufgezeigt wird.

106 Es wird das Itzt gezeigt; dieses Itzt. Itzt; es hat schon aufgehört zu seyn, indem es gezeigt wird; das Itzt, das ist, ist ein anderes, als das gezeigte, und wir sehen, daſs das Itzt eben dieses ist, indem es ist, schon nicht mehr zu seyn. Das Itzt, wie es uns gezeigt wird, ist es ein gewesenes; und diſs ist seine Wahrheit; es hat nicht die Wahrheit des Seyns. Es ist also doch diſs wahr, daſs es gewesen 1807 32 ist. Aber was gewesen ist, ist in der That kein Wesen; es ist nicht, und um das Seyn war es zu thun.

107 Wir sehen also in diesem Aufzeigen nur eine Bewegung und folgenden Verlauff derselben: 1) Ich zeige das Itzt auf, es ist als das wahre behauptet; ich zeige es aber als gewesenes, oder als ein aufgehobenes, hebe die erste Wahrheit auf, und 2) Itzt behaupte Ich als die zweyte Wahrheit, daſs es gewesen, aufgehoben ist. 3) Aber das gewesene ist nicht; Ich hebe das gewesen- oder aufgehobenseyn, die zweyte Wahrheit auf, negire damit die Negation des Itzt, und kehre so zur ersten Behauptung zurück: daſs Itzt ist. Das Itzt und das Aufzeigen des Itzt ist also so beschaffen, daſs weder das Itzt, noch das Aufzeigen des Itzt ein unmittelbares Einfaches ist, sondern eine Bewegung, welche verschiedene Momente an ihr hat; es wird dieses gesetzt, es wird aber vielmehr ein anderes gesetzt, oder das diese wird aufgehoben: und dieses Andersseyn, oder Aufheben des ersten wird selbst wieder aufgehoben, und so zu dem Ersten zurückgekehrt. Aber dieses in sich reflectirte Erste ist nicht ganz genau dasselbe, was es zuerst, nemlich ein unmittelbares war; sondern es ist eben ein in sich reflectirtes, oder einfaches, welches ein Andersseyn bleibt, was es ist; ein Itzt, welches absolut viele Itzt ist; und diſs ist das wahrhaffte Itzt; das Itzt als einfacher Tag, das viele Itzt in sich hat, Stunden; ein solches Itzt, eine Stunde, ist eben so viele Minuten, und diese Itzt 1807 33 gleichfalls viele Itzt und so fort. — Das Aufzeigen ist also selbst die Bewegung, welche es ausspricht, was das Itzt in Wahrheit ist; nemlich ein Resultat, oder eine Vielheit von Itzt zusammengefaſst; und das Aufzeigen ist das Erfahren, daſs Itzt Allgemeines ist.

108 Das aufgezeigte Hier, das ich festhalte, ist ebenso ein dieses Hier, das in der That nicht dieses Hier ist, sondern ein Vornen und Hinten, ein Oben und Unten, ein Rechts und Links ist. Das Oben ist selbst, ebenso dieses vielfache anders-seyn in Oben, Unten, und so fort. Das Hier, welches aufgezeigt werden sollte, verschwindet in andern Hier, aber diese verschwinden ebenso; das aufgezeigte, festgehaltene und bleibende ist ein negatives Dieses, das nur so ist, indem die Hier, wie sie sollen, genommen werden, aber darin sich aufheben; es ist eine einfache Complexion vieler Hier. Das Hier, das gemeynt wird, wäre der Punkt; er ist aber nicht, sondern, indem er als seyend aufgezeigt wird, zeigt sich das Aufzeigen nicht unmittelbares Wissen, sondern eine Bewegung, von dem gemeynten Hier aus durch viele Hier, in das allgemeine Hier, zu seyn, welches wie der Tag eine einfache Vielheit der Itzt, so eine einfache Vielheit der Hier ist.

109 Es erhellt, daſs die Dialektik der sinnlichen Gewiſsheit nichts anders, als die einfache Geschichte ihrer Bewegung oder ihrer Erfahrung, und die sinnliche Gewiſsheit selbst nichts anders als nur diese Geschichte ist. Das natürliche Bewuſstseyn geht 1807 34 deſswegen auch zu diesem Resultate, was an ihr das Wahre ist, immer selbst fort, und macht die Erfahrung darüber; aber vergiſst es nur ebenso immer wieder, und fängt die Bewegung von vorne an. Es ist daher zu verwundern, wenn gegen diese Erfahrung, als allgemeine Erfahrung, auch als philosophische Behauptung, und gar als Resultat des Skepticismus aufgestellt wird, die Realität oder das Seyn von äussern Dingen als diesen, oder sinnlichen, habe absolute Wahrheit für das Bewuſstseyn; eine solche Behauptung weiſs zugleich nicht, was sie spricht, weiſs nicht, daſs sie das Gegentheil von dem sagt, was sie sagen will. Die Wahrheit des sinnlichen Diesen für das Bewuſstseyn soll allgemeine Erfahrung seyn; aber vielmehr ist das Gegentheil allgemeine Erfahrung; jedes Bewuſstseyn hebt eine solche Wahrheit, wie zum Beyspiel: das Hier ist ein Baum, oder das Itzt ist Mittag, selbst wieder auf, und spricht das Gegentheil aus: das Hier ist nicht ein Baum, sondern ein Haus; und was in dieser die erste aufhebenden Behauptung wieder eine eben solche Behauptung eines sinnlichen Diesen ist, hebt es so fort ebenso auf; und wird in aller sinnlichen Gewiſsheit in Wahrheit nur diſs erfahren, was wir gesehen haben, das dieses nemlich als ein allgemeines, das Gegentheil dessen, was jene Behauptung allgemeine Erfahrung zu seyn versichert. — Bey dieser Beruffung auf die allgemeine Erfahrung kann es erlaubt seyn, die Rüchsicht auf das praktische zu 1807 35 anticipiren. In dieser Rücksicht kann denjenigen, welche jene Wahrheit und Gewiſsheit der Realität der sinnlichen Gegenstände behaupten, gesagt werden, daſs sie in die unterste Schule der Weisheit, nemlich in die alten Eleusischen Mysterien der Ceres und des Bacchus zurückzuweisen sind, und das Geheimniſs des Essens des Brodes und des Trinkens des Weines erst zu lernen haben; denn der in diese Geheimnisse eingeweihte gelangt nicht nur zum Zweifel an dem Seyn der sinnlichen Dinge, sondern zur Verzweiflung an ihm; und vollbringt in ihnen theils selbst ihre Nichtigkeit, theils sieht er sie vollbringen. Auch die Thiere sind nicht von dieser Weisheit ausgeschlossen, sondern erweisen sich vielmehr am tiefsten in sie eingeweiht zu seyn, denn sie bleiben nicht vor den sinnlichen Dingen als an sich seyenden stehen, sondern verzweifelnd an dieser Realität und in der völligen Gewiſsheit ihrer Nichtigkeit langen sie ohne weiteres zu, und zehren sie auf; und die ganze Natur feyert, wie sie, diese offenbare Mysterien, welche es lehren, was die Wahrheit der sinnlichen Dinge ist.

110 Die, welche solche Behauptung aufstellen, sagen aber, gemäſs vorhergehenden Bemerkungen, auch selbst unmittelbar das Gegentheil dessen, was sie meynen; eine Erscheinung, die vielleicht am fähigsten ist, zum Nachdenken über die Natur der sinnlichen Gewiſsheit zu bringen. Sie sprechen von dem Daseyn äusserer Gegenstände, welche noch genauer, als wirkliche absolut einzelne, ganz persönliche, 1807 36 individuelle Dinge, deren jedes seines absolutgleichen nicht mehr hat, bestimmt werden können; diſs Daseyn habe absolute Gewiſsheit und Wahrheit. Sie meynen dieses Stück Papier, worauf ich diſs schreibe, oder vielmehr geschrieben habe; aber was sie meynen, sagen sie nicht. Wenn sie wirklich dieses Stück Papier, das sie meynen, sagen wollten, und sie wollten sagen, so ist diſs unmöglich, weil das sinnliche Diese, das gemeynt wird, der Sprache, die dem Bewuſstseyn, dem an sich allgemeinen, angehört, unerreichbar ist. Unter dem wirklichen Versuche, es zu sagen, würde es daher vermodern; die seine Beschreibung angefangen, könnten sie nicht vollenden, sondern müſsten sie andern überlassen, welche von einem Dinge zu sprechen, das nicht ist, zuletzt selbst eingestehen würden. Sie meynen also wohl dieses Stück Papier, das hier ein ganz anderes als das obige ist; aber sie sprechen wirkliche Dinge, äuſsere oder sinnliche Gegenstande, absolut einzelne Wesen, und so fort, das heiſst, sie sagen von ihnen nur das allgemeine; daher, was das Unaussprechliche genannt wird, nichts anderes ist, als das Unwahre, Unvernünftige, bloſs Gemeynte. — Wird von etwas weiter nichts geſagt, als daſs es ein wirkliches Ding, ein äuſserer Gegenstand ist, so ist es nur als das allerallgemeinste, und damit vielmehr seine Gleichheit mit allem, als die Unterschiedenheit ausgesprochen. Sage ich ein einzelnes Ding, so sage ich es vielmehr ebenso als ganz allgemeines, denn Alle 1807 37 sind ein einzelnes Ding; und gleichfalls dieses Ding ist alles, was man will. Genauer bezeichnet, als dieses Stück Papier, so ist alles und jedes Papier, ein dieses Stück Papier, und ich habe nur immer das Allgemeine gesagt. Will ich aber dem Sprechen, welches die göttliche Natur hat, die Meynung unmittelbar zu verkehren, zu etwas anderem zu machen, und so sie gar nicht zum Worte kommen zu lassen, dadurch nachhelfen, daſs ich diſs Stück Papier aufzeige, so mache ich die Erfahrung, was die Wahrheit der sinnlichen Gewiſsheit in der That ist; ich zeige es auf, als ein Hier, das ein Hier anderer Hier, oder an ihm selbst ein einfaches Zusammen vieler Hier, das heiſst, ein allgemeines ist, ich nehme so es auf, wie es in Wahrheit ist, und statt ein unmittelbares zu wissen, nehme ich wahr.

1807 22

I. Sense-certainty; or *the This* and *Meaning*.

90 The knowing that is first or immediately our object can be none other than knowing that is itself immediate, knowing of the immediate, or of what is. We must behave just as immediately, or receptively, thus alter nothing in it as it presents itself, and keep comprehension away from apprehension.

91 The concrete content of sense-certainty makes it appear immediately as the richest cognition, indeed as a cognition of infinite wealth, for which no limit can be found, whether we go outward in space and time, in which this wealth is spread, or take a piece from this fullness and go into it by division. It also appears as the truest cognition, for it has not yet omitted anything from the object, but has it before it in its entire completeness. Yet this certainty in fact declares itself to be the 1807 23 most abstract and poorest truth. Of what it knows it says only this: it is; and its truth contains solely the being of the matter. Consciousness, for its part, is in this certainty only as pure I; or I am in it only as pure this one, and the object likewise only as pure this. I, this one, am certain of this thing not because I, as consciousness, have developed myself in relation to it and moved thought in manifold ways; nor because the thing of which I am certain would, through a multitude of different characteristics, be a rich relation within itself or a manifold relation to others. Neither concerns the truth of sense-certainty; in it neither I nor the thing has the meaning of a manifold mediation: I does not mean a manifold representing or thinking, nor the thing manifold characteristics. Rather, the thing is, and it is only because it is. That it is is what is essential to sensuous knowing, and this pure being, or this simple immediacy, constitutes its truth. Equally, certainty as relation is an immediate, pure relation; consciousness is I, nothing more, a pure this one; the singular knows pure this, or the singular.

92 But in the pure being that constitutes the essence of this certainty and which it declares as its truth, much else is also at play, if we observe it. 1807 24 An actual sense-certainty is not merely this pure immediacy, but an example of it. Among the innumerable differences occurring in it, we everywhere find the principal distinction: in it, the two thises already mentioned immediately fall out of pure being, a this one as I, and a this as object. If we reflect on this difference, it emerges that neither the one nor the other is merely immediate in sense-certainty, but is at the same time mediated: I have certainty through another, namely the thing; and this likewise is in certainty through another, namely through I.

93 It is not only we who make this distinction between essence and example, immediacy and mediation; we find it in sense-certainty itself, and must take it up in the form it has there, not as we have just determined it. In sense-certainty one is posited as simply and immediately being, or as essence: the object. The other, however, is posited as inessential and mediated, as what is in certainty not in itself, but through another: I, a knowing that knows the object only because the object is, and that can either be or not be. But the object is, is the true and essence; it is, indifferent to whether it is known or not; it remains even if it is not known, whereas 1807 25 knowing is not if the object is not.

94 The object must therefore be considered to see whether, in sense-certainty itself, it is in fact the essence that sense-certainty claims it to be; whether this concept of it, that it is essence, corresponds to the way it is present in sense-certainty. To this end we must not reflect on it and ponder what it might be in truth, but merely consider it as sense-certainty has it within itself.

95 Sense-certainty itself must therefore be asked: What is the this? If we take it in the twofold shape of its being, as the now and as the here, the dialectic it has within it will acquire a form as intelligible as the this itself is. To the question "What is the now?" we therefore answer, for example, "The now is night." A simple experiment suffices to test the truth of this sense-certainty. We write this truth down; a truth cannot lose anything by being written down, any more than by our preserving it. If now, this noon, we look again at the written truth, we shall have to say that it has gone stale.

96 The now that is night is preserved, that is, it is treated as what it is claimed to be, as something that is; but it proves rather to be something that is not. The now 1807 26 itself does indeed maintain itself, but as something that is not night; likewise it maintains itself against the day that it now is, as something that is also not day, or as something negative in general. This self-maintaining now is therefore not immediate but mediated, for it is determined as enduring and self-maintaining through the nonbeing of another, namely day and night. At the same time it is still as simple as before: now, and in this simplicity indifferent to what else is at play in it. Just as night and day are not its being, it is equally also day and night; it is not affected at all by this otherness of its own. Such a simple element, which is through negation, neither this nor that, a not-this, and equally indifferent to being this as well as that, we call a universal. The universal is thus in fact the true of sense-certainty.

97 We also express the sensuous as a universal. What we say is: "this," that is, the universal this; or "it is," that is, being in general. Admittedly, we do not represent to ourselves the universal this or being in general, but we express the universal; or we simply do not speak as we mean in this sense-certainty. Yet language, as we see, is the truer; in it we ourselves immediately refute our meaning, and since the universal is the true of sense-certainty, and 1807 27 language expresses only this true, it is altogether impossible for us ever to say a sensuous being that we mean.

98 The same will be the case with the other form of the this, with the here. The here is, for example, the tree. I turn around, and this truth has vanished and reversed itself into its opposite: the here is not a tree, but rather a house. The here itself does not vanish; rather, it is enduring in the vanishing of house, tree, and so forth, and indifferent to being house or tree. The this thus shows itself again as mediated simplicity, or as universality.

99 For this sense-certainty, as it demonstrates within itself the universal as the truth of its object, pure being thus remains as its essence, but not as immediate: rather, as a being for which negation and mediation are essential. Thus it is not what we mean by being, but being with the determination that it is abstraction, or the purely universal; and our meaning, for which the true of sense-certainty is not the universal, alone remains over against this empty or indifferent now and here.

100 If we compare the relation in which knowing and the object first appeared with the relation they come to occupy in this 1807 28 result, it has been reversed. The object, which was to be the essential, is now the inessential of sense-certainty, for the universal into which it has turned is no longer the kind of object that was supposed to be essential for sense-certainty. Rather, sense-certainty is now present in the opposite, namely in knowing, which was previously the inessential. Its truth is in the object as my object, or in meaning: the object is because I know of it. Sense-certainty has thus indeed been driven out of the object, but is not thereby sublated; it has only been forced back into the I. We must see what experience shows us concerning this reality of it.

101 The force of its truth thus now lies in the I, in the immediacy of my seeing, hearing, and so forth; the vanishing of the singular now and here that we mean is prevented by my holding them fast. The now is day because I see it; the here is a tree for the same reason. But in this relation sense-certainty experiences the same dialectic within itself as in the preceding one. I, this one, see the tree and assert the tree as the here; but another I sees the house and asserts that the here is not a tree but rather a house. Both truths have the same authentication, namely the immediacy of seeing, and the security and assurance 1807 29 of both concerning their knowing; but the one vanishes in the other.

102 What does not vanish in this is I as universal, whose seeing is neither a seeing of the tree nor of this house, but a simple seeing mediated through the negation of this house and so forth, and therein just as simple and indifferent toward whatever else is at play, toward house and tree. I is only universal, like now, here, or this in general; I do indeed mean a singular I, but I can no more say what I mean by I than what I mean by now and here. When I say this here, now, or a singular, I say all these, all heres, nows, singulars; likewise, when I say I, this singular I, I say, in general, all I's; everyone is what I say: I, this singular I. If science is presented with the demand, as a touchstone it could not possibly withstand, to deduce, construct, find a priori, or however one wishes to express it, a so-called this thing or this human being, it is reasonable that the demand should say which this thing or which this I it means; but to say this is impossible.

103 Sense-certainty thus experiences that its essence is neither in the object nor in the I, and that immediacy is the immediacy of neither the one nor the other; for in both, what I mean is rather something 1807 30 inessential, and the object and I are universals in which the now and here and I that I mean do not endure, or are not. We thereby come to posit the whole of sense-certainty itself as its essence, no longer merely one moment of it, as occurred in the two cases in which first the object opposed to the I, then the I, was to be its reality. Thus it is only whole sense-certainty itself that holds fast to itself as immediacy, thereby excluding from itself all the opposition that previously occurred.

104 This pure immediacy is therefore no longer concerned with the otherness of the here as tree, which passes into a here that is not-tree, with the otherness of the now as day, which passes into a now that is night, or with another I for whom something else is object. Its truth maintains itself as a self-identical relation that makes no distinction of essentiality and inessentiality between the I and the object, and into which therefore no difference at all can penetrate. I, this one, thus assert the here as tree and do not turn around so that the here would become a not-tree for me; nor do I take notice that another I sees the here as not-tree, or that I myself at another time take the here as not-tree, the now as not-day. Rather, I am pure 1807 31 intuition; I, for my part, hold to this: the now is day, or equally to this: the here is tree. Nor do I compare the here and now themselves with one another, but hold fast to one immediate relation: the now is day.

105 Since this certainty thus no longer wishes to come forward when we draw its attention to a now that is night, or to an I for whom it is night, we approach it and have it show us the now being asserted. We must have it shown to us, for the truth of this immediate relation is the truth of this I, who restricts itself to a now or a here. If we took up this truth afterward, or stood at a distance from it, it would have no meaning at all, for we would sublate the immediacy essential to it. We must therefore enter the same point of time or space, have it shown to us—that is, let ourselves be made into that same this I which is the one knowing with certainty. Let us therefore see the nature of the immediate that is pointed out to us.

106 The now is shown: this now. Now; it has already ceased to be as it is shown. The now that is is other than the one shown, and we see that the now is precisely this: in being, already no longer to be. The now as it is shown to us is a having-been, and this is its truth; it does not have the truth of being. It is nevertheless true, then, that it has been 1807 32. But what has been is in fact no essence; it is not, and it was being that was at issue.

107 In this pointing-out, then, we see only a movement, with the following course: 1) I point out the now; it is asserted as the true. But I show it as having been, or as something sublated; I sublate the first truth, and 2) I now assert as the second truth that it has been, is sublated. 3) But what has been is not; I sublate the having-been or being-sublated, the second truth, thereby negate the negation of the now, and so return to the first assertion: that now is. The now and the pointing-out of the now are thus so constituted that neither the now nor the pointing-out of the now is something immediate and simple; rather, each is a movement containing different moments. This is posited, but rather an other is posited, or the this is sublated; and this otherness, or sublation of the first, is itself sublated again, and so a return is made to the first. But this first, reflected into itself, is not exactly the same as it was initially, namely something immediate; rather, it is precisely something reflected into itself, or simple, which, as an otherness, remains what it is: a now that is absolutely many nows. And this is the true now: the now as a simple day containing many nows, hours; such a now, an hour, is likewise many minutes, and these nows 1807 33 likewise many nows, and so forth. Pointing-out is thus itself the movement expressing what the now is in truth: a result, or a multiplicity of nows gathered together. And pointing-out is the experience that now is a universal.

108 The here pointed out, which I hold fast, is likewise a this here that is in fact not this here, but a front and behind, an above and below, a right and left. The above is itself likewise this manifold otherness in above, below, and so forth. The here that was to be pointed out vanishes into other heres, but these vanish equally; what is pointed out, held fast, and enduring is a negative this, which is only insofar as the heres are taken as they are supposed to be, but in this sublate themselves. It is a simple complex of many heres. The here meant would be the point; but the point is not. Rather, when it is pointed out as being, the pointing-out shows itself to be not immediate knowing, but a movement from the here meant, through many heres, into the universal here, which is a simple multiplicity of heres just as the day is a simple multiplicity of nows.

109 It is clear that the dialectic of sense-certainty is nothing other than the simple history of its movement, or its experience, and sense-certainty itself is nothing other than this history. Natural consciousness therefore also always advances 1807 34 of itself to this result, to what is true in sense-certainty, and undergoes the experience of it; but it equally always forgets it again and begins the movement afresh. It is therefore astonishing when, against this experience, it is maintained as universal experience, as a philosophical assertion, and even as the result of skepticism, that the reality or being of external things as these, or sensuous things, has absolute truth for consciousness. Such an assertion at the same time does not know what it is saying, does not know that it says the opposite of what it wishes to say. The truth for consciousness of the sensuous this is supposed to be universal experience; but rather the opposite is universal experience. Every consciousness itself sublates again a truth such as "the here is a tree" or "the now is noon," and expresses the opposite: the here is not a tree but a house; and whatever in this assertion sublating the first is again just such an assertion of a sensuous this, consciousness proceeds equally to sublate. In all sense-certainty, what is experienced in truth is only what we have seen: the this as a universal, the opposite of what that assertion assures us is universal experience. In connection with this appeal to universal experience, we may be permitted to anticipate the practical 1807 35 standpoint. From this standpoint, those who assert that truth and certainty of the reality of sensuous objects may be told that they must be sent back to the lowest school of wisdom, namely the ancient Eleusinian mysteries of Ceres and Bacchus, and must first learn the secret of eating bread and drinking wine. For the initiate into these mysteries comes not merely to doubt the being of sensuous things, but to despair of it; and partly carries out their nullity in them himself, partly sees it carried out. Even animals are not excluded from this wisdom, but rather prove most deeply initiated into it; for they do not stand before sensuous things as things that are in themselves, but, despairing of this reality and wholly certain of their nullity, simply seize them and consume them. And all nature, like the animals, celebrates these manifest mysteries, which teach what the truth of sensuous things is.

110 But those who make such an assertion also themselves immediately say the opposite of what they mean, in accordance with the preceding remarks—a phenomenon perhaps best suited to prompting reflection on the nature of sense-certainty. They speak of the existence of external objects, which can be determined more precisely as actual, absolutely singular, entirely personal, 1807 36 individual things, each of which has no absolute equal; this existence is supposed to have absolute certainty and truth. They mean this piece of paper on which I write this, or rather have written it; but they do not say what they mean. If they actually wanted to say this piece of paper that they mean, and wanted to say it, this is impossible, because the sensuous this that is meant is unreachable by language, which belongs to consciousness, to what is universal in itself. In the actual attempt to say it, it would therefore decay; those who had begun its description could not complete it, but would have to leave it to others, who would finally themselves admit that they were speaking of a thing that is not. They thus do indeed mean this piece of paper, which here is an entirely different one from the above; but they say actual things, external or sensuous objects, absolutely singular beings, and so forth—that is, they say of them only the universal. Hence what is called the ineffable is nothing other than the untrue, the irrational, what is merely meant. If nothing further is said of something than that it is an actual thing, an external object, it is expressed only as the most universal of all, and thereby its equality with everything is expressed rather than its distinctness. If I say a singular thing, I say it rather as something entirely universal, for all 1807 37 are a singular thing; and likewise this thing is anything one pleases. More precisely designated as this piece of paper, then all and every paper is a this piece of paper, and I have still only said the universal. But if I try to assist speech—which has the divine nature of immediately reversing meaning, making it into something else, and thus not letting it get a word out at all—by pointing out this piece of paper, I experience what the truth of sense-certainty in fact is. I point it out as a here that is a here of other heres, or is in itself a simple togetherness of many heres, that is, a universal. I thus apprehend it as it is in truth, and instead of knowing something immediate, I perceive.

II. Perception

1807 38

II. Die Wahrnehmung; oder das *Ding*, und die *Täuschung*.

111 Die unmittelbare Gewiſsheit nimmt sich nicht das Wahre, denn ihre Wahrheit ist das Allgemeine, sie aber will das Diese nehmen. Die Wahrnehmung nimmt hingegen das, was ihr das seyende ist, als Allgemeines. Wie die Allgemeinheit ihr Princip überhaupt, so sind auch ihre in ihr unmittelbar sich unterscheidenden Momente, Ich ein allgemeines, und der Gegenstand ein allgemeiner. Jenes Princip ist uns entstanden, und unser Aufnehmen der Wahrnehmung daher nicht mehr ein erscheinendes Aufnehmen, wie der sinnlichen Gewiſsheit, sondern ein nothwendiges. In dem Entstehen des Princips sind zugleich die beyden Momente, die an ihrer Erscheinung nur herausfallen, geworden; das eine nemlich die Bewegung des Aufzeigens, das andere dieselbe Bewegung, aber als Einfaches; jenes das Wahrnehmen, diſs der Gegenstand. Der Gegenstand ist dem Wesen nach dasselbe, was die Bewegung ist, sie die Entfaltung und Unterscheidung der Momente, er das Zusammengefaſstseyn derselben. Für uns oder 1807 39 an sich ist das Allgemeine als Princip das Wesen der Wahrnehmung; und gegen diese Abstraction, die beyden unterschiednen, das Wahrnehmende und das Wahrgenommene das Unwesentliche. Aber in der That, weil beyde selbst das Allgemeine oder das Wesen sind, sind sie beyde wesentlich; indem sie aber sich als entgegengesetzte auf einander beziehen, so kann in der Beziehung nur das eine das wesentliche seyn; und der Unterschied des Wesentlichen und Unwesentlichen muſs sich an sie vertheilen. Das Eine als das einfache bestimmt, der Gegenstand, ist das Wesen, gleichgültig dagegen ob er wahrgenommen wird, oder nicht; das Wahrnehmen aber als die Bewegung ist das unbeständige, das seyn kann, oder auch nicht, und das unwesentliche.

112 Dieser Gegenstand ist nun näher zu bestimmen, und diese Bestimmung aus dem Resultate das sich ergeben, kurz zu entwickeln; die ausgeführtere Entwicklung gehört nicht hierher. Da sein Princip das Allgemeine, in seiner Einfachheit ein vermitteltes ist, so muſs er diſs als seine Natur an ihm ausdrücken; er zeigt sich dadurch als das Ding von vielen Eigenschafften. Der Reichthum des sinnlichen Wissens gehört der Wahrnehmung, nicht der unmittelbaren Gewiſsheit an, an der er nur das beyherspielende war, denn nur jene hat die Negation, den Unterschied oder die Mannigfaltigkeit an ihrem Wesen.

113 Das Dieses ist also gesetzt, als nicht dieses, oder als aufgehoben; und damit nicht Nichts, sondern 1807 40 ein bestimmtes Nichts, oder ein Nichts von einem Inhalte, nemlich dem Diesen. Das Sinnliche ist hiedurch selbst noch vorhanden, aber nicht, wie es in der unmittelbaren Gewiſsheit seyn sollte, als das gemeynte Einzelne, sondern als Allgemeines, oder als das, was sich als Eigenschafft bestimmen wird. Das Aufheben stellt seine wahrhafte gedoppelte Bedeutung dar, welche wir an dem Negativen gesehen haben; es ist ein Negiren und ein Aufbewahren zugleich; das Nichts, als Nichts des Diesen, bewahrt die Unmittelbareit auf, und ist selbst sinnlich, aber eine allgemoine Unmittelbarkeit. — Das Seyn aber ist ein Allgemeines dadurch, daſs es die Vermittlung oder das negative an ihm hat; indem es diſs an seiner Unmittelbarkeit ausdrückt, ist es eine unterschiedene, bestimmte Eigenschafft. Damit sind zugleich viele solche Eigenschafften, eine die negative der andern, gesetzt. Indem sie in der Einfachheit des Allgemeinen ausgedrückt sind, beziehen sich diese Bestimmtheiten, die eigentlich erst durch eine ferner hinzukommende Bestimmung Eigenschafften sind, auf sich selbst, sind gleichgültig gegen einander, jede für sich, frey von der andern. Die einfache sich selbst gleiche Allgemeinheit selbst aber, ist wieder von diesen ihren Bestimmtheiten unterschieden, und frey; sie ist das reine sich auf sich beziehen, oder das Medium, worin diese Bestimmtheiten alle sind, sich also in ihr als in einer einfachen Einheit durchdringen, ohne sich aber zu berühren; denn eben 1807 41 durch die Theilnahme an dieser Allgemeinheit sind sie gleichgültig für sich. — Diſs abstracte allgemeine Medium, das die Dingheit überhaupt oder das reine Wesen genannt werden kann, ist nichts anderes als das Hier und Itzt, wie es sich erwiesen hat, nemlich als ein einfaches zusammen von vielen, aber die vielen sind in ihrer Bestimmtheit selbst einfach allgemeine. Diſs Saltz ist einfaches Hier, und zugleich vielfach; es ist weiſs, und auch scharf, auch kubisch gestaltet, auch von bestimmter Schwere, und so weiter. Alle diese vielen Eigenschafften sind in Einem einfachen Hier, worin sie sich also durchdringen; keine hat ein anderes Hier, als die andere, sondern jede ist allenthalben, in demselben, worin die andere ist; und zugleich, ohne durch verschiedene Hier geschieden zu seyn, afficiren sie sich in dieser Durchdringung nicht; das weise afficirt oder verändert das kubische nicht, beyde nicht das scharfe, und so weiter, sondern da jede selbst einfaches sich auf sich beziehen ist, läſst sie die andern ruhig und bezieht sich nur durch das gleichgültige Auch auf sie. Dieses Auch ist also das reine Allgemeine selbst, oder das Medium, die sie so zusammenfassende Dingheit.

114 In diesem Verhältnisse, das sich ergeben hat, ist nur erst der Charakter der positiven Allgemeinheit beobachtet und entwickelt; es bietet sich aber noch eine Seite dar, welche auch hereingenommen werden muſs. Nemlich wenn die vielen bestimmten Eigenschafften schlechterdings gleichgültig wären, 1807 42 und sich durchaus nur auf sich selbst bezögen, so wären sie keine bestimmte; denn sie sind diſs nur in sofern sie sich unterscheiden, und sich auf andere als entgegengesetzte beziehen. Nach dieser Entgegensetzung aber können sie nicht in der einfachen Einheit ihres Mediums zusammen seyn, die ihnen eben so wesentlich ist als die Negation; die Unterscheidung derselben, insofern sie nicht eine gleichgültige, sondern ausschlieſsende, anderes negirende ist, fallt also auſser diesem einfachen Medium; und dieses ist daher nicht nur ein Auch, gleichgültige Einheit, sondern auch Eins, ausschlieſsende Einheit. — Das Eins ist das Moment der Negation, wie es selbst auf eine einfache Weise sich auf sich bezieht, und Anderes ausschlieſst; und wodurch die Dingheit, als Ding bestimmt ist. An der Eigenschafft ist die Negation als Bestimmtheit, die unmittelbar eins ist mit der Unmittelbarkeit des Seyns, welche durch diese Einheit mit der Negation, Allgemeinheit ist; als Eins aber ist sie, wie sie von dieser Einheit mit dem Gegentheil befreyt, und an und fur sich selbst ist.

115 In diesen Momenten zusammen ist das Ding als das Wahre der Wahrnehmung vollendet, so weit es nöthig ist, es hier zu entwickeln. Es ist α) die gleichgültige passive Allgemeinheit, das Auch der vielen Eigenschafften, oder vielmehr Materien, β) die Negation ebenso als einfach; oder das Eins, das Ausschlieſsen entgegengesetzter Eigenschafften, und γ) die vielen Eigenschafften selbst, die 1807 43 Beziehung der zwey ersten Momente; die Negation, wie sie sich auf das gleichgültige Element bezieht, und sich darin als eine Menge von Unterschieden ausbreitet; der Punkt der Einzelnheit in dem Medium des Bestehens in die Vielheit ausstrahlend. Nach der Seite, daſs diese Unterschiede dem gleichgültigen Medium angehören, sind sie selbst allgemein, beziehen sich nur auf sich, und afficiren sich nicht; nach der Seite aber, daſs sie der negativen Einheit angehören, sind sie zugleich ausschlieſsend; haben aber diese entgegengesetzte Beziehung nothwendig an Eigenschafften, die aus ihrem Auch entfernt sind. Die sinnliche Allgemeinheit, oder die unmittelbare Einheit des Seyns und des Negativen, ist erst so Eigenschaft, insofern das Eins und die reine Allgemeinheit aus ihr entwickelt, und von einander unterschieden sind, und sie diese miteinander zusammenschlieſst; diese Beziehung derselben auf die reinen wesentlichen Momente vollendet erst das Ding.

116 So ist nun das Ding der Wahrnehmung beschaffen; und das Bewuſstseyn ist als Wahrnehmendes bestimmt, insofern diſs Ding sein Gegenstand ist; es hat ihn nur zu nehmen, und sich als reines Auffassen zu verhalten; was sich ihm dadurch ergibt, ist das Wahre. Wenn es selbst bey diesem Nehmen etwas thäte, würde es durch solches hinzusetzen oder weglassen die Wahrheit verändern. Indem der Gegenstand das Wahre und Allgemeine, sich selbst Gleiche, das Bewuſstseyn sich aber das 1807 44 veranderliche und unwesentliche ist, kann es ihm geschehen, daſs es den Gegenstand unrichtig auffaſst, und sich täuscht. Das Wahrnehmende hat das Bewuſstseyn der Möglichkeit der Täuschung; denn in der Allgemeinheit, welche das Princip ist, ist das Andersseyn selbst unmittelbar für es, aber als das nichtige, aufgehobene. Sein Kriterium der Wahrheit ist daher die Sichselbstgleichheit, und sein Verhalten, als sich selbst gleiches aufzufassen. Indem zugleich das verschiedene für es ist, ist es ein Beziehen der verschiedenen Momente seines Auffassens auf einander; wenn sich aber in dieser Vergleichung eine Ungleichheit hervorthut, so ist diſs nicht eine Unwahrheit des Gegenstandes, denn er ist das sich selbst gleiche, sondern des Wahrnehmens.

117 Sehen wir nun zu, welche Erfahrung das Bewuſstseyn in seinem wirklichen Wahrnehmen macht. Sie ist für uns in der so eben gegebenen Entwicklung des Gegenstandes und des Verhaltens des Bewuſstseyns zu ihm schon enthalten; und wird nur die Entwicklung der darin vorhandenen Widersprüche seyn. — Der Gegenstand, den Ich aufnehme, bietet sich als rein Einer dar; auch werde ich die Eigenschafft an ihm gewahr, die allgemein ist, dadurch aber über die Einzelnheit hinausgeht. Das erste Seyn des gegenständlichen Wesens als eines Einen, war also nicht sein wahres Seyn; da er das Wahre ist, fällt die Unwahrheit in mich, und das Auffassen war nicht richtig. Ich muſs um der Allgemeinheit 1807 45 der Eigenschafft willen das gegenständliche Wesen, vielmehr als eine Gemeinschafft überhaupt nehmen. Ich nehme nun ferner die Eigenschafft wahr als bestimmte, anderem entgegengesetzte, und es ausschlieſsende. Ich faſste das gegenständliche Wesen also in der That nicht richtig auf, als Ich es als eine Gemeinschafft mit Andern oder als die Continuität bestimmte, und muſs, vielmehr um der Bestimmtheit der Eigenschaft willen, die Continuität trennen, und es als ausschlieſsendes Eins setzen. An dem getrennten Eins finde ich viele solche Eigenschafften, die einander nicht afficiren, sondern gleichgültig gegeneinander sind; ich nahm den Gegenstand also nicht richtig wahr, als ich ihn als ein ausschlieſsendes auffaſste, sondern er ist, wie vorhin nur Continuität überhaupt, so itzt ein allgemeines gemeinschafftliches Medium, worin viele Eigenschafften als sinnliche Allgemeinheiten, jede für sich ist, und als bestimmte die andern ausschlieſst. Das einfache und wahre, das ich wahrnehme, ist aber hiemit auch nicht ein allgemeines Medium, sondern die einzelne Eigenschafft für sich, die aber so weder Eigenschafft, noch ein bestimmtes Seyn ist; denn sie ist nun weder an einem Eins, noch in Beziehung auf andere. Eigenschafft ist sie aber nur am Eins, und bestimmt nur in Beziehung auf andere. Sie bleibt als diſs reine sich auf sich selbst beziehen, nur sinnliches Seyn überhaupt, da sie den Charakter der Negativität nicht mehr an ihr hat; und das Bewuſstseyn 1807 46 für welches itzt ein sinnliches Seyn ist, ist nur ein Meynen, das heiſst, es ist aus dem Wahrnehmen ganz heraus und in sich zurückgegangen. Allein das sinnliche Seyn und Meynen geht selbst in das Wahrnehmen über; ich bin zu dem Anfang zurückgeworfen, und wieder in denselben, sich in jedem Momente und als Ganzes aufhebenden, Kreislauff hineingerissen.

118 Das Bewuſstseyn durchlaufft ihn also nothwendig wieder, aber zugleich nicht auf dieselbe Weise wie das erstemal. Es hat nemlich die Erfahrung über das Wahrnehmen gemacht, daſs das Resultat und das Wahre desselben seine Auflösung, oder die Reflexion in sich selbst aus dem Wahren ist. Es hat sich hiemit für das Bewuſstseyn bestimmt, wie sein Wahrnehmen wesentlich beschaffen ist, nemlich nicht ein einfaches reines Auffassen, sondern in seinem Auffassen zugleich aus dem Wahren heraus in sich reflectirt zu seyn. Diese Rückkehr des Bewuſstseyns in sich selbst, die sich in das reine Auffassen unmittelbar, — denn sie hat sich als dem Wahrnehmen wesentlich gezeigt, — einmischt, verändert das Wahre. Das Bewuſstseyn erkennt diese Seite zugleich als die seinige, und nimmt sie auf sich, wodurch es also den wahren Gegenstand rein erhalten wird. — Es ist hiemit itzt, wie es bey der sinnlichen Gewiſsheit geschah, an dem Wahrnehmen die Seite vorhanden, daſs das Bewuſstseyn in sich zurückgedrängt wird, aber zunächst nicht in 1807 47 dem Sinne, in welchem diſs bey jener der Fall war; als ob in es die Wahrheit des Wahrnehmens fiele, sondern vielmehr erkennt es, daſs die Unwahrheit, die darin vorkömmt, in es fällt. Durch diese Erkenntniſs aber ist es zugleich fähig, sie aufzuheben; es unterscheidet sein Auffassen des Wahren von der Unwahrheit seines Wahrnehmens, corrigirt diese, und insofern es diese Berichtigung selbst vornimmt, fällt allerdings die Wahrheit, als Wahrheit des Wahrnehmens in dasselbe. Das Verhalten des Bewuſstseyns, das nunmehr zu betrachten ist, ist also so beschaffen, daſs es nicht mehr bloſs wahrnimmt, sondern auch seiner Reflexion in sich bewuſst ist, und diese von der einfachen Auffassung selbst abtrennt.

119 Ich werde also zuerst des Dings als Eines gewahr, und habe es in dieser wahren Bestimmung fest zu halten; wenn in der Bewegung des Wahrnehmens etwas dem Widersprechendes vorkommt, so ist diſs als meine Reflexion zu erkennen. Es kommen nun in der Wahrnehmung auch verschiedene Eigenschafften vor, welche Eigenschafften des Dings zu seyn scheinen; allein, das Ding ist Eins und von dieser Verschiedenheit, wodurch es aufhörte, Eins zu seyn, sind wir uns bewuſst, daſs sie in uns fällt. Diſs Ding ist also in der That nur weiſs, an unser Auge gebracht, scharf auch, an unsre Zunge, auch kubisch an unser Gefühl, und so fort. Die gänzliche Verschiedenheit dieser Seiten nehmen wir nicht aus 1807 48 dem Dinge, sondern aus uns; sie fallen uns an unserem von der Zunge ganz unterschiedenen Auge und so fort, so auseinander. Wir sind somit das allgemeine Medium, worin solche Momente sich absondern, und für sich sind. Hiedurch also, daſs wir die Bestimmtheit allgemeines Medium zu seyn, als unsre Reflexion betrachten, erhalten wir die Sichselbstgleichheit und Wahrheit des Dinges, Eins zu seyn.

120 Diese verschiedenen Seiten, welche das Bewuſstseyn auf sich nimmt, sind aber, jede so für sich, als in dem allgemeinen Medium sich befindend betrachtet, bestimmt; das Weiſse ist nur in Entgegensetzung gegen das Schwarze, und so fort, und das Ding Eins gerade dadurch, daſs es andern sich entgegensetzt. Es schlieſst aber andere nicht, insofern es Eins ist, von sich aus; denn Eins zu seyn ist das allgemeine auf sich selbst beziehen, und dadurch, daſs es Eins ist, ist es vielmehr allen gleich; sondern durch die Bestimmtheit. Die Dinge selbst also sind an und für sich bestimmte; sie haben Eigenschafften, wodurch sie sich von andern unterscheiden. Indem die Eigenschafft die eigene Eigenschafft des Dinges, oder eine Bestimmtheit an ihm selbst ist, hat es mehrere Eigenschafften. Denn vors erste ist das Ding das wahre, es ist an sich selbst; und was an ihm ist, ist an ihm als sein eigenes Wesen, nicht um anderer willen; also sind zweytens die bestimmten Eigenschafften nicht nur um anderer 1807 49 Dinge willen, und für andere Dinge, sondern an ihm selbst; sie sind aber bestimmte Eigenschafften an ihm nur, indem sie mehrere sich von einander unterscheidende sind; und drittens, indem sie so in der Dingheit sind, sind sie an und für sich und gleichgültig gegen einander. Es ist also in Wahrheit das Ding selbst, welches weiſs, und auch kubisch, auch scharf, und so fort ist, oder das Ding ist das Auch, oder das allgemeine Medium, worin die vielen Eigenschaften auſser einander bestehen, ohne sich zu berühren und aufzuheben; und so genommen wird es als das wahre genommen.

121 Bey diesem Wahrnehmen nun ist das Bewuſstseyn zugleich sich bewuſst, daſs es sich auch in sich selbst reflectirt und in dem Wahrnehmen das dem Auch entgegengesetzte Moment vorkommt. Diſs Moment aber ist Einheit des Dings mit sich selbst, welche den Unterschied aus sich ausschlieſst. Sie ist es demnach, welche das Bewuſstseyn auf sich zu nehmen hat; denn das Ding selbst ist das Bestehen der vielen verschiedenen und unabhängigen Eigenschafften. Es wird also von dem Dinge gesagt, es ist weiſs, auch kubisch, und auch scharf u. s. f. Aber insofern es weiſs ist, ist es nicht kubisch, und insofern es kubisch und auch weiſs ist, ist es nicht scharf u. s. f. Das in eins setzen dieser Eigenschafften kommt nur dem Bewuſstseyn zu, welches sie daher an dem Ding nicht in Eins fallen zu lassen hat. Zu dem Ende bringt es das Insofern herbey, wodurch es sie 1807 50 auseinander, und das Ding als das Auch erhält. Recht eigentlich wird das Einsseyn von dem Bewuſstseyn erst so auf sich genommen, daſs dasjenige, was Eigenschafft genannt wurde, als freye Materie vorgestellt wird. Das Ding ist auf diese Weise zum wahrhafften Auch erhoben, indem es eine Sammlung von Materien, und statt Eins zu seyn zu einer bloſs umschlieſsenden Oberfläche wird.

122 Sehen wir zurück auf dasjenige, was das Bewuſstseyn vorhin auf sich genommen, und itzt auf sich nimmt; was es vorhin dem Dinge zuschrieb, und itzt ihm zuschreibt, so ergibt sich daſs es abwechslungsweise, ebensowohl sich selbst als auch das Ding zu beydem macht, zum reinen vielheitslosen Eins, wie zu einem in selbstständige Materien aufgelösten Auch. Das Bewuſstseyn findet also durch diese Vergleichung, daſs nicht nur sein Nehmen des Wahren, die Verschiedenheit des Auffassens und des in sich Zurückgehens an ihm hat, sondern daſs vielmehr das Wahre selbst, das Ding, sich auf diese gedoppelte Weise zeigt. Es ist hiemit die Erfahrung vorhanden, daſs das Ding sich für das auffassende Bewuſstseyn auf eine bestimmte Weise darstellt, aber zugleich aus der Weise, in der es sich darbietet, heraus und in sich reflectirt ist, oder an ihm selbst eine entgegengesetzte Wahrheit hat.

123 Das Bewuſstseyn ist also auch aus dieser zweyten Art, sich im Wahrnehmen zu verhalten, nemlich das Ding als das wahre sich selbst gleiche, 1807 51 sich aber für das ungleiche, für das aus der Gleichheit heraus in sich zurückgehende, zu nehmen, selbst heraus, und der Gegenstand ist ihm itzt diese ganze Bewegung, welche vorher an den Gegenstand und an das Bewuſstseyn vertheilt war. Das Ding ist Eins, in sich reflectirt; es ist für sich; aber es ist auch für ein anderes; und zwar ist es ein anderes für sich, als es für anderes ist. Das Ding ist hienach für sich, und auch für ein anderes, ein gedoppeltes verschiedenes Seyn; aber es ist auch Eins; das Einsseyn aber widerspricht dieser seiner Verschiedenheit; das Bewuſstseyn hätte hienach diſs in einssetzen wieder auf sich zu nehmen, und von dem Dinge abzuhalten. Es müſste also sagen, daſs das Ding, insofern es für sich ist, nicht für anderes ist. Allein dem Dinge selbst kommt auch das Einsseyn zu, wie das Bewuſstseyn erfahren hat; das Ding ist wesentlich in sich reflectirt. Das Auch, oder der gleichgültige Unterschied fällt also wohl ebenso in das Ding, als das Einsseyn; aber da beydes verschieden, nicht in dasselbe, sondern in verschiedene Dinge; der Widerspruch, der an dem gegenständlichen Wesen überhaupt ist, vertheilt sich an zwey Gegenstände. Das Ding ist also wohl an und für sich, sich selbst gleich; aber diese Einheit mit sich selbst wird durch andere Dinge gestört; so ist die Einheit des Dings erhalten, und zugleich das Andersseyn auſser ihm, so wie auſser dem Bewuſstseyn.

1807 52

124 Ob nun zwar so der Widerspruch des gegenständlichen Wesens an verschiedene Dinge vertheilt ist, so wird darum doch an das abgesonderte einzelne Ding selbst der Unterschied kommen. Die verschiedenen Dinge sind also für sich gesetzt; und der Widerstreit fällt in sie so gegenseitig, daſs jedes nicht von sich selbst, sondern nur von dem andern verschieden ist. Jedes ist aber hiemit selbst als ein unterschiedenes bestimmt, und hat den wesentlichen Unterschied von den andern an ihm; aber zugleich nicht so, daſs diſs eine Entgegensetzung an ihm selbst wäre, sondern es für sich ist einfache Bestimmtheit, welche seinen wesentlichen es von andern unterscheidenden Charakter ausmacht. In der That ist zwar, da die Verschiedenheit an ihm ist, dieselbe nothwendig als wirklicher Unterschied mannichfaltiger Beschaffenheit an ihm. Allein weil die Bestimmtheit das Wesen des Dinges ausmacht, wodurch es von andern sich unterscheidet und für sich ist, so ist diese sonstige mannichfaltige Beschaffenheit das unwesentliche. Das Ding hat hiemit zwar in seiner Einheit das gedoppelte Insofern an ihm, aber mit ungleichem Werthe; wodurch diſs Entgegengesetztseyn also nicht zur wirklichen Entgegensetzung des Dings selbst wird, sondern insofern diſs durch seinen absoluten Unterschied in Entgegensetzung kommt, hat es sie gegen ein anderes Ding auſser ihm. Die sonstige Mannichfaltigkeit aber ist zwar auch nothwendig an dem Dinge, so daſs sie nicht von 1807 53 ihm wegbleiben kann, aber sie ist ihm unwesentlich.

125 Diese Bestimmtheit, welche den wesentlichen Charakter des Dings ausmacht, und es von allen andern unterscheidet, ist nun so bestimmt, daſs das Ding dadurch im Gegensatze mit andern ist, aber sich darin für sich erhalten soll. Ding aber, oder für sich seyendes Eins ist es nur, insofern es nicht in dieser Beziehung auf andere steht; denn in dieser Beziehung ist vielmehr der Zusammenhang mit anderem gesetzt; und Zusammenhang mit anderem ist das Aufhören des für sich seyns. Durch den absoluten Charakter gerade, und seine Entgegensetzung verhält es sich zu andern, und ist wesentlich nur diſs Verhalten; das Verhältniſs aber ist die Negation seiner Selbstständigkeit, und das Ding geht vielmehr durch seine wesentliche Eigenschafft zu Grunde.

126 Die Nothwendigkeit der Erfahrung für das Bewuſstseyn, daſs das Ding eben durch die Bestimmtheit, welche sein Wesen und sein für sich seyn ausmacht, zu Grunde geht, kann kurz dem einfachen Begriffe nach so betrachtet werden. Das Ding ist gesetzt als für sich seyn, oder als absolute Negation alles Andersseyns; daher absolute, nur sich auf sich beziehende Negation; aber die sich auf sich beziehende Negation ist Aufheben seiner selbst, oder sein Wesen in einem andern zu haben.

127 In der That enthält die Bestimmung des Gegenstandes, wie er sich ergeben hat, nichts anderes; er 1807 54 soll eine wesentliche Eigenschafft, welche sein einfaches für sich seyn ausmacht, bey dieser Einfachheit aber auch die Verschiedenheit an ihm selbst haben, welche zwar nothwendig seyn, aber nicht die wesentliche Bestimmtheit ausmachen soll. Aber diſs ist eine Unterscheidung, welche nur noch in den Worten liegt; das unwesentliche, welches doch zugleich nothwendig seyn soll, hebt sich selbst auf, oder ist dasjenige, was so eben die Negation seiner selbst genannt wurde.

128 Es fällt hiemit das letzte Insofern hinweg, welches das für sich seyn, und das seyn für anderes trennte; der Gegenstand ist vielmehr in einer und derselben Rücksicht das Gegentheil seiner selbst, für sich insofern er für anderes, und für anderes insofern er für sich ist. Er ist für sich, in sich reflectirt, Eins; aber diſs für sich, in sich reflectirt, Eins seyn ist mit seinem Gegentheile dem Seyn für ein anderes in einer Einheit, und darum nur als aufgehobenes gesetzt; oder diſs für sich seyn ist eben so unwesentlich, als dasjenige, was allein das unwesentliche seyn sollte, nemlich das Verhältniſs zu anderem.

129 Der Gegenstand ist hiedurch in seinen reinen Bestimmtheiten oder in den Bestimmtheiten, welche seine Wesenheit ausmachen sollten, eben so aufgehoben, als er in seinem sinnlichen Seyn zu einem aufgehobenen wurde. Aus dem sinnlichen Seyn wird er ein allgemeines; aber diſs allgemeine ist, da es aus dem sinnlichen herkommt, wesentlich durch 1807 55 dasselbe bedingt, und daher überhaupt nicht wahrhafft sich selbst gleiche, sondern mit einem Gegensatze afficirte Allgemeinheit, welche sich darum in die Extreme der Einzelnheit und Allgemeinheit, des Eins der Eigenschafften und des Auchs der freyen Materien trennt. Diese reinen Bestimmtheiten scheinen die Wesenheit selbst auszudrücken, aber sie sind nur ein für sich seyn, welches mit dem Seyn für ein anderes behafftet ist; indem aber beyde wesentlich in einer Einheit sind, so ist itzt die unbedingte absolute Allgemeinheit vorhanden, und das Bewuſstseyn tritt hier erst wahrhafft in das Reich des Verstandes ein.

130 Die sinnliche Einzelnheit also verschwindet zwar in der dialektischen Bewegung der unmittelbaren Gewiſsheit und wird Allgemeinheit, aber nur sinnliche Allgemeinheit. Das Meynen ist verschwunden, und das Wahrnehmen nimmt den Gegenstand, wie er an sich ist; oder als Allgemeines überhaupt; die Einzelnheit tritt daher an ihm, als wahre Einzelnheit, als an sich seyn des Eins hervor, oder als reflectirtseyn in sich selbst. Es ist aber noch ein bedingtes für sich seyn, neben welchem ein anderes für sich seyn, die der Einzelnheit entgegengesetzte, und durch sie bedingte Allgemeinheit vorkommt; aber diese beyden widersprechenden Extreme sind nicht nur neben einander, sondern in Einer Einheit, oder, was dasselbe ist, das gemeinschafftliche beyder, das für sich seyn ist mit dem Gegensatze überhaupt behafftet, das heiſst, es ist zugleich nicht ein für sich seyn. Diese 1807 56 Momente sucht die Sophisterey des Wahrnehmens von ihrem Widerspruche zu retten, und durch die Unterscheidung der Rücksichten, durch das Auch und Insofern festzuhalten, so wie endlich durch die Unterscheidung des unwesentlichen, und eines ihm entgegengesetzten Wesens, das Wahre zu ergreiffen. Allein diese Auskunftsmittel, statt die Täuschung in dem Auffassen abzuhalten, erweisen sich vielmehr selbst als nichtig, und das Wahre, das durch diese Logik des Wahrnehmens gewonnen werden soll, erweiſst sich in Einer und derselben Rücksicht das Gegentheil zu seyn, und hiemit zu seinem Wesen die unterscheidungs- und bestimmungslose Allgemeinheit zu haben.

131 Diese leeren Abstractionen der Einzelnheit, und der ihr entgegengesetzten Allgemeinheit, so wie des Wesens, das mit einem unwesentlichen verknüpft, eines unwesentlichen, das doch zugleich nothwendig ist, sind die Mächte, deren Spiel der wahrnehmende, oft sogenannte gesunde Menschenverstand ist; er, der sich für das gediegne reale Bewuſstseyn nimmt, ist im Wahrnehmen nur das Spiel dieser Abstractionen; er ist überhaupt immer da am ärmsten, wo er am reichsten zu seyn meynt. Indem er von diesen nichtigen Wesen herumgetrieben, von dem einen dem andern in die Arme geworfen wird und durch seine Sophisterey abwechslungsweise itzt das eine, dann das geradentgegengesetzte festzuhalten und zu behaupten bemüht, sich der Wahrheit 1807 57 widersetzt, meynt er von der Philosophie, sie habe es nur mit Gedankendingen zu thun. Sie hat in der That auch damit zu thun, und erkennt sie für die reinen Wesen, für die absoluten Elemente und Mächte; aber damit erkennt sie dieselben zugleich in ihrer Bestimmtheit, und ist darum Meister über sie, während jener wahrnehmende Verstand sie für das Wahre nimmt, und von ihnen aus einer Irre in die andere geschickt wird. Er selbst kommt nicht zu dem Bewuſstseyn, daſs es solche einfache Wesenheiten sind, die in ihm walten, sondern er meynt es immer mit ganz gediegnem Stoffe und Inhalte zu thun zu haben, so wie die sinnliche Gewiſsheit nicht weiſs, daſs die leere Abstraction des reinen Seyns ihr Wesen ist; aber in der That sind sie es, an welchen er durch allen Stoff und Inhalt hindurch und hin und her läufft; sie sind der Zusammenhalt und die Herrschafft desselben, und allein dasjenige, was das sinnliche als Wesen für das Bewuſstseyn ist, was seine Verhältnisse zu ihm bestimmt, und woran die Bewegung des Wahrnehmens und seines Wahren abläufft. Dieser Verlauff, ein beständig abwechselndes Bestimmen des Wahren und Aufheben dieses Bestimmens, macht eigentlich das tägliche und beständige Leben und Treiben des Wahrnehmenden und in der Wahrheit sich zu bewegen meynenden Bewuſstseyns aus. Es geht darin unaufhaltsam zu dem Resultate des gleichen Aufhebens aller dieser wesentlichen Wesenheiten oder Bestimmungen fort, 1807 58 ist aber in jedem einzelnen Momente nur dieser Einen Bestimmtheit als des Wahren sich bewuſst, und dann wieder der entgegengesetzten. Es wittert wohl ihre Unwesenheit; sie gegen die drohende Gefahr zu retten, geht es zur Sophisterey über, das was es selbst so eben als das Nichtwahre behauptete, itzt als das Wahre zu behaupten. Wozu diesen Verstand eigentlich die Natur dieser unwahren Wesen treiben will, die Gedanken von jener Allgemeinheit und Einzelnheit, vom Auch und Eins, von jener Wesentlichkeit, die mit einer Unwesentlichkeit nothwendig verknüpft ist, und von einem Unwesentlichen, das doch nothwendig ist, — die Gedanken von diesen Unwesen zusammen zu bringen und sie dadurch aufzuheben, dagegen sträubt er sich durch die Stützen des Insofern und der verschiedenen Rücksichten, oder dadurch, den einen Gedanken auf sich zu nehmen, um den andern getrennt, und als den wahren zu erhalten. Aber die Natur dieser Abstractionen bringt sie an und für sich zusammen, der gesunde Verstand ist der Raub derselben, die ihn in ihrem wirbelnden Kreise umhertreiben. Indem er ihnen die Wahrheit dadurch geben will, daſs er bald die Unwahrheit derselben auf sich nimmt, bald aber auch die Täuschung einen Schein der unzuverlässigen Dinge nennt und das Wesentliche von einem ihnen nothwendigen, und doch unwesentlich seyn sollenden abtrennt, und jenes als ihre Wahrheit gegen dieses festhält, erhält er ihnen nicht ihre Wahrheit, sich aber gibt er die Unwahrheit.

1807 38

II. Perception; or the *Thing* and *Deception*.

111 Immediate certainty does not take the true to itself, for its truth is the universal, whereas it wishes to take the this. Perception, by contrast, takes what is for it as a universal. Just as universality is its principle in general, so too its moments that immediately distinguish themselves within it are universal: I is a universal, and the object a universal. That principle has arisen for us, and our apprehension of perception is therefore no longer an appearing apprehension, as was that of sense-certainty, but a necessary one. In the arising of the principle, the two moments that merely fall out in its appearance have at the same time come to be: one, namely, the movement of pointing-out, the other the same movement, but as something simple; the former is perceiving, the latter the object. The object is essentially the same as the movement: the movement is the unfolding and differentiation of the moments, the object their being gathered together. For us, or 1807 39 in itself, the universal as principle is the essence of perception; and against this abstraction, the two differentiated elements, the perceiving and the perceived, are the inessential. But in fact, because both are themselves the universal or essence, both are essential. Yet since they relate to one another as opposites, only one can be essential in the relation, and the difference between essential and inessential must be distributed between them. The one determined as simple, the object, is essence, indifferent to whether it is perceived or not; perceiving, however, as movement, is the inconstant, which may or may not be, and the inessential.

112 This object must now be determined more closely, and this determination briefly developed from the result that has emerged; the more detailed development does not belong here. Since its principle, the universal, is something mediated in its simplicity, the object must express this within it as its nature; it thereby shows itself as the thing of many properties. The wealth of sensuous knowing belongs to perception, not to immediate certainty, in which it was only incidentally at play; for perception alone has negation, difference or multiplicity, within its essence.

113 The this is thus posited as not this, or as sublated, and thereby not nothing, but 1807 40 a determinate nothing, or a nothing of a content, namely the this. The sensuous itself is thereby still present, but not as it was supposed to be in immediate certainty, as the singular meant, but as a universal, or as what will determine itself as a property. Sublation exhibits its true twofold meaning, which we have seen in the negative: it is at once a negating and a preserving. Nothing, as nothing of the this, preserves immediacy and is itself sensuous, but a universal immediacy. Being, however, is a universal through having mediation or the negative within it; when it expresses this in its immediacy, it is a differentiated, determinate property. Many such properties are thereby posited at once, one the negative of another. Since they are expressed in the simplicity of the universal, these determinatenesses, which properly become properties only through a further determination, relate to themselves, are indifferent to one another, each for itself, free of the others. But simple, self-equal universality itself is in turn distinct from these determinatenesses of its own and free; it is pure self-relation, or the medium in which all these determinatenesses are, and in which, as in a simple unity, they therefore interpenetrate without touching one another. For precisely 1807 41 through participating in this universality they are indifferently for themselves. This abstract universal medium, which may be called thinghood in general, or pure essence, is nothing other than the here and now as they have proved to be: namely, a simple togetherness of many, but the many are themselves, in their determinateness, simple universals. This salt is a simple here and at the same time manifold: it is white, and also pungent, also cubical in shape, also of a determinate weight, and so on. All these many properties are in one simple here, in which they therefore interpenetrate; none has a different here from another, but each is everywhere in the same here in which the other is. And at the same time, without being separated by different heres, they do not affect one another in this interpenetration: the white does not affect or alter the cubical, neither affects the pungent, and so on. Rather, since each is itself a simple relating-to-itself, it leaves the others undisturbed and relates to them only through the indifferent also. This also is thus the pure universal itself, or the medium, the thinghood gathering them together in this way.

114 In the relation that has emerged, only the character of positive universality has so far been observed and developed; but another side presents itself, which must also be included. Namely, if the many determinate properties were utterly indifferent 1807 42 and related entirely only to themselves, they would not be determinate; for they are so only insofar as they differ and relate to others as opposites. According to this opposition, however, they cannot be together in the simple unity of their medium, which is just as essential to them as negation. Their differentiation, insofar as it is not indifferent but exclusive, negating others, thus falls outside this simple medium; and the medium is therefore not merely an also, indifferent unity, but also one, exclusive unity. The one is the moment of negation as it itself relates to itself in a simple way and excludes another, and through which thinghood is determined as a thing. In the property, negation is as determinateness immediately one with the immediacy of being, which through this unity with negation is universality; but as one, negation is as it is freed from this unity with its opposite and is in and for itself.

115 In these moments together, the thing as the true of perception is complete, insofar as it is necessary to develop it here. It is α) indifferent, passive universality, the also of the many properties, or rather matters; β) negation likewise as simple, or the one, the exclusion of opposed properties; and γ) the many properties themselves, 1807 43 the relation of the first two moments: negation as it relates to the indifferent element and spreads out within it as a multitude of differences; the point of singularity radiating into multiplicity in the medium of subsistence. Insofar as these differences belong to the indifferent medium, they are themselves universal, relate only to themselves, and do not affect one another; insofar as they belong to negative unity, however, they are at the same time exclusive, but necessarily have this opposed relation to properties removed from their also. Sensuous universality, or the immediate unity of being and the negative, is a property only insofar as the one and pure universality are developed out of it and distinguished from one another, and it unites them with one another. Only this relation of the property to the pure essential moments completes the thing.

116 Such, then, is the constitution of the thing of perception; and consciousness is determined as perceiving insofar as this thing is its object. It has only to take the object and behave as pure apprehension; what thereby results for it is the true. If consciousness itself did anything in this taking, it would alter the truth through such addition or omission. Since the object is the true and universal, the self-equal, while consciousness is for itself the 1807 44 changeable and inessential, it may happen that consciousness apprehends the object incorrectly and deceives itself. The perceiver is conscious of the possibility of deception; for in universality, which is the principle, otherness itself is immediately present for it, but as the null, the sublated. Its criterion of truth is therefore self-equality, and its attitude is to apprehend as self-equal. Since the diverse is also for it, it is a relating of the various moments of its apprehension to one another; but if an inequality emerges in this comparison, this is not an untruth of the object, for the object is the self-equal, but an untruth of perceiving.

117 Let us now observe what experience consciousness undergoes in its actual perceiving. For us, this experience is already contained in the development just given of the object and of consciousness's attitude toward it, and will be only the development of the contradictions present there. The object I apprehend presents itself as purely one; I also become aware in it of the property, which is universal and thereby goes beyond singularity. The first being of the objective essence as a one was therefore not its true being; since it is the true, the untruth falls within me, and the apprehension was incorrect. For the sake of the universality 1807 45 of the property, I must rather take the objective essence as a community in general. I now further perceive the property as determinate, opposed to another and excluding it. I thus did not in fact apprehend the objective essence correctly when I determined it as a community with others, or as continuity; rather, for the sake of the property's determinateness, I must divide the continuity and posit the essence as an excluding one. In the separated one I find many such properties that do not affect one another but are indifferent to one another. Thus I did not perceive the object correctly when I apprehended it as something excluding; instead, just as it was previously only continuity in general, it is now a universal common medium, in which many properties, as sensuous universals, are each for themselves and, as determinate, exclude the others. But the simple and true that I perceive is thereby not a universal medium either, but the singular property for itself, which, however, is thus neither property nor determinate being; for it is now neither in a one nor in relation to others. Yet it is a property only in the one, and determinate only in relation to others. As this pure relating-to-itself, it remains only sensuous being in general, since it no longer has the character of negativity within it; and consciousness 1807 46 for which there is now a sensuous being is only a meaning—that is, it has gone entirely out of perception and back into itself. Yet sensuous being and meaning themselves pass over into perception; I am thrown back to the beginning and swept again into the same cycle, sublating itself at every moment and as a whole.

118 Consciousness thus necessarily runs through the cycle again, but not in the same way as the first time. For it has experienced concerning perception that its result and truth is its dissolution, or reflection into itself out of the true. It has thereby become determinate for consciousness how its perceiving is essentially constituted: namely, not as simple pure apprehension, but as being, in its apprehension, at the same time reflected into itself out of the true. This return of consciousness into itself, which immediately mingles with pure apprehension—for it has shown itself essential to perception—alters the true. Consciousness at the same time recognizes this side as its own and takes it upon itself, whereby it will thus preserve the true object in its purity. Perception now therefore has the aspect that consciousness is driven back into itself, as happened in sense-certainty, but initially not in 1807 47 the sense in which it occurred there, as though the truth of perception fell within consciousness; rather, consciousness recognizes that the untruth occurring in perception falls within it. But through this recognition it is at the same time capable of sublating that untruth; it distinguishes its apprehension of the true from the untruth of its perceiving, corrects the latter, and insofar as it itself undertakes this correction, truth does indeed fall within consciousness as the truth of perceiving. The attitude of consciousness now to be considered is therefore so constituted that it no longer merely perceives, but is also conscious of its reflection into itself and separates this from simple apprehension itself.

119 I thus first become aware of the thing as one, and must hold it fast in this true determination; if something contradicting it occurs in the movement of perception, this must be recognized as my reflection. Now various properties also occur in perception, which seem to be properties of the thing; but the thing is one, and we are conscious that this diversity, through which it would cease to be one, falls within us. Thus this thing is in fact white only when brought to our eye, pungent also when brought to our tongue, also cubical to our touch, and so forth. We take the complete diversity of these aspects not from 1807 48 the thing but from ourselves; they fall apart for us in this way in our eye, which is entirely different from our tongue, and so forth. We are thus the universal medium in which such moments separate themselves and are for themselves. By regarding the determination of being a universal medium as our reflection, we thus preserve the thing's self-equality and truth of being one.

120 But these various aspects that consciousness takes upon itself are determinate, whether each is considered for itself or as situated in the universal medium; white is only in opposition to black, and so forth, and the thing is one precisely through opposing itself to others. Yet it does not exclude others from itself insofar as it is one, for being one is universal self-relation, and through being one it is rather equal to all; it excludes through determinateness. The things themselves are thus determinate in and for themselves; they have properties through which they distinguish themselves from others. Since the property is the thing's own property, or a determinateness within the thing itself, it has several properties. For, first, the thing is the true, it is in itself; and what is in it is in it as its own essence, not for the sake of others. Thus, second, the determinate properties are not merely for the sake of other 1807 49 things and for other things, but in the thing itself; but they are determinate properties in it only insofar as they are several properties differing from one another. And third, since they are thus in thinghood, they are in and for themselves and indifferent to one another. It is therefore in truth the thing itself that is white and also cubical, also pungent, and so forth; or the thing is the also, or the universal medium, in which the many properties subsist outside one another without touching and sublating one another; and taken thus, it is taken as the true.

121 In this perceiving, consciousness is at the same time conscious that it is also reflected into itself, and that the moment opposed to the also occurs in perceiving. This moment, however, is the thing's unity with itself, which excludes difference from itself. It is therefore this unity that consciousness must take upon itself; for the thing itself is the subsistence of the many different and independent properties. Thus it is said of the thing that it is white, also cubical, and also pungent, and so forth. But insofar as it is white, it is not cubical; and insofar as it is cubical and also white, it is not pungent, and so forth. The positing-as-one of these properties belongs only to consciousness, which must therefore not let them coincide as one in the thing. To this end it brings in the insofar as, through which it keeps them 1807 50 apart and preserves the thing as the also. Strictly speaking, consciousness takes being-one upon itself only when what was called property is represented as free matter. In this way the thing is raised to the true also, becoming a collection of matters and, instead of being one, a merely enclosing surface.

122 If we look back at what consciousness previously took upon itself and now takes upon itself, at what it previously ascribed to the thing and now ascribes to it, it emerges that consciousness alternately makes both itself and the thing into both: into the pure one without multiplicity, and into an also dissolved into independent matters. Through this comparison, consciousness thus finds that not only does its taking of the true have within it the diversity of apprehension and return into itself, but rather the true itself, the thing, shows itself in this twofold way. The experience is thereby present that the thing presents itself in a determinate way for apprehending consciousness, but at the same time is reflected out of the manner in which it offers itself and into itself, or has in itself an opposite truth.

123 Consciousness has thus itself also emerged from this second manner of behaving in perception, namely taking the thing as the true and self-equal, 1807 51 but itself as unequal, as returning into itself out of equality. The object is now for it this entire movement that was previously distributed between the object and consciousness. The thing is one, reflected into itself; it is for itself; but it is also for another, and indeed it is something different for itself from what it is for another. Accordingly, the thing is for itself and also for another, a twofold, diverse being; but it is also one, and being-one contradicts this diversity of its own. Consciousness would accordingly have to take this positing-as-one upon itself again and keep it away from the thing. It would therefore have to say that the thing, insofar as it is for itself, is not for another. Yet being-one also belongs to the thing itself, as consciousness has experienced; the thing is essentially reflected into itself. The also, or indifferent difference, thus falls within the thing just as much as being-one does; but since the two are different, they fall not within the same thing, but within different things. The contradiction present in objective essence in general is distributed between two objects. Thus the thing is indeed in and for itself, equal to itself; but this unity with itself is disturbed by other things. In this way the unity of the thing is preserved, and otherness is at the same time outside it, as well as outside consciousness.

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124 Although the contradiction of objective essence is thus distributed among different things, difference will nevertheless thereby enter the separate singular thing itself. The different things are thus posited for themselves, and the conflict falls reciprocally within them in such a way that each differs not from itself, but only from the other. Yet each is thereby itself determined as something differentiated, and has the essential difference from the others within it; but at the same time not so that this would be an opposition within itself. Rather, for itself it is simple determinateness, which constitutes its essential character distinguishing it from others. In fact, since diversity is within it, this diversity is necessarily present within it as an actual difference of manifold characteristics. But because determinateness constitutes the thing's essence, through which it distinguishes itself from others and is for itself, this further manifold character is the inessential. The thing thus does indeed have within its unity the twofold insofar as, but with unequal value; hence this being-opposed does not become an actual opposition of the thing itself. Rather, insofar as the thing enters opposition through its absolute difference, it has that opposition to another thing outside it. The further multiplicity is admittedly also necessarily present in the thing, so that it cannot be absent 1807 53 from it, but it is inessential to the thing.

125 This determinateness, which constitutes the essential character of the thing and distinguishes it from all others, is now determined in such a way that through it the thing stands in opposition to others, yet is supposed to preserve itself for itself in that opposition. But it is a thing, or a one that is for itself, only insofar as it does not stand in this relation to others; for in this relation there is posited rather connection with another, and connection with another is the cessation of being-for-itself. Precisely through its absolute character and its opposition, the thing relates to others and is essentially only this relating; but relation is the negation of its independence, and the thing rather perishes through its essential property.

126 The necessity of consciousness's experience that the thing perishes precisely through the determinateness constituting its essence and its being-for-itself may be considered briefly, according to the simple concept, as follows. The thing is posited as being-for-itself, or as absolute negation of all otherness; hence as absolute negation relating only to itself. But self-related negation is the sublation of itself, or having its essence in another.

127 In fact, the determination of the object as it has emerged contains nothing else. It 1807 54 is supposed to have an essential property constituting its simple being-for-itself, yet alongside this simplicity also to have diversity within itself, which is admittedly to be necessary, but not to constitute its essential determinateness. Yet this is a distinction that now lies only in words; the inessential that is nevertheless also supposed to be necessary sublates itself, or is what was just called the negation of itself.

128 Thus the final insofar as falls away, which separated being-for-itself from being-for-another; rather, the object is in one and the same respect the opposite of itself: for itself insofar as it is for another, and for another insofar as it is for itself. It is for itself, reflected into itself, one; but this being-for-itself, reflected into itself, one, is in a unity with its opposite, being-for-another, and is therefore posited only as sublated. Or this being-for-itself is just as inessential as what alone was supposed to be inessential, namely the relation to another.

129 The object is thereby sublated in its pure determinatenesses, or in the determinatenesses that were supposed to constitute its essentiality, just as it became something sublated in its sensuous being. From sensuous being it becomes a universal; but this universal, since it comes from the sensuous, is essentially 1807 55 conditioned by it, and hence is not truly self-equal universality at all, but universality affected by an opposition, which therefore divides into the extremes of singularity and universality, the one of properties and the also of free matters. These pure determinatenesses seem to express essentiality itself, but they are only a being-for-itself encumbered with being-for-another; yet since both are essentially in one unity, unconditioned, absolute universality is now present, and only here does consciousness truly enter the realm of understanding.

130 Sensuous singularity thus does indeed vanish in the dialectical movement of immediate certainty and become universality, but only sensuous universality. Meaning has vanished, and perception takes the object as it is in itself, or as a universal in general; singularity therefore emerges in it as true singularity, as the being-in-itself of the one, or as being-reflected into itself. But it is still a conditioned being-for-itself, beside which another being-for-itself occurs: universality opposed to singularity and conditioned by it. Yet these two contradictory extremes are not merely beside one another, but in one unity; or, what is the same, what they have in common, being-for-itself, is encumbered with opposition in general—that is, at the same time it is not being-for-itself. These 1807 56 moments, the sophistry of perception seeks to rescue from their contradiction and hold fast through distinguishing respects, through the also and the insofar as, and finally to seize the true through distinguishing the inessential and an essence opposed to it. Yet instead of preventing deception in apprehension, these expedients themselves prove null, and the true supposedly to be won through this logic of perception proves to be its opposite in one and the same respect, and thus to have for its essence universality without distinction or determination.

131 These empty abstractions of singularity and the universality opposed to it, of essence linked with an inessential, of an inessential that is nevertheless also necessary, are the powers whose plaything is perceptive understanding, often called common sense. Common sense, which takes itself to be solid, real consciousness, is in perceiving only the play of these abstractions; in general it is always poorest where it means to be richest. Driven about by these null essences, thrown from one into the arms of the other, and resisting truth 1807 57 through its sophistry, as it tries alternately to hold fast and assert now the one, now its exact opposite, it supposes philosophy to deal only with things of thought. Philosophy does indeed deal with these, and recognizes them as pure essences, absolute elements and powers; but thereby it also recognizes them in their determinateness and is therefore master over them, whereas perceiving understanding takes them for the true and is sent by them from one error into another. It does not itself become conscious that such simple essentialities govern within it, but always supposes it is dealing with wholly solid material and content, just as sense-certainty does not know that the empty abstraction of pure being is its essence. Yet in fact these abstractions are what understanding runs back and forth along through all material and content; they are what holds that content together and rules it, and alone constitute what the sensuous as essence is for consciousness, what determines consciousness's relations to it, and what the movement of perception and its true runs its course upon. This course, a constantly alternating determination of the true and sublation of this determining, actually constitutes the daily and constant life and activity of perceiving consciousness, which supposes itself to move in truth. In it consciousness advances irresistibly toward the result of equally sublating all these essential essentialities or determinations, 1807 58 but in each individual moment it is conscious only of this one determinateness as the true, and then again of its opposite. It does indeed scent their lack of essence; to rescue them from the threatening danger, it turns to the sophistry of asserting as true what it itself just asserted as untrue. What the nature of these untrue essences actually seeks to drive this understanding toward is bringing together the thoughts of that universality and singularity, of the also and the one, of that essentiality which is necessarily linked with an inessentiality, and of an inessential that is nevertheless necessary—the thoughts of these nonessences—and thereby sublating them. Against this it struggles, using the supports of the insofar as and the various respects, or taking one thought upon itself so as to keep the other separate and preserve it as true. But the nature of these abstractions brings them together in and for themselves; common sense is their prey, driven about in their whirling circle. In wishing to give them truth, now taking their untruth upon itself, now calling deception a semblance of unreliable things, and separating the essential from what is necessary to them yet supposedly inessential, holding fast to the former as their truth against the latter, common sense does not preserve their truth, but gives itself untruth.

III. Force and understanding

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III. Krafft und Verstand, Erscheinung und übersinnliche Welt.

132 Dem Bewuſstseyn ist in der Dialektik der sinnlichen Gewiſsheit das Hören und Sehen u. s. w. vergangen, und als Wahrnehmen ist es zu Gedanken gekommen, welche es aber erst im unbedingt allgemeinen zusammenbringt. Diſs unbedingte wäre nun selbst wieder nichts anders, als das auf eine Seite tretende Extrem des für sich seyns, wenn es als ruhiges einfaches Wesen genommen würde, denn so träte ihm das Unwesen gegenüber; aber auf dieses bezogen wäre es selbst unwesentlich, und das Bewuſstseyn nicht aus der Täuschung des Wahrnehmens herausgekommen; allein es hat sich als ein solches ergeben, welches aus einem solchen bedingten für sich seyn in sich zurückgegangen ist. — Diſs unbedingte Allgemeine, das nunmehr der wahre Gegenstand des Bewuſstseyns ist, ist noch als Gegenstand desselben; es hat seinen Begriff als Begriff noch nicht erfaſst. Beydes ist wesentlich zu unterscheiden; dem Bewuſstseyn ist der Gegenstand aus dem Verhältnisse zu einem andern in sich zurück 1807 60 gegangen, und hiemit an sich Begriff geworden; aber das Bewuſstseyn ist noch nicht für sich selbst der Begriff, und deſswegen erkennt es in jenem reflectirten Gegenstande nicht sich. Für uns ist dieser Gegenstand durch die Bewegung des Bewuſstseyns so geworden, daſs dieses in das Werden desselben verflochten, und die Reflexion auf beyden Seiten dieselbe, oder nur Eine ist. Weil aber das Bewuſstseyn in dieser Bewegung nur das gegenständliche Wesen, nicht das Bewuſstseyn als solches zu seinem Inhalte hatte, so ist für es das Resultat in gegenständlicher Bedeutung zu setzen, und das Bewuſstseyn noch von dem gewordenen zurücktretend, so daſs ihm dasselbe als gegenständliches das Wesen ist.

133 Der Verstand hat damit zwar seine eigne Unwahrheit und die Unwahrheit des Gegenstandes aufgehoben; und was ihm dadurch geworden, ist der Begriff des Wahren; als an sich seyendes Wahres, das noch nicht Begriff ist, oder das des für sich seyns des Bewuſstseyns entbehrt, und das der Verstand, ohne sich darin zu wissen, gewähren läſst. Dieses treibt sein Wesen für sich selbst; so daſs das Bewuſstseyn keinen Antheil an seiner freyen Realisirung hat, sondern ihr nur zusieht, und sie rein auffaſst. Wir haben hiemit noch vors erste an seine Stelle zu treten, und der Begriff zu seyn, welcher das ausbildet, was in dem Resultate enthalten ist; an diesem ausgebildeten Gegenstande, der dem 1807 61 Bewuſstseyn als ein seyendes sich darbietet, wird es sich erst zum begreiffenden Bewuſstseyn.

134 Das Resultat war das unbedingt allgemeine, zunächst in dem negativen und abstracten Sinne, daſs das Bewuſstseyn seine einseitigen Begriffe negirte, und sie abstrahirte, nemlich sie aufgab. Das Resultat hat aber an sich die positive Bedeutung, daſs darin die Einheit, des für sich seyns und des für ein anderes seyns, oder der absolute Gegensatz unmittelbar als dasselbe Wesen gesetzt ist. Es scheint zunächst nur die Form der Momente zu einander zu betreffen; aber das für sich seyn und das für anderes seyn ist eben sowohl der Inhalt selbst, weil der Gegensatz in seiner Wahrheit keine andere Natur haben kann, als die sich im Resultate ergeben hat, daſs nemlich der in der Wahrnehmung für wahrgehaltene Inhalt, in der That nur der Form angehört, und in ihre Einheit sich auflöst. Dieser Inhalt ist zugleich allgemein; es kann keinen andern Inhalt geben, der durch seine besondere Beschaffenheit sich dem entzöge, in diese unbedingte Allgemeinheit zurückzugehen. Ein solcher Inhalt wäre irgend eine bestimmte Weise für sich zu seyn, und zu anderem sich zu verhalten. Allein für sich zu seyn, und zu anderem sich zu verhalten überhaupt, macht seine Natur und Wesen aus, deren Wahrheit ist, unbedingt allgemeines zu seyn; und das Resultat ist schlechthin allgemein.

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135 Weil aber diſs unbedingt Allgemeine Gegenstand für das Bewuſstseyn ist, so tritt an ihm der Unterschied der Form und des Inhalts hervor, und in der Gestalt des Inhalts haben die Momente das Aussehen, in welchem sie sich zuerst darboten, einerseits allgemeines Medium vieler bestehender Materien, und anderseits in sich reflectirtes Eins, worin ihre Selbstständigkeit vertilgt ist, zu seyn. Jenes ist die Auflösung der Selbstständigkeit des Dinges, oder die Paſſivität, die ein Seyn für ein anderes ist, diſs aber das für sich seyn. Es ist zu sehen, wie diese Momente in der unbedingten Allgemeinheit, die ihr Wesen ist, sich darstellen. Es erhellt zunächst, daſs sie dadurch, daſs sie nur in dieser sind, überhaupt nicht mehr auseinander liegen, sondern wesentlich an ihnen selbst sich aufhebende Seiten sind, und nur das Uebergehen derselben in einander gesetzt ist.

136 Das eine Moment erscheint also als das auf die Seite getretene Wesen, als allgemeines Medium oder als das Bestehen selbstständiger Materien. Die Selbstständigkeit dieser Materien aber ist nichts anders als diſs Medium; oder diſs allgemeine ist durchaus die Vielheit solcher verschiedenen Allgemeinen. Das Allgemeine ist an ihm selbst in ungetrennter Einheit mit dieser Vielheit, heiſst aber, diese Materien sind, jede wo die andere ist, sie durchdringen sich gegenseitig, — ohne aber sich zu berühren, weil umgekehrt das viele unterschiedene eben so selbstständig ist. Damit ist zugleich auch ihre reine 1807 63 Porosität oder ihr Aufgehobenseyn gesetzt. Diſs Aufgehobenseyn wieder, oder die Reduction dieser Verschiedenheit zum reinen für sich seyn ist nichts anders als das Medium selbst und diſs die Selbststandigkeit der Unterschiede. Oder die selbstständig gesetzten gehen unmittelbar in ihre Einheit, und ihre Einheit unmittelbar in die Entfaltung über, und diese wieder zurück in die Reduction. Diese Bewegung ist aber dasjenige was Krafft genannt wird; das eine Moment derselben, nemlich sie als Ausbreitung der selbstständigen Materien in ihrem Seyn ist ihre Aeuſserung; sie aber als das Verschwundenseyn derselben ist die in sich aus ihrer Aeuſserung zurückgedrangte, oder die eigentliche Krafft. Aber erstens die in sich zurückgedrängte Krafft muſs sich auſsern; und zweytens in der Aeuſserung ist sie ebenso in sich selbst seyende Krafft, als sie in diesem in sich selbstseyn Aeuſserung ist. — Indem wir so beyde Momente in ihrer unmittelbaren Einheit erhalten, so ist eigentlich der Verstand, dem der Begriff der Krafft angehört, der Begriff, welcher die unterschiedenen Mornente, als unterschiedene trägt; denn an ihr selbst sollen sie nicht unterschieden seyn; der Unterschied ist hiemit nur im Gedanken. — Oder es ist im obigen nur erst der Begriff der Krafft, nicht ihre Realität gesetzt worden. In der That aber ist die Krafft das unbedingt allgemeine, welches, was es für ein anderes, eben so an sich selbst ist; oder welches den Unterschied — denn er ist nichts anderes, als das 1807 64 für ein anderes seyn, — an ihm selbst hat. Daſs also die Krafft in ihrer Wahrheit sey, muſs sie ganz vom Gedanken frey gelassen und als die Substanz dieser Unterschiede gesetzt werden, das heiſst einmal, sie als diese ganze Krafft wesentlich an und für sich bleibend, und dann ihre Unterschiede als substantiell, oder als für sich bestehende Momente. Die Krafft als solche, oder als in sich zurückgedrängte ist hiemit für sich als ein ausschlieſsendes Eins, welchem die Entfaltung der Materien ein anderes bestehendes Wesen ist, und es sind so zwey unterschiedne selbstständige Seiten gesetzt. Aber die Krafft ist auch das Ganze, oder sie bleibt was sie ihrem Begriffe nach ist, nemlich diese Unterschiede bleiben reine Formen, oberflächliche verschwindende Momente. Die Unterschiede der in sich zurückgedrängten eigentlichen Krafft, und der Entfaltung der selbstständigen Materien, wären zugleich gar nicht, wenn sie nicht ein Bestehen hätten, oder die Krafft wäre nicht, wenn sie nicht auf diese entgegengesetzte Weise existirte; aber, sie existirt auf diese entgegengesetzte Weise, heiſst nichts anderes, als beyde Momente sind selbst zugleich selbstständig. — Diese Bewegung des sich beständig verselbstständigens der beyden Momente und ihres sich wieder aufhebens, ist es also, was zu betrachten ist. — Es erhellt im allgemeinen, daſs diese Bewegung nichts anderes ist, als die Bewegung des Wahrnehmens, worin die beyden Seiten, das wahrnehmende und das wahrgenommene 1807 65 zugleich, einmal als das Auffassen des Wahren eins und ununterschieden, dabey aber ebensowohl jede Seite in sich reflectirt oder für sich ist. Hier sind diese beyden Seiten Momente der Krafft; sie sind ebensowohl in einer Einheit, als diese Einheit, welche gegen die für sich seyenden Extreme als die Mitte erscheint, sich immer in eben diese Extreme zersetzt, die erst dadurch sind. — Die Bewegung, welche sich vorhin als das sich selbst Vernichten widersprechender Begriffe darstellte, hat also hier die gegenständliche Form, und ist Bewegung der Krafft, als deren Resultat das unbedingt allgemeine als ungegenständliches, oder als Innres der Dinge hervorgeht.

137 Die Krafft ist, wie sie bestimmt worden, indem sie als solche, oder als in sich reflectirt vorgestellt wird, die eine Seite ihres Begriffs; aber als ein substantiirtes Extrem, und zwar das unter der Bestimmtheit des Eins gesetzte. Hiemit ist das Bestehen der entfalteten Materien aus ihr ausgeschlossen, und ein anderes als sie. Indem es nothwendig ist, daſs sie selbst dieses Bestehen sey, oder daſs sie sich äuſsere, so stellt sich ihre Aeuſserung so vor, daſs jenes andere zu ihr hinzutritt, und sie sollicitirt. Aber in der That, indem sie nothwendig sich äuſsert, hat sie diſs, was als ein anderes Wesen gesetzt war, an ihr selbst. Es muſs zurückgenommen werden, daſs sie als ein Eins, und ihr Wesen, sich zu äuſsern, als ein anderes zu ihr von auſsen hinzutretendes gesetzt wurde; sie ist vielmehr selbst diſs allgemeine 1807 66 Medium des Bestehens der Momente als Materien; oder sie hat sich geäuſsert, und was das andere sollicitirende seyn sollte, ist sie vielmehr. Sie existirt also itzt als das Medium der entfalteten Materien. Aber sie hat gleich wesentlich die Form des Aufgehobenseyns der bestehenden Materien, oder ist wesentlich Eins; diſs Eins-seyn ist hiemit itzt, da sie gesetzt ist als das Medium von Materien, ein anderes als sie, und sie hat diſs ihr Wesen auſser ihr. Indem sie aber nothwendig diſs seyn muſs, als was sie noch nicht gesetzt ist, so tritt diſs andere hinzu und sollicitirt sie zur Reflexion in sich selbst, oder hebt ihre Aeuſserung auf. In der That aber ist sie selbst dieses in sich reflectirt-seyn, oder diſs aufgehobenseyn der Aeuſserung; das Einsseyn verschwindet, wie es erschien, nemlich als ein anderes; sie ist es selbst, sie ist in sich zurückgedrängte Krafft.

138 Das, was als anderes auftritt, und sie sowohl zur Aeuſserung als zur Rückkehr in sich selbst sollicitirt, ist, wie sich unmittelbar ergibt, selbst Krafft; denn das andre zeigt sich ebensowohl als allgemeines Medium, wie als Eins; und so daſs jede dieser Gestalten zugleich nur als verschwindendes Moment auftritt. Die Krafft ist hiemit dadurch, daſs ein anderes für sie, und sie für ein anderes ist, überhaupt noch nicht aus ihrem Begriffe herausgetreten. Es sind aber zugleich zwey Kräffte vorhanden; der Begriff beyder zwar derselbe, aber aus seiner Einheit in die Zweyheit herausgegangen. Statt daſs der 1807 67 Gegensatz durchaus wesentlich nur Moment bliebe, scheint er sich durch die Entzweyung in ganz selbstständige Kraffte, der Herrschafft der Einheit entzogen zu haben. Was es mit dieser Selbstständigkeit für eine Bewandniſs hat, ist näher zu sehen. Zunächst tritt die zweyte Krafft, als das sollicitirende und zwar als allgemeines Medium seinem Inhalte nach gegen die auf, welche als sollicitirte bestimmt ist; indem aber jene wesentlich Abwechslung dieser beyden Momente und selbst Krafft ist, so ist sie in der That gleichfalls nur erst allgemeines Medium, indem sie dazu sollicitirt wird, und ebeuso auch nurnegative Einheit, oder zum zurückgehen der Krafft sollicitirendes, dadurch, daſs sie sollicitirt wird. Es verwandelt sich hiemit auch dieser Unterschied, der zwischen beyden statt fand, daſs das eine das sollicitirende, das andere das sollicitirte seyn sollte, in dieselbe Austauschung der Bestimmtheiten gegeneinander.

139 Das Spiel der beyden Kräffte besteht hiemit in diesem entgegengesetzten Bestimmtseyn beyder, ihrem füreinander seyn in dieser Bestimmung, und der absoluten unmittelbaren Verwechslung der Bestimmungen, — einem Uebergange, wodurch allein diese Bestimmungen sind, in denen die Kräffte selbstständig aufzutreten scheinen. Das sollicitirende ist, zum Beyspiel, als allgemeines Medium, und dagegen das sollicitirte als zurückgediängte Krafft gesetzt; aber jenes ist allgemeines Medium selbst nur dadurch daſs das andere zurückgedrängte Krafft ist; 1807 68 oder diese ist vielmehr das sollicitirende für jenes, und macht dasselbe erst zum Medium. Jenes hat nur durch das andere seine Bestimmtheit, und ist sollicitirend, nur insofern es vom andern dazu sollicitirt wird, sollicitirend zu seyn; und es verliert eben so unmittelbar diese ihm gegebene Bestimmtheit; denn diese geht an das andere über oder vielmehr ist schon an dasselbe übergegangen; das fremde die Kraft sollicitirende tritt als allgemeines Medium auf, aber nur dadurch, daſs es von ihr dazu sollicitirt worden ist; das heiſst aber, sie setzt es so und ist vielmehr selbst wesentlich allgemeines Medium; sie setzt das sollicitirende so, darum weil diese andere Bestimmung ihr wesentlich, das heiſst, weil sie vielmehr sie selbst ist.

140 Zur Vervollständigung der Einsicht in den Begriff dieser Bewegung kann noch darauf aufmerksam gemacht werden, daſs sich die Unterschiede selbst in einem gedoppelten Unterschiede zeigen, einmal als Unterschiede des Inhalts, indem das eine Extrem in sich reflectirte Krafft, das andere aber Medium der Materien ist; das andremal als Unterschiede der Form, indem das eine sollicitirendes, das andre sollicitirtes, jenes thätig, diſs passiv ist. Nach dem Unterschiede des Inhalts sind sie überhaupt, oder für uns unterschieden; nach dem Unterschiede der Form aber sind sie selbstständig, in ihrer Beziehung sich von einander selbst abscheidend und entgegengesetzt. Daſs so die Extreme nach 1807 69 diesen beyden Seiten nichts an sich, sondern diese Seiten, worin ihr unterschiedenes Wesen bestehen sollte, nur verschwindende Momente, ein unmittelbares Uebergehen jeder in die entgegengesetzte sind, diſs wird für das Bewuſstseyn in der Wahrnehmung der Bewegung der Krafft. Für uns aber war, wie oben erinnert, auch noch diſs, daſs an sich die Unterschiede, als Unterschiede des Inhalts und der Form verschwanden, und auf der Seite der Form, dem Wesen nach das thätige, sollicitirende oder für sich seyende dasselbe, was auf der Seite des Inhalts als in sich zurückgedrängte Krafft; das passive, soliicitirte, oder für ein anderes seyende auf der Seite der Form dasselbe, was auf der Seite des Inhalts als allgemeines Medium der vielen Materien sich darstellte.

141 Es ergibt sich hieraus, daſs der Begriff der Krafft durch die Verdopplung in zwey Kräffte wirklich wird, und wie er diſs wird. Diese zwey Kräfte existiren als für sich seyende Wesen; aber ihre Existenz ist eine solche Bewegung gegeneinander, daſs ihr Seyn vielmehr ein reines Gesetztseyn durch ein anderes ist, das heiſst, daſs ihr Seyn vielmehr die reine Bedeutung des Verschwindens hat. Sie sind nicht als Extreme, die etwas festes für sich behielten, und nur eine äuſsere Eigenschafft gegen einander in die Mitte und in ihre Berührung schickten; sondern was sie sind, sind sie nur in dieser Mitte und Berührung. Es ist darin unmittelbar ebensowohl das in sich zurückgedrängt- oder das für sich seyn der Krafft, wie 1807 70 die Aeuſserung, das sollicitiren, wie das sollicitirtseyn; diese Momente hiemit nicht an zwey selbstständige Extreme vertheilt, welche sich nur eine entgegengesetzte Spitze böten, sondern ihr Wesen ist diſs schlechthin, jedes nur durchs andere, und was jede so durchs andre ist, unmittelbar nicht mehr zu seyn, indem sie es ist. Sie haben hiemit in der That keine eignen Substanzen, welche sie trügen und erhielten. Der Begriff der Krafft erhält sich vielmehr als das Wesen in seiner Wirklichkeit selbst; die Krafft als wirkliche ist schlechthin nur in der Aeuſserung, welche zugleich nichts anders, als ein sich selbst aufheben ist. Diese wirkliche Krafft vorgestellt als frey von ihrer Aeuſserung und für sich seyend, ist sie die in sich zurückgedrängte Krafft, aber diese Bestimmtheit ist in der That, wie sich ergeben hat, selbst nur ein Moment der Aeuſserung. Die Wahrheit der Krafft bleibt also nur der Gedanke derselben; und haltungslos stürzen die Momente ihrer Wirklichkeit, ihre Substanzen und ihre Bewegung in eine ununterschiedene Einheit zusammen, welche nicht die in sich zurückgedrängte Krafft ist, denn diese ist selbst nur ein solches Moment, sondern diese Einheit ist ihr Begriff, als Begriff. Die Realisirung der Krafft ist also zugleich Verlust der Realität; sie ist darin vielmehr ein ganz anderes geworden, nemlich diese Allgemeinheit, welche der Verstand zuerst oder unmittelbar als ihr Wesen erkennt, und welche sich auch als ihr Wesen an 1807 71 ihrer seynsollenden Realitat an den wirklichen Substanzen erweist.

142 Insofern wir das erste allgemeine als den Begriff des Verstandes obetrachten, worin die Krafft noch nicht für sich ist, so ist das zweyte itzt ihr Wesen, wie es sich an und für sich darstellt. Oder umgekehrt, betrachten wir das erste allgemeine als das unmittelbare, das ein wirklicher Gegenstand für das Bewuſstseyn seyn sollte, so ist diſs zweyte als das negative der sinnlich gegenständlichen Krafft bestimmt; es ist sie, wie sie in ihrem wahren Wesen nur als Gegenstand des Verstandes ist; jenes erste wäre die in sich zurückgedrängte Krafft oder sie als Substanz; diſs zweyte aber ist das Innere der Dinge, als Inneres, welches mit dem Begriffe als Begriff dasselbe ist.

143 Dieses wahrhaffte Wesen der Dinge hat sich itzt so bestimmt, daſs es nicht unmittelbar für das Bewuſstseyn ist, sondern daſs dieses ein mittelbares Verhältniſs zu dem Innern hat, und als Verstand durch diese Mitte des Spiets der Kräffte in den wahren Hintergrund der Dinge blickt. Die Mitte, welche die beyden Extreme, den Verstand und das Innere, zusammenschlieſst, ist das entwickelte Seyn der Krafft, das für den Verstand selbst nunmehr ein Verschwinden ist. Es heiſst darum Erscheinung; denn Schein nennen wir das Seyn, das unmittelbar an ihm selbst ein Nichtseyn ist. Es ist aber nicht nur ein Schein, sondern Erscheinung, ein Ganzes des Scheins. Diſs Ganze als Ganzes oder Allgemeines, ist es, was das 1807 72 Innere ausmacht, das Spiel der Kräffte, als Reflexion desselben in sich selbst. In ihm sind für das Bewuſstseyn auf gegenständliche Weise die Wesen der Wahrnehmung so gesetzt, wie sie an sich sind, nemlich als unmittelbar in das Gegentheil ohne Ruhe und Seyn sich verwandelnde Momente, das Eins unmittelbar in das Allgemeine, das Wesentliche unmittelbar in das unwesentliche und umgekehrt. Diſs Spiel der Kräffte ist daher das entwickelte negative, aber die Wahrheit desselben ist das positive, nemlich das Allgemeine, der an sich seyende Gegenstand. — Das Seyn desselben für das Bewuſstseyn ist vermittelt durch die Bewegung der Erscheinung, worin das Seyn der Wahrnehmung, und das sinnlich gegenständliche überhaupt nur negative Bedeutung hat, das Bewuſstseyn also daraus sich in sich als in das Wahre reflectirt, aber als Bewuſstseyn wieder diſs Wahre zum gegenständlichen Innern macht, und diese Reflexion der Dinge von seiner Reflexion in sich selbst unterscheidet; wie ihm die vermittelnde Bewegung ebenso noch eine gegenständliche ist. Diſs Innere ist ihm daher ein Extrem gegen es; aber es ist ihm darum das Wahre, weil es darin als in dem an sich zugleich die Gewiſsheit seiner selbst oder das Moment seines Fürsichseyns hat; aber dieses Grundes ist es sich noch nicht bewuſst, denn das Fürsichseyn, welches das Innre an ihm selbst haben sollte, wäre nichts anderes als die negative Bewegung, aber diese ist dem Bewuſstseyn noch die 1807 73 *gegenständliche verschwindende Erscheinung, noch nicht sein eignes Fürsichseyn; das Innre ist ihm daher wohl Begriff, aber es kennt die Natur des Begriffes noch nicht.

144 In diesem innern Wahren, als dem absolut allgemeinen, welches vom Gegensatze des Allgemeinen und Einzelnen gereinigt und für den Verstand geworden ist, schlieſst sich erst über der sinnlichen als der erscheinenden Welt, nunmehr eine übersinnliche als die wahre Welt auf, über dem verschwindenden Disseits das bleibende Jenseits; ein Ansich, welches die erste und darum selbst unvollkommene Erscheinung der Vernunft, oder nur das reine Element ist, worin die Wahrheit ihr Wesen hat.

145 Unser Gegenstand ist hiemit nunmehr der Schluſs, welcher zu seinen Extremen, das Innere der Dinge, und den Verstand, und zu seiner Mitte die Erscheinung hat; die Bewegung dieses Schlusses aber gibt die weitere Bestimmung dessen, was der Verstand durch die Mitte hindurch im Innern erblickt, und die Erfahrung, welche er über dieses Verhältniſs des Zusammengeschlossenseyns macht.

146 Noch ist das Innere reines Jenseits für das Bewuſstseyn, denn es findet sich selbst in ihm noch nicht; es ist leer, denn es ist nur das Nichts der Erscheinung und positiv das einfache Allgemeine. Diese Weise des Innern zu seyn, stimmt unmittelbar denjenigen bey, welche sagen, daſs das Innre der Dinge nicht zu erkennen sey; aber der Grund würde anders gefaſst werden müssen. Von diesem Innern, 1807 74 wie es hier unmittelbar ist, ist allerdings keine Kenntniſs vorhanden, aber nicht deſswegen, weil die Vernunft zu kurzsichtig, oder beschränkt, oder wie man es sonst nennen will, wäre; worüber hier noch nichts bekannt ist, denn so tief sind wir noch nicht eingedrungen; sondern um der einfachen Natur der Sache selbst willen, weil nemlich im Leeren nichts erkannt wird, oder von der andern Seite ausgesprochen, weil es eben als das Jenseits des Bewuſstseyns bestimmt ist. — Das Resultat ist freylich dasselbe, wenn ein Blinder in den Reichthum der übersinnlichen Welt, — wenn sie einen hat, er sey nun eigenthümlicher Inhalt derselben, oder das Bewuſstseyn selbst sey dieser Inhalt, — und wenn ein Sehender in die reine Finsterniſs, oder wenn man will, in das reine Licht, wenn sie nur dieses ist, gestellt wird; der Sehende sieht in seinem reinen Lichte so wenig als in seiner reinen Finsterniſs, und gerade so viel als der Blinde in der Fülle des Reichthums, der vor ihm läge. Wenn es mit dem Innern und dem Zusammengeschlossenseyn mit ihm durch die Erscheinung weiter nichts wäre, so bliebe nichts übrig, als sich an die Erscheinung zu halten, das heiſst, etwas als wahr zu nehmen, von dem wir wissen, daſs es nicht wahr ist; oder damit doch in dem leeren, welches zwar erst als Leerheit von gegenständlichen Dingen geworden, aber als Leerheit an sich, auch für die Leerheit aller geistigen Verhältnisse und der Unterschiede des Bewuſstseyns als 1807 75 Bewuſstseyns genommen werden muſs, — damit also in diesem so ganz Leeren, welches auch das Heilige genannt wird, doch etwas sey, es mit Träumereyen, Erscheinungen, die das Bewuſstseyn sich selbst erzeugt, zu erfüllen; es müſste sich gefallen lassen, daſs so schlecht mit ihm umgegangen wird, denn es wäre keines bessern würdig, indem Träumereyen selbst noch besser sind, als seine Leerheit.

147 Das Innere oder das übersinnliche Jenseits ist aber entstanden, es kommt aus der Erscheinung her, und sie ist seine Vermittlung; oder die Erscheinung ist sein Wesen, und in der That seine Erfällung. Das Uebersinnliche ist das sinnliche und wahrgenommene gesetzt, wie es in Wahrheit ist; die Wahrheit des sinnlichen und wahrgenommenen aber ist, Erscheinung zu seyn. Das Uebersinnliche ist also die Erscheinung, als Erscheinung. — Wenn dabey gedacht wird, das Uebersinnliche sey also die sinnliche Welt, oder die Welt, wie sie für die unmittelbare sinnliche Gewiſsheit und Wahrnehmung ist, so ist diſs ein verkehrtes Verstehen; denn die Erscheinung ist vielmehr nicht die Welt des sinnlichen Wissens und Wahrnehmens als seyende, sondern sie als aufgehobene oder in Wahrheit als innere gesetzt. Es pflegt gesagt zu werden, das übersinnliche sey nicht die Erscheinung; dabey wird aber unter der Erscheinung nicht die Erscheinung verstanden, sondern vielmehr die sinnliche Welt, als selbst reelle Wirklichkeit.

1807 76

148 Der Verstand, welcher unser Gegenstand ist, befindet sich auf eben dieser Stelle, daſs ihm das Innere nur erst als das allgemeine noch unerfüllte Ansich geworden; das Spiel der Kräffte hat nur eben diese negative Bedeutung, nicht an sich und nur diese positive, das Vermittelnde, aber auſser ihm zu seyn. Seine Beziehung auf das Innre durch die Vermittlung aber ist seine Bewegung, durch welche es sich ihm erfüllen wird. — Unmittelbar für ihn ist das Spiel der Kräffte; das Wahre aber ist ihm das einfache Innre; die Bewegung der Krafft ist daher ebenso nur als einfaches überhaupt das Wahre. Von diesem Spiele der Kräffte haben wir aber gesehen, daſs es diese Beschaffenheit hat, daſs die Krafft, welche sollicitirt wird von einer andern Krafft, ebenso das sollicitirende für diese andere ist, welche selbst erst hierdurch sollicitirende wird. Es ist hierin ebenso nur der unmittelbare Wechsel oder das absolute Austauschen der Bestimmtheit vorhanden, welche den einzigen Inhalt des auftretenden ausmacht; entweder allgemeines Medium, oder negative Einheit zu seyn. Es hört in seinem bestimmten Auftreten selbst unmittelbar auf, das zu seyn als was es auftritt; es sollicitirt durch sein bestimmtes Auftreten die andere Seite, die sich hiedurch äuſsert; das heiſst, diese ist unmittelbar itzt das, was die erste seyn sollte. Diese beyden Seiten, das Verhältniſs des Sollicitirens und das Verhältniſs des bestimmten entgegengesetzten Inhalts ist jedes für sich die absolute 1807 77 Verkehrung und Verwechslung. Aber diese beyden Verhältnisse sind selbst wieder dasselbe, und der Unterschied der Form, das sollicitirte und das sollicitirende zu seyn ist dasselbe, was der Unterschied des Inhalts ist, das sollicitirte als solches, nemlich das passive Medium; das sollicitirende hingegen das thätige, die negative Einheit oder das Eins. Hiedurch verschwindet aller Unterschied besonderer Kräffte, die in dieser Bewegung vorhanden seyn sollten, gegen einander überhaupt; denn sie beruhten allein auf jenen Unterschieden; und der Unterschied der Kräffte fällt ebenso mit jenen beyden nur in einen zusammen. Es ist alo weder die Krafft noch das sollicitiren und sollicitirt werden, noch die Bestimmtheit, bestehendes Medium und in sich reflectirte Einheit zu seyn, weder einzeln für sich etwas, noch sind es verschiedene Gegensätze; sondern was in diesem absoluten Wechsel ist, ist nur der Unterschied als allgemeiner oder als ein solcher, in welchen sich die vielen Gegensätze reducirt haben. Dieser Unterschied als allgemeiner ist daher das einfache an dem Spiele der Krafft selbst, und das Wahre desselben; er ist das Gesetz der Krafft.

149 Zu dem einfachen Unterschiede wird die absolut wechselnde Erscheinung, durch ihre Bezichung auf die Einfachheit des Innern oder des Verstandes. Das Innre ist zunächst nur das an sich Allgemeine: diſs an sich einfache Allgemeine ist aber wesentlich ebenso absolut der allgemeine Unterschied; denn es ist 1807 78 das Resultat des Wechsels selbst, oder der Wechsel ist sein Wesen; aber der Wechſel, als im Innern gesetzt, wie er in Wahrheit ist, in dasselbe hiemit als ebenso absolut allgemeiner, beruhigter, sich gleich bleibender Unterschied aufgenommen. Oder die Negation ist wesentliches Moment des Allgemeinen, und sie oder die Vermittlung also im Allgemeinen ist allgemeiner Unterschied. Er ist im Gesetze ausgedrückt, als dem beständigen Bilde der unstäten Erscheinung. Die übersinnliche Welt ist hiemit ein ruhiges Reich von Gesetzen, zwar jenseits der wahrgenommenen Welt, denn diese stellt das Gesetz nur durch beständige Veränderung dar, aber in ihr eben so gegenwärtig, und ihr unmittelbares stilles Abbild.

150 Diſs Reich der Gesetze ist zwar die Wahrheit des Verstandes, welche an dem Unterschiede, der in dem Gesetze ist, den Inhalt hat; es ist aber zugleich nur seine erste Wahrheit, und füllt die Erscheinung nicht aus. Das Gesetz ist in ihr gegenwärtig, aber es ist nicht ihre ganze Gegenwart; es hat unter immer andern Umständen eine immer andere Wirklichkeit. Es bleibt dadurch der Erscheinung für sich eine Seite, welche nicht im Innern ist; oder sie ist in Wahrnoch nicht als Erscheinung, als aufgehobenes für sich seyn gesetzt. Dieser Mangel des Gesetzes muſs sich an ihm selbst ebenso hervorthun. Was ihm zu mangeln scheint, ist daſs es zwar den Unterschied selbst an ihm hat, aber als allgemeinen, unbestimmten. 1807 79 Insofern es aber nicht das Gesetz überhaupt, sondern ein Gesetz ist, hat es die Bestimmtheit an ihm; und es sind damit unbestimmt viele Gesetze vorhanden. Allein diese Vielheit ist vielmehr selbst ein Mangel; sie widerspricht nemlich dem Princip des Verstandes, welchem als Bewuſstseyn des einfachen Innern, die an sich allgemeine Einheit das Wahre ist. Die vielen Gesetze muſs er darum vielmehr in Ein Gesetz zusammenfallen lassen. Wie zum Beyspiel, das Gesetz, nach welchem der Stein fällt, und das Gesetz, nach welchem die himmlischen Sphären sich bewegen, als Ein Gesetz begriffen worden ist. Mit diesem ineinanderfallen aber verlieren die Gesetze ihre Bestimmtheit; das Gesetz wird immer oberflächlicher, und es ist damit in der That nicht die Einheit dieser bestimmten Gesetze, sondern ein ihre Bestimmtheit weglassendes Gesetz gefunden; wie das Eine Gesetz, welches die Gesetze des Falles der Körper an der Erde, und der himmlischen Bewegung in sich vereint, sie beyde in der That nicht ausdrückt. Die Vereinigung aller Gesetze in der allgemeinen Attraction drückt keinen Inhalt weiter aus, als eben den bloſsen Begriff des Gesetzes selbst, der darin als seyend gesetzt ist. Die allgemeine Attraction sagt nur diſs, daſs Alles einen bestandigen Unterschied zu anderem hat. Der Verstand meynt dabey, ein al gemeines Gesetz gefunden zu haben, welches die allgemeine Wirklichkeit als solche ausdrucke; aber hat in der That nur den Begriff des 1807 80 *Gesetzes selbst gefunden; jedoch so, daſs er zugleich diſs damit aussagt, alle Wirklichkeit ist an ihr selbst gesetzmäſsig. Der Ausdruck der allgemeinen Attraction hat darum insofern groſse Wichtigkeit, als er gegen das gedankenlose Vorstellen gerichtet ist, welchem alles in der Gestalt der Zufälligkeit sich darbietet, und welchem die Bestimmtheit die Form der sinnlichen Selbstständigkeit hat.

151 Es steht somit den bestimmten Gesetzen, die allgemeine Attraction, oder der reine Begriff des Gesetzes, gegenüber. Insofern dieser reine Begriff, als das Wesen, oder als das wahre Innere betrachtet wird, gehört die Bestimmtheit des bestimmten Gesetzes selbst noch der Erscheinung oder vielmehr dem sinnlichen Seyn an. Allein der reine Begriff des Gesetzes geht nicht nur über das Gesetz, welches, selbst ein bestimmtes, andern bestimmten Gesetzen gegenübersteht, sondern er geht auch über das Gesetz als solches hinaus. Die Bestimmtheit, von welcher die Rede war, ist eigentlich selbst nur verschwindendes Moment, welches hier nicht mehr als Wesenheit vorkommen kann; denn es ist nur das Gesetz als das Wahre vorhanden; aber der Begriff des Gesetzes ist gegen das Gesetz selbst gekehrt. An dem Gesetze nemlich ist der Unterschied selbst unmittelbar aufgefaſst und in das Allgemeine aufgenommen, damit aber ein Bestehen der Momente, deren Beziehung es ausdrückt, als gleichgültiger und an sich seyender Wesenheiten. Diese Theile des 1807 81 Unterschieds am Gesetze, sind aber zugleich selbst bestimmte Seiten; der reine Begriff des Gesetzes, als allgemeine Attraction muſs in seiner wahren Bedeutung so aufgefaſst werden, daſs in ihm als absolut einfachem die Unterschiede, die an dem Gesetze als solchem vorhanden sind, selbst wieder in das Innre als einfache Einheit zurückgehen; sie ist die innre Nothwendigkeit des Gesetzes.

152 Das Gesetz ist dadurch auf eine gedoppelte Weise vorhanden, das einemal als Gesetz, an dem die Unterschiede als selbstständige Momente ausgedrückt sind; das anderemal in der Form des einfachen in sich zurückgegangenseyns, welche wieder Kraft genannt werden kann, aber so daſs sie nicht die zurückgedrängte, sondern die Kraft überhaupt oder als der Begriff der Krafft ist, eine Abstraction, welche die Unterschiede dessen, was attrahirt und attrahirt wird, selbst in sich zieht. So ist, zum Beyspiel, die einfache Electricität, die Kraft; der Ausdruck des Unterschieds aber fallt in das Gesetz; dieser Unterschied ist positive und negative Electricität. Bey der Bewegung des Falles ist die Kraft das einfache, die Schwere, welche das Gesetz hat, daſs die Gröſsen der unterschiedenen Momente der Bewegung, der verflossenen Zeit, und des durchlauffenen Raums, sich wie Wurzel und Quadrat zu einander verhalten. Die Electricität selbst ist nicht der Unterschied an sich oder in ihrem Wesen das Doppelwesen von positiver und negativer 1807 82 Electricität; daher man zu sagen pflegt, sie habe das Gesetz, auf diese Weise zu seyn, auch wohl, sie habe die Eigenschafft, so sich zu äuſsern. Diese Eigenschafft ist zwar wesentliche und einzige Eigenschafft dieser Krafft, oder sie ist ihr nothwendig. Aber die Nothwendigkeit ist hier ein leeres Wort; die Kraft muſs eben, weil sie muſs, so sich verdoppeln. Wenn freylich positive Elektricität gesetzt ist, ist auch negative an sich nothwendig; denn das positive ist nur als Beziehung auf ein negatives, oder das positive ist an ihm selbst der Unterschied von sich selbst, wie eben so das negative. Aber daſs die Electricität als solche, sich so theile, diſs ist nicht an sich das nothwendige; sie als einfache Krafft ist gleichgültig gegen ihr Gesetz, als positive und negative zu seyn; und wenn wir jenes ihren Begriff, diſs aber ihr Seyn nennen, so ist ihr Begriff gleichgültig gegen ihr Seyn; sie hat nur diese Eigenschafft; d. h. eben, es ist ihr nicht an sich nothwendig. — Diese Gleichgültigkeit erhält eine andere Gestalt, wenn gesagt wird, daſs es zur Definition der Electricität gehört, als positive und negative zu seyn, oder daſs diſs schlechthin ihr Begriff und Wesen ist. Alsdenn hieſse ihr Seyn ihre Existenz überhaupt; in jener Definition liegt aber nicht die Nothwendigkeit ihrer Existenz; sie ist entweder, weil man sie findet, das heiſst, sie ist gar nicht nothwendig; oder ihre Existenz ist durch andere Kräffte, das heiſst, ihre Nothwendigkeit ist eine äuſsere. Damit aber, daſs die 1807 83 Nothwendigkeit, in die Bestimmtheit des Seyns durch anderes gelegt wird, fallen wir wieder in die Vielheit der bestimmten Gesetze zurück, die wir so eben verlieſsen, um das Gesetz als Gesetz zu betrachten; nur mit diesem ist sein Begriff als Begriff, oder seine Nothwendigkeit zu vergleichen, die sich aber in allen diesen Formen nur noch als ein leeres Wort gezeigt hat.

153 Noch auf andere als die angezeigte Weise ist die Gleichgültigkeit des Gesetzes und der Krafft, oder des Begriffs und des Seyns vorhanden. In dem Gesetze der Bewegung z. B. ist es nothwendig, daſs die Bewegung in Zeit und Raum sich theile, oder dann auch in Entfernung und Geschwindigkeit. Indem die Bewegung nur das Verhältniſs jener Momente ist, so ist sie, das Allgemeine, hier wohl an sich selbst getheilt; aber nun drücken diese Theile, Zeit und Raum, oder Entfernung und Geschwindigkeit, nicht an ihnen diesen Ursprung aus Einem aus; sie sind gleichgültig gegeneinander, der Raum wird vorgestellt ohne die Zeit, die Zeit ohne den Raum, und die Entfernung wenigstens ohne die Geschwindigheit seyn zu können, — so wie ihre Gröſsen gleichgültig gegeneinander sind; indem sie sich nicht wie positives und negatives verhalten, hiemit nicht durch ihr Wesen aufeinander beziehen. Die Nothwendigkeit der Theilung ist also hier wohl vorhanden; aber nicht der Theile als solcher füreinander. Darum ist aber auch jene erste selbst nur eine vorgespiegelte falsche 1807 84 Nothwendigkeit; die Bewegung ist nemlich nicht selbst als einfaches oder als reines Wesen vorgestellt; sondern schon als getheilt; Zeit und Raum sind ihre selbststandigen Theile oder Wesen an ihnen selbst, oder Entfernung und Geschwindigkeit Weisen des Seyns oder Vorstellens, deren eine wohl ohne die andere seyn kann, und die Bewegung daher nur ihre oberflächliche Beziehung, nicht ihr Wesen. Als einfaches Wesen, oder als Krafft vorgestellt ist sie wohl die Schwere, welche aber diese Unterschiede überhaupt nicht in ihr enthält.

154 Der Unterschied also ist in beyden Fällen kein Unterschied an sich selbst; entweder ist das Allgemeine, die Krafft, gleichgültig gegen die Theilung, welche im Gesetze ist, oder die Unterschiede, Theile des Gesetzes sind es gegen einander. Der Verstand hat aber den Begriff dieses Unterschiedes an sich, eben darin, daſs das Gesetz einestheils das Innre an sich seyende, aber an ihm zugleich unterschiedne ist; daſs dieser Unterschied hiemit innrer Unterschied sey, ist darin vorhanden, daſs das Gesetz einfache Krafft, oder als Begriff desselben ist, also ein Unterschied des Begriffes. Aber dieser innre Unterschied fällt nur erst noch in den Verstand; und ist noch nicht an der Sache selbst gesetzt. Es ist also nur die eigne Nothwendigkeit, was der Verstand ausspricht; einen Unterschied, den er also nur so macht, daſs er es zugleich ausdrückt, daſs der Unterschied kein Unterschied der Sache selbst sey. Diese Nothwendigkeit, 1807 85 die nur im Worte liegt, ist hiemit die Hererzählung der Momente, die den Kreis derselben ausmachen; sie werden zwar unterschieden, ihr Unterschied aber zugleich, kein Unterschied der Sache selbst zu seyn, ausgedrückt, und daher selbst sogleich wieder aufgehoben; diese Bewegung heiſst Erklaren. Es wird also ein Gesetz ausgesprochen, von diesem wird sein an sich allgemeines, oder der Grund, als die Krafft, unterschieden; aber von diesem Unterschiede wird gesagt, daſs er keiner, sondern vielmehr der Grund ganz so beschaffen sey, wie das Gesetz. Die einzelne Begebenheit des Blitzes zum Beyspiel wird als allgemeines aufgefaſst, und diſs allgemeine als das Gesetz der Electricität ausgesprochen: die Erklärung faſst alsdenn das Gesetz in die Krafft zusammen, als das Wesen des Gesetzes. Diese Krafft ist dann so beschaffen, daſs wenn sie sich äuſsert, entgegengesetzte Electricitäten hervortreten, die wieder ineinander verschwinden, das heiſst, die Krafft ist gerade so beschaffen, wie das Gesetz; es wird gesagt, daſs beyde gar nicht unterschieden seyen. Die Unterschiede sind die reine allgemeine Aeuſserung oder das Gesetz, und die reine Krafft; beyde haben aber denselben Inhalt, dieselbe Beschaffenheit; der Unterschied als Unterschied des Inhalts, d. h. der Sache wird also auch wieder zurückgenommen.

155 In dieser tautologischen Bewegung beharrt, wie sich ergibt, der Verstand bey der ruhigen Einheit seines Gegenstandes und die Bewegung fällt nur 1807 86 in ihn selbst, nicht in den Gegenstand; sie ist ein Erklären, das nicht nur Nichts erklärt, sondern so klar ist, daſs es, indem es Anstalten macht, etwas unterschiedenes von dem schon Gesagten zu sagen, vielmehr nichts sagt, sondern nur dasselbe wiederhohlt. An der Sache selbst entsteht durch diese Bewegung nichts neues, sondern sie kommt als Bewegung des Verstandes in Betracht. In ihr aber erkennen wir nun eben dasjenige, was an dem Gesetze vermiſst wurde, nemlich den absoluten Wechsel selbst, denn diese Bewegung, wenn wir sie näher betrachten, ist unmittelbar das Gegentheil ihrer selbst. Sie setzt nemlich einen Unterschied, welcher nicht nur für uns kein Unterschied ist, sondern welchen sie selbst als Unterschied aufhebt. Es ist diſs derselbe Wechsel, der sich als das Spiel der Kräffte darstellte; es war in ihm der Unterschied des sollicitirenden und sollicitirten, der sich äuſsernden, und der in sich zurückgedrängten Krafft; aber es waren Unterschiede, die in Wahrheit keine waren, und sich darum auch unmittelbar wieder aufhoben. Es ist nicht nur die bloſse Einheit vorhanden, so daſs kein Unterschied gesetzt wäre, sondern es ist diese Bewegung, daſs allerdings ein Unterschied gemacht, aber, weil er keiner ist, wieder aufgehoben wird. — Mit dem Erklären also ist der Wandel und Wechsel, der vorhin auſser dem Innern nur an der Erscheinung war, in das Uebersinnliche selbst eingedrungen; unser Bewuſstseyn ist aber aus dem Innern als Gegenstande auf 1807 87 die andere Seite in den Verstand herübergegangen, und hat in ihm den Wechsel.

156 Dieser Wechsel ist so noch nicht ein Wechsel der Sache selbst, sondern stellt sich vielmehr eben dadurch als reiner Wechsel dar, daſs der Inhalt der Momente des Wechsels derselbe bleibt. Indem aber der Begriff als Begriff des Verstandes dasselbe ist, was das Innre der Dinge, so wird dieser Wechsel als Gesetz des Innern für ihn. Er erfahrt also, daſs es Gesetz der Erscheinung selbst ist, daſs Unterschiede werden, die keine Unterschiede sind; oder daſs das Gleichnamige sich von sich selbst abstöſst; und eben so daſs die Unterschiede nur solche sind, die in Wahrheit keine sind, und sich aufheben; oder daſs das Ungleichnamige sich anzieht. — Ein zweytes Gesetz, dessen Inhalt demjenigen, was vorher Gesetz genannt wurde, nemlich dem sich beständigen gleichbleibenden Unterschiede entgegengesetzt ist; denn diſs neue drückt vielmehr das Ungleichwerden des Gleichen, und das Gleichwerden des Ungleichen aus. Der Begriff muthet der Gedankenlosigkeit zu, beyde Gesetze zusammenzubringen, und ihrer Entgegensetzung bewuſst zu werden. — Gesetz ist das zweyte freylich auch, oder ein inneres sichselbstgleiches Seyn, aber eine Sichselbstgleichheit vielmehr der Ungleichheit, eine Beständigkeit der Unbeständigkeit. — An dem Spiele der Kräffte ergab sich dieses Gesetz als eben dieses absolute Uebergehen, und als reiner Wechsel; das gleichnamige, die Krafft 1807 88 *zersetzt sich in einen Gegensatz, der zunächst als ein selbstständiger Unterschied erscheint, aber welcher sich in der That keiner zu seyn erweist; denn es ist das gleichnamige, was sich von sich selbst abstöſst, und diſs abgestoſsene zieht sich daher wesentlich an, denn es ist dasselbe; der gemachte Unterschied, da er keiner ist, hebt sich also wieder auf. Er stellt sich hiemit als Unterschied der Sache selbst, oder als absoluter Unterschied dar, und dieser Unterschied der Sache ist also nichts anders als das Gleichnamige, das sich von sich abgestoſsen hat, und daher nur einen Gegensatz setzt, der keiner ist.

157 Durch diſs Princip wird das erste Uebersinnliche, das ruhige Reich der Gesetze, das unmittelbare Abbild der wahrgenommenen Welt in sein Gegentheil umgekehrt; das Gesetz war überhaupt das sich gleichbleibende, wie seine Unterschiede; itzt aber ist gesetzt, daſs beydes vielmehr das Gegentheil seiner selbst ist; das sich gleiche stöſst sich vielmehr von sich ab, und das sich ungleiche setzt sich vielmehr als das sich gleiche. In der That ist nur mit dieser Bestimmung der Unterschied der innre, oder Unterschied an sich selbst, indem das gleiche sich ungleich, das ungleiche sich gleich ist. — Diese zweyte übersinnliche Welt ist auf diese Weise die verkehrte Welt; und zwar, indem eine Seite schon an der ersten übersinnlichen Welt vorhanden ist, die verkehrte dieser ersten. Das Innere ist damit als Erscheinung vollendet. Denn die erste übersinnliche Welt war nur die unmittelbare 1807 89 Erhebung der wahrgenommenen Welt in das allgemeine Element; sie hatte ihr nothwendiges Gegenbild an dieser, welche noch für sich das Princip des Wechsels und der Veränderung behielt; das erste Reich der Gesetze entbehrte dessen, erhält es aber als verkehrte Welt.

158 Nach dem Gesetze dieser verkehrten Welt ist also das Gleichnamige der ersten das ungleiche seiner selbst, und das Ungleiche derselben ist eben so ihm selbst ungleich, oder es wird sich gleich. An bestimmten Momenten wird diſs sich so ergeben, daſs was im Gesetze der ersten süſs, in diesem verkehrten Ansich sauer; was in jenem schwartz, in diesem weiſs ist. Was im Gesetz der erstern, am Magnete Nordpol, ist in seinem andern übersinnlichen Ansich, (in der Erde nemlich), Südpol; was aber dort Südpol ist, hier Nordpol. Ebenso was im ersten Gesetze der Electricität Sauerstoffpol ist, wird in seinem andern übersinnlichen Wesen Wasserstoffpol; und umgekehrt, was dort der Wasserstoffpol ist, wird hier der Sauerstoffpol. In einer andern Sphäre, ist nach dem unmittelbaren Gesetze, Rache an dem Feinde, die höchste Befriedigung der verletzten Individualität. Dieses Gesetz aber, dem, der mich nicht als Selbstwesen behandelt, mich als Wesen gegen ihn zu zeigen, und ihn vielmehr als Wesen aufzuheben, verkehrt sich durch das Princip der andern Welt in das entgegengesetzte, die Wiederherstellung meiner als des Wesens durch das Aufheben des fremden Wesens 1807 90 in Selbstzerstörung. Wenn nun diese Verkehrung, welche in der Straffe des Verbrechens dargestellt wird, zum Gesetze gemacht ist, so ist auch sie wieder nur das Gesetz der einen Welt, welche eine verkehrte übersinnliche Welt sich gegenüberstehen hat, in welcher das, was in jener verachtet ist, zu Ehren, was in jener in Ehren steht, in Verachtung kommt. Die nach dem Gesetze der ersten den Menschen schändende und vertilgende Straffe verwandelt sich in ihrer verkehrten Welt in die sein Wesen erhaltende, und ihn zu Ehren bringende Begnadigung.

159 Oberflächlich angesehen ist diese verkehrte Welt so das Gegentheil der ersten, daſs sie dieselbe auſser ihr hat, und jene erste als eine verkehrte Wirklichkeit von sich abstöſst, die eine die Erscheinung, die andere aber das Ansich, die eine sie ist, wie sie für ein anderes, die andere dagegen, wie sie für sich ist; so daſs um die vorigen Beyspiele zu gebrauchen, was süſs schmeckt, eigentlich, oder innerlich am Dinge, sauer, oder was am wirklichen Magnete der Erscheinung Nordpol ist, am innern oder wesentlichen Seyn Südpol wäre; was an der erscheinenden Electricität als Sauerstoffpol sich darstellt, an der nichterscheinenden Wasserstoffpol wäre. Oder eine Handlung, die in der Erscheinung Verbrechen ist, sollte im innern eigentlich gut seyn (eine schlechte Handlung eine gute Absicht haben) können; die Straffe nur in der Erscheinung Straffe, an sich oder in einer 1807 91 andern Welt aber Wohlthat für den Verbrecher seyn. Allein solche Gegensätze von Innerem und Aeuſserem, von Erscheinung und Uebersinnlichem, als von zweyerley Wirklichkeiten, sind hier nicht mehr vorhanden. Die abgestoſsenen Unterschiede vertheilen sich nicht von neuem an zwey solche Substanzen, welche sie trügen und ihnen ein getrenntes Bestehen verliehen; wodurch der Verstand aus dem Innern heraus wieder auf seine vorige Stelle zurückfiele. Die eine Seite oder Substanz wäre wieder die Welt der Wahrnehmung, worin das eine der beyden Gesetze sein Wesen triebe, und ihr gegenüber eine innre Welt, gerade eine solche sinnliche Welt, wie die erste, aber in der Vorstellung; sie könnte nicht als sinnliche Welt aufgezeigt, nicht gesehen, gehört, geschmeckt werden, und doch würde sie vorgestellt, als eine solche sinnliche Welt. Aber in der That, wenn das eine gesetzte ein wahrgenommenes ist, und sein Ansich, als das verkehrte desselben, ebenso ein sinnlich vorgestelltes, so ist das Saure was das Ansich des süſsen Dinges wäre, ein so wirkliches Ding, wie es, ein saures Ding; das Schwarze, welches das Ansich des Weiſsen wäre, ist das wirkliche Schwarze; der Nordpol, welcher das Ansich des Südpols ist, ist der an demselben Magnete vorhandne Nordpol; der Sauerstoffpol, der das Ansich des Wasserstoffpols ist, der vorhandne Sauerstoffpol derselben Säule. Das wirkliche Verbrechen aber hat seine Verkehrung, und sein Ansich als Möglichkeit in der Absicht als 1807 92 solcher, aber nicht in einer guten; denn die Wahrheit der Absicht ist nur die That selbst. Das Verbrechen seinem Inhalte nach aber, hat seine Reflexion in sich oder seine Verkehrung an der wirklichen Straffe; diese ist die Aussöhnung des Gesetzes mit der ihm im Verbrechen entgegengesetzten Wirklichkeit. Die wirkliche Straffe endlich hat so ihre verkehrte Wirklichkeit an ihr, daſs sie eine solche Verwirklichung des Gesetzes ist, wodurch die Thätigkeit, die es als Straffe hat, sich selbst aufhebt, es aus thätigem wieder ruhiges und geltendes Gesetz wird, und die Bewegung der Individualität gegen es, und seiner gegen sie erloschen ist.

160 Aus der Vorstellung also der Verkehrung, die das Wesen der einen Seite der übersinnlichen Welt ausmacht, ist die sinnliche Vorstellung von der Befestigung der Unterschiede in einem verschiedenen Elemente des Bestehens zu entfernen, und dieser absolute Begriff des Unterschieds, als innrer Unterschied, Abstoſsen des Gleichnamigen als gleichnamigen von sich selbst, und Gleichseyn des Ungleichen als ungleichen rein darzustellen und aufzufassen. Es ist der reine Wechsel, oder die Entgegensetzung in sich selbst, der Widerspruch zu denken. Denn in dem Unterschiede, der ein innerer ist, ist das entgegengesetzte nicht nur eines von zweyen; — sonst wäre es ein seyendes, und nicht ein entgegengesetztes; — sondern es ist das ontgegengesetzte eines 1807 93 entgegengesetzten, oder das andere ist in ihm unmittelbar selbst vorhanden. Ich stelle wohl das Gegentheil hieher, und dorthin das andere, wovon es das Gegentheil ist; also das Gegentheil auf eine Seite, an und für sich ohne das andere. Ebendarum aber, indem ich hier das Gegentheil an und für sich habe, ist es das Gegentheil seiner selbst, oder es hat in der That das andere unmittelbar an ihm selbst. — So hat die übersinnliche Welt, welche die verkehrte ist, über die andere zugleich ubergriffen, und sie an sich selbst; sie ist für sich die verkehrte, d. h. die verkehrte ihrer selbst; sie ist sie selbst, und ihre entgegengesetzte in Einer Einheit. Nur so ist sie der Unterschied als innerer, oder Unterschied an sich selbst, oder ist als Unendlichkeit.

161 Durch die Unendlichkeit sehen wir das Gesetz zur Nothwendigkeit an ihm selbst vollendet, und alle Momente der Erscheinung in das Innre aufgenommen. Das einfache des Gesetzes ist die Unendlichkeit, heiſst nach dem, was sich ergeben hat, α) es ist ein sich selbstgleiches, welches aber der Unterschied an sich ist; oder es ist gleichnamiges, welches sich von sich selbst abstöſst, oder sich entzweyt. Dasjenige was die einfache Krafft genannt wurde, verdoppelt sich selbst, und ist durch ihre Unendlichkeit das Gesetz. β) Das entzweyte, welches die in dem Gesetze vorgestellten Theile ausmacht, stellt sich als Bestehendes dar; und sie ohne den Begriff des innern Unterschiedes betrachtet, ist der Raum und die 1807 94 Zeit, oder die Entfernung und die Geschwindigkeit, welche als Momente der Schwere auftreten, sowohl gleichgültig und ohne Nothwendigkeit für einander, als für die Schwere selbst, so wie diese einfache Schwere gegen sie, oder die einfache Electricität gegen das positive und negative ist. γ) Durch den Begriff des innern Unterschiedes aber ist diſs ungleiche und gleichgültige, Raum und Zeit u. s. f. ein Unterschied, welcher kein Unterschied ist, oder nur ein Unterschied des Gleichnamigen, und sein Wesen die Einheit; sie sind als positives und negatives gegeneinander begeistet, und ihr Seyn ist dieses vielmehr, sich als Nichtseyn zu setzen, und in der Einheit aufzuheben. Es bestehen beyde unterschiedne, sie sind an sich, sie sind an sich als entgegengesetzte, d. h. das entgegengesetzte ihrer selbst, sie haben ihr Anderes an ihnen und sind nur Eine Einheit.

162 Diese einfache Unendlichkeit, oder der absolute Begriff ist das einfache Wesen des Lebens, die Seele der Welt, das allgemeine Blut zu nennen, welches allgegenwärtig durch keinen Unterschied getrübt noch unterbrochen wird, das vielmehr selbst alle Unterschiede ist, sowie ihr Aufgehobenseyn, also in sich pulsirt, ohne sich zu bewegen, in sich erzittert, ohne unruhig zu seyn. Sie ist sich selbstgleich, denn die Unterschiede sind tavtologisch, es sind Unterschiede, die keine sind. Dieses sichselbstgleiche Wesen bezieht sich daher nur auf sich selbst; auf sich selbst, so ist diſs ein anderes, worauf die Beziehung geht, und das beziehen 1807 95 auf sich selbst ist vielmehr das Entzweyen, oder eben jene Sichselbstgleichheit ist innerer Unterschied Diese Entzweyten sind somit an und für sich selbst, jedes ein Gegentheil — eines andern, so ist darin schon das Andere mit ihm zugleich ausgesprochen; oder es ist nicht das Gegentheil eines andern sondern nur das reine Gegentheil, so ist es also an ihm selbst das Gegentheil seiner; oder es ist überhaupt nicht ein Gegentheil, sondern rein für sich, ein reines sich selbst gleiches Wesen, das keinen Unterschied an ihm hat, so brauchen wir nicht zu fragen, noch weniger das Gequäle mit solcher Frage für die Philosophie anzusehen, oder gar sie ihr für unbeantwortlich halten — wie aus diesem reinen Wesen, wie aus ihm heraus der Unterschied oder das Andersseyn komme; denn es ist schon die Entzweyung geschehen, der Unterschied ist aus dem sich selbst gleichen ausgeschlossen, und ihm zur Seite gestellt worden; was das sich selbst gleiche seyn sollte, ist also schon eins der entzweyten vielmehr, als daſs es das absolute Wesen wäre. Das sich selbst gleiche entzweyt sich, heiſst darum eben so sehr, es hebt sich als schon entzweytes, es hebt sich als Andersseyn auf. Die Einheit, von welcher gesagt zu werden pflegt, daſs der Unterschied nicht aus ihr herauskommen könne, ist in der That selbst nur das Eine Moment der Entzweyung; sie ist die die Abstraction der Einfachheit, welche dem Unterschiede gegenüber ist. Aber indem sie die 1807 96 Abstraction, nur das eine der entgegengesetzten ist, so ist es schon gesagt, daſs sie das Entzweyen ist; denn ist die Einheit ein negatives, ein entgegengesetztes, so ist sie eben gesetzt als das, welches die Entgegensetzung an ihm hat. Die Unterschiede von Entzweyung, und sichselbstgleich werden sind darum eben so nur diese Bewegung des sich Aufhebens; denn indem das sichselbstgleiche, welches sich erst entzweyen oder zu seinem Gegentheile werden soll, eine Abstraction oder schon selbst ein entzweytes ist, so ist sein Entzweyen hiemit ein Aufheben dessen, was es ist, und also das Aufheben seines Entzweytseyns. Das sichselbstgleich werden ist ebenso ein Entzweyen; wassichselbst gleich wird, tritt damit der Entzweyung gegenüber; das heiſst, es stellt selbst sich damit auf die Seite, oder es wird vielmehr ein Entzweytes.

163 Die Unendlichkeit oder diese absolute Unruhe des reinen sich selbst Bewegens, daſs, was auf irgend eine Weise, zum Beyspiel als Seyn, bestimmt ist, vielmehr das Gegentheil dieser Bestimmtheit ist, ist zwar schon die Seele alles bisherigen gewesen, aber im Innern erst ist sie selbst frey hervorgetreten. Die Erscheinung oder das Spiel der Kräffte stellt sie selbst schon dar, aber als Erklären tritt sie zunächst frey hervor; und indem sie endlich für das Bewuſstseyn Gegenstand ist, als das, was sie ist, so ist das Bewuſstseyn Selbstbewuſstseyn. Das Erklären des Verstandes macht zunächst nur die Beschreibung dessen, 1807 97 was das Selbstbewuſstseyn ist. Er hebt die im Gesetze vorhandenen schon reingewordenen, aber noch gleichgültigen Unterschiede auf, und setzt sie in Einer Einheit, der Krafft. Diſs gleichwerden ist aber ebenso unmittelbar ein Entzweyen, denn er hebt die Unterschiede nur dadurch auf, und setzt dadurch das Eins der Krafft, daſs er einen neuen Unterschied macht, von Gesetz und Krafft, der aber zugleich kein Unterschied ist; und hiezu daſs dieser Unterschied ebenso kein Unterschied ist, geht er selbst darin fort, daſs er diesen Unterschied wieder aufhebt, indem er die Krafft eben so beschaffen seyn läſst, als das Gesetz. — Diese Bewegung oder Nothwendigkeit ist aber so noch Nothwendigkeit, und Bewegung des Verstandes, oder sie als solche ist nicht sein Gegenstand, sondern er hat in ihr positive und negative Electricität, Entfernung, Geschwindigkeit, Anziehungskrafft, und tausend andere Dinge zu Gegenständen, welche den Inhalt der Momente der Bewegung ausmachen. In dem Erklären ist eben darum so viele Selbstbefriedigung, weil das Bewuſstseyn dabey, es so auszudrücken, in unmittelbarem Selbstgespräche mit sich, nur sich selbst genieſst, dabey zwar etwas anderes zu treiben scheint, aber in der That sich nur mit sich selbst herumtreibt.

164 In dem entgegengesetzten Gesetze als der Verkehrung des ersten Gesetzes, oder in dem innern Unterschiede wird zwar die Unendlichkeit selbst Gegenstand des Verstandes, aber er verfehlt sie als 1807 98 solche wieder, indem er den Unterschied an sich, das sich selbst abstoſsen des Gleichnamigen, und die Ungleichen, die sich anziehen, wieder an zwey Welten, oder an zwey substantielle Elemente vertheilt; die Bewegung, wie sie in der Erfahrung ist, ist ihm hier ein Geschehen, und das gleichnamige und das ungleiche Prädicate, deren Wesen ein seyendes Substrat ist. Dasselbe, was ihm in sinnlicher Hülle Gegenstand ist, ist es uns in seiner wesentlichen Gestalt, als reiner Begriff. Diſs Auffassen des Unterschieds, wie er in Wahrheit ist, oder das Auffassen der Unendlichkeit als solcher, ist für uns, oder an sich. Die Exposition ihres Begriffs gehört der Wissenschaft an; das Bewuſstseyn aber, wie es ihn unmittelbar hat, tritt wieder als eigne Form oder neue Gestalt des Bewuſstseyns auf, welche in dem vorhergehenden ihr Wesen nicht erkennt, sondern es für etwas ganz anderes ansieht. — Indem ihm dieser Begriff der Unendlichkeit Gegenstand ist, ist es also Bewuſstseyn des Unterschieds als eines unmittelbar ebenso sehr aufgehobenen; es ist für sich selbst, es ist Unterscheiden des Ununterschiedenen, oder Selbstbewuſstseyn. Ich unterscheide mich von mir selbst, und es ist derin unmittelbar für mich, daſs diſs unterschiedene nicht unterschieden ist. Ich, das Gleichnamige stoſse mich von mir selbst ab; aber diſs unterschiedne, ungleichgesetzte, ist unmittelbar, indem es unterschieden ist, kein Unterschied für mich. Das Bewuſstseyn eines Andern, eines Gegenstandes 1807 99 überhaupt, ist zwar selbst nothwendig Selbstbewuſstseyn, reflectirt seyn in sich, Bewuſstseyn seiner selbst, in seinem Andersseyn. Der nothwendige Fortgang von den bisherigen Gestalten des Bewuſstseyns, welchen ihr Wahres ein Ding, ein anderes war, als sie selbst, drückt eben diſs aus, daſs nicht allein das Bewuſstseyn vom Dinge nur für ein Selbstbewuſstseyn möglich ist, sondern daſs diſs allein die Wahrheit jener Gestalten ist. Aber für uns nur ist diese Wahrheit vorhanden, noch nicht für das Bewuſstseyn. Das Selbstbewuſstseyn aber ist erst für sich geworden, noch nicht als Einheit mit dem Bewuſstseyn überhaupt.

165 Wir sehen, daſs im Innern der Erscheinung der Verstand in Wahrheit nicht etwas anders, als die Erscheinung selbst, aber nicht wie sie als Spiel der Kräffte ist, sondern dasselbe in seinen absolut-allgemeinen Momenten und deren Bewegung, und in der That nur sich selbst erfahrt. Erhoben über die Wahrnehmung stellt sich das Bewuſstseyn mit dem Uebersinnlichen durch die Mitte der Erscheinung zusammengeschlossen dar, durch welche es in diesen Hintergrund schaut. Die beyden Extreme, das eine, des reinen Innern, das andere, des in diſs reine Innre schauenden Innern, sind nun zusammengefallen, und wie sie als Extreme, so ist auch die Mitte als etwas anders als sie, verschwunden. Dieser Vorhang ist also vor dem Innern weggezogen, und das Schauen des Innern in das Innere vorhanden; das Schauen des ununterschiedenen Gleichnamigen, 1807 100 welches sich selbst abstöſst, als unterschiedenes Innres setzt, aber für welches ebenso unmittelbar die Ununterschiedenheit beyder ist, das Selbstbewuſstseyn. Es zeigt sich, daſs hinter dem sogenannten Vorhange, welcher das Innre verdecken soll, nichts zu sehen ist, wenn wir nicht selbst dahintergehen, ebensosehr damit gesehen werde, als daſs etwas dahinter sey, das gesehen werden kann. Aber es ergibt sich zugleich, daſs nicht ohne alle Umstände geradezu dahinter gegangen werden könne; denn diſs Wissen, was die Wahrheit der Vorstellung der Erscheinung und ihres Innern ist, ist selbst nur Resultat einer umständlichen Bewegung, wodurch die Weisen des Bewuſstseyns, Meynen, Wahrnehmen und der Verstand verschwinden; und es wird sich ebenso ergeben, daſs das Erkennen dessen, was das Bewuſstseyn weiſs, indem es sich selbst weiſs, noch weiterer Umstände bedarf, deren Auseinanderlegung das Folgende ist.

1807 59

III. Force and Understanding, Appearance and the Supersensible World.

132 In the dialectic of sense-certainty, consciousness has lost its hearing and seeing, and so forth; and as perception it has arrived at thoughts, which, however, it first brings together in the unconditionally universal. Now this unconditioned would itself again be nothing other than the extreme of being-for-itself, taking its stand on one side, if it were taken as a resting, simple essence; for nonessence would then stand opposite it. But related to this, it would itself be inessential, and consciousness would not have emerged from the deception of perception. Yet it has proved to be something that has returned into itself out of such conditioned being-for-itself. This unconditioned universal, which is now consciousness's true object, is still its object; consciousness has not yet grasped its concept as concept. The two must be essentially distinguished: for consciousness the object has returned into itself from its relation to another 1807 60 and thereby in itself become concept; but consciousness is not yet for itself the concept, and therefore does not recognize itself in that reflected object. For us, this object has come to be through the movement of consciousness in such a way that consciousness is interwoven with its becoming, and reflection on both sides is the same, or only one. But because consciousness had in this movement only objective essence, not consciousness as such, for its content, the result must be posited for it in an objective significance, and consciousness as still withdrawing from what has come to be, so that this, as objective, is essence for it.

133 Understanding has thereby indeed sublated its own untruth and the untruth of the object; and what has come to be for it through this is the concept of the true: as a true that is in itself, that is not yet concept, or lacks the being-for-itself of consciousness, and that understanding lets take its course without knowing itself in it. This true pursues its essence for itself, so that consciousness has no part in its free realization, but merely watches it and purely apprehends it. We must therefore initially still take consciousness's place and be the concept that develops what is contained in the result; only in this developed object, which offers itself to 1807 61 consciousness as something that is, will consciousness become for itself comprehending consciousness.

134 The result was the unconditionally universal, initially in the negative, abstract sense that consciousness negated its one-sided concepts and abstracted them away, namely relinquished them. But in itself the result has the positive meaning that in it the unity of being-for-itself and being-for-another, or absolute opposition, is immediately posited as the same essence. At first this seems to concern only the form of the moments in relation to one another; but being-for-itself and being-for-another are equally the content itself, because opposition in its truth can have no nature other than what has emerged in the result: namely, that the content held true in perception in fact belongs only to form and dissolves into its unity. This content is at the same time universal; there can be no other content that, through its particular character, would escape returning into this unconditioned universality. Such a content would be some determinate manner of being for itself and relating to another. Yet being-for-itself and relating-to-another in general constitute its nature and essence, whose truth is to be unconditionally universal; and the result is utterly universal.

1807 62

135 But because this unconditioned universal is an object for consciousness, the difference of form and content emerges within it, and in the shape of content the moments have the appearance in which they first offered themselves: on the one hand, a universal medium of many subsisting matters; on the other, a one reflected into itself, in which their independence is extinguished. The former is the dissolution of the thing's independence, or the passivity that is a being-for-another; the latter, however, is being-for-itself. We must see how these moments present themselves in the unconditioned universality that is their essence. It is initially clear that, because they are only in this universality, they no longer lie apart at all, but are essentially sides sublating themselves in themselves, and only their passing over into one another is posited.

136 The one moment thus appears as essence that has taken its stand on one side, as universal medium, or as the subsistence of independent matters. But the independence of these matters is nothing other than this medium; or this universal is entirely the multiplicity of such diverse universals. That the universal is in itself in undivided unity with this multiplicity means, however, that these matters are each where the other is: they interpenetrate reciprocally—yet without touching, since conversely the many differentiated elements are just as independent. Their pure 1807 63 porosity, or their being-sublated, is thereby also posited. This being-sublated in turn, or the reduction of this diversity to pure being-for-itself, is nothing other than the medium itself, and this is the independence of the differences. Or the elements posited as independent pass over immediately into their unity, and their unity immediately into unfolding, and this back again into reduction. This movement, however, is what is called force. One moment of it, namely force as the spreading-out of the independent matters in their being, is its expression; but force as their having-vanished is force driven back into itself out of its expression, or force proper. But first, force driven back into itself must express itself; and second, in expression it is just as much force being within itself as, in this being-within-itself, it is expression. In thus preserving both moments in their immediate unity, it is properly understanding, to which the concept of force belongs, that is the concept sustaining the differentiated moments as differentiated; for in force itself they are supposed not to be differentiated. The difference is thus only in thought. Or, in the foregoing, only the concept of force, not its reality, has as yet been posited. But in fact force is the unconditionally universal, which is in itself just what it is for another, or which has difference—for difference is nothing other than 1807 64 being for another—within itself. Thus, for force to be in its truth, it must be released entirely from thought and posited as the substance of these differences: that is, first, force as this whole force essentially remaining in and for itself, and then its differences as substantial, or as moments subsisting for themselves. Force as such, or as driven back into itself, is thus for itself an excluding one, for which the unfolding of matters is another subsisting essence, and two differentiated, independent sides are thereby posited. Yet force is also the whole, or remains what it is according to its concept: namely, these differences remain pure forms, superficial, vanishing moments. The differences between force proper driven back into itself and the unfolding of independent matters would at the same time not exist at all unless they had a subsistence, or force would not be unless it existed in this opposed manner; but that it exists in this opposed manner means nothing other than that both moments are themselves at the same time independent. Thus what must be considered is this movement of the two moments constantly making themselves independent and sublating themselves again. In general it is clear that this movement is nothing other than the movement of perception, in which both sides, the perceiving and the perceived, 1807 65 are at the same time, on the one hand, one and undifferentiated as the apprehension of the true, yet equally each side is reflected into itself, or for itself. Here these two sides are moments of force; they are in a unity just as much as this unity, appearing as the middle against the extremes that are for themselves, continually divides itself into precisely these extremes, which are only through this division. Thus the movement that previously presented itself as the self-annihilation of contradictory concepts here has objective form, and is the movement of force, from which the unconditionally universal emerges as result as something nonobjective, or as the inner of things.

137 Force, as it has been determined, when represented as such, or as reflected into itself, is one side of its concept, but as a substantialized extreme, namely the one posited under the determinateness of the one. Thus the subsistence of the unfolded matters is excluded from force and is another than it. Since it is necessary that force itself be this subsistence, or that it express itself, its expression is represented as that other approaching force and soliciting it. But in fact, since force necessarily expresses itself, it has within itself what was posited as another essence. The positing of force as a one, and of its essence, expressing itself, as something other approaching it from outside, must be taken back; rather, force is itself this universal 1807 66 medium of the subsistence of the moments as matters; or it has expressed itself, and what was supposed to be the other that solicits is rather force itself. It thus now exists as the medium of the unfolded matters. But it has just as essentially the form of the being-sublated of the subsisting matters, or is essentially one. This being-one is thus now, since force is posited as the medium of matters, something other than force, and force has this essence of its own outside it. But since force must necessarily be what it is not yet posited as being, this other approaches and solicits force to reflection into itself, or sublates its expression. In fact, however, force itself is this being-reflected-into-itself, or this being-sublated of expression; being-one vanishes as it appeared, namely as an other: force is itself this; it is force driven back into itself.

138 What appears as another, soliciting force both to expression and to return into itself, is, as is immediately evident, itself force; for the other shows itself as universal medium no less than as one, and in such a way that each of these shapes at the same time appears only as a vanishing moment. Thus through another being for it, and its being for another, force has not yet gone beyond its concept at all. But at the same time two forces are present; the concept of both is indeed the same, but it has gone out of its unity into duality. Instead of 1807 67 opposition remaining essentially only a moment throughout, it seems to have escaped the dominion of unity by splitting into entirely independent forces. We must examine more closely what this independence amounts to. Initially, the second force appears as what solicits, and, in its content, as universal medium, over against the force determined as solicited. But since the former is essentially an alternation of these two moments and is itself force, it is in fact likewise universal medium only insofar as it is solicited to be so, and equally negative unity, or what solicits the return of force, only through being solicited. Thus this difference between the two—that one was to be soliciting, the other solicited—also transforms into the same interchange of determinatenesses with one another.

139 The play of the two forces thus consists in this opposed determination of both, their being-for-one-another in this determination, and the absolute, immediate exchange of the determinations—a transition through which alone these determinations are, in which the forces seem to appear independently. What solicits is posited, for example, as universal medium, and what is solicited, by contrast, as force driven back into itself; but the former is itself universal medium only because the other is force driven back into itself. 1807 68 Or rather, the latter is what solicits the former and first makes it a medium. The former has its determinateness only through the other, and is soliciting only insofar as it is solicited by the other to be soliciting; and it just as immediately loses this determinateness given to it, for the determinateness passes over to the other, or rather has already passed over to it. The alien element soliciting force appears as universal medium, but only because it has been solicited by force to do so; this means, however, that force posits it in this way and is rather itself essentially universal medium. Force posits what solicits in this way because this other determination is essential to force, that is, because force is rather itself this determination.

140 To complete the insight into the concept of this movement, we may also note that the differences themselves show themselves in a twofold difference: first as differences of content, insofar as one extreme is force reflected into itself, while the other is the medium of matters; second as differences of form, insofar as one solicits and the other is solicited, the former active, the latter passive. According to the difference of content, they are differentiated in general, or for us; according to the difference of form, however, they are independent, separating themselves from and opposing one another in their relation. That the extremes in 1807 69 these two respects are thus nothing in themselves, but that these aspects, in which their differentiated essence was supposed to consist, are only vanishing moments, an immediate passing-over of each into its opposite—this becomes present for consciousness in perceiving the movement of force. But for us, as recalled above, there was also this: in themselves the differences vanished as differences of content and form, and on the side of form, the active, soliciting, or being-for-itself was essentially the same as what presented itself on the side of content as force driven back into itself; the passive, solicited, or being-for-another on the side of form was the same as what presented itself on the side of content as the universal medium of many matters.

141 From this it emerges that the concept of force becomes actual through duplication into two forces, and how it does so. These two forces exist as essences that are for themselves; but their existence is such a movement toward one another that their being is rather a pure being-posited by another—that is, their being has rather the pure meaning of vanishing. They are not extremes that retain something fixed for themselves and send only an external property toward one another into the middle and into their contact; rather, what they are, they are only in this middle and contact. In this there is immediately just as much force's being-driven-back-into-itself, or being-for-itself, as 1807 70 expression, soliciting as being-solicited. These moments are thus not distributed between two independent extremes that offer one another only an opposed tip; rather, their essence is simply this: each is only through the other, and what each thus is through the other, it immediately no longer is in being it. Thus they in fact have no substances of their own that would bear and preserve them. Rather, the concept of force maintains itself as essence in its actuality itself; force as actual is simply only in its expression, which is at the same time nothing other than a sublating of itself. If this actual force is represented as free from its expression and as being for itself, it is force driven back into itself; but this determinateness is in fact, as has emerged, itself only a moment of expression. Thus only the thought of force remains as its truth; and, without support, the moments of its actuality, its substances and its movement, collapse into an undifferentiated unity that is not force driven back into itself, for this is itself only such a moment. Rather, this unity is its concept as concept. The realization of force is thus at the same time the loss of reality; in it force has rather become something entirely different, namely this universality, which understanding first or immediately recognizes as force's essence, and which also proves itself its essence in 1807 71 its supposed reality, in the actual substances.

142 Insofar as we regard the first universal as the concept of understanding, in which force is not yet for itself, the second is now force's essence as it presents itself in and for itself. Or conversely, if we regard the first universal as the immediate, which was to be an actual object for consciousness, this second is determined as the negative of sensuously objective force; it is force as, in its true essence, it is only an object of understanding. That first would be force driven back into itself, or force as substance; but this second is the inner of things, as inner, which is the same as the concept as concept.

143 This true essence of things has now determined itself in such a way that it is not immediately for consciousness; instead, consciousness has a mediated relation to the inner and, as understanding, looks through this middle of the play of forces into the true background of things. The middle joining the two extremes, understanding and the inner, is the developed being of force, which is now for understanding itself a vanishing. It is therefore called appearance, for we call semblance a being that is immediately in itself a nonbeing. But it is not merely a semblance, but appearance, a whole of semblance. This whole as whole, or universal, is what constitutes the 1807 72 inner: the play of forces as its reflection into itself. In it, the essences of perception are objectively posited for consciousness as they are in themselves: namely, as moments immediately transforming themselves into their opposite without rest or being, the one immediately into the universal, the essential immediately into the inessential, and conversely. This play of forces is therefore the developed negative; but its truth is the positive, namely the universal, the object that is in itself. Its being for consciousness is mediated by the movement of appearance, in which the being of perception and the sensuously objective in general have only a negative meaning. Consciousness thus reflects itself out of this into itself as into the true, but as consciousness again makes this true into an objective inner, and distinguishes this reflection of things from its own reflection into itself, just as the mediating movement is likewise still objective for it. This inner is therefore for consciousness an extreme opposed to it; but it is the true for consciousness because, in this inner as the in-itself, consciousness at the same time has its self-certainty, or the moment of its being-for-itself. Yet it is not conscious of this ground, for the being-for-itself that the inner was supposed to have in itself would be nothing other than negative movement; but for consciousness this is still the 1807 73 objective, vanishing appearance, not yet its own being-for-itself. Thus the inner is indeed concept for consciousness, but consciousness does not yet know the nature of the concept.

144 In this inner true, as the absolutely universal, purified of the opposition between universal and singular and come to be for understanding, a supersensible world as the true world now first opens above the sensuous world as the appearing world; above the vanishing here-and-now, the enduring beyond: an in-itself that is the first and therefore itself imperfect appearance of reason, or only the pure element in which truth has its essence.

145 Our object is thus now the syllogism whose extremes are the inner of things and understanding, and whose middle is appearance; but the movement of this syllogism yields the further determination of what understanding beholds in the inner through the middle, and the experience it undergoes concerning this relation of being joined together.

146 The inner is still a pure beyond for consciousness, for consciousness does not yet find itself in it; it is empty, for it is only the nothing of appearance, and positively the simple universal. This mode of being of the inner immediately agrees with those who say that the inner of things cannot be cognized; but the ground would have to be grasped differently. Of this inner, 1807 74 as it immediately is here, there is indeed no knowledge; but not because reason is too shortsighted, limited, or whatever else one wishes to call it—about which nothing is yet known here, for we have not yet penetrated so deeply—but because of the simple nature of the matter itself: namely, because nothing is cognized in the empty, or, expressed from the other side, because the inner is determined precisely as the beyond of consciousness. The result is certainly the same whether a blind person is placed amid the wealth of the supersensible world—if it has any, whether as its own distinctive content or as consciousness itself—or a sighted person is placed in pure darkness, or, if one prefers, in pure light, if the supersensible world is only this. In pure light the sighted person sees as little as in pure darkness, and just as much as the blind person amid the fullness of wealth lying before them. If there were nothing more to the inner and to being joined with it through appearance, nothing would remain but to hold to appearance—that is, take something as true that we know is not true—or to fill the empty with daydreams, appearances that consciousness produces for itself, so that there might yet be something in it. For although this empty first came to be as emptiness of objective things, as emptiness in itself it must also be taken as the emptiness of all spiritual relations and of the differences of consciousness as 1807 75 consciousness. This utterly empty element, also called the holy, would have to submit to such poor treatment, for it would deserve no better, since even daydreams are better than its emptiness.

147 But the inner, or the supersensible beyond, has arisen; it comes from appearance, and appearance is its mediation. Or appearance is its essence, and in fact its fulfillment. The supersensible is the sensuous and perceived posited as it is in truth; but the truth of the sensuous and perceived is to be appearance. The supersensible is thus appearance as appearance. If this is taken to mean that the supersensible is therefore the sensuous world, or the world as it is for immediate sense-certainty and perception, this is a perverted understanding. For appearance is rather not the world of sensuous knowing and perceiving as being, but that world posited as sublated, or in truth as inner. It is customary to say that the supersensible is not appearance; but by appearance one then understands not appearance, but rather the sensuous world as itself real actuality.

1807 76

148 Understanding, which is our object, stands precisely at this point: the inner has become for it only the universal, still unfulfilled in-itself. The play of forces has only this negative meaning, not to be in itself, and only this positive meaning, to be what mediates, but outside the inner. Yet understanding's relation to the inner through mediation is its movement, through which the inner will acquire fulfillment for it. The play of forces is immediate for understanding; but the true for it is the simple inner. Thus the movement of force is likewise the true only as simple in general. But we have seen that this play of forces has this character: the force solicited by another force is equally what solicits that other, which itself becomes soliciting only through this. Here, too, there is only immediate alternation, or the absolute interchange of the determinateness that constitutes the sole content of what appears: to be either universal medium or negative unity. In its determinate appearance it itself immediately ceases to be what it appears as; through its determinate appearance it solicits the other side, which thereby expresses itself—that is, this side is now immediately what the first was supposed to be. Each of these two sides, the relation of soliciting and the relation of determinate, opposed content, is for itself absolute 1807 77 inversion and interchange. Yet these two relations are themselves again the same, and the difference of form, being solicited and soliciting, is the same as the difference of content: the solicited as such is namely the passive medium, while the soliciting is the active, negative unity, or the one. Through this, all difference of particular forces supposedly present in this movement vanishes in relation to one another altogether; for they rested solely on those differences, and the difference between the forces likewise collapses with those two into only one. Thus neither force, nor soliciting and being solicited, nor the determinateness of being a subsisting medium and a unity reflected into itself is anything singly for itself, nor are they different oppositions. Rather, what is in this absolute alternation is only difference as universal, or as that into which the many oppositions have been reduced. This difference as universal is therefore the simple element in the play of force itself, and its truth; it is the law of force.

149 Absolutely changing appearance becomes simple difference through its relation to the simplicity of the inner, or of understanding. The inner is initially only the universal in itself; but this universal, simple in itself, is essentially just as absolutely universal difference, for it is 1807 78 the result of change itself, or change is its essence. Yet change, as posited in the inner as it is in truth, is thereby taken up into the inner as equally absolutely universal difference, brought to rest and remaining equal to itself. Or negation is an essential moment of the universal, and negation, or mediation, in the universal is thus universal difference. It is expressed in law, as the enduring image of unstable appearance. The supersensible world is thereby a tranquil realm of laws, admittedly beyond the perceived world, for the latter presents law only through constant change, yet equally present in it, and its immediate, still image.

150 This realm of laws is indeed the truth of understanding, which has its content in the difference present in law; but at the same time it is only understanding's first truth and does not fill out appearance. Law is present in appearance, but is not its entire presence; under ever different circumstances it has an ever different actuality. A side of appearance thus remains for itself, which is not in the inner; or appearance is in truth not yet posited as appearance, as sublated being-for-itself. This deficiency of law must likewise emerge within law itself. What it seems to lack is that, although it has difference itself within it, it has difference as universal, indeterminate. 1807 79 But insofar as it is not the law in general but a law, it has determinateness within it; and indefinitely many laws are thereby present. Yet this multiplicity is rather itself a deficiency, for it contradicts the principle of understanding, for which, as consciousness of the simple inner, unity universal in itself is the true. Understanding must therefore rather let the many laws collapse into one law, as, for example, the law according to which the stone falls and the law according to which the heavenly spheres move have been comprehended as one law. But in this collapse into one another the laws lose their determinateness; the law becomes ever more superficial, and what has in fact been found is not the unity of these determinate laws, but a law omitting their determinateness—just as the one law uniting within it the laws of bodies falling on earth and of heavenly motion in fact expresses neither. The unification of all laws in universal attraction expresses no further content than the mere concept of law itself, posited in it as being. Universal attraction says only that everything has an enduring difference from another. Understanding supposes it has thereby found a universal law expressing universal actuality as such; but in fact it has found only the concept of 1807 80 law itself, though in such a way that it at the same time says: all actuality is lawful in itself. The expression universal attraction is therefore of great importance insofar as it is directed against thoughtless representation, to which everything presents itself in the shape of contingency and for which determinateness has the form of sensuous independence.

151 Thus universal attraction, or the pure concept of law, stands opposed to determinate laws. Insofar as this pure concept is regarded as essence, or as the true inner, the determinateness of determinate law itself still belongs to appearance, or rather to sensuous being. Yet the pure concept of law goes not only beyond the law that, itself determinate, stands opposed to other determinate laws, but also beyond law as such. The determinateness in question is itself properly only a vanishing moment, which can no longer occur here as essentiality; for only law is present as the true. But the concept of law is turned against law itself. In law, namely, difference itself is apprehended immediately and taken up into the universal, but thereby also a subsistence of the moments whose relation the law expresses, as indifferent essentialities that are in themselves. Yet these parts of the 1807 81 difference within law are themselves at the same time determinate sides; the pure concept of law as universal attraction must be grasped in its true meaning in such a way that, in it as absolutely simple, the differences present in law as such themselves return again into the inner as simple unity. This unity is the inner necessity of law.

152 Law is thereby present in a twofold way: once as law, in which the differences are expressed as independent moments; the other time in the form of simple having-returned-into-itself, which may again be called force, but in such a way that it is not force driven back into itself, but force in general, or as the concept of force—an abstraction drawing into itself the very differences of what attracts and what is attracted. Thus, for example, simple electricity is force; the expression of difference, however, falls within law: this difference is positive and negative electricity. In falling motion, force is the simple element, gravity, which has the law that the magnitudes of the differentiated moments of motion, elapsed time and traversed space, relate to one another as root and square. Electricity itself is not difference in itself, or in its essence the dual essence of positive and negative 1807 82 electricity; hence one customarily says that it has the law of being in this way, or even that it has the property of expressing itself so. This property is indeed the essential and sole property of this force, or is necessary to it. But necessity here is an empty word: force simply must duplicate itself in this way because it must. If, admittedly, positive electricity is posited, negative electricity is also necessary in itself; for the positive is only as relation to a negative, or the positive is in itself difference from itself, as is equally the negative. But that electricity as such divides itself in this way is not what is necessary in itself; as simple force, electricity is indifferent to its law of being positive and negative. And if we call the former its concept, the latter its being, its concept is indifferent to its being; it merely has this property—that is precisely to say, the property is not necessary to it in itself. This indifference takes another shape when it is said that being positive and negative belongs to the definition of electricity, or that this is simply its concept and essence. Then its being would mean its existence in general; but that definition does not contain the necessity of its existence. It exists either because one finds it—that is, it is not necessary at all—or its existence is through other forces, that is, its necessity is external. But in placing 1807 83 necessity in the determinateness of being through another, we fall back into the multiplicity of determinate laws we have just left in order to consider law as law. Only with this is its concept as concept, or its necessity, to be compared; but in all these forms necessity has so far shown itself only an empty word.

153 The indifference of law and force, or of concept and being, is present in another way besides the one indicated. In the law of motion, for example, it is necessary that motion divide into time and space, or again into distance and velocity. Since motion is only the relation of those moments, it, the universal, is here indeed divided in itself; but these parts, time and space, or distance and velocity, do not express within themselves this origin from one. They are indifferent to one another: space is represented as capable of being without time, time without space, and distance at least without velocity—just as their magnitudes are indifferent to one another, since they do not relate as positive and negative, and hence do not relate to one another through their essence. Thus the necessity of division is indeed present here, but not the necessity of the parts as such for one another. For this reason, however, that first necessity is itself only a falsely projected 1807 84 necessity; for motion is not itself represented as simple, or as pure essence, but already as divided. Time and space are its independent parts, or essences in themselves; or distance and velocity are modes of being or representing, one of which can well be without the other, and motion is therefore only their superficial relation, not their essence. Represented as simple essence or as force, motion is indeed gravity, which, however, does not contain these differences within it at all.

154 Thus in both cases difference is no difference in itself: either the universal, force, is indifferent to the division present in law, or the differences, the parts of law, are indifferent to one another. Yet understanding has the concept of this difference in itself, precisely because law is, on the one hand, the inner that is in itself, but is at the same time differentiated within itself. That this difference is thus inner difference is present in law's being simple force, or as its concept, and hence a difference of the concept. But this inner difference still falls only within understanding, and is not yet posited in the matter itself. Thus what understanding expresses is only its own necessity: a difference it makes only in such a way as at the same time to express that the difference is no difference of the matter itself. This necessity, 1807 85 lying only in words, is thus the recounting of the moments that constitute its circle. They are indeed differentiated, but their difference is at the same time expressed as no difference of the matter itself, and is therefore itself immediately sublated again. This movement is called explanation. Thus a law is pronounced; from it, its universal in itself, or its ground, is distinguished as force; but of this difference it is said that it is none, that rather the ground is constituted in exactly the same way as the law. The singular occurrence of lightning, for example, is grasped as a universal, and this universal expressed as the law of electricity; explanation then gathers the law into force as the law's essence. This force is then so constituted that, when it expresses itself, opposed electricities emerge and vanish again into one another; that is, force is constituted exactly like law. It is said that the two are not differentiated at all. The differences are pure universal expression, or law, and pure force; but both have the same content, the same constitution. Thus difference as difference of content, that is, of the matter, is also taken back again.

155 In this tautological movement, as becomes apparent, understanding persists in the tranquil unity of its object, and the movement falls only 1807 86 within understanding itself, not within the object. It is an explanation that not only explains nothing, but is so clear that, while making preparations to say something different from what has already been said, it rather says nothing, but merely repeats the same thing. Nothing new arises in the matter itself through this movement; rather, the movement comes into consideration as a movement of understanding. But in it we now recognize precisely what was missing in law: absolute change itself, for this movement, when we examine it more closely, is immediately its own opposite. It posits a difference that is not merely no difference for us, but that the movement itself sublates as difference. This is the same change that presented itself as the play of forces; in that play there was the difference between soliciting and solicited force, between force expressing itself and force driven back into itself. But these were differences that in truth were none, and hence also immediately sublated themselves again. There is not merely bare unity present, so that no difference would be posited; rather, there is this movement, that a difference is indeed made, but, because it is none, is sublated again. Thus with explanation, the alteration and change that previously lay outside the inner, only in appearance, has penetrated the supersensible itself; but our consciousness has passed over from the inner as object to 1807 87 the other side, into understanding, and has the change within it.

156 This change is thus not yet a change of the matter itself, but presents itself as pure change precisely because the content of the moments of change remains the same. But since the concept, as the concept of understanding, is the same as the inner of things, this change becomes for understanding a law of the inner. Understanding thus experiences that it is a law of appearance itself that differences arise which are no differences; or that like repels itself from itself; and equally that the differences are only such as are in truth none, and sublate themselves; or that unlike attracts itself. This is a second law, whose content is opposed to what was previously called law, namely difference enduringly equal to itself; for this new law expresses rather the becoming-unequal of the equal and the becoming-equal of the unequal. The concept asks thoughtlessness to bring both laws together and become conscious of their opposition. The second is admittedly also law, or an inner, self-equal being, but rather a self-equality of inequality, a constancy of inconstancy. In the play of forces this law emerged as precisely this absolute passing-over and as pure change: the like, force, 1807 88 divides itself into an opposition that initially appears as an independent difference, but in fact proves to be none. For it is the like that repels itself from itself, and what is thus repelled therefore essentially attracts itself, since it is the same. The difference made, since it is none, thus sublates itself again. It thereby presents itself as a difference of the matter itself, or as absolute difference; and this difference of the matter is thus nothing other than the like that has repelled itself from itself, and hence posits only an opposition that is none.

157 Through this principle, the first supersensible world, the tranquil realm of laws, the immediate image of the perceived world, is inverted into its opposite. Law was in general what remained equal to itself, as did its differences; but now it is posited that both are rather their own opposite: the self-equal rather repels itself from itself, and the self-unequal rather posits itself as self-equal. In fact only with this determination is difference inner, or difference in itself, since the equal is unequal to itself and the unequal equal to itself. This second supersensible world is in this way the inverted world, and indeed, since one side is already present in the first supersensible world, the inversion of this first. The inner is thereby completed as appearance. For the first supersensible world was only the immediate 1807 89 elevation of the perceived world into the universal element; it had its necessary counterpart in the perceived world, which still retained for itself the principle of change and alteration. The first realm of laws lacked that principle, but receives it as inverted world.

158 According to the law of this inverted world, then, the like of the first is what is unequal to itself, and the unequal of the first is likewise unequal to itself, or becomes equal to itself. In determinate moments this will appear as follows: what is sweet in the law of the first is sour in this inverted in-itself; what is black there is white here. What in the law of the first is north pole in the magnet is, in its other supersensible in-itself—namely in the earth—south pole; but what is south pole there is north pole here. Likewise, what in the first law of electricity is the oxygen pole becomes in its other supersensible essence the hydrogen pole; and conversely, what is the hydrogen pole there becomes the oxygen pole here. In another sphere, according to immediate law, revenge upon the enemy is the highest satisfaction of injured individuality. But this law—to show myself as essence against someone who does not treat me as a self-being, and rather to sublate that person as essence—is inverted through the principle of the other world into its opposite: the restoration of myself as essence through the sublation of the alien essence 1807 90 turns into self-destruction. Now if this inversion, presented in the punishment of crime, is made into law, it too is again only the law of one world, which has an inverted supersensible world standing opposite it, in which what is despised in the former comes to honor, and what is honored there comes into contempt. Punishment that, according to the law of the first world, dishonors and destroys the human being is transformed in its inverted world into the pardon that preserves that person's essence and brings honor.

159 Viewed superficially, this inverted world is the opposite of the first in such a way that it has the first outside it and repels that first world from itself as an inverted actuality: one is appearance, the other the in-itself; one is the world as it is for another, the other, by contrast, as it is for itself. Thus, to use the previous examples, what tastes sweet would be properly, or inwardly in the thing, sour; or what is north pole in the actual magnet of appearance would be south pole in its inner or essential being; what presents itself as oxygen pole in appearing electricity would be hydrogen pole in nonappearing electricity. Or an action that is a crime in appearance could supposedly be properly good inwardly—a bad action could have a good intention; punishment would be punishment only in appearance, but in itself, or in 1807 91 another world, a benefit to the criminal. Yet such oppositions of inner and outer, appearance and supersensible, as two kinds of actualities, are no longer present here. The repelled differences are not distributed anew between two such substances that would bear them and lend them a separate subsistence, through which understanding would fall back out of the inner into its former position. One side or substance would again be the world of perception, in which one of the two laws pursued its essence; and opposite it would be an inner world, just such a sensuous world as the first, but in representation. It could not be pointed out as a sensuous world, not seen, heard, or tasted, and yet it would be represented as such a sensuous world. But in fact, if one of the elements posited is something perceived, and its in-itself, as its inversion, is likewise something sensuously represented, then the sour that would be the in-itself of the sweet thing is just as actual a thing as the sweet, a sour thing; the black that would be the in-itself of the white is actual black; the north pole that is the in-itself of the south pole is the north pole present in the same magnet; the oxygen pole that is the in-itself of the hydrogen pole is the present oxygen pole of the same pile. But the actual crime has its inversion and its in-itself as possibility in intention as 1807 92 such, though not in a good intention; for the truth of intention is only the deed itself. As regards its content, however, crime has its reflection into itself, or its inversion, in actual punishment; this is the reconciliation of law with the actuality opposed to it in crime. Finally, actual punishment has its inverted actuality within it in such a way that it is a realization of law through which the activity law has as punishment sublates itself: from active, law becomes again tranquil and valid law, and the movement of individuality against law, and of law against individuality, has died away.

160 Thus from the representation of inversion, which constitutes the essence of one side of the supersensible world, the sensuous representation of fixing differences in a diverse element of subsistence must be removed; and this absolute concept of difference must be purely presented and apprehended as inner difference, the repulsion of like as like from itself and the equality of the unequal as unequal. Pure change, or opposition within itself, contradiction, must be thought. For in difference that is inner, the opposed is not merely one of two—otherwise it would be something that is, not something opposed—but is the opposite of an 1807 93 opposite, or the other is itself immediately present within it. I do indeed place the opposite here, and there the other of which it is the opposite; thus the opposite on one side, in and for itself without the other. Yet precisely because I have here the opposite in and for itself, it is the opposite of itself, or in fact has the other immediately within itself. Thus the supersensible world that is the inverted world has at the same time reached over the other world and has it within itself; it is for itself the inverted world, that is, the inversion of itself; it is itself and its opposite in one unity. Only thus is it difference as inner, or difference in itself, or is it as infinity.

161 Through infinity we see law completed into necessity within itself, and all moments of appearance taken up into the inner. To say that the simple element of law is infinity means, according to what has emerged: α) it is something self-equal that is nevertheless difference in itself; or it is like that repels itself from itself, or divides itself in two. What was called simple force duplicates itself and through its infinity is law. β) What is divided, constituting the parts represented in law, presents itself as subsisting; and considered without the concept of inner difference, space and 1807 94 time, or distance and velocity, which appear as moments of gravity, are indifferent and without necessity both for one another and for gravity itself, just as this simple gravity is indifferent to them, or simple electricity to positive and negative. γ) Through the concept of inner difference, however, this unequal and indifferent element—space and time, and so forth—is a difference that is no difference, or only a difference of the like, and its essence is unity. As positive and negative they are animated toward one another, and their being is rather this: to posit themselves as nonbeing and sublate themselves in unity. Both differentiated elements subsist; they are in themselves; they are in themselves as opposites, that is, the opposite of themselves; they have their other within them and are only one unity.

162 This simple infinity, or absolute concept, is the simple essence of life, the soul of the world, to be called the universal blood which, omnipresent, is neither clouded nor interrupted by any difference, but is itself rather all differences and their being-sublated. It thus pulses within itself without moving, trembles within itself without unrest. It is self-equal, for the differences are tautological: differences that are none. This self-equal essence therefore relates only to itself; to itself: then this is another to which the relation goes, and relating 1807 95 to itself is rather division in two, or precisely that self-equality is inner difference. These divided elements are thus in and for themselves, each an opposite—of another: then the other is already expressed together with it; or it is not the opposite of another but only the pure opposite: then it is thus in itself its own opposite. Or it is not an opposite at all but purely for itself, a pure self-equal essence with no difference within it: then we need not ask, still less regard the torment of such a question as philosophy, or even consider it unanswerable for philosophy, how difference or otherness comes from this pure essence, out of it. For division has already occurred: difference has been excluded from the self-equal and set beside it; what was to be the self-equal is thus already one of the divided elements rather than absolute essence. That the self-equal divides itself therefore equally means that it sublates itself as already divided, sublates itself as otherness. The unity of which it is commonly said that difference cannot emerge from it is in fact itself only one moment of division; it is the abstraction of simplicity opposed to difference. But since it is 1807 96 abstraction, only one of the opposites, it is already said that it is division; for if unity is something negative, something opposed, it is posited precisely as what has opposition within it. The differences between dividing in two and becoming-self-equal are therefore equally only this movement of self-sublation; for since the self-equal, which is first supposed to divide itself or become its opposite, is an abstraction, or itself already something divided, its dividing is thereby a sublation of what it is, and hence the sublation of its being-divided. Becoming-self-equal is equally a dividing; what becomes equal to itself thereby takes its stand opposite division—that is, it thereby places itself on one side, or rather becomes something divided.

163 Infinity, or this absolute unrest of pure self-movement, in which what is determined in any way—for example, as being—is rather the opposite of this determinateness, has indeed already been the soul of everything so far; but only in the inner has it itself first emerged freely. Appearance, or the play of forces, already presents infinity itself, but as explanation it first emerges freely; and when, finally, it is an object for consciousness as what it is, consciousness is self-consciousness. Understanding's explanation initially constitutes only the description of what 1807 97 self-consciousness is. Understanding sublates the differences present in law, already purified but still indifferent, and posits them in one unity, force. But this becoming-equal is equally immediately a dividing, for understanding sublates the differences and thereby posits the one of force only by making a new difference, that of law and force, which, however, is at the same time no difference. And toward this, that the difference is equally no difference, understanding itself advances by again sublating this difference, letting force be constituted just as law is. Yet this movement or necessity is thus still the necessity and movement of understanding; or, as such, it is not understanding's object. Rather, in it understanding has as objects positive and negative electricity, distance, velocity, attractive force, and a thousand other things constituting the content of the moments of the movement. Precisely for this reason there is so much self-satisfaction in explanation: in it consciousness, to put it this way, is in immediate conversation with itself and enjoys only itself; though it seems to be pursuing something else, in fact it is only occupied with itself.

164 In the opposed law as the inversion of the first law, or in inner difference, infinity itself does indeed become the object of understanding; but understanding again misses it as 1807 98 such by distributing difference in itself, the self-repulsion of like and the unlikes that attract one another, between two worlds again, or two substantial elements. The movement as it is in experience is here for understanding a happening, and the like and the unlike are predicates whose essence is an existent substrate. What is an object for understanding in sensuous covering is for us an object in its essential shape, as pure concept. This apprehension of difference as it is in truth, or apprehension of infinity as such, is for us, or in itself. The exposition of its concept belongs to science; but consciousness, as it has this concept immediately, appears again as a form of its own, or a new shape of consciousness, which does not recognize its essence in what preceded, but regards that essence as something entirely different. Since this concept of infinity is its object, consciousness is thus consciousness of difference as something immediately just as much sublated; it is for itself, it is differentiation of the undifferentiated, or self-consciousness. I distinguish myself from myself, and in this it is immediately for me that what is distinguished is not distinguished. I, the like, repel myself from myself; but this differentiated element, posited as unequal, is immediately, in being differentiated, no difference for me. Consciousness of another, of an object 1807 99 in general, is indeed itself necessarily self-consciousness, being-reflected into itself, consciousness of itself in its otherness. The necessary progression from the previous shapes of consciousness, for which their true was a thing, something other than themselves, expresses precisely this: not only is consciousness of the thing possible only for a self-consciousness, but self-consciousness alone is the truth of those shapes. Yet this truth is present only for us, not yet for consciousness. Self-consciousness, however, has only become for itself, not yet as unity with consciousness in general.

165 We see that, in the inner of appearance, understanding in truth experiences nothing other than appearance itself, though not as it is as the play of forces, but that same play in its absolutely universal moments and their movement; in fact it experiences only itself. Raised above perception, consciousness presents itself as joined with the supersensible through the middle of appearance, through which it looks into this background. The two extremes, one of the pure inner, the other of the inner looking into this pure inner, have now coincided; and just as they have vanished as extremes, so too the middle has vanished as something other than them. This curtain has thus been drawn away from before the inner, and the looking of the inner into the inner is present: the looking of the undifferentiated like, 1807 100 which repels itself, posits itself as a differentiated inner, but for which the nondifferentiation of both is equally immediate—self-consciousness. It becomes apparent that behind the so-called curtain supposedly concealing the inner there is nothing to see unless we ourselves go behind it, just as much in order that there may be seeing as that there may be something behind it that can be seen. Yet it emerges at the same time that we cannot simply go straight behind it without further ado; for this knowing, which is the truth of the representation of appearance and its inner, is itself only the result of an elaborate movement through which the modes of consciousness—meaning, perception, and understanding—vanish. And it will equally emerge that cognition of what consciousness knows in knowing itself requires further elaboration, the unfolding of which follows.

IV. Self-consciousness

1807 101

IV. Die Wahrheit der Gewiſsheit seiner selbst.

166 In den bisherigen Weisen der Gewiſsheit ist dem Bewuſstseyn das Wahre, etwas anderes, als es selbst. Der Begriff dieses Wahren verschwindet aber in der Erfahrung von ihm; wie der Gegenstand unmittelbar an sich war, das Seyende der sinnlichen Gewiſsheit, das concrete Ding der Wahrnehmung, die Krafft des Verstandes, so erweist er sich vielmehr nicht in Wahrheit zu seyn, sondern diſs Ansich ergibt sich als eine Weise, wie er nur für ein anderes ist; der Begriff von ihm hebt sich an dem wirklichen Gegenstande auf, oder die erste unmittelbare Vorstellung in der Erfahrung, und die Gewiſsheit ging in der Wahrheit verloren. Nunmehr aber ist diſs entstanden, was in diesen frühern Verhältnissen nicht zu Stande kam, nemlich eine Gewiſsheit, welche ihrer Wahrheit gleich ist, denn die Gewiſsheit ist sich selbst ihr Gegenstand, und das Bewuſstseyn ist sich selbst das Wahre. Es ist darin zwar auch ein Andersseyn; das Bewuſstseyn unterscheidet nemlich, aber ein solches, das für es 1807 102 zugleich ein nicht unterschiedenes ist. Nennen wir Begriff, die Bewegung des Wissens, den Gegenstand aber, das Wissen als ruhige Einheit, oder als Ich, so sehen wir, daſs nicht nur für uns, sondern für das Wissen selbst, der Gegenstand dem Begriffe entspricht. — Oder auf die andere Weise, den Begriff das genannt, was der Gegenstand ansich ist, den Gegenstand aber das, was er als Gegenstand, oder für ein anderes ist, so erhellt, daſs das Ansichseyn, und das für ein anderes seyn dasselbe ist; denn das Ansich ist das Bewuſstseyn; es ist aber ebenso dasjenige, für welches ein anderes (das Ansich) ist; und es ist für es, daſs das Ansich des Gegenstandes, und das Seyn desselben für ein anderes dasselbe ist; Ich ist der Inhalt der Beziehung, und das Beziehen selbst; es ist es selbst gegen ein anderes, und greifft zugleich über diſs andre über, das für es ebenso nur es selbst ist.

167 Mit dem Selbstbewuſstseyn sind wir also nun in das einheimische Reich der Wahrheit eingetreten. Es ist zu sehen, wie die Gestalt des Selbstbewuſstseyns zunächst auftritt. Betrachten wir diese neue Gestalt des Wissens, das Wissen von sich selbst, im Verhältnisse zu dem Vorhergehenden, dem Wissen von einem Andern, so ist diſs zwar verschwunden; aber seine Momente haben sich zugleich eben so aufbewahrt; und der Verlust besteht darin, daſs sie hier vorhanden sind, wie sie an sich sind. Das Seyn der Meynung, die Einzelnheit und die ihr 1807 103 entgegengesetzte Allgemeinheit der Wahrnehmung, so wie das leere Innere des Verstandes, sind nicht mehr als Wesen sondern als Momente des Selbstbewuſstseyns, das heiſst als Abstractionen oder Unterschiede, welche für das Bewuſstseyn selbst zugleich nichtig, oder keine Unterschiede und rein verschwindende Wesen sind. Es scheint also nur das Hauptmoment selbst verloren gegangen zu seyn, nemlich das einfache selbstständige Bestehen für das Bewuſstseyn. Aber in der That ist das Selbstbewuſstseyn die Reflexion aus dem Seyn der sinnlichen und wahrgenommenen Welt, und wesentlich die Rückkehr aus dem Andersseyn. Es ist als Selbstbewuſstseyn Bewegung; aber indem es nur sich selbst als sich selbst von sich unterscheidet, so ist ihm der Unterschied, unmittelbar als ein Andersseyn aufgehoben; der Unterschied ist nicht, und es nur die bewegungslose Tavtologie des: Ich bin Ich; indem ihm der Unterschied nicht auch die Gestalt des Seyns hat, ist es nicht Selbstbewuſstseyn. Es ist hiemit für es das Andersseyn, als ein Seyn, oder als unterschiedenes Moment; aber es ist für es auch die Einheit seiner selbst mit diesem Unterschiede, als zweytes unterschiedenes Moment. Mit jenem ersten Momente ist das Selbstbewuſstseyn als Bewuſstseyn, und für es die ganze Ausbreitung der sinnlichen Welt erhalten; aber zugleich nur als auf das zweyte Moment, die Einheit des Selbstbewuſstseyns mit sich selbst, bezogen; und sie ist hiemit für es ein Bestehen, welches aber nur Erscheinung, oder 1807 104 Unterschied ist, der an sich kein Seyn hat. Dieser Gegensatz seiner Erscheinung und seiner Wahrheit hat aber nur die Wahrheit, nemlich die Einheit des Selbstbewuſstseyns mit sich selbst, zu seinem Wesen; diese muſs ihm wesentlich werden; das heiſst, es ist Begierde überhaupt. Das Bewuſstseyn hat als Selbstbewuſstseyn nunmehr einen gedoppelten Gegenstand, den einen, den unmittelbaren, den Gegenstand der sinnlichen Gewiſsheit, und des Wahrnehmens, der aber für es mit dem Charakter des negativen bezeichnet ist, und den zweyten, nemlich sich selbst, welcher das wahre Wesen, und zunächst nur erst im Gegensatze des ersten vorhanden ist. Das Selbstbewuſstseyn stellt sich hierin als die Bewegung dar, worin dieser Gegensatz aufgehoben, und ihm die Gleichheit seiner selbst mit sich wird.

168 Der Gegenstand, welcher für das Selbstbewuſstseyn das negative ist, ist aber seinerseits für uns oder an sich ebenso in sich zurückgegangen als das Bewuſstseyn andererseits. Er ist durch diese Reflexion in sich Leben geworden. Was das Selbstbewuſstseyn als seyend von sich unterscheidet, hat auch insofern, als es seyend gesetzt ist, nicht bloſs die Weise der sinnlichen Gewiſsheit und der Wahrnehmung an ihm, sondern es ist in sich reflectirtes Seyn, und der Gegenstand der unmittelbaren Begierde ist ein Lebendiges. Denn das Ansich, oder das allgemeine Resultat des Verhältnisses des Verstandes zu dem 1807 105 Innern der Dinge, ist das Unterscheiden des Nichtzuunterscheidenden, oder die Einheit des Unterschiednen. Diese Einheit aber ist ebensosehr, wie wir gesehen, ihr Abstoſsen von sich selbst, und dieser Begriff entzweyt sich in den Gegensatz des Selbstbewuſstseyns und des Lebens; jenes die Einheit, für welche die unendliche Einheit der Unterschiede ist; dieses aber ist nur diese Einheit selbst, so daſs sie nicht zugleich für sich selbst ist. So selbstständig also das Bewuſstseyn, ebenso selbstständig ist ansich sein Gegenstand. Das Selbstbewuſstseyn, welches schlechthin fürsich ist, und seinen Gegenstand unmittelbar mit dem Charakter des negativen bezeichnet, oder zunächst Begierde ist, wird daher vielmehr die Erfahrung der Selbständigkeit desselben machen.

169 Die Bestimmung des Lebens, wie sie sich aus dem Begriffe oder dem allgemeinen Resultate ergibt, mit welchem wir in diese Sphäre eintreten, ist hinreichend es zu bezeichnen, ohne daſs seine Natur weiter daraus zu entwickeln wäre; ihr Kreis beschlieſst sich in folgenden Momenten. Das Wesen ist die Unendlichkeit als das Aufgehobenseyn aller Unterschiede, die reine achsendrehende Bewegung, die Ruhe ihrer selbst als absolutunruhigen Unendlichkeit; die Selbstständigkeit selbst, in welcher die Unterschiede der Bewegung aufgelöst sind; das einfache Wesen der Zeit, das in dieser Sichselbstgleichheit die gediegene Gestalt des Raumes hat. Die 1807 106 Unterschiede sind aber an diesem einfachen allgemeinen Medium ebensosehr, als Unterschiede; denn diese allgemeine Flüssigkeit hat ihre negative Natur, nur indem sie ein Aufheben derselben ist; aber sie kann die unterschiednen nicht aufheben, wenn sie nicht ein Bestehen haben. Ebendiese Flüssigkeit ist als die sichselbstgleiche Selbstständigkeit, selbst das Bestehen, oder die Substanz derselben, worin sie also als unterschiedene Glieder und fürsichseyende Theile sind. Das Seyn hat nicht mehr die Bedeutung der Abstraction des Seyns, noch ihre reine Wesenheit, der Abstraction der Allgemeinheit; sondern ihr Seyn ist eben jene einfache flüssige Substanz der reinen Bewegung in sich selbst. Der Unterschied dieser Glieder gegeneinander aber als Unterschied besteht überhaupt in keiner anderer Bestimmtheit, als der Bestimmtheit der Momente der Unendlichkeit oder der reinen Bewegung selbst.

170 Die selbststandigen Glieder sind fürsich; dieses Fürsichseyn ist aber vielmehr ebenso unmittelbar ihre Reflexion in die Einheit, als diese Einheit die Entzweyung in die selbstständigen Gestalten ist. Die Einheit ist entzweyt, weil sie absolut negative oder unendliche Einheit ist; und weil sie das Bestehen ist, so hat auch der Unterschied Selbstständigkeit nur an ihr. Diese Selbständigkeit der Gestalt erscheint als ein bestimmtes, für anderes, denn sie ist ein entzweytes; und das Aufheben der Entzweyung geschieht insofern durch ein anderes. 1807 107 Aber es ist ebensosehr an ihr selbst; denn eben jene Flüssigkeit ist die Substanz der selbstständigen Gestalten; diese Substanz aber ist unendlich; die Gestalt ist darum in ihrem Bestehen selbst die Entzweyung, oder das Aufheben ihres Fürsichseyns.

171 Unterscheiden wir die hierin enthaltenen Momente näher, so sehen wir, daſs wir zum ersten Momente das Bestehen der selbstständigen Gestalten; oder die Unterdrückung dessen haben, was das unterscheiden an sich ist, nemlich nicht an sich zu seyn und kein Bestehen zu haben. Das zweyte Moment aber ist die Unterwerfung jenes Bestehens unter die Unendlichkeit des Unterschiedes. Im ersten Momente ist die bestehende Gestalt; als fürsichseyend, oder in ihrer Bestimmtheit unendliche Substanz tritt sie gegen die allgemeine Substanz auf, verläugnet diese Flüssigkeit und Continuität mit ihr und behauptet sich als nicht in diesem Allgemeinen aufgelöst, sondern vielmehr als durch die Absonderung von dieser ihrer unorganischen Natur, und durch das Aufzehren derselben sich erhaltend. Das Leben in dem allgemeinen flüssigen Medium, ein ruhiges auseinanderlegen des Gestaltens wird eben dadurch zur Bewegung derselben, oder zum Leben als Proceſs. Die einfache allgemeine Flüssigkeit ist das Ansich, und der Unterschied der Gestalten, das Andere. Aber diese Flässigkeit wird selbst durch diesen Unterschied das Andere; denn sie ist itzt für den Unterschied, welcher an und für sich selbst, und daher 1807 108 die unendliche Bewegung ist, von welcher jenes ruhige Medium aufgezehrt wird, das Leben als Lebendiges. — Diese Verkehrung aber ist darum wieder die Verkehrtheit an sich selbst; was aufgezehrt wird, ist das Wesen; die auf Kosten des Allgemeinen sich erhaltende, und das Gefühl ihrer Einheit mit sich selbst sich gebende Individualität hebt gerade damit ihren Gegensatz des Andern, durch welchen sie für sich ist, auf; die Einheit mit sich selbst, welche sie sich gibt, ist gerade die Flüssigkeit der Unterschiede, oder die allgemeine Auflösung. Aber umgekehrt ist das Aufheben des individuellen Bestehens ebenso das Erzeugen desselben. Denn da das Wesen der individuellen Gestalt, das allgemeine Leben, und das für sich seyende an sich einfache Substanz ist, so hebt es, indem es das Andre in sich setzt, diese seine Einfachheit, oder sein Wesen auf, d. h. es entzweyt sie, und diſs Entzweyen der unterschiedslosen Flüssigkeit ist eben das Setzen der Individualität. Die einfache Substanz des Lebens also ist die Entzweyung ihrer selbst in Gestalten, und zugleich die Auflösung dieser bestehenden Unterschiede; und die Auflösung der Entzweyung ist ebensosehr Entzweyen oder ein Gliedern. Es fallen damit die beyden Seiten der ganzen Bewegung, welche unterschieden wurden, nemlich die in dem allgemeinen Medium der Selbstständigkeit ruhig auseinandergelegte Gestaltung, und der Proceſs des Lebens ineinander; der letztere ist eben so sehr Gestaltung, als er das Aufheben der Gestalt 1807 109 ist; und das erste, die Gestaltung ist eben so sehr ein Aufheben, als sie die Gliederung ist. Das flüssige Element ist selbst nur die Abstraction des Wesens, oder es ist nur als Gestalt wirklich; und daſs es sich gliedert, ist wieder ein Entzweyen des Gegliederten, oder ein Auflösen desselben. Dieser ganze Kreislauff macht das Leben aus, weder das, was zuerst ausgesprochen wird, die unmittelbare Continuität und Gediegenheit seines Wesens, noch die bestehende Gestalt und das für sich seyende Discrete, noch der reine Proceſs derselben, noch auch das einfache zusammenfassen dieser Momente, sondern das sich entwickelnde, und seine Entwicklung auflösende und in dieser Bewegung sich einfach erhaltende Ganze.

172 Indem von der ersten unmittelbaren Einheit ausgegangen, und durch die Momente der Gestaltung und des Processes hindurch zur Einheit dieser beyden Momente, und damit wieder zur ersten einfachen Substanz zurückgekehrt wird, so ist diese reflectirte Einheit eine andere, als die erste. Gegen jene unmittelbare, oder als ein Seyn ausgesprochene, ist diese zweyte, die allgemeine, welche alle diese Momente als aufgehobne in ihr hat. Sie ist die einfache Gattung, welche in der Bewegung des Lebens selbst nicht für sich als diſs einfache existirt; sondern in diesem Resultate verweist das Leben auf ein anderes, als es ist, nemlich auf das Bewuſstseyn, für welches es als diese Einheit, oder als Gattung, ist.

1807 110

173 Diſs andere Leben aber, für welches die Gattung als solche und welches für sich selbst Gattung ist, das Selbstbewuſstseyn, ist sich zunächst nur als dieses einfache Wesen, und hat sich als reines Ich zum Gegenstande; in seiner Erfahrung, die nun zu betrachten ist, wird sich ihm dieser abstracte Gegenstand bereichern, und die Entfaltung erhalten, welche wir an dem Leben gesehen haben.

174 Das einfache Ich ist diese Gattung oder das einfache allgemeine, für welches die Unterschiede keine sind, nur, indem es negatives Wesen der gestalteten selbstständigen Momente ist; und das Selbstbewuſstseyn hiemit seiner selbst nur gewiſs, durch das Aufheben dieses andern, das sich ihm als selbstständiges Leben darstellt; es ist Begierde. Der Nichtigkeit dieses andern gewiſs setzt es für sich dieselbe als seine Wahrheit, vernichtet den selbstständigen Gegenstand und gibt sich dadurch die Gewiſsheit seiner selbst, als wahre Gewiſsheit, als solche, welche ihm selbst auf gegenständliche Weise geworden ist.

175 In dieser Befriedigung aber macht es die Erfahrung von der Selbstständigkeit seines Gegenstandes. Die Begierde und die in ihrer Befriedigung erreichte Gewiſsheit seiner selbst ist bedingt durch ihn, denn sie ist durch Aufheben dieses Andern; daſs diſs Aufheben sey, muſs diſs Andere seyn. Das Selbstbewuſstseyn vermag also durch seine negative Beziehung, ihn nicht aufzuheben; es erzeugt ihn darum vielmehr wieder, so wie die Begierde. Es ist in der 1807 111 That ein anderes, als das Selbstbewuſstseyn, das Wesen der Begierde; und durch diese Erfahrung ist ihm selbst diese Wahrheit geworden. Zugleich aber ist es ebenso absolut für sich, und ist diſs nur durch aufneben des Gegenstandes, und es muſs ihm seine Befriedigung werden, denn es ist die Wahrheit. Um der Selbstständigkeit des Gegenstandes willen kann es daher zur Befriedigung nur gelangen, indem dieser selbst die Negation an ihm vollzieht; und er muſs diese Negation seiner selbst an sich vollziehen, denn er ist an sich das negative, und muſs für das andre seyn, was er ist. Indem er die Negation an sich selbst ist, und darin zugleich selbstständig ist, ist er Bewuſstseyn. An dem Leben, welches der Gegenstand der Begierde ist, ist die Negation entweder an einem andern, nemlich an der Begierde, oder als Bestimmtheit gegen eine andere gleichgültige Gestalt, oder als seine unorganische allgemeine Natur. Diese allgemeine selbstständige Natur aber an der die Negation als absolute ist, ist die Gattung als solche, oder als Selbstbcwuſstseyn. Das Selbstbewuſstseyn erreicht seine Befriedigung nur in einem andern Selbstbewuſstseyn.

176 In diesen drey Momenten ist erst der Begriff des Selbstbewuſstseyns vollendet; a) reines ununterschiedenes Ich ist sein erster unmittelbarer Gegenstand. b) Diese Unmittelbarkeit ist aber selbst absolute Vermittlung, sie ist nur als Aufheben des selbstständigen Gegenstandes, oder sie ist Begierde. Die 1807 112 Befriedigung der Begierde ist zwar die Reflexion des Selbstbewuſstseyns in sich selbst, oder die zur Wahrheit gewordene Gewiſsheit. c) Aber die Wahrheit derselben ist vielmehr die gedoppelte Reflexion, die Verdopplung des Selbstbewuſstseyns. Es ist ein Gegenstand für das Bewuſstseyn, welcher an sich selbst sein Andersseyn oder den Unterschied als einen nichtigen setzt, und darin selbstständig ist. Die unterschiedene nur lebendige Gestalt hebt wohl im Processe des Lebens selbst auch ihre Selbstständigkeit auf, aber sie hört mit ihrem Unterschiede auf, zu seyn, was sie ist; der Gegenstand des Selbstbewuſstseyns ist aber ebenso selbstständig in dieser Negativität seiner selbst; und damit ist er für sich selbst Gattung, allgemeine Flüssigkeit in der Eigenheit seiner Absonderung; er ist lebendiges Selbstbewuſstseyn.

177 Es ist ein Selbstbewuſstseyn für ein Selbstbewuſstseyn. Erst hiedurch ist es in der That; denn erst hierin wird für es die Einheit seiner selbst in seinem Andersseyn; Ich, das der Gegenstand seines Begriffs ist, ist in der That nicht Gegenstand; der Gegenstand der Begierde aber ist nur selbstständig, denn er ist die allgemeine unvertilgbare Substanz, das flüssige sichselbstgleiche Wesen. Indem ein Sebstbewuſstseyn der Gegenstand ist, ist er ebenso wohl Ich, wie Gegenstand. — Hiemit ist schon der Begriff des Geistes für uns vorhanden. Was für das Bewuſstseyn weiter wird, ist die Erfahrung, was der 1807 113 Geist ist, diese absolute Substanz, welche in der vollkommenen Freyheit und Selbstständigkeit ihres Gegensatzes, nemlich verschiedener für sich seyender Selbstbewuſstseyn, die Einheit derselben ist; Ich, das Wir, und Wir, das Ich ist. Das Bewuſstseyn hat erst in dem Selbstbewuſstseyn, als dem Begriffe des Geistes, seinen Wendungspunkt, auf dem es aus dem farbigten Scheine des sinnlichen Disseits, und aus der leeren Nacht des übersinnlichen Jenseits in den geistigen Tag der Gegenwart einschreitet.

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A. Selbstständigkeit und Unselbstständigkeit des Selbstbewuſstseyns; Herrschafft und Knechtschafft.

178 Das Selbstbewuſstseyn ist an und für sich, indem, und dadurch, daſs es für ein anderes an und für sich ist; d. h. es ist nur als ein Anerkanntes. Der Begriff dieser seiner Einheit in seiner Verdopplung, der sich im Selbstbewuſstseyn realisirenden Unendlichkeit, ist eine vielseitige und vieldeutige Verschränkung, so daſs die Momente derselben theils genau auseinandergehalten, theils in dieser Unterscheidung zugleich auch als nicht unterschieden, oder immer in ihrer entgegengesetzten Bedeutung genommen und erkannt werden müssen. Die Doppelsinnigkeit des unterschiedenen liegt in dem Wesen des Selbstbewuſstseyns, unendlich, oder unmittelbar das Gegentheil der Bestimmtheit, in der es gesetzt ist, zu seyn. Die Auseinanderlegung des Begriffs dieser geistigen Einheit in ihrer Verdopplung stellt uns die Bewegung des Anerkennens dar.

179 Es ist für das Selbstbewuſstseyn ein anderes Selbstbewuſstseyn; es ist auſser sich gekommen. 1807 115 Diſs hat die gedoppelte Bedeutung, erstlich, es hat sich selbst verloren, denn es findet sich als ein anderes Wesen; zweytens, es hat damit das Andere aufgehoben, denn es sicht auch nicht das andere als Wesen, sondern sich selbst im andern.

180 Es muſs diſs sein andersseyn aufheben; diſs ist das Aufheben des ersten Doppelsinnes, und darum selbst ein zweyter Doppelsinn; erstlich, es muſs darauf gehen, das andere selbstständige Wesen aufzuheben, um dadurch seiner als des Wesens gewiſs zu werden; zweytens geht es hiemit darauf, sich selbst aufzuheben, denn diſs andere ist es selbst.

181 Diſs doppelsinnige Aufheben seines doppelsinnigen Andersseyns ist ebenso eine doppelsinnige Rückkehr in sich selbst; denn erstlich erhält es durch das Aufheben sich selbst zurück; denn es wird sich wieder gleich durch das Aufheben seines Andersseyns; zweytens aber gibt es das andere Selbstbewuſstseyn ihm wieder ebenso zurück, denn es war sich im andern, es hebt diſs sein Seyn im andern auf, entläſst also das andere wieder frey.

182 Diese Bewegung des Selbstbewuſstseyns in der Beziehung auf ein anderes Selbstbewuſstseyn ist aber auf diese Weise vorgestellt worden, als das Thun des Einen; aber dieses Thun des einen hat selbst die gedoppelte Bedeutung, ebensowohl sein Thun als das Thun des Andern zu seyn; denn das andere ist ebenso selbstständig, in sich beschlossen, und es ist nichts in ihm, was nicht durch es selbst ist. Das erste 1807 116 hat den Gegenstand nicht vor sich, wie er nur für die Begierde zunächst ist, sondern einen für sich seyenden selbstständigen, über welchen es darum nichts für sich vermag, wenn er nicht an sich selbst diſs thut, was es an ihm thut. Die Bewegung ist also schlechthin die gedoppelte beyder Selbstbewuſstseyn. Jedes sieht das andre dasselbe thun, was es thut; jedes thut selbst, was es an das andre fodert; und thut darum was es thut, auch nur insofern als das andre dasselbe thut; das einseitige Thun wäre unnütz; weil, was geschehen soll, nur durch beyde zu Stande kommen kann.

183 Das Thun ist also nicht nur insofern doppelsinnig, als es ein Thun ebensowohl gegen sich als gegen das andre, sondern auch insofern, als es ungetrennt ebensowohl das Thun des Einen als des Andern ist.

184 In dieser Bewegung sehen wir sich den Proceſs wiederholen, der sich als Spiel der Kräffte darstellte, aber im Bewuſstseyn. Was in jenem für uns war, ist hier für die Extreme selbst. Die Mitte ist das Selbstbewuſstseyn, welches sich in die Extreme zersetzt, und jedes Extrem ist diese Austauschung seiner Bestimmtheit, und absoluter Uebergang in das entgegengesetzte. Als Bewuſstseyn aber kommt es wohl auſser sich, jedoch ist es in seinem auſsersichseyn zugleich in sich zurückgehalten, für sich, und sein Auſsersich ist für es. Es ist für es, daſs es unmittelbar anderes Bewuſstseyn ist, und 1807 117 nicht ist; und ebenso, daſs diſs Andere nur für sich ist, indem es sich als für sich seyendes aufhebt, und nur im Fürsichseyn des andern für sich ist. Jedes ist dem andern die Mitte, durch welche jedes sich mit sich selbst vermittelt und zusammenschlieſst, und jedes sich und dem andern unmittelbares für sich seyendes Wesen, welches zugleich nur durch diese Vermittlung so für sich ist. Sie anerkennen sich, als gegenseitig sich anerkennend.

185 Dieser reine Begriff des Anerkennens, der Verdopplung des Selbstbewuſstseyns in seiner Einheit, ist nun zu betrachten, wie sein Proceſs für das Selbstbewuſstseyn erscheint. Er wird zuerst die Seite der Ungleichheit beyder darstellen, oder das Heraustreten der Mitte in die Extreme, welche als Extreme sich entgegengesetzt, und das eine nur anerkanntes, der andre nur anerkennendes ist.

186 Das Selbstbewuſstseyn ist zunächst einfaches Fürsichseyn, sichselbstgleich durch das Ausschlieſsen alles andern aus sich; sein Wesen und absoluter Gegenstand ist ihm Ich; und es ist in dieser Unmittelbarkeit, oder in diesem Seyn seines Fürsichseyns, Einzelnes. Was anderes für es ist, ist als unwesentlicher, mit dem Charakter des negativen bezeichneter Gegenstand. Aber das Andre ist auch ein Selbstbewuſstseyn; es tritt ein Individuum, einem Individuum gegenüber auf. So unmittelbar auftretend sind sie für einander in der Weise gen einer Gegenstände; selbstständige Gestalten, in das Seyn 1807 118 des Lebens, — denn als Leben hat sich hier der seyende Gegenstand bestimmt — versenkte Bewuſstseyn, welche für einander die Bewegung der absoluten Abstraction, alles unmittelbare Seyn zu vertilgen, und nur das rein negative Seyn des sichselbstgleichen Bewuſstseyns zu seyn, noch nicht vollbracht, oder sich einander noch nicht als reines Fürsichseyn, das heiſst, als Selbstbewuſstseyn dargestellt haben. Jedes ist wohl seiner selbst gewiſs, aber nicht des andern, und darum hat seine eigne Gewiſsheit von sich noch keine Wahrheit; denn seine Wahrheit wäre nur, daſs sein eignes Fürsichseyn, sich ihm als selbstständiger Gegenstand, oder, was dasselbe ist, der Gegenstand sich als diese reine Gewiſsheit seiner selbst dargestellt hätte. Diſs aber ist nach dem Begriffe des Anerkennens nicht möglich, als daſs wie der andere für ihn, so er für den andern, jeder an sich selbst durch sein eigenes Thun, und wieder durch das Thun des andern, diese reine Abstraction des Fürsichseyns vollbringt.

187 Die Darstellung seiner aber als der reinen Abstraction des Selbstbewuſstseyns besteht darin, sich als reine Negation seiner gegenständlichen Weise zu zeigen, oder es zu zeigen, an kein bestimmtes Daseyn geknüpft, an die allgemeine Einzelnheit des Daseyns überhaupt nicht, nicht an das Leben geknüpft zu seyn. Diese Darstellung ist, das gedoppelte Thun; Thun des andern, und Thun durch sich selbst. Insofern es Thun des andern ist, geht also jeder auf 1807 119 den Tod des andern. Darin aber ist auch das zweyte, das Thun durch sich selbst, vorhanden; denn jenes schlieſst das daransetzen des eignen Lebens in sich. Das Verhältniſs beyder Selbstbewuſstseyn ist also so bestimmt, daſs sie sich selbst und einander durch den Kampf auf Leben und Tod bewähren. — Sie müssen in diesen Kampf gehen, denn sie müssen die Gewiſsheit ihrer selbst, für sich zu seyn, zur Wahrheit an dem andern, und an ihnen selbst erheben. Und es ist allein das daransetzen des Lebens, wodurch die Freyheit, wodurch es bewährt wird, daſs dem Selbstbewuſstseyn nicht das Seyn, nicht die unmittelbare Weise, wie es auftritt, nicht sein Versenktseyn in die Ausbreitung des Lebens, — das Wesen, sondern daſs an ihm nichts vorhanden, was für es nicht verschwindendes Moment wäre, daſs es nur reines Fürsichseyn ist. Das Individuum, welches das Leben nicht gewagt hat, kann wohl als Person anerkannt werden; aber es hat die Wahrheit dieses Anerkanntseyns als eines selbstständigen Selbstbewuſstseyns nicht erreicht. Ebenso muſs jedes auf den Tod des andern gehen, wie es sein Leben daransetzt; denn das Andre gilt ihm nicht mehr als es selbst; sein Wesen stellt sich ihm als ein Andres dar, es ist auſser sich; es muſs sein Auſsersichseyn aufheben; das Andre ist mannichfaltig befangenes und seyendes Bewuſstseyn; es muſs sein Andersseyn als reines Fürsichseyn oder als absolute Negation anschauen.

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188 Diese Bewährung aber durch den Tod hebt eben so die Wahrheit, welche daraus hervorgehen sollte, als damit auch die Gewiſsheit seiner selbst überhaupt auf; denn wie das Leben die natürliche Position des Bewuſstseyns, die Selbstständigkeit ohne die absolute Negativität, ist, so ist er die natürliche Negation desselben, die Negation ohne die Selbständigkeit, welche also ohne die geforderte Bedeutung des Anerkennens bleibt. Durch den Tod ist zwar die Gewiſsheit geworden, daſs beyde ihr Leben wagten, und es an ihnen und an dem andern verachteten; aber nicht für die, welche diesen Kampf bestanden, Sie heben ihr in dieser fremden Wesenheit, welches das natürliche Daseyn ist, gesetztes Bewuſstseyn, oder sie heben sich, und werden, als die für sich seyn wollenden Extreme aufgehoben. Es verschwindet aber damit aus dem Spiele des Wechsels das wesentliche Moment, sich in Extreme entgegengesetzter Bestimmtheiten zu zersetzen; und die Mitte fällt in eine todte Einheit zusammen, welche in todte, bloſs seyende, nicht entgegengesetzte Extreme zersetzt ist; und die beyden geben und empfangen sich nicht gegenseitig von einander durch das Bewuſstseyn zurück, sondern lassen einander nur gleichgültig, als Dinge, frey. Ihre That ist die abstracte Negation, nicht die Negation des Bewuſstseyns, welches so aufhebt, daſs es das aufgehobene auftewahrt und erhält, und hiemit sein Aufgehobenwerden überlebt.

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189 In dieser Erfahrung wird es dem Selbstbewuſstseyn, daſs ihm das Leben so wesentlich als das reine Selbstbewuſstseyn ist. Im unmittelbaren Selbstbewuſstseyn ist das einfache Ich der absolute Gegenstand, welcher aber für uns oder an sich die absolute Vermittlung ist, und die bestehende Selbstständigkeit zum wesentlichen Momente hat. Die Auflösung jener einfachen Einheit ist das Resultat der ersten Erfahrung; es ist durch sie ein reines Selbstbewuſstseyn, und ein Bewuſstseyn gesetzt, welches nicht rein für sich, sondern für ein anderes, das heiſst, als seyendes Bewuſstseyn oder Bewuſstseyn in der Gestalt der Dingheit ist. Beyde Momente sind wesentlich; — da sie zunächst ungleich und entgegengesetzt sind, und ihre Reflexion in die Einheit sich noch nicht ergeben hat, so sind sie als zwey entgegengesetzte Gestalten des Bewuſstseyns; die eine das selbstständige, welchem das Fürsichseyn, die andere das unselbstständige, dem das Leben oder das Seyn für ein anderes, das Wesen ist; jenes ist der Herr, diſs der Knecht.

190 Der Herr ist das für sich seyende Bewuſstseyn, aber nicht mehr nur der Begriff desselben, sondern für sich seyendes Bewuſstseyn, welches durch ein anderes Bewuſstseyn mit sich vermittelt ist, nemlich durch ein solches, zu dessen Wesen es gehört, daſs es mit selbststäntligem Seyn oder der Dingheit überhaupt synthesirt ist. Der Herr bezieht sich auf diese beyden Momente, auf ein Ding, als solches, 1807 122 den Gegenstand der Begierde, und auf das Bewuſstseyn, dem die Dingheit das wesentliche ist; und, indem er a) als Begriff des Selbstbewuſstseyns, unmittelbare Beziehung des Fürsichseyns ist, aber b) nunmehr zugleich als Vermittlung, oder als ein Fürsichseyn, welches nur durch ein anderes für sich ist, so bezieht er sich a) unmittelbar auf beyde, und b) mittelbar auf jedes durch das andere. Der Herr bezieht sich auf den Knecht mittelbar durch das selbststandige Seyn; denn eben hieran ist der Knecht gehalten; es ist seine Kette, von der er im Kampfe nicht abstrahiren konnte, und darum sich als unselbstständig, seine Selbstständigkeit in der Dingheit zu haben, erwies. Der Herr aber ist die Macht über diſs Seyn, denn er erwies im Kampfe, daſs es ihm nur als ein negatives gilt; indem er die Macht darüber, diſs Seyn aber die Macht über den Andern ist, so hat er in diesem Schlusse diesen andern unter sich. Ebenso bezieht sich der Herr mittelbar durch den Knecht auf das Ding; der Knecht bezieht sich als Selbstbewuſstseyn überhaupt, auf das Ding auch negativ und hebt es auf; aber es ist zugleich selbstständig für ihn, und er kann darum durch sein Negiren nicht bis zur Vernichtung mit ihm fertig werden, oder er bearbeitet es nur. Dem Herrn dagegen wird durch diese Vermittlung die unmittelbare Beziehung als die reine Negation desselben, oder der Genuſs; was der Begierde nicht gelang, gelingt ihm, damit fertig zu werden, und im Genusse sich zu 1807 123 befrietligen. Der Begierde gelang diſs nicht wegen der Selbstständigkeit des Dinges; der Herr aber, der den Knecht zwischen es und sich eingeschoben, schlieſst sich dadurch nur mit der Unselbstständigkeit des Dinges zusammen, und genieſst es rein; die Seite der Selbstständigkeit aber überläſst er dem Knechte, der es bearbeitet.

191 In diesen beyden Momenten wird für den Herrn sein Anerkanntseyn durch ein anderes Bewuſstseyn; denn dieses setzt sich in ihnen als unwesentliches, einmal in der Bearbeitung des Dings, das anderemal in der Abhängigkeit von einem bestimmten Daseyn; in beyden kann es nicht über das Seyn Meister werden und zur absoluten Negation gelangen. Es ist also hierin diſs Moment des Anerkennens vorhanden, daſs das andere Bewuſstseyn sich als Fürsichseyn aufhebt, und hiemit selbst das thut, was das erste gegen es thut. Ebenso das andere Moment, daſs diſs Thun des Zweyten das eigne Thun des ersten ist; denn, was der Knecht thut, ist eigentlich Thun des Herrn; diesem ist nur das Fürsichseyn, das Wesen; er ist die reine negative Macht, der das Ding Nichts ist, und also das reine wesentliche Thun in diesem Verhältnisse; der Knecht aber ein nicht reines, sondern unwesentliches Thun. Aber zum eigentlichen Anerkennen fehlt das Moment, daſs was der Herr gegen den andern thut, er auch gegen sich selbst, und was der Knecht gegen sich, er auch gegen den andern thue. Es ist 1807 124 dadurch ein einseitiges und ungleiches Anerkennen entstanden.

192 Das unwesentliche Bewuſstseyn ist hierin für den Herrn der Gegenstand, welcher die Wahrheit der Gewiſsheit seiner selbst ausmacht. Aber es erhellt, daſs dieser Gegenstand seinem Begriffe nicht entspricht, sondern daſs darin, worin der Herr sich vollbracht hat, ihm vielmehr ganz etwas anderes geworden, als ein selbstständiges Bewuſstseyn. Nicht ein solches ist für ihn, sondern vielmehr ein unselbstständiges; er also nicht des Fürsichseyns, als den Wahrheit gewiſs, sondern seine Wahrheit ist vielmehr das unwesentliche Bewuſstseyn, und das unwesentliche Thun desselben.

193 Die Wahrheit des selbstständigen Bewuſstseyns ist demnach das knechtische Bewuſstseyn. Dieses erscheint zwar zunächst auſser sich und nicht als die Wahrheit des Selbstbewuſstseyn. Aber wie die Herrschafft zeigte, daſs ihr Wesen das verkehrte dessen ist, was sie seyn will, so wird auch wohl die Knechtschafft vielmehr in ihrer Vollbringung zum Gegentheile dessen werden, was sie unmittelbar ist; sie wird als in sich zurückgedrängtes Bewuſstseyn in sich gehen, und zur wahren Selbstständigkeit sich umkehren.

194 Wir sahen nur, was die Knechtschafft im Verhältnisse der Herrschafft ist. Aber sie ist Selbstbewuſstseyn, und was sie hienach an und für sich selbst ist, ist nun zu betrachten. Zunächst ist für die 1807 125 Knechtschafft der Herr das Wesen; also das selbststandige für sich seyende Bewuſstseyn ist ihr die Wahrheit, die jedoch für sie noch nicht an ihr ist. Allein sie hat diese Wahrheit der reinen Negativität und des Fürsichseyns in der That an ihr selbst; denn sie hat dieses Wesen an ihr erfahren. Diſs Bewuſstseyn hat nemlich nicht um dieses oder jenes, noch für diesen oder jenen Augenblick Angst gehabt, sondern um sein ganzes Wesen; denn es hat die Furcht des Todes, des absoluten Herrn, empfunden. Es ist darin innerlich aufgelöst worden, hat durchaus in sich selbst erzittert, und alles fixe hat in ihm gebebt. Diese reine allgemeine Bewegung, das absolute flüssigwerden alles Bestehens ist aber das einfache Wesen des Selbstbewuſstseyns, die absolute Negativität, das reine Fürsichseyn, das hiemit an diesem Bewuſstseyn ist. Diſs Moment des reinen Fürsichseyn ist auch für es, denn im Herrn ist es ihm sein Gegenstand. Es ist ferner nicht nur diese allgemeine Auflösung überhaupt, sondern im Dienen vollbringt es sie wirklich; es hebt darin in allen einzelnen Momenten seine Anhänglichkeit an natürliches Daseyn auf, und arbeitet dasselbe hinweg.

195 Das Gefuhl der absoluten Macht aber überhaupt, und im einzelnen des Dienstes ist nur die Auflösung an sich, und ob zwar die Furcht des Herrn der Anfang der Wei heit ist, so ist das Bewuſstseyn darin für es selbst, nicht das fürsichseyn. Durch die Arbeit kömmt es aber zu sich selbst. In dem Momente, 1807 126 welches der Begierde im Bewuſstseyn des Herrn entspricht, schien dem dienenden Bewuſstseyn zwar die Seite der unwesentlichen Beziehung auf das Ding zugefallen zu seyn, indem das Ding darin seine Selbstständigkeit behält. Die Begierde hat sich das reine Negiren des Gegenstandes, und dadurch das unvermischte Selbstgefühl vorbehalten. Diese Befriedigung ist aber deſswegen selbst nur ein Verschwinden, denn es fehlt ihr die gegenständliche Seite oder das Bestehen. Die Arbeit hingegen ist gehemmte Begierde, aufgehaltenes Verschwinden, oder sie bildet. Die negative Beziehung auf den Gegenstand wird zur Form desselben, und zu einem bleibenden; weil eben dem arbeitenden der Gegenstand Selbstständigkeit hat. Diese negative Mitte oder das formirende Thun, ist zugleich die Einzelnheit oder das reine Fürsichseyn des Bewuſstseyns, welches nun in der Arbeit auſser es in das Element des Bleibens tritt; das arbeitende Bewuſstseyn kommt also hiedurch zur Anschauung des selbstständigen Seyns, als seiner selbst.

196 Das Formiren hat aber nicht nur diese positive Bedeutung, daſs das dienende Bewuſstseyn sich darin als reines Fürsichseyn zum Seyenden wird; sondern auch die negative, gegen sein erstes Moment, die Furcht. Denn in dem Bilden des Dinges wird ihm die eigne Negativität, sein Fürsichseyn, nur dadurch zum Gegenstande, daſs es die entgegengesetzte seyende Form aufhebt. Aber diſs gegenständliche Negative ist gerade das fremde Wesen, vor welchem es 1807 127 gezittert hat. Nun aber zerstört es diſs fremde Negative, setzt sich als ein solches in das Element des Bleibens; und wird hiedurch für sich selbst, ein für sich seyendes. Im Herrn ist ihm das Fürsichseyn ein underes oder nur für es; in der Furcht ist das Fürsichseyn an ihm selbst; in dem Bilden wird das Fürsichseyn als sein eignes für es, und es kömmt zum Bewuſstseyn, daſs es selbst an und für sich ist. Die Form wird dadurch, daſs sie hinausgesetzt wird, ihm nicht ein anderes als es; denn eben sie ist sein reines Fürsichseyn, das ihm darin zur Wahrheit wird. Es wird also durch diſs Wiederfinden seiner durch sich selbst eigner Sinn, gerade in der Arbeit, worin es nur fremder Sinn zu seyn schien. — Es sind zu dieser Reflexion die beyden Momente, der Furcht und des Dienstes überhaupt, so wie des Bildens nothwendig, und zugleich beyde auf eine allgemeine Weise. Ohne die Zucht des Dienstes und Gehorsams bleibt die Furcht beym formellen stehen, und verbreitet sich nicht über die bewuſste Wirklichkeit des Daseyns. Ohne das Bilden bleibt die Furcht innerlich und stumm, und das Bewuſstseyn wird nicht für es selbst. Formirt das Bewuſstseyn ohne die erste absolute Furcht, so ist es nur ein eitler eigner Sinn; denn seine Form oder Negativität ist nicht die Negativität an sich; und sein Formiren kann ihm daher nicht das Bewuſstseyn seiner als des Wesens geben. Hat es nicht die absolute Furcht, sondern nur einige Angst ausgestanden, so ist das negative Wesen ihm ein 1807 128 äuſserliches geblieben, seine Substanz ist von ihm nicht durch und durch angesteckt. Indem nicht alle Erfüllungen seines natürlichen Bewuſstseyns wankend geworden, gehört es an sich noch bestimmtem Seyn an; der eigne Sinn ist Eigensinn, eine Freyheit, welche noch innerhalb der Knechtschafft stehen bleibt. So wenig ihm die reine Form zum Wesen werden kann, so wenig ist sie, als Ausbreitung über das einzelne betrachlet, allgemeines Bilden, absoluter Begriff, sondern eine Geschicklichkeit, welche nur über einiges, nicht über die allgemeine Macht und das ganze gegenständliche Wesen mächtig ist.

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B. Freyheit des Selbstbewuſstseyns; Stoicismus, Skepticismus, und das unglückliche Bewuſstseyn.

197 Dem selbstständigen Selbstbewuſstseyn ist einestheils nur die reine Abstraction des Ich sein Wesen, und anderntheils, indem sie sich ausbildet und sich Unterschiede gibt, wird diſs Unterscheiden ihm nicht zum gegenständlichen ansichseyenden Wesen; diſs Selbstbewuſstseyn wird also nicht ein in seiner Einfachheit sich wahrhafft unterscheidendes, oder in dieser absoluten Unterscheidung sich gleichbleibendes Ich. Das in sich zurückgedrängte Bewuſstseyn hingegen wird sich im Formiren als Form der gebildeten Dinge zum Gegenstande, und an dem Herrn schaut es das Fürsichseyn zugleich als Bewuſstseyn an. Aber dem dienenden Bewuſstseyn als solchem fallen diese beyden Momente, — seiner selbst als selbstständigen Gegenstandes, und dieses Gegenstandes als eines Bewuſstseyns, und hiemit seines eigenen Wesens auseinander. Indem aber für uns oder an sich die Form und das Fürsichseyn dasselbe ist, und im 1807 130 Begriffe des selbstständigen Bewuſstseyns das Ansichseyn das Bewuſstseyn ist, so ist die Seite des Ansichseyns oder der Dingheit, welche die Form in der Arbeit erhielt, keine andere Substanz, als das Bewuſstseyn, und es ist uns eine neue Gestalt des Selbstbewuſstseyns geworden; ein Bewuſstseyn, welches sich als die Unendlichkeit, oder reine Bewegung des Bewuſstseyns das Wesen ist; welches denkt, oder freyes Selbstbewuſstseyn ist. Denn nicht als abstractes Ich, sondern als Ich, welches zugleich die Bedeutung des Ansichseyns hat, sich Gegenstand seyn, oder zum gegenständlichen Wesen sich so verhalten, daſs es die Bedeutung des Fürsichseyns des Bewuſstseyns hat, für welches es ist, heiſst denken. — Dem Denken bewegt sich der Gegenstand nicht in Vorstellungen, oder Gestalten, sondern in Begriffen, das heiſst in einem unterschiednen Ansichseyn, welches unmittelbar für das Bewuſstseyn kein unterschiednes von ihm ist. Das Vorgestellte, Gestaltete, Seyende, als solches, hat die Form etwas anders zu seyn, als das Bewuſstseyn; ein Begriff aber ist zugleich ein Seyendes, — und dieser Unterschied, insofern er an ihm selbst ist, ist sein bestimmter Inhalt, — aber darin daſs dieser Inhalt ein begriffener zugleich ist, bleibt es sich seiner Einheit mit diesem bestimmten und unterschiedenen Seyenden unmittelbar bewuſst; nicht wie bey der Vorstellung, worin es erst noch besonders sich zu erinnern hat, daſs diſs seine Vorstellung sey; sondern der Begriff ist mir unmittelbar mein 1807 131 Begriff. Im Denken bin Ich frey, weil ich nicht in einem Andern bin, sondern schlechthin bey mir selbst bleibe, und der Gegenstand, der mir das Wesen ist, in ungetrennter Einheit mein Fürmichseyn ist; und meine Bewegung in Begriffen ist eine Bewegung in mir selbst. — Es ist aber in dieser Bestimmung dieser Gestalt des Selbstbewuſstseyns, wesentlich diſs festzuhalten, daſs sie denkendes Bewuſstseyn überhaupt oder ihr Gegenstand, unmittelbare Einheit des Ansichseyns und des Fürsichseyns ist. Das sich gleichnamige Bewuſstseyn, das sich von sich selbst abstöſst, wird sich ansichseyendes Element; aber es ist sich diſs Element nur erst als allgemeines Wesen überhaupt, nicht als diſs gegenständliche Wesen in der Entwicklung und Bewegung seines mannichfaltigen Seyns.

198 Diese Freyheit des Selbstbewuſstseyns hat bekanntlich, indem sie als ihrer bewuſste Erscheinung in der Geschichte des Geistes aufgetreten ist, Stoicismus geheiſsen. Sein Princip ist, daſs das Bewuſstseyn denkendes Wesen, und etwas nur Wesenheit für dasselbe hat, oder wahr und gut für es ist, als das Bewuſstseyn sich darin als denkendes Wesen verhält.

199 Die vielfache sich in sich unterscheidende Ausbreitung, Vereinzelung und Verwicklung des Lebens ist der Gegenstand, gegen welchen die Begierde und die Arbeit thätig ist. Diſs vielfache Thun hat sich nun in die einfache Unterscheidung 1807 132 zusammengezogen, welche in der reinen Bewegung des Denkens ist. Nicht der Unterschied, welcher sich als bestimmtes Ding, oder als Bewuſstseyn eines bestimmten natürlichen Daseyns, als ein Gefühl, oder als Begierde und Zweck für dieselbe, ob er durch das eigene oder durch ein fremdes Bewuſstseyn gesetzt sey, hat mehr Wesenheit, sondern allein der Unterschied, der ein gedachter, oder unmittelbar nicht von Mir unterschieden ist. Diſs Bewuſstseyn ist somit negativ gegen das Verhältniſs der Herrschafft und Knechtschafft; sein Thun ist, in der Herrschafft nicht seine Wahrheit an dem Knechte zu haben, noch als Knecht seine Wahrheit an dem Willen des Herrn und an seinem Dienen, sondern wie auf dem Throne so in den Fesseln, in aller Abhängigkeit seines einzelnen Daseyns frey zu seyn, und die Leblosigkeit sich zu erhalten, welche sich beständig aus der Bewegung des Daseyns, aus dem Wirken wie aus dem Leiden, in die einfache Wesenheit des Gedankens zurückzieht. Der Eigensinn ist die Freyheit, die an eine Einzelnheit sich befestigt und innerhalb der Knechtschafft steht, der Stoicismus aber die Freyheit, welche unmittelbar immer aus ihr her, und in die reine Allgemeinheit des Gedankens zurückkömmt; als allgemeine Form des Weltgeistes nur in der Zeit einer allgemeinen Furcht und Knechtschafft, aber auch einer allgemeinen Bildung auftreten konnte, welche das Bilden bis zum Denken gesteigert hatte.

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200 Ob nun zwar diesem Selbstbewuſstseyn weder ein anderes als es, noch die reine Abstraction des Ich das Wesen ist, sondern Ich, welches das Andersseyn, aber als gedachten Unterschied an ihm hat, so daſs es in seinem Andersseyn unmittelbar in sich zurückgekehrt ist; so ist diſs sein Wesen zugleich nur ein abstractes Wesen. Die Freyheit des Selbstbewuſstseyns ist gleichgültig gegen das natürliche Daseyn, hat darum dieses ebenso frey entlassen, und die Reflexion ist eine gedoppelte. Die Freyheit im Gedanken hat nur den reinen Gedanken zu ihrer Wahrheit, die ohne die Erfüllung des Lebens ist; und ist also auch nur der Begriff der Freyheit, nicht die lebendige Freyheit selbst; denn ihr ist nur erst das Denken überhaupt das Wesen, die Form als solche, welche von der Selbstständigkeit der Dinge weg, in sich zurückgegangen ist. Indem aber die Individualität als handelnd sich lebendig darstellen, oder als denkend die lebendige Welt als ein System des Gedankens fassen sollte, so müſste in dem Gedanken selbst für jene Ausbreitung ein Inhalt dessen, was gut, für diese, was wahr ist, liegen; damit durchaus, in demjenigen, was für das Bewuſstseyn ist, kein anderes Ingrediens wäre, als der Begriff, der das Wesen ist. Allein so wie er hier als Abstraction von der Mannichfaltigkeit der Dinge sich abtrennt, hat er keinen Inhalt an ihm selbst, sondern einen gegebenen. Das Bewuſstseyn vertilgt den Inhalt wohl als ein fremdes Seyn, indem es ihn denkt; aber der 1807 134 Begriff ist bestimmter Begriff, und diese Bestimmtheit desselben ist das Fremde, das er an ihm hat. Der Stoicismus ist darum in Verlegenheit gekommen, als er, wie der Ausdruck war, nach dem Kriterium der Wahrheit überhaupt gefragt wurde, d. h. eigentlich nach einem Inhalte des Gedankens selbst. Auf die Frage an ihn, was gut und wahr ist, hat er wieder das inhaltslose Denken selbst zur Antwort gegeben; in der Vernünftigkeit soll das wahre und gute bestehen. Aber diese Sichselbstgleichheit des Denkens ist nur wieder die reine Form, in welcher sich nichts bestimmt; die allgemeinen Worte von dem Wahren und Guten, der Weisheit und der Tugend, bey welchen er stehen bleiben muſs, sind daher wohl im allgemeinen erhebend, aber weil sie in der That zu keiner Ausbreitung des Inhalts kommen können, fangen sie bald an, Langeweile zu machen.

201 Dieses denkende Bewuſstseyn so, wie es sich bestimmt hat, als die abstracte Freyheit, ist also nur die unvollendete Negation des Andersseyns; aus dem Daseyn nur in sich zurückgezogen hat es sich nicht als absolute Negation desselben an ihm vollbracht. Der Inhalt gilt ihm zwar nur als Gedanke, aber dabey auch als bestimmter, und die Bestimmtheit als solche zugleich.

202 Der Skepticismus ist die Realisirung desjenigen, wovon der Stoicismus nur der Begriff, — und die wirkliche Erfahrung, was die Freyheit des Gedankens 1807 135 ist; sie ist ansich das negative, und muſs sich so darstellen. Mit der Reflexion des Selbstbewuſstseyns in den einfachen Gedanken seiner selbst, ist ihr gegenüber in der That, aus der Unendlichkeit, das selbstständige Daseyn oder die bleibende Bestimmtheit herausgefallen; im Skepticisma wird nun für das Bewuſstseyn die gänzliche Unwesentlichkeit und Unselbstständigkeit dieses Andern; der Gedanke wird zu dem vollständigen das Seyn der vielfachbestimmten Welt vernichtenden Denken, und die Negativität des freyen Selbstbewuſstseyns wird sich an dieser mannichfaltigen Gestaltung des Lebens zur realen Negativität. — Es erheilt, daſs wie der Stoicismus dem Begriffe des selbstständigen Bewuſstseyns, das als Verhältniſs der Herrschafft und Knechtschafft erschien, entspricht, so entspricht der Skepticismus der Realisirung desselben, als der negativen Richtung auf das Andersseyn, der Begierde und der Arbeit. Aber wenn die Begierde und die Arbeit die Negation nicht für das Selbstbewuſstseyn ausführen konnten, so wird dagegen diese polemische Richtung gegen die vielfache Selbstständigkeit der Dinge von Erfolg seyn, weil sie als in sich vorher vollendetes freyes Selbstbewuſstseyn sich gegen sie kehrt; bestimmter, weil sie das Denken, oder die Unendlichkeit, an ihr selbst hat, und hierin die Selbstständigkeiten nach ihrem Unterschiede ihr nur als verschwindende Gröſsen sind. Die Unterschiede, welche im reinen Denken seiner selbst nur die 1807 136 Abstraction der Unterschiede sind, werden hier zu allen Unterschieden, und alles unterschiedene Seyn zu einem Unterschiede des Selbstbewuſstseyns.

203 Hiedurch hat sich das Thun des Skepticismus überhaupt, und die Weise desselben bestimmt. Er zeigt die dialektische Bewegung auf, welche die sinnliche Gewiſsheit, die Wahrnehmung und der Verstand ist; so wie auch die Unwesenheit desjenigen, was in dem Verhältnisse des Herrschens und des Dienens, und was für das abstracte Denken selbst, als bestimmtes gilt. Jenes Verhältniſs faſst eine bestimmte Weise zugleich in sich, in welcher auch sittliche Gesetze als Gebote der Herrschafft vorhanden sind; die Bestimmungen im abstracten Denken aber sind Begriffe der Wissenschafft, in welche sich das inhaltslose Denken ausbreitet, und den Begriff auf eine in der That nur äuſserliche Weise an das ihm selbstständige Seyn, das seinen Inhalt ausmacht, hängt und nur bestimmte Begriffe als geltende hat, es sey, daſs sie auch reine Abstractionen sind.

204 Das dialektische als negative Bewegung, wie sie unmittelbar ist, erscheint dem Bewuſstseyn zunächst als etwas, dem es preisgegeben, und das nicht durch es selbst ist. Als Skepticismus hingegen ist sie Moment des Selbstbewuſstseyns, welchem es nicht geschieht, daſs ihm, ohne zu wissen wie, sein Wahres und Reelles verschwindet, sondern welches in der Gewiſsheit seiner Freyheit, diſs andere für reell sich 1807 137 gebende selbst verschwinden läſst; nicht nur das gegenständliche als solches, sondern sein eignes Verhalten zu ihm, worin es als gegenständlich gilt, und geltend gemacht wird, also auch sein Wahrnehmen, so wie sein Befestigen dessen, was es in Gefahr ist zu verlieren, die Sophisterey, und sein aus sich bestimmtes und festgesetztes Wahres; durch welche selbstbewuſste Negation es die Gewiſsheit seiner Freyheit sich für sich selbst verschafft, die Erfahrung derselben hervorbringt, und sie dadurch zur Wahrheit erhebt. Was verschwindet, ist das Bestimmte, oder der Unterschied, der auf welche Weise, und woher es sey, als fester und unwandelbarer sich aufstellt. Er hat nichts bleibendes an ihm, und muſs dem Denken verschwinden, weil das unterschiedne eben diſs ist, nicht an ihm selbst zu seyn, sondern seine Wesenheit nur in einem Andern zu haben; das Denken aber ist die Einsicht in diese Natur des Unterschiednen, es ist das negative Wesen als einfaches.

205 Das skeptische Selbstbewuſstseyn erfährt also in dem Wandel alles dessen, was sich für es befestigen will, seine eigne Freyheit als durch es selbst sich gegeben und erhalten; es ist sich diese Ataraxie des sich selbst Denkens, die unwandelbare und wahrhaffte Gewiſsheit seiner selbst. Sie geht nicht aus einem Fremden, das seine vielfache Entwicklung in sich zusammenstürtzte, als ein Resultat hervor, welches sein Werden hinter sich hätte; sondern das Bewuſstseyn selbst ist die absolute dialektische Unruhe, 1807 138 dieses Gemische von sinnlichen und gedachten Vorstellungen, deren Unterschiede zusammenfallen, und deren Gleichheit sich ebenso, — denn sie ist selbst die Bestimmtheit gegen das Ungleiche — wieder auflöst. Diſs Bewuſstseyn ist aber eben hierin in der That, statt sichselbstgleiches Bewuſstseyn zu seyn, nur eine schlechthin zufällige Verwirrung, der Schwindel einer sich immer erzeugenden Unordnung. Es ist diſs für sich selbst; denn es selbst erhält und bringt diese sich bewegende Verwirrung hervor. Es bekennt sich darum auch dazu, es bekennt ein ganz zufälliges, einzelnes Bewuſstseyn zu seyn, — ein Bewuſstseyn, das empirisch ist, sich nach dem richtet, was keine Realität für es hat, dem gehorcht, was ihm kein Wesen ist, das thut und zur Wirklichkeit bringt, was ihm keine Wahrheit hat. Aber ebenso wie es sich auf diese Weise als einzelnes, zufälliges und in der That thierisches Leben, und verlornes Selbstbewuſstseyn gilt, macht es sich im Gegentheile auch wieder zum allgemeinen sichselbstgleichen; denn es ist die Negativität aller Einzelnheit und alles Unterschieds. Von dieser Sichselbstgleichheit oder in ihr selbst vielmehr fällt es wieder in jene Zufälligkeit und Verwirrung zurück, denn eben diese sich bewegende Negativität hat es nur mit einzelnem zu thun, und treibt sich mit zufälligem herum. Diſs Bewuſstseyn ist also diese bewuſstlose Faseley, von dem einen Extreme des sichselbstgleichen Selbstbewuſstseyns zum andern des 1807 139 zufälligen, verworrenen, und verwirrenden Bewuſstseyns hinüber und herüber zu gehen. Es selbst bringt diese beyden Gedanken seiner selbst nicht zusammen; es erkennt seine Freyheit einmal als Erhebung über alle Verwirrung und alle Zufälligkeit des Daseyns, und bekennt sich ebenso das andremal wieder als ein Zurückfallen in die Unwesentlichkeit und als ein Herumtreiben in ihr. Es läſst den unwesentlichen Inhalt in seinem Denken verschwinden, aber eben darin ist es das Bewuſstseyn eines unwesentlichen; es spricht das absolute Verschwinden aus, aber das Aussprechen ist, und diſs Bewuſstseyn ist das ausgesprochne Verschwinden; es spricht die Nichtigkeit des Sehens, Hörens, und sofort aus, und es sieht, hört, und sofort, selbst; es spricht die Nichtigkeit der sittlichen Wesenheiten aus, und macht sie selbst zu den Mächten seines Handelns. Sein Thun und seine Worte widersprechen sich immer, und ebenso hat es selbst das gedoppelte widersprechende Bewuſstseyn der Unwandelbarkeit und Gleichheit, und der völligen Zufälligkeit und Ungleichheit mit sich. Aber es hält diesen Widerspruch seiner selbst auseinander; und verhält sich darüber wie in seiner rein negativen Bewegung überhaupt. Wird ihm die Gleichheit aufgezeigt, so zeigt es die Ungleichheit auf; und indem ihm diese, die es eben ausgesprochen hat, itzt vorgehalten wird, so geht es zum aufzeigen der Gleichheit über; sein Gerede ist in der That ein Gezänke eigensinniger 1807 140 Jungen, deren einer A ſagt, wenn der andere B, und wieder B, wenn der andere A, und die sich durch den Widerspruch mit sich selbst die Freude erkauffen, miteinander im Widerspruche zu bleiben.

206 Im Skepticismus erfährt das Bewuſstseyn in Wahrheit sich als ein in sich selbst widersprechendes Bewuſstseyn; es geht aus dieser Erfahrung eine neue Gestalt hervor, welche die zwey Gedanken zusammenbringt, die der Skepticismus auseinander hält. Die Gedankenlosigkeit des Skepticismus über sich selbst muſs verschwinden, weil es in der That Ein Bewuſstseyn ist, welches diese beyden Weisen an ihm hat. Diese neue Gestalt ist hiedurch ein solches, welches für sich das gedoppelte Bewuſstseyn seiner, als des sich befreyenden, unwandelbaren und sichselbstgleichen, und seiner als des absolut sich verwirrenden und verkehrenden, — und das Bewuſstseyn dieses seines Widerspruchs ist. — Im Stoicismus ist das Selbstbewuſstseyn die einfache Freyheit seiner selbst; im Skepticismus realisirt sie sich, vernichtet die andere Seite des bestimmten Daseyns, aber verdoppelt sich vielmehr, und ist sich nun ein zweyfaches. Hiedurch ist die Verdopplung, welche früher an zwey einzelne, an den Herrn und den Knecht, sich vertheilte, in eines eingekehrt; die Verdopplung des Selbstbewuſstseyns in sich selbst, welche im Begriffe des Geistes wesentlich ist, ist hiemit vorhanden, aber noch nicht ihre Einheit und das unglückliche Bewuſstseyn ist das Bewuſstseyn 1807 141 seiner als des gedoppelten nur widersprechenden Wesens.

207 Dieses unglückliche, in sich entzweyte Bewuſstseyn muſs also, weil dieser Widerspruch seines Wesens sich Ein Bewuſstseyn ist, in dem einen Bewuſstseyn immer auch das andere haben, und so aus jedem unmittelbar, indem es zum Siege und zur Ruhe der Einheit gekommen zu seyn meynt, wieder daraus ausgetrieben werden. Seine wahre Rückkehr aber in sich selbst, oder seine Versöhnung mit sich wird den Begriff des lebendig gewordenen und in die Existenz getretenen Geistes darstellen, weil an ihm schon diſs ist, daſs es als Ein ungetheiltes Bewuſstseyn ein gedoppeltes ist; es selbst ist das Schauen eines Selbstbewuſstseyns in ein anderes, und es selbst ist beyde, und die Einheit beyder ist ihm auch das Wesen, aber es für sich ist sich noch nicht dieses Wesen selbst, noch nicht die Einheit beyder.

208 Indem es zunächst nur die unmittelbare Einheit beyder ist, aber für es nicht beyde dasselbe, sondern entgegengesetzte sind, so ist ihm das eine, nemlich das einfache unwandelbare, als das Wesen; das andere aber, das vielfache wandelbare, als das Unwesentliche. Beyde sind für es einander fremde Wesen; es selbst, weil es das Bewuſstseyn dieses Widerspruchs ist, stellt sich auf die Seite des wandelbaren Bewuſstseyns, und ist sich das unwesentliche; aber als Bewuſstseyn der Unwandelbarkeit, oder des einfachen Wesens, muſs es zugleich darauf gehen, 1807 142 sich von dem unwesentlichen, das heiſst, sich von sich selbst zu befreyen. Denn ob es für sich wohl nur das wandelbare, und das unwandelbare ihm ein Fremdes ist, so ist es selbst einfaches, und hiemit unwandelbares Bewuſstseyn, dessen hiemit als seines Wesens sich bewuſst, jedoch so, daſs es selbst für sich wieder nicht diſs Wesen ist. Die Stellung, welche es beyden gibt, kann daher nicht eine Gleichgülkeit derselben gegeneinander, d. i. nicht eine Gleichgültigkeit seiner selbst gegen das Unwandelbare seyn; sondern es ist unmittelbar selbst beyde, und es ist für es die Beziehung beyder als eine Beziehung des Wesens auf das Unwesen, so daſs diſs letztere aufzuheben ist, aber indem ihm beyde gleichwesentlich und widersprechend sind, ist es nur die widersprechende Bewegung, in welcher das Gegentheil nicht in seinem Gegentheil zur Ruhe kommt, sondern in ihm nur als Gegentheil sich neu erzeugt.

209 Es ist damit ein Kampf gegen einen Feind vorhanden, gegen welchen der Sieg vielmehr ein Unterliegen, das eine erreicht zu haben vielmehr der Verlust desselben in seinem Gegentheile ist. Das Bewuſstseyn des Lebens, seines Daseyns und Thuns ist nur der Schmerz über dieses Daseyn und Thun, denn es hat darin nur das Bewuſstseyn seines Gegentheils als des Wesens, und der eignen Nichtigkeit. Es geht in die Erhebung hieraus zum Unwandelbaren über. Aber diese Erhebung ist selbst diſs Bewuſstseyn; sie ist also unmittelbar das 1807 143 Bewuſstseyn des Gegentheils, nemlich seiner selbst als der Einzelnheit. Das Unwandelbare, das in das Bewuſstseyn tritt, ist ebendadurch zugleich von der Einzelnheit berührt, und nur mit dieser gegenwärtig; statt diese im Bewuſstseyn des Unwandelbaren vertilgt zu haben, geht sie darin immer nur hervor.

210 In dieser Bewegung aber erfährt es eben dieses Hervortreten der Einzelnheit am Unwandelbaren, und des Unwandelbaren an der Einzelnheit. Es wird für es die Einzelnheit überhaupt am unwandelbaren Wesen, und zugleich die seinige an ihm. Denn die Wahrheit dieser Bewegung ist eben das Einsseyn dieses gedoppelten Bewuſstseyns. Diese Einheit wird ihm, aber zunächst selbst eine solche, in welcher noch die Verschiedenheit beyder das Herrschende ist. Es ist dadurch die dreyfache Weise für dasselbe vorhanden, wie die Einzelnheit mit dem Unwandelbaren verknüpft ist; einmal geht es selbst sich wieder hervor als entgegengesetzt dem unwandelbaren Wesen; und es ist in den Anfang des Kampfs zurückgeworfen, welcher das Element des ganzen Vorhältnisses bleibt. Das andremal aber hat das Unwandelbare selbst an ihm die Einzelnheit für es; so daſs sie Gestalt des Unwandelbaren ist, an welches hiemit die ganze Weise der Existenz hinübertritt. Das drittemal findet es sich selbst als dieses Einzelne im Unwandelbaren. Das erste Unwandelbare ist ihm nur das fremde die Einzelnheit verurtheilende Wesen; 1807 144 indem das andre eine Gestalt der Einzelnheit wie es selbst ist, so wird es drittens zum Geiste, hat sich selbst darin zu finden die Freude, und wird sich seine Einzelnheit mit dem Allgemeinen versöhnt zu seyn bewuſst.

211 Was sich hier als Weise und Verhältniſs des Unwandelbaren darstellt, ergab sich als die Erfahrung, welche das entzweyte Selbstbewuſstseyn in seinem Unglücke macht. Diese Erfahrung ist nun zwar nicht seine einseitge Bewegung, denn es ist selbst unwandelbares Bewuſstseyn, dieses hiemit zugleich auch einzelnes Bewuſstseyn, und die Bewegung ebensowohl Bewegung des unwandelbaren Bewuſstseyns, das in ihr so sehr wie das andere auftritt; denn sie verläufft sich durch diese Momente, einmal unwandelbares dem einzelnen überhaupt, dann selbst einzelnes dem andern einzelnen entgegengesetzt, und endlich mit ihm Eins zu seyn. Aber diese Betrachtung, insofern sie uns angehört, ist hier unzeitig, denn bis itzt ist uns nur die Unwandelbarkeit als Unwandelbarkeit des Bewuſstseyns, welche deswegen nicht die wahre, sondern noch mit einem Gegensatze behafftete ist, nicht das Unwandelbare an und für sich selbst entstanden; wir wissen daher nicht, wie dieses sich verhalten wird. Was hier sich ergeben hat, ist nur diſs, daſs dem Bewuſstseyn, das hier unser Gegenstand ist, diese angezeigten Bestimmungen an dem Unwandelbaren erscheinen.

1807 145

212 Aus diesem Grunde behält also auch das unwandelbare Bewuſstseyn in seiner Gestaltung selbst den Charakter und die Grundlage des Entzweyt- und des Fürsichseyns gegen das einzelne Bewuſstseyn. Es ist hiemit für dieses, überhaupt ein Geschehen, daſs das Unwandelbare die Gestalt der Einzelnheit erhält; so wie es sich auch ihm entgegengesetzt nur findet, und also durch die Natur diſs Verhältniſs hat; daſs es sich endlich in ihm findet, erscheint ihm zum Theil zwar durch es selbst hervorgebracht, oder darum Statt zu haben, weil es selbst einzeln ist; aber ein Theil dieser Einheit als dem Unwandelbaren zugehörend, sowohl nach ihrer Entstehung, als insofern sie ist; und der Gegensatz bleibt in dieser Einheit selbst. In der That ist durch die Gestaltung des Unwandelbaren das Moment des Jenseits nicht nur geblieben, sondern vielmehr noch befestigt; denn wenn es durch die Gestalt der einzelnen Wirklichkeit ihm einerseits zwar näher gebracht zu seyn scheint, so ist es ihm andererseits nunmehr als ein undurchsichtiges sinnliches Eins, mit der ganzen Sprödigkeit eines Wirklichen, gegenüber; die Hoffnung mit ihm Eins zu werden, muſs Hoffnung, das heiſst, ohne Erfüllung und Gegenwart bleiben, denn zwischen ihr und der Erfüllung steht gerade die absolute Zufälligkeit oder unbewegliche Gleichgültigkeit, welche in der Gestaltung selbst, dem begründenden der Hoffnung, liegt. Durch die Natur des seyenden Eins, durch die Wirklichkeit, die es 1807 146 angezogen, geschieht es nothwendig, daſs es in der Zeit verschwunden, und im Raume und ferne gewesen ist, und schlechthin ferne bleibt.

213 Wenn zuerst der bloſse Begriff des entzweyten Bewuſstseyns sich so bestimmte, daſs es auf das Aufheben seiner als einzelnen und auf das Werden zum unwandelbaren Bewuſstseyn gehe, so hat sein Streben nunmehr diese Bestimmung, daſs es vielmehr sein Verhältniſs zu dem reinen ungestalteten Unwandelbaren aufhebe, und sich nur die Beziehung auf den gestalteten Unwandelbaren gebe. Denn das Einsseyn des Einzelnen mit dem Unwandelbaren ist ihm nunmehr Wesen und Gegenstand, wie im Begriffe nur das gestaltlose, abstracte Unwandelbare der wesentliche Gegenstand war; und das Verhältniſs dieses absoluten Entzweytseyns des Begriffes ist nun dasjenige, von welchem es sich wegzuwenden hat. Die zunächst auſsere Beziehung aber zu dem gestalteten Unwandelbaren als einem fremden Wirklichen hat es zum absoluten Einswerden zu erheben.

214 Die Bewegung, worin das unwesentliche Bewuſstseyn diſs Einsseyn zu erreichen strebt, ist selbst die dreyfache, nach dem dreyfachen Verhältnisse, welche es zu seinem gestalteten Jenseits haben wird; einmal als reines Bewuſstseyn; das andremal als einzelnes Wesen, welches sich als Begierde und Arbeit gegen die Wirklichkeit verhält; und zum dritten als Bewuſstseyn seines Fürsichseyns. — Wie diese drey Weisen seines Seyns in jenem allgemeinen 1807 147 Verhältnisse vorhanden und bestimmt sind, ist nun zu sehen.

215 Zuerst also es als reines Bewuſstseyn betrachtet, so scheint der gestaltete Unwandelbare, indem er für das reine Bewuſstseyn ist, gesetzt zu werden, wie er an und für sich selbst ist. Allein wie er an und für sich selbst ist, diſs ist, wie schon erinnert, noch nicht entstanden. Daſs er im Bewuſstseyn wäre, wie er an und für sich selbst ist, diſs müſste wohl von ihm vielmehr ausgehen, als von dem Bewuſstseyn; so aber ist diese seine Gegenwart hier nur erst einseitig durch das Bewuſstseyn vorhanden, und eben darum nicht vollkommen und wahrhafftig, sondern bleibt mit Unvollkommenheit oder einem Gegensatze beschwert.

216 Obgleich aber das unglückliche Bewuſstseyn also diese Gegenwart nicht besitzt, so ist es zugleich über das reine Denken, insofern dieses das abstracte von der Einzelnheit überhaupt wegsehende Denken des Stoicismus, und das nur unruhige Denken des Skepticismus, — in der That nur die Einzelnheit als der bewuſstlose Widerspruch und dessen rastlose Bewegung — ist; es ist über diese beyde hinaus, es bringt und hält das reine Denken und die Einzelnheit zusammen, ist aber noch nicht zu demjenigen Denken erhoben, für welches die Einzelnheit des Bewuſstseyns mit dem reinen Denken selbst ausgesöhnt ist. Es steht vielmehr in dieser Mitte, worin das abstracte Denken die Einzelnheit des Bewuſstseyns 1807 148 als Einzelnheit berührt. Es selbst ist diese Berührung; es ist die Einheit des reinen Denkens und der Einzelnheit; es ist auch für es diese denkende Einzelnheit, oder das reine Denken, und das Unwandelbare wesentlich selbst als Einzelnheit. Aber es ist nicht für es, daſs dieser sein Gegenstand, das Unwandelbare, welches ihm wesentlich die Gestalt der Einzelnheit hat, es selbst ist, es selbst, das Einzelnheit des Bewuſstseyns ist.

217 Es verhält sich daher in dieser ersten Weise, worin wir es als reines Bewuſstseyn betrachten, zu seinem Gegenstande nicht denkend, sondern indem es selbst zwar an sich reine denkende Einzelnheit und sein Gegenstand eben dieses, aber nicht die Beziehung aufeinander selbst reines Denken ist, geht es, so zu sagen, nur an das Denken hin, und ist Andacht. Sein Denken als solche bleibt das gestaltlose Sausen des Glockengeläutes oder eine warme Nebelerfüllung, ein musicalisches Denken, das nicht zum Begriffe, der die einzige immanente gegenständliche Weise wäre, kommt. Es wird diesem unendlichen reinen innern Fühlen wohl sein Gegenstand; aber so eintretend, daſs er nicht als begriffner, und darum als ein Fremdes eintritt. Es ist hiedurch die innerliche Bewegung des reinen Gemüths vorhanden, welches sich selbst, aber als die Entzweyung schmerzhafft fühlt; die Bewegung einer unendlichen Sehnsucht, welche die Gewiſsheit hat, daſs ihr Wesen ein solches reines Gemüth ist, reines Denken, 1807 149 welches sich als Einzelnheit denkt; daſs sie von diesem Gegenstande, ebendarum, weil er sich als Einzelnheit denkt, erkannt, und anerkannt wird. Zugleich aber ist diſs Wesen das unerreichbare Jenseits, welches im Ergreiffen entflieht, oder vielmehr schon entflohen ist. Es ist schon entflohen; denn es ist einestheils das sich als Einzelnheit denkende Unwandelbare, und das Bewuſstseyn erreicht sich selbst daher unmittelbar in ihm, sich selbst, aber als das dem Unwandelbaren entgegengesetzte; statt das Wesen zu ergreiffen fühlt es nur, und ist in sich zurückgefallen; indem es im Erreichen sich als diſs entgegengesetzte nicht abhalten kann, hat es statt das Wesen ergriffen zu haben, nur die Unwesentlichkeit ergriffen. Wie es so auf einer Seite, indem es sich im Wesen zu erreichen strebt, nur die eigne getrennte Wirklichkeit ergreifft, so kann es auf der andern Seite das Andere nicht als einzelnes, oder als wirkliches ergreiffen. Wo es gesucht werde, kann es nicht gefunden werden, denn es soll eben ein Jenseits, ein solches seyn, welches nicht gefunden werden kann. Es als einzelnes gesucht, ist nicht eine allgemeine, gedachte Einzelnheit, nicht Begriff, sonder einzelnes als Gegenstand, oder ein wirkliches; Gegenstand der unmittelbaren sinnlichen Gewiſsheit; und ebendarum nur ein solches, welches verschwunden ist. Dem Bewuſstseyn kann daher nur das Grab seines Lebens zur Gegenwart kommen. Aber weil diſs selbst eine Wirklichkeit und es gegen 1807 150 die Natur dieser ist, einen dauernden Besitz zu gewähren; so ist auch diese Gegenwart des Grabes nur der Kampf eines Bemühens, der verloren werden muſs. Allein indem es diese Erfahrung gemacht, daſs das Grab seines wirklichen unwandelbaren Wesens keine Wirklichkeit hat, daſs die verschwundene Einzelnheit als verschwundne nicht die wahre Einzelnheit ist, wird es die unwandelbare Einzelnheit als wirkliche aufzusuchen, oder als verschwundne festzuhalten aufgeben, und erst hiedurch ist es fähig die Einzelnheit als wahrhafſte oder als allgemeine zu finden.

218 Zunächst aber ist die Rückkehr des Gemüths in sich selbst so zu nehmen, daſs es sich als einzelnes Wirklichkeit hat. Es ist das reine Gemüth, welches für uns oder an sich, sich gefunden und in sich ersättigt ist, denn ob für es in seinem Gefühle sich wohl das Wesen von ihm trennt, so ist an sich diſs Gefühl Selbstgefühl, es hat den Gegenstand seines reinen Fühlens gefühlt, und dieser ist es selbst; es tritt also hieraus als Selbstgefühl oder für sich seyendes Wirkliches auf. In dieser Rückkehr in sich ist für uns sein zweytes Verhältniſs geworden, das der Begierde und Arbeit, welche dem Bewuſstseyn die innerliche Gewiſsheit seiner selbst, die es für uns erlangt hat, durch Aufheben und Genieſsen des fremden Wesens, nemlich desselben in der Form der selbstständigen Dinge bewährt. Das unglückliche Bewuſstseyn aber findet sich nur als 1807 151 *begehrend und arbeitends es ist für es nicht vorhanden, daſs sich so zu finden, die innre Gewiſsheit seiner selbst zum Grunde liegt, und sein Gefühl des Wesens diſs Selbstgefühl ist. Indem es sie für sich selbst nicht hat, bleibt sein Innres vielmehr noch die gebrochne Gewiſsheit seiner selbst; die Bewährung, welche es durch Arbeit und Genuſs erhalten würde, ist darum eine ebensolche gebrochne; oder es muſs sich vielmehr selbst diese Bewährung vernichten, so daſs es in ihr wohl die Bewährung, aber nur die Bewährung desjenigen, was es für sich ist, nemlich seiner Entzweyung findet.

219 Die Wirklichkeit, gegen welche sich die Begierde und die Arbeit wendet, ist diesem Bewuſstseyn nicht mehr ein an sich nichtiges, von ihm nur aufzuhebendes und zu verzehrendes, sondern ein solches, wie es selbst ist, eine entzwey gebrochene Wirklichkeit, welche nur einerseits an sich nichtig, andererseits aber auch eine geheiligte Welt ist; sie ist Gestalt des Unwandelbaren, denn dieses hat die Einzelnheit an sich erhalten, und weil es als das Unwandelbare Allgemeines ist, hat seine Einzelnheit überhaupt die Bedeutung aller Wirklichkeit.

220 Wenn das Bewuſstseyn für sich selbstständiges Bewuſstseyn und ihm die Wirklichkeit an und für sich nichtig wäre, würde es in der Arbeit und in dem Genusse zum Gefühle seiner Selbstständigkeit gelangen, dadurch daſs es selbst es wäre, welches die 1807 152 Wirklichkeit aufhöbe. Allein indem diese ihm Gestalt des Unwandelbaren ist, vermag es nicht sie durch sich aufzuheben. Sondern indem es zwar zur Vernichtung der Wirklichkeit und zum Genusse gelangt, so geschieht für es diſs wesentlich dadurch, daſs das Unwandelbare selbst seine Gestalt preisgibt, und ihm zum Genusse überlaſst. — Das Bewuſstseyn tritt hierin seinerseits gleichfalls als Wirkliches auf, aber ebenso als innerlich gebrochen, und diese Entzweyung stellt sich in seinem Arbeiten und Genieſsen dar, in ein Verhaltniſs zur Wirklichkeit oder das Fürsichseyn und in ein Ansichseyn sich zu brechen. Jenes Verhältniſs zur Wirklichkeit ist das Verändern oder das Thun, das Fürsichseyn, das dem einzelnen Bewuſstseyn als solchem angehört. Aber es ist darin auch an sich; diese Seite gehört dem Unwandelbaren Jenseits an; sie sind die Fähigkeiten und Kräffte, eine fremde Gabe, welche das Umwandelbare ebenso dem Bewuſstseyn überläſst, um sie zu gebrauchen.

221 In seinem Thun ist demnach das Bewuſstseyn zunächst in dem Verhältnisse zweyer Extreme; es steht als das thätige Disseits auf einer Seite, und ihm gegenüber die passive Wirklichkeit, beyde in Beziehung auf einander aber auch beyde in das Unwandelbare zurückgegangen, und an sich festhaltend. Von beyden Seiten löst sich daher nur eine Oberfläche gegeneinander ab, welche in das Spiel der Bewegung gegen die andre tritt. — Das Extrem der Wirklichkeit wird durch das thätige Extrem aufgehoben; sie 1807 153 von ihrer Seite kann aber nur darum aufgehoben werden, weil ihr unwandelbares Wesen sie selbst aufhebt, sich von sich abstöſst, und das abgestoſsene der Thätigkeit preisgibt. Die thätige Krafft erscheint als die Macht, worin die Wirklichkeit sich auflöst; darum aber ist für dieses Bewuſstseyn, welchem das Ansich oder das Wesen ein ihm Andres ist, diese Macht, als welche es in der Thätigkeit auftritt, das Jenseits seiner selbst. Statt also aus seinem Thun in sich zurückzukehren, und sich für sich selbst bewährt zu haben, reflectirt es vielmehr diese Bewegung des Thuns in das andre Extrem zurück, welches hiedurch als rein allgemeines, als die absolute Macht dargestellt ist, von der die Bewegung nach allen Seiten ausgegangen, und die das Wesen sowohl der sich zersetzenden Extreme, wie sie zuerst auftraten, als des Wechsels selbst sey.

222 Daſs das unwandelbare Bewuſstseyn auf seine Gestalt Verzicht thut und sie preisgibt, dagegen das einzelne Bewuſstseyn dankt, d. h. die Befriedigung des Bewuſstseyns seiner Selbstständigkeit sich versagt, und das Wesen des Thuns von sich ab dem Jenseits zuweist, durch diese beyde Momente des gegenseitigen sich aufgebens beyder Theile entsteht hiemit allerdings dem Bewuſstseyn seine Einheit mit dem Unwandelbaren. Allein zugleich ist diese Einheit mit der Trennung afficirt, in sich wieder gebrochen, und es tritt aus ihr der Gegensatz des allgemeinen und einzelnen wieder hervor. Denn das 1807 154 Bewuſstseyn entsagt zwar zum Scheine, der Befriedigung seines Selbstgefühls; erlangt aber die wirkliche Befriedigung desselben; denn es ist Begierde, Arbeit und Genuſs gewesen; es hat als Bewuſstseyn gewollt, gethan und genossen. Sein Danken ebenso, worin es das andre Extrem als das Wesen anerkennt, und sich aufhebt, ist selbst sein eignes Thun, welches das Thun des andern Extrems aufwiegt, und der sich preisgebenden Wohlthat ein gleiches Thun entgegenstellt; wenn jenes ihm seine Oberfläche überläſst, so dankt es aber auch, und thut darin, indem es sein Thun, d. h. sein Wesen, selbst aufgibt, eigentlich mehr als das andere, das nur eine Oberfläche von sich abstöſst. Die ganze Bewegung reflectirt sich also nicht nur im wirklichen Begehren, Arbeiten und Genieſsen, sondern sogar selbst im Danken, worin das Gegentheil zu geschehen scheint, in das Extrem der Einzelnheit. Das Bewuſstseyn fühlt sich darin als dieses einzelne, und läſst sich durch den Schein seines Verzichtleistens nicht täuschen, denn die Wahrheit desselben ist, daſs es sich nicht aufgegeben hat; was zu Stande gekommen, ist nur die gedoppelte Reflexion in die beyden Extreme, und das Resultat die wiederholte Spaltung in das entgegengesetzte Bewuſstseyn des Unwandelbaren und in das Bewuſstseyn des gegenüberstehenden Wollens, Vollbringens, Genieſsens, und des auf sich Verzichtleistens selbst, oder der fürsichseyenden Einzelnheit überhaupt.

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223 Es ist damit das dritte Verhältniſs der Bewegung dieses Bewuſstseyns eingetreten, welches aus dem zweyten als ein solches hervortritt, das in Wahrheit durch sein Wollen und Vollbringen sich als selbstständiges erprobt hat. Im ersten Verhältnisse war es nur Begriff des wirklichen Bewuſstseyns, oder das innre Gemüth, welches im Thun und Genusse noch nicht wirklich ist; das zweyte ist diese Verwirklichung, als äuſseres Thun und Genieſsen; hieraus aber zurückgekehrt ist es ein solches, welches sich als wirkliches und wirkendes Bewuſstseyn erfahren, oder dem es wahr ist, an und für sich zu seyn. Darin ist aber nun der Feind in seiner eigensten Gestalt aufgefunden. Im Kampfe des Gemüths ist das einzelne Bewuſstseyn nur als musicalisches, abstractes Moment; in der Arbeit und dem Genusse, als der Realisirung dieses wesenlosen Seyns, kann es unmittelbar sich vergessen, und die bewuſste Eigenheit in dieser Wirklichkeit wird durch das dankende Anerkennen niedergeschlagen. Dieses Niederschlagen ist aber in Wahrheit eine Rückkehr des Bewuſstseyns in sich selbst, und zwar in sich als die ihm wahrhaffte Wirklichkeit.

224 Diſs dritte Verhältniſs, worin diese wahrhaffte Wirklichkeit das Eine Extrem ist, ist die Beziehung derselben auf das allgemeine Wesen, als der Nichtigkeit; und die Bewegung dieser Beziehung ist noch zu betrachten.

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225 Was zuerst die entgegengesetzte Beziehung des Bewuſstseyns betrifft, worin ihm seine Realität unmittelbar das Nichtige ist, so wird also sein wirkliches Thun zu einem Thun von Nichts, sein Genuſs Gefühl seines Unglücks. Hiemit verlieren Thun und Genuſs allen allgemeinen Inhalt und Bedeutung, denn dadurch hätten sie ein an und fürsichseyn, und beyde ziehen sich in die Einzelnheit zurück, auf welche das Bewuſstseyn, sie aufzuheben, gerichtet ist. Seiner als dieses wirklichen Einzelnen, ist das Bewuſstseyn sich in den thierischen Functionen bewuſst. Diese, statt unbefangen, als etwas, das an und für sich nichtig ist, und keine Wichtigkeit und Wesenheit für den Geist erlangen kann, gethan zu werden, da sie es sind, in welchen sich der Feind in seiner eigenthümlichen Gestalt zeigt, sind sie vielmehr Gegenstand des ernstlichen Bemühens, und werden gerade zum Wichtigsten. Indem aber dieser Feind in seiner Niederlage sich erzeugt, das Bewuſstseyn, da es sich ihn fixirt, vielmehr statt frey davon zu werden, immer dabey verweilt, und sich immer verunreinigt erblickt, zugleich dieser Inhalt seines Bestrebens, statt eines wesentlichen das niedrigste, statt eines allgemeinen das einzelnste ist, so sehen wir nur eine auf sich und ihr kleines Thun beschränkte, und sich bebrütende, eben so unglückliche als ärmliche Persönlichkeit.

226 Aber an beydes, das Gefühl seines Unglücks, und die Aermlichkeit seines Thuns knüpft sich 1807 157 ebenso das Bewuſstseyn seiner Einheit mit dem Unwandelbaren. Denn die versuchte unmittelbare Vernichtung seines wirklichen Seyns ist vermittelt durch den Gedanken des Unwandelbaren, und geschieht in dieser Beziehung. Die mittelbare Beziehung macht das Wesen der negativen Bewegung aus, in welcher es sich gegen seine Einzelnheit richtet, welche aber ebenso als Beziehung an sich positiv ist, und für es selbst diese seine Einheit hervorbringen wird.

227 Diese mittelbare Beziehung ist hiemit ein Schluſs, in welchem die sich zuerst als gegen das Ansich entgegengesetzt fixirende Einzelnheit, mit diesem andern Extreme nur durch ein drittes zusammengeschlossen ist. Durch diese Mitte ist das Extrem des unwandelbaren Bewuſstseyns für das unwesentliche Bewuſstseyn, in welchem zugleich auch diſs ist, daſs es ebenso für jenes nur durch diese Mitte sey, und diese Mitte hiemit eine solche, die beyde Extreme einander vorstellt, und der gegenseitige Diener eines jeden bey dem andern ist. Diese Mitte ist selbst ein bewuſstes Wesen, denn sie ist ein das Bewuſstseyn als solches vermittelndes Thun; der Inhalt dieses Thuns ist die Vertilgung, welche das Bewuſstseyn mit seiner Einzelnheit vornimmt.

228 In ihr also befreyt dieses sich von dem Thun und Genusse als dem seinen; es stöſst von sich als fürsichseyendem Extreme das Wesen seines Willens ab, und wirft auf die Mitte oder den Diener die 1807 158 Eigenheit und Freyheit des Entschlusses, und damit die Schuld seines Thuns. Dieser Vermittler, als mit dem unwandelbaren Wesen in unmittelbarer Beziehung, dient mit seinem Rathe über das Rechte. Die Handlung, indem sie Befolgung eines fremden Beschlusses ist, hört nach der Seite des Thuns oder des Willens auf, die eigne zu seyn. Es bleibt aber noch ihre gegenständliche Seite dem unwesentlichen Bewuſstseyn, nemlich die Frucht seiner Arbeit und der Genuſs. Diesen stöſst es also ebenso von sich ab, und leistet, wie auf seinen Willen so auf seine in der Arbeit und Genusse erhaltene Wirklichkeit Verzicht; auf sie, theils als auf die erreichte Wahrheit seiner selbstbewuſsten Selbstständigkeit, — indem es etwas ganz Fremdes ihm sinnloses vorstellend und sprechend sich bewegt; — theils auf sie als äuſserliches Eigenthum, — indem es von dem Besitze, den es durch die Arbeit erworben, etwas abläſst; theils auf den gehabten Genuſs, — indem es ihn im Fasten und Kasteyen auch wieder ganz sich versagt.

229 Durch diese Momente des Aufgebens des eignen Entschlusses, dann des Eigenthumes und Genusses, und endlich das positive Moment des Treibens eines unverstandenen Geschäfftes nimmt es sich in Wahrheit und vollständig das Bewuſstseyn der innern und äuſsern Freyheit, der Wirklichkeit als seines Fürsichseyns; es hat die Gewiſsheit in Wahrheit seines Ich sich entäuſsert, und sein unmittelbares Selbstbewuſstseyn zu einem 1807 159 *Dinge, zu einem gegenständlichen Seyn gemacht zu haben. — Die Verzichtleistung auf sich konnte es allein durch diese wirkliche Aufopferung bewähren; denn nur in ihr verschwindet der Betrug, welcher in dem innern Anerkennen des Dankens durch Herz, Gesinnung und Mund liegt, einem Anerkennen, welches zwar alle Macht des Fürsichseyns von sich abwälzt, und sie einem Geben von oben zuschreibt, aber in diesem Abwälzen selbst sich die äuſsere Eigenheit in dem Besitze, den es nicht aufgibt, die innre aber in dem Bewuſstseyn des Entschlusses, den es selbst gefaſst, und in dem Bewuſstseyn seines durch es bestimmten Inhalts, den es nicht gegen einen fremden es sinnlos erfüllenden umgetauscht hat, behält.

230 Aber in der wirklich vollbrachten Aufopferung hat an sich, wie das Bewuſstseyn das Thun als das seinige aufgehoben, auch sein Unglück von ihm abgelassen. Daſs diſs Ablassen an sich geschehen ist, ist jedoch ein Thun des andern Extrems des Schlusses, welches das ansichseyende Wesen ist. Jene Aufopferung des unwesentlichen Extrems war aber zugleich nicht ein einseitiges Thun, sondern enthielt das Thun des andern in sich. Denn das Aufgeben des eignen Willens ist nur einerseits negativ, seinem Begriffe nach oder an sich, zugleich aber positiv, nemlich das Setzen des Willens als eines Andern, und bestimmt des Willens als eines nicht einzelnen, sondern allgemeinen. Für diſs 1807 160 Bewuſstseyn ist diese positive Bedeutung des negativ gesetzten einzelnen Willens der Willen des andern Extrems, der ihm, weil er eben ein anderes für es ist, nicht durch sich, sondern durch das Dritte, den Vermittler als Rath, wird. Es wird daher für es sein Willen wohl zum allgemeinen, und an sich seyenden Willen, aber es selbst ist sich nicht diſs an sich; das Aufgeben des seinigen als einzelnen ist ihm nicht dem Begriffe nach das positive des allgemeinen Willens. Ebenso sein Aufgeben des Besitzes und Genusses hat nur dieselbe negative Bedeutung, und das Allgemeine, das für es dadurch wird, ist ihm nicht sein eignes Thun. Diese Einheit des gegenständlichen und des fürsichseyns, welche im Begriffe des Thuns ist, und welche darum dem Bewuſstseyn als das Wesen und Gegenstand wird, — wie sie ihm nicht der Begriff seines Thuns ist, so ist ihm auch diſs nicht, daſs sie als Gegenstand für es wird, unmittelbar und durch es selbst, sondern es läſst sich von dem vermittelnden Diener diese selbst noch gebrochne Gewiſsheit aussprechen, daſs nur an sich sein Unglück das verkehrte, nemlich sich in seinem Thun selbstbefriedigendes Thun, oder seeliger Genuſs; sein ärmliches Thun ebenso an sich das verkehrte, nemlich absolutes Thun; dem Begriffe nach, das Thun nur als Thun des Einzelnen überhaupt Thun ist. Aber für es selbst bleibt das Thun, und sein wirkliches Thun ein ärmliches, und sein Genuſs der Schmerz, und das Aufgehobenseyn 1807 161 derselben, in der positiven Bedeutung ein Jenseits. Aber in diesem Gegenstande, worin ihm sein Thun und Seyn als dieses einzelnen Bewuſstseyns, Seyn und Thun an sich ist, ist ihm die Vorstellung der Vernunft geworden, der Gewiſsheit des Bewuſstseyns in seiner Einzelnheit absolut an sich, oder alle Realität zu seyn.

1807 101

IV. The Truth of Self-Certainty.

166 In the modes of certainty considered so far, the true is for consciousness something other than consciousness itself. But the concept of this true vanishes in the experience of it: as the object immediately was in itself—the existent of sense-certainty, the concrete thing of perception, the force of understanding—it proves rather not to be in truth. Instead, this in-itself emerges as a manner in which the object is only for another; its concept sublates itself in the actual object, or the first immediate representation sublates itself in experience, and certainty was lost in truth. But now there has arisen what did not come about in those earlier relations: a certainty equal to its truth, for certainty is itself its object, and consciousness is itself the true. There is admittedly an otherness in this too: consciousness differentiates, but differentiates something that for it 1807 102 is at the same time not differentiated. If we call the movement of knowing concept, and knowing as tranquil unity, or as I, the object, we see that not only for us but for knowing itself the object corresponds to the concept. Or, in the other manner, if we call what the object is in itself the concept, but what it is as object, or for another, the object, it is clear that being-in-itself and being-for-another are the same; for the in-itself is consciousness, but consciousness is equally that for which another—the in-itself—is. And it is for consciousness that the in-itself of the object and its being for another are the same. I is the content of the relation and the relating itself; it is itself against another and at the same time reaches over this other, which for it is likewise only itself.

167 With self-consciousness, then, we have now entered the native realm of truth. We must see how the shape of self-consciousness first appears. If we consider this new shape of knowing, knowing of itself, in relation to what preceded, knowing of another, the latter has indeed vanished; but its moments have at the same time equally been preserved, and the loss consists in their being present here as they are in themselves. The being of meaning, the singularity and the 1807 103 universality opposed to it in perception, and the empty inner of understanding are no longer essences but moments of self-consciousness—that is, abstractions or differences that for consciousness itself are at the same time null, or no differences, and purely vanishing essences. Thus only the principal moment itself seems to have been lost, namely simple independent subsistence for consciousness. But in fact self-consciousness is reflection out of the being of the sensuous and perceived world, and essentially return from otherness. As self-consciousness it is movement; but since it distinguishes from itself only itself as itself, difference is for it immediately sublated as otherness. Difference is not, and self-consciousness is only the motionless tautology "I am I"; insofar as difference does not also have for it the shape of being, it is not self-consciousness. Thus otherness is for it as a being, or as a differentiated moment; but its own unity with this difference is also for it, as a second differentiated moment. With that first moment, self-consciousness is preserved as consciousness, and for it the whole expanse of the sensuous world is preserved; but at the same time only as related to the second moment, the unity of self-consciousness with itself. The world is thereby for self-consciousness a subsistence that is, however, only appearance, or 1807 104 difference that in itself has no being. But this opposition of its appearance and its truth has only truth, namely the unity of self-consciousness with itself, for its essence; this unity must become essential to self-consciousness—that is, self-consciousness is desire in general. As self-consciousness, consciousness now has a twofold object: one, the immediate object, the object of sense-certainty and perception, which, however, for it is marked with the character of the negative; and the second, namely itself, which is the true essence and initially is present only in opposition to the first. In this, self-consciousness presents itself as the movement in which this opposition is sublated and the equality of itself with itself comes to be for it.

168 Yet the object that is the negative for self-consciousness has, for its part, for us, or in itself, returned into itself just as consciousness has on the other side. Through this reflection into itself it has become life. What self-consciousness distinguishes from itself as being also has within it, insofar as it is posited as being, not merely the mode of sense-certainty and perception, but is being reflected into itself; and the object of immediate desire is something living. For the in-itself, or the universal result of understanding's relation to the 1807 105 inner of things, is differentiation of what is not to be differentiated, or the unity of what is differentiated. But this unity is just as much, as we have seen, its repulsion of itself from itself, and this concept divides into the opposition of self-consciousness and life: the former the unity for which the infinite unity of differences is; the latter, however, is only this unity itself, so that it is not at the same time for itself. Thus the object is in itself just as independent as consciousness. Self-consciousness, which is utterly for itself and immediately marks its object with the character of the negative, or is initially desire, will therefore rather experience the object's independence.

169 The determination of life as it emerges from the concept, or the universal result with which we enter this sphere, suffices to characterize it without further developing its nature from this determination; its circle closes in the following moments. Essence is infinity as the being-sublated of all differences, pure movement turning on its axis, the repose of itself as absolutely restless infinity; independence itself, in which the differences of movement are dissolved; the simple essence of time, which in this self-equality has the solid shape of space. Yet the 1807 106 differences are just as much present in this simple universal medium as differences; for this universal fluidity has its negative nature only insofar as it is a sublation of them. But it cannot sublate the differentiated elements unless they have a subsistence. Precisely this fluidity, as self-equal independence, is itself their subsistence, or substance, in which they thus are as differentiated members and parts being-for-themselves. Being no longer has the meaning of the abstraction of being, nor does their pure essentiality have the meaning of the abstraction of universality; rather, their being is precisely that simple fluid substance of pure movement within itself. But the difference of these members from one another, as difference, consists in no other determinateness at all than the determinateness of the moments of infinity, or of pure movement itself.

170 The independent members are for themselves; but this being-for-themselves is rather just as immediately their reflection into unity as this unity is division into independent shapes. Unity is divided because it is absolutely negative or infinite unity; and because it is subsistence, difference too has independence only in it. This independence of shape appears as something determinate, for another, for it is something divided; and the sublation of division takes place to that extent through another. 1807 107 But it is equally within the shape itself; for precisely that fluidity is the substance of the independent shapes, and this substance is infinite. Shape is therefore, in its very subsistence, division, or the sublation of its being-for-itself.

171 If we distinguish more closely the moments contained here, we see that as the first moment we have the subsistence of independent shapes, or the suppression of what differentiation is in itself: namely, not to be in itself and to have no subsistence. The second moment, however, is the subjection of that subsistence to the infinity of difference. In the first moment there is the subsisting shape; as substance being-for-itself, or infinite in its determinateness, it stands against universal substance, denies this fluidity and continuity with universal substance, and asserts itself as not dissolved in this universal, but rather as maintaining itself through separation from this inorganic nature of its own and through consuming it. Life in the universal fluid medium, a tranquil laying-out of shapes, thereby becomes the movement of these shapes, or life as process. Simple universal fluidity is the in-itself, and the difference of shapes the other. But through this difference, fluidity itself becomes the other; for it is now for difference, which is in and for itself and hence 1807 108 is the infinite movement by which that tranquil medium is consumed: life as living. Yet this inversion is therefore in turn an inversion within itself: what is consumed is essence; individuality, maintaining itself at the expense of the universal and giving itself the feeling of its unity with itself, precisely thereby sublates its opposition to the other, through which it is for itself. The unity with itself that it gives itself is precisely the fluidity of differences, or universal dissolution. Conversely, however, the sublation of individual subsistence is equally its production. For since the essence of the individual shape is universal life, and what is for itself is in itself simple substance, in positing the other within itself it sublates this simplicity of its own, or its essence; that is, it divides simplicity, and this division of undifferentiated fluidity is precisely the positing of individuality. Thus the simple substance of life is its division into shapes, and at the same time the dissolution of these subsisting differences; and the dissolution of division is just as much division, or articulation into members. The two sides of the entire movement that were distinguished thereby coincide: namely, configuration tranquilly laid out in the universal medium of independence, and the process of life. The latter is just as much configuration as it is sublation of shape 1807 109; and the first, configuration, is just as much sublation as it is articulation. The fluid element is itself only the abstraction of essence, or is actual only as shape; and its articulating itself is again a dividing of what is articulated, or a dissolving of it. This entire cycle constitutes life: neither what is first expressed, the immediate continuity and solidity of its essence, nor subsisting shape and the discrete that is for itself, nor their pure process, nor again the simple gathering together of these moments, but the whole that develops itself, dissolves its development, and in this movement maintains itself as simple.

172 Since the movement departs from the first immediate unity, passes through the moments of configuration and process to the unity of these two moments, and thereby returns again to the first simple substance, this reflected unity is other than the first. In contrast to that immediate unity, or unity expressed as a being, this second unity is the universal, which has all these moments within it as sublated. It is the simple genus, which does not exist for itself as this simple element in the movement of life itself; rather, in this result, life points to something other than what it is, namely to consciousness, for which it is as this unity, or as genus.

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173 But this other life, for which genus is as such and which is genus for itself—self-consciousness—is initially for itself only as this simple essence, and has itself as pure I for its object. In its experience, which must now be considered, this abstract object will become enriched for it and acquire the unfolding we have seen in life.

174 The simple I is this genus, or the simple universal for which differences are none, only insofar as it is the negative essence of the shaped, independent moments; and self-consciousness is thereby certain of itself only through sublating this other, which presents itself to it as independent life. It is desire. Certain of the nullity of this other, it posits that nullity for itself as its truth, annihilates the independent object, and thereby gives itself self-certainty as true certainty, as a certainty that has come to be for self-consciousness itself in an objective manner.

175 Yet in this satisfaction it experiences the independence of its object. Desire and the self-certainty attained in its satisfaction are conditioned by the object, for this certainty is through sublation of this other; for this sublation to be, this other must be. Thus through its negative relation self-consciousness cannot sublate the object; rather, it therefore produces the object again, as well as desire. In 1807 111 fact, something other than self-consciousness is the essence of desire; and through this experience this truth has come to be for self-consciousness itself. Yet at the same time self-consciousness is equally absolutely for itself, and is so only through sublating the object; and its satisfaction must come to it, for it is the truth. On account of the object's independence, it can therefore attain satisfaction only insofar as the object itself carries out negation within itself; and the object must carry out this negation of itself within itself, for it is in itself the negative, and must be for the other what it is. Since it is negation within itself and is at the same time independent in this, it is consciousness. In life, which is the object of desire, negation is either in another, namely in desire, or as determinateness against another indifferent shape, or as life's inorganic universal nature. But this universal independent nature, in which negation is as absolute, is genus as such, or as self-consciousness. Self-consciousness attains its satisfaction only in another self-consciousness.

176 Only in these three moments is the concept of self-consciousness complete: a) pure undifferentiated I is its first immediate object. b) But this immediacy is itself absolute mediation; it is only as sublation of the independent object, or it is desire. The 1807 112 satisfaction of desire is indeed self-consciousness's reflection into itself, or certainty become truth. c) But the truth of this certainty is rather twofold reflection, the duplication of self-consciousness. There is an object for consciousness that in itself posits its otherness, or difference, as null, and is independent in this. The differentiated, merely living shape does indeed itself also sublate its independence in the process of life, but with its difference it ceases to be what it is; the object of self-consciousness, however, is equally independent in this negativity of itself. It is thereby genus for itself, universal fluidity in the distinctive character of its separation; it is living self-consciousness.

177 There is a self-consciousness for a self-consciousness. Only through this is it in fact; for only in this does the unity of itself in its otherness come to be for it. I, which is the object of its concept, is in fact not an object; the object of desire, however, is only independent, for it is the universal, indestructible substance, the fluid self-equal essence. When a self-consciousness is the object, it is I just as much as object. With this, the concept of spirit is already present for us. What further comes to be for consciousness is the experience of what 1807 113 spirit is: this absolute substance which, in the complete freedom and independence of its opposition—namely, of different self-consciousnesses that are for themselves—is their unity; I that is we, and we that is I. Only in self-consciousness, as the concept of spirit, does consciousness have its turning point, at which it steps out of the colorful semblance of the sensuous here-and-now and out of the empty night of the supersensible beyond into the spiritual daylight of the present.

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A. Independence and Dependence of Self-Consciousness; Lordship and Bondage.

178 Self-consciousness is in and for itself insofar as, and through the fact that, it is in and for itself for another; that is, it is only as something recognized. The concept of this unity of self-consciousness in its duplication, of infinity realizing itself in self-consciousness, is a many-sided and many-meaninged interweaving. Its moments must therefore partly be kept precisely apart, partly at the same time, in this differentiation, also be taken and cognized as not differentiated, or always in their opposed meaning. The double meaning of what is differentiated lies in the essence of self-consciousness: to be infinite, or immediately the opposite of the determinateness in which it is posited. The unfolding of the concept of this spiritual unity in its duplication presents to us the movement of recognition.

179 For self-consciousness there is another self-consciousness; it has come outside itself. 1807 115 This has a twofold meaning: first, it has lost itself, for it finds itself as an other essence; second, it has thereby sublated the other, for it also does not see the other as essence, but itself in the other.

180 It must sublate this otherness of its own; this is the sublation of the first double meaning, and therefore itself a second double meaning. First, it must set out to sublate the other independent essence in order thereby to become certain of itself as essence; second, it thereby sets out to sublate itself, for this other is itself.

181 This double-meaninged sublation of its double-meaninged otherness is equally a double-meaninged return into itself; for first, through sublation it receives itself back, since through sublating its otherness it becomes equal to itself again. Second, however, it equally gives the other self-consciousness back to that self-consciousness; for it was itself in the other, and it sublates this being of its own in the other, thus releases the other again into freedom.

182 Yet this movement of self-consciousness in relation to another self-consciousness has been presented in this way as the doing of one; but this doing of one itself has the twofold meaning of being equally its own doing and the doing of the other. For the other is equally independent, enclosed within itself, and there is nothing in it that is not through itself. The first 1807 116 does not have the object before it as the object initially is only for desire, but as an independent object that is for itself; hence it can accomplish nothing for itself with regard to this object unless the object does in itself what the first self-consciousness does to it. The movement is therefore simply the twofold movement of both self-consciousnesses. Each sees the other do the same as it does; each itself does what it demands of the other, and therefore does what it does only insofar as the other does the same. One-sided doing would be useless, because what is to happen can come about only through both.

183 Doing is thus double-meaninged not only insofar as it is a doing equally against itself and against the other, but also insofar as it is inseparably equally the doing of one and of the other.

184 In this movement we see the process that presented itself as the play of forces repeat itself, but in consciousness. What in that process was for us is here for the extremes themselves. The middle is self-consciousness, which divides into the extremes, and each extreme is this interchange of its determinateness and absolute transition into the opposite. As consciousness it does indeed come outside itself, yet in its being-outside-itself it is at the same time retained within itself, for itself, and its outside-itself is for it. It is for it that it immediately is, and 1807 117 is not, another consciousness; and equally that this other is for itself only insofar as it sublates itself as being-for-itself, and is for itself only in the other's being-for-itself. Each is for the other the middle through which each mediates and unites itself with itself, and each is for itself and the other an immediate essence that is for itself, yet at the same time is for itself in this way only through this mediation. They recognize themselves as mutually recognizing one another.

185 This pure concept of recognition, of the duplication of self-consciousness in its unity, must now be considered as its process appears for self-consciousness. It will first present the side of the inequality of the two, or the emergence of the middle into the extremes, which, as extremes, are opposed to one another, one being only recognized, the other only recognizing.

186 Self-consciousness is initially simple being-for-itself, self-equal through excluding everything other from itself; its essence and absolute object is for it I. And in this immediacy, or in this being of its being-for-itself, it is singular. Whatever else is for it is an inessential object marked with the character of the negative. But the other is also a self-consciousness; an individual appears opposite an individual. Appearing thus immediately, they are for one another in the manner of ordinary objects: independent shapes, consciousnesses immersed in the being 1807 118 of life—for the existent object has here determined itself as life—which have not yet accomplished for one another the movement of absolute abstraction, of eradicating all immediate being and being only the purely negative being of self-equal consciousness; or they have not yet presented themselves to one another as pure being-for-itself, that is, as self-consciousness. Each is indeed certain of itself, but not of the other, and therefore its own self-certainty still has no truth; for its truth would be only that its own being-for-itself had presented itself to it as an independent object, or, what is the same, that the object had presented itself as this pure self-certainty. According to the concept of recognition, however, this is possible only when, as the other does for it, so it does for the other: each in itself, through its own doing and again through the other's doing, accomplishes this pure abstraction of being-for-itself.

187 But its presentation of itself as the pure abstraction of self-consciousness consists in showing itself as pure negation of its objective mode, or in showing that it is bound to no determinate existence, not to the universal singularity of existence in general, not to life. This presentation is twofold doing: the doing of the other and doing through oneself. Insofar as it is the other's doing, each thus seeks 1807 119 the other's death. Yet in this the second aspect, doing through oneself, is also present; for the former involves staking one's own life. The relation of both self-consciousnesses is therefore determined in such a way that they prove themselves and one another through the struggle for life and death. They must enter this struggle, for they must raise their self-certainty of being for themselves to truth, in the other and in themselves. And it is only through staking life that freedom is proved, that it is proved that for self-consciousness neither being, nor the immediate manner in which it appears, nor its immersion in the expanse of life is essence; rather, nothing is present within it that is not for it a vanishing moment, and it is only pure being-for-itself. The individual who has not risked life can indeed be recognized as a person, but has not attained the truth of this being-recognized as an independent self-consciousness. Equally, each must seek the other's death as it stakes its own life; for the other counts for it as no more than itself. Its essence presents itself to it as an other; it is outside itself; it must sublate its being-outside-itself. The other is a variously entangled and existent consciousness; self-consciousness must intuit its otherness as pure being-for-itself, or as absolute negation.

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188 Yet this proving through death sublates both the truth that was to emerge from it and, with it, self-certainty in general. For just as life is the natural position of consciousness, independence without absolute negativity, so death is its natural negation, negation without independence, which thus remains without the required significance of recognition. Through death, certainty has indeed come to be that both risked their lives and held life in contempt, in themselves and in the other; but not for those who underwent this struggle. They sublate their consciousness posited in this alien essentiality, which is natural existence, or they sublate themselves and are sublated as extremes wishing to be for themselves. But the essential moment thereby vanishes from the play of interchange: that of dividing into extremes of opposed determinatenesses. And the middle collapses into a dead unity divided into dead, merely existent, unopposed extremes; the two do not mutually give themselves to, and receive themselves back from, one another through consciousness, but merely leave one another free, indifferently, as things. Their deed is abstract negation, not the negation of consciousness, which sublates in such a way that it preserves and maintains what is sublated, and thereby survives its being-sublated.

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189 In this experience, self-consciousness comes to see that life is as essential to it as pure self-consciousness. In immediate self-consciousness, the simple I is the absolute object, which, however, for us, or in itself, is absolute mediation and has subsisting independence as an essential moment. The dissolution of that simple unity is the result of the first experience; through it a pure self-consciousness is posited, and a consciousness that is not purely for itself but for another—that is, as existent consciousness, or consciousness in the shape of thinghood. Both moments are essential; since they are initially unequal and opposed, and their reflection into unity has not yet emerged, they are as two opposed shapes of consciousness: one the independent consciousness for which being-for-itself is essence; the other the dependent consciousness for which life, or being-for-another, is essence. The former is the lord, the latter the bondsman.

190 The lord is consciousness being-for-itself, but no longer merely its concept; rather, consciousness being-for-itself that is mediated with itself through another consciousness, namely one to whose essence it belongs to be synthesized with independent being, or thinghood in general. The lord relates to these two moments: to a thing as such, 1807 122 the object of desire, and to the consciousness for which thinghood is essential. And since the lord is a) as the concept of self-consciousness, immediate relation of being-for-itself, but b) now at the same time as mediation, or as a being-for-itself that is for itself only through another, the lord relates a) immediately to both, and b) mediately to each through the other. The lord relates to the bondsman mediately through independent being; for precisely to this the bondsman is held. It is the chain from which the bondsman could not abstract in the struggle, and hence proved dependent, possessing independence in thinghood. But the lord is the power over this being, for in the struggle the lord proved that it counts only as something negative; and since the lord is the power over it, while this being is the power over the other, the lord has this other under domination in this syllogism. Likewise, the lord relates mediately through the bondsman to the thing; the bondsman, as self-consciousness in general, also relates negatively to the thing and sublates it. But the thing is at the same time independent for the bondsman, who therefore cannot, through negation, finish with it to the point of annihilation, but merely works upon it. For the lord, by contrast, through this mediation there comes to be the immediate relation as pure negation of the thing, or enjoyment. What desire failed to do, the lord succeeds in doing: finishing with the thing and satisfying himself in 1807 123 enjoyment. Desire failed in this because of the thing's independence; but the lord, having inserted the bondsman between the thing and himself, thereby joins himself only with the thing's dependence and enjoys it purely, leaving the side of independence to the bondsman, who works upon it.

191 In these two moments the lord's being-recognized through another consciousness comes to be for the lord; for this consciousness posits itself in them as inessential, once in working upon the thing, the other time in dependence upon a determinate existence. In both, it cannot become master over being and attain absolute negation. Thus the moment of recognition is present here in which the other consciousness sublates itself as being-for-itself, and thereby itself does what the first does against it. Equally, the other moment is present, that this doing of the second is the first's own doing; for what the bondsman does is properly the lord's doing. For the lord only being-for-itself is essence; the lord is the pure negative power for which the thing is nothing, and thus the pure essential doing in this relation; the bondsman, however, is a doing that is not pure but inessential. Yet for recognition proper, the moment is lacking in which the lord also does against himself what he does against the other, and the bondsman also does against the other what he does against himself. There has 1807 124 thereby arisen a one-sided and unequal recognition.

192 In this relation, inessential consciousness is for the lord the object constituting the truth of the lord's self-certainty. But it is clear that this object does not correspond to its concept; rather, in that in which the lord has fulfilled himself, something entirely different from an independent consciousness has come to be for him. What is for him is not such a consciousness, but rather a dependent one; the lord is thus not certain of being-for-itself as truth, but his truth is rather inessential consciousness and its inessential doing.

193 Accordingly, the truth of independent consciousness is bondsman consciousness. This admittedly appears initially outside itself and not as the truth of self-consciousness. Yet just as lordship showed that its essence is the inversion of what it wishes to be, so bondage too will, rather, in its fulfillment become the opposite of what it immediately is. As consciousness driven back into itself, it will enter into itself and turn into true independence.

194 We have seen only what bondage is in the relation of lordship. But it is self-consciousness, and what it accordingly is in and for itself must now be considered. Initially, for 1807 125 bondage, the lord is essence; thus independent consciousness being-for-itself is for it the truth, which, however, is not yet for it within itself. Yet it has this truth of pure negativity and being-for-itself in fact within itself, for it has experienced this essence within itself. For this consciousness has felt anxiety not for this or that, nor for this or that moment, but for its entire essence; for it has felt the fear of death, the absolute lord. In this fear it has been inwardly dissolved, has trembled throughout within itself, and everything fixed in it has quaked. But this pure universal movement, the absolute fluidification of all subsistence, is the simple essence of self-consciousness, absolute negativity, pure being-for-itself, which is thereby in this consciousness. This moment of pure being-for-itself is also for it, for in the lord it is its object. Furthermore, this consciousness is not merely this universal dissolution in general, but in serving it actually carries the dissolution out: in all singular moments it sublates its attachment to natural existence and works it away.

195 Yet the feeling of absolute power in general, and in the particulars of service, is only dissolution in itself; and although fear of the lord is the beginning of wisdom, in this fear consciousness is not, for itself, being-for-itself. Through work, however, it comes to itself. In the moment 1807 126 corresponding to desire in the lord's consciousness, the side of the inessential relation to the thing seemed indeed to have fallen to the serving consciousness, since in that relation the thing retains its independence. Desire has reserved for itself the pure negating of the object and thereby unmixed self-feeling. But this satisfaction is therefore itself only a vanishing, for it lacks the objective side, or subsistence. Work, by contrast, is inhibited desire, delayed vanishing; or it forms. The negative relation to the object becomes the object's form, and something enduring, precisely because the object has independence for the worker. This negative middle, or formative doing, is at the same time the singularity, or pure being-for-itself, of consciousness, which now in work steps outside itself into the element of endurance. Through this, working consciousness thus comes to intuit independent being as itself.

196 Forming, however, has not only this positive meaning, that in it serving consciousness becomes for itself, as pure being-for-itself, something existent; it also has a negative meaning against its first moment, fear. For in forming the thing, its own negativity, its being-for-itself, becomes its object only through its sublating the opposed, existent form. Yet this objective negative is precisely the alien essence before which it 1807 127 trembled. But now it destroys this alien negative, posits itself as such a negative in the element of endurance, and thereby becomes for itself something being-for-itself. In the lord, being-for-itself is for it an other, or only for it; in fear, being-for-itself is within it; in forming, being-for-itself becomes for it its own, and it becomes conscious that it itself is in and for itself. Through being set outside, form does not become something other than itself for consciousness; for precisely that form is its pure being-for-itself, which therein becomes truth for it. Through this rediscovery of itself through itself, it thus becomes a mind of its own, precisely in work, in which it seemed only to be another's mind. For this reflection, the two moments of fear and service in general, as well as forming, are necessary, and both at the same time in a universal manner. Without the discipline of service and obedience, fear remains at the formal level and does not spread over the conscious actuality of existence. Without forming, fear remains inward and mute, and consciousness does not become for itself. If consciousness forms without the first absolute fear, it is only a vain mind of its own; for its form, or negativity, is not negativity in itself, and its forming therefore cannot give it consciousness of itself as essence. If it has not endured absolute fear, but only some anxiety, negative essence has remained for it something 1807 128 external; its substance has not been infected by it through and through. Since not all the fulfillments of its natural consciousness have been shaken, it still belongs in itself to determinate being; its own mind is obstinacy, a freedom that still remains within bondage. Just as little as pure form can become its essence, so little is that form, considered as spreading over the singular, universal forming, absolute concept; rather, it is a skill that masters only some things, not universal power and the entire objective essence.

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B. Freedom of Self-Consciousness; Stoicism, Skepticism, and the Unhappy Consciousness.

197 For independent self-consciousness, on the one hand, only the pure abstraction of the I is its essence; and on the other, as this abstraction develops and gives itself differences, this differentiating does not become for it objective essence being-in-itself. This self-consciousness thus does not become an I that truly differentiates itself in its simplicity, or remains equal to itself in this absolute differentiation. Consciousness driven back into itself, by contrast, becomes its own object in forming, as the form of the things formed; and in the lord it intuits being-for-itself at the same time as consciousness. But for serving consciousness as such, these two moments—itself as independent object, and this object as a consciousness, and thus its own essence—fall apart. Yet since for us, or in itself, form and being-for-itself are the same, and in the 1807 130 concept of independent consciousness being-in-itself is consciousness, the side of being-in-itself, or thinghood, which form acquired in work, is no other substance than consciousness; and a new shape of self-consciousness has come to be for us: a consciousness which, as infinity, or the pure movement of consciousness, is its own essence; which thinks, or is free self-consciousness. For to be one's own object not as abstract I, but as I that at the same time has the meaning of being-in-itself, or to relate to objective essence in such a way that it has the meaning of the being-for-itself of the consciousness for which it is—this is thinking. For thinking, the object moves not in representations or shapes but in concepts, that is, in a differentiated being-in-itself which is immediately for consciousness not something differentiated from it. What is represented, shaped, existent, as such, has the form of being something other than consciousness; a concept, however, is at the same time something existent—and this difference, insofar as it is in the concept itself, is its determinate content. Yet because this content is at the same time comprehended, consciousness remains immediately conscious of its unity with this determinate and differentiated existent—not as in representation, where it must first expressly remind itself that this is its representation; rather, the concept is immediately my 1807 131 concept for me. In thinking I am free, because I am not in another, but remain utterly with myself, and the object that is essence for me is, in undivided unity, my being-for-myself; and my movement in concepts is a movement within myself. Yet in determining this shape of self-consciousness, it is essential to hold fast to this: it is thinking consciousness in general, or its object is the immediate unity of being-in-itself and being-for-itself. Consciousness that is like itself, repelling itself from itself, becomes for itself an element being-in-itself; but it is this element for itself only as universal essence in general, not as this objective essence in the development and movement of its manifold being.

198 As is well known, this freedom of self-consciousness, when it appeared as an appearance conscious of itself in the history of spirit, was called Stoicism. Its principle is that consciousness is thinking essence, and that something has essentiality for it, or is true and good for it, only insofar as consciousness behaves in it as thinking essence.

199 The manifold, internally differentiated expanse, singularization, and entanglement of life is the object upon which desire and work act. This manifold doing has now contracted into the simple differentiation 1807 132 present in the pure movement of thinking. Essentiality no longer belongs to difference presenting itself as a determinate thing, or as consciousness of a determinate natural existence, as a feeling, or as desire and a purpose for it, whether posited by one's own or by an alien consciousness; rather, essentiality belongs only to difference that is thought, or is immediately not differentiated from me. This consciousness thus takes a negative attitude toward the relation of lordship and bondage. Its doing consists in not having its truth, in lordship, in the bondsman, nor, as bondsman, in the lord's will and in its serving; rather, whether on the throne or in chains, in all the dependence of its singular existence, it is to be free and preserve the lifelessness that continually withdraws from the movement of existence, from acting as from suffering, into the simple essentiality of thought. Obstinacy is freedom that fastens upon a singularity and stands within bondage; Stoicism, however, is freedom that always immediately comes out of bondage and returns into the pure universality of thought. As a universal form of world spirit, it could appear only in a time of universal fear and bondage, but also of universal cultivation, which had raised forming to the level of thinking.

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200 Although the essence for this self-consciousness is neither something other than itself nor the pure abstraction of the I, but I that has otherness within it, though as a difference in thought, so that in its otherness it has immediately returned into itself, this essence of its own is at the same time only an abstract essence. The freedom of self-consciousness is indifferent to natural existence, and has therefore equally released this existence into freedom; and reflection is twofold. Freedom in thought has only pure thought for its truth, a truth without the fulfillment of life; and it is therefore also only the concept of freedom, not living freedom itself. For only thinking in general is as yet its essence, form as such, which has returned into itself from the independence of things. Yet if individuality were to present itself as living in action, or, as thinking, to grasp the living world as a system of thought, thought itself would have to contain a content: for the former expansion, a content of what is good, for the latter, of what is true, so that throughout, in what is for consciousness, there would be no ingredient other than the concept, which is essence. But as the concept here separates itself as abstraction from the multiplicity of things, it has no content within itself, but a given content. Consciousness does indeed eradicate the content as an alien being by thinking it; but the 1807 134 concept is determinate concept, and this determinateness of it is the alien element it has within it. Stoicism was therefore embarrassed when asked, as the expression went, for the criterion of truth in general—that is, properly, for a content of thought itself. To the question what is good and true, it again offered contentless thinking itself as its answer: the true and good were supposed to consist in rationality. But this self-equality of thinking is again only pure form, in which nothing determines itself. The general words concerning the true and good, wisdom and virtue, at which Stoicism must stop, are therefore indeed uplifting in general, but because they can in fact attain no expansion of content, they soon begin to produce boredom.

201 This thinking consciousness, as it has determined itself as abstract freedom, is thus only the incomplete negation of otherness. Merely withdrawn into itself from existence, it has not accomplished itself within itself as the absolute negation of existence. Content counts for it only as thought, admittedly, but at the same time as determinate thought, and determinateness as such counts as well.

202 Skepticism is the realization of that of which Stoicism is only the concept, and the actual experience of what freedom of thought 1807 135 is; this freedom is in itself the negative and must present itself as such. With the reflection of self-consciousness into the simple thought of itself, independent existence, or enduring determinateness, has in fact fallen out of infinity and stands opposite it; in skepticism, the complete inessentiality and dependence of this other now become present for consciousness. Thought becomes the complete thinking that annihilates the being of the manifoldly determined world, and the negativity of free self-consciousness becomes for itself, in this manifold configuration of life, real negativity. It is clear that just as Stoicism corresponds to the concept of independent consciousness that appeared as the relation of lordship and bondage, so skepticism corresponds to its realization, as the negative direction toward otherness, desire and work. But whereas desire and work could not carry out negation for self-consciousness, this polemical direction against the manifold independence of things will, by contrast, succeed, because it turns against them as a free self-consciousness already completed within itself; more precisely, because it has thinking, or infinity, within itself, and in this the independent elements, according to their difference, are for it only vanishing magnitudes. The differences that in the pure thinking of itself are only the 1807 136 abstraction of differences here become all differences, and all differentiated being becomes a difference of self-consciousness.

203 The doing of skepticism in general and its manner have thereby been determined. It exhibits the dialectical movement that sense-certainty, perception, and understanding are, as well as the lack of essence in what counts as determinate in the relation of ruling and serving, and for abstract thinking itself. That relation also contains within itself a determinate manner in which ethical laws, too, are present as commands of lordship; the determinations in abstract thinking, however, are concepts of science, into which contentless thinking expands, attaching the concept, in what is in fact only an external manner, to the being that is independent for it and constitutes its content, and accepting as valid only determinate concepts, even if they are also pure abstractions.

204 The dialectical, as negative movement as it immediately is, initially appears to consciousness as something to which it is delivered over and which is not through consciousness itself. As skepticism, by contrast, this movement is a moment of self-consciousness, for which it does not merely happen that its true and real vanish without its knowing how; rather, in the certainty of its freedom, self-consciousness itself lets this other, which presents itself as real, 1807 137 vanish. It lets vanish not only the objective as such, but its own attitude toward it, in which the objective counts and is asserted as objective: thus also its perceiving, its fixing of what it is in danger of losing, sophistry, and its true determined and established from itself. Through this self-conscious negation it procures for itself, for its own self, the certainty of its freedom, produces the experience of that freedom, and thereby raises it to truth. What vanishes is the determinate, or the difference that, in whatever manner and from whatever source, sets itself up as fixed and unalterable. It has nothing enduring within it and must vanish before thinking, because what is differentiated is precisely this: not to be in itself, but to have its essentiality only in another. Thinking, however, is insight into this nature of the differentiated; it is negative essence as simple.

205 Thus, in the alteration of everything that seeks to establish itself for it, skeptical self-consciousness experiences its own freedom as given and maintained through itself; it is for itself this ataraxia of thinking itself, the unalterable and true certainty of itself. This certainty does not emerge from something alien, whose manifold development has collapsed into itself, as a result that has left its becoming behind; rather, consciousness itself is absolute dialectical unrest, 1807 138 this mixture of sensuous and thought representations whose differences collapse, and whose equality likewise dissolves again—for equality is itself determinateness against the unequal. Yet precisely in this, instead of being self-equal consciousness, this consciousness is in fact only an utterly contingent confusion, the vertigo of an ever self-producing disorder. It is this for itself; for it itself maintains and produces this moving confusion. It therefore also acknowledges this; it acknowledges itself to be an entirely contingent, singular consciousness—an empirical consciousness, which follows what has no reality for it, obeys what is no essence for it, does and brings into actuality what has no truth for it. Yet just as it counts itself in this way as singular, contingent, and in fact animal life, and lost self-consciousness, so, conversely, it also again makes itself into the universal self-equal consciousness; for it is the negativity of all singularity and all difference. From this self-equality—or rather within it itself—it falls back again into that contingency and confusion, for precisely this moving negativity deals only with singulars and busies itself with contingencies. This consciousness is thus this unconscious rambling back and forth from one extreme of self-equal self-consciousness to the other of 1807 139 contingent, confused, and confusing consciousness. It does not itself bring these two thoughts of itself together; at one time it recognizes its freedom as elevation above all the confusion and contingency of existence, and at another equally acknowledges itself again as a falling-back into inessentiality and a wandering about within it. It lets the inessential content vanish in its thinking, but precisely therein it is consciousness of something inessential; it expresses absolute vanishing, but the expressing is, and this consciousness is the vanishing expressed. It declares the nullity of seeing, hearing, and so forth, and it itself sees, hears, and so forth; it declares the nullity of ethical essentialities and itself makes them the powers of its action. Its doing and its words always contradict one another, and it equally has within itself the twofold contradictory consciousness of unalterability and equality, and of complete contingency and inequality with itself. But it keeps this contradiction of itself apart, and behaves toward it as it does in its purely negative movement generally. If equality is pointed out to it, it points out inequality; and when this inequality that it has just expressed is now held before it, it passes over to pointing out equality. Its talk is in fact the quarrel of obstinate 1807 140 boys, one of whom says A when the other says B, and B again when the other says A, and who purchase, through contradiction with themselves, the pleasure of remaining in contradiction with one another.

206 In skepticism, consciousness truly experiences itself as a consciousness that contradicts itself; from this experience a new shape emerges, bringing together the two thoughts that skepticism keeps apart. Skepticism’s thoughtlessness about itself must disappear, because it is in fact one consciousness that contains both these modes. This new shape is therefore a consciousness that is for itself the doubled consciousness of itself as self-liberating, unchangeable, and equal to itself, and of itself as utterly self-confounding and self-inverting—and is the consciousness of this contradiction of its own.—In stoicism, self-consciousness is the simple freedom of itself; in skepticism, this freedom realizes itself and annihilates the other side, that of determinate existence, but instead doubles itself, and now finds itself to be twofold. Thus the doubling previously distributed between two individuals, the lord and the bondsman, has returned into one; the doubling of self-consciousness within itself, which is essential to the concept of spirit, is now present, but not yet its unity, and unhappy consciousness is consciousness 1807 141 of itself as a doubled, merely contradictory essence.

207 This unhappy consciousness, divided within itself, must therefore, because this contradiction of its essence is to it one consciousness, always have the other consciousness present within either one. Thus, precisely when it believes it has attained victory and the repose of unity, it is immediately driven out of each again. But its true return into itself, or its reconciliation with itself, will exhibit the concept of spirit become living and entered into existence, because it already contains this: as one undivided consciousness, it is doubled. It is itself the looking of one self-consciousness into another, and it is itself both; the unity of both is also its essence for it, but for itself it is not yet this essence itself, not yet the unity of both.

208 Since at first it is only the immediate unity of both, while for it the two are not the same but opposed, one of them, namely the simple, unchangeable consciousness, counts for it as essential, while the other, the manifold, changeable consciousness, counts as inessential. For it, the two are essences alien to each other; because it is consciousness of this contradiction, it places itself on the side of changeable consciousness and regards itself as inessential. But as consciousness of unchangeableness, or of simple essence, it must at the same time strive 1807 142 to free itself from the inessential—that is, from itself. For although for itself it is only the changeable consciousness, and the unchangeable is something alien to it, it is itself simple and therefore unchangeable consciousness, and is thus conscious of this as its essence, yet in such a way that, again, it itself, for itself, is not this essence. The position it assigns to the two therefore cannot be their indifference to each other, that is, cannot be its own indifference toward the unchangeable. Rather, it is immediately both itself, and for it the relation of the two is a relation of the essential to the inessential, so that the latter must be sublated. But since for it both are equally essential and contradictory, it is only the contradictory movement in which the opposite does not come to rest in its opposite, but reproduces itself there only as an opposite.

209 There is thus a struggle against an enemy over whom victory is instead defeat, in which attaining one thing means instead losing it in its opposite. Consciousness of life, of its existence and activity, is only pain over this existence and activity, for in them it is conscious only of its opposite as the essence, and of its own nullity. It passes beyond this in an ascent to the unchangeable. But this ascent is itself this consciousness; it is therefore immediately 1807 143 consciousness of the opposite, namely of itself as singularity. The unchangeable that enters consciousness is thereby at the same time touched by singularity, and is present only along with it; instead of singularity having been eradicated in consciousness of the unchangeable, it continually emerges there.

210 In this movement, however, consciousness experiences precisely this emergence of singularity in the unchangeable, and of the unchangeable in singularity. For it, singularity in general comes to be in the unchangeable essence, and at the same time its own singularity comes to be there. For the truth of this movement is precisely the oneness of this doubled consciousness. This unity comes to be for it, but initially it is itself a unity in which the difference between the two still predominates. Consciousness thus finds three ways in which singularity is linked with the unchangeable. First, it itself emerges again for itself as opposed to the unchangeable essence, and is thrown back to the beginning of the struggle, which remains the element of the whole relationship. Second, however, the unchangeable itself, for consciousness, has singularity within it, so that singularity is a shape of the unchangeable, to which the entire mode of existence thus passes over. Third, consciousness finds itself as this singular being in the unchangeable. The first unchangeable is for it only the alien essence that condemns singularity; 1807 144 since the second is a shape of singularity like itself, it becomes, third, spirit, has the joy of finding itself within it, and becomes conscious that its singularity is reconciled with the universal.

211 What presents itself here as the mode and relationship of the unchangeable emerged as the experience that divided self-consciousness undergoes in its unhappiness. This experience is admittedly not its one-sided movement, for it is itself unchangeable consciousness, and this is therefore at the same time singular consciousness; the movement is just as much the movement of unchangeable consciousness, which appears in it as much as the other does. For it runs through these moments: first being unchangeable in opposition to the singular in general, then itself singular in opposition to the other singular consciousness, and finally one with it. But this consideration, insofar as it belongs to us, is premature here, for so far only unchangeableness as the unchangeableness of consciousness has emerged for us. This is therefore not true unchangeableness, but still burdened with an opposition; the unchangeable in and for itself has not emerged, and we therefore do not know how it will behave. All that has emerged here is that, for the consciousness that is our object here, these indicated determinations appear in the unchangeable.

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212 For this reason, then, unchangeable consciousness, even in taking shape, retains the character and foundation of division and of being-for-itself over against singular consciousness. Thus, for the latter, the unchangeable’s receiving the shape of singularity is, in general, an event; likewise, singular consciousness merely finds itself opposed to it, and so has this relationship by nature. That it finally finds itself within the unchangeable does indeed appear to it as partly brought about by itself, or as occurring because it is itself singular; but a part of this unity belongs to the unchangeable, both as regards its origin and insofar as it exists, and the opposition remains within this unity itself. In fact, through the unchangeable’s taking shape, the moment of the beyond has not only remained but has instead been further entrenched. For although the shape of singular actuality seems, on the one hand, to have brought the unchangeable closer to consciousness, on the other hand it now confronts consciousness as an opaque, sensuous one, with all the unyielding resistance of something actual. The hope of becoming one with it must remain hope—that is, without fulfillment and presence—for between hope and fulfillment stands precisely the absolute contingency or immovable indifference that lies in this taking shape itself, the very ground of hope. Through the nature of the existent one, through the actuality it has 1807 146 assumed, it necessarily happens that it has vanished in time, has been in space and far away, and remains absolutely far away.

213 If at first the mere concept of divided consciousness determined itself as striving to sublate itself as singular and to become unchangeable consciousness, its striving now has this determination: rather, it must sublate its relationship to the pure, shapeless unchangeable and establish for itself only the relation to the unchangeable that has taken shape. For the oneness of the singular with the unchangeable is now its essence and object, just as in the concept only the shapeless, abstract unchangeable was the essential object; and the relationship constituted by this absolute division of the concept is now what it must turn away from. But it must raise its initially external relation to the shaped unchangeable, as an alien actuality, into an absolute becoming-one.

214 The movement in which inessential consciousness strives to attain this oneness is itself threefold, corresponding to the threefold relationship it will have to its beyond that has taken shape: first as pure consciousness; second as a singular being that relates to actuality through desire and work; and third as consciousness of its being-for-itself.—We must now see how these three modes of its being are present and determined within that general 1807 147 relationship.

215 First, then, considered as pure consciousness, the unchangeable that has taken shape seems, insofar as it is for pure consciousness, to be posited as it is in and for itself. Yet what it is in and for itself has, as already remarked, not yet emerged. Its being in consciousness as it is in and for itself would surely have to proceed from it rather than from consciousness. As things stand, however, its presence here is at first only one-sidedly brought about by consciousness, and is therefore not perfect and true, but remains burdened with imperfection or an opposition.

216 Yet although unhappy consciousness thus does not possess this presence, it has also gone beyond pure thinking insofar as this is stoicism’s abstract thinking, which looks away from singularity altogether, and skepticism’s merely restless thinking—which is in fact only singularity as unconscious contradiction and its ceaseless movement. It has gone beyond both: it brings pure thinking and singularity together and holds them together, but has not yet risen to that thinking for which the singularity of consciousness is reconciled with pure thinking itself. Rather, it stands midway, where abstract thinking touches the singularity of consciousness 1807 148 as singularity. It itself is this contact; it is the unity of pure thinking and singularity. For it, too, there is this thinking singularity, or pure thinking, and the unchangeable essentially exists itself as singularity. But it does not recognize for itself that this object of its own—the unchangeable, which for it essentially has the shape of singularity—is it itself: itself, which is the singularity of consciousness.

217 Therefore, in this first mode, in which we consider it as pure consciousness, it does not relate to its object through thought. Although it is itself in itself pure thinking singularity, and its object is just this, their relation to each other is not itself pure thinking. Thus it goes, so to speak, only toward thinking, and is devotion. As devotion, its thinking remains the shapeless resonance of pealing bells, or a warm, misty saturation, a musical thinking that does not attain the concept, which would be the sole immanent, objective mode. Its object does indeed come to this infinite, pure, inward feeling, but enters it as something not comprehended, and therefore as something alien. Thus there is present the inward movement of the pure heart, which feels itself, but painfully, as division: the movement of an infinite longing, certain that its essence is such a pure heart, pure thinking 1807 149 that thinks itself as singularity, and that this object, precisely because it thinks itself as singularity, knows and recognizes that longing. At the same time, however, this essence is the unattainable beyond, which flees as it is grasped, or rather has already fled. It has already fled: for on the one hand it is the unchangeable thinking itself as singularity, and consciousness therefore immediately reaches itself within it—itself, but as what is opposed to the unchangeable. Instead of grasping the essence, consciousness merely feels, and has fallen back into itself; since, in reaching it, consciousness cannot exclude itself as this opposite, it has grasped only inessentiality instead of the essence. Just as, on one side, in striving to reach itself in the essence, it grasps only its own separate actuality, so on the other it cannot grasp the other as singular, or as actual. Wherever it is sought, it cannot be found, for it is supposed to be precisely a beyond, something that cannot be found. Sought as singular, it is not a universal, a thought singularity, not concept, but a singular as object, or something actual: an object of immediate sense-certainty, and for that very reason only something that has vanished. Thus only the grave of its life can become present to consciousness. But because this is itself an actuality, and it is contrary 1807 150 to actuality’s nature to afford lasting possession, even this presence of the grave is only the struggle of an effort that must be lost. Yet once consciousness has experienced that the grave of its actual unchangeable essence has no actuality, that vanished singularity as vanished is not true singularity, it will give up seeking unchangeable singularity as actual, or holding fast to it as vanished. Only through this does it become capable of finding singularity as true, or as universal.

218 Initially, however, the heart’s return into itself must be understood as its having actuality for itself as a singular being. It is the pure heart that, for us or in itself, has found itself and is satisfied within itself. For although for it, in its feeling, essence separates itself from it, in itself this feeling is self-feeling: it has felt the object of its pure feeling, and this object is itself. It therefore emerges from this as self-feeling, or as something actual that is for itself. In this return into itself, its second relationship has come to be for us: that of desire and work. By sublating and enjoying the alien essence, namely that essence in the form of independent things, desire and work confirm for consciousness the inward certainty of itself that it has attained for us. But unhappy consciousness merely finds itself as 1807 151 *desiring and working; it is not aware that its finding itself in this way rests on inward certainty of itself, and that its feeling of essence is this self-feeling. Since it does not have this certainty for itself, its inwardness instead remains a fractured certainty of itself. The confirmation it would gain through work and enjoyment is therefore likewise fractured; or rather, it must itself destroy this confirmation, so that in it it does indeed find confirmation, but only confirmation of what it is for itself, namely its division.

219 For this consciousness, the actuality toward which desire and work are directed is no longer something null in itself, merely to be sublated and consumed by it. Rather, like consciousness itself, it is an actuality broken in two, which is null in itself only on one side, but on the other is also a sanctified world. It is a shape of the unchangeable, for the unchangeable has acquired singularity within itself; and because, as unchangeable, it is universal, its singularity has the significance of all actuality in general.

220 If consciousness were independent consciousness for itself, and actuality were for it null in and for itself, it would attain a feeling of its independence in work and enjoyment because it would itself be what 1807 152 sublated actuality. But since actuality is for it a shape of the unchangeable, it cannot sublate it by itself. Rather, although it does attain the annihilation of actuality and enjoyment, for it this happens essentially because the unchangeable itself surrenders its shape and leaves it to consciousness to enjoy.—Here consciousness, for its part, likewise appears as actual, but also as inwardly fractured; and in its working and enjoying this division exhibits itself as a break into a relationship to actuality, or being-for-itself, and a being-in-itself. The former relationship to actuality is alteration or activity, being-for-itself, which belongs to singular consciousness as such. But within this it is also in itself; this side belongs to the unchangeable beyond. These are its abilities and powers, an alien gift that the unchangeable likewise leaves to consciousness to use.

221 In its activity, then, consciousness initially stands in the relationship of two extremes. As the active here-and-now it stands on one side, and opposite it stands passive actuality; both are related to each other, but both have also withdrawn into the unchangeable and hold fast to themselves in themselves. Thus, on either side, only a surface detaches itself toward the other and enters into the interplay of movement against it.—The extreme of actuality is sublated by the active extreme; but actuality, 1807 153 for its part, can be sublated only because its unchangeable essence itself sublates it, repels itself from itself, and surrenders what has been repelled to activity. Active power appears as the might in which actuality dissolves. But for this consciousness, for which the in-itself, or essence, is something other than itself, this might, as which it appears in activity, is consequently the beyond of itself. Thus, instead of returning into itself from its activity and having confirmed itself for itself, consciousness instead reflects this movement of activity back into the other extreme. That extreme is thereby exhibited as purely universal, as the absolute might from which the movement has proceeded in every direction, and which is the essence both of the dissolving extremes as they first appeared and of the interchange itself.

222 Unchangeable consciousness renounces its shape and surrenders it, while singular consciousness gives thanks, that is, denies itself the satisfaction of being conscious of its independence, and assigns the essence of activity away from itself to the beyond. Through these two moments, in which both sides reciprocally give themselves up, consciousness does indeed come to possess its unity with the unchangeable. Yet this unity is also affected by separation, fractured within itself once more, and from it the opposition of the universal and the singular emerges again. For 1807 154 consciousness renounces the satisfaction of its self-feeling only in appearance, while obtaining its actual satisfaction; for it has been desire, work, and enjoyment; it, as consciousness, has willed, acted, and enjoyed. Likewise its giving thanks, in which it recognizes the other extreme as the essence and sublates itself, is itself its own activity, which counterbalances the other extreme’s activity and sets an equal activity against the benefit that surrenders itself. If that extreme leaves consciousness its surface, consciousness also, however, gives thanks; and in doing so, since it gives up its activity itself, that is, its essence, it actually does more than the other, which merely casts off a surface of itself. Thus the whole movement reflects itself into the extreme of singularity, not only in actual desiring, working, and enjoying, but even in giving thanks itself, where the opposite seems to happen. In this, consciousness feels itself to be this singular being, and does not let the semblance of its renunciation deceive it, for the truth of that renunciation is that it has not given itself up. What has come about is only the doubled reflection into the two extremes, and the result is a repeated splitting into the opposed consciousness of the unchangeable and consciousness of the opposed willing, accomplishing, enjoying, and renouncing itself—or of singularity that is for itself in general.

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223 Thus the third relationship in the movement of this consciousness has begun. It emerges from the second as a consciousness that has in truth proved itself independent through its willing and accomplishing. In the first relationship it was only the concept of actual consciousness, or the inward heart, which is not yet actual in activity and enjoyment; the second is this actualization as external activity and enjoyment. But having returned from this, consciousness is such that it has experienced itself as actual and effective consciousness, or for which it is true that it is in and for itself. Here, however, the enemy has now been discovered in its most characteristic shape. In the heart’s struggle, singular consciousness is present only as a musical, abstract moment; in work and enjoyment, as the realization of this essenceless being, it can immediately forget itself, and the conscious selfhood within this actuality is cast down by thankful recognition. Yet this casting down is in truth a return of consciousness into itself, specifically into itself as the actuality that is true for it.

224 This third relationship, in which this true actuality is one extreme, is its relation, as nullity, to universal essence; the movement of this relation remains to be considered.

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225 As regards, first, the opposed relation of consciousness, in which for it its reality is immediately what is null, its actual activity thus becomes an activity of nothing, its enjoyment a feeling of its unhappiness. Activity and enjoyment thereby lose all universal content and significance, for through these they would have a being-in-and-for-themselves; both withdraw into singularity, which consciousness is intent on sublating. Consciousness is conscious of itself as this actual singular being in its animal functions. Instead of being performed without concern, as something null in and for itself that can acquire no importance or essential significance for spirit, these functions—since it is in them that the enemy reveals itself in its distinctive shape—become the object of earnest endeavor, and precisely what matters most. But since this enemy reproduces itself in its defeat, consciousness, by fixing its attention on it, continually lingers over it instead of freeing itself, and constantly sees itself as defiled. At the same time the content of its endeavor, instead of being essential, is the lowest, and instead of being universal, is the most singular. We therefore see only a personality confined to itself and its petty activity, brooding over itself, as unhappy as it is impoverished.

226 But with both its feeling of unhappiness and the poverty of its activity there is 1807 157 likewise linked the consciousness of its unity with the unchangeable. For the attempted immediate annihilation of its actual being is mediated by the thought of the unchangeable, and takes place within this relation. The mediated relation constitutes the essence of the negative movement in which consciousness directs itself against its singularity; but as relation it is in itself equally positive, and will bring forth for consciousness itself this unity of its own.

227 This mediated relation is therefore a syllogism in which singularity, initially fixing itself as opposed to the in-itself, is joined to this other extreme only through a third. Through this middle term, the extreme of unchangeable consciousness is present for inessential consciousness; this also implies that inessential consciousness is likewise present for the former only through this middle term. Thus this middle term presents the two extremes to each other, and is the reciprocal servant of each with the other. This middle term is itself a conscious being, for it is an activity mediating consciousness as such; the content of this activity is the eradication that consciousness undertakes against its singularity.

228 In this relation, then, consciousness frees itself from activity and enjoyment as its own. As the extreme being for itself, it casts away the essence of its will and transfers to the middle term, or servant, the 1807 158 personal ownership and freedom of its decision, and with them the guilt of its activity. This mediator, as immediately related to the unchangeable essence, serves with his counsel concerning what is right. Since the action follows another’s decision, it ceases, on the side of activity or will, to be its own. But the objective side of the action still remains to inessential consciousness, namely the fruit of its work and enjoyment. It therefore casts this off as well, and renounces, as it does its will, the actuality acquired in work and enjoyment: partly as the attained truth of its self-conscious independence—by engaging in representing and speaking something wholly alien and meaningless to it; partly as external property—by giving away some of the possession it has acquired through work; and partly as the enjoyment it has had—by wholly denying it to itself again through fasting and mortification.

229 Through these moments of giving up its own decision, then its property and enjoyment, and finally the positive moment of pursuing a task it does not understand, consciousness truly and completely deprives itself of the consciousness of inward and outward freedom, of actuality as its being-for-itself. It has the certainty that it has in truth alienated its I and made its immediate self-consciousness into a 1807 159 *thing, an objective being.—It could confirm its renunciation of itself only through this actual sacrifice, for only in it does the deception disappear that lies in the inward recognition expressed by thanks in heart, disposition, and speech. Such recognition does indeed shift all the power of being-for-itself away from itself and attribute it to a gift from above; yet in this very shifting it retains its outward selfhood in the possession it does not surrender, and its inward selfhood in the consciousness of the decision it has itself made and in the consciousness of the content determined by itself, which it has not exchanged for an alien content that fills it meaninglessly.

230 But in the sacrifice actually accomplished, in itself, just as consciousness has sublated activity as its own, so too has its unhappiness departed from it. Yet that this departure has occurred in itself is an activity of the other extreme of the syllogism, which is the essence being in itself. That sacrifice of the inessential extreme, however, was at the same time not a one-sided activity, but contained the activity of the other within it. For giving up one’s own will is negative only on one side; according to its concept, or in itself, it is at the same time positive, namely the positing of the will as the will of another, and specifically as a will that is not singular but universal. For this 1807 160 consciousness, this positive significance of the singular will posited negatively is the will of the other extreme. Since that will is precisely something other for it, it comes to consciousness not through itself, but through the third, the mediator, as counsel. Thus for it its will does become universal will, a will being in itself, but it itself is not, for itself, this in-itself; giving up its own will as singular is not for it, in accordance with the concept, the positive character of universal will. Likewise its giving up possession and enjoyment has only the same negative significance, and the universal that thereby comes to be for it is not for it its own activity. This unity of objective being and being-for-itself, which lies in the concept of activity, and which therefore becomes for consciousness the essence and object—just as this unity is not for it the concept of its activity, neither does it recognize that this unity becomes an object for it immediately and through itself. Instead, it has the mediating servant pronounce for it this certainty, itself still fractured: that only in itself is its unhappiness the reverse, namely activity satisfying itself in its activity, or blessed enjoyment; that likewise its impoverished activity is in itself the reverse, namely absolute activity; and that, according to the concept, activity is activity at all only as the activity of the singular being. But for consciousness itself, activity, and its actual activity, remains impoverished, and its enjoyment remains pain; their sublatedness, 1807 161 in its positive significance, remains a beyond. Yet in this object, in which the activity and being of this singular consciousness are for it being and activity in themselves, there has arisen for it the representation of reason, of consciousness’s certainty that in its singularity it is absolutely in itself, or is all reality.

V. Reason

1807 162

V. Gewiſsheit und Wahrheit der Vernunft.

231 Das Bewuſstseyn geht in dem Gedanken, welchen es erfaſst hat, daſs das einzelne Bewuſstseyn an sich absolutes Wesen ist, in sich selbst zurück. Für das unglückliche Bewuſstseyn ist das Ansichseyn das Jenseits seiner selbst. Aber seine Bewegung hat diſs an ihm vollbracht, die Einzelnheit in ihrer vollständigen Entwicklung, oder die Einzelnheit, die wirkliches Bewuſstseyn ist, als das negative seiner selbst, nämlich als das gegenständliche Extrem gesetzt, oder sein Fürsichseyn aus sich hinausgerungen, und es zum Seyn gemacht zu haben; darin ist für es auch seine Einheit mit diesem Allgemeinen geworden, welche für uns, da das aufgehobne einzelne das Allgemeine ist, nicht mehr auſser ihm fällt; und da das Bewuſstseyn in dieser seiner Negativität sich selbst erhält, an ihm als solchem sein Wesen ist. Seine Wahrheit ist dasjenige, welches in dem Schlusse, worin die Extreme absolut auseinander gehalten auftraten, als die Mitte erscheint, welche es dem unwandelbaren Bewuſstseyn ausspricht, daſs das 1807 163 einzelne auf sich Verzicht gethan, und dem einzelnen, daſs das Unwandelbare kein Extrem mehr für es, sondern mit ihm versöhnt ist. Diese Mitte ist die beyde unmittelbar wissende und sie beziehende Einheit, und das Bewuſstseyn ihrer Einheit, welche sie dem Bewuſstseyn und damit sich selbst ausspricht, die Gewiſsheit alle Wahrheit zu seyn.

232 Damit daſs das Selbstbewuſstseyn Vernunft ist, schlägt sein bisher negatives Verhältniſs zu dem Andersseyn in ein positives um. Bisher ist es ihm nur um seine Selbstständigkeit und Freyheit zu thun gewesen, um sich für sich selbst auf Kosten der Welt oder seiner eignen Wirklichkeit, welche ihm beyde als das negative seines Wesens erschienen, zu retten und zu erhalten. Aber als Vernunft, seiner selbst versichert, hat es die Ruhe gegen sie empfangen, und kann sie ertragen; denn es ist seiner selbst als der Realität gewiſs; oder daſs alle Wirklichkeit nichts anders ist, als es; sein Denken ist unmittelbar selbst die Wirklichkeit; es verhält sich also als Idealismus zu ihr. Es ist ihm, indem es sich so erfaſst, als ob die Welt erst itzt ihm würde; vorher versteht es sie nicht; es begehrt, und bearbeitet sie; zieht sich aus ihr in sich zurück, und vertilgt sie für sich, und sich selbst als Bewuſstseyn, als Bewuſstseyn derselben als des Wesens, so wie als Bewuſstseyn ihrer Nichtigkeit. Hierin erst, nachdem das Grab seiner Wahrheit verloren, das Vertilgen seiner Wirklichkeit selbst 1807 164 vertilgt, und die Einzelnheit des Bewuſstseyns ihm an sich absolutes Wesen ist, entdeckt es sie als seine neue wirkliche Welt, die in ihrem Bleiben Interesse für es hat, wie vorhin nur in ihrem Verschwinden; denn ihr Bestehen wird ihm seine eigne Wahrheit und Gegenwart; es ist gewiſs, nur sich darin zu erfahren.

233 Die Vernunft ist die Gewiſsheit des Bewuſstseyns alle Realität zu seyn: so spricht der Idealismus ihren Begriff aus. Wie das Bewuſstseyn, das als Vernunft auftritt, unmittelbar jene Gewiſsheit an sich hat, so spricht auch der Idealismus sie unmittelbar aus: Ich bin Ich, in dem Sinne, daſs Ich, welches mir Gegenstand ist, nicht wie im Selbstbewuſstseyn überhaupt, noch auch wie im freyen Selbstbewuſstseyn, dort nur leerer Gegenstand überhaupt, hier nur Gegenstand, der sich von den Andern zurückzieht, welche neben ihm noch gelten, sondern Gegenstand mit dem Bewuſstseyn des Nichtseyns irgend eines andern, einziger Gegenstand, alle Realität und Gegenwart ist. Das Selbstbewuſstseyn ist aber nicht nur für sich, sondern auch an sich alle Realität, erst dadurch, daſs es diese Realität wird, oder vielmehr sich als solche erweist. Es erweist sich so in dem Wege, worin zuerst in der dialektischen Bewegung des Meynens, Wahrnehmens und des Verstandes das Andersseyn als an sich und dann in der Bewegung durch die Selbstständigkeit des Bewuſstseyns in Herrschafft und Knechtschafft, durch den Gedanken der Freyheit, die skeptische 1807 165 Befreyung, und den Kampf der absoluten Befreyung des in sich entzweyten Bewuſstseyns, das Andersseyn insofern es nur für es ist, für es selbst verschwindet. Es traten zwey Seiten nach einander auf, die eine, worin das Wesen oder das Wahre für das Bewuſstseyn, die Bestimmtheit des Seyns, die andere die hatte nur für es zu seyn. Aber beyde reducirten sich in Eine Wahrheit, daſs was ist, oder das Ansich nur ist, insofern es für das Bewuſstseyn, und was für es ist, auch an sich ist. Das Bewuſstseyn, welches diese Wahrheit ist, hat diesen Weg im Rücken und vergessen, indem es unmittelbar als Vernunft auftritt, oder diese unmittelbar auftretende Vernunft tritt nur als die Gewiſsheit jener Wahrheit auf. Sie versichert so nur, alle Realität zu seyn, begreift diſs aber selbst nicht; denn jener vergessene Weg ist das Begreiffen dieser unmittelbar ausgedrückten Behauptung. Und ebenso ist dem, der ihn nicht gemacht hat, diese Behauptung, wenn er sie in dieser reinen Form hört. — denn in einer concreten Gestalt macht er sie wohl selbst, — unbegreiflich.

234 Der Idealismus, der jenen Weg nicht darstellt, sondern mit dieser Behauptung anfängt, ist daher auch reine Versicherung, welche sich selbst nicht begreift, noch sich andern begreiflich machen kann. Er spricht eine unmittelbare Gewiſsheit aus, welcher andere unmittelbare Gewiſsheiten gegenüberstehen, die allein auf jenem Wege verloren gegangen sind. Mit gleichem Rechte stellen daher neben der 1807 166 *Versicherung jener Gewiſsheit sich auch die Versicherungen dieser andern Gewiſsheiten. Die Vernunft beruft sich auf das Selbstbewuſstseyn eines jeden Bewuſstseyns: Ich bin Ich; mein Gegenstand und Wesen ist Ich; und keines wird ihr diese Wahrheit ableugnen. Aber indem sie sie auf diese Beruffung gründet, sanctionirt sie die Wahrheit der andern Gewiſsheit nemlich der: es ist Anderes für mich; Anderes als Ich ist mir Gegenstand und Wesen, oder indem Ich mir Gegenstand und Wesen bin, bin ich es nur, indem Ich mich von dem Andern überhaupt zurückziehe, und als eine Wirklichkeit neben es trete. — Erst wenn die Vernunft als Refiexion aus dieser entgegengesetzten Gewiſsheit auftritt, tritt ihre Behauptung von sich nicht nur als Gewiſsheit und Versicherung, sondern als Wahrheit auf; und nicht neben andern, sondern als die einzige. Das unmittelbare Auftreten ist die Abstraction ihres Vorhandenseyns, dessen Wesen und Ansichseyn absoluter Begriff, d. h. die Bewegung seines Gewordenseyns ist. — Das Bewuſstseyn wird sein Verhältniſs zum Andersseyn oder seinem Gegenstande auf verschiedene Weise bestimmen, je nachdem es gerade auf einer Stuffe des sich bewuſstwerdenden Weltgeistes steht. Wie er sich und seinen Gegenstand jedesmal unmittelbar findet und bestimmt, oder wie es für sich ist, hängt davon ab, was er schon geworden oder was er schon an sich ist.

1807 167

235 Die Vernunft ist die Gewiſsheit alle Realität zu seyn. Dieses Ansich oder diese Realitat ist aber noch ein durchaus allgemeines, die reine Abstraction der Realität. Es ist die erste Positivität, welche das Selbstbewuſstseyn an sich selbst, für sich ist, und Ich daher nur die reine Wesenheit des Seyenden, oder die einfache Kategorie. Die Kategorie, welche sonst die Bedeutung hatte, Wesenheit des Seyenden zu seyn, unbestimmt des Seyenden überhaupt oder des Seyenden gegen das Bewuſstseyn, ist itzt Wesenheit oder einfache Einheit des Seyenden nur als denkende Wirklichkeit; oder sie ist diſs, daſs Selbstbewuſstseyn und Seyn dasselbe Wesen ist; dasselbe, nicht in der Vergleichung, sondern an und für sich. Nur der einseitige schlechte Idealismus läſst diese Einheit wieder als Bewuſstseyn auf die eine Seite, und ihr gegenüber ein Ansich treten. — Diese Kategorie nun oder einfache Einheit des Selbstbewuſstseyns und des Seyns hat aber an sich den Unterschied; denn ihr Wesen ist eben dieses, im Andersseyn oder im absoluten Unterschiede unmittelbar sich selbst gleich zu seyn. Der Unterschied ist daher; aber vollkommen durchsichtig, und als ein Unterschied, der zugleich keiner ist. Er erscheint als eine Vielheit von Kategorien. Indem der Idealismus, die einfache Einheit des Selbstbewuſstseyns als alle Realität ausspricht, und sie unmittelbar, ohne sie als absolut negatives Wesen, — nur dieses hat die Negation, die Bestimmtheit oder den Unterschied an ihm 1807 168 selbst, — begriffen zu haben, zum Wesen macht, so ist noch unbegreifflicher, als das erste, diſs zweyte, daſs in der Kategorie Unterschiede oder Arten seyn. Diese Versicherung überhaupt, so wie die Versicherung von irgend einer bestimmten Anzahl der Arten derselben, ist eine neue Versicherung, welche es aber an ihr selbst enthält, daſs man sie sich nicht mehr als Versicherung gefallen lassen müsse. Denn indem im reinen Ich, im reinen Verstande selbst der Unterschied anfängt, so ist damit gesetzt, daſs hier die Unmittelbarkeit, das Versichern und Finden aufgegeben werde, und das Begreiffen anfange. Die Vielheit der Kategorien aber auf irgend eine Weise wieder als einen Fund, zum Beyspiel aus den Urtbeilen, aufnehmen, und sich dieselben so gefallen lassen, ist in der That als eine Schmach der Wissenschaft anzusehen; wo sollte noch der Verstand eine Nothwendigkeit aufzuzeigen vermögen, wenn er diſs an ihm selbst, der reinen Nothwendigkeit, nicht vermag.

236 Weil nun so der Vernunft die reine Wesenheit der Dinge, wie ihr Unterschied, angehört, so könnte eigentlich überhaupt nicht mehr von Dingen die Rede seyn, das heiſst, einem solchen, welches für das Bewuſstseyn nur das negative seiner selbst wäre. Denn die vielen Kategorien sind Arten der reinen Kategorie, heiſst, sie ist noch ihre Gattung oder Wesen, nicht ihnen entgegengesetzt. Aber sie sind schon das Zweydeutige, welches zugleich das Andersseyn 1807 169 gegen die reine Kategorie in seiner Vielheit an sich hat. Sie widersprechen ihr durch diese Vielheit in der That, und die reine Einheit muſs sie an sich aufheben, wodurch sie sich als negative Einheit der Unterschiede constituirt. Als negative Einheit aber schlieſst sie ebensowohl die Unterschiede als solche, so wie jene erste unmittelbare reine Einheit als solche von sich aus; und ist Einzelnheit; eine neue Kategorie, welche ausschlieſsendes Bewuſstseyn, das heiſst, diſs ist, daſs ein anderes für es ist. Die Einzelnheit ist ihr Uebergang aus ihrem Begriffe zu einer auſsern Realität; das reine Schema, welches ebensowohl Bewuſstseyn, wie damit, daſs es Einzelnheit und ausschlieſsendes Eins ist, das hindeuten auf ein anderes ist. Aber diſs Andere dieser Kategorie sind nur die andern ersten Kategorien, nemlich reine Wesenheit, und der reine Unterschied; und in ihr, d. h. eben in dem Gesetztseyn des Andern, oder in diesem Andern selbst das Bewuſstseyn ebenso es selbst. Jedes dieser verschiedenen Momente verweist auf ein anderes; es kommt aber in ihnen zugleich zu keinem Andersseyn. Die reine Kategorie verweist auf die Arten, welche in die negative Kategorie, oder die Einzelnheit übergehen; die letztere weist aber auf jene zurück; sie ist selbst reines Bewuſstseyn, welches in jeder sich diese klare Einheit mit sich bleibt, eine Einheit aber, die ebenso auf ein anderes hingewiesen wird, das indem es ist, verschwunden, und indem es verschwunden, auch wieder erzeugt ist.

1807 170

237 Wir sehen hier das reine Bewuſstseyn auf eine gedoppelte Weise gesetzt, einmal als das unruhige hinund hergehen, welches alle seine Momente durchläufft, in ihnen das Andersseyn vorschweben hat, das im Erfassen sich aufhebt; das anderemal vielmehr als die ruhige ihrer Wahrheit gewisse Einheit. Für diese Einheit ist jene Bewegung das Andere; für diese Bewegung aber jene ruhige Einheit; und Bewuſstseyn und Gegenstand wechseln in diesen gegenseitigen Bestimmungen ab. Das Bewuſstseyn ist sich also einmal das hin- und hergehende Suchen, und sein Gegenstand das reine Ansich und Wesen; das andremal ist sich jenes die einfache Kategorie, und der Gegenstand die Bewegung der Unterschiede. Das Bewuſstseyn aber als Wesen ist dieser ganze Verlauff selbst, aus sich als einfacher Kategorie in die Einzelnheit und den Gegenstand überzugehen, und an diesem diesen Verlauff anzuschauen, ihn als einen unterschiednen aufzuheben, sich zuzueignen, und sich als diese Gewiſsheit, alle Realität, sowohl es selbst als sein Gegenstand zu seyn, auszusprechen.

238 Sein erstes Aussprechen ist nur dieses abstracte leere Wort, daſs alles sein ist. Denn die Gewiſsheit alle Realität zu seyn ist erst die reine Kategorie. Diese erste im Gegenstande sich erkennende Vernunft drückt der leere Idealismus aus, welcher die Vernunft nur so auffaſst wie sie sich zunächst ist, und 1807 171 darin, daſs er in allem Seyn dieses reine Mein des Bewuſstseyns aufzeigt und die Dinge als Empfindungen oder Vorstellungen ausspricht, es als vollendete Realität aufgezeigt zu haben wähnt. Er muſs darum zugleich absoluter Empirismus seyn, denn für die Erfüllung des leeren Meins, das heiſst für den Unterschied und alle Entwicklung und Gestaltung desselben bedarf seine Vernunft eines fremden Anstoſses, in welchem erst die Mannigfaltigkeit des Empfindens oder Vorstellens liege. Dieser Idealismus wird daher eine ebensolche sich widersprechende Doppelsinnigkeit, als der Skepticismus, nur daſs wie dieser sich negativ, jener sich positiv ausdrückt, aber ebensowenig seine widersprechenden Gedanken des reinen Bewuſstseyns als aller Realität, und ebenso des fremden Anstoſses oder des sinnlichen Empfindens und Vorstellens, als einer gleichen Realität, zusammenbringt, sondern von dem einen zu dem andern sich herüber und hinüber wirft und in die schlechte, nemlich in die sinnliche Unendlichkeit, gerathen ist. Indem die Vernunft alle Realität in der Bedeutung des abstracten Meins, und das Andere ihm ein gleichgültiges Fremdes ist, so ist darin gerade dasjenige Wissen der Vernunft von einem Anderen gesetzt, welches als Meynen, Wahrnehmen und der das gemeynte und wahrgenommene auffassende Verstand vorkam. Ein solches Wissen wird zugleich, nicht wahres Wissen zu seyn, durch den Begriff 1807 172 dieses Idealismus selbst behauptet, denn nur die Einheit der Apperception ist die Wahrheit des Wissens. Die reine Vernunft dieses Idealismus wird also durch sich selbst um zu diesem Andern, das ihr wesentlich, das heiſst also, das Ansich ist, das sie aber nicht in ihr selbst hat, zu gelangen, an dasjenige Wissen zurückgeschickt, das nicht ein Wissen des Wahren ist; sie verurtheilt sich so mit Wissen und Willen zu einem unwahren Wissen, und kann vom Meynen und Wahrnehmen, die für sie selbst keine Wahrheit haben, nicht ablassen. Sie befindet sich in unmittelbarem Widerspruche, ein gedoppeltes schlechthin entgegengesetztes als das Wesen zu behaupten, die Einheit der Apperception und ebenso das Ding, welches wenn es auch fremder Anstoſs, oder empirisches Wesen, oder Sinnlichkeit, oder das Ding an sich genannt wird, in seinem Begriffe dasselbe jener Einheit fremde bleibt.

239 Dieser Idealismus ist in diesem Widerspruche, weil er den abstracten Begriff der Vernunft als das Wahre behauptet; daher ihm unmittelbar ebensosehr die Realität, als eine solche entsteht, welche vielmehr nicht die Realität der Vernunft ist, während die Vernunft zugleich alle Realität seyn sollte; diese bleibt ein unruhiges Suchen, welches in dem Suchen selbst die Befriedigung des Findens für schlechthin unmöglich erklärt. — So 1807 173 inconsequent aber ist die wirkliche Vernunft nicht; sondern nur erst die Gewiſsheit, alle Realität zu seyn, ist sie in diesem Begriffe sich bewuſst als Gewiſsheit, als Ich noch nicht die Realität in Wahrheit zu seyn, und ist getrieben, ihre Gewiſsheit zur Wahrheit zu erheben, und das leere Mein zu erfüllen.

1807 174

A. Beobachtende Vernunft.

240 Dieses Bewuſstseyn, welchem das Seyn die Bedeutung des Seinen hat, sehen wir nun zwar wieder in das Meynen und Wahrnehmen hineingehen, aber nicht als in die Gewiſsheit eines nur Andern, sondern mit der Gewiſsheit, diſs andere selbst zu seyn. Früher ist es ihm nur geschehen, manches an dem Dinge wahrzunehmen und zu erfahren; hier stellt es die Beobachtungen und die Erfahrung selbst an. Meynen und Wahrnehmen, das für uns früher sich aufgehoben, wird nun von dem Bewuſstseyn für es selbst aufgehoben; die Vernunft geht darauf, die Wahrheit zu wissen; was für das Meynen und Wahrnehmen ein Ding ist, als Begriff zu finden, das heiſst, in der Dingheit nur das Bewuſstseyn ihrer selbst zu haben. Die Vernunft hat daher itzt ein allgemeines Interesse an der Welt, weil sie die Gewiſsheit ist, Gegenwart in ihr zu haben, oder daſs die Gegenwart vernünftig ist. Sie sucht ihr Anderes, indem sie weiſs, daran nichts Anders als sich selbst zu besitzen; sie sucht nur ihre eigne Unendlichkeit.

1807 175

241 Zuerst sich in der Wirklichkeit nur ahndend, oder sie nur als das ihrige überhaupt wissend, schreitet sie in diesem Sinne zur allgemeinen Besitznehmung des ihr versicherten Eigenthums, und pflanzt auf alle Höhen und in alle Tiefen das Zeichen ihrer Souverainität. Aber dieses oberflächliche Mein ist nicht ihr letztes Interesse; die Freude dieser allgemeinen Besitznehmung findet an ihrem Eigenthume noch das fremde Andre, das die abstracte Vernunft nicht an ihr selbst hat. Die Vernunft ahndet sich als ein tieferes Wesen, denn das reine Ich ist, und muſs fodern, daſs der Unterschied, das mannichfaltige Seyn, ihm als das seinige selbst werde, daſs es sich als die Wirklichkeit anschaue, und sich als Gestalt und Ding gegenwärtig finde. Aber wenn die Vernunft alle Eingeweide der Dinge durchwühlt, und ihnen alle Adern öffnet, daſs sie sich daraus entgegenspringen möge, so wird sie nicht zu diesem Glücke gelangen, sondern muſs an ihr selbst vorher sich vollendet haben, um dann ihre Vollendung erfahren zu können.

242 Das Bewuſstseyn beobachtet; d. h. die Vernunft will sich als seyenden Gegenstand, als wirkliche, sinnlich-gegenwärtige Weise finden, und haben. Das Bewuſstseyn dieses Beobachtens meynt und sagt wohl, daſs es nicht sich selbst, sondern im Gegentheil das Wesen der Dinge als der Dinge erfahren wolle. Daſs diſs Bewuſstseyn diſs meynt und sagt, liegt darin, daſs es Vernunft ist aber ihm die Vernunft 1807 176 noch nicht als solche Gegenstand ist. Wenn es die Vernunft als gleiches Wesen der Dinge und seiner selbst wüſste, und daſs sie nur in dem Bewuſstseyn in ihrer eigenthümlichen Gestalt gegenwärtig seyn kann, so würde es vielmehr in seine eigne Tiefe steigen und sie darin suchen, als in den Dingen. Wenn es sie in dieser gefunden hätte, würde sie von da wieder heraus an die Wirklichkeit gewiesen werden, um in dieser ihren sinnlichen Ausdruck anzuschauen, aber ihn sogleich wesentlich als Begriff nehmen. Die Vornunft, wie sie unmittelbar als die Gewiſsheit des Bewuſstseyns alle Realität zu seyn, auftritt, nimmt ihre Realität in dem Sinne der Unmittelbarkeit des Seyns, und ebenso die Einheit des Ich mit diesem gegenständlichen Wesen in dem Sinne einer unmittelbaren Einheit, an der sie die Momente des Seyns und Ich noch nicht getrennt, und wieder vereinigt, oder die sie noch nicht erkannt hat. Sie geht daher als beobachtendes Bewuſstseyn an die Dinge, in der Meynung, daſs sie diese als sinnliche, dem Ich entgegengesetzte Dinge in Wahrheit nehme; allein ihr wirkliches Thun widerspricht dieser Meynung; denn sie erkennt die Dinge, sie verwandelt ihre Sinnlichkeit in Begriffe, d. h. eben in ein Seyn, welches zugleich Ich ist, das Denken somit in ein seyendes Denken, oder das Seyn in ein gedachtes Seyn, und behauptet in der That, daſs die Dinge nur als Begriffe Wahrheit haben. Für diſs beobachtende Bewuſstseyn wird darin nur diſs, was die Dinge 1807 177 sind, für uns aber, was es selbst ist; das Resultat seiner Bewegung aber wird diſs seyn, für sich selbst diſs zu werden, was es an sich ist.

243 Das Thun der beobachtenden Vernunft ist in den Momenten seiner Bewegung zu betrachten, wie sie die Natur, den Geist, und endlich die Beziehung beyder als sinnliches Seyn aufnimmt, und sich als seyende Wirklichkeit sucht.

a. Beobachtung der Natur.

244 Wenn das gedankenlose Bewuſstseyn das Beobten und Erfahren als die Quelle der Wahrheit ausspricht, so mögen wohl ihre Worte so lauten, als ob es allein um ein Schmecken, Riechen, Fühlen, Hören und Sehen zu thun sey; es vergiſst in dem Eifer, womit es das Schmecken, Riechen, u. s. f. empfiehlt, zu sagen, daſs es in der That auch ebenso wesentlich den Gegenstand dieses Empfindens sich schon bestimmt hat, und diese Bestimmung ihm wenigstens soviel gilt, als jenes Empfinden. Es wird auch sogleich eingestehen, daſs es ihm nicht so überhaupt nur ums Wahrnehmen zu thun ſey, und z. B. die Wahrnehmung, daſs diſs Federmesser neben dieser Tabacksdose liegt, nicht für eine Beobachtung gelten lassen. Das wahrgenommene soll wenigstens die Bedeutung eines Allgemeinen, nicht eines sinnlichen diesen haben.

1807 178

245 Diſs Allgemeine ist so nur erst das sich gleich bleibende; seine Bewegung nur das gleichförmige Wiederkehren desselben Thuns. Das Bewuſstseyn, welches insofern im Gegenstande nur die Allgemeinheit oder das abstracte Mein findet, muſs die eigentliche Bewegung desselben auf sich selbst nehmen; indem es noch nicht der Verstand desselben ist, wenigstens sein Gedächtniſs seyn, welches das was in der Wirklichkeit nur auf einzelne Weise vorhanden ist, auf allgemeine Weise ausdrückt. Diſs oberflächliche Herausheben aus der Einzelnheit, und die ebenso oberflächliche Form der Allgemeinheit, worein das sinnliche nur aufgenommen wird, ohne an sich selbst allgemeines geworden zu seyn, das Beschreiben der Dinge hat noch in dem Gegenstande selbst die Bewegung nicht; sie ist vielmehr nur in dem Beschreiben. Der Gegenstand, wie er beschrieben ist, hat daher das Interesse verloren; ist der eine beschrieben, so muſs ein anderer vorgenommen, und immer gesucht werden, damit das Beschreiben nicht ausgehe. Ist es nicht so leicht mehr neue ganze Dinge zu finden, so muſs zu den schon gefundenen zurückgegangen werden, sie weiter zu theilen, auseinander zu legen, und neue Seiten der Dingheit an ihnen noch aufzuspüren. Diesem rastlosen, unruhigen Instinkte kann es nie an Material gebrechen; eine neue ausgezeichnete Gattung zu finden, oder gar einen neuen Planeten, dem ob er zwar ein ein Individuum ist, doch die Natur eines 1807 179 Allgemeinen zukommt, zu finden, kann nur Glücklichen zu theil werden. Aber die Gräntzen dessen, was wie der Elephant, die Eiche, das Gold, ausgezeichnet, was Gattung und Art ist, geht durch viele Stuffen in die unendliche Besonderung der chaotischen Thiere und Pflanzen, der Gebirgsarten, oder der durch Gewalt und Kunst erst darzustellenden Metalle, Erden u. s. f. über. In diesem Reiche der Unbestimmtheit des Allgemeinen, worin die Besonderung wieder der Vereinzelung sich nähert, und in sie hie und da auch wieder ganz herabsteigt, ist ein unerschopflicher Vorrath fürs Beobachten und Beschreiben aufgethan. Hier aber, wo ihm ein unübersehbares Feld sich eröffnet, an der Gräntze des Allgemeinen kann es vielmehr statt eines unermeſslichen Reichthums nur die Schrancke der Natur und seines eignen Thuns gefunden haben; es kann nicht mehr wissen, ob das an sich zu seyn scheinende nicht eine Zufälligkeit ist; was das Geprage eines verwirrten oder unreifen, schwachen und der elementarischen Unbestimmtheit kaum sich entwickelnden Gebildes an sich trägt, kann nicht darauf Anspruch machen, auch nur beschrieben zu werden.

246 Wenn es diesem Suchen und Beschreiben nur um die Dinge zu thun zu seyn scheint, so sehen wir es in der That nicht an dem sinnlichen Wahrnehmen fortlauffen, sondern das, woran die Dinge erkannt werden, ist ihm wichtiger als der übrige Umfang der sinnlichen Eigenschafften, welche das 1807 180 Ding selbst wohl nicht entbehren kann, aber deren das Bewuſstseyn sich entübrigt. Durch diese Unterscheidung in das wesentliche und unwesentliche erhebt sich der Begriff aus der sinnlichen Zerstreuung einpor, und das Erkennen erklärt darin, daſs es ihm wenigstens ebenso wesentlich um sich selbst, als um die Dinge zu thun ist. Es geräth bey dieser gedoppelten Wesentlichkeit in ein Schwanken, ob das, was für das Erkennen das wesentliche und nothwendige ist, es auch an den Dingen sey. Einestheils sollen die Merkmahle nur dem Erkennen dienen, wodurch es die Dinge von einander unterscheide; aber anderntheils nicht das unwesentliche der Dinge erkannt werden, sondern das wodurch sie selbst aus der allgemeinen Continuität des Seyns überhaupt sich losreiſsen, sich von dem Andern abscheiden und für sich sind. Die Merkmahle sollen nicht nur wesentliche Beziehung auf das Erkennen haben, sondern auch die wesentlichen Bestimmtheiten der Dinge, und das künstliche System dem Systeme der Natur selbst gemäſs seyn, und nur dieses ausdrücken. Aus dem Begriffe der Vernunft ist diſs nothwendig, und der Instinkt derselben, — denn sie verhält sich nur als solcher in diesem Beobachten, — hat auch in seinen Systemen diese Einheit erreicht, wo nemlich ihre Gegenstände selbst so beschaffen sind, daſs sie eine Wesentlichkeit oder ein Fürsichseyn an ihnen haben, und nicht nur Zufall dieses Augenblicks oder dieses Hier sind. Die Unterscheidungsmerkmahle 1807 181 der Thiere z. B. sind von den Klauen und Zähnen genommen; denn in der That unterscheidet nicht nur das Erkennen dadurch ein Thier von dem andern; sondern das Thier scheidet sich dadurch selbst ab; durch diese Waffen erhält es sich für sich, und gesondert von dem Allgemeinen. Die Pflanze dagegen kommt nicht zum Fürsichseyn, sondern berührt nur die Gräntze der Individualität; an dieser Gräntze, wo sie den Schein der Entzweyung in Geschlechter aufzeigt, ist sie deſswegen aufgenommen und unterschieden worden. Was aber weiter hinuntersteht, kann sich nicht mehr selbst von anderem unterscheiden, sondern geht verloren, indem es in den Gegensatz kommt. Das ruhende Seyn, und das Seyn im Verhältnisse kommt in Streit miteinander, das Ding ist in diesem etwas anders, als nach jenem, da hingegen das Individuum diſs ist, im Verhältnisse zu anderem sich zu erhalten. Was aber diſs nicht vermag, und chemischerweise ein anderes wird, als es empirischerweise ist, verwirrt das Erkennen, und bringt es in denselben Streit, ob es sich an die eine und andere Seite halten soll, da das Ding selbst nichts gleichbleibendes ist, und sie an ihm auseinanderfallen.

247 In solchen Systemen des allgemeinen sich gleichbleibenden, hat also dieses die Bedeutung, ebensowohl das sich gleichbleibende des Erkennens, wie der Dinge selbst zu seyn. Allein diese Ausbreitung der gleichbleibenden Bestimmtheiten, deren 1807 182 jede ruhig die Reihe ihres Fortgangs beschreibt, und Raum erhält, um für sich zu gewähren, geht wesentlich ebensosehr in ihr Gegentheil über, in die Verwirrung dieser Bestimmtheiten; denn das Merkmahl, die allgemeine Bestimmtheit, ist die Einheit des entgegengesetzten, des Bestimmten und des an sich Allgemeinen; sie muſs also in diesen Gegensatz auseinandertreten. Wenn nun die Bestimmtheit nach einer Seite das Allgemeine, worin sie ihr Wesen hat, besiegt, so erhält dieses dagegen auf der andern Seite ebenso sich seine Herrschafft über sie, treibt die Bestimmtheit an ihre Gräntze, vermischt da ihre Unterschiede und Wesentlichkeiten. Das Beobachten, welches sie ordentlich auseinanderhielt und an ihnen etwas festes zu haben glaubte, sieht über ein Princip die andern herübergreiffen, Uebergänge und Verwirrungen sich bilden, und in diesem das verbunden, was es zuerst für schlechthin getrennt nahm, und getrennt, was es zusammenrechnete; so daſs diſs Festhalten an dem ruhigen, sich gleichbleibenden Seyn sich hier gerade in seinen allgemeinsten Bestimmungen, z. B. was das Thier, die Pflanze für wesentliche Merkmahle habe, mit Instanzen geneckt sehen muſs, die ihm jede Bestimmung rauben, die Allgemeinheit, zu der es sich erhob, zum Verstummen bringen, und es auſs gedankenlose Beobachten und Beschreiben zurücksetzen.

248 Dieses sich auf das Einfache einschränkende oder die sinnliche Zerstreuung durch das Allgemeine 1807 183 beschränkende Beobachten findet also an seinem Gegenstande die Verwirrung seines Princips, weil das Bestimmte durch seine Natur sich in seinem Gegentheile verlieren muſs; die Vernunft muſs darum vielmehr von der tragen Bestimmtheit, die den Schein des Bleibens hatte, zur Beobachtung derselben, wie sie in Wahrheit ist, nemlich sich auf ihr Gegentheil zu beziehen, fortgehen. Was wesentliche Merkmahle genannt werden, sind ruhende Bestimmtheiten, welche so, wie sie als einfache sich ausdrücken und aufgefaſst werden, nicht das, was ihre Natur ausmacht, verschwindende Momente der sich in sich zurücknehmenden Bewegung zu seyn, darstellen. Indem itzt der Vernunftinstinkt dazu kömmt, die Bestimmtheit ihrer Natur gemäſs, wesentlich nicht für sich zu seyn, sondern in das entgegengesetzte überzugehen, aufzusuchen, sucht er nach dem Gesetze und dem Begriffe desselben; zwar nach ihnen ebenso als seyender Wirklichkeit, aber diese wird ihm in der That verschwinden, und die Seiten des Gesetzes zu reinen Momenten, oder Abstractionen werden, so daſs das Gesetz in der Natur des Begriffes hervortritt, welcher das gleichgültige Bestehen der sinnlichen Wirklichkeit an sich vertilgt hat.

249 Dem beobachtenden Bewuſstseyn ist die Wahrheit des Gesetzes in der Erfahrung, als in der Weise, daſs sinnliches Seyn für es ist; nicht an und für sich selbst. Wenn aber das Gesetz nicht in dem Be-, griffe seine Wahrheit hat, so ist es etwas zufälliges 1807 184 nicht eine Nothwendigkeit, oder in der That nicht ein Gesetz. Aber daſs es wesentlich als Begriff ist, widerstreitet nicht nur dem nicht, daſs es für die Beobachtung vorhanden ist, sondern hat darum vielmehr nothwendiges Daseyn, und ist für die Beobachtung. Das allgemeine, im Sinne der Vernunftallgemeinheit, ist auch allgemein in dem Sinne, den jener an ihm hat, daſs es für das Bewuſstseyn, sich als das Gegenwärtige und Wirkliche, oder daſs der Begriff sich in der Weise der Dingheit und des sinnlichen Seyns darstellt; — aber ohne darum seine Natur zu verlieren, und in das träge Bestehen oder die gleichgültige Aufeinanderfolge hinabgefallen zu seyn. Was allgemein gültig ist, ist auch allgemein geltend; was seyn soll, ist in der That auch, und was nur seyn soll, ohne zu seyn, hat keine Wahrheit. Hierau bleibt der Instinkt der Vernunft mit Recht seinerseits fest hängen, und läſst sich nicht durch die Gedankendinge, die nur seyn sollen, und als Sollen Wahrheit haben sollen, ob sie schon in keiner Erfahrung angetroffen werden, — durch die Hypothesen so wenig als durch alle andere Unsichtbarkeiten eines perennirenden Sollens irre machen; denn die Vernunft ist eben diese Gewiſsheit, Realität zu haben, und was nicht als ein Selbstwesen für das Bewuſstseyn ist, das heiſst, was nicht erscheint, ist für es gar Nichts.

250 Daſs die Wahrheit des Gesetzes wesentlich Realität ist, wird zwar diesem bey dem Beobachten 1807 185 bleibenden Bewuſstseyn, wieder zu einem Gegensatze gegen den Begriff, und gegen das an sich allgemeine, oder ein solches wie sein Gesetz ist, ist ihm nicht ein Wesen der Vernunft; es meynt darin etwas Fremdes zu erhalten. Allein es widerlegt diese seine Meynung durch die That, in welcher es selbst seine Allgemeinheit nicht in dem Sinne nimmt, daſs alle einzelnen sinnlichen Dinge ihm die Erscheinung des Gesetzes gezeigt haben müſsten, um die Wahrheit desselben behaupten zu können. Daſs die Steine von der Erde aufgehoben und freygelassen, fallen, dazu fodert es gar nicht, daſs mit allen Steinen dieser Versuch gemacht werde; es sagt vielleicht wohl, daſs diſs wenigstens mit sehr vielen müsse versucht worden seyn, woraus dann auf die übrigen mit gröſster Wahrscheinlichkeit, oder mit vollem Rechte nach der Analogie geschlossen werden könne. Allein die Analogie gibt nicht nur kein volles Recht, sondern sie widerlegt, um ihrer Natur willen, sich so offt, daſs nach der Analogie selbst zu schlieſsen, die Analogie vielmehr keinen Schluſs zu machen erlaubt. Die Wahrscheinlichkeit, auf welche sich das Resultat derselben reduciren würde, verliert gegen die Wahrheit allen Unterschied von geringerer und gröſserer Wahrscheinlichkeit; sie sey so groſs, als sie will, ist sie nichts gegen die Wahrheit. Der Instinkt der Vernunft nimmt aber in der That solche Gesetze für Wahrheit an, und erst in Beziehung auf ihre Nothwendigkeit, die er nicht erkennt, geräth er in diese 1807 186 Unterscheidung, und setzt die Wahrheit der Sache selbst zur Wahrscheinlichkeit herab, um die unvollkommene Weise, in welcher die Wahrheit für das Bewuſstseyn, das die Einsicht in den reinen Begriff noch nicht erreicht hat, vorhanden ist, zu bezeichnen; denn die Allgemeinheit ist nur als einfache unmittelbare Allgemeinheit vorhanden. Aber zugleich um ihrer willen hat das Gesetz für das Bewuſstseyn Wahrheit; daſs der Stein fällt, ist ihm darum wahr, weil ihm der Stein schwer ist, das heiſst’ weil er in der Schwere an und für sich selbst die wesentliche Beziehung auf die Erde hat, die sich als Fall ausdrückt. Es hat also in der Erfahrung das Seyn des Gesetzes, aber ebenso dasselbe als Begriff und nur um beyder Umstände willen zusammen ist es ihm wahr; es gilt darum als Gesetz, weil es in der Erscheinung sich darstellt, und zugleich an sich selbst Begriff ist.

251 Der Vernunftinstinckt dieses Bewuſstseyns geht, weil das Gesetz zugleich an sich Begriff ist, nothwendig, aber ohne zu wissen, daſs er diſs will, selbst darauf, das Gesetz und seine Momente zum Begriffe zu reinigen. Er stellt Versuche über das Gesetz an. Wie das Gesetz zuerst erscheint, stellt es sich unrein, umhüllt von einzelnem sinnlichem Seyn, der Begriff, der seine Natur ausmacht, im empirischen Stoff versenkt dar. Der Vernunftinstinkt geht in seinen Versuchen darauf, zu finden was unter diesen und jenen Umständen erfolge. Das Gesetz 1807 187 scheint hiedurch nur um so mehr in sinnliches Seyn getaucht zu werden; allein diſs geht darin vielmehr verloren. Diese Forschung hat die innere Bedeutung, reine Bedingungen des Gesetzes zu finden; was nichts anderes sagen will, wenn auch das Bewuſstseyn, das sich so ausdrückt, meynen sollte, es sage damit etwas anderes, als das Gesetz ganz in die Gestalt des Begriffs zu erheben, und alle Gebundenheit seiner Momente an bestimmtes Seyn zu tilgen. Die negative Electricität, zum Beyspiel, welche etwa zuerst als Harzelectricität so wie die positive als Glaselectricität sich ankündigt, verliert durch die Versuche ganz diese Bedeutung, und wird rein zur positiven und negativen Electricität, deren jede nicht einer besonderen Art von Dingen mehr angehört; und es hört auf, gesagt werden zu können, daſs es Körper gibt, die positiv electrisch, andere, die negativ electrisch sind. So macht auch das Verhältniſs von Säure und Base und deren Bewegung gegeneinander ein Gesetz aus, worin diese Gegensätze als Körper erscheinen. Allein diese abgesonderten Dinge haben keine Wirklichkeit; die Gewalt, welche sie auseinander reiſst, kann sie nicht hindern, sogleich in einen Proceſs wieder einzutreten; denn sie sind nur diese Beziehung. Sie können nicht wie ein Zahn oder eine Klaue für sich bleiben, und so aufgezeigt werden. Daſs diſs ihr Wesen ist, unmittelbar in ein neutrales Product überzugehen, macht ihr Seyn zu einem an sich aufgehobenen, oder zu einem 1807 188 allgemeinen, und Säure und Base haben Wahrheit nur als Allgemeine. Wie also Glas und Harz ebensowohl positiv als negativ elektrisch seyn kann, so ist Säure und Base nicht als Eigenschafft an diese oder jene Wirklichkeit gebunden, sondern jedes Ding ist nur relativ sauer oder basisch; was decidirte Base oder Säure zu seyn scheint, erhält in den sogenannten Synsomatien die entgegengesetzte Bedeutung zu einem andern. — Das Resultat der Versuche hebt auf diese Weise die Momente oder Begeistungen als Eigenschafften der bestimmten Dinge auf, und befreyt die Prädicate von ihren Subjecten. Diese Prädicate werden, wie sie in Wahrheit sind, nur als allgemeine gefunden; um dieser Selbstständigkeit willen erhalten sie daher den Nahmen von Materien, welche weder Körper, noch Eigenschafften sind, und man hütet sich wohl Sauerstoff u. s. f. positive und negative Electricität, Wärme u. s. w. Körper zu nennen.

252 Die Materie ist hingegen nicht ein seyendes Ding, sondern das Seyn als allgemeines, oder in der Weise des Begriffs. Die Vernunft, welche noch Instinkt, macht diesen richtigen Unterschied, ohne das Bewuſstseyn, daſs sie, indem sie das Gesetz an allem sinnlichen Seyn versucht, eben darin sein nur sinnliches Seyn aufhebt, und, indem sie seine Momente als Materien auffaſst, ihre Wesenheit ihm zum Allgemeinen geworden, und in diesem Ausdrucke als ein unsinnliches Sinnliches, als ein körperloses, und doch gegenständliches Seyn, ausgesprochen ist.

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253 Es ist nun zu sehen, welche Wendung für ihn sein Resultat nimmt, und welche neue Gestalt seines Beobachtens damit auftritt. Als die Wahrheit dieses versuchenden Bewuſstseyns sehen wir das reine Gesetz, welches sich vom sinnlichen Seyn befreyt, wir sehen es als Begriff, der im sinnlichen Seyn vorhanden, aber in ihm selbstständig und ungebunden sich bewegt, in es versenkt frey davon und einfacher Begriff ist. Diſs was in Wahrheit das Resultat und Wesen ist, tritt für diſs Bewuſstseyn nun selbst, aber als Gegenstand auf, und zwar indem er eben für es nicht Resultat und ohne die Beziehung auf die vorhergehende Bewegung ist, als eine besondere Art von Gegenstand, und sein Verhältniſs zu diesem als ein anderes Beobachten.

254 Solcher Gegenstand, welcher den Proceſs in der Einfachheit des Begriffes an ihm hat, ist das Organische. Es ist diese absolute Flüssigkeit, worin die Bestimmtheit, durch welche es nur für anderes wäre, aufgelöst ist. Wenn das unorganische Ding die Bestimmtheit zu seinem Wesen hat, und deſswegen nur mit einem andern Dinge zusammen die Vollständigkeit der Momente des Begriffs ausmacht, und daher in die Bewegung tretend verloren geht; so sind dagegen an dem organischen Wesen alle Bestimmtheiten, durch welche es für anderes offen ist, unter die organische einfache Einheit gebunden; es tritt keine als wesentlich auf, welche sich frey auf 1807 190 anderes bezöge; und das Organische erhält sich daher in seiner Beziehung selbst.

255 Die Seiten des Gesetzes, auf dessen Beobachtung hier der Vernunftinstinkt geht, sind, wie aus dieser Bestimmung folgt, zunächst die organische Natur und die unorganische in ihrer Beziehung aufeinander. Diese letztere ist für die organische eben die ihrem einfachen Begriffe entgegengesetzte Freyheit der losgebundenen Bestimmtheiten, in welchen die individuelle Natur zugleich aufgelöst, und aus deren Continuität sie zugleich sich absondert und für sich ist. Luft, Wasser, Erde, Zonen und Klima sind solche allgemeine Elemente, die das unbestimmte einfache Wesen der Individualitäten ausmachen, und worin diese zugleich in sich reflectirt sind. Weder die Individualität ist schlechthin an und für sich, noch das Elementarische, sondern in der selbstständigen Freyheit, in welcher sie für die Beobachtung gegeneinander auftreten, verhalten sie sich zugleich als wesentliche Beziehungen, aber so daſs die Selbstständigkeit und Gleichgültigkeit beyder gegeneinander das Herrschende ist, und nur zum Theil in die Abstraction übergeht. Hier ist also das Gesetz, als die Beziehung eines Elements auf die Bildung des Organischen vorhanden, welches das elementarische Seyn einmal gegen sich über hat, und das andremal es an seiner organischen Reflexion darstellt. Allein solche Gesetze, daſs die Thiere, welche der Luft angehören, von der Beschaffenheit der Vögel, welche 1807 191 dem Wasser, von der Beschaffenheit der Fische sind, nordische Thiere, ein dickbehaartes Fell haben und so fort, zeigen sogleich eine Armuth, welche der organischen Mannigfaltigkeit nicht entspricht. Auſserdem daſs die organische Freyheit diesen Bestimmungen ihre Formen wieder zu entziehen weiſs, und nothwendig allenthalben Ausnahmen solcher Gesetze oder Regeln, wie man sie nennen wollte, darbietet, so bleibt diſs an denjenigen selbst, welche unter sie fallen, eine so oberflächliche Bestimmung, daſs auch der Ausdruck ihrer Nothwendigkeit nicht anders seyn kann, und es nicht über den groſsen Einfluſs hinausbringt; wobey man nicht weiſs, was diesem Einflusse eigentlich angehört, und was nicht. Dergleichen Beziehungen des organischen auf das elementarische sind daher in der That nicht Gesetze zu nennen, denn theils erschöpft, wie erinnert, eine solche Beziehung, ihrem Inhalte nach, gar nicht den Umfang des Organischen, theils bleiben aber auch die Momente der Beziehung selbst gleichgültig gegeneinander, und drücken keine Nothwendigkeit aus. Im Begriffe der Säure liegt der Begriff der Base, wie im Begriffe der positiven, die negative Electricität; aber so sehr auch das dickbehaarte Fell mit dem Norden, oder der Bau der Fische mit dem Wasser, der Bau der Vögel mit der Luft zusammen, angetroffen werden mag, so liegt im Begriffe des Nordens nicht der Begriff dicker Behaarung, des Meeres nicht der des Baues der Fische 1807 192 der Luft, nicht der des Baus der Vögel. Um dieser Freyheit beyder Seiten gegeneinander willen gibt es auch Landthiere, welche die wesentlichen Charaktere eines Vogels, des Fisches haben u. s. f. Die Nothwendigkeit, weil sie als keine innere des Wesens begriffen werden kann, hört auch auf, sinnliches Daseyn zu haben, und kann nicht mehr an der Wirklichkeit beobachtet werden, sondern ist aus ihr herausgetreten. So an dem realen Wesen selbst sich nicht findend, ist sie das, was teleologische Beziehung genannt wird, eine Beziehung, die den bezogenen äuſserlich, und daher vielmehr das Gegentheil eines Gesetzes ist. Sie ist der von der nothwendigen Natur ganz befreyte Gedanke, welcher sie verläſst, und über ihr sich für sich bewegt.

256 Wenn die vorhin berührte Beziehung des Organischen auf die elementarische Natur, das Wesen desselben nicht ausdrückt, so ist es dagegen in dem Zweckbegriffe enthalten. Diesem beobachtenden Bewuſstseyn zwar, ist er nicht das eigne Wesen des Organischen, sondern fällt ihm auſser demselben, und ist dann nur jene äuſserliche, teleologische Beziehung. Allein wie vorhin das Organische bestimmt worden, ist es in der That der reale Zweck selbst; denn indem es sich in der Beziehung auf Anderes selbst erhält, ist es eben dasjenige natürliche Wesen, in welchem die Natur sich in den Begriff reflectirt, und die an der Nothwendigkeit auseinandergelegten Momente einer Ursache 1807 193 und einer Wirkung, eines thätigen und eines leidenden, in Eins zusammengenommen; so daſs hier etwas nicht nur als Resultat der Nothwendigkeit auftritt; sondern, weil es in sich zurückgegangen ist, ist das Letzte oder das Resultat, ebensowohl das Erste, welches die Bewegung anfängt, und sich der Zweck, den es verwirklicht. Das Organische bringt nicht etwas hervor, sondern erhält sich nur, oder das was hervorgebracht wird, ist ebenso schon vorhanden, als es hervorgebracht wird.

257 Diese Bestimmung ist, wie sie an sich und wie sie für den Vernunftinstinkt ist, näher zu erörtern, um zu sehen, wie er sich darin findet, sich aber in seinem Funde nicht erkennt. Der Zweckbegriff also, zu dem die beobachtende Vernunft sich erhebt, wie es ihr bewuſster Begriff ist, ist eben so sehr als ein wirkliches vorhanden; und ist nicht nur eine äuſsere Beziehung desselben, sondern sein Wesen. Dieses Wirkliche, welches selbst ein Zweck ist, bezieht sich zweckmäſsig auf anderes, heiſst, seine Beziehung ist eine zufällige, nach dem, was beyde unmittelbar sind; unmittelbar sind beyde selbstständig, und gleichgültig gegeneinander. Das Wesen ihrer Beziehung aber ist ein anderes, als sie so zu seyn scheinen, und ihr Thun hat einen andern Sinn, als es unmittelbar für das sinnliche Wahrnehmen ist; die Nothwendigkeit ist an dem, was geschieht, verborgen, und zeigt sich erst am Ende, aber so, daſs eben diſs Ende zeigt, daſs sie auch das Erste gewesen ist. 1807 194 Das Ende aber zeigt diese Priorität seiner selbst dadurch, daſs durch die Veränderung, welche das Thun vorgenommen hat, nichts anders herauskommt, als was schon war. Oder wenn wir vom Ersten anfangen, so geht dieses an seinem Ende oder in dem Resultate seines Thuns nur zu sich selbst zurück; und eben hiedurch erweist es sich, ein solches zu seyn, welches sich selbst zu seinem Ende hat, also als Erstes schon zu sich zurückgekommen, oder an und für sich selbst ist. Was es also durch die Bewegung seines Thuns erreicht, ist es selbst; und daſs es nur sich selbst erreicht, ist sein Selbstgefühl. Es ist hiemit zwar der Unterschied dessen was es ist, und was es sucht, vorhanden, aber diſs ist nur der Schein eines Unterschieds, und hiedurch ist es Begriff an ihm selbst.

258 Ebenso ist aber das Selbstbewuſstseyn beschaffen, sich auf eine solche Weise von sich zu unterscheiden, worin zugleich kein Unterschied herauskömmt. Es findet daher in der Beobachtung der organischen Natur nichts anders als diſs Wesen, es findet sich als ein Ding, als ein Leben, macht aber noch einen Unterschied, zwischen dem, was es selbst ist, und was es gefunden, der aber keiner ist. Wie der Instinkt des Thieres das Futter sucht, und verzehrt, aber damit nichts anders herausbringt, als sich, so findet auch der Instinkt der Vernunft in seinem Suchen nur sie selbst. Das Thier endigt mit dem Selbstgefühle. Der Vernunftinstinkt hingegen ist 1807 195 zugleich Selbstbewuſstseyn; aber weil er nur Instinkt ist, ist er gegen das Bewuſstseyn auf die Seite gestellt, und hat an ihm seinen Gegensatz. Seine Befriedigung ist daher durch diesen entzweyt, er findet wohl sich selbst, nemlich den Zweck, und ebenso diesen Zweck als Ding. Aber der Zweck fallt ihm erstlich auſser dem Dinge, welches sich als Zweck darstellt. Dieser Zweck als Zweck ist zweytens zugleich gegenständlich, er fällt ihm daher auch nicht in sich als Bewuſstseyn, sondern in einen andern Verstand.

259 Näher betrachtet, so liegt diese Bestimmung ebensowohl in dem Begriffe des Dinges, daſs es Zweck an ihm selbst ist. Es nemlich erhält sich; d. h. zugleich, es ist seine Natur, die Nothwendigkeit zu verbergen und in der Form zufälliger Beziehung darzustellen; denn seine Freyheit oder fürsichseyn ist eben dieses, sich gegen sein nothwendiges als ein gleichgültiges zu verhalten; es stellt sich also selbst als ein solches dar, dessen Begriff auſser seinem Seyn falle. Ebenso hat die Vernunft die Nothwendigkeit, ihren eigenen Begriff als auſser ihr fallend, hiemit als Ding anzuschauen, als ein solches, gegen das sie, und das hiemit gegenseitig gegen sie, und gegen seinen Begriff gleichgültig ist. Als Instinkt bleibt sie auch innerhalb dieses Seyns, oder der Gleichgültigkeit stehen, und das Ding, welches den Begriff ausdrückt, bleibt ihm ein anderes, als dieser Begriff, der Begriff ein 1807 196 anderes als das Ding. So ist das organische Ding für sie nur so Zweck an ihm selbst, daſs die Nothwendigkeit, welche in seinem Thun als verborgen sich darstellt, indem das Thuende darin als ein gleichgültiges für sich seyendes sich verhält, auſser dem Organischen selbst fällt. — Da aber das Organische als Zweck an ihm selbst sich nicht anders verhalten kann, denn als ein solches, so ist auch diſs erscheinend und sinnlich gegenwärtig, daſs es Zweck an ihm selbst ist, und es wird so beobachtet. Das Organische zeigt sich als ein sich selbst erhaltendes und in sich zurückkehrendes und zurückgekehrtes. Aber in diesem Seyn erkennt diſs beobachtende Bewuſstseyn den Zweckbegriff nicht, oder diſs nicht, daſs der Zweckbegriff nicht sonst irgendwo in einem Verstande, sondern eben hier existirt, und als ein Ding ist. Es macht einen Unterschied, zwischen dem Zweckbegriffe, und zwischen dem fürsichseyn und sich selbst erhalten, welcher keiner ist. Daſs er keiner ist, ist nicht für es, sondern ein Thun, das zufällig und gleichgültig gegen das, was durch dasselbe zustande kommt, erscheint, und die Einheit, welche doch beydes zusammenknüpft, — jenes Thun, und dieser Zweck fällt ihm auseinander.

260 Was in dieser Ansicht dem Organischen selbst zukommt, ist das zwischen seinem Ersten und Letzten mitten inne liegende Thun, insofern es den Charakter der Einzelnheit an ihm hat. Das Thun aber, insofern es den Charakter der Allgemeinheit hat, und 1807 197 das Thuende demjenigen, was dadurch hervorgebracht wird, gleich gesetzt, das zweckmäſsige Thun als solches, käme nicht ihm zu. Jenes einzelne Thun, das nur Mittel ist, tritt durch seine Einzelnheit unter die Bestimmung einer durchaus einzelnen oder zufälligen Nothwendigkeit. Was das Organische zur Erhaltung seiner selbst als Individuums, oder seiner als Gattung thut, ist daher diesem unmittelbaren Inhalte nach ganz gesetzlos, denn das Allgemeine und der Begriff fällt auſser ihm. Sein Thun wäre sonach die leere Wirksamkeit ohne Inhalt an ihr selbst; sie wäre nicht einmal die Wirksamkeit einer Maschine, denn diese hat einen Zweck, und ihre Wirksamkeit hiedurch einen bestimmten Inhalt. So verlassen von dem Allgemeinen würde sie Thätigkeit nur eines seyenden, als seyenden, d. h. eine nicht zugleich in sich reflectirte seyn, wie die einer Säure oder Base ist; eine Wirksamkeit, die von ihrem unmittelbaren Daseyn sich nicht abtrennen, noch dieses, das in der Beziehung auf sein entgegengesetztes verloren geht, aufgeben, sich aber erhalten könnte. Das Seyn aber, dessen Wirksamkeit die hier betrachtete ist, ist gesetzt als ein in seiner Beziehung auf sein entgegengesetztes sich erhaltendes Ding; die Thätigkeit als solche ist nichts als die reine wesenlose Form seines Fürsichseyns, und ihre Substanz, die nicht bloſs bestimmtes Seyn, sondern das Allgemeine ist, ihr Zweck fällt nicht auſser ihr; sie ist an ihr selbst in sich zurückgehende, nicht 1807 198 durch irgend ein fremdes in sich zurückgelenkte Thätigkeit.

261 Diese Einheit der Allgemeinheit und der Thätigkeit ist aber darum nicht für diſs beobachtende Bewuſstseyn, weil jene Einheit wesentlich die innre Bewegung des Organischen ist, und nur als Begriff aufgefaſst werden kann; das Beobachten aber sucht die Momente in der Form des Seyns und Bleibens; und weil das organische Ganze wesentlich diſs ist, so die Momente nicht an ihm zu haben und nicht an ihm finden zu lassen, verwandelt das Bewuſstseyn in seiner Ansicht den Gegensatz in einer solchen, als er ihr gemäſs ist.

262 Es entsteht ihm auf diese Weise das organische Wesen als eine Beziehung zweyer seyender und fester Momente, — eines Gegensatzes, dessen beyde Seiten ihm also einestheils in der Beobachtung gegeben zu seyn scheinen, anderntheils ihrem Inhalte nach den Gegensatz des organischen Zweckbegriffs, und der Wirklichkeit ausdrücken; weil aber der Begriff als solcher daran getilgt ist, auf eine dunkle und oberflächliche Weise, worin der Gedanke in das Vorstellen herabgesunken ist. So sehen wir den ersten ungefähr unter dem Innern, die andere unter dem Aeuſsern gemeynt, und ihre Beziehung erzeugt das Gesetz, daſs das Aeuſsere der Ausdruck des Innern ist.

263 Diſs Innere mit seinem Entgegengesetzten, und ihre Beziehung aufeinander näher betrachtet, ergibt 1807 199 sich, daſs vors erste die beyden Seiten des Gesetzes nicht mehr wie bey frühern Gesetzen lauten, worin sie als selbstständige Dinge jede als ein besonderer Körper, erschienen, noch auch fürs andere so, daſs das Allgemeine irgend sonst auſser dem Seyenden seine Existenz haben sollte. Sondern das organische Wesen ist ungetrennt überhaupt zu Grunde gelegt, als Inhalt des Innern und Aeuſsern, und für beyde dasselbe; der Gegensatz ist dadurch nur noch ein rein formeller, dessen reale Seiten dasselbe Ansich zu ihrem Wesen, zugleich aber, indem Inneres und Aeuſseres auch entgegengesetzte Realität und ein für das Beobachten verschiedenes Seyn sind, scheinen sie ihm jedes einen eigenthumlichen Inhalt zu haben. Dieser eigenthümliche Inhalt, da er dieselbe Substanz oder organische Einheit ist, kann aber in der That nur eine verschiedene Form derselben seyn; und diſs wird von dem beobachtenden Bewuſstseyn darin angedeutet, daſs das Aeuſsere nur Ausdruck des Innern ist. — Dieselben Bestimmungen des Verhältnisses, nemlich die gleichgültige Selbstständigkeit der verschiedenen, und in ihr ihre Einheit, worin sie verschwinden, haben wir an dem Zweckbegriffe gesehen.

264 Es ist nun zu sehen, welche Gestalt das Innere und Aeuſsere in seinem Seyn hat. Das Innere als solches muſs ebensosehr ein äuſseres Seyn, und eine Gestalt haben, wie das Aeuſsere als solches, denn es 1807 200 ist Gegenstand oder selbst als seyendes und für die Beobachtung vorhanden gesetzt.

265 Die organische Substanz als innere ist sie die einfache Seele, der reine Zweckbegriff oder das Allgemeine, welches in seiner Theilung ebenso allgemeine Flüssigkeit bleibt, und daher in seinem Seyn als das Thun oder die Bewegung der verschwindenden Wirklichkeit erscheint; da hingegen das Aeuſsere entgegengesetzt jenem seyenden Innern in dem ruhenden Seyn des Organischen besteht. Das Gesetz als die Beziehung jenes Innere auf diſs Aeuſsere drückt hiemit seinen Inhalt, einmal in der Darstellung allgemeiner Momente oder einfacher Wesenheiten, und das anderemal in der Darstellung der verwirklichten Wesenheit oder der Gestalt aus. Jene ersten einfachen organischen Eigenschafften, um sie so zu nennen, sind Sensibilität, Irritabilität und Reproduction. Diese Eigenschafften, wenigstens die beyden ersten scheinen sich zwar nicht auf den Organismus überhaupt, sondern nur auf den animalischen zu beziehen. Der vegetabilische drückt auch in der That nur den einfachen Begriff des Organismus aus, der seine Momente nicht entwickelt; daher wir uns in Ansehung ihrer, insofern sie für die Beobachtung seyn sollen, an denjenigen halten müssen, der ihr entwickeltes Daseyn darstellt.

266 Was nun sie selbst betrifft, so ergeben sie sich unmittelbar aus dem Begriffe des Selbstzwecks. Denn die Sensibilität drückt überhaupt den einfachen 1807 201 Begriff der organischen Reflexion in sich, oder die allgemeine Flüssigkeit desselben aus; die Irritabilität aber die organische Elasticität, sich in der Reflexion zugleich reagirend zu verhalten, und die dem ersten ruhigen in sich seyn entgegengesetzte Verwirklichung, worin jenes abstracte für sich seyn ein Seyn für anderes ist. Die Reproduction aber ist die Action dieses ganzen in sich reflectirten Organismus, seine Thätigkeit als Zwecks an sich oder als Gattung, worin also das Individuum sich von sich selbst abstöſst, entweder seine organischen Theile, oder das ganze Individuum erzeugend wiederholt. In der Bedeutung der Selbsterhaltung überhaupt genommen drückt die Reproduction den formalen Begriff des Organischen oder die Sensibilitat aus; aber sie ist eigentlich der reale organische Begriff, oder das Ganze, das als Individuum entweder durch die Hervorbringung der einzelnen Theile seiner selbst oder als Gattung durch die Hervorbringung von Individuen in sich zurückkehrt.

267 Die andere Bedeutung dieser organischen Elemente, nemlich als des Aeuſseren, ist ihre gestaltete Weise, nach welcher sie als wirkliche, aber zugleich auch als allgemeine Theile oder organische Systeme vorhanden sind; die Sensibilität etwa als Nervensystem, die Irritabilität als Muskelsystem, die Reproduction als Eingeweide der Erhaltung des Individuums und der Gattung.

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268 Eigenthümliche Gesetze des Organischen betreffen demnach ein Verhältniſs der organischen Momente in ihrer gedoppelten Bedeutung, einmal ein Theil der organischen Gestaltung, das andremal allgemeine flüssige Bestimmtheit zu seyn, welche durch alle jene Systeme hindurchgeht. In dem Ausdrucke eines solchen Gesetzes hätte also zum Beyspiel eine bestimmte Sensibilität als Moment des ganzen Organismus ihren Ausdruck an einem bestimmt gebildeten Nervensystem, oder sie wäre auch mit einer bestimmten Reproduction der organischen Theile des Individuums, oder Fortpflanzung des ganzen verknüpft, und so fort. — Die beyden Seiten eines solchen Gesetzes können beobachtet werden. Das Aeuſsere ist seinem Begriffe nach das Seyn für anderes; die Sensibilität hat z. B. in dem sensibeln Systeme ihre unmittelbar verwirklichte Weise; und als allgemeine Eigenschafft ist sie in ihren Aeuſserungen ebenso ein gegenständliches. Die Seite, welche das Innere heiſst, hat ihre eigene äuſsere Seite, die unterschieden ist von dem, was im Ganzen das äuſsere heiſst.

269 Die beyden Seiten eines organischen Gesetzes wären also zwar wohl zu beobachten, allein nicht Gesetze der Beziehung derselben; und die Beobachtung reicht nicht darum nicht zu, weil sie, als Beobachtung, zu kurzsichtig wäre, und nicht empirisch verfahren, sondern von der Idee ausgegangen werden sollte; denn solche Gesetze, wenn sie etwas reelles wären, müſsten in der That wirklich vorhanden, und also zu 1807 203 beobachten seyn; sondern weil der Gedanke von Gesetzen dieser Art keine Wahrheit zu haben sich erweist.

270 Es ergab sich für ein Gesetz das Verhältniſs, daſs die allgemeine organische Eigenschafft an einem organischen Systeme sich zum Dinge gemacht und an ihm seinem gestalteten Abdruck hätte, so daſs beyde dasselbe Wesen wären, das einmal als allgemeines Moment, das andremal als Ding vorhanden. Aber auſserdem ist auch die Seite des Innern für sich ein Verhältniſs mehrerer Seiten, und es bietet sich daher zuerst der Gedanke eines Gesetzes an, als eine Beziehung der allgemeinen organischen Thätigkeiten oder Eigenschafften auf einander. Ob ein solches möglich ist, muſs sich aus der Natur einer solchen Eigenschafft entscheiden. Sie ist aber, als eine allgemeine Flüssigkeit, theils nicht etwas, das nach nach der Weise eines Dinges beschränkt und in dem Unterschiede eines Daseyns sich hält, das seine Gestalt ausmachen sollte, sondern die Sensibilität geht über das Nervensystem hinaus, und durch alle andere Systeme des Organismus hindurch, — theils ist sie allgemeines Moment, das wesentlich ungeschieden und unzertrennlich von Reaction oder Irritabilität und Reproduction ist. Denn als Reflexion in sich, hat sie schlechthin die Reaction an ihr. Nur in sich reflectirtseyn ist Passivität, oder todtes Seyn, nicht eine Sensibilität, so wenig als Action, was dasselbe ist als Reaction, ohne in sich reflectirtseyn Irritabilität ist. Die Reflexion in der Action oder 1807 204 Reaction, und die Action oder Reaction in der Reflexion ist gerade diſs, dessen Einheit das organische ausmacht, eine Einheit, welche mit der organischen Reproduction gleichbedeutend ist. Es folgt hieraus, daſs in jeder Weise der Wirklichkeit dieselbe Gröſse der Sensibilität, — indem wir zuerst das Verhältniſs derselben und der Irritabilität zu einander betrachten, — vorhanden seyn muſs, als der Irritabilität, und daſs eine organische Erscheinung ebensosehr nach der einen als nach der andern aufgefaſst und bestimmt, oder wie man will, erklärt werden kann. Dasselbe, was der eine etwa für hohe Sensibilität nimmt, kann ein anderer ebenso gut für hohe Irritabilität, und Irritabilität von derselben Höhe betrachten. Wenn sie Factoren genannt werden, und diſs nicht ein bedeutungsloses Wort seyn soll, so ist eben damit ausgesprochen, daſs sie Momente des Begriffs sind, also der reale Gegenstand, dessen Wesen dieser Begriff ausmacht, sie auf gleiche Weise an ihm hat, und wenn er auf die eine bestimmt wird, als sehr sensibel, er ebenso auf die andere, als ebensosehr irritabel auszusagen ist.

271 Werden sie unterschieden, wie nothwendig ist, so sind sie es dem Begriffe nach, und ihr Gegensatz ist qualitativ. Aber auſser diesem wahren Unterschiede auch noch als seyend, und für die Vorstellung, wie sie Seiten des Gesetzes seyn könnten, verschieden gesetzt, so erscheinen sie in quantitativer Verschiedenheit. Ihr eigenthümlicher qualitativer 1807 205 Gegensatz tritt somit in die Gröſse, und es entstehen Gesetze der Art, daſs zum Beyspiel Sensibilität und Irritabilität in ungekehrtem Verhältnisse ihrer Gröſse stehen, so daſs wie die eine wächst, die andere abnimmt; oder besser gleich die Gröſse selbst zum Inhalte genommen, daſs die Gröſse von Etwas zunimmt, wie seine Kleinheit abnimmt. — Wird diesem Gesetze aber ein bestimmter Inhalt gegeben, etwa so, daſs die Gröſse eines Loches zunimmt, jemehr das abnimmt, was seine Erfüllung ausmacht, so kann diſs umgekehrte Verhältniſs ebenso in ein gerades verwandelt und ausgedrückt werden, daſs die Gröſse des Loches in geradem Verhältnisse der Menge des weggenommenen zunimmt; — ein tavtalogischer Satz, er mag als directes oder umgekehrtes Verhältniſs ausgedrückt werden, der in seinem eigenthümlichen Ausdrucke nur dieses heiſst, daſs eine Gröſse zunimmt, wie diese Gröſse zunimmt. Wie das Loch und das, was es erfüllt und weggenommen wird, qualitativ entgegengesetzt, aber wie das reale derselben, und dessen bestimmte Gröſse in beyden, ein und dasselbe, und ebenso Zunahme der Gröſse, und Abnahme der Kleinheit dasselbe ist, und ihre bedeutungsleere Entgegensetzung in eine Tavtalogie hinausläufft, so sind die organischen Momente gleich unzertrennlich in ihrem Realen, und in ihrer Gröſse, die die Gröſse desselben ist; eines nimmt nur mit dem andern ab und nimmt nur mit ihm zu, denn eines hat schlechthin nur Bedeutung, insoweit das 1807 206 andere vorhanden ist; — oder vielmehr es ist gleichgültig eine organische Erscheinung als Irritabilität, oder als Sensibilität zu betrachten, schon überhaupt, und ebenso wenn von ihrer Gröſse gesprochen wird. So gleichgültig es ist, die Zunahme eines Lochs, als Vermehrung seiner als der Leerheit, oder als Vermehrung der herausgenommenen Fülle auszusprechen. Oder eine Zahl, z. B. drey, bleibt gleich groſs, ich mag sie positiv oder negativ nehmen; und wenn ich die drey zu vier vergröſsere, so ist das positive wie das negative zu vier geworden; — wie der Südpol an einem Magnete gerade so stark ist, als sein Nordpol, oder eine positive Eleklricität, oder eine Säure, gerade so stark als ihre negative, oder als die Base, worauf sie einwirkt. — Ein solches Groſses, als jene drey, oder ein Magnet u. s. f. ist ein organisches Daseyn; es ist dasjenige, das vermehrt und vermindert wird, und wenn es vermehrt wird, werden beyde Factoren desselben vermehrt, so sehr als beyde Pole des Magnets, oder als die beyden Elektricitäten, wenn ein Magnet u. s. f. verstärkt wird, zunehmen. — Daſs beyde eben so wenig nach Intension und Extension verschieden seyn, das eine nicht an Extension ab, dagegen an Intension zunehmen kann, während das andere umgekehrt seine Intension vermindern, dagegen an Extension zunehmen sollte, fällt unter denselben Begriff leerer Entgegensetzung; die reale Intension ist ebenso 1807 207 schlechthin so groſs als die Extension, und umgekehrt.

272 Es geht, wie erhellt, bey diesem Gesetzgeben eigentlich so zu, daſs zuerst Irritabilität und Sensibilität den bestimmten organischen Gegensatz ausmacht; dieser Inhalt verliert sich aber und der Gegensatz verläufft sich in den Formalen des Zu- und Abnehmens der Gröſse, oder der verschiedenen Intension und Extension; — ein Gegensatz, der die Natur der Sensibilität und der Irritabilität weiter nichts mehr angeht, und sie nicht mehr ausdrückt. Daher solches leeres Spiel des Gesetzgebens nicht an die organischen Momente gebunden ist, sondern es kann allenthalben mit allem getrieben werden, und beruht überhaupt auf der Unbekanntschafft mit der logischen Natur dieser Gegensätze.

273 Wird endlich statt der Sensibilität und Irritabilität die Reproduction mit der einen oder der andern in Beziehung gebracht, so fällt auch die Veranlassung zu diesem Gesetzgeben hinweg; denn Reproduction steht mit jenen Momenten nicht in einem Gegensatze, wie siegegeneinander; und da auf ihm diſs Gesetzgeben beruht, so fällt hier auch der Schein seines Stattfindens hinweg.

274 Das so eben betrachtete Gesetzgeben enthält die Unterschiede des Organismus in ihrer Bedeutung von Momenten seines Begriffs, und sollte eigentlich ein apriorisches Gesetzgeben seyn. Es liegt aber 1807 208 in ihm selbst wesentlich dieser Gedanke, daſs sie die Bedeutung von Vorhandenen haben, und das bloſs beobachtende Bewuſstseyn hat sich ohnehin nur an ihr Daseyn zu halten. Die organische Wirklichkeit hat nothwendig einen solchen Gegensatz an ihr, als ihr Begriff ausdrückt, und der als Irritabilität und Sensibilität bestimmt werden kann, sowie sie beyde wieder von der Reproduction verschieden erscheinen. — Die Aeuſserlichkeit, in der die Momente des organischen Begriffs hier betrachtet werden, ist die eigne unmittelbare Aeuſserlichkeit des Innern, nicht das Aeuſsere, welches Aeuſseres im Ganzen, und Gestalt ist, und mit welchem das Innre nachher in Beziehung zu betrachten ist.

275 Aber den Gegensatz der Momente so aufgefaſst wie er an dem Daseyn ist, so sinken Sensibilität, Irritabilität, Reproduction zu gemeinen Eigenschafften herunter, die gegeneinander ebenso gleichgültige Allgemeinheiten sind, als specifische Schwere, Farbe, Härte, und so fort. In diesem Sinne kann wohl beobachtet werden, daſs ein organisches sensibler, oder irritabler, oder von gröſserer Reproductionskraft sey als ein anderes; — so wie daſs die Sensibilität u. s. f. des einen der Art nach von der eines andern verschieden sey, eins sich gegen bestimmte Reitze anders verhalte, als ein anderes, wie das Pferd anders gegen Hafer als gegen Heu, und der Hund wieder anders gegen beyde, u. s. f. so sehr, als beobachtet werden kann, daſs ein Körper härter ist als 1807 209 ein anderer, und so fort. — Allein diese sinnlichen Eigenschafften, Härte, Farbe, und so fort, so wie die Erscheinungen der Reitzempfänglichkeit für Hafer, der Irritabilität für Lasten, oder der Anzahl und Art Junge zu gebähren, auf einander bezogen und mit einander verglichen, widerstreiten wesentlich einer Gesetzmäſsigkeit. Denn die Bestimmtheit ihres sinnlichen Seyns besteht eben darin, vollkommen gleichgültig gegeneinander zu existiren, und die des Begriffs entbundne Freyheit der Natur vielmehr darzustellen, als die Einheit einer Beziehung, vielmehr ihr unvernünftiges hin- und herspielen auf der Leiter der zufälligen Gröſse zwischen den Momenten des Begriffs, als diese selbst.

276 Die andere Seite, nach welcher die einfachen Momente des organischen Begriffs mit den Momenten der Gestaltung verglichen werden, würde erst das eigentliche Gesetz geben, welches das wahre Aeuſsere als Abdruck des Innern ausspräche. — Weil nun jene einfachen Momente durchdringende flüssige Eigenschafften sind, so haben sie an dem organischen Dinge nicht einen solchen ausgeschiedenen realen Ausdruck, wie das ist, was ein einzelnes System der Gestalt genannt wird. Oder wenn die abstracte Idee des Organismus in jenen drey Momenten nur darum wahrhafft ausgedrückt ist, weil sie nichts stehendes, sondern nur Momente des Begriffs und der Bewegung sind, so ist er dagegen als Gestaltung nicht in solchen drey bestimmten Systemen befaſst, 1807 210 wie die Anatomie sie auseinander legt. Insofern solche Systeme in ihrer Wirklichkeit gefunden, und durch diſs Finden legitimirt werden sollen, muſs auch erinnert werden, daſs die Anatomie nicht nur drey dergleichen Systeme, sondern viel mehrere aufweist. — Alsdenn muſs abgesehen hievon, überhaupt das sensible System etwas ganz anderes bedeuten, als das was Nervensystem genannt wird, so das irritable System etwas anderes als das Muskelsystem, das reproductive System etwas anders als die Eingeweide der Reproduction. In den Systemen der Gestalt als solcher ist der Organismus nach der abstracten Seite der todten Existenz aufgefaſst; seine Momente so aufgenommen gehören der Anatomie und dem Kadaver, nicht der Erkenntniſs und dem lebendigen Organismus an. Als solche Theile haben sie vielmehr aufgehört, zu seyn, denn sie hören auf Processe zu seyn. Da das Seyn des Organismus wesentlich Allgemeinheit oder Reflexion in sich selbst ist, so kann das Seyn seines Ganzen, wie seine Momente nicht in einem anatomischen Systeme bestehen, sondern der wirkliche Ausdruck und ihre Aeuſserlichkeit ist vielmehr nur als eine Bewegung vorhanden, die sich durch die verschiedenen Theile der Gestaltung verlaufft, und worin das, was als einzelnes System herausgerissen und fixirt wird, sich wesentlich als flieſsendes Moment darstellt, so daſs nicht jene Wirklichkeit, wie die Anatomie sie findet, als ihre Realität gelten darf, sondern nur sie 1807 211 als Proceſs, in welchem auch die anatomischen Theile allein einen Sinn haben.

277 Es ergibt sich also, daſs weder die Momente des organischen Innern für sich genommen, Seiten eines Gesetzes des Seyns abzugeben fähig sind; indem sie in einem solchen Gesetze von einem Daseyn ausgesprochen, von einander unterschieden, und nicht jede auf gleiche Weise anstatt der andern sollte genannt werden können; noch daſs sie auf die eine Seite gestellt, in der andern an einem festen Systeme ihre Realisirung haben; denn diſs letztere ist so wenig etwas, das überhaupt organische Wahrheit hätte, als es der Ausdruck jener Momente des Innern ist. Das wesentliche des Organischen, da es an sich das Allgemeine ist, ist vielmehr überhaupt, seine Momente in der Wirklichkeit ebenso allgemein, das heiſst, als durchlauffende Processe zu haben, nicht aber an einem isolirten Dinge ein Bild des Allgemeinen zu geben.

278 Auf diese Weise geht an dem Organischen die Vorstellung eines Gesetzes überhaupt verloren. Das Gesetz will den Gegensatz als ruhende Seiten auffassen und ausdrücken, und an ihnen die Bestimmtheit, welche ihre Beziehung aufeinander ist. Das Innere, welchem die erscheinende Allgemeinheit, und das Aeuſsere, welchem die Theile der ruhenden Gestalt angehören, sollten die sich entsprechenden Seiten des Gesetes ausmachen, verlieren aber so auseinandergehalten ihre organische Bedeutung; und der Vorstellung des Gesetzes legt gerade diſs zum 1807 212 Grunde, daſs seine beyden Seiten ein für sich seyendes gleichgültiges Bestehen hätten, und an sie die Beziehung, als eine gedoppelte sich entsprechende Bestimmtheit vertheilt wäre. Jede Seite des Organischen ist vielmehr diſs an ihr selbst, einfache Allgemeinheit, in welcher alle Bestimmungen aufgelöst sind, und die Bewegung dieses Auflösens zu seyn.

279 Die Einsicht in den Unterschied dieses Gesetzgebens gegen frühere Formen wird seine Natur vollends aufhellen. — Sehen wir nemlich zurück auf die Bewegung des Wahrnehmens und des darin sich in sich reflectirenden und seinen Gegenstand hiedurch bestimmenden Verstandes, so hat dieser dabey an seinem Gegenstande die Beziehung dieser abstracten Bestimmungen, des Allgemeinen und Einzelnen, des Wesentlichen und des Aeuſserlichen, nicht vor sich, sondern ist selbst das Uebergehen, dem dieses Uebergehen nicht gegenständlich wird. Hier hingegen ist die organische Einheit, d. h. eben die Beziehung jener Gegensätze, und diese Beziehung ist reines Uebergehen, selbst der Gegenstand. Diſs Uebergehen in seiner Einfachheit ist unmittelbar All gemeinheit, und indem sie in den Unterschied tritt, dessen Beziehung das Gesetz ausdrücken soll, so sind seine Momente als allgemeine Gegenstände dieses Bewuſstseyns, und das Gesetz lautet, daſs das Aeuſsere Ausdruck des Innern sey. Der Verstand hat hier den Gedanken des Gesetzes selbst erfaſst, da er 1807 213 vorher nur überhaupt Gesetze suchte, und die Momente derselben ihm als ein bestimmter Inhalt, nicht als die Gedanken derselben vorschwebte. — In Ansehung des Inhalts sollen hiemit hier nicht solche Gesetze erhalten werden, welche nur ein ruhiges Aufnehmen rein seyender Unterschiede in die Form der Allgemeinheit sind, sondern Gesetze, die unmittelbar an diesen Unterschieden auch die Unruhe des Begriffes, und damit zugleich die Nothwendigkeit der Beziehung der Seiten haben. Allein weil eben der Gegenstand, die organische Einheit, das unendliche Aufheben oder die absolute Negation des Seyns mit dem ruhigen Seyn unmittelbar vereinigt, und die Momente wesentlich reines Uebergehen sind, so ergeben sich keine solche seyende Seiten, als für das Gesetz erfodert werden.

280 Um solche zu erhalten muſs der Verstand sich an das andre Moment des organischen Verhältnisses halten; nemlich an das Reflectirtseyn des organischen Daseyns in sich selbst. Aber dieses Seyn ist so vollkommen in sich reflectirt, daſs ihm keine Bestimmtheit gegen anderes übrig bleibt. Das unmittelbare sinnliche Seyn ist unmittelbar mit der Bestimmtheit als solcher eins, und drückt daher einen qualitativen Unterschied an ihm aus; wie z. B. Blau gegen Roth, Saures gegen Alkalisches u. s. f. Aber das in sich zurückgekommene organische Seyn ist vollkommen gleichgültig gegen anderes, sein Daseyn ist die einfache Allgemeinheit, und verweigert dem 1807 214 Beobachten bleibende sinnliche Unterschiede, oder was dasselbe ist, zeigt seine wesentliche Bestimmtheit nur als den Wechsel seyender Bestimmtheiten. Wie sich daher der Unterschied als seyender ausdrückt, ist ebendiſs, daſs er ein gleichgültiger ist, d. h. als Gröſse. Hierin ist aber der Begriff getilgt, und die Nothwendigkeit verschwunden. — Der Inhalt aber und Erfüllung dieses gleichgültigen Seyns, der Wechsel der sinnlichen Bestimmungen, in die Einfachheit einer organischen Bestimmung zusammengenommen drückt dann zugleich diſs aus, daſs er eben jene — der unmittelbaren Eigenschafft — Bestimmtheit nicht hat, und das qualitative fällt allein in die Gröſse, wie wir oben gesehen.

281 Ob also schon das Gegenständliche, das als organische Bestimmtheit aufgefaſst wird, den Begriff an ihm selbst hat, und sich hiedurch von dem unterscheidet, das für den Verstand ist, der sich als rein wahrnehmend bey dem Auffassen des Inhaltes seiner Gesetze verhält, so fällt jenes Auffassen doch ganz in das Princip und die Manier des bloſs wahrnehmenden Verstandes darum zurück, weil das Aufgefaſste zu Momenten eines Gesetzes gebraucht wird; denn hiedurch erhält es die Weise einer festen Bestimmtheit, die Form einer unmittelbaren Eigenschafft oder einer ruhenden Erscheinung, wird ferner in die Bestimmung der Gröſse aufgenommen, und die Natur des Begriffs ist unterdrückt. — Die Umtauschung eines bloſs wahrgenommenen gegen 1807 215 ein in sich reflectirtes, einer bloſs sinnlichen Bestimmtheit gegen eine organische verliert also wieder ihren Werth, und zwar dadurch daſs der Verstand das Gesetzgeben noch nicht aufgehoben hat.

282 Um die Vergleichung in Ansehung dieses Umtausches an einigen Beyspielen anzustellen, so wird etwa etwas, das für die Wahrnehmung ein Thier von starken Muskeln ist, — als thierischer Organismus von hoher Irritabilität, oder was für die Wahrnehmung ein Zustand groſser Schwäche ist, — als Zustand hoher Sensibilität oder wenn man lieber will als eine innormale Affection und zwar eine Potenzirung derselben (Ausdrücke, welche das sinnliche, statt in den Begriff, in ein Deutschlatein übersetzen) bestimmt. Daſs das Thier starke Muskeln habe, kann vom Verſtande auch so ausgedrückt werden, das Thier besitze eine groſse Muskelkraft, — wie die groſse Schwäche als eine geringe Krafft. Die Bestimmung durch Irritabilität hat vor der Bestimmung als Krafft voraus, daſs diese die unbestimmte Reflexion in sich, jene aber die bestimmte ausdrückt, denn die eigenthümliche Krafft des Muskels ist eben Irritabilität, — und vor der Bestimmung als starke Muskeln, daſs wie schon in der Krafft die Reflexion in sich zugleich darin enthalten ist. So wie die Schwäche oder die geringe Krafft, die organische Passivität bestimmt durch Sensibilität ausgedrückt wird. Aber diese Sensibilität so für sich genommen und fixirt, und noch mit der 1807 216 Bestimmung der Gröſse verbunden, und als gröſsere oder geringere Sensibilität einer gröſsern oder geringern Irritabilität entgegengesetzt, ist jede ganz in das sinnliche Element, und zur gemeinen Form einer Eigenschafft herabgesetzt, und ihre Beziehung nicht der Begriff, sondern im Gegentheil die Gröſse, in welche nun der Gegensatz fällt, und ein gedankenloser Unterschied wird. Wenn hiebei zwar das unbestimmte der Ausdrücke von Krafft und Stärke und Schwäche entfernt wurde, so entsteht itzt das ebenso leere und unbestimmte Herumtreiben in den Gegensätzen einer höhern und niedern Sensibilität, Irritabilität in ihrem Auf- und Absteigen an und gegeneinander. Nicht weniger als Stärke und Schwäche ganz sinnliche gedankenlose Bestimmungen sind, ist die gröſsere oder geringere Sensibilität, Irritabilität, die gedankenlos aufgefaſste und ebenso ausgesprochene sinnliche Erscheinung. An die Stelle jener begriffslosen Ausdrücke ist nicht der Begriff getreten, sondern Stärke und Schwäche durch eine Bestimmung erfüllt worden, die für sich allein genommen auf dem Begriffe beruht und ihn zum Inhalte hat, aber diesen Ursprung und Charakter gänzlich verliert. — Durch die Form der Einfachheit und Unmittelbarkeit also, in welcher dieser Inhalt zur Seite eines Gesetzes gemacht wird, und durch die Gröſse, welche das Element des Unterschiedes solcher Bestimmungen ausmacht, behält das ursprünglich als Begriff seyende und gesetzte Wesen die 1807 217 Weise des sinnlichen Wahrnehmens, und bleibt von dem Erkennen so entfernt, als in der Bestimmung durch Stärke und Schwäche der Krafft, oder durch unmittelbare sinnliche Eigenschafften.

283 Es ist itzt auch noch dasjenige für sich allein zu betrachten übrig, was das Aeuſsere des Organischen ist, und wie an ihm der Gegensatz seines Innern und Aeuſsern sich bestimmt; so wie zuerst das Innere des Ganzen in der Beziehung auf sein eignes Aeuſseres betrachtet wurde.

284 Das Aeuſsere für sich betrachtet, ist die Gestaltung überhaupt, das System des sich im Elemente des Seyns gliedernden Lebens, und wesentlich zugleich das Seyn des organischen Wesens für ein anderes, — gegenständliches Wesen in seinem für sich seyn. — Diſs Andere erscheint zunächst als seine äuſsere unorganische Natur. Diese beyden in Beziehung auf ein Gesetz betrachtet, kann, wie wir oben sahen, die unorganische Natur nicht die Seite eines Gesetzes gegen das organische Wesen ausmachen, weil dieses zugleich schlechthin für sich ist, und eine allgemeine und freye Beziehung auf sie hat.

285 Das Verhältniſs dieser beyden Seiten aber an der organischen Gestalt selbst näher bestimmt, so ist sie also nach einer Seite gegen die unorganische Natur gekehrt, auf der andern aber für sich und in sich reflectirt. Das wirkliche organische Wesen ist die Mitte, welche das für sich seyn des Lebens mit dem Aeuſsern überhaupt oder dem Ansichseyn 1807 218 zusammenschlieſst. — Das Extrem des Fürsichseyns ist aber das Innere als unendliches Eins, welches die Momente der Gestalt selbst aus ihrem Bestehen und dem Zusammenhange mit dem Aeuſsern in sich zurücknimmt, das inhaltslose, das an der Gestalt sich seinen Inhalt gibt, und an ihr als ihr Proceſs erscheint. In diesem Extreme als einfacher Negativität oder reiner Einzelnheit hat das Organische seine absolute Freyheit, wodurch es gegen das Seyn für anderes, und gegen die Bestimmtheit der Momente der Gestalt gleichgültig und gesichert ist. Diese Freyheit ist zugleich Freyheit der Momente selbst, sie ist ihre Möglichkeit als daseyende zu erscheinen und aufgefaſst zu werden, und wie gegen äuſseres sind sie darin auch gegen einander befreyt und gleichgültig, denn die Einfachheit dieser Freyheit ist das Seyn oder ihre einfache Substanz. Dieser Begriff oder reine Freyheit ist ein und dasselbe Leben, die Gestalt oder das Seyn für anderes mag in noch so mannigfaltigem Spiele umherschweiffen; es ist diesem Strome des Lebens gleichgültig, welcher Art die Mühlen sind, die er treibt. — Vors erste ist nun zu bemerken, daſs dieser Begriff hier nicht wie vorhin bey der Betrachtung des eigentlichen Innern in seiner Form des Processes, oder der Entwicklung seiner Momente aufzufassen ist, sondern in seiner Form als einfaches Innres, welches die rein allgemeine Seite gegen das wirkliche lebendige Wesen ausmacht, oder als das Element des Bestehens der seyenden Glieder der 1807 219 Gestalt; denn diese betrachten wir hier, und an ihr ist das Wesen des Lebens als die Einfachheit des Bestehens. Alsdenn ist das Seyn für anderes oder die Bestimmtheit der wirklichen Gestaltung, in diese einfache Allgemeinheit aufgenommen, die ihr Wesen ist, eine ebenso einfache allgemeine unsinnliche Bestimmtheit, und kann nur die seyn, welche als Zahl ausgedrückt ist. — Sie ist die Mitte der Gestalt, welche das unbestimmte Leben mit dem wirkchen verknüpft, einfach wie jenes, und bestimmt wie dieses. Was an jenem, dem Innern als Zahl wäre, müſste das Aeuſsere nach seiner Weise als die vielförmige Wirklichkeit, Lebensart, Farbe und so fort ausdrücken, überhaupt als die ganze Menge der Unterschiede, welche in der Erscheinung sich entwickeln.

286 Die beyden Seiten des organischen Ganzen — die eine das Innere, die andere aber das Aeuſsere, so daſs jede wieder an ihr selbst ein Inneres und Aeuſseres hat — nach ihrem beyderseitigen Innern verglichen, so war das Innere der ersten der Begriff, als die Unruhe der Abstraction; die zweyte aber hat zu dem ihrigen die ruhende Allgemeinheit, und darin auch die ruhende Bestimmtheit, die Zahl. Wenn daher jene, weil in ihr der Begriff seine Momente entwickelt, durch den Schein von Nothwendigkeit der Beziehung täuschend Gesetze verhieſs, so thut diese sogleich Verzicht darauf, indem sich die Zahl als die Bestimmung der einen Seite ihrer Gesetze zeigt. 1807 220 Denn die Zahl ist eben die gänzlich ruhende, todte und gleichgültige Bestimmtheit, an welcher alle Bewegung und Beziehung erloschen ist, und welche die Brücke zu dem lebendigen der Triebe, der Lebensart und dem sonstigen sinnlichen Daseyn abgebrochen hat.

287 Diese Betrachtung der Gestalt des Organischen als solcher, und des Innern als eines Innern bloſs der Gestalt ist aber in der That nicht mehr eine Betrachtung des Organischen. Denn die beyden Seiten, die bezogen werden sollten, sind nur gleichgültig gegeneinander gesetzt, und dadurch die Reflexion in sich, welche das Wesen des Organischen ausmacht, aufgehoben. Sondern es wird hier vielmehr auf die unorganische Natur die versuchte Vergleichung des Innern und Aeuſsern übergetragen; der unendliche Begriff ist hier nur das Wesen, das inwendig verborgen, oder auſsen in das Selbstbewuſstseyn fällt, und nicht mehr, wie am Organischen seine gegenständliche Gegenwart hat. Diese Beziehung des Innern und Aeuſsern ist also noch in ihrer eigentlichen Sphäre zu betrachten.

288 Zuerst ist jenes Innere der Gestalt als die einfache Einzelnheit eines unorganischen Dinges, die specifische Schwere. Sie kann als einfaches Seyn ebensowohl, wie die Bestimmtheit der Zahl, deren sie allein fähig ist, beobachtet oder eigentlich durch Vergleichung von Beobachtungen gefunden werden, und scheint auf diese Weise die eine Seite des Gesetzes 1807 221 zu geben. Gestalt, Farbe, Härte, Zähigkeit und eine unzählige Menge anderer Eigenschafften würden zusammen die äuſsere Seite ausmachen, und die Bestimmtheit des Innern, die Zahl, auszudrücken haben, so daſs das eine am andern sein Gegenbild hätte.

289 Weil nun die Negativität hier nicht als Bewegung des Processes, sondern als beruhigte Einheit oder einfaches für sich seyn aufgefaſst ist, so erscheint sie vielmehr als dasjenige, wodurch das Ding sich dem Processe widersetzt, und sich in sich und als gleichgültig gegen ihn erhält. Dadurch aber daſs diſs einfache Fürsichseyn eine ruhige Gleichgültigkeit gegen anderes ist, tritt die specifische Schwere als eine Eigenschafft neben andere; und damit hört alle nothwendige Beziehung ihrer auf diese Vielheit, oder alle Gesetzmäſsigkeit auf. — Die specifische Schwere als diſs einfache Innere, hat nicht den Unterschied an ihr selbst, oder sie hat nur den unwesentlichen; denn eben ihre reine Einfachheit hebt alle wesentliche Unterscheidung auf. Dieser unwesentliche Unterschied, die Gröſse, müſste also an der andern Seite, welche die Vielheit der Eigenschafften ist, sein Gegenbild oder das Andere haben, indem er dadurch überhaupt erst Unterschied ist. Wenn diese Vielheit selbst in die Einfachheit des Gegensatzes zusammengefaſst, und etwa als Kohäsion bestimmt wird, so daſs diese das für sich im Andersseyn, wie die specifische Schwere das reine Fürsichseyn ist, so ist diese 1807 222 Kohäsion zuerst diese reine im Begriffe gesetzte Bestimmtheit gegen jene Bestimmtheit, und die Manier des Gesetzgebens wäre die, welche oben bey der Beziehung der Sensibilität auf die Irritabilität betrachtet worden. — Alsdenn ist sie ferner als Begriff des Fürsichseyns im Andersseyn nur die Abstraction der Seite, die der specifischen Schwere gegenüber steht, und hat als solche keine Existenz. Denn das Fürsichseyn im Andersseyn ist der Proceſs, worin das unorganische sein Fürsichseyn als eine Selbsterhaltung auszudrücken hätte, welche es dagegen bewahrte aus dem Processe als Moment eines Products herauszutreten. Allein diſs eben ist gegen seine Natur, welche nicht den Zweck oder Allgemeinheit an ihr selbst hat. Sein Proceſs ist vielmehr nur das bestimmte Verhalten, wie sein Fürsichseyn, seine specifische Schwere sich aufhebt. Diſs bestimmte Verhalten, worin seine Kohäsion in ihrem wahren Begriffe bestehen würde, aber selbst, und die bestimmte Gröſse seiner specifischen Schwere sind ganz gleichgültige Begriffe gegeneinander. Wenn die Art des Verhaltens ganz auſser Acht gelassen, und auf die Vorstellung der Gröſse eingeschränkt würde, so könnte etwa diese Bestimmung gedacht werden, daſs das gröſsere specifische Gewicht, als ein höheres Insichseyn dem Eingehen in den Proceſs mehr widerstände, als das geringere. Allein umgekehrt bewährt die Freyheit des Fürsichseyns sich nur in der Leichtigkeit, mit allem sich einzulassen und sich in 1807 223 dieser Mannichfaltigkeit zu erhalten. Jene Intensität ohne Extension der Beziehungen ist eine gehaltlose Abstraction, denn die Extension macht das Daseyn der Intensität aus. Die Selbsterhaltung aber des Unorganischen in seiner Beziehung fällt, wie erinnert, auſser der Natur derselben, da es das Princip der Bewegung nicht an ihm selbst hat, oder da sein Seyn nicht die absolute Negativität und Begriff ist.

290 Diese andre Seite des Unorganischen dagegen nicht als Proceſs, sondern als ruhendes Seyn betrachtet, so ist sie die gemeine Kohäsion, eine einfache sinnliche Eigenschafft auf die Seite getreten gegen das freygelassene Moment des Andersseyn, welches in vielen gleichgültigen Eigenschafften auseinander liegt, und unter diese selbst, wie die specifische Schwere, tritt; die Menge der Eigenschafften zusammen macht dann die andre Seite zu dieser aus. An ihr aber, wie an den andern ist die Zahl die einzige Bestimmtheit, welche eine Beziehung und Uebergang dieser Eigenschafften zu einander nicht nur nicht ausdrückt, sondern eben wesentlich diſs ist, keine nothwendige Beziehung zu haben, sondern die Vertilgung aller Gesetzmäſsigkeit darzustellen, denn sie ist der Ausdruck der Bestimmtheit als einer unwesentlichen. So daſs also eine Reihe von Körpern, welche den Unterschied als Zahlenunterschied ihrer specifischen Schweren ausdrückt, durchaus nicht einer Reihe des Unterschieds der andern 1807 224 Eigenschafften parallel geht, wenn auch, um die Sache zu erleichtern, von ihnen nur eine einzelne oder etliche genommen werden. Denn in der That könnte es nur das ganze Konvolut derselben seyn, was in dieser Parallele die andere Seite auszumachen hätte. Dieses in sich zu ordnen und zu einem Ganzen zu verbinden, sind die Gröſsenbestimmtheiten dieser vielerley Eigenschafften für die Beobachtung einerseits vorhanden, andererseits aber treten ihre Unterschiede als qualitativ ein. Was nun in diesem Hauffen als positiv oder negativ bezeichnet werden müſste und sich gegenseitig aufhöbe, überhaupt die innre Figuration und Exposition der Formel, die sehr zusammengesetzt seyn würde, gehörte dem Begriffe an, welcher eben in der Weise, wie die Eigenschafften als seyende daliegen und aufgenommen werden sollen, ausgeschlossen ist; in diesem Seyn zeigt keine den Charakter eines negativen gegen die andere, sondern die eine ist so gut als die andere, noch deutet sie sonst ihre Stelle in der Anordnung des Ganzen an. — Bey einer Reihe, die in parallelen Unterschieden, — das Verhältniſs möchte als auf beyden Seiten zugleich steigend, oder nur auf der einen und auf der andern abnehmend gemeynt werden, — ist es nur um den letzten einfachen Ausdruck dieses zusammengefaſsten Ganzen zu thun, welches die eine Seite des Gesetzes, gegen die specifische Schwere ausmachen sollte; aber diese eine Seite, als seyendes Resultat ist eben nichts anders als was schon erwähnt 1807 225 worden, nemlich einzelne Eigenschafft, wie etwa auch die gemeine Kohäsion, neben welcher die andern und darunter auch die specifische Schwere, gleichgültig vorhanden sind, und jede andre mit dem gleichen Rechte, d. h. mit dem gleichen Unrechte zum Representanten der ganzen andern Seite gewählt werden kann; eine wie die andre würde das Wesen nur representiren, auf deutsch: vorstellen, aber nicht die Sache selbst seyn. So daſs der Versuch Körper-Reihen zu finden, welche an der einfachen Parallele zweyer Seiten fortlieffen, und die wesentliche Natur der Körper nach einem Gesetze dieser Seiten ausdrückten, für einen Gedanken genommen werden muſs, welcher seine Aufgabe und die Mittel, wodurch sie ausgeführt werden sollte, nicht kennt.

291 Es wurde vorhin die Beziehung des Aeuſsern und Innern an der Gestalt, welche der Beobachtung sich darstellen soll, sogleich zu der Sphäre des Unorganischen herübergenommen; die Bestimmung, welche sie hieher zieht, kann itzt näher angegeben werden, und es ergibt sich von da noch eine andere Form und Beziehung dieses Verhältnisses. Bey dem Organischen nemlich fällt überhaupt das hinweg, was bey dem Unorganischen die Möglichkeit einer solchen Vergleichung des Innern und Aeuſsern darzubieten scheint. Das unorganische Innere ist ein einfaches Inneres, das für die Wahrnehmung als seyende Eigenschafft sich darbietet; seine Bestimmtheit ist 1807 226 daher wesentlich die Gröſse, und es erscheint als seyende Eigenschafft gleichgültig gegen das Aeuſsere, oder die vielen andern sinnlichen Eigenschafften. Das Fürsichseyn des Organisch-lebendigen aber tritt nicht so auf die Seite gegen sein Aeuſseres, sondern hat das Princip des Andersseyns an ihm selbst. Bestimmen wir das Fürsichseyn als einfache sich erhaltende Beziehung auf sich selbst, so ist sein Andersseyn die einfache Negativität, und die organische Einheit ist die Einheit des sichselbstgleichen sich auf sich Beziehens, und der reinen Negativität. Diese Einheit ist als Einheit das Innere des Organischen; diſs ist hiedurch an sich allgemein, oder es ist Gattung. Die Freyheit der Gattung gegen ihre Wirklichkeit aber ist eine andere als die Freyheit der specifischen Schwere gegen die Gestalt. Die der letztern ist eine seyende Freyheit, oder daſs sie als besondere Eigenschafft auf die Seite tritt. Aber weil sie seyende Freyheit ist, ist sie auch nur Eine Bestimmtheit, welche dieser Gestalt wesentlich angehört, oder wodurch diese als Wesen ein bestimmtes ist. Die Freyheit der Gattung aber ist eine allgemeine, und gleichgültig gegen diese Gestalt oder gegen ihre Wirklichkeit. Die Bestimmtheit, welche dem Fürsichseyn des Unorganischen als solchem zukommt, tritt daher an dem Organischen unter sein Fürsichseyn; wie sie an dem Unorganischen nur unter das Seyn desselben tritt; ob sie daher schon an diesem zugleich nur als Eigenschafft 1807 227 ist, so fällt ihr doch die Würde des Wesens zu, weil sie als das einfache Negative dem Daseyn als dem Seyn für anderes gegenübersteht; und diſs einfache Negative ist in seiner letzten einzelnen Bestimmtheit eine Zahl. Das Organische aber ist eine Einzelnheit, welche selbst reine Negativität und daher die fixe Bestimmtheit der Zahl, welche dem gleichgültigen Seyn zukommt, in sich vertilgt. Insofern es das Moment des gleichgültigen Seyns und darin der Zahl an ihm hat, kann sie daher nur als ein Spiel an ihm, nicht aber als das Wesen seiner Lebendigkeit genommen werden.

292 Wenn nun aber schon die reine Negativität, das Princip des Processes, nicht auſser dem Organischen fällt, und es sie also nicht als eine Bestimmtheit in seinem Wesen hat, sondern die Einzelnheit selbst an sich allgemein ist, so ist doch diese reine Einzelnheit nicht in ihren Momenten als selbst abstracten oder allgemeinen an ihm entwickelt und wirklich. Sondern dieser Ausdruck tritt auſser jener Allgemeinheit, welche in die Innerlichkeit zurückfällt, und zwischen die Wirklichkeit oder Gestalt, d. h. die sich entwickelnde Einzelnheit und zwischen das organische Allgemeine, oder die Gattung, das bestimmte Allgemeine, die Art. Die Existenz, zu welcher die Negativität des Allgemeinen oder der Gattung gelangt, ist nur die entwickelte Bewegung eines Processes, welcher sich an den Theilen der seyenden Gestalt verläufft. Hätte die Gattung an 1807 228 ihr als ruhender Einfachheit die unterschiedenen Theile, und wäre somit ihre einfache Negativität als solche zugleich Bewegung, welche sich durch ebenso einfache, unmittelbar an ihnen allgemeine Theile verlieffe, die als solche Momente hier wirklich wären, so wäre die organische Gattung Bewuſstseyn. So aber ist die einfache Bestimmtheit, als Bestimmtheit der Art, an ihr auf eine geistlose Weise vorhanden; die Wirklichkeit fängt von ihr an, oder was in die Wirklichkeit tritt, ist nicht die Gattung als solche, d. h. überhaupt nicht der Gedanke. Diese als wirkliches Organisches ist nur durch einen Repräsentanten vertreten. Dieser aber, die Zahl, welche den Uebergang aus der Gattung in die individuelle Gestaltung zu bezeichnen, und der Beobachtung die beyden Seiten der Nothwendigkeit, einmal als einfache Bestimmtheit, das anderemal sie als entwickelte zur Mannigfaltigkeit herausgeborne Gestalt zu geben scheint, bezeichnet vielmehr die Gleichgültigkeit und Freyheit des Allgemeinen und Einzelnen gegeneinander, das von der Gattung dem wesenlosen Unterschiede der Gröſse preisgegeben wird, selbst aber als lebendiges von diesem Unterschiede sich ebenso frey erweist. Die wahre Allgemeinheit, wie sie bestimmt worden, ist hier nur innres Wesen; als Bestimmtheit der Art ist sie formale Allgemeinheit, und dieser gegenüber tritt jene wahre Allgemeinheit auf die Seite der Einzelnheit, die dadurch eine lebendige ist, und sich durch ihr Inneres über ihre 1807 229 Bestimmtheit als Art hinwegsetzt. Aber diese Einzelnheit ist nicht zugleich allgemeines Individuum, d. h. an dem die Allgemeinheit ebenso äuſsere Wirklichkeit hätte, sondern diſs fällt auſser dem Organisch-lebendigen. Dieses allgemeine Individuum aber, wie es unmittelbar das Individuum der natürlichen Gestaltungen ist, ist nicht das Bewuſstseyn selbst; sein Daseyn als einzelnes organisches lebendiges Individuum müſste nicht auſser ihm fallen, wenn es dieses seyn sollte.

293 Wir sehen daher einen Schluſs, worin das eine Extrem das allgemeine Leben als allgemeines, oder als Gattung, das andre Extrem aber dasselbe als Einzelnes, oder als allgemeines Individuum ist; die Mitte aber ist aus beyden zusammengesetzt, das erste scheint in sie sich als bestimmte Allgemeinheit oder als Art, das andre aber als eigentliche oder einzelne Einzelnheit zu schicken. — Und da dieser Schluſs überhaupt der Seite der Gestaltung angehört, so ist unter ihm ebenso dasjenige begriffen, was als unorganische Natur unterschieden wird.

294 Indem nun das allgemeine Leben als das einfache Wesen der Gattung von seiner Seite die Unterschiede des Begriffs entwickelt, und sie als eine Reihe der einfachen Bestimmtheiten darstellen muſs, so ist diese ein Sytem gleichgültig gesetzter Unterschiede, oder eine Zahlreihe. Wenn vorhin das Organische in der Form der Einzelnheit diesem wesenlosen Unterschiede gegenübergesetzt wurde, der ihre 1807 230 lebendige Natur nicht ausdrückt und enthält — und wenn in Ansehung des Unorganischen nach seinem ganzen in der Menge seiner Eigenschafften entwickelten Daseyn ebendiſs gesagt werden muſs, — so ist es itzt das allgemeine Individuum, welches nicht nur als frey von jeder Gliederung der Gattung, sondern auch als ihre Macht zu betrachten ist. Die Gattung, welche sich in Arten nach der allgemeinen Bestimmtheit der Zahl zerlegt, oder auch einzelne Bestimmtheiten ihres Daseyns, z. B. die Figur, Farbe u. s. f. zu ihrem Eintheilungsgrunde nehmen mag, erleidet in diesem ruhigen Geschäffte Gewalt von der Seite des allgemeinen Individuums, der Erde, welches als die allgemeine Negativität, die Unterschiede, wie sie dieselben an sich hat und deren Natur um der Substanz willen, der sie angehören, eine andere ist als die Natur jener, gegen das Systematisiren der Gattung geltend macht. Dieses Thun der Gattung wird zu einem ganz eingeschränkten Geschäffte, das sie nur innerhalb jener mächtigen Elemente treiben darf, und das durch die zügellose Gewalt derselben allenthalben unterbrochen, lückenhaft und verkümmert wird.

295 Es folgt hieraus, daſs der Beobachtung an dem gestalteten Daseyn nur die Vernunft als Leben überhaupt werden kann, welches aber in seinem Unterscheiden keine vernünftige Reihung und Gegliederung an sich selbst wirklich hat, und nicht ein in sich gegründetes System der Gestalten ist. — Wenn 1807 231 im Schlusse der organischen Gestaltung die Mitte, worein die Art und ihre Wirklichkeit als einzelne Individualität fällt, an ihr selbst die Extreme der innern Allgemeinheit und der allgemeinen Individualität hätte, so würde diese Mitte an der Bewegung ihrer Wirklichkeit den Ausdruck und die Natur der Allgemeinheit haben, und die sich selbst systematisirende Entwicklung seyn. So hat das Bewuſstseyn, zwischen dem allgemeinen Geiste und zwischen seiner Einzelnheit oder dem sinnlichen Bewuſstseyn, zur Mitte das System der Gestaltungen des Bewuſstseyns, als ein zum Ganzen sich ordnendes Leben des Geistes, — das System, das hier betrachtet wird, und welches als Weltgeschichte sein gegenständliches Daseyn hat. Aber die organische Natur hat keine Geschichte; sie fällt von ihrem Allgemeinen, dem Leben, unmittelbar in die Einzelnheit des Daseyns herunter, und die in dieser Wirklichkeit vereinigten Momente der einfachen Bestimmtheit und der einzelnen Lebendigheit bringen das Werden nur als die zufällige Bewegung hervor, worin jedes an seinem Theile thätig ist und das Ganze erhalten wird, aber diese Regsamkeit ist für sich selbst nur auf ihren Punkt beschränkt, weil das Ganze nicht in ihm vorhanden ist, und diſs ist nicht darin vorhanden, weil es nicht als Ganzes hier für sich ist.

296 Auſserdem also, daſs die beobachtende Vernunft in der organischen Natur nur zur Anschauung ihrer selbst als allgemeines Leben überhaupt kommt, 1807 232 wird ihr die Anschauung seiner Entwicklung und Realisirung nur nach ganz allgemein unterschiedenen Systemen, deren Bestimmung ihr Wesen nicht in dem Organischen als solchem, sondern in dem allgemeinen Individuum liegt; und unter diesen Unterschieden der Erde, nach Reihungen, welche die Gattung versucht.

297 Indem also in seiner Wirklichkeit die Allgemeinheit des organischen Lebens sich, ohne die wahrhaffte fürsichseyende Vermittlung, unmittelbar in das Extrem der Einzelnheit herunterfallen läſst, so hat das beobachtende Bewuſstseyn nur das Meynen als Ding vor sich; und wenn die Vernunft das müssige Interesse haben kann, dieses Meynen zu beobachten, ist sie auf das Beschreiben und Hererzählen von Meynungen und Einfällen der Natur beschränkt, Diese geistlose Freyheit des Meynens wird zwar allenthalben Anfänge von Gesetzen, Spuren von Nothwendigkeit, Anspielungen auf Ordnung und Reihung, witzige und scheinbare Beziehungen darbieten. Aber die Beobachtung kommt in der Beziehung des Organischen auf die seyenden Unterschiede des Unorganischen, die Elemente, Zonen und Klimate, in Ansehung des Gesetzes und der Nothwendigkeit nicht über den groſsen Einfluſs hinaus. So auf der andern Seite, wo die Individualität nicht die Bedeutung der Erde, sondern das dem organischen Leben immanenten Eins hat, diſs aber mit dem Allgemeinen in unmittelbarer Einheit zwar die Gattung 1807 233 ausmacht, aber deren einfache Einheit ebendarum nur als Zahl sich bestimmt, und daher die qualitative Erscheinung freyläſst, — kann es die Beobachtung nicht über artige Bemerkungen, interessante Beziehungen, freundliches Entgegenkommen dem Begriffe, hinausbringen. Aber die artigen Bemerkungen sind kein Wissen der Nothwendigkeit, die interessanten Beziehungen bleiben bey dem Interesse stehen, das Interesse ist aber nur noch die Meynung von der Vernunft; und die Freundlichkeit des individuellen, mit der es an einen Begriff anspielt, ist eine kindliche Freundlichkeit, welche kindisch ist, wenn sie an und für sich etwas gelten will oder soll.

1807 234

b. Die Beobachtung des Selbstbewuſstseyns in seiner Reinheit und seiner Beziehung auf äuſsre Wirklichkeit; logische und psychologische Gesetze.

298 Die Naturbeobachtung findet den Begriff in der unorganischen Natur realisirt, Gesetze, deren Momente Dinge sind, welche sich zugleich als Abstractionen verhalten; aber dieser Begriff ist nicht eine in sich reflectirte Einfachheit. Das Leben der organischen Natur ist dagegen nur diese in sich reflectirte Einfachheit, der Gegensatz seiner selbst, als des Allgemeinen und des Einzelnen tritt nicht im Wesen dieses Lebens selbst auseinander; das Wesen ist nicht die Gattung, welche in ihrem unterschiedslosen Elemente sich trennte und bewegte, und in ihrer Entgegensetzung für sich selbst zugleich ununterschieden wäre. Die Beobachtung findet diesen freyen Begriff, dessen Allgemeinheit die entwickelte Einzelnheit ebenso absolut in ihr selbst hat, nur in dem als Begriff existirenden Begriffe selbst, oder in dem Selbstbewuſstseyn.

1807 235

299 Indem sie sich nun in sich sellst kehrt, und auf den als freyen Begriff wirklichen Begriff richtet, findet sie zuerst die Gesetze des Denkens. Diese Einzelnheit, welche das Denken an ihm selbst ist, ist die abstracte, ganz in die Einfachheit zurückgenommene Bewegung des Negativen, und die Gesetze sind auſserhalb der Realität. — Sie haben keine Realität, heiſst überhaupt nichts anders, als sie sind ohne Wahrheit. Sie sollen auch zwar nicht ganze, aber doch formelle Wahrheit seyn. Allein das rein formelle ohne Realität ist das Gedankending, oder die leere Abstraction ohne die Entzweyung an ihr, welche nichts anders als der Inhalt wäre. — Auf der andern Seite aber, indem sie Gesetze des reinen Denkens sind, dieses aber das an sich Allgemeine, und also ein Wissen ist, welches unmittelbar das Seyn und darin alle Realität an ihm hat, sind diese Gesetze absolute Begriffe und ungetrennt die Wesenheiten der Form wie der Dinge. Da die sich in sich bewegende Allgemeinheit der entzweyte einfache Begriff ist; hat er auf diese Weise Inhalt an sich, und einen solchen, welcher aller Inhalt, nur nicht ein sinnliches Seyn ist. Es ist ein Inhalt, der weder im Widerspruche mit der Form noch überhaupt von ihr getrennt, sondern vielmehr wesentlich sie selbst ist, denn diese ist nichts anderes als das in seine reinen Momente sich trennende Allgemeine.

300 Wie aber diese Form oder Inhalt für de Reobachtung als Beobachtung ist, erhält sie die 1807 236 Bestimmung eines gefundenen, gegebenen, d. i. nur seyenden Inhalts. Er wird ruhiges Seyn von Beziehungen, eine Menge abgesonderter Nothwendigkeiten, die als ein fester Inhalt an und für sich, in ihrer Bestimmtheit, Wahrheit haben sollen, und so in der That der Form entzogen sind. — Diese absolute Wahrheit fixer Bestimmtheiten oder vieler verschiedener Gesetze, widerspricht aber der Einheit des Selbstbewuſstseyns, oder des Denkens und der Form überhaupt. Was für festes an sich bleibendes Gesetz ausgesagt wird, kann nur ein Moment der sich in sich reflectirenden Einheit seyn, nur als eine verschwindende Gröſse auftreten. Aus diesem Zusammenhange der Bewegung aber von der Betrachtung herausgerissen und einzeln hingestellt, fehlt ihnen nicht der Inhalt, denn sie haben vielmehr einen bestimmten Inhalt, sondern sie entbehren vielmehr der Form, welche ihr Wesen ist. In der That nicht darum, weil sie nur formell seyn und keinen Inhalt haben sollen, sondern vielmehr aus dem entgegengesetzten Grunde, weil sie in ihrer Bestimmtheit, oder eben als ein Inhalt, dem die Form genommen ist, für etwas absolutes gelten sollen, sind diese Gesetze nicht die Wahrheit des Denkens. In ihrer Wahrheit, als in der Einheit des Denkens verschwindende Momente, müſsten sie als Wissen, oder denkende Bewegung, nicht aber als Gesetze des Wissens genommen werden. Das Beobachten aber ist nicht das Wissen selbst, und kennt es nicht, sondern verkehrt seine Natur in die 1807 237 Gestalt des Seyns, d. h. faſst seine Negativität nur als Gesetze desselben auf. — Es ist hier hinreichend, die Ungültigkeit der sogenannten Denkgesetze aus der allgemeinen Natur der Sache aufgezeigt zu haben. Die nähere Entwicklung gehört in die speculative Philosophie, worin sie sich als dasjenige zeigen, was sie in Wahrheit sind, nemlich einzelne verschwindende Momente, deren Wahrheit nur das Ganze der denkenden Bewegung, das Wissen selbst ist.

301 Diese negative Einheit des Denkens ist für sich selbst, oder vielmehr sie ist das Fürsichselbstseyn, das Princip der Individualität, und in seiner Realität, thuendes Bewuſstseyn. Zu ihm als der Realität jener Gesetze wird daher das beobachtende Bewuſstseyn durch die Natur der Sache fortgeführt. Indem dieser Zusammenhang nicht für es ist, so meynt es, das Denken in seinen Gesetzen bleibe ihm auf der einen Seite stehen, und auf der andern Seite erhalte es ein anderes Seyn an dem, was ihm itzt Gegenstand ist, nemlich das thuende Bewuſstseyn, welches so für sich ist, daſs es das Andersseyn aufhebt, und in dieser Anschauung seiner selbst als des negativen seine Wirklichkeit hat.

302 Es eröffnet sich also für die Beobachtung ein neues Feld an der handelnden Wirklichkeit des Bewuſstseyns. Die Psychologie enthält die Menge von Getzen, nach welchen der Geist gegen die verschiedenen Weisen seiner Wirklichkeit, als eines 1807 238 *vorgefundenen Andersseyns, sich verschieden verhält; theils diese in sich zu empfangen, und den vorgefundenen Gewohnheiten, Sitten und Denkungsart, als worin er sich als Wirklichkeit Gegenstand ist, gemäſs zu werden, — theils gegen sie sich selbstthätig zu wissen, mit Neigung und Leidenschaft nur besonderes daraus für sich herauszugreiffen, und das gegenständliche sich gemäſs zu machen; dort sich gegen sich selbst als Einzelnheit, hier gegen sich als allgemeines Seyn negativ zu verhalten. — Die Selbstständigkeit gibt dem Vorgefundenen nach der ersten Seite nur die Form bewuſster Individualität überhaupt, und bleibt in Ansehung des Inhalts innerhalb der vorgefundenen allgemeinen Wirklichkeit stehen; nach der andern Seite aber gibt sie ihr wenigstens eine eigenthümliche Modification, die ihrem wesentlichen Inhalte nicht widerspricht, oder auch eine solche, wodurch das Individuum als besondere Wirklichkeit und eigenthümlicher Inhalt sich ihr entgegensetzt, — und zum Verbrechen wird, indem es sie auf eine nur einzelne Weise aufhebt, oder indem es diſs auf eine allgemeine Weise und damit für alle thut, eine andere Welt, anderes Recht, Gesetz und Sitten an die Stelle der vorhandenen bringt.

303 Die beobachtende Psychologie, welche zuerst ihre Wahrnehmungen von den allgemeinen Weisen, die ihr an dem thätigen Bewuſstseyn vorkommen, ausspricht, findet mancherley Vermögen, Neigungen und Leidenschafften, und indem sich die 1807 239 Erinnerung an die Einheit des Selbstbewuſstseyns bey der Hererzählung dieser Collection nicht unterdrücken läſst, muſs sie wenigstens bis zur Verwunderung fortgehen, daſs in dem Geiste, wie in einem Sacke, so vielerley und solche heterogene einander zufällige Dinge beysammen seyn können, besonders auch da sie sich nicht als todte ruhende Dinge, sondern als unruhige Bewegungen zeigen.

304 In der Hererzählung dieser verschiedenen Vermögen ist die Beobachtung in der allgemeinen Seite; die Einheit dieser vielfachen Fähigkeiten ist die dieser Allgemeinheit entgegengesetzte Seite die wirkliche Individualität. — Die unterschiednen wirklichen Individualitäten wieder so aufzufassen und zu erzählen, daſs der eine Mensch mehr Neigung zu diesem, der andere mehr zu jenem, der eine mehr Verstand als der andere habe, hat aber etwas viel uninteressanteres, als selbst die Arten von Insekten, Moosen, und so fort aufzuzählen; denn diese geben der Beobachtung das Recht, sie so einzeln und begrifflos zu nehmen, weil sie wesentlich dem Elemente der zufälligen Vereinzelung angehören. Die bewuſste Individualität hingegen, geistlos als einzelne seyende Erscheinung zu nehmen, hat das widersprechende, daſs ihr Wesen das Allgemeine des Geistes ist. Indem aber das Auffassen sie zugleich in die Form der Allgemeinheit eintreten läſst, findet es ihr Gesetz, und scheint itzt einen vernünftigen Zweck zu haben, und ein nothwendiges Geschäffte zu treiben.

1807 240

305 Die Momente, die den Inhalt des Gesetzes ausmachen, sind einerseits die Individualität selbst, anderseits ihre allgemeine unorganische Natur, nemlich die vorgefundenen Umstände, Lage, Gewohnheiten, Sitten, Religion, und so weiter; aus diesen ist die bestimmte Individualität zu begreiffen. Sie enthalten Bestimmtes ebensowohl als Allgemeines, und sind zugleich Vorhandenes, das sich der Beobachtung darbietet, und sich an der andern Seite in der Form der Individualität ausdrückt.

306 Das Gesetz dieses Verhältnisses der beyden Seiten müſste nun diſs enthalten, was diese bestimmten Umstände für eine Wirkung und Einfluſs auf die Individualität ausüben. Diese Individualität aber ist gerade diſs, ebensowohl das Allgemeine zu seyn, und daher auf eine ruhige unmittelbare Weise mit dem vorhandenen Allgemeinen, den Sitten, Gewohnheiten u. s. f. zusammen zu flieſsen und ihnen gemäſs zu werden, als sich entgegengesetzt gegen sie zu verhalten, und sie vielmehr zu verkehren, — sowie gegen sie in ihrer Einzelnheit ganz gleichgültig sich zu verhalten, sie nicht auf sich einwirken zu lassen, und nicht gegen sie thätig zu seyn. Was auf die Individualität Einfluſs und welchen Einfluſs es haben soll, — was eigentlich gleichbedeutend ist, — hängt darum nur von der Individualität selbst ab; dadurch ist diese Individualität diese bestimmte geworden, heiſst nichts anders, als sie ist diſs schon gewesen. Umstände, Lage, Sitten und so fort, welche einerseits 1807 241 gezeigt werden als vorhanden, und anderseits in dieser bestimmten Individualität, drücken nur das unbestmmte Wesen derselben aus, um welches es nicht zu thun ist. Wenn diese Umstände, Denkungsart, Sitten, Weltzustand überhaupt nicht gewesen wäre, so wäre allerdings das Individuum nicht geworden, was es ist; denn diese allgemeine Substanz sind alle, welche in diesem Weltzustande sich befinden. — Wie er sich aber in diesem Individuum, — und ein solches soll begriffen werden, — particularisirt hat, so müſste er sich an und für sich selbst particularisirt, und in dieser Bestimmtheit, welche er sich gegeben, auf ein Individuum eingewirkt haben; nur so hätte er es zu diesem bestimmten gemacht, das es ist. Wenn das Aeuſsere sich an und für sich so beschaffen hat, wie es an der Individualität erscheint, wäre diese aus jenem begriffen. Wir hätten eine gedoppelte Gallerie von Bildern, deren eine der Wiederschein der andern wäre; die eine die Gallerie der völligen Bestimmtheit und Umgränzung äuſserer Umstände, die andere dieselbe übersetzt in die Weise, wie sie in dem bewuſsten Wesen sind; jene die Kugelfläche, dieses der Mittelpunkt, welcher sie in sich vorstellt.

307 Aber die Kugelfläche, die Welt des Individuums, hat unmittelbar die zweydeutige Bedeutung, an und für sich seyende Welt und Lage, and Welt des Individuums entweder insofern zu seyn, als dieses mit ihr nur zusammengeflossen wäre, sie so wie sie ist 1807 242 in sich hineingehen lassen, und gegen sie sich nur als formelles Bewuſstseyn verhalten hätte; — oder aber Welt des Individuums so zu seyn, wie das Vorhandene von ihm verkehrt worden ist. — Da um dieser Freyheit willen die Wirklichkeit dieser gedoppelten Bedeutung fahig ist, so ist die Welt des Individuums nur aus diesem selbst zu begreiffen, und der Einfluſs der Wirklichkeit, welche als an und für sich seyend vorgestellt wird, auf das Individuum, erhält durch dieses absolut den entgegengesetzten Sinn, daſs es entweder den Strom der einflieſsenden Wirklichkeit an ihm gewähren läſst, oder daſs es ihn abbricht und verkehrt. Hiedurch aber wird die psychologische Nothwendigkeit ein so leeres Wort, daſs von dem, was diesen Einfluſs soll gehabt haben, die absolute Möglichkeit vorhanden ist, daſs es ihn auch hätte nicht haben können.

308 Es fallt hiemit das Seyn hinweg, welches an und für sich wäre, und die eine und zwar die allgemeine Seite eines Gesetzes ausmachen sollte. Die Individualität ist, was ihre Welt als die ihrige ist; sie selbst ist der Kreis ihres Thuns, worin sie sich als Wirklichkeit dargestellt hat, und schlechthin nur Einheit des vorhandenen und des gemachten Seyns; eine Einheit, deren Seiten nicht, wie in der Vorstellung des psychologischen Gesetzes als an sich vorhandne Welt, und als für sich seyende Individualität auseinanderſullen; oder wenn sie so jede für sich betrachtet wird, so ist keine Nothwendigkeit und Gesetz ihrer Beziehung füreinander vorhanden.

1807 243

c. Beobachtung der Beziehung des Selbstbewuſstseyns auf seine unmittelbare Wirklichkeit; Physiognomik und Schädellehre.

309 Die psychologische Beobachtung findet kein Gesetz des Verhältnisses des Selbstbewuſstseyns zu der Wirklichkeit, oder der ihm entgegengesetzten Welt, und ist durch die Gleichgültigkeit beyder gegeneinander auf die eigenthümliche Bestimmtheit der realen Individualität zurückgetrieben, welche an und für sich selbst ist, oder den Gegensatz des Fürsichseyns und des Ansichseyns in ihrer absoluten Vermittlung getilgt enthält. Sie ist der Gegenstand, der itzt der Beobachtung geworden, oder zu dem sie übergeht.

310 Das Individuum ist an und für sich selbst: es ist für sich oder es ist ein freyes Thun; es ist aber auch an sich; oder es selbst hat ein ursprüngliches bestimmtes Seyn, — eine Bestimmtheit, welche dem Begriffe nach dasselbe ist, was die Psychologie auſser ihm finden wollte. An ihm selbst tritt also der Gegensatz hervor, diſs Gedoppelte, Bewegung des 1807 244 Bewuſstseyns, und das feste Seyn einer erscheinenden Wirklichkeit, zu seyn, einer solchen, welche an ihm unmittelbar die seinige ist. Diſs Seyn, der Leib der bestimmten Individualität, ist die Ursprünglichkeit derselben, ihr nicht gethan haben. Aber indem das Individuum zugleich nur ist, was es gethan hat, so ist sein Leib, auch der von ihm hervorgebrachte Ausdruck seiner selbst; zugleich ein Zeichen, welches nicht unmittelbare Sache geblieben, sondern woran es nur zu erkennen gibt, was es in dem Sinne ist, daſs es seine ursprüngliche Natur ins Werk richtet.

311 Betrachten wir die hier vorhandenen Momente in Beziehung auf die vorhergehende Ansicht, so ist hier eine allgemeine menschliche Gestalt, oder wenigstens die allgemeine eines Klimas, Welttheils, eines Volks, wie vorhin dieselben allgemeinen Sitten und Bildung. Hiezu kommen die besondern Umstände und Lage innerhalb der allgemeinen Wirklichkeit; hier ist diese besondere Wirklichkeit als besondere Formation der Gestalt des Individuums. — Auf der andern Seite, wie vorhin das freye Thun des Individuums und die Wirklichkeit als die seinige gegen die vorhandne gesetzt war, steht hier die Gestalt, als Ausdruck seiner durch es selbst gesetzten Verwirklichung, die Züge und Formen seines selbstthätigen Wesens. Aber die sowohl allgemeine als besondere Wirklichkeit, welche die Beobachtung vorhin auſser dem Individuum vorfand, ist hier die Wirklichkeit desselben, sein angebohrner Leib, und in eben diesen 1807 245 fällt der Ausdruck, der seinem Thun angehört. In der psychologischen Betrachtung sollte die an und für sich seyende Wirklichkeit und die bestimmte Individualität aufeinander bezogen werden; hier aber ist die ganze bestimmte Individualität Gegenstand der Beobachtung; und jede Seite seines Gegensatzes ist selbst diſs Ganze. Zu dem äuſsern Ganzen gehört also nicht nur das ursprüngliche Seyn, der angebohrne Leib, sondern ebenso die Formation desselben, die der Thätigkeit des Innern angehört; er ist Einheit des ungebildeten und des gebildeten Seyns, und die von dem Fürsichseyn durchdrungne Wirklichkeit des Individuums. Dieses Ganze, welches die bestimmten ursprünglichen festen Theile, und die Züge, die allein durch das Thun entstehen, in sich faſst, ist, und diſs Seyn ist Ausdruck des Innern, des als Bewuſstseyn und Bewegung gesetzten Individuums. — Diſs Innre ist ebenso nicht mehr die formelle, inhaltlose oder unbestimmte Selbstthätigkeit, deren Inhalt und Bestimmtheit, wie vorhin, in den äuſsern Umständen läge, sondern es ist ein an sich bestimmter ursprünglicher Charakter, dessen Form nur die Thätigkeit ist. Zwischen diesen beyden Seiten also wird hier das Verhältniſs betrachtet, wie es zu bestimmen, und was unter diesem Ausdrucke des Innern im Aeuſsern zu verstehen ist.

312 Diſs Aeuſsere macht zuerst nicht als Organ das Innere sichtbar oder überhaupt zu einem Seyn für anderes; denn das Innere, insofern es in dem 1807 246 Organe ist, ist es die Thätigkeit selbst. Der sprechende Mund, die arbeitende Hand, wenn man will auch noch die Beine dazu, sind die verwirklichenden und vollbringenden Organe, welche das Thun als Thun, oder das Innre als solches an ihnen haben; die Aeuſserlichkeit aber, welche es durch sie gewinnt, ist die That, als eine von dem Individuum abgetrennte Wirklichkeit. Sprache und Arbeit sind Aeuſserungen, worin das Individuum nicht mehr an ihm selbst sich behält und besitzt, sondern das Innre ganz auſser sich kommen läſst, und dasselbe Anderem preisgibt. Man kann darum ebensosehr sagen, daſs diese Aeuſserungen das Innere zu sehr, als daſs sie es zu wenig ausdrücken; zu sehr, — weil das Innere selbst in ihnen ausbricht, bleibt kein Gegensatz zwischen ihnen und diesem; sie geben nicht nur einen Ausdruck des Innern, sondern es selbst unmittelbar; zu wenig, — weil das Innere in Sprache und Handlung sich zu einem Andern macht, so gibt es sich damit dem Elemente der Verwandlung preis, welches das gesprochene Wort und die vollbrachte That verkehrt, und etwas anders daraus macht, als sie an und für sich als Handlungen dieses bestimmten Individuums sind. Nicht nur verlieren die Werke der Handlungen durch diese Aeuſserlichkeit von dem Einwirken Anderer den Charakter, etwas bleibendes gegen andere Individualitäten zu seyn; sondern indem sie sich zum Innern, das sie enthalten, als abgesondertes, gleichgültiges Aeuſseres verhalten, 1807 247 können sie als Innres durch das Individuum selbst ein anders seyn, als sie erscheinen, — entweder daſs es sie mit Absicht für die Erscheinung zu etwas anderem macht, als sie in Wahrheit sind, — oder daſs es zu ungeschickt ist sich die Auſsenseite zu geben, die es eigentlich wollte, und sie so zu befestigen, daſs ihm von Andern sein Werk nicht verkehrt werden kann. Das Thun also, als vollbrachtes Werk, hat die doppelte entgegengesetzte Bedeutung, entweder die innere Individualität und nicht ihr Ausdruck, oder als Aeuſseres eine von dem Innern freye Wirklichkeit zu seyn, welche ganz etwas anderes ist, als jenes. — Um dieser Zweydeutigkeit willen müssen wir uns nach dem Innern umsehen, wie es noch, aber sichtbar oder äuſserlich an dem Individuum selbst ist. Im Organe aber ist es nur als unmittelbares Thun selbst, das seine Aeuſserlichkeit an der That erlangt, die entweder das Innre vorstellt oder auch nicht. Das Organ nach diesem Gegensatze betrachtet gewährt also nicht den Ausdruck, der gesucht wird.

313 Wenn nun die äuſsere Gestalt nur, insofern sie nicht Organ oder nicht Thun, hiemit als ruhendes Ganzes ist, die innre Individualität ausdrücken könnte, so verhielte sie sich also als ein bestehendes Ding, welches das Innre als ein Fremdes in sein passives Daseyn ruhig empfinge, und hiedurch das Zeichen desselben würde; — ein äuſserer, zufälliger Ausdruck, dessen wirkliche Seite für sich 1807 248 bedeutungslos, — eine Sprache, deren Töne und Tonverbindungen nicht die Sache selbst, sondern durch die freye Willkühr mit ihr verknüpft und zufällig für sie sind.

314 Eine solche willkührliche Verbindung von solchen, die ein Aeuſseres für einander sind, gibt kein Gesetz. Die Physiognomik soll sich aber von andern schlechten Künsten und heillosen Studien dadurch unterscheiden, daſs sie die bestimmte Individualität in dem nothwendigen Gegensatze eines Innern und Aeuſsern, des Charakters als bewuſsten Wesens, und ebendesselben als seyender Gestalt betrachtet, und diese Momente so auf einander bezieht, wie sie durch ihren Begriff aufeinander bezogen sind, und daher den Inhalt eines Gesetzes ausmachen müssen. In der Astrologie, Chiromantie und dergleichen Wissenschafſten hingegen scheint nur Aeuſseres auf Aeuſseres, irgend etwas auf ein ihm fremdes, bezogen zu seyn. Diese Constellation bey der Geburt, und wenn diſs Aeuſsere näher auf den Leib selbst gerückt wird, diese Züge der Hand sind äuſsere Momente für das lange oder kurze Leben, und das Schicksal des einzelnen Menschen überhaupt. Als Aeuſserlichkeiten verhalten sie sich gleichgültig zueinander und haben nicht die Nothwendigkeit füreinander, welche in der Beziehung eines Aeuſsern und Innern liegen soll.

315 Die Hand freylich scheint nicht so sehr etwas äuſseres für das Schicksal zu seyn, sondern vielmehr 1807 249 als Inneres zu ihm sich zu verhalten. Denn das Schicksal ist auch wieder nur die Erscheinung dessen, was die bestimmte Individualität an sich als innre ursprüngliche Bestimmtheit ist. — Zu wissen nun, was sie an sich ist, dazu kommt der Chiromante wie auch der Physiognomiker auf eine kürzere Weise, als zum Beyspiel Solon, der erst aus und nach dem Verlauffe des ganzen Lebens diſs wissen zu können erachtete; er betrachtete die Erscheinung, jene aber das Ansich. Daſs aber die Hand das Ansich der Individualität in Ansehung ihres Schicksals darstellen muſs, ist leicht daraus zu sehen, daſs sie nächst dem Organ der Sprache am meisten es ist, wodurch der Mensch sich zur Erscheinung und Verwirklichung bringt. Sie ist der beseelte Werkmeister seines Glücks; man kann von ihr sagen, sie ist das, was der Mensch thut, denn an ihr als dem thätigen Organe seines sich selbst vollbringens ist er als beseelender gegenwärtig, und indem er ursprünglich sein eignes Schicksal ist, wird sie also diſs Ansich ausdrücken.

316 Aus dieser Bestimmung, daſs das Organ der Thätigkeit ebensowohl ein Seyn als das Thun in ihm ist, oder daſs das innre Ansichseyn selbst an ihm gegenwärtig und ein Seyn für andre hat, ergibt sich eine andre Ansicht desselben, als die vorherige. Wenn nemlich die Organe überhaupt darum nicht als Ausdrücke des Innern genommen werden zu können sich zeigten, weil in ihnen das Thun als Thun 1807 250 gegenwärtig, das Thun als That aber nur äuſseres ist, und Inneres und Aeuſseres auf diese Weise auseinander fällt und fremde gegen einander sind oder seyn können, so muſs nach der betrachteten Bestimmung das Organ auch wieder als Mitte beyder genommen werden, indem eben diſs, daſs das Thun an ihm gegenwartig ist, zugleich eine Aeuſserlichkeit desselben ausmacht, und zwar eine andere als die That ist, jene nemlich bleibt dem Individuum und an ihm. — Diese Mitte und Einheit des Innern und Aeuſsern ist nun vors erste selbst auch äuſserlich; alsdenn aber ist diese Aeuſserlichkeit zugleich in das Innere aufgenommen; sie steht als einfache Aeuſserlichkeit der zerstreuten entgegen, welche entweder nur ein einzelnes für die ganze Individualität zufälliges Werk oder Zustand, oder aber als ganze Aeuſserlichkeit, das in eine Vielheit von Werken und Zuständen zersplitterte Schicksal ist. Die einfachen Züge der Hand also, ebenso Klang und Umfang der Stimme, als die individuelle Bestimmtheit der Sprache, — auch dieselbe wieder, wie sie durch die Hand eine festere Existenz als durch die Stimme bekommt, die Schrifft, und zwar in ihrer Besonderheit als Handschrifft — alles dieses ist Ausdruck des Innern, so daſs er als die einfache Aeuſserlichkeit sich wieder gegen die vielfache Aeuſserlichkeit des Handelns und des Schicksals, sich als Inneres gegen diese verhält. — Wenn also zuerst die bestimmte Natur und angebohrne Eigenthümlichkeit 1807 251 des Individuums zusammen mit dem, was sie durch die Bildung geworden, als das Innere, als das Wesen des Handelns und des Schicksals genommen wird, so hat es seine Erscheinung und Aeuſserlichkeit zuerst au seinem Munde, Hand, Stimme, Handschrifft, so wie an den übrigen Organen, und deren bleibenden Bestimmtheiten; und alsdann erst drückt es sich weiter hinaus noch auſsen an seiner Wirklichkeit in der Welt aus.

317 Weil nun diese Mitte sich als die Aeuſserung bestimmt, welche zugleich ins Innere zurückgenommen ist, ist ihr Daseyn nicht auf das unmittelbare Organ des Thuns eingeschränkt, sie ist vielmehr die nichts vollbringende Bewegung und Form des Gesichts und der Gestaltung überhaupt. Diese Züge und ihre Bewegung sind nach diesem Begriffe das zurückgehaltne an dem Individuum bleibende Thun, und nach seiner Beziehung auf das wirkliche Thun das eigene Beauſsichtigen und Beobachten desselben, Aeuſserung als Reflexion über die wirkliche Aeuſserung. — Das Individuum ist zu und bey seinem äuſsern Thun darum nicht stumm, weil es dabey zugleich in sich reflectirt ist, und es äuſsert diſs in sich reflectirtseyn; diſs theoretische Thun oder die Sprache des Individuums mit sich selbst darüber ist auch vernehmlich für andere, denn sie ist selbst eine Aeuſserung.

318 An diesem Innern, welches in seiner Aeuſserung Inneres bleibt, wird also das Reflectirtseyn des 1807 252 Individuums aus seiner Wirklichkeit beobachtet, und es ist zu sehen, welche Bewandtniſs es mit dieser Nothwendigkeit hat, die in dieser Einheit gesetzt ist. — Diſs reflectirtseyn ist zuerst verschieden von der That selbst, und kann also etwas anderes seyn und für etwas anderes genommen werden, als sie ist; man sieht es einem am Gesicht an, ob es ihm Ernst mit dem ist, was er sagt oder thut. — Umgekehrt aber ist dieses, was Ausdruck des Innern seyn soll, zugleich seyender Ausdruck, und fällt hiemit selbst in die Bestimmung des Seyns herunter, das absolut zufällig für das selbstbewuſste Wesen ist. Es ist daher wohl Ausdruck, aber zugleich auch nur wie ein Zeichen, so daſs dem ausgedrückten Inhalte die Beschaffenheit dessen, wodurch es ausgedrückt wird, vollkommen gleichgültig ist. Das Innere ist in dieser Erscheinung wohl sichtbares Unsichtbares, aber ohne an sie geknüpft zu seyn; es kann ebensowohl in einer andern Erscheinung seyn, als ein anderes Inneres in derselben Erscheinung seyn kann. — Lichtenberg sagt daher mit Recht: Gesetzt der Physiognom haschte den Menschen einmal, so käme es nur auf einen braven Entschluſs an, sich wieder auf Jahrtausende unbegreiflich zu machen. — Wie in dem vorhergehenden Verhältnisse die vorliegenden Umstände ein Seyendes waren, woraus die Individualität sich das nahm, was sie vermochte und wollte, entweder sich ihm ergebend oder es vorkohrend, aus welchem Grunde es die Nothwendigkeit und das Wesen der 1807 253 Individualität nicht enthielt, — ebenso ist hier das erscheinende unmittelbare Seyn der Individualität ein solches, das entweder ihr Reflectirtseyn aus der Wirklichkeit und ihr Insichseyn ausdrückt, oder das für sie nur ein Zeichen ist, das gleichgültig gegen das bezeichnete, und darum in Wahrheit nichts bezeichnet; es ist ihr ebensowohl ihr Gesicht als ihre Maske, die sie ablegen kann. — Sie durchdringt ihre Gestalt, bewegt sich, spricht in ihr; aber diſs ganze Daseyn tritt ebenso als ein gleichgültiges Seyn gegen den Willen und die Handlung über; sie tilgt an ihm die Bedeutung, die es vorhin hatte, ihr Reflectirtseyn in sich oder ihr wahres Wesen an ihm zu haben, und legt es umgekehrt vielmehr in den Willen und in die That.

319 Die Individualität gibt dasjenige in sich reflectirtseyn auf, welches in den Zügen ausgedrückt ist, und legt ihr Wesen in das Werk. Hierin widerspricht sie dem Verhältnisse, welches von dem Vernunftinstinkte, der sich auf das Beobachten der selbstbewuſsten Individualität legt, in Ansehung dessen, was ihr Inneres und Aeuſseres seyn soll, festgesetzt wird. Dieser Gesichtspunkt führt uns auf den eigentlichen Gedanken, der der physiognomischen — wenn man so will — Wissenschafft zum Grunde liegt. Der Gegensatz, auf welchen diſs Beobachten gerathen, ist der Form nach der Gegensatz von praktischem und theoretischem, beydes nemlich innerhalb des praktischen selbst gesetzt, — von der sich 1807 254 im Handeln, diſs im allgemeinsten Sinne genommen, verwirklichenden Individualität, — und derselben, wie sie in diesem Handeln zugleich daraus heraus, in sich reflectirt, und es ihr Gegenstand ist. Das Beobachten nimmt diesen Gegensatz nach demselben verkehrten Verhältnisse auf, worin er sich in der Erscheinung bestimmt. Für das unwesentliche Aeuſsere gilt ihm die That selbst und das Werk, es sey der Sprache oder einer befestigtern Wirklichkeit, — für das wesentliche Innre aber, das Insichseyn der Individualität. Unter den beyden Seiten, welche das praktische Bewuſstseyn an ihm hat, dem Beabsichten und der That, — dem Meynen über seine Handlung, und der Handlung selbst wählt die Beobachtung jene Seite zum wahren Innern; — dieses soll seine mehr oder weniger unwesentliche Aeuſserung an der That, seine wahre aber an seiner Gestalt haben. Die letztere Aeuſserung ist unmittelbare sinnliche Gegenwart des individuellen Geistes; die Innerlichkeit, die die wahre seyn soll, ist die Eigenheit der Absicht und die Einzelnheit des Fürsichseyns; beydes der gemeynte Geist. Was das Beobachten zu seinen Gegenständen hat, ist also gemeyntes Daseyn, und zwischen solchem sucht es Gesetze auf.

320 Das unmittelbare Meynen über die gemeynte Gegenwart des Geistes ist die natürliche Physiognomik, das vorschnelle Urtheil über die innre Natur und den Charakter ihrer Gestalt bey ihrem ersten Anblicke. Der Gegenstand dieser Meynung ist von der 1807 255 Art, daſs es in seinem Wesen liegt, in Wahrheit etwas anderes zu seyn, als nur sinnliches unmittelbares Seyn. Es ist zwar auch eben dieses im Sinnlichen aus ihm in sich Reflectirtseyn, was gegenwärtig, die Sichtbarkeit als Sichtbarkeit des Unsichtbaren, was Gegenstand des Beobachtens ist. Aber eben diese sinnliche unmittelbare Gegenwart ist Wirklichkeit des Geistes, wie sie nur für die Meynung ist; und das Beobachten treibt sich nach dieser Seite mit seinem gemeynten Daseyn, mit der Physiognomie, Handschrifſt, Ton der Stimme u. s. f. herum. — Es bezieht solches Daseyn auf eben solches gemeyntes Innres. Es ist nicht der Mörder, der Dieb, welcher erkannt werden soll, sondern die Fähigkeit, es zu seyn; die feste abstracte Bestimmtheit verliert sich dadurch in die concrete unendliche Bestimmtheit des einzelnen Individuums, die nun kunstreichere Schildereyen erfordert, als jene Qualificationen sind. Solche kunstreichen Schildereyen sagen wohl mehr als die Qualification durch Mörder, Diehe, oder gutherzig, unverdorben u. s. f., aber für ihren Zweck das gemeynte Seyn, oder die einzelne Individualität auszusprechen, bey weitem nicht genug; so wenig als die Schildereyen der Gestalt, welche über die flache Stirne, lange Nase u. s. f. hinausgehen. Denn die einzelne Gestalt wie das einzelne Selbstbewuſstseyn ist als gemeyntes Seyn unaussprechlich. Die Wissenschafft der Menschenkenntniſs, welche auf den vermeynten Menschen, so wie der 1807 256 Physiognomik, die auf seine vermeynte Wirklichkeit geht und das bewuſstlose Urtheilen der natürlichen Physiognomik zu einem Wissen erheben will, ist daher etwas end- und bodenloses, das nie dazu kommen kann, zu sagen, was es meynt, weil es nur meynt, und sein Inhalt nur gemeyntes ist.

321 Die Gesetze, welche diese Wissenschafft zu finden ausgeht, sind Beziehungen dieser beyden gemeynten Seiten, und können daher selbst nichts als ein leeres Meynen seyn. Auch da diſs vermeynte Wissen, das mit der Wirklichkeit des Geistes sich zu thun macht, gerade diſs zu seinem Gegenstande hat, daſs er aus seinem sinnlichen Daseyn heraus sich in sich reflectirt, und das bestimmte Daseyn für ihn eine gleichgültige Zufälligkeit ist, so muſs es bey seinen aufgefundenen Gesetzen unmittelbar wissen, daſs nichts damit gesagt ist, sondern eigentlich rein geschwatzt oder nur eine Meynung von sich gegeben wird; ein Ausdruck, der die Wahrheit hat diſs als dasselbe auszusprechen, — seine Meynung zu sagen und damit nicht die Sache, sondern nur eine Meynung von sich beyzubringen. Dem Inhalte nach aber können diese Beobachtungen nicht von denen abweichen: „Es regnet allemal, wenn wir Jahrmarkt haben, sagt der Krämer; und auch allemal wenn ich Wäsche trockne, sagt die Hausfrau.“

322 Lichtenberg, der das physiognomische Beobachten so charakterisirt, sagt auch noch diſs: „wenn jemand sagte, du handelst zwar, wie ein ehrlicher 1807 257 Mann, ich sehe es aber aus deiner Figur, du zwingst dich, und bist ein Schelm im Herzen; fürwahr eine solche Anrede wird bis ans Ende der Welt von jedem braven Kerl mit einer Ohrfeige erwiedert werden.“ — Diese Erwiederung ist deswegen treffend, weil sie die Widerlegung der ersten Voraussetzung einer solchen Wissenschafft des Meynens ist, daſs nemlich die Wirklichkeit des Menschen, sein Gesicht u. s. f. sey. — Das wahre Seyn des Menschen ist vielmehr seine That; in ihr ist die Individualität wirklich, und sie ist es, welche das Gemeynte in seinen beyden Seiten aufhebt. Einmal das Gemeynte als ein leibliches ruhendes Seyn; die Individualität stellt sich vielmehr in der Handlung als das negative Wesen dar, welches nur ist, insofern es Seyn aufhebt. Alsdenn hebt die That die Unaussprechlichkeit der Meynung ebenso in Ansehung der selbstbewuſsten Individualität auf, welche in der Meynung eine unendlich bestimmte und bestimmbare ist. In der vollbrachten That ist diese schlechte Unendlichkeit vernichtet. Die That ist ein einfach bestimmtes, allgemeines, in einer Abstraction zu befassendes; sie ist Mord, Diebstahl, oder Wohlthat, tapfere That und so fort, und es kann von ihr gesagt werden, was sie ist. Sie ist diſs, und ihr Seyn ist nicht nur ein Zeichen, sondern die Sache selbst. Sie ist diſs, und der individuelle Mensch ist, was sie ist; in der Einfachheit dieses Seyns ist er für andere seyendes, allgemeines Wesen, und hört auf nur gemeyntes zu seyn. 1807 258 Er ist zwar darin nicht als Geist gesetzt; aber indem von seinem Seyn als Seyn die Rede, und einerseits das gedoppelte Seyn, der Gestalt und der That, sich gegenübersteht, und jene wie diese seine Wirklichkeit seyn soll, so ist vielmehr nur die That als sein ächtes Seyn zu behaupten, — nicht seine Figur, welche das ausdrücken sollte, was er zu seinen Thaten meynt, oder was man meynte, daſs er thun nur könnte. Ebenso indem andererseits sein Werk und seine innre Möglichkeit, Fähigkeit oder Absicht, entgegengesetzt werden, ist jenes allein für seine wahre Wirklichkeit anzusehen, wenn auch er selbst sich darüber täuscht, und aus seiner Handlung in sich gekehrt, in diesem Innern ein, anderes zu seyn meynt, als in der That. Die Individualität, die sich dem gegenständlichen Elemente anvertraut, indem sie zum Werke wird, gibt sich damit wohl dem Preis, verändert und verkehrt zu werden. Aber den Charakter der That macht ebendiſs aus, ob sie ein wirkliches Seyn ist, das sich hält, oder ob nur ein gemeyntes Werk, das in sich nichtig vergeht. Die Gegenständlichkeit verändert nicht die That selbst, sondern zeigt nur, was sie ist, das heiſst, ob sie ist, oder ob sie nichts ist. — Die Zergliederung dieses Seyns in Absichten, und dergleichen Feinheiten, wodurch der wirkliche Mensch, d. h. seine That, wieder in ein gemeyntes Seyn zurück erklärt werden soll, wie er wohl selbst auch, sich besondere Abischten über seine Wirklichkeit erschaffen mag, 1807 259 müssen dem Müssiggange der Meynung überlassen bleiben, der, wenn er seine thatenlose Weisheit ins Werk richten, den Charakter der Vernunft am Handelnden ableugnen und ihn auf diese Weise miſshandeln will, daſs er statt der That vielmehr die Figur und die Züge für das Seyn desselben erklären will, die obige Erwiederung zu befahren hat, die ihm erweist, daſs Figur nicht das Ansich ist, sondern vielmehr ein Gegenstand der Behandlung seyn kann.

323 Sehen wir nun auf den Umfang der Verhältnisse überhaupt, in welchen die selbstbewuſste Individualität zu ihrem Aeuſsern stehend beobachtet werden kann, so wird eines zurück seyn, welches die Beobachtung sich noch zu ihrem Gegenstande machen muſs. In der Psychologie ist es die äuſsere Wirklichkeit der Dinge, welche an dem Geiste ihr sich bewuſstes Gegenbild haben und ihn begreifflich machen soll. In der Physiognomik dagegen soll er in seinem eignen Aeuſsern als in einem Seyn, welches die Sprache — die sichtbare Unsichtbarkeit seines Wesens — sey, erkannt werden. Noch ist die Bestimmung der Seite der Wirklichkeit übrig, daſs die Individualität an ihrer unmittelbaren, festen, rein daseyenden Wirklichkeit ihr Wesen ausspreche. — Diese letzte Beziehung unterscheidet sich also von der physiognomischen dadurch, daſs diese die sprechende Gegenwart des Individuums ist, das in seiner handelnden Aeuſserung zugleich die sich in sich reflectirende und betrachtende darstellt, eine Aeuſserung, 1807 260 welche selbst Bewegung ist, ruhende Züge, welche selbst wesentlich ein vermitteltes Seyn sind. In der noch zu betrachtenden Bestimmung aber ist endlich das Aeuſsere eine ganz ruhende Wirklichkeit, welche nicht an ihr selbst redendes Zeichen, sondern getrennt von der selbstbewuſsten Bewegung sich für sich darstellt und als bloſses Ding ist.

324 Zunächst erhellt über die Beziehung des Innern auf diſs sein Aeuſseres, daſs sie als Verhältniſs des Causalzusammenhangs begriffen werden zu müssen scheint, indem die Beziehung eines an sich seyenden auf ein anderes an sich seyendes, als eine nothwendige, diſs Verhältniſs ist.

325 Daſs nun die geistige Individualität auf den Leib Wirkung habe, muſs sie als Ursache selbst leiblich seyn. Das Leibliche aber, worin sie als Ursache ist, ist das Organ, aber nicht des Thuns gegen die äuſsere Wirklichkeit, sondern des Thuns des selbstbewuſsten Wesens in sich selbst, nach auſsen nur gegen seinen Körper; es ist nicht sogleich abzusehen, welches diese Organe seyn können. Würde nur an die Organe überhaupt gedacht, so würde das Organ der Arbeit überhaupt leicht bey der Hand seyn, ebenso das Organ des Geschlechtstriebes und so fort. Allein solche Organe sind als Werkzeuge oder als Theile zu betrachten, welche der Geist als Ein Extrem zur Mitte gegen das andere Extrem, das äuſserer Gegenstand ist, hat. 1807 261 Hier aber ist ein Organ verstanden; worin das selbstbewuſste Individuum als Extrem gegen seine eigne ihm entgegengesetzte Wirklichkeit sich für sich erhält, nicht zugleich nach auſsen gekehrtes, sondern in seiner Handlung reflectirtes, und woran die Seite des Seyns nicht ein Seyn für anderes ist. In der physiognomischen Beziehung wird das Organ zwar auch als in sich reflectirtes, und das Thun besprechendes Daseyn betrachtet; aber diſs Seyn ist ein gegenständliches, und das Resultat der physiognomischen Beobachtung ist dieses, daſs das Selbstbewuſstseyn gegen eben diese seine Wirklichkeit, als gegen etwas gleichgültiges gegenübertritt. Diese Gleichgültigkeit verschwindet darin, daſs diſs in sich reflectirtseyn selbst wirkend ist; dadurch erhält jenes Daseyn eine nothwendige Beziehung auf es; daſs es aber auf das Daseyn wirkend sey, muſs es selbst ein aber nicht eigentlich gegenständliches Seyn haben, und als diſs Organ soll es aufgezeigt werden.

326 Im gemeinen Leben nun wird der Zorn zum Beyspiel, als ein solches inneres Thun, in die Leber verlegt; Plato gibt ihr sogar noch etwas höheres, das nach einigen sogar das Höchste ist, zu, nemlich die Prophozeihung, oder die Gabe das Heilige und Ewige unvernünftiger Weise auszusprechen. Allein die Bewegung, welche das Individuum in der Leber, dem Herzen und so fort hat, kann nicht als die ganz in sich reflectirte Bewegung desselben 1807 262 angesehen werden, sondern sie ist darin vielmehr so, daſs sie ihm schon in den Leib geschlagen ist, und ein animalisches heraus gegen die Aeuſserlichkeit sich wendendes Daseyn hat.

327 Das Nervensystem hingegen ist die unmittelbare Ruhe des Organischen in seiner Bewegung. Die Nerven selbst sind zwar wieder die Organe des schon in seine Richtung nach Auſsen versenkten Bewuſstseyns; Gehirn und Rückenmark aber dürfen als die in sich bleibende — die nicht gegenständliche, die auch nicht hinausgehende, — unmittelbare Gegenwart des Selbstbewuſstseyns betrachtet werden. Insofern das Moment des Seyns, welches diſs Organ hat, ein Seyn für anderes, Daseyn ist, ist es todtes Seyn, nicht mehr Gegenwart des Selbstbewuſstseyns. Diſs in sich selbst seyn ist aber seinem Begriffe nach eine Flüssigkeit, worin die Kreise, die darein geworfen werden, sich unmittelbar auflösen, und kein Unterschied als seyender sich ausdrückt. Inzwischen wie der Geist selbst nicht ein abstract-einfaches ist, sondern ein System von Bewegungen, worin er sich in Momente unterscheidet, in dieser Unterscheidung selbst aber frey bleibt, und wie er seinen Körper überhaupt zu verschiedenen Verrichtungen gliedert, und einen einzelnen Theil desselben nur Einer bestimmt, so kann auch sich vorgestellt werden, daſs das flüssige Seyn seines Insichseyns ein gegliedertes ist; und es scheint so vorgestellt werden zu müssen, weil das in sich reflectirte Seyn des Geistes im 1807 263 Gehirn selbst wieder nur eine Mitte seines reinen Weseus und seiner körperlichen Gegliederung ist, eine Mitte, welche hiemit von der Natur beyder und also von der Seite der letztern auch die seyende Gegliederung wieder an ihr haben muſs.

328 Das geistig ‒ organische Seyn hat zugleich die nothwendige Seite eines ruhenden bestehenden Daseyns; jenes muſs als Extrem des Fürsichseyns zurücktreten, und diese als das andere Extrem gegenüber haben, welches alsdenn der Gegenstand ist, worauf jenes als Ursache wirkt. Wenn nun Gehirn und Rückenmark jenes körperliche Fürsichseyn des Geistes ist, so ist der Schädel und die Rückenwirbelsäule das andere ausgeschiedne Extrem hinzu, nemlich das feste ruhende Ding. — Indem aber jedem, wenn er an den eigentlichen Ort des Daseyns des Geistes denkt, nicht der Rücken, sondern nur der Kopf einfallt, so können wir uns in der Untersuchung eines Wissens, als das vorliegende ist, mit diesem — für es nicht zu schlechten — Grunde begnügen, um diſs Daseyn auf den Schädel einzuschränken. Sollte einem der Rücken insofern einfallen, als auch wohl zuweilen durch ihn Wissen und Thun zum Theil ein- zum Theil aber ausgetrieben wird, so würde diſs dafür, daſs das Rückenmark mit zum innwohnenden Orte des Geistes, und seine Säule zum gegenbildlichen Daseyn genommen werden müsse, darum nichts beweisen, weil es zuviel bewiese; denn man kann ebenso sich erinnern, daſs 1807 264 auch andere äuſserliche Wege, der Thätigkeit des Geistes beyzukommen, um sie zu erwecken oder zurückzuhalten, beliebt werden. — Die Rückenwirbelsäule fällt also, wenn man will, mit Recht hinweg; und es ist so gut, als viele andere naturphilosophische Lehren, construirt, daſs der Schädel allein zwar nicht die Organe des Geistes enthalte. Denn diſs wurde vorhin aus dem Begriffe dieses Verhältnisses ausgeschlossen, und deſswegen der Schädel zur Seite des Daseyns genommen; oder wenn nicht an den Begriff der Sache erinnert werden dürfte, so lehrt ja die Erfahrung, daſs wie mit dem Auge als Organe gesehen, so nicht mit dem Schädel gemordet, gestohlen, gedichtet, u. s. w. wird. — Es ist sich deſswegen auch des Ausdrucks Organ für diejenige Bedeutung des Schädels zu enthalten, von welcher noch zu sprechen ist. Denn ob man gleich zu sagen pflegt, daſs es vernünftigen Menschen nicht auf das Wort, sondern auf die Sache ankomme, so ist daraus doch nicht die Erlaubniſs zu nehmen, eine Sache mit einem ihr nicht zugehörigen Worte zu bezeichnen, denn diſs ist Ungeschicklichkeit zugleich und Betrug, der nur das rechte Wort nicht zu haben meynt und vorgibt, und es sich verbirgt, daſs ihm in der That die Sache, d. h. der Begriff, fehlt; wenn dieser vorhanden wäre, würde er auch sein rechtes Wort haben. — Zunächst hat sich hier nur diſs bestimmt, daſs wie das Gehirn der lebendige Kopf, der Schädel das caput mortuum ist.

1807 265

329 In diesem todten Seyn hätten also die geistigen Bewegungen und bestimmten Weisen des Gehirns ihre Darstellung äuſserer Wirklichkeit, die jedoch noch an dem Individuum selbst ist, sich zu geben. Für das Verhältniſs derselben zu ihm, der als todtes Seyn den Geist nicht in sich selbst innwohnen hat, bietet sich zunächst das oben festgesetzte, das äuſsere mechanische dar, so daſs die eigentlichen Organe, — und diese sind am Gehirne, — ihn hier rund ausdrücken, dort breit schlagen oder platt stoſsen, oder wie man sonst diese Einwirkung darstellen mag. Selbst ein Theil des Organismus, muſs in in ihm zwar, wie in jedem Knochen, eine lebendige Selbstbildung gedacht werden, so daſs, hiernach betrachtet, er von seiner Seite vielmehr das Gehirn drückt und dessen äuſsere Beschränkung setzt; wozu er auch als das härtere eher das Vermögen hat. Dabey aber würde noch immer dasselbe Verhältniſs in der Bestimmung der Thätigkeit beyder gegeneinander bleiben; denn ob der Schädel das bestimmende, oder das bestimmte ist, diſs änderte an dem Causalzusammenhange überhaupt nichts, nur daſs dann der Schädel zum unmittelbaren Organe des Selbstbewuſstseyns gemacht würde, weil in ihm als Ursache sich die Seite des Fürsichseyns fände. Allein indem das Fürsichseyn als organische Lebendigkeit in beyde auf gleiche Weise fällt, fällt in der That der Kausalzusammenhang zwischen ihnen hinweg. Diese Fortbildung beyder aber hinge im Innern zusammen, 1807 266 und wäre eine organische prästabilirte Harmonie, welche die beyden sich aufeinander beziehenden Seiten frey gegeneinander und jeder ihre eigene Gestalt läſst, der die Gestalt der andern nicht zu entsprechen braucht; und noch mehr die Gestalt und die Qualität gegeneinander, — wie die Form der Weinbeere und der Geschmack des Weines frey gegeneinander sind. — Indem aber auf die Seite des Gehirns die Bestimmung des Fürsichseyns, auf die Seite des Schädels aber die Bestimmung des Deseyns fällt, so ist innerhalb der organischen Einheit auch ein Kausalzusammenhang derselben zu setzen; eine nothwendige Beziehung derselben als äuſsere füreinander, d. h. eine selbst äuſserliche, wodurch also ihre Gestalt durcheinander bestimmt würde.

330 In Ansehung der Bestimmung aber, in welcher das Organ des Selbstbewuſstseyns auf die gegenüberstehende Seite thätige Ursache wäre, kann auf mancherley Weise hin und her geredet werden; denn es ist von der Beschaffenheit einer Ursache die Rede, die nach ihrem gleichgültigen Daseyn, ihrer Gestalt und Gröſse betrachtet wird, einer Ursache, deren Innres und Fürsichseyn gerade ein solches seyn soll, welches das unmittelbare Daseyn nichts angeht. Die organische Selbstbildung des Schädels ist zuerst gleichgültig gegen die mechanische Einwirkung, und das Verhältniſs dieser beyden Verhältnisse ist, da jenes das sich auf sich selbst Beziehen ist, eben diese Unbestimmtheit und 1807 267 Grenzenlosigkeit selbst. Alsdenn wenn auch das Gehirn die Unterschiede des Geistes zu seyenden Unterschieden in sich aufnähme und eine Vielheit innerer einen verschiedenen Raum einnehmenden Organe wäre — was der Natur widerspricht, welche den Momenten des Begriffs ein eigenes Daseyn gibt, und daher die flüssige Einfachheit des organischen Lebens rein auf eine Seite, und die Articulation und Eintheilung desselben ebenso in seinen Unterschieden auf die andere Seite stellt, so daſs sie, wie sie hier gefäſst werden sollen, als besondere anatomische Dinge sich zeigen, — so würde es unbestimmt seyn, ob ein geistiges Moment, je nachdem es ursprünglich stärker oder schwächer wäre, entweder in jenem Fälle ein expandirteres, in diesem ein contrahirteres Gehirnorgan besitzen müſste, oder auch gerade umgekehrt. — Ebenso ob seine Ausbildung das Organ vergröſserte oder verkleinerte, ob es dasselbe plumper und dicker, oder feiner machte. Dadurch, daſs es unbestimmt bleibe, wie die Ursache beschaffen ist, ist es ebenso unbestimmt gelassen, wie die Einwirkung auf den Schädel geschieht, ob sie ein Erweitern oder Verengern und Zusammenfallenlassen ist. Wird diese Einwirkung etwa vornehmer als ein Erregen bestimmt, so ist es unbestimmt, ob es nach der Weise eines Canthariden Pflasters auftreibend, oder eines Essigs einschrumpfend geschieht. — Für alle dergleichen Ansichten lassen sich plausible Gründe vorbringen, denn die organische Beziehung, 1807 268 welche ebensosehr eingreifft, läſst den einen so gut passiren als den andern, und ist gleichgültig gegen allen diesen Verstand.

331 Dem beobachtenden Bewuſstseyn ist es aber nicht darum zu thun, diese Beziehung bestimmen zu wollen. Denn es ist ohnehin nicht das Gehirn, was als animalischer Theil auf der einen Seite steht, sondern dasselbe als Seyn der selbstbewuſsten Individualität. — Sie als stehender Charakter und sich bewegendes bewuſstes Thun ist für sich und in sich; diesem Für- und Insichseyn steht ihre Wirklichheit und Daseyn für anderes entgegen; das Für- und Insichseyn ist das Wesen und Subject, welches am Gehirne ein Seyn hat, das unter es subsumirt ist, und seinen Werth nur durch die innwohnende Bedeutung erhält. Die andre Seite der selbstbewuſsten Individividualität aber, die Seite ihres Daseyns ist das Seyn als selbstständig und Subject, oder als ein Ding, nemlich ein Knochen; die Wirklichkeit und Daseyn des Menschen ist sein Schädelknochen. — Diſs ist das Verhältniſs und der Verstand, den die beyden Seiten dieser Beziehung in dem sie beobachtenden Bewuſstseyn haben.

332 Diesem ist es nun um die bestimmtere Beziehung dieser Seiten zu thun; der Schädelknochen hat wohl im Allgemeinen die Bedeutung, die unmittelbare Wirklichkeit des Geistes zu seyn. Aber die Vielseitigkeit des Geistes gibt seinem Daseyn eine ebensolche Vieldeutigkeit; was zu gewinnen ist, ist die 1807 269 Bestimmtheit der Bedeutung der einzelnen Stellen, in welche diſs Daseyn getheilt ist, und es ist zu sehen, wie sie das Hinweisen darauf an ihnen haben.

333 Der Schädelknochen ist kein Organ der Thätigkeit, noch auch eine sprechende Bewegung; es wird weder mit dem Schädelknochen gestohlen, gemordet u. s. f., noch verzieht er zu solchen Thaten im geringsten die Miene, so daſs er sprechende Gebehrde würde. — Noch hat auch dieses Seyende den Werth eines Zeichens. Miene und Gebehrde, Ton, auch eine Säule, ein Pfahl, der auf einer öden Insel eingeschlagen ist, kündigen sich sogleich an, daſs noch irgend etwas anderes damit gemeynt ist, als das, was sie unmittelbar nur sind. Sie geben sich selbst sogleich für Zeichen aus, indem sie eine Bestimmtheit an ihnen haben, welche auf etwas anderes dadurch hinweist, daſs sie ihnen nicht eigenthümlich angehört. Man kann sich wohl auch bey einem Schädel, wie Hamlet bey Yoriks, vielerley einfallen lassen, aber der Schädelknochen für sich ist ein so gleichgültiges, unbefangenes Ding, daſs an ihm unmittelbar nichts anderes zu sehen und zu meynen ist, als nur er selbst; er erinnert wohl an das Gehirn und seine Bestimmtheit, an Schädel von anderer Formation, aber nicht an eine bewuſste Bewegung, indem er weder Miene und Gebehrde, noch etwas an ihm eingedrückt hat, das von einem bewuſsten Thun herkommend sich ankündigte; denn er ist diejenige Wirklichkeit, welche an der Individualität eine 1807 270 solche andere Seite darstellen sollte, die nicht mehr sich in sich reflectirendes Seyn, sondern rein unmittelbares Seyn wäre.

334 Da er ferner auch nicht selbst fühlt, so scheint sich eine bestimmtere Bedeutung für ihn etwa noch so ergeben zu können, daſs bestimmte Empfindungen durch die Nachbarschafft erkennen lieſsen, was mit ihm gemeynt sey; und indem eine bewuſste Weise des Geistes bey einer bestimmten Stelle desselben ihr Gefühl hat, wird etwa dieser Ort in seiner Gestalt sie und ihre Besonderheit andeuten. Wie zum Beyspiel manche bey dem angestrengten Denken oder auch schon beym Denken überhaupt, eine schmerzliche Spannung irgendwo im Kopfe zu fühlen klagen, konnte auch das Stehlen, das Morden, das Dichten und so fort, jedes mit einer eigenen Empfindung begleitet seyn, die auſserdem noch ihre besondere Stelle haben müſste. Diese Stelle des Gehirns, die auf diese Art mehr bewegt und bethätigt wäre, würde wahrscheinlich auch die benachbarte Stelle des Knochens mehr ausbilden; oder diese würde aus Sympathie oder Consensus auch nicht träge seyn, sondern sich vergröſsern oder verkleinern, oder auf welche Weise es sey sich formiren. — Was jedoch diese Hypothese unwahrscheinlich macht, ist diſs, daſs das Gefühl überhaupt etwas unbestimmtes ist, und das Gefühl im Kopfe als dem Centrum das allgemeine Mitgefühl alles Leidens seyn möchte, so daſs sich mit dem Diebs-Mörders-Dichters 1807 271 KopfKitzel, oder Schmerz andere vermischen, und sich von einander so wie von denen, die man bloſs körperlich nennen kann, so wenig unterscheiden lassen würden, als aus dem Symptome des Kopfwehs, wenu wir seine Bedeutung nur auf das körperliche einschränken, sich die Krankheit bestimmen läſst.

335 Es fällt in der That, von welcher Seite die Sache betrachtet werde, alle nothwendige gegenseitige Beziehung, so wie deren durch sich selbst sprechende Andeutung, hinweg. Es bleibt, wenn denn die Beziehung doch statt finden soll, eine begrifflose freye prästabilirte Harmonie der entsprechenden Bestimmung beyder Seiten übrig und nothwendig; denn die eine soll geistlose Wirklichkeit, bloſses Ding seyn. — Es stehen also eben auf einer Seite eine Menge ruhender Schädelstellen, auf der andern eine Menge Geistes-Eigenschafften, deren Vielheit und Bestimmung von dem Zustande der Psychologie abhängen wird. Je elender die Vorstellung von dem Geiste ist, um so mehr wird von dieser Seite die Sache erleichtert; denn theils werden die Eigenschafften um so weniger, theils um so abgeschiedener, fester und knöcherner, hiedurch Knochenbestimmungen um so ähnlicher und mit ihnen vergleichbarer. Allein obzwar durch die Elendigkeit der Vorstellung von dem Geiste vieles erleichtert ist, so bleibt doch immer eine sehr groſse Menge auf beyden Seiten; es bleibt die gänzliche Zufälligkeit ihrer Beziehung für die Beobachtung. Wenn von den Kindern Israels 1807 272 aus dem Sand am Meere, dem sie entsprechen sollen, jedes das Körnchen, dessen Zeichen es ist, sich nehmen sollte, so ist diese Gleichgültigkeit und Willkühr, welche jedem das seine zutheilte, ebenso stark, als die, welche jeder Seelenfähigkeit, Leidenschafft, und was hier gleichfalls betrachtet werden müſste, den Schattirungen von Charakteren, von welchen die feinere Psychologie und Menschenkenntniſs zu sprechen pflegt, ihre Schädelstätten und Knochenformen zuweist. — Der Schädel des Mörders hat dieses — nicht Organ, auch nicht Zeichen, sondern diesen Knorren; aber dieser Mörder hat noch eine Menge anderer Eigenschafften, so wie andere Knorren, und mit den Knorren auch Vertieffungen; man hat die Wahl unter Knorren und Vertieffungen. Und wieder kann sein Mordsinn, auf welchen Knorren oder Vertieffung es sey, und hinwiederum diese, auf welche Eigenschafft es sey, bezogen werden; denn weder ist der Mörder nur diſs Abstractum eines Mörders, noch hat er nur Eine Erhabenheit und Eine Vertieffung. Die Beobachtungen, welche hierüber angestellt werden, müssen darum gerade auch so gut lauten, als der Regen des Krämers und der Hausfrau am Jahrmarkte und bey der Wäsche. Kramer und Hausfrau konnten auch die Beobachtung machen, daſs es immer regnet, wenn dieser Nachbar vorbeygeht, oder wenn Schweinsbraten gegessen wird. Wie der Regen gegen diese Umstände so gleichgültig ist für die Beobachtung diese 1807 273 Bestimmtheit des Geistes gegen dieses bestimmte Seyn des Schädels. Denn von den beyden Gegenständen dieses Beobachtens ist der eine ein trockenes für sich seyn, eine knöcherne Eigenschafft des Geistes, wie der andere ein trockenes an sich ſeyn; ein so knöchernes Ding als beyde sind, ist vollkommen gleichgültig gegen alles andere; es ist dem hohen Knorren eben ſo gleichgültig, ob ein Mörder in seiner Nachbarschafft, als dem Mörder, ob die Plattheit in seiner Nähe ist.

336 Es bleibt allerdings die Möglichkeit, daſs mit irgend einer Eigenschafft, Leidenschafft u. s. f. ein Knorren an irgend einer Stelle verbunden sey, unüberwindlich übrig. Man kann sich den Mörder mit einem hohen Knorren hier an dieser Schädelstelle, den Dieb mit einer dort, vorstellen. Von dieser Seite ist die Schädelwissenschafft noch groſser Erweiterung fähig; denn zunächst scheint sie sich nur auf die Verbindung eines Knorren mit einer Eigenschafft an demselben Individuum, so daſs dieses beyde besitzt, einzuschränken. Aber schon die natürliche Schädelwissenschafft, — denn es muſs so gut eine solche, als eine natürliche Physiognomik geben, — geht über diese Schranke hinaus; sie urtheilt nicht nur, daſs ein schlauer Mensch einen faustdicken Knorren hinter den Ohren sitzen habe, sondern sie stellt auch vor, daſs die untreue Ehefrau nicht selbst, sondern das andre ehliche Individuum Knorren an der Stirne habe. — Ebenso 1807 274 kann man sich auch den, der mit dem Mörder unter einem Dache wohnt, oder auch ſeinen Nachbar, und weiter hinaus seine Mitbürger u. s. f. mit hohen Knorren an irgend einer Schädelstelle vorstellen, ſo gut als die fliegende Kuh, die zuerst von dem Krebs, der auf dem Esel ritt, geliebkost und hernach u. s. f. wurde. — Wird aber die Möglichkeit nicht im Sinne der Möglichkeit des Vorstellens, sondern der innern Möglichkeit, oder des Begriffs genommen, so ist der Gegenstand eine solche Wirklichkeit, welche reines Ding und ohne dergleichen Bedeutung ist und seyn soll, und sie also nur in der Vorstellung haben kann.

337 Schreitet, ungeachtet der Gleichgültigkeit der beyden Seiten, der Beobachter jedoch ans Werk, Beziehungen zu bestimmen, theils frisch gehalten durch den allgemeinen Vernunftgrund, daſs das Aeuſsere der Ausdruck des Innern sey, theils sich unterstützend mit der Analogie von Schädeln der Thieren, — welche zwar wohl einen einfachern Charakter haben mögen, als die Menschen, von denen es aber zugleich um ebenso schwerer zu sagen wird, welchen sie haben, indem es nicht der Vorstellung eines jeden Menschen so leicht seyn kann, sich in die Natur eines Thieres recht hineinzubilden, — so findet der Beobachter bey der Versicherung der Gesetze, die er entdeckt haben will, eine vorzügliche Hülfe an einem Unterschiede, der uns hier nothwendig auch einfallen muſs. — Das Seyn des 1807 275 Geistes kann wenigstens nicht als so etwas schlechthin unverrücktes und unverrückbares genommen werden. Der Mensch ist frey; es wird zugegeben, daſs das ursprüngliche Seyn nur Anlagen sind, über welche er viel vermag, oder welche günstiger Umstände bedürfen, um entwickelt zu werden, d. h. ein ursprüngliches Seyn des Geistes ist eben sowohl als ein solches auszusprechen, das nicht als Seyn existirt. Widersprächen also Beobachtungen demjenigen, was irgend einem als Gesetz zu versichern einfällt, — wäre es schön Wetter am Jahrmarkte oder bey der Wäsche, so könnten Krämer und Hausfrau sprechen, daſs es eigentlich regnen sollte, und die Anlage doch dazu vorhanden sey; ebenso das Schädelbeobachten, — daſs diſs Individuum eigentlich so seyn sollte, wie der Schädel nach dem Gesetze aussagt, und eine ursprüngliche Anlage habe, die aber nicht ausgebildet worden sey; vorhanden ist diese Qualität nicht, aber sie sollte vorhanden seyn. — Das Gesetz und das Sollen gründet sich auf das Beobachten des wirklichen Regens, und des wirklichen Sinnes bey dieser Bestimmtheit des Schädels; ist aber die Wirklichkeit nicht vorhanden; so gilt die leere Möglichkeit für eben soviel. — Diese Möglichkeit, d. i. die Nichtwirklichkeit des aufgestellten Gesetzes und hiemit ihm widersprechende Beobachtungen müssen eben dadurch hereinkommen, daſs die Freyheit des Individuums und die entwickelnden Umstände gleichgültig gegen das Seyn 1807 276 überhaupt sind sowohl gegen es als ursprüngliches inneres wie als äuſseres knöchernes, und daſs das Individuum auch etwas anderes seyn kann, als es innerlich ursprünglich und noch mehr als ein Knochen ist.

338 Wir erhalten also die Möglichkeit, daſs dieser Knorren oder Vertiefung des Schädels sowohl etwas wirkliches als auch nur eine Anlage, und zwar unbestimmt zu irgend etwas, daſs er etwas nichtwirkliches bezeichne; wir sehen es einer schlechten Ausrede wie immer ergehen, daſs sie wider dasjenige, dem sie aufhelffen soll, selbst zu gebrauchen steht. Wir sehen das Meynen durch die Natur der Sache dahin gebracht, das Gegentheil dessen aber gedankenlos selbst zu sagen, was es fest hält; — zu sagen, es wird durch diesen Knochen irgend etwas angedeutet, aber eben so gut auch nicht.

339 Was der Meynung selbst bey dieser Ausrede vorschwebt ist der wahre, sie gerade vertilgende Gedanke, daſs das Seyn als solches überhaupt nicht die Wahrheit des Geistes ist. Wie schon die Anlage ein ursprüngliches Seyn ist, das an der Thätigkeit des Geistes keinen Antheil hat, ein eben solches ist seinerseits auch der Knochen. Das Seyende ohne die geistige Thätigkeit ist ein Ding für das Bewuſstseyn, und ſo wenig sein Wesen, daſs es vielmehr das Gegentheil desselben und das Bewuſstseyn sich allein wirklich ist, durch die Negation und Vertilgung eines solchen Seyns. — Es ist von 1807 277 dieser Seite für völlige Verläugnung der Vernunft anzusehen, für das wirkliche Daseyn des Bewuſstseyns einen Knochen auszugeben; und dafür wird er ausgegeben, indem er als das Aeuſsere des Geistes betrachtet wird, denn das Aeuſsere ist eben die seyende Wirklichkeit. Es hilft nichts zu sagen, daſs von diesem Aeuſsern nur auf das Innere, das etwas anders sey, geschlossen werde, das Aeuſsere nicht das Innere selbst, sondern nur dessen Ausdruck sey. Denn in dem Verhältnisse beyder zueinander, fällt eben auf die Seite des Innern, die Bestimmung der sich denkenden und gedachten, auf die Seite des Aeuſsern aber die der seyenden Wirklichkeit. — Wenn also einem Menschen gesagt wird, du (dein Inneres) bist diſs, weil dein Knochen so beschaffen ist; so heiſst es nichts anderes, als ich sehe einen Knochen für deine Wirklichkeit an. Die bey der Physiognomik erwähnte Erwiederung eines solchen Urtheils durch die Ohrfeige bringt zunächst die weichen Theile aus ihrem Ausehen und Lage, und erweist nur, daſs diese kein wahres Ansich, nicht die Wirklichkeit des Geistes sind; — hier müſste die Erwiederung eigentlich so weit gehen, einem, der so urtheilt, den Schädel einzuschlagen, um gerade so greiflich, als seine Weisheit ist, zu erweisen, daſs ein Knochen für den Menschen nichts Ansich, viel weniger seine wahre Wirklichkeit ist. —

1807 278

340 Der rohe Instinkt der selbstbewuſsten Vernunft wird eine solche Schädelwissenschaft unbesehen verwerfen, — diesen andern beobachtenden Instinkt derselben, der zur Ahndung des Erkennens gediehen, es auf die geistlose Weise, daſs das Aeuſsere Ausdruck des Innern sey, erfaſst hat. Aber je schlechter der Gedanke ist, desto weniger fällt es zuweilen auf, worin bestimmt seine Schlechtigkeit liegt, und desto schwerer ist es, sie auseinander zu legen. Denn der Gedanke heiſst um so schlechter, je reiner und leerer die Abstraction ist, welche ihm für das Wesen gilt. Der Gegensatz aber, auf den es hier ankömmt, hat zu seinen Gliedern, die ihrer bewuſste Individualität, und die Abstraction der ganz zum Dinge gewordene Aeuſserlichkeit, — jenes innre Seyn des Geistes als festes geistloses Seyn aufgefaſst, eben solchem Seyn entgegengeſetzt. — Damit scheint aber auch die beobachtende Vernunft in der That ihre Spitze erreicht zu haben, von welcher sie sich selbst verlassen, und sich überſchlagen muſs; denn erst das ganz schlechte hat die unmittelbare Nothwendigkeit an sich, sich zu verkehren. — Wie von dem jüdischen Volke gesagt werden kann, daſs es gerade darum, weil es unmittelbar vor der Pforte des Heils stehe, das Verworfenste sey, und gewesen sey; was es an und für sich seyn sollte, diese Selbstwesenheit ist es sich nicht, sondern verlegt sie jenseits seiner; es macht sich durch diese Entäuſserung ein höheres 1807 279 Daseyn möglich, wenn es seinen Gegenstand wieder in sich zurücknehmen könnte, als wenn es innerhalb der Unmittelbarkeit des Seyns stehen geblieben; weil der Geist um so gröſser ist, aus je grösserem Gegensatze er in sich zurück kehrt; diesen Gegensatz aber macht er sich in dem Aufheben seiner unmittelbaren Einheit und in der Entäuſserung seines Fürsichseyns. Allein wenn ein solches Bewuſstseyn sich nicht reflectirt, ist die Mitte, worin es steht, die unselige Leere, indem dasjenige, was sie erfüllen sollte, zum festen Extreme geworden ist. So ist diese letzte Stuffe der beobachtenden Vernunft ihre schlechteste, aber darum ihre Umkehrung nothwendig,

341 Denn die Uebersicht der bisher betrachteten Reihe von Verhältnissen, welche den Inhalt und Gegenstand der Beobachtung ausmachen, zeigt, daſs in ihrer ersten Weise, in der Beobachtung der Verhältnisse der unorganischen Natur ihr schon das sinnliche Seyn verschwindet; die Momente ihres Verhältnisses, stellen sich als reine Abstractionen und als einfache Begriffe dar, welche an das Daseyn von Dingen fest geknüpft seyn sollten, das aber verlohren geht, so, daſs das Moment sich als reine Bewegung und als allgemeines erweist. Dieser freye in sich vollendete Proceſs behält die Bedeutung eines gegenständlichen; tritt aber nun als ein Eins auf; im Proceſse des Unorganischen ist das Eins das nicht existirende Innere; als Eins aber existirend ist er das 1807 280 Organiſche. — Das Eins steht als Fürsichseyn oder negatives Wesen dem Allgemeinen gegenüber, entzieht sich diesem und bleibt frey für sich, so daſs der Begriff, nur im Elemente der absoluten Vereinzelung realisirt, in der organischen Existenz seinen wahrhafften Ausdruck, als Allgemeines da zu seyn, nicht findet, sondern ein Aeuſseres oder, was dasselbe ist, ein Inneres der organischen Natur bleibt. — Der organische Proceſs ist nur frey an sich, ist es aber nicht für sich selbst; im Zwecke tritt das Fürsichseyn seiner Freyheit ein; existirt als ein anderes Wesen, als eine ihrer selbst bewuſste Weisheit, die auſser jenem ist. Die beobachtende Vernunft wendet sich also an diese, an den Geist, den als Allgemeinheit existirenden Begriff oder als Zweck existirenden Zweck, und ihr eignes Wesen ist ihr nunmehr der Gegenstand.

342 Sie wendet sich zuerst an seine Reinheit; aber indem sie Auffassen des in seinen Unterschieden sich bewegenden Gegenstandes als eines seyenden ist, werden ihr Gesetze des Denkens, Beziehungen von Bleibendem auf Bleibendes; aber da der Inhalt dieser Gesetze nur Momente sind, verlauffen sie sich in das Eins des Selbstbewuſstseyns. — Dieser neue Gegenstand ebenso als seyendes genommen, ist das einzelne, zufällige Selbstbewuſstseyn; das Beobachten steht daher innerhalb des gemeynten Geistes, und des zufälligen Verhältnisses von bewuſster Wirklichkeit auf unbewuſste. Er an sich selbst 1807 281 nur ist die Nothwendigkeit dieser Beziehung; die Beobachtung rückt ihm daher näher auf den Leib, und vergleicht seine wollende und thuende Wirklichkeit mit seiner in sich reflectirten und betrachtenden Wirklichkeit, die selbst gegenständlich ist. Dieses Aeuſsre, ob zwar eine Sprache des Individuums, die es an ihm selbst hat, ist zugleich als Zeichen etwas gleichgültiges gegen den Inhalt, den es bezeichnen sollte, so wie das, welches sich das Zeichen setzt, gleichgültig gegen dieses.

343 Von dieser wandelbaren Sprache geht darum die Beobachtung endlich zum festen Seyn zurück, und spricht ihrem Begriffe nach aus, daſs die Aeusserlichkeit, nicht als Organ, auch nicht als Sprache und Zeichen, sondern als todes Ding die äuſsere und unmittelbare Wirklichkeit des Geistes sey. Was von der allerersten Beobachtung der unorganischen Natur aufgehoben wurde, daſs nemlich der Begriff als Ding vorhanden seyn sollte, stellt diese letzte Weise so her, daſs sie die Wirklichkeit des Geistes selbst zu einem Dinge macht, oder umgekehrt ausgedrückt, dem toden Seyn die Bedeutung des Geistes giebt. — Die Beobachtung ist damit dazu gekommen, es auszusprechen, was unser Begriff von ihr war, daſs nemlich die Gewiſsheit der Vernunft sich selbst als gegenständliche Wirklichkeit sucht. — Man meynt zwar dabey wohl nicht, daſs der Geist, der von einem Schädel vorgestellt wird, als Ding ausgesprochen werde; es soll kein 1807 282 Materialismus, wie man es nennt, in diesem Gedanken liegen, sondern der Geist vielmehr noch etwas anders als diese Knochen seyn; aber er ist, heiſst selbst nichts anders, als, er ist ein Ding. Wenn das Seyn als solches oder Dingseyn von dem Geiste prädicirt wird, so ist darum der wahrhaffte Ausdruck hievon, daſs er ein solches wie ein Knochen ist. Es muſs daher für höchst wichtig angesehen werden, daſs der wahre Ausdruch davon daſs vom Geiste rein gesagt wird, er ist, sich gefunden hat. Wenn sonst vom Geiste gesagt wird, er ist, hat ein Seyn, ist ein Ding, eine einzelne Wirklichkeit, so wird damit nicht etwas gemeynt, das man sehen, oder in die Hand nehmen, stoſsen und so fort, kann, aber gesagt wird ein solches, und was in Wahrheit gesagt wird, drückt sich hiemit so aus, daſs das Seyn des Geistes ein Knochen ist.

344 Diſs Resultat hat nun eine doppelte Bedeutung, einmal seine wahre, insofern es eine Ergänzung des Resultates der vorhergehenden Bewegung des Selbstbewuſstseyns ist. Das unglückliche Selbstbewuſstseyn entäuſserte sich seiner Selbstständigkeit und rang sein Fürsichseyn zum Dinge heraus. Es kehrte dadurch aus dem Selbstbewuſstseyn in das Bewuſstseyn zurück, d. h. in das Bewuſstseyn, für welches der Gegenstand ein Seyn, ein Ding ist; — aber diſs, was Ding ist, ist das Selbstbewuſstseyn; es ist also die Einheit des Ich und des Seyns, die Kategorie. Indem der Gegenstand für das Bewuſstseyn so 1807 283 bestimmt ist, hat es Vernunft. Das Bewuſstseyn, so wie das Selbstbewuſstseyn ist an sich eigentlich Vernunft; aber nur von dem Bewuſstseyn, dem der Gegenstand als die Kategorie sich bestimmt hat, kann gesagt werden, daſs es Vernunft habe; — hievon aber ist noch das Wissen, was Vernunft ist, unterschieden. — Die Kategorie, welche die unmittelbare Einheit des Seyns und des Seinen ist, muſs beyde Formen durchlauffen, und das beobachtende Bewuſstseyn ist eben dieses, dem sie sich in der Form des Seyns darstellt. In seinem Resultate spricht das Bewuſstseyn dasjenige, dessen bewuſstlose Gewiſsheit es ist, als Satz aus, — den Satz, der im Begriffe der Vernunft liegt. Er ist das unendliche Urtheil, daſs das Selbst ein Ding ist, — ein Urtheil, das sich selbst aufhebt. — Durch dieses Resultat ist also bestimmt zur Kategorie diſs hinzugekommen, daſs sie dieser sich aufhebende Gegensatz ist. Die reine Kategorie, welche in der Form des Seyns oder der Unmittelbarkeit für das Bewuſstseyn ist, ist der noch unvermittelte, nur vorhandne Gegenstand, und das Bewuſstseyn ein eben so unvermitteltes Verhalten. Das Moment jenes unendlichen Urtheils ist der Uebergang der Unmittelbarkeit in die Vermittlung oder Negativität. Der vorhandne Gegenstand ist daher als ein negativer bestimmt, das Bewuſstseyn aber als Selbstbewuſstseyn gegen ihn, oder die Kategorie, welche die Form des Seyns im Beobachten durchlauffen hat, ist jetzt in der Form des 1807 284 Fürsichseyns gesetzt; das Bewuſstseyn will sich nicht mehr unmittelbar finden, sondern durch seine Thätigkeit sich selbst hervorbringen. Es selbst ist sich der Zweck seines Thuns, wie es ihm im Beobachten nur um die Dinge zu thun war.

345 Die andere Bedeutung des Reſultats ist die schon betrachtete des begrifflosen Beobachtens. Dieses weiſs sich nicht anders zu fassen und auszusprechen, als daſs es unbefangen den Knochen, wie er sich als sinnliches Ding findet, das seine Gegenständlichkeit für das Bewuſstseyn nicht zugleich verliert, für die Wirklichkeit des Selbstbewuſstseyns aussagt. Es hat aber auch darüber, daſs es diſs sagt, keine Klarheit des Bewuſstseyns, und faſst seinen Satz nicht in der Bestimmtheit seines Subjects und Prädicats und der Beziehung derselben, noch weniger in dem Sinne des unendlichen sich selbst anflöſenden Urtheils, und des Begriffs. — Es verbirgt sich vielmehr aus einem tieferliegenden Selbstbewuſstseyn des Geistes, das hier als eine natürliche Honnetetät erscheint, die Schmählichkeit des begrifflosen nackten Gedankens, für die Wirklichkeit des Selbstbewuſstseyns einen Knochen zu nehmen, und übertüncht ihn durch die Gedankenlosigkeit selbst, mancherley Verhältnisse von Ursache und Wirkung, von Zeichen, Organ u. s. w., die hier keinen Sinn haben, einzumischen, und durch Unterscheidungen, die von ihnen hergenommen sind, das Grelle des Satzes zu verstecken.

1807 285

346 Gehirnfieber und dergleichen als das Seyn des Geistes betrachtet, sind schon eine gedachte nur hypothetische, — nicht daseyende, nicht gefühlte, gesehene, nicht die wahre Wirklichkeit; wenn sie da sind, wenn sie gesehen werden, sind sie tode Gegenstände und gelten dann nicht mehr für das Seyn des Geistes. Aber die eigentliche Gegenständlichkeit muſs eine unmittelbare, sinnliche seyn, so daſs der Geist in dieser als toden, — denn der Knochen ist das tode insofern es am Lebendigen selbst ist, — als wirklich gesetzt wird. — Der Begriff dieser Vorstellung ist, daſs die Vernunft sich alle Dingheit, auch die rein gegenständliche selbst ist; sie ist aber diſs im Begriffe, oder der Begriff nur ist ihre Wahrheit, und je reiner der Begriff selbst ist, zu einer desto albernern Vorstellung sinkt er herab, wenn sein Inhalt nicht als Begriff, sondern als Vorstellung ist, — wenn das sich selbst aufhebende Urtheil nicht mit dem Bewuſstseyn dieser seiner Unendlichkeit genommen wird, sondern als ein bleibender Satz, und dessen Subject und Prädicat jedes für sich gelten, das Selbst als Selbst, das Ding als Ding fixirt und doch eins das andre seyn soll. — Die Vernunft, wesentlich der Begriff, ist unmittelbar in sich selbst und ihr Gegentheil entzweyt, ein Gegensatz der ebendarum ebenso unmittelbar aufgehoben ist. Aber sich so als sich selbst und als ihr Gegentheil darbietend, und festgehalten in dem ganz einzelnen Momente dieses 1807 286 Auseinandertretens, ist sie unvernünftig aufgefaſst; und je reiner die Momente desselben sind, desto greller ist die Erscheinung dieses Inhalts, der allein entweder für das Bewuſstseyn ist, oder von ihm unbefangen allein ausgesprochen wird. — Das Tiefe, das der Geist von innen heraus, aber nur bis in sein vorstellendes Bewuſstseyn treibt und es in diesem stehen läſst — und die Unwissenheit dieses Bewuſstseyns, was das ist, was es sagt, ist dieselbe Verknüpfung des Hohen und Niedrigen, welche an dem Lebendigen die Natur in der Verknüpfung des Organs seiner höchsten Vollendung, des Organs der Zeugung, — und des Organs des Pissens naiv ausdrückt. — Das unendliche Urtheil als unendliches wäre die Vollendung des sich selbst erfassenden Lebens, das in der Vorstellung bleibende Bewuſstseyn desselben aber verhält sich als Pissen.

B. Die Verwirklichung des vernünftigen Selbstbewuſstseyns durch sich selbst.

347 Das Selbstbewuſstseyn fand das Ding als sich, und sich als Ding; d, h. es ist für es, daſs es ansich die gegenständliche Wirklichkeit ist. Es ist nicht mehr die unmittelbare Gewiſsheit, alle Realität zu seyn; sondern eine solche, für welche das Unmittelbare überhaupt die Form eines aufgehobenen hat, so daſs seine Gegenständlichkeit nur noch als Oberfläche gilt, deren Inneres und Wesen es selbst ist. — Der Gegenstand, auf welchen es sich positiv bezieht, ist daher ein Selbstbewuſstseyn; er ist in der Form der Dingheit, d. h. er ist selbstständig; aber es hat die Gewiſsheit, daſs dieser selbstständige Gegenstand kein fremdes für es ist; es weiſs hiemit, daſs es an sich von ihm anerkannt ist; es ist der Geist, der die Gewiſsheit hat in der Verdopplung seines Selbstbewuſstseyns und in der Selbstständigkeit beyder seine Einheit mit sich selbst zu haben. Diese Gewiſsheit hat sich ihm nun zur Wahrheit zu erheben; was ihm gilt, daſs es an sich und in seiner 1807 288 *innern Gewiſsheit sey, soll in sein Bewuſstseyn treten, und für es werden.

348 Was die allgemeinen Stationen dieser Verwirklichung seyn werden, bezeichnet sich im allgemeinen schon durch die Vergleichung mit dem bisherigen Wege. Wie nemlich die beobachtende Vernunft, in dem Elemente der Kategorie, die Bewegung des Bewuſstseyns, nemlich die sinnliche Gewiſsheit, das Wahrnehmen und den Verstand wiederhohlte, so wird diese auch die doppelte Bewegung des Selbstbewuſstseyns wieder durchlauffen, und aus der Selbstständigkeit in seine Freyheit übergehen. Zuerst ist diese thätige Vernunft ihrer selbst nur als eines Individuums bewuſst, und muſs als ein solches seine Wirklichkeit im andern fodern und hervorbringen — alsdenn aber, indem sich sein Bewuſstseyn zur Allgemeinheit erhebt, wird es allgemeine Vernunft, und ist sich seiner als Vernunft, als an und für sich schon anerkanntes bewuſst, welches in seinem reinen Bewuſstseyn alles Selbstbewuſstseyn vereinigt; es ist das einfache geistige Wesen, das indem es zugleich zum Bewuſstseyn kommt, die reale Substanz ist, worein die frühern Formen als in ihren Grund zurückgehen, so daſs sie gegen diesen nur einzelne Momente seines Werdens sind, die sich zwar losreissen, und als eigne Gestalten erscheinen, in der That aber nur von ihm getragen, Daseyn und Wirklichkeit, aber ihre Wahrheit nur haben, insofern sie in ihm selbst sind und bleiben.

1807 289

349 Nehmen wir dieses Ziel, das der Begriff ist, der uns schon entstanden, nemlich das anerkannte Selbstbewuſstseyn, das in dem andern freyen Selbstbewuſstseyn die Gewiſsheit seiner selbst, und eben darin seine Wahrheit hat — in seiner Realität auf, oder heben wir diesen noch innern Geist als die schon zu ihrem Daseyn gediehene Substanz heraus, so schlieſst sich in diesem Begriffe das Reich der Sittlichkeit auf. Denn diese ist nichts anders als in der selbstständigen Wirklichkeit der Individuen die absolute geistige Einheit ihres Wesens; ein an sich allgemeines Selbstbewuſstseyn, das sich in einem andern Bewuſstseyn so wirklich ist, daſs dieses vollkommene Selbstständigkeit hat, oder ein Ding für es, und daſs es ebendarin der Einheit mit ihm sich bewuſst ist, und in dieser Einheit mit diesem gegenständlichen Wesen erst Selbstbewuſstseyn ist. Diese sittliche Substanz in der Abstraction der Allgemeinheit, ist sie nur das gedachte Gesetz; aber sie ist ebensosehr unmittelbar wirkliches Selbstbewuſstseyn oder sie ist Sitte. Das einzelne Bewuſstseyn ist umgekehrt nur dieses seyende Eins, indem es des allgemeinen Bewuſstseyns in seiner Einzelnheit als seines Seyns sich bewuſst, indem sein Thun und Daseyn die allgemeine Sitte ist.

350 In dem Leben eines Volks hat in der That der Begriff der Verwirklichung der selbstbewuſsten Vernunft, in der Selbstständigkeit des Andern die vollständige Einheit mit ihm anzuschauen, oder diese 1807 290 von mir vorgefundene frey Dingheit eines andern, welche das negative Meinerselbst ist, als mein für mich seyn zum Gegenstande zu haben, — seine vollendete Realität. Die Vernunft ist als die flüssige allgemeine Substanz, als die unwandelbare einfache Dingheit vorhanden, welche ebenso in viele vollkommen selbstständige Wesen wie das Licht in Sterne als unzählige für sich leuchtende Punkte zerspringt, die in ihrem absoluten Fürsichseyn nicht nur an sich in der einfachen selbstständigen Substanz aufgelöst sind, sondern für sich selbst; sie sind sich bewuſst diese einzelne selbstständige Wesen dadurch zu seyn, daſs sie ihre Einzelnheit aufopfern und diese allgemeine Substanz ihre Seele und Wesen ist; so wie diſs Allgemeine wieder das Thün ihrer als einzelner oder das von ihnen hervorgebrachte Werk ist.

351 Das rein einzelne Thun und Treiben des Individuums bezieht sich auf die Bedürfnisse, welche es als Naturwesen, das heiſst, als seyende Einzelnheit hat. Daſs selbst diese seine gemeinsten Functionen nicht zunichte werden, sondern Wirklichkeit haben, geschieht durch das allgemeine erhaltende Medium, durch die Macht des ganzen Volks. — Nicht nur aber diese Form des Bestehens seines Thuns überhaupt hat es in der allgemeinen Substanz, sondern ebensosehr seinen Inhalt; was es thut, ist die allgemeine Geschicklichkeit und Sitte aller. Dieser Inhalt, insofern er sich vollkommen 1807 291 vereinzelt, ist in seiner Wirklichkeit in das Thun Aller verschränkt. Die Arbeit des Individuums für seine Bedürfnisse ist ebensosehr eine Befriedigung der Bedürfnisse der andern als seiner eignen, und die Befriedigung der seinigen erreicht es nur durch die Arbeit der andern. — Wie der Einzelne in seiner einzelnen Arbeit schon eine allgemeine Arbeit bewuſstlos vollbringt, so vollbringt er auch wieder die allgemeine als seinen bewuſsten Gegenstand; das Ganze wird als Ganzes sein Werk, für das er sich aufopfert, und ebendadurch sich selbst von ihm zurückerhält. — Es ist hier nichts, das nicht gegenseitig wäre, nichts, woran nicht die Selbstständigkeit des Individuums sich in der Auflösung ihres Fürsichseyns, in der Negation ihrer selbst ihre poſitive Bedeutung, für sich zu seyn, sich gäbe. Diese Einheit des Seyns für anderes oder des sich zum Dinge Machens, und des Fürsichseyns, diese allgemeine Substanz redet ihre allgemeine Sprache in den Sitten und Gesetzen seines Volks; aber diſs seyende unwandelbare Wesen ist nichts anders, als der Ausdruck der ihr entgegengesetzt scheinenden einzelnen Individualität selbst; die Gesetze sprechen das aus, was jeder Einzelne ist, und thut; das Individuum erkennt sie nicht nur als seine allgemeine gegenständliche Dingheit, sondern ebensosehr sich in ihr, oder als vereinzelt in seiner eignen Individualität und in jedem seiner Mitbürger. In dem allgemeinen Geiste hat daher jeder nur die 1807 292 Gewiſsheit seiner selbst, nichts anders in der seyenden Wirklichkeit zu finden, als sich selbst; er ist der andern so gewiſs als seiner. — Ich schaue es in allen an, daſs sie für sich selbst nur diese selbstständigen Wesen sind, als Ich es bin; Ich schaue die freye Einheit mit den andern in ihnen so an, daſs sie wie durch Mich, so durch die Andern selbst ist. Sie als Mich, Mich als Sie.

352 In einem freyen Volke ist darum in Wahrheit die Vernunft verwirklicht; sie ist gegenwärtiger lebendiger Geist, worin das Individuum seine Bestimmung, das heiſst, sein allgemeines und einzelnes Wesen, nicht nur ausgesprochen und als Dingheit vorhanden findet, sondern selbst dieses Wesen ist, und seine Bestimmung auch erreicht hat. Die weisesten Männer des Alterthums haben darum den Ausspruch gethan: daſs die Weisheit und die Tugend darin bestehen, den Sitten seines Volks gemäſs zu leben.

353 Aus diesem Glücke aber, seine Bestimmung erreicht zu haben, und in ihr zu leben, ist das Selbstbewuſstseyn, welches zunächst nur unmittelbar und dem Begriffe nach Geist ist, herausgetreten, oder auch, — es hat es noch nicht erreicht; denn beydes kann auf gleiche Weise gesagt werden.

354 Die Vernunft muſs aus diesem Glücke heraustreten; denn nur an sich oder unmittelbar ist das Leben eines freyen Volks die reale Sittlichkeit, oder sie ist eine seyende, und damit ist auch dieser allgemeine Geist selbst ein einzelner, das Ganze der 1807 293 Sitten und Gesetze, eine bestimmte sittliche Substanz, welche erst in dem höhern Momente, nemlich im Bewuſstseyn über ihr Wesen, die Beschränkung auszieht, und nur in diesem Erkennen ihre absolute Wahrheit hat, nicht aber unmittelbar in ihrem Seyn; in diesem ist sie theils eine beschränkte, theils ist die absolute Beschränkung eben diſs, daſs der Geist in der Form des Seyns ist.

355 Ferner ist daher das einzelne Bewuſstseyn, wie es unmittelbar seine Existenz in der realen Sittlichkeit oder in dem Volke hat, ein gediegenes Vertrauen, dem sich der Geist nicht in seine abstracte Momente aufgelöst hat, und das sich also auch nicht als reine Einzelnheit für sich zu seyn weiſs. Ist es aber zu diesem Gedanken gekommen, wie es muſs, so ist diese unmittelbare Einheit mit dem Geiste oder sein Seyn in ihm, sein Vertrauen verloren; es für sich isolirt, ist sich nun das Wesen, nicht mehr der allgemeine Geist. Das Moment dieser Einzelnheit des Selbstbewuſstseyns ist zwar in dem allgemeinen Geiste selbst, aber nur als eine verschwindende Gröſse, die wie sie für sich auftritt, in ihm eben so unmittelbar sich auflöst und nur als Vertrauen zum Bewuſstseyn kommt. Indem es sich so fixirt, — und jedes Moment, weil es Moment des Wesens ist, muſs selbst dazu gelangen, als Wesen sich darzustellen, — so ist das Individuum den Gesetzen und Sitten gegenübergetreten; sie sind nur ein Gedanke ohne absolute Wesenheit, eine abstracte 1807 294 Theorie ohne Wirklichkeit; es aber ist als dieses Ich sich die lebendige Wahrheit.

356 Oder das Selbstbewuſstseyn hat dieses Glück noch nicht erreicht, sittliche Substanz, der Geist eines Volks zu seyn. Denn aus der Beobachtung zurückgekehrt, ist der Geist zuerst noch nicht als solcher durch sich selbst verwirklicht; er ist nur als innres Wesen oder als die Abstraction gesezt. — Oder er ist erst unmittelbar; unmittelbar seyend aber ist er einzeln; er ist das practische Bewuſstseyn, das in seine vorgefundene Welt mit dem Zwecke einschreitet, sich in dieser Bestimmtheit eines Einzelnen zu verdoppeln, sich als Diesen als sein seyendes Gegenbild zu erzeugen und dieser Einheit seiner Wirklichkeit mit dem gegenständlichen Wesen bewuſst zu werden. Es hat die Gewiſsheit dieser Einheit; es gilt ihm, daſs sie an sich oder daſs diese Uebereinstimmung seiner und der Dingheit schon vorhanden ist, nur ihm noch durch es zu werden hat, oder daſs sein Machen ebenso das Finden derselben ist. Indem diese Einheit Glück heiſst, wird diſs Individuum hiemit sein Glück zu suchen von seinem Geiste in die Welt hinausgeschickt.

357 Wenn also die Wahrheit dieses vernünftigen Selbstbewuſstseyns für uns die sittliche Substanz ist, so ist hier für es der Anfang seiner sittlichen Welterfahrung. Von der Seite, daſs es noch nicht zu jener geworden, dringt diese Bewegung auf sie, und das, was in ihr sich aufhebt, sind die einzelnen 1807 295 Momente, die ihm isolirt gelten. Sie haben die Form eines unmittelbaren Wollens, oder Naturtriebs, der seine Befriedigung erreicht, welche selbst der Inhalt eines neuen Triebes ist. — Von der Seite aber, daſs das Selbstbewuſstseyn das Glück in der Substanz zu seyn verloren, sind diese Naturtriebe mit Bewuſstseyn ihres Zweckes als der wahren Bestimmung und Wesenheit verbunden; die sittliche Substanz ist zum selbstlosen Prädicate herabgesunken, dessen lebendige Subjecte die Individuen sind, die ihre Allgemeinheit durch sich selbst zu erfüllen, und für ihre Bestimmung aus sich zu sorgen haben. — In jener Bedeutung also sind jene Gestalten das Werden der sittlichen Substanz, und gehen ihr vor; in dieser folgen sie, und lösen es für das Selbstbewuſstseyn auf, was seine Bestimmung sey; nach jener Seite geht in der Bewegung, worin erfahren wird, was ihre Wahrheit ist, die Unmittelbarkeit oder Rohheit der Triebe verloren, und der Inhalt derselben in einen höhern über; nach dieser aber die falſche Vorstellung des Bewuſstseyns, das in sie seine Bestimmung setzt. Nach jener ist das Ziel, das sie erreichen, die unmittelbare sittliche Substanz; nach dieser aber das Bewuſstseyn derselben, und zwar ein solches, das sie als sein eignes Wesen weiſs; und insofern wäre diese Bewegung das Werden der Moralität, einer höhern Gestalt als jene. Allein diese Gestalten machen zugleich nur Eine Seite ihres Werdens aus, 1807 296 nemlich diejenige, welche in das Fürsichseyn fällt, oder worin das Bewuſstseyn seine Zwecke aufhebt; nicht die Seite, nach welcher sie aus der Substanz selbst hervorgeht. Da diese Momente noch nicht die Bedeutung haben können, im Gegensatze gegen die verlorne Sittlichkeit zu Zwecken gemacht zu werden, so gelten sie hier zwar nach ihrem unbefangenen Inhalte, und das Ziel, nach welchem sie dringen, ist die sittliche Substanz. Aber indem unsern Zeiten jene Form derselben näher liegt, in welcher sie erscheinen, nachdem das Bewuſstseyn sein sittliches Leben verloren und es suchend jene Formen wiederholt, so mögen sie mehr in dem Ausdrucke dieser Weise vorgestellt werden.

358 Das Selbstbewuſstseyn, welches nur erst der Begriff des Geistes ist, tritt diesen Weg in der Bestimmtheit an, sich als einzelner Geist das Wesen zu seyn, und sein Zweck ist also, sich als einzelnes die Verwirklichung zu geben und als dieses in ihr sich zu genieſsen.

359 In der Bestimmung sich als für sich seyendes das Wesen zu seyn, ist es die Negativität des Andern; in seinem Bewuſstseyn tritt daher es selbst als das positive einem solchen gegenüber, das zwar ist, aber für es die Bedeutung eines nicht an sich seyenden hat; das Bewuſstseyn erscheint entzweyt in diese vorgefundene Wirklichkeit, und in den Zweck, den es durch Aufheben derselben vollbringt, und statt jener vielmehr zur Wirklichkeit macht. Sein 1807 297 erster Zweck ist aber sein unmittelbares abstractes Fürsichseyn, oder sich als dieses Einzelne in einem andern oder ein anderes Selbstbewuſstseyn als sich anzuschauen. Die Erfahrung, was die Wahrheit dieses Zwecks ist, stellt das Selbstbewuſstseyn höher, und es ist sich nunmehr Zweck, insofern es zugleich allgemeines ist, und das Gesetz unmittelbar an ihm hat. In der Vollbringung dieses Gesetzes seines Herzens erfährt es aber, daſs das einzelne Wesen hiebey sich nicht erhalten, sondern das Gute nur durch die Aufopferung desselben ausgeführt werden kann, und es wird zur Tugend. Die Erfahrung, welche sie macht, kann keine andre seyn, als daſs ihr Zweck an sich schon ausgeführt ist, das Glück unmittelbar im Thun selbst sich findet, und das Thun selbst das Gute ist. Der Begriff dieser ganzen Sphäre, daſs die Dingheit das Fürsichseyn des Geistes selbst ist, wird in ihrer Bewegung für das Selbstbewuſstseyn. Indem es ihn gefunden, ist es sich also Realität als unmittelbar sich aussprechende Individualität, die keinen Widerstand an einer entgegengesetzten Wirklichkeit mehr findet, und der nur diſs Aussprechen selbst Gegenstand und Zweck ist.

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a. Die Luſt und die Nothwendigkeit.

360 Das Selbstbewuſstseyn, welches sich überhaupt die Realität ist, hat seinen Gegenstand an ihm selbst, aber als einen solchen, welchen es nur erst für sich hat, und der noch nicht seyend ist; das Seyn steht ihm als eine andere Wirklichkeit, denn die seinige ist, gegenüber; und es geht darauf durch Vollführung seines Fürsichseyns sich als anderes selbstständiges Wesen anzuschauen. Dieser erste Zweck ist, seiner als einzelnen Wesens in dem andern Selbstbewuſstseyn bewuſst zu werden, oder diſs Andre zu sich selbst zu machen; es hat die Gewiſsheit, daſs an sich schon diſs andre es selbst ist. — Insofern es aus der sittlichen Substanz und dem ruhigen Seyn des Denkens zu seinem Fürsichseyn sich erhoben, so hat es das Gesetz der Sitte und des Daseyns, die Kenntnisse der Beobachtung und die Theorie, als einen grauen eben verschwindenden Schatten hinter sich, denn diſs ist vielmehr ein Wissen von einem solchen, dessen Fürsichseyn und Wirklichkeit eine andere, als die des Selbstbewuſstseyns ist. Es ist in es statt des himmlisch scheinenden Geistes der Allgemeinheit des Wissens und Thuns, worin die Empfindung und der Genuſs der Einzelnheit schweigt, der Erdgeist gefahren, dem das Seyn nur, welches die Wirklichkeit des einzelnen Bewuſstseyns ist, als die wahre Wirklichkeit gilt.

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Es verachtet Verstand und Wissenschaftdes Menschen allerhöchste Gaben —es hat dem Teufel sich ergebenund muſs zu Grunde gehn.

361 Es stürzt also ins Leben, und bringt die reine Individualität, in welcher es auftritt, zur Ausführung. Es macht sich weniger sein Glück, als daſs es dasselbige unmittelbar nimmt und genieſst. Die Schatten von Wissenschaft, Gesetzen und Grundsätzen, die allein zwischen ihm und seiner eignen Wirklichkeit stehen, verschwinden, als ein lebloser Nebel, der es nicht mit der Gewiſsheit seiner Realität aufnehmen kann; es nimmt sich das Leben, wie eine reife Frucht gepflückt wird, welche ebensosehr selbst entgegen kommt, als sie genommen wird.

362 Sein Thun ist nur nach einem Momente ein Thun der Begierde; es geht nicht auf die Vertilgung des ganzen gegenständlichen Wesens, sondern nur auf die Form seines Andersseyns oder seiner Selbstständigkeit, die ein wesenloser Schein ist; denn an sich gilt es ihm für dasselbe Wesen, oder als seine Selbstheit. Das Element, worinn die Begierde und ihr Gegenstand gleichgültig gegeneinander und selbstständig bestehen, ist das lebendige Daseyn; der Genuſs der Begierde hebt diſs, insofern es ihrem Gegenstande zukommt, auf. Aber hier ist diſs Element, welches beyden die abgesonderte Wirklichkeit gibt, vielmehr die Kategorie, 1807 300 ein Seyn, das wesentlich ein vorgestelltes ist; es ist daher das Bewuſstseyn der Selbstständigkeit; — sey es nun das natürliche, oder das zu einem System von Gesetzen ausgebildete Bewuſstseyn, welches die Individuen jedes für sich erhält. Diese Trennung ist nicht an sich für das Selbstbewuſstseyn, welches als seine eigne Selbstheit das andre weiſs. Es gegelangt also zum Genuſse der Lust, zum Bewuſstseyn seiner Verwirklichung in einem als selbstständig erscheinenden Bewuſstseyn, oder zur Anschauung der Einheit beyder selbstständigen Selbstbewuſstseyn. Es erreicht seinen Zweck, erfährt aber eben darin, was die Wahrheit desselben ist. Es begreifft sich als dieses einzelne Fürsichseyende Wesen, aber die Verwirklichung dieses Zwecks ist selbst das Aufheben desselben, denn es wird sich nicht Gegenstand als dieses einzelne, sondern vielmehr als Einheit seiner selbst und des andern Selbstbewuſstseyns, hiemit als aufgehobnes Einzelnes oder als Allgemeines.

363 Die genossene Luſt hat wohl die positive Bedeutung, sich selbst als gegenständliches Selbstbebewuſstseyn geworden zu seyn, aber ebensosehr die negative, sich selbst aufgehoben zu haben; und indem es seine Verwirklichung nur in jener Bedeutung begriff, tritt seine Erfahrung als Widerspruch in sein Bewuſstseyn ein, worin die erreichte Wirklichkeit seiner Einze nheit sich von dem negativen Wesen vernichtet werden sieht, das 1807 301 Wirklichkeitslos jener leer gegenübersteht und doch die verzehrende Macht desselben ist. Dieses Wesen ist nichts anders als der Begriff dessen, was diese Individualität an sich ist. Sie ist aber noch die ärmste Gestalt des sich verwirklichenden Geistes; denn sie ist sich erst die Abstraction der Vernunft, oder die Unmittelbarkeit der Einheit des Fürsich und des Ansichseyns; ihr Wesen ist also nur die abstracte Kategorie. Jedoch hat sie nicht mehr die Form des unmittelbaren, einfachen Seyns, wie dem beobachtenden Geiste, wo sie das abstracte Sein, oder als fremdes gesetzt, die Dingheit überhaupt ist. Hier ist in diese Dingheit, das Fürsichseyn und die Vermittlung getreten. Sie tritt daher als Kreis auf, dessen Inhalt die entwickelte reine Beziehung der einfachen Wesenheiten ist. Die erlangte Verwirklichung dieser Individualität besteht daher in nichts anderem, als daſs sie diesen Kreis von Abstractionen aus der Eingeschlossenheit des einfachen Selbstbewuſstseyns, in das Element des Für es seyns, oder der gegenständlichen Ausbreitung herausgeworfen hat. Was dem Selbstbewuſstseyn also in der genieſsenden Lust als sein Wesen zum Gegenstande wird, ist die Ausbreitung jener leeren Wesenheiten, der reinen Einheit, des reinen Unterschiedes, und ihrer Beziehung; weiter hat der Gegenstand, den die Individualität als ihr Wesen erfährt, keinen Inhalt. Er ist das, was die Nothwendigkeit genannt wird; denn die Nothwendigkeit, das 1807 302 *Schicksal und dergleichen, ist eben dieses, von dem man nicht zu sagen weiſs, was es thue, welches seine bestimmten Gesetze und positiver Inhalt seye, weil es der absolute als Seyn angeschaute reine Begriff selbst ist, die einfache und leere aber unaufhaltsame und unstörbare Beziehung, deren Werk nur das Nichts der Einzelnheit ist. Sie ist dieser feste Zusammenhang, weil das Zusammenhängende die reinen Wesenheiten oder die leeren Abstractionen sind; Einheit, Unterschied und Beziehung sind Kategorien, deren jede nichts an und für sich, nur in Beziehung auf ihr Gegentheil ist, und die daher nicht auseinander kommen können. Sie sind durch ihren Begriff aufeinander bezogen, denn sie sind die reinen Begriffe selbst; und diese absolute Beziehung und abstracte Bewegung macht die Nothwendigkeit aus. Die nur einzelne Individualität, die nur erst den reinen Begriff der Vernunft zu ihrem Inhalte hat, statt aus der toden Theorie in das Leben sich gestürzt zu haben, hat sich also vielmehr nur in das Bewuſstseyn der eignen Leblosigkeit gestürtzt, und wird sich nur als die leere und fremde Nothwendigkeit, als die tode Wirklichkeit zu Theil.

364 Der Uebergang geschieht aus der Form des Eins in die der Allgemeinheit, aus einer absoluten Abstraction in die andere; aus dem Zwecke des reinen Fürsichseyns, das die Gemeinschafft mit Andern abgeworfen, in das reine Gegentheil, das dadurch 1807 303 ebenso abstracte Ansichseyn. Diſs erscheint hiemit so, daſs das Individuum nur zu Grunde gegangen, und die absolute Sprödigkeit der Einzelnheit, an der ebenso harten, aber continuirlichen Wirklichkeit zerstäubt ist. — Indem es als Bewuſstseyn die Einheit seiner selbst und seines Gegentheils ist, ist dieser Untergang noch für es; sein Zweck und seine Verwirklichung, so wie der Widerspruch dessen, was ihm das Wesen war, und was an sich das Wesen ist; — es erfährt den Doppelsinn, der in dem liegt, was es that, nemlich sein Leben sich genommen zu haben; es nahm das Leben, aber vielmehr ergriff es damit den Tod.

365 Dieser Uebergang seines lebendigen Seyns in die leblose Nothwendigkeit erscheint ihm daher als eine Verkehrung, die durch nichts vermittelt ist. Das Vermittelnde müſste das seyn, worin beyde Seiten eins wären, das Bewuſstseyn also das eine Moment im andern erkännte, seinen Zweck und Thun in dem Schicksale, und sein Schicksal in seinem Zwecke und Thun, sein eigenes Wesen in dieser Nothwendigkeit. Aber diese Einheit ist für diſs Bewuſstseyn eben die Lust selbst, oder das einfache, einzelne Gefühl, und der Uebergang von dem Momente dieses seines Zwecks in das Moment seines wahren Wesens für es ein reiner Sprung in das Entgegengesezte; denn diese Momente sind nicht im Gefühle enthalten und verknüpft, sondern nur im reinen Selbst, das ein Allgemeines oder das 1807 304 Denken ist. Das Bewuſstseyn ist sich daher durch seine Erfahrung, worin ihm seine Wahrheit werden sollte, vielmehr ein Räthsel geworden, die Folgen seiner Thaten sind ihm nicht seine Thaten selbst; was ihm wiederfährt, für es nicht die Erfahrung dessen, was es an sich ist; der Uebergang nicht eine blose Formänderung desselben Inhalts und Wesens, einmal vorgestellt, als Inhalt und Wesen des Bewuſstseyns, das anderemal als Gegenstand oder angeschautes Wesen seiner selbst. Die abstracte Nothwendigkeit gilt also für die nur negative, unbegriffene Macht der Allgemeinheit, an welcher die Individualität zerschmettert wird.

366 Bis hieher geht die Erscheinung dieser Gestalt des Selbstbewuſstseyns; das letzte Moment ihrer Existenz ist der Gedanke ihres Verlusts in der Nothwendigkeit, oder der Gedanke ihrer selbst als eines sich absolut fremden Wesens. Das Selbstbewuſstseyn an sich hat aber diesen Verlust überlebt; denn diese Nothwendigkeit, oder reine Allgemeinheit ist sein eignes Wesen. Diese Reflexion des Bewuſstseyns in sich, die Nothwendigkeit als sich zu wissen, ist eine neue Gestalt desselben.

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b. Das Gesetz des Herzens, und der Wahnsinn des Eigendünkels.

367 Was die Nothwendigkeit in Wahrheit am Selbstbewuſstseyn ist, diſs ist sie für seine neue Gestalt, worin es sich selbst als das Nothwendige ist; es weiſs unmittelbar das Allgemeine, oder das Gesetz in sich zu haben; welches um dieser Bestimmung willen, daſs es unmittelbar in dem Fürsichseyn des Bewuſstseyns ist, das Gesetz des Herzens heiſst. Diese Gestalt ist für sich als Einzelnheit Wesen, wie die vorige, aber sie ist um die Bestimmung reicher, daſs ihr diſs Fürsichseyn als nothwendiges oder allgemeines gilt.

368 Das Gesetz also, das unmittelbar das eigne des Selbstbewuſstseyns ist, oder ein Herz, das aber ein Gesetz an ihm hat, ist der Zweck, den es zu verwirklichen geht. Es ist zu ſehen, ob seine Verwirklichung diesem Begriffe entsprechen, und ob es in ihr diſs sein Gesetz als das Wesen erfahren wird.

369 Diesem Herzen steht eine Wirklichkeit gegenüber; denn im Herzen ist das Gesetz nur erst für sich, noch nicht verwirklicht und also zugleich etwas Anderes, als der Begriff ist. Dieses Andere bestimmt sich dadurch als eine Wirklichkeit, die das entgegengesetzte des zu verwirklichenden, hiemit der Widerspruch des Gesetzes und der Ein 1807 306 zelnheit ist. Sie ist also einerseits ein Gesetz, von dem die einzelne Individualität gedrückt wird, eine gewaltthätige Ordnung der Welt, welche dem Gesetze des Herzens widerspricht; — und andererseits eine unter ihr leidende Menschheit, welche nicht dem Gesetze des Herzens folgt, sondern einer fremden Nothwendigkeit unterthan ist. — Diese Wirklichkeit, die der itzigen Gestalt des Bewuſstseyns gegenüber erscheint, ist, wie erhellt, nichts anders als das vorhergehende entzweyte Verhältniſs der Individualität und ihrer Wahrheit, das Verhältniſs einer grausamen Nothwendigkeit, von welcher jene erdrückt wird. Für uns tritt die vorhergehende Bewegung darum der neuen Gestalt gegenüber, weil diese an sich aus ihr entsprungen, das Moment, woraus sie herkommt, also nothwendig für sie ist; ihr aber erscheint es als ein vorgefundenes, indem sie kein Bewuſstseyn über ihren Ursprung hat, und ihr das Wesen ist, vielmehr für sich selbst oder das negative gegen diſs positive Ansich zu seyn.

370 Diese dem Gesetze des Herzens widersprechende Nothwendigkeit, so wie das durch sie vorhandene Leiden, aufzuheben, darauf ist also diese Individualität gerichtet. Sie ist hiemit nicht mehr der Leichtsinn der vorigen Gestalt, die nur die einzelne Lust wollte, sondern die Ernsthaftigkeit eines hohen Zwecks, die ihre Lust in der Darstellung ihres vortrefflichen eigenen Wesens und in der Hervorbringung des Wohls der Menschheit sucht. Was 1807 307 sie verwirklicht, ist selbst das Gesetz, und ihre Lust daher zugleich die Allgemeine aller Herzen. Beydes ist ihr ungetrennt; ihre Lust das gesetzmäſsige, und die Verwirklichung des Gesetzes der allgemeinen Menschheit, Bereitung ihrer einzelnen Lust. Denn innerhalb ihrer selbst ist unmittelbar die Individualität und das Nothwendige Eins; das Gesetz, Gesetz des Herzens. Die Individualität ist noch nicht aus ihrer Stelle gerückt, und die Einheit beyder nicht durch die vermittelnde Bewegung derselben, noch nicht durch die Zucht zu Stande gekommen. Die Verwirklichung des unmittelbaren ungezogenen Wesens gilt für Darstellung einer Vortrefflichkeit und für Hervorbringung des Wohls der Menschheit.

371 Das Gesetz dagegen, welches dem Gesetze des Herzens gegenübersteht, ist vom Herzen getrennt, und frey für sich. Die Menschheit, die ihm angehört, lebt nicht in der beglückenden Einheit des Gesetzes mit dem Herzen, sondern entweder in grausamer Trennung und Leiden, oder wenigstens in der Entbehrung des Genusses seiner selbst bey der Befolgung des Gesetzes, und in dem Mangel des Bewuſstseyns der eignen Vortrefflichkeit bey der Ueberschreitung desselben. Weil jene gewalthabende göttliche und menschliche Ordnung von dem Herzen getrennt ist, ist sie diesem ein Schein, welcher das verlieren soll, was ihm noch zugesellt ist, nemlich die Gewalt und die Wirklichkeit. Sie mag in 1807 308 ihrem Inhalte wohl zufälligerweise mit dem Gesetze des Herzens übereinstimmen, und dann kann sich dieses sie gefallen lassen; aber nicht das gesetzmäſsige rein als solches ist ihm das Wesen, sondern daſs es darin das Bewuſstseyn seiner selbst, daſs es sich darin befriedigt habe. Wo der Inhalt der allgemeinen Nothwendigkeit aber nicht mit dem Herzen übereinstimmt, ist sie auch ihrem Inhalte nach nichts an sich, und muſs dem Gesetze des Herzens weichen.

372 Das Individuum vollbringt also das Gesetz seines Herzens; es wird allgemeine Ordnung, und die Lust zu einer an und für sich gesetzmäſsigen Wirklichkeit. Aber in dieser Verwirklichung ist es ihm in der That entflohen; es wird unmittelbar nur das Verhältniſs, welches aufgehoben werden sollte. Das Gesetz des Herzens hört eben durch seine Verwirklichung auf, Gesetz des Herzens zu seyn. Denn es erhält darin die Form des Seyns, und ist nun allgemeine Macht, für welche dieses Herz gleichgültig ist, so daſs das Individuum, seine eigene Ordnung dadurch, daſs es sie aufstellt, nicht mehr als die seinige findet. Durch die Verwirklichung seines Gesetzes bringt es daher nicht sein Gesetz, sondern indem sie an sich die seinige, für es aber eine fremde ist, nur diſs hervor, in die wirkliche Ordnung sich zu verwickeln; und zwar in sie als eine ihm nicht nur fremde, sondern feindliche Uebermacht. — Durch seine That setzt es sich in oder vielmehr 1807 309 als das allgemeine Element der seyenden Wirklichkeit, und seine That soll selbst nach seinem Sinne den Werth einer allgemeinen Ordnung haben. Aber damit hat es sich von sich selbst frey gelassen, es wächst als Allgemeinheit für sich fort und reinigt sich von der Einzelnheit; das Individuum, welches die Allgemeinheit nur in der Form seines unmittelbaren Fürsichseyns erkennen will, erkennt sich also nicht in dieser freyen Allgemeinheit, während es ihr zugleich angehört, denn sie ist sein Thun. Diſs Thun hat daher die verkehrte Bedeutung, der allgemeinen Ordnung zu widersprechen, denn seine That soll That seines einzelnen Herzens, nicht freye allgemeine Wirklichkeit seyn; und zugleich hat es sie in der That anerkannt, denn das Thun hat den Sinn, sein Wesen als freye Wirklichkeit zu setzen, das heiſst die Wirklichkeit als sein Wesen anzuerkennen.

373 Das Individuum hat durch den Begriff seines Thuns die nähere Weise bestimmt, in welcher die wirkliche Allgemeinheit, der es sich angehörig gemacht, sich gegen es kehrt. Seine That gehört als Wirklichkeit dem Allgemeinen an; ihr Inhalt aber ist die eigene Individualität, welche sich als diese einzelne dem Allgemeinen entgegengesetzte erhalten will. Es ist nicht irgend ein bestimmtes Gesetz, von dessen Aufstellung die Rede wäre, sondern die unmittelbare Einheit des einzelnen Herzens mit der Allgemeinheit, ist der zum Gesetze erhobene und geltensollende Gedanke, daſs in dem, was Gesetz 1807 310 ist, jedes Herz sich selbst erkennen muſs. Aber nur das Herz dieses Individuums hat seine Wirklichkeit in seiner That, welche ihm sein Fürsichseyn oder seine Lust ausdrückt, gesetzt. Sie soll unmittelbar als allgemeines gelten, das heiſst, sie ist in Wahrheit etwas Besonderes, und hat nur die Form der Allgemeinheit, sein besonderer Inhalt soll als solcher für allgemein zu gelten. Daher finden in diesem Inhalte die andern nicht das Gesetz ihres Herzens, sondern vielmehr das eines andern vollbracht, und eben nach dem allgemeinen Gesetze, daſs in dem, was Gesetz ist, jedes sein Herz finden soll, kehren sie sich ebenso gegen die Wirklichkeit, welche es aufstellte, als es sich gegen die ihrige kehrte. Das Individuum findet also, wie zuerst nur das starre Gesetz, itzt die Herzen der Menschen selbst seinen vortrefflichen Absichten entgegen und zu verabscheuen.

374 Weil diſs Bewuſstseyn die Allgemeinheit nur erst als unmittelbare, und die Nothwendigkeit als Nothwendigkeit des Herzens kennt, ist ihm die Natur der Verwirklichung und der Wirksamkeit unbekannt, daſs sie als das Seyende in ihrer Wahrheit vielmehr das an sich allgemeine ist, worin die Einzelnheit des Bewuſstseyns, die sich ihr anvertraut, um als diese unmittelbare Einzelnheit zu seyn, vielmehr untergeht; statt dieses seines Seyns erlangt es also in dem Seyn die Entfremdung seiner selbst. Dasjenige, worin es sich nicht erkennt, ist aber 1807 311 nicht mehr die todte Nothwendigkeit, sondern die Nothwendigkeit als belebt durch die allgemeine Individualität. Es nahm diese göttliche und menschliche Ordnung, die es geltend vorfand, für eine todte Wirklichkeit, worin, wie es selbst, das sich als dieses für sich seyende dem allgemeinen entgegengesetzte Herz fixirt, so die ihr angehören, das Bewuſstseyn ihrer selbst nicht hätten; es findet sie aber vielmehr von dem Bewuſstseyn aller belebt, und als Gesetz aller Herzen. Es macht die Erfahrung, daſs die Wirklichkeit belebte Ordnung ist, zugleich in der That eben dadurch, daſs es das Gesetz seines Herzens verwirklicht; denn diſs heiſst nichts anders, als daſs die Individualität sich als allgemeines zum Gegenstande wird, worin es sich aber nicht erkennt.

375 Was also dieser Gestalt des Selbstbewuſstseyns aus ihrer Erfahrung als das Wahre hervorgeht, widerspricht dem, was sie für sich ist. Was sie aber für sich ist, hat selbst die Form absoluter Allgemeinheit für sie, und es ist das Gesetz des Herzens, welches mit dem Selbstbewuſstseyn unmittelbar Eins ist. Zugleich ist die bestehende und lebendige Ordnung eben so sein eigenes Wesen und Werk, es bringt nichts anders hervor, als sie; sie ist in gleich unmittelbarer Einheit mit dem Selbstbewuſstseyn. Dieses ist auf diese Weise, einer gedoppelten entgegengesetzten Wesenheit angehörend, an sich selbst widersprechend, und im Innersten zerrüttet. Das 1807 312 Gesetz dieses Herzens ist nur dasjenige, worin das Selbstbewuſstseyn sich selbst erkennt; aber die allgemeine gültige Ordnung ist durch die Verwirklichung jenes Gesetzes, ebenso ihm sein eigenes Wesen und seine eigene Wirklichkeit geworden; was in seinem Bewuſstseyn sich also widerspricht, ist beydes in der Form des Wesens und seiner eignen Wirklichkeit für es.

376 Indem es diſs Moment seines sich bewuſsten Untergangs und darin das Resultat seiner Erfahrung ausspricht, zeigt es sich als diese innere Verkehrung seiner selbst, als die Verrücktheit des Bewuſstseyns, welchem sein Wesen unmittelbar Unwesen, seine Wirklichkeit unmittelbar Unwirklichkeit ist. — Die Verrücktheit kann nicht dafür gehalten werden, daſs überhaupt etwas wesenloses für wesentlich, etwas nichtwirkliches für wirklich gehalten werde, so daſs das, was für den einen wesentlich oder wirklich ist, es für einen andern nicht wäre, und das Bewuſstseyn der Wirklichkeit und Nichtwirklichkeit, oder der Wesenheit und Unwesenheit auseinander fielen. — Wenn etwas in der That für das Bewuſstsein überhaupt wirklich und wesentlich, für mich aber nicht ist, so habe ich in dem Bewuſstseyn seiner Nichtigkeit, zugleich da ich Bewuſstseyn überhaupt bin, das Bewuſstseyn seiner Wirklichkeit, — und indem sie beyde fixirt sind, so ist diſs eine Einheit, welche der Wahnsinn im Allgemeinen ist. In diesem ist aber nur 1807 313 ein Gegenstand für das Bewuſstseyn verrückt; nicht das Bewuſstseyn als solches in und für sich selbst. In dem Resultate des Erfahrens, das sich hier ergeben hat, ist aber das Bewuſstseyn in seinem Gesetze sich seiner selbst, als dieses wirklichen bewuſst; und zugleich indem ihm ebendieselbe Wesenheit, dieselbe Wirklichkeit entfremdet ist, ist es als Selbstbewuſstseyn, als absolute Wirklichkeit sich seiner Unwirklichkeit bewuſst, oder die beyden Seiten gelten ihm nach ihrem Widerspruche unmittelbar als sein Wesen, das also im innersten verrückt ist.

377 Das Herzklopfen für das Wohl der Menschheit geht darum in das Toben des verrückten Eigendünkels über; in die Wuth des Bewuſstseyns, gegen seine Zerstörung sich zu erhalten, und diſs dadurch, daſs es die Verkehrtheit, welche es selbst ist, aus sich herauswirfft, und sie als ein Anderes anzusehen und auszusprechen sich anstrengt. Es spricht also die allgemeine Ordnung aus, als eine von fanatischen Priestern, schwelgenden Despoten und für ihre Erniedrigung hinabwärts durch Erniedrigen und Unterdrücken sich entschädigenden Dienern derselben erfunden, und zum namenlosen Elende der betrognen Menschheit gehandhabte Verkehrung des Gesetzes des Herzens und seines Glückes. — Das Bewuſstseyn spricht in dieser seiner Verrücktheit die Individualität als das verrückende und verkehrte aus, aber eine fremde und zufällige. Aber das Herz, oder die unmittelbar, 1807 314 allgemeinseynwollende Einzelnheit des Bewuſstseyns ist diſs Verrückende und Verkehrte selbst, und sein Thun nur die Hervorbringung dessen, daſs dieser Widerspruch seinem Bewuſstseyn wird. Denn das Wahre ist ihm das Gesetz des Herzens, — ein bloſs gemeyntes, das nicht, wie die bestehende Ordnung, den Tag ausgehalten hat, sondern vielmehr wie es sich diesem zeigt, zu Grunde geht. Diſs sein Gesetz sollte Wirklichkeit haben; hierin ist ihm das Gesetz als Wirklichkeit, als geltende Ordnung Zweck und Wesen, aber unmittelbar ist ihm ebenso die Wirklichkeit, eben das Gesetz als geltende Ordnung, vielmehr das Nichtige. — Ebenso seine eigne Wirklichkeit, es selbst als Einzelnheit des Bewuſstseyns ist sich das Wesen; aber es ist ihm Zweck sie seyend zu setzen; es ist ihm also unmittelbar vielmehr sein Selbst als Nichteinzelnes das Wesen, oder Zweck als Gesetz, ebendarin als eine Allgemeinheit, welche es für sein Bewuſstseyn selbst sey. — Dieser sein Begriff wird durch sein Thun zu seinem Gegenstande; sein Selbst erfährt es also vielmehr als das Unwirkliche, und die Unwirklichkeit als seine Wirklichkeit. Es ist also nicht eine zufällige und fremde Individualität, sondern eben dieses Herz nach allen Seiten in sich das Verkehrte und Verkehrende.

378 Indem aber die unmittelbar allgemeine Individualität das Verkehrte und Verkehrende ist, ist nicht weniger diese allgemeine Ordnung, da sie das Gesetz aller Herzen, das heiſs, des Verkehrten ist, 1807 315 selbst an sich das Verkehrte, wie die tobende Verrücktheit es ausſprach, Einmal erweist sie sich in dem Widerstande, welcher das Gesetz eines Herzens an den andern Einzelnen findet, Gesetz aller Herzen zu seyn. Die bestehenden Gesetze werden gegen das Gesetz eines Individuums vertheidigt, weil sie nicht bewuſstlose, leere und todte Nothwendigkeit, sondern geistige Allgemeinheit und Substanz sind, worin diejenigen, an denen sie ihre Wirklichkeit hat, als Individuen leben, und ihrer selbst bewuſst sind; so daſs wenn sie auch über diese Ordnung als ob sie dem innern Gesetze zuwiderlaufe, klagen und die Meynungen des Herzens gegen sie halten, in der That mit ihrem Herzen an ihr als ihrem Wesen hängen; und wenn diese Ordnung ihnen genommen wird, oder sie selbst sich daraussetzen, sie alles verlieren. Indem hierin eben die Wirklichkeit und Macht der öffentlichen Ordnung besteht, erscheint also diese als das sich selbst gleiche allgemein belebte Wesen, und die Individualität als die Form derselben. — Aber diese Ordnung ist eben so das Verkehrte.

379 Denn darin, daſs sie das Gesetz aller Herzen ist, daſs alle Individuen unmittelbar dieses Allgemeine sind, ist sie eine Wirklichkeit, welche nur die Wirklichkeit der für sich seyenden Individualität, oder des Herzens ist. Das Bewuſstseyn, welches das Gesetz seines Herzens aufstellt, erfährt also Widerstand von andern, weil es den ebenso 1807 316 einzelnen Gesetzen ihres Herzens widerspricht, und diese thun in ihrem Widerstande nichts anders, als ihr Gesetz aufstellen und geltend machen. Das Allgemeine, das vorhanden ist, ist daher nur ein allgemeiner Widerstand und Bekämpfung aller gegen einander, worin jeder seine eigene Einzelnheit geltend macht, aber zugleich nicht dazu kommt, weil sie denselben Widerstand erfährt, und durch die andern gegenseitig aufgelöst wird. Was öffentliche Ordnung scheint, ist also diese allgemeine Befehdung, worin jeder an sich reiſst, was er kann, die Gerechtigkeit an der Einzelnheit der Andern ausübt und die seinige festsetzt, die ebenso durch andere verschwindet. Sie ist der Weltlauff, der Schein eines bleibenden Ganges, der nur eine gemeynte Allgemeinheit, und dessen Inhalt vielmehr das wesenlose Spiel der Festsetzung der Einzelnheiten und ihrer Auflösung ist.

380 Betrachten wir beyde Seiten der allgemeinen Ordnung gegen einander, so hat die letztere Allgemeinheit zu ihrem Inhalte die unruhige Individualität, für welche die Meynung, oder die Einzelnheit Gesetz, das Wirkliche unwirklich, und das Unwirkliche das Wirkliche ist. Sie ist aber zugleich die Seite der Wirklichkeit der Ordnung, denn ihr gehört das Fürsichseyn der Individualität an. — Die andere Seite ist das Allgemeine als ruhiges Wesen, aber eben darum nur als ein Inneres, das nicht gar nicht, aber doch keine Wirklichkeit ist, und 1807 317 nur durch Aufhebung der Individualität, welche sich die Wirklichkeit angemaſst hat, selbst wirklich werden kann. Diese Gestalt des Bewuſstseyns, sich in dem Gesetze, in dem An sich Wahren und Guten nicht als die Einzelnheit, sondern nur als Wesen zu werden, die Individualität aber als das Verkehrte und Verkehrende zu wissen, und daher die Einzelnheit des Bewuſstseyns aufopfern zu müssen, ist die Tugend.

c. Die Tugend und der Weltlauff.

381 In der ersten Gestalt der thätigen Vernunft war das Selbstbewuſstseyn sich reine Individualität, und ihr gegenüber stand die leere Allgemeinheit. In der zweyten hatten die beyden Theile des Gegensatzes, jeder die beyden Momente, Gesetz und Individualität an ihnen; der eine aber, das Herz, war ihre unmittelbare Einheit, der andere ihre Entgegensetzung. Hier im Verhältnisse der Tugend und des Weltlaufs, sind beyde Glieder, jedes Einheit und Gegensatz dieser Momente, oder eine Bewegung des Gesezes und der Individualität gegeneinander, aber eine entgegengesetzte. Dem Bewuſstseyn der Tugend ist das Gesetz das Wesentliche und die Individualität das aufzuhebende, und also sowohl 1807 318 an ihrem Bewuſstseyn selbst als an dem Weltlauffe. An jenem ist die eigne Individualität in die Zucht unter das Allgemeine, das an sich Wahre und Gute, zu nehmen; es bleibt aber darin noch persönliches Bewuſstseyn; die wahre Zucht ist allein die Aufopfrung der ganzen Persönlichkeit, als die Bewährung, daſs es in der That nicht noch an Einzelnheiten festgeblieben ist. In dieser einzelnen Aufopfrung wird zugleich die Individualität an dem Welilauffe vertilgt, denn sie ist auch einfaches beyden gemeinschaftliches Moment. — In diesem verhält sich die Individualität auf die verkehrte Weise, als sie am tugendhaften Bewuſstseyn gesetzt ist, nemlich sich zum Wesen zu machen, und dagegen das an sich Gute und Wahre sich zu unterwerfen. — Der Weltlauff ist ferner ebenso für die Tugend nicht nur diſs durch die Individualität verkehrte Allgemeine; sondern die absolute Ordnung ist gleichfalls gemeinschaftliches Moment, an dem Weltlauffe nur nicht als seyende Wirklichkeit für das Bewuſstseyn vorhanden, sondern das innere Wesen desselben. Sie ist daher nicht erst durch die Tugend eigentlich hervorzubringen, denn das Hervorbringen ist, als Thun, Bewuſstseyn der Individualität, und diese vielmehr aufzuheben; durch dieses Aufheben aber wird dem An sich des Weltlauffs gleichsam nur Raum gemacht, an und für sich selbst in die Existenz zu treten.

382 Der allgemeine Inhalt des wirklichen Weltlauffs hat sich schon ergeben; näher betrachtet, ist 1807 319 er wieder nichts anders als die beyden vorhergehenden Bewegungen des Selbstbewuſstseyns. Aus ihnen ist die Gestalt der Tugend hervorgegangen; indem sie ihr Ursprung sind, hat sie sie vor sich; sie geht aber darauf, ihren Ursprung aufzuheben, und sich zu realisiren, oder für sich zu werden. Der Weltlauff ist also einerseits die einzelne Individualität, welche ihre Lust und Genuſs sucht, darin zwar ihren Untergang findet, und hiemit das Allgemeine befriedigt. Aber diese Befriedigung selbst so wie die übrigen Momente dieses Verhältnisses ist eine verkehrte Gestalt und Bewegung des Allgemeinen. Die Wirklichkeit ist nur die Einzelnheit der Lust und des Genusses, das Allgemeine aber ihr entgegengesetzt; eine Nothwendigkeit, welche nur die leere Gestalt desselben, eine nur negative Rückwirkung und inhaltsloses Thun ist. — Das andere Moment des Weltlauffs ist die Individualität, welche an und für sich Gesetz seyn will, und in dieser Einbildung die bestehende Ordnung stört; das allgemeine Gesetz erhält sich zwar gegen diesen Eigendünkel, und tritt nicht mehr als ein dem Bewuſstseyn Entgegengesetztes und Leeres, nicht als eine todte Nothwendigkeit auf, sondern als Nothwendigkeit in dem Bewuſstseyn selbst. Aber wie es als die bewuſste Beziehung der absolut widersprechenden Wirklichkeit existirt, ist es die Verrücktheit; wie es aber als gegenstandliche Wirklichkeit ist, ist es die Verkehrtheit überhaupt. Das Allgemeine stellt 1807 320 sich also wohl in beyden Seiten als die Macht ihrer Bewegung dar, aber die Existenz dieser Macht ist nur die allgemeine Verkehrung.

383 Von der Tugend soll es nun seine wahrhafte Wirklichkeit erhalten, durch das Aufheben der Individualität, des Princips der Verkehrung; ihr Zweck ist, hiedurch den verkehrten Weltlauff wieder zu verkehren und sein wahres Wesen hervorzubringen. Diſs wahre Wesen ist an dem Weltlauffe nur erst als sein Ansich, es ist noch nicht wirklich; und die Tugend glaubt es daher nur. Diesen Glauben geht sie zum Schauen zu erheben, ohne aber der Früchte ihrer Arbeit und Aufopferung zu genieſsen. Denn insofern sie Individualität ist, ist sie das Thun des Kampfes, den sie mit dem Weltlauffe eingeht; ihr Zweck und wahres Wesen aber ist die Besiegung der Wirklichkeit des Weltlauffs; die dadurch bewirkte Existenz des Guten, ist hiemit das Aufhören ihres Thuns, oder des Bewuſstseyns der Individualität. — Wie dieser Kampf selbst bestanden werde, was die Tugend in ihm erfährt, ob durch die Aufopferung, welche sie über sich nimmt, der Weltlauff unterliege, die Tugend aber siege, — diſs muſs sich aus der Natur der lebendigen Waffen entscheiden, welche die Kämpfer führen. Denn die Waffen sind nichts anderes, als das Wesen der Kämpfer selbst, das nur für sie beyde gegenseitig hervortritt. Ihre Waffen haben sich hiemit schon aus dem ergeben, was an sich in diesem Kampfe vorhanden ist.

1807 321

384 Das Allgemeine ist für das tugendhaffte Bewuſstseyn im Glauben, oder an sich wahrhafft; noch nicht eine wirkliche, sondern eine abstracte Allgemeinheit; an diesem Bewuſstseyn selbst ist es als Zweck, an dem Weltlauffe als Inneres. In eben dieser Bestimmung stellt das Allgemeine sich auch an der Tugend für den Weltlauff dar; denn sie will das Gute erst ausführen, und gibt selbst es noch nicht für Wirklichkeit aus. Diese Bestimmtheit kann auch so betrachtet werden, daſs das Gute, indem es in dem Kampf gegen den Weltlauff auftritt, damit sich darstellt, als seyend für ein anderes; als etwas, das nicht an und für sich selbst ist, denn sonst würde es nicht durch Bezwingung seines Gegentheils sich erst seine Wahrheit geben wollen. Es ist nur erst für ein anderes, heiſst dasselbe, was vorher von ihm in der entgegengesetzten Betrachtung sich zeigte, nemlich es ist erst eine Abstraction, welche nur in dem Verhältnisse, nicht an und für sich, Realität hat.

385 Das Gute oder Allgemeine, wie es also hier auftritt, ist dasjenige, was die Gaben, Fähigkeiten, Kräffte genannt wird. Es ist eine Weise des Geistigen zu seyn, worin es als ein Allgemeines vorgestellt wird, das zu seiner Belebung und Bewegung des Princips der Individualität bedarf, und in dieser seine Wirklichkeit hat. Von diesem Princip, insofern es am Bewuſstseyn der Tugend ist, wird diſs Allgemeine gut angewendet, von ihm aber, insofern es am Weltlauff ist, misbraucht; — ein passives 1807 322 Werkzeug, das von der Hand der freyen Individualität regiert, gleichgültig gegen den Gebrauch, den sie von ihm macht, auch zur Hervorbringung einer Wirklichkeit misbraucht werden kann, die seine Zerstörung ist; eine leblose, eigner Selbstständigkeit entbehrende Materie, die so oder auch anders, und selbst zu ihrem Verderben geformt werden kann.

386 Indem diſs Allgemeine dem Bewuſstseyn der Tugend, wie dem Weltlauffe auf gleiche Weise zu Gebote steht, so ist nicht abzusehen, ob so ausgerüstet, die Tugend das Laster besiegen werde. Die Waffen sind dieselben; sie sind diese Fähigkeiten und Kräffte. Zwar hat die Tugend ihren Glauben an die ursprüngliche Einheit ihres Zweckes und des Wesens des Weltlauffes in den Hinterhalt gelegt, welche dem Feinde während des Kampfes in den Rücken fallen, und an sich ihn vollbringen soll; so daſs hiedurch in der That für den Ritter der Tugend sein eignes Thun und Kämpfen eigentlich eine Spiegelfechterey ist, die er nicht für Ernst nehmen kann, weil er seine wahrhaffte Stärke darein setzt, daſs das Gute an und für sich selbst sey, d. h. sich selbst vollbringe, — eine Spiegelfechterey, die er auch nicht zum Ernste werden lassen darf. Denn dasjenige, was er gegen den Feind kehrt, und gegen sich gekehrt findet, und dessen Abnutzung und Beschädigung er sowohl an ihm selbst, als seinem Feinde daran wagt, soll nicht das Gute selbst seyn; denn für dessen Bewahrung und Ausführung kämpft er; sondern was 1807 323 daran gewagt wird, sind nur die gleichgültigen Gaben und Fähigkeiten. Allein diese sind in der That nichts anderes, als eben dasjenige individualitätslose Allgemeine selbst, welches durch den Kampf erhalten und verwirklicht werden soll. — Es ist aber zugleich durch den Begriff des Kampfs selbst unmittellbar bereits verwirklicht; es ist das Ansich, das Allgemeine; und seine Verwirklichung heiſst nur dieses, daſs es zugleich für ein anderes sey. Die beyden oben angegebenen Seiten, nach deren jeder es zu einer Abstraction wurde, sind nicht mehr getrennt, sondern in und durch den Kampf ist das Gute auf beyde Weisen zumal gesetzt. — Das tugendhaffte Bewuſstseyn tritt aber in den Kampf gegen den Weltlauff als gegen ein dem Guten entgegengesetztes; was er ihm hierin darbietet, ist das Allgemeine, nicht nur als abstractes allgemeines, sondern als ein von der Individualität belebtes, und für ein anderes seyendes, oder das wirkliche Gute. Wo also die Tugend den Weltlauff anfaſst, trifft sie immer auf solche Stellen, die die Existenz des Guten selbst sind, das in alle Erscheinung des Weltlauffs, als das Ansich des Weltlauffs, unzertrennlich verschlungen ist, und in der Wirklichkeit desselben auch sein Daseyn hat; er ist also für sie unverwundbar. Ebensolche Existenzen des Guten, und hiemit unverletzliche Verhältnisse, sind alle Momente, welche von der Tugend selbst an ihr darangesetzt und aufgeopfert werden sollten. Das Kämpfen kann daher nur ein 1807 324 Schwanken zwischen Bewahren und Aufopfern seyn; oder vielmehr kann weder Aufopferung des Eignen, noch Verletzung des Fremden stattfinden. Die Tugend gleicht nicht nur jenem Streiter, dem es im Kampfe allein darum zu thun ist, sein Schwerdt blank zu erhalten, sondern sie hat auch den Streit darum begonnen, die Waffen zu bewahren; und nicht nur kann sie die ihrigen nicht gebrauchen, sondern muſs auch die des Feindes unverletzt erhalten, und sie gegen sich selbst schützen, denn alle sind edle Theile des Guten, für welches sie in den Kampf ging.

387 Diesem Feinde dagegen ist nicht das Ansich, sondern die Individualität das Wesen; seine Krafft also das negative Princip, welchem nichts bestehend und absolut heilig ist, sondern welches den Verlust von Allem und Jedem wagen und ertragen kann. Hiedurch ist ihm der Sieg ebensosehr an ihm selbst gewiſs, als durch den Widerspruch, in welchen sich sein Gegner verwickelt. Was der Tugend ansich ist, ist dem Weltlauffe nur für ihn; er ist frey von jedem Momente, das für sie fest und woran sie gebunden ist. Er hat ein solches Moment dadurch, daſs es für ihn nur als ein solches gilt, das er ebensowohl aufheben als bestehen lassen kann, in seiner Gewalt; und damit auch den daran befestigten tugendhafften Ritter. Dieser kann sich davon nicht als von einem äuſserlich umgeworffenen Mantel loswickeln, und durch Hinterlassung desselben sich 1807 325 frey machen; denn es ist ihm das nicht aufzugebende Wesen.

388 Was endlich den Hinterhalt betrifft, aus welchem das gute Ansich dem Weltlauffe listigerweise in den Rücken fallen soll, so ist diese Hoffnung an sich nichtig. Der Weltlauff ist das wache seiner selbst gewisse Bewuſstseyn, das nicht von hinten an sich kommen läſst, sondern allenthalben die Stirne bietet; denn er ist dieses, daſs alles für ihn ist, daſs alles vor ihm steht. Das gute Ansich aber, ist es für seinen Feind, so ist es in dem Kampfe, den wir gesehen haben; insofern es aber nicht für ihn, sondern ansich ist, ist es das passive Werkzeug der Gaben und Fähigkeiten, die wirklichkeitslose Materie; als Daseyn vorgestellt, wäre es ein schlafendes und dahinten, man weiſs nicht wo, bleibendes Bewuſstseyn.

389 Die Tugend wird also von dem Weltlauffe besiegt, weil das abstracte, unwirkliche Wesen in der That ihr Zweck ist, und weil in Ansehung der Wirklichkeit ihr Thun auf Unterschieden beruht, die allein in den Worten liegen. Sie wollte darin bestehen, durch Aufopferung der Individualität das Gute zur Wirklichkeit zu bringen, aber die Seite der Wirklichkeit ist selbst nichts anders, als die Seite der Individualität. Das Gute sollte dasjenige seyn, was an sich, und dem, was ist, entgegengesetzt ist, aber das Ansich ist, nach seiner Realität und Wahrheit genommen, vielmehr das Seyn selbst. Das Ansich ist 1807 326 zunächst die Abstraction des Wesens gegen die Wirklichkeit; aber die Abstraction ist eben dasjenige, was nicht wahrhafft, sondern nur für das Bewuſstseyn ist; das heiſst aber, es ist selbst dasjenige, was wirklich genannt wird; denn das Wirkliche ist, was wesentlich für ein anderes ist, oder es ist das Seyn. Das Bewuſstseyn der Tugend aber beruht auf diesem Unterschiede des Ansich und des Seyns, der keine Wahrheit hat. — Der Weltlauff sollte die Verkehrung des Guten seyn, weil er die Individualität zu seinem Princip hatte; allein diese ist das Princip der Wirklichkeit; denn eben sie ist das Bewuſstseyn, wodurch das Ansichseyende ebensosehr für ein anderes ist; er verkehrt das Unwandelbare, aber er verkehrt es in der That aus dem Nichts der Abstraction in das Seyn der Realität.

390 Der Weltlauff siegt also über das, was die Tugend im Gegensatze gegen ihn ausmacht; er siegt über sie, der die wesenlose Abstraction das Wesen ist. Er siegt aber nicht über etwas reales, sondern über das Erschaffen von Unterschieden, welche keine sind, über diese pomphafften Reden vom Besten der Menschheit, und der Unterdrückung derselben, von der Aufopferung fürs Gute, und dem Misbrauche der Gaben; — solcherley ideale Wesen und Zwecke sinken als leere Worte zusammen, welche das Herz erheben und die Vernunft leer lassen; erbauen, aber nichts aufbauen; Declamationen, welche nur diesen Inhalt bestimmt aussprechen, daſs das Individuum, 1807 327 welches für solche edle Zwecke zu handeln vorgibt, und solche vortreffliche Redensarten führt, sich für ein vortreffliches Wesen gilt; — eine Aufschwellung, welche sich und andern den Kopf groſs macht, aber groſs von einer leeren Aufgeblasenheit. — Die antike Tugend hatte ihre bestimmte sichere Bedeutung, denn sie hatte an der Substanz des Volks ihre inhaltsvolle Grundlage, und ein wirkliches schon existirendes Gutes zu ihrem Zwecke; sie war daher auch nicht gegen die Wirklichkeit als eine allgemeine Verkehrtheit und gegen einen Weltlauff gerichtet. Die betrachtete aber ist aus der Substanz heraus, eine wesenlose Tugend, eine Tugend nur der Vorstellung und der Worte, die jenes Inhalts entbehren. — Diese Leerheit der mit dem Weltlauffe kämpfenden Rednerey würde sich sogleich aufdecken, wenn gesagt werden sollte, was ihre Redensarten bedeuten; — sie werden daher als bekannt vorausgesetzt. Die Forderung, diſs bekannte zu sagen, würde entweder durch einen neuen Schwall von Redensarten erfüllt, oder ihr die Beruffung auf das Herz entgegengesetzt, welches innerhalb es sage, was sie bedeuten, das heiſst, die Unvermögenheit, es in der That zu sagen, würde eingestanden. — Die Nichtigkeit jener Rednerey scheint auch auf eine bewuſstlose Art für die Bildung unsers Zeitalters Gewiſsheit erlangt zu haben; indem aus der ganzen Masse jener Redensarten, und der Weise sich damit aufzuspreitzen, alles Interesse verschwunden ist; ein Verlust, der 1807 328 sich darin ausdrückt, daſs sie nur Langeweile machen.

391 Das Resultat also, welches aus diesem Gegensatze hervorgeht, besteht darin, daſs das Bewuſstseyn die Vorstellung von einem an sich guten, das noch keine Wirklichkeit hätte, als einen leeren Mantel fahren läſst. Es hat in seinem Kampfe die Erfahrung gemacht, daſs der Weltlauff so übel nicht ist, als er aussah; denn seine Wirklichkeit ist die Wirklichkeit des Allgemeinen. Es fällt mit dieser Erfahrung das Mittel, durch Aufopferung der Individualität das Gute hervorzubringen, hinweg; denn die Individualität ist gerade die Verwirklichung des Ansichseyenden; und die Verkehrung hört auf, als eine Verkehrung des Guten angesehen zu werden, denn sie ist vielmehr eben die Verkehrung desselben als eines bloſsen Zwecks in die Wirklichkeit; die Bewegung der Individualität ist die Realität des Allgemeinen.

392 In der That ist hiemit aber ebenso dasjenige besiegt worden und verschwunden, was als Weltlauff dem Bewuſstseyn des Ansichseyenden gegenüberstand. Das Fürsichseyn der Individualität war daran dem Wesen oder Allgemeinen entgegengesetzt, und erschien als eine von dem Ansichseyn getrennte Wirklichkeit. Indem aber sich gezeigt hat, daſs die Wirklichkeit in ungetrennter Einheit mit dem Allgemeinen ist, so erweiſst sich das Fürsichseyn des Weltlauffs ebenso, wie das Ansich der Tugend nur eine 1807 329 Ansicht ist, auch nicht mehr zu seyn. Die Individualität des Weltlauffs mag wohl nur für sich oder eigennützig zu handeln meynen; sie ist besser als sie meynt, ihr Thun ist zugleich ansichseyendes, allgemeines Thun. Wenn sie eigennützig handelt, so weiſs sie nur nicht, was sie thut, und wenn sie versichert, alle Menschen handeln eigennützig, so behauptet sie nur, alle Menschen haben kein Bewuſstseyn darüber, was das Thun ist. — Wenn sie für sich handelt, so ist diſs eben die Hervorbringung des nur erst ansichseyenden zur Wirklichkeit; der Zweck des Fürsichseyns also, der dem Ansich sich entgegengesetzt meynt, — seine leere Pfiffigkeit, so wie seine feinen Erklärungen, die den Eigennutz überall aufzuzeigen wissen, sind ebenso verschwunden, als der Zweck des Ansich und seine Rednerey.

393 Es ist also das Thun und Treiben der Individualität, Zweck an sich selbst; der Gebrauch der Kräffte, das Spiel ihrer Aeuſserungen ist es, was ihnen, die sonst das todte Ansich wären, Leben gibt, das Ansich nicht ein unausgeführtes, existenzloses und abstractes Allgemeines, sondern es selbst ist unmittelbar diese Gegenwart und Wirklichkeit des Processes der Individualität.

1807 330

C. Die Individualität, welche sich an und für sich selbst reell ist.

394 Das Selbstbewuſstseyn hat itzt den Begriff von sich erfaſst, der erst nur der unsrige von ihm war, nemlich in der Gewiſsheit seiner selbst alle Realität zu seyn, und Zweck und Wesen ist ihm nunmehr die sich bewegende Durchdringung des Allgemeinen, — der Gaben und Fähigkeiten, — und der Individualität. — Die einzelnen Momente dieser Erfüllung und Durchdringung vor der Einheit, in welche sie zusammengegangen, sind die bisher betrachteten Zwecke. Sie sind als Abstractionen und Chimären verschwunden, die jenen ersten schalen Gestalten des geistigen Selbstbewuſstseyns angehören, und ihre Wahrheit nur in dem gemeynten Seyn des Herzens, der Einbildung und der Reden haben, nicht in der Vernunft, die itzt an und für sich ihrer Realität gewiſs, sich nicht mehr als Zweck im Gegensatze gegen die unmittelbarseyende Wirklichkeit erst hervorbringen sucht, sondern zum Gegenstande ihres Bewuſstseyns die Kategorie als solche hat. — Es ist nämlich die Bestimmung des für sich seyenden 1807 331 oder negativen Selbstbewuſstseyns, in welcher die Vernunft auftrat, aufgehoben; es fand eine Wirklichkeit vor, die das negative seiner wäre, und durch deren Aufheben es erst sich seinen Zweck verwirklichte. Indem aber Zweck und Ansichseyn als dasselbe sich ergeben hat, was das Seyn für anderes und die vorgefundene Wirklichkeit ist, trennt sich die Wahrheit nicht mehr von der Gewiſsheit; es werde nun der gesetzte Zweck für die Gewiſsheit seiner selbst, und die Verwirklichung desselben für die Wahrheit, oder aber der Zweck für die Wahrheit, und die Wirklichkeit für die Gewiſsheit genommen; sondern das Wesen und der Zweck an und für sich selbst ist die Gewiſsheit der unmittelbaren Realität selbst, die Durchdringung des Ansich und Fürsichseyns, des Allgemeinen und der Individualität; das Thun ist an ihm selbst seine Wahrheit und Wirklichkeit, und die Darstellung odes das Aussprechen der Individualität ist ihm Zweck an und für sich selbst.

395 Mit diesem Begriffe ist also das Selbstbewuſstseyn aus den entgegengesetzten Bestimmungen, welche die Kategorie für es, und sein Verhalten zu ihr, als beobachtendes und dann als thätiges hatte, in sich zurückgegangen. Es hat die reine Kategorie selbst zu seinen Gegenstande, oder es ist die Kategorie, welche ihrer selbst bewuſst geworden. Die Rechnung ist dadurch mit seinen vorherigen Gestalten abgeschlossen; sie liegen hinter ihm in 1807 332 Vergessenheit, treten nicht als seine vorgefundne Welt gegenüber, sondern entwickeln sich nur innerhalb seiner selbst als durchsichtige Momente. Doch treten sie noch in seinem Bewuſstseyn als eine Bewegung unterschiedner Momente auseinander, die sich noch nicht in ihre substantielle Einheit zusammengefaſst hat. Aber in allen hält es die einfache Einheit des Seyns und des Selbsts fest, die ihre Gattung ist. —

396 Das Bewuſstseyn hat hiemit allen Gegensatz und alle Bedingung seines Thuns abgeworfen; es geht frisch von sich aus, und nicht auf ein anderes, sondern auf sich selbst. Indem die Individualität die Wirklichkeit an ihr selbst ist, ist der Stoff des Wirkens und der Zweck des Thuns an dem Thun selbst. Das Thun hat daher das Ansehen der Bewegung eines Kreises, welcher frey im Leeren sich in sich selbst bewegt, ungehindert bald sich erweitert, bald verengert, und vollkommen zufrieden nur in und mit sich selbst spielt. Das Element, worin die Individualität ihre Gestalt darstellt, hat die Bedeutung eines reinen Aufnehmens dieser Gestalt; es ist der Tag überhaupt, dem das Bewuſstseyn sich zeigen will. Das Thun verändert nichts, und geht gegen nichts; es ist die reine Form des Uebersetzens aus dem nicht gesehen werden in das gesehen werden, und der Inhalt, der zu Tage ausgebracht wird, und sich darstellt, nichts anderes, als was dieses Thun schon an sich ist. Es ist an sich, — diſs ist seine Form als gedachter Einheit; und es ist wirklich, — diſs ist seiner Form als 1807 333 seyender Einheit; es selbst ist Inhalt nur in dieser Bestimmung der Einfachheit gegen die Bestimmung seines Uebergehens und seiner Bewegung.

a. Das geistige Thierreich und der Betrug, oder die Sache selbs’.

397 Diese an sich reale Individualität ist zuerst wieder eine einzelne und bestimmte; die absolute Realität, als welche sie sich weiſs, ist daher, wie sie derselben sich bewuſst wird, die abstracte allgemeine, welche ohne Erfüllung und Inhalt, nur der leere Gedanke dieser Kategorie ist. — Es ist zu sehen, wie dieser Begriff der an sich selbst realen Individualität in seinen Momenten sich bestimmt, und wie ihr ihr Begriff von ihr selbst in das Bewuſstseyn tritt.

398 Der Begriff dieser Individualität, wie sie als solche für sich selbst alle Realität ist, ist zunächst Resultat; sie hat ihre Bewegung und Realität noch nicht dargestellt, und ist hier unmittelbar als einfaches Ansichseyn gesetzt. Die Negativität aber, welche dasselbe ist, was als Bewegung erscheint, ist an dem einfachen Ansich als Bestimmtheit; und das Seyn oder das einfache Ansich wird ein bestimmter 1807 334 Umfang. Die Individualität tritt daher als ursprüngliche bestimmte Natur auf, — als ursprüngliche Natur, denn sie ist an sich, — als ursprünglich — bestimmte, denn das Negative ist am Ansich, und dieses ist dadurch eine Qualität. Diese Beschränkung des Seyns jedoch kann das Thun des Bewuſstseyns nicht beschränken, denn dieses ist hier ein vollendetes sich auf sich selbst beziehen; die Beziehung auf Anderes ist aufgehoben, welche die Beschränkung desselben wäre. Die ursprüngliche Bestimmtheit der Natur ist daher nur einfaches Princip, — ein durchsichtiges allgemeines Element, worin die Individualität ebenso frey und sich selbst gleich bleibt, als sie darin ungehindert ihre Unterschiede entfaltet, und reine Wechselwirkung mit sich in ihrer Verwirklichung ist. Wie das unbestimmte Thierleben etwa dem Elemente des Wassers, der Luft, oder der Erde, und innerhalb dieser wieder bestimmtern Principien, seinen Odem einbläst, alle seine Momente in sie eintaucht, aber sie jener Beschränckung des Elements ungeachtet in seiner Macht und sich in seinem Eins erhält, und als diese besondere Organisation dasselbe allgemeine Thierleben bleibt.

399 Diese bestimmte ursprüngliche Natur des in ihr frey und ganz bleibenden Bewuſstseyns erscheint als der unmittelbare und einzige eigentliche Inhalt dessen, was dem Individuum Zweck ist; er ist zwar bestimmter Inhalt, aber er ist überhaupt Inhalt nur, insofern wir das Ansichseyn isolirt betrachten; in 1807 335 Wahrheit aber ist er die von der Individualität durchdrungene Realität; die Wirklichkeit, wie sie das Bewuſstseyn als einzelnes an ihm selbst hat, und zunächst als seyend, noch nicht als thuend gesetzt ist. Für das Thun aber ist einestheils jene Bestimmtheit darum nicht Beschränkung, über welche es hinauswollte, weil sie als seyende Qualität betrachtet die einfache Farbe des Elements ist, worin es sich bewegt; anderntheils aber ist die Negativität Bestimmtheit nur am Seyn; aber das Thun ist selbst nichts anderes als die Negativität; an der thuenden Individualität ist also die Bestimmtheit aufgelöst in Negativität überhaupt, oder den Inbegriff aller Bestimmtheit.

400 Die einfache ursprüngliche Natur nun tritt in dem Thun und dem Bewuſstseyn des Thuns in den Unterschied, welcher diesem zukommt. Es ist zuerst als Gegenstand, und zwar als Gegenstand, wie er noch dem Bewuſstseyn angehört, als Zweck vorhanden, und somit entgegengesetzt einer vorhandenen Wirklichkeit. Das andere Moment ist die Bewegung des als ruhend vorgestellten Zwecks, die Verwirklichung, als die Beziehung des Zwecks auf die ganz formelle Wirklichkeit, hiemit die Vorstellung des Ueberganges selbst, oder das Mittel. Das dritte ist endlich der Gegenstand, wie er nicht mehr Zweck, dessen das thuende unmittelbar als des seinigen sich bewuſst ist, sondern wie er aus ihm heraus und für es als ein Anderes ist. — Diese verschiedenen 1807 336 Seiten sind nun aber nach dem Begriffe dieser Sphäre so festzuhalten, daſs der Inhalt in ihnen derselbe bleibt, und kein Unterschied hereinkommt, weder der Individualität und des Seyns überhaupt, noch des Zwecks gegen die Individualität als ursprüngliche Natur, noch gegen die vorhandne Wirklichkeit, ebenso nicht des Mittels gegen sie als absoluten Zweck, noch der bewirkten Wirklichkeit gegen den Zweck, oder die ursprüngliche Natur, oder das Mittel.

401 Vors erste also ist die ursprünglich bestimmte Natur der Individualität, ihr unmittelbares Wesen noch nicht als thuend gesetzt, und heiſst so besondere Fähigkeit, Talent, Charakter u. s. f. Diese eigenthümliche Tinctur des Geistes ist als der einzige Inhalt des Zwecks selbst, und ganz allein als die Realität zu betrachten. Stellte man sich das Bewuſstseyn vor, als darüber hinausgehend, und einen andern Inhalt zur Wirklichkeit bringen wollend, so stellte man es sich vor, als ein Nichts in das Nichts hinarbeitend. — Diſs ursprüngliche Wesen ist ferner nicht nur Inhalt des Zwecks, sondern an sich auch die Wirklichkeit, welche sonst als gegebener Stoff des Thuns, als vorgefundene und im Thun zu bildende Wirklichkeit erscheint. Das Thun ist nemlich nur reines übersetzen aus der Form des noch nicht dargestellten in die des dargestellten Seyns; das Ansichseyn jener dem Bewuſstseyn entgegengesetzten Wirklichkeit ist zum bloſsen leeren Scheine 1807 337 herabgesunken. Diſs Bewuſstseyn, indem es sich zum handeln bestimmt, läſst sich also durch den Schein der vorhandenen Wirklichkeit nicht irre machen, und ebenso hat es sich aus dem herumtreiben in leeren Gedanken und Zwecken auf den ursprünglichen Inhalt seines Wesens zusammenzuhalten. — Dieser ursprüngliche Inhalt ist zwar erst für das Bewuſstseyn, indem es ihn verwirklicht hat; der Unterschied aber eines solchen, das für das Bewuſstseyn nur innerhalb seiner, und einer auſser ihm an sich seyenden Wirklichkeit ist hinweggefallen. — Nur daſs für es sey, was es an sich ist, muſs es handeln, oder das Handeln ist eben das Werden des Geistes als Bewuſstseyn. Was es an sich ist, weiſs es also aus seiner Wirklichkeit. Das Individuum kann daher nicht wissen, was es ist, eh es sich durch das Thun zur Wirklichkeit gebracht hat. — Es scheint aber hiemit den Zweck seines Thuns nicht bestimmen zu können, eh es gethan hat; aber zugleich muſs es, indem es Bewuſstseyn ist, die Handlung vorher als die ganz seinige, das heiſst, als Zweck vor sich haben. Das ans handeln gehende Individuum scheint sich also in einem Kreise zu befinden, worin jedes Moment das andere schon voraussetzt, und hiemit keinen Anfang finden zu können, weil es sein ursprüngliches Wesen, das sein Zweck seyn muſs, erst aus der That kennen lernt, aber um zu thun, vorher den Zweck haben muſs. Ebendarum aber hat es unmittelbar anzufangen, und unter welchen Umständen 1807 338 es sey, ohne weiteres Bedenken um Anfang, Mittel und Ende zur Thätigkeit zu schreiten; denn sein Wesen und ansichseyende Natur ist alles in Einem, Anfang, Mittel und Ende. Als Anfang ist sie in den Umstanden des Handelns vorhanden, und das Interesse, welches das Individuum an etwas findet, ist die schon gegebene Antwort auf die Frage: ob und was hier zu thun ist. Denn was eine vorgefundene Wirklichkeit zu seyn scheint, ist an sich seine ursprüngliche Natur, welche nur den Schein eines Seyns hat, — einen Schein, der in dem Begriffe des sich entzweyenden Thuns liegt — aber als seine ursprüngliche Natur sich in dem Interesse, das es an ihr findet, ausspricht. — Ebenso ist das Wie, oder die Mittel an und für sich bestimmt. Das Talent ist gleichfalls nichts anders, als die bestimmte ursprungliche Individualität, betrachtet als inneres Mittel, oder Uebergang des Zwecks zur Wirklichkeit. Das wirkliche Mittel aber und der reale Uebergang ist die Einheit des Talents, und der im Interesse vorhandenen Natur der Sache; jenes stellt am Mittel die Seite des Thuns, dieses die Seite des Inhalts vor, beyde sind die Individualität selbst, als Durchdringung des Seyns und des Thuns. Was also vorhanden ist, sind vorgefundene Umstande, die an sich die ursprüngliche Natur des Individuums sind; als denn das Interesse, welches sie eben als das seinige oder als Zweck setzt; endlich die Verknüpfung und Aufhebung dieses Gegensatzes im Mittel. Diese Verknüpfung fällt 1807 339 selbst noch innerhalb des Bewuſstseyns, und das so eben betrachtete Ganze ist die eine Seite eines Gegensatzes. Dieser noch übrige Schein von Entgegensetzung wird durch den Uebergang selbst oder das Mittel aufgehoben; — denn es ist Einheit des Aeuſsern und Innern, das Gegentheil der Bestimmtheit, welche es als innres Mittel hat, es hebt sie also auf und setzt sich, diese Einheit des Thuns und des Seyns ebenso als äuſseres, als die wirklich gewordene Individualität selbst; d. i. die für sie selbst als das seyende gesetzt ist. Die ganze Handlung tritt auf diese Weise weder als die Umstände, noch als Zweck noch Mittel noch als Werk aus sich heraus.

402 Mit dem Werke aber scheint der Unterschied der ursprünglichen Naturen einzutreten; das Werk ist wie die ursprüngliche Natur, welche es ausdrückt, ein bestimmtes, denn vom Thun frey entlassen als seyende Wirklichkeit, ist die Negativität als Qualität an ihm. Das Bewuſstseyn aber bestimmt sich ihm gegenüber als dasjenige, welches die Bestimmtheit als Negativität überhaupt, als Thun, an ihm hat; es ist also das allgemeine gegen jene Bestimmtheit des Werks, kann es also mit andern vergleichen und hieraus die Individualitäten selbst als verschiedene fassen; das in seinem Werke weiter übergreiffende Individuum entweder als stärkere Energie des Willens, oder als reichere Natur, das heiſst, eine solche, deren ursprüngliche Bestimmtheit weniger beschränkt ist; — eine andere hingegen als eine schwächere und 1807 340 dürftigere Natur.

403 Gegen diesen unwesentlichen Unterschied der Gröſse würde das Gute und Schlechte einen absoluten Unterschied ausdrücken; aber hier findet dieser nicht statt. Was auf die eine oder andere Weise genommen würde, ist auf gleiche Weise ein Thun und Treiben, ein sich Darstellen und Aussprechen einer Individualität, und darum alles gut, und es wäre eigentlich nicht zu sagen, was das schlechte seyn sollte. Was ein schlechtes Werk genannt würde, ist das individuelle Leben einer bestimmten Natur, die sich darin verwirklicht; zu einem schlechten Werke würde es nur durch den vergleichenden Gedanken verdorben, der aber etwas leeres ist, da er über das Wesen des Werks, ein sich Aussprechen der Individualität zu seyn, hinausgeht und sonst, man weiſs nicht was, daran sucht und fodert. — Er könnte nur den vorhin angeführten Unterschied betreffen; dieser ist aber an sich, als Gröſseunterschied, ein unwesentlicher; und hier bestimmt darum, weil es verschiedene Werke oder Individualitäten wären, die miteinander verglichen würden; aber diese gehen einander nichts an; jedes bezieht sich nur auf sich selbst. Die ursprüngliche Natur ist allein das Ansich, oder das, was als Maſsstab der Beurtheilung des Werks und umgekehrt zu Grunde gelegt werden könnte; beydes aber entspricht sich einander, es ist nichts für die Individualität, was nicht durch sie, oder es gibt keine Wirklichkeit, die nicht ihre Natur und ihr 1807 341 Thun, und kein Thun noch Ansich derselben, das nicht wirklich ist, und nur diese Momente sind zu vergleichen.

404 Es findet daher überhaupt weder Erhebung, noch Klage, noch Reue statt; denn dergleichen alles kömmt aus dem Gedanken her, der sich einen andern Inhalt und ein anderes Ansich einbildet, als die ursprüngliche Natur des Individuums und ihre in der Wirklichkeit vorhandene Ausführung ist. Was es sey, daſs es thut, und ihm wiederfährt, diſs hat es gethan, und ist es selbst; es kann nur das Bewuſstseyn des reinen Uebersetzens seiner selbst aus der Nacht der Möglichkeit in den Tag der Gegenwart, des abstracten Ansich in die Bedeutung des wirklichen Seyns, und die Gewiſsheit haben, daſs was in diesem ihm vorkommt, nichts anders ist, als was in jener schlief. Das Bewuſstseyn dieser Einheit ist zwar ebenfalls eine Vergleichung, aber, was verglichen wird, hat eben nur den Schein des Gegensatzes; ein Schein der Form, der für das Selbstbewuſstseyn der Vernunft, daſs die Individualität an ihr selbst die Wirklichkeit ist, nichts mehr als Schein ist. Das Individuum kann also, da es weiſs, daſs es in seiner Wirklichkeit nichts anderes finden kann, als ihre Einheit mit ihm, oder nur die Gewiſsheit seiner selbst in ihrer Wahrheit, und daſs es also immer seinen Zweck erreicht, nur Freude an sich erleben.

1807 342

405 Diſs ist der Begriff, welchen das Bewuſstseyn, das sich seiner als absoluter Durchdringung der Individualität und des Seyns gewiſs ist, von sich macht; sehen wir, ob er sich ihm durch die Erfahrung bestätigt, und seine Realität damit übereinstimmt. Das Werk ist die Realität, welche das Bewuſstseyn sich gibt; es ist dasjenige, worin das Individuum das für es ist, was es an sich ist, und so daſs das Bewuſstseyn, für welches es in dem Werke wird, nicht das besondere, sondern das allgemeine Bewuſstseyn ist; es hat sich im Werke überhaupt in das Element der Allgemeinheit, in den bestimmtheitslosen Raum des Seyns hinausgestellt. Das von seinem Werke zurücktretende Bewuſstseyn ist in der That das allgemeine, — weil es die absolute Negativität oder das Thun in diesem Gegensatze wird, — gegen sein Werk, welches das bestimmte ist; es geht also über sich als Werk hinaus, und ist selbst der bestimmtheitslose Raum, der sich von seinem Werke nicht erfüllt findet. Wenn vorhin im Begriffe sich doch ihre Einheit erhielt, so geschah diſs ebendadurch, daſs das Werk als seyendes Werk aufgehoben wurde. Aber es soll seyn, und es ist zu sehen, wie in seinem Seyn die Individualität seine Allgemeinheit erhalten, und sich zu befriedigen wissen wird. — Zunächst ist das gewordene Werk für sich zu betrachten. Es hat die ganze Natur der Individualität mitempfangen; sein Seyn ist daher selbst ein Thun, worin sich alle Unterschiede 1807 343 durchdringen und auflösen; das Werk ist also in ein Bestehen hinausgeworfen, worin die Bestimmtheit der ursprünglichen Natur in der That gegen andere bestimmte Naturen sich herauskehrt, in sie eingreifft, wie diese andere in sie, und sich als verschwindendes Moment in dieser allgemeinen Bewegung verliert. Wenn innerhalb des Begriffs der an und für sich selbst realen Individualität alle Momente, Umstände, Zweck, Mittel, und die Verwirklichung einander gleich sind, und die ursprüngliche bestimmte Natur nur als allgemeines Element gilt, so kömmt dagegen, indem diſs Element gegenständliches Seyn wird, seine Bestimmtheit als solche in dem Werke an den Tag, und erhalt ihre Wahrheit in ihrer Auflösung. Näher stellt diese Auflösung sich so dar, daſs in dieser Bestimmtheit das Individuum, als dieses sich wirklich geworden ist; aber sie ist nicht nur Inhalt der Wirklichkeit, sondern ebenso Form derselben, oder die Wirklichkeit als solche überhaupt ist eben diese Bestimmtheit, dem Selbstbewuſstseyn entgegengesetzt zu seyn. Von dieser Seite zeigt sie sich als die aus dem Begriffe verschwundene, nur vorgefundene fremde Wirklichkeit. Das Werk ist, d. h. es ist für andere Individualitäten, und für sie eine fremde Wirklichkeit, an deren Stelle sie die ihrige setzen müssen, um durch ihr Thun sich das Bewuſstseyn ihrer Einheit mit der Wirklichkeit zu geben; oder ihr durch ihre ursprüngliche Natur gesetztes Interesse an 1807 344 jenem Werke ist ein anderes als das eigenthümliche Interesse dieses Werks, welches hiedurch zu etwas anderem gemacht ist. Das Werk ist also überhaupt etwas vergängliches, das durch das Widerspiel anderer Kräffte und Interesse ausgelöscht wird, und vielmehr die Realität der Individualität als verschwindend, denn als vollbracht darstellt.

406 Es entsteht dem Bewuſstseyn also in seinem Werke der Gegensatz des Thuns und des Seyns, welcher in den frühern Gestalten des Bewuſstseyns zugleich der Anfang des Thuns war, hier nur Resultat ist. Er hat aber in der That gleichfalls zu Grunde gelegen, indem das Bewuſstseyn als an sich reale Individualität ans Handeln ging; denn dem Handeln war die bestimmte ursprüngliche Natur als das Ansich voraus gesetzt, und das reine Vollbringen um des Vollbringens willen, hatte sie zum Inhalte. Das reine Thun ist aber die sich selbst gleiche Form, welcher hiemit die Bestimmtheit der ursprünglichen Natur ungleich ist. Es ist hier, wie sonst, gleichgültig, welches von beyden Begriff, und welches Realität genannt wird; die ursprüngliche Natur ist das Gedachte oder das Ansich gegen das Thun, worin sie erst ihre Realität hat; oder die ursprüngliche Natur ist das Seyn ebensowohl der Individualität als solcher, wie ihrer als Werk, das Thun aber ist der ursprüngliche Begriff, als absoluter Uebergang, oder als das Werden. Diese Unangemessenheit des Begriffs und der Realität, die in seinem Wesen liegt, erfährt das 1807 345 Bewuſstseyn in seinem Werke; in diesem wird es sich also, wie es in Wahrheit ist, und sein leerer Begriff von sich selbst verschwindet.

407 In diesem Grundwiderspruche des Werks, das die Wahrheit dieser sich an sich realen Individualität ist, treten somit wieder alle Seiten derselben als widersprechend auf; oder das Werk, als der Inhalt der ganzen Individualität aus dem Thun, welches die negative Einheit ist, und alle Momente gefangen hält, in das Seyn herausgestellt, läſst sie nun frey; und im Elemente des Bestehens werden sie gleichgültig gegeneinander. Begriff und Realität trennen sich also als Zweck, und als dasjenige, was die ursprüngliche Wesenheit ist. Es ist zufällig, daſs der Zweck wahrhafftes Wesen habe, oder daſs das Ansich zum Zwecke gemacht werde. Ebenso treten wieder Begriff und Realität als Uebergang in die Wirklichkeit, und als Zweck auseinander; oder es ist zufällig, daſs das den Zweck ausdrückende Mittel gewählt werde. Und endlich diese innere Momente zusammen, sie mögen in sich eine Einheit haben oder nicht, das Thun des Individuums ist wieder zufällig gegen die Wirklichkeit überhaupt; das Glück entscheidet, ebensowohl für einen schlecht bestimmten Zweck und schlechtgewählte Mittel, als gegen sie.

408 Wenn nun hiemit dem Bewuſstseyn an seinem Werke der Gegensatz des Wollens und Vollbringens, des Zwecks und der Mittel und wieder dieses innerlichen zusammen, und der Wirklichkeit selbst wird, 1807 346 was überhaupt die Zufälligkeit seines Thuns in sich befaſst, so ist eber ebenso auch die Einheit und die Nothwendigkeit desselben vorhanden; diese Seite greifft über jene über, und die Erfahrung von der Zufalligkeit des Thuns ist selbst nur eine zufollige Erfahrung. Die Nothwendigkeit des Thuns besteht darin, daſs Zweck schlechthin auf die Wirklichkeit bezogen ist, und diese Einheit ist der Begriff des Thuns; es wird gehandelt, weil das Thun an und für sich selbst das Wesen der Wirklichkeit ist. In dem Werke ergibt sich zwar die Zufälligkeit, welche das Vollbrachtseyn gegen das Wollen und Vollbringen hat, und diese Erfahrung, welche als die Wahrheit gelten zu müssen scheint, widerspricht jenem Begriffe der Handlung. Betrachten wir jedoch den Inhalt dieser Erfahrung in seiner Vollständigkeit, so ist er das verschwindende Werk; was sich erhalt, ist nicht das Verschwinden, sondern das Verschwinden ist selbst wirklich und an das Werk geknüpft, und verschwindet selbst mit diesem; das negative geht mit dem positiven, dessen Negation es ist, selbst zu Grunde.

409 Diſs Verschwinden des Verschwindens liegt in dem Begriffe der an sich realen Individualität selbst; denn dasjenige, worin das Werk, oder was an ihm verschwindet, und was demjenigen, was Erfahrung genannt worden, seine Uebermacht über den Begriff, den die Individualität von sich selbst hat, geben sollte, ist die gegenständliche Wirklichkeit; sie 1807 347 aber ist ein Moment, welches auch in diesem Bewuſstseyn selbst keine Wahrheit mehr für sich hat, diese besteht nur in der Einheit desselben mit dem Thun, und das wahre Werk ist nur jene Einheit des Thuns und des Seyns, des Wollens und Vollbringens. Dem Bewuſstseyn ist also um der seinem Handeln zu Grunde liegenden Gewiſsheit, die ihr entgegengesetzte Wirklichkeit selbst ein solches, welches nur für es ist; ihm als in sich zurückgekehrten Selbstbewuſstseyn, dem aller Gegensatz verschwunden ist, kann er nicht mehr in dieser Form seines Fürsichseyns gegen die Wirklichkeit werden; sondern der Gegensatz und die Negativität, die an dem Werke zum Vorschein kommt, trifft hiemit nicht nur den Inhalt des Werks oder auch des Bewuſstseyns, sondern die Wirklichkeit als solche, und damit den nur durch sie und an ihr vorhandenen Gegensatz und das Verschwinden des Werks. Auf diese Weise reflectirt sich also das Bewuſstseyn in sich aus seinem vergänglichen Werke, und behauptet seinen Begriff und Gewiſsheit als das Seyende und Bleibende, gegen die Erfahrung von der Zufalligkeit des Thuns; es erfährt in der That seinen Begriff, in welchem die Wirklichkeit nur ein Moment, etwas für es, nicht das An und für sich ist; es erfährt sie als verschwindendes Moment, und sie gilt ihm daher nur als Seyn überhaupt, dessen Allgemeinheit mit dem Thun dasselbe ist. Diese Einheit ist das wahre Werk; es ist die Sache selbst, welche sich schlechthin behauptet und 1807 348 als das bleibende erfahren wird, unabhängig von der Sache, welche die Zufälligkeit des individuellen Thuns als eines solchen, der Umstände, Mittel und der Wirklichkeit ist.

410 Die Sache selbst ist diesen Momenten nur insofern entgegengesetzt, als sie isolirt gelten sollen, ist aber wesentlich als Durchdringung der Wirklichkeit und der Individualität die Einheit derselben; ebensowohl ein Thun, und als Thun reines Thun überhaupt, damit ebensosehr Thun dieses Individuums, und diſs Thun als ihm noch angehörig im Gegensatze gegen die Wirklichkeit, als Zweck; ebenso ist sie der Uebergang aus dieser Bestimmtheit in die entgegengesetzte; und endlich eine Wirklichkeit, welche für das Bewuſstseyn vorhanden ist. Die Sache selbst drückt hiemit die geistige Wesenheit aus, worin alle diese Momente aufgehoben sind als fürsichgeltende, also nur als allgemeine gelten, und worin dem Bewuſstseyn seine Gewiſsheit von sich selbst gegenständliches Wesen, eine Sache, ist; der aus dem Selbstbewuſstseyn als der seinige herausgeborne Gegenstand, ohne aufzuhören freyer, eigentlicher Gegenstand zu seyn. — Das Ding der sinnlichen Gewiſsheit und des Wahrnehmens hat nun für das Selbstbewuſstseyn allein seine Bedeutung durch es; hierauf beruht der Unterschied eines Dings und einer Sache. — Es wird eine der sinnlichen Gewiſsheit und Wahrnehmung entsprechende Bewegung daran durchlauffen.

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411 In der Sache selbst also, als der gegenständlich gewordnen Durchdringung der Individualität und der Gegenständlichkeit selbst ist dem Selbstbewuſstseyn sein wahrer Begriff von sich geworden, oder es ist zum Bewuſstseyn seiner Substanz gekommen. Es ist zugleich, wie es hier ist, ein so eben gewordenes und daher unmittelbares Bewuſstseyn derselben, und diſs ist die bestimmte Weise, in welcher das geistige Wesen hier vorhanden, und noch nicht zur wahrhafft realen Substanz gediehen ist. Die Sache selbst hat in diesem unmittelbaren Bewuſstseyn derselben die Form des einfachen Wesens, welches als allgemeines alle seine verschiedenen Momente in sich enthält, und ihnen zukommt, aber auch wieder gleichgültig gegen sie als bestimmte Momente und frey für sich ist, und als diese freye einfache, abstracte Sache selbst, als das Wesen gilt. Die verschiedenen Momente der ursprünglichen Bestimmtheit oder der Sache dieses Individuums, seines Zwecks, der Mittel, des Thuns selbst und der Wirklichkeit, sind für dieses Bewuſstseyn einerseits einzelne Momente, welche es gegen die Sache selbst verlassen und aufgeben kann; andererseits aber haben sie alle die Sache selbst nur so zum Wesen, daſs sie als das abstracte Allgemeine derselben an jedem dieser verschiedenen Momente sich findet und Prädicat derselben seyn kann. Sie selbst ist noch nicht das Subject, sondern dafür gelten jene Momente, weil sie auf die Seite der Einzelnheit überhaupt fallen, die Sache selbst aber nur 1807 350 erst das einfach allgemeine ist. Sie ist die Gattung, welche sich in allen diesen Momenten als ihren Arten findet, und ebenso frey davon ist.

412 Das Bewuſstseyn heiſst ehrlich, welches einestheils zu diesem Idealismus gekommen, den die Sache selbst ausdrückt, und anderntheils an ihr als dieser formalen Allgemeinheit das Wahre hat; dem es immer nur um sie zu thun ist, das sich daher in ihren verschiedenen Momenten oder Arten herumtreibt, und indem es sie in einem derselben oder in einer Bedeutung nicht erreicht, ebendadurch in dem andern ihrer habhafft wird, somit die Befriedigung in der That immer gewinnt, welche diesem Bewuſstseyn seinem Begriffe nach zu Theil werden sollte. Es mag gehen, wie es will, so hat es die Sache selbst vollbracht und erreicht, denn sie ist als diese allgemeine Gattung jener Momente Prädicat Aller.

413 Bringt es einen Zweck nicht zur Wirklichkeit, so hat es ihn doch gewollt, das heiſst, es macht den Zweck als Zweck, das reine Thun, welches nichts thut, zur Sache selbst; und kann sich daher so ausdrücken und trösten, daſs doch immer etwas gethan und getrieben worden ist. Da das Allgemeine selbst das negative oder das Verschwinden unter sich enthält, so ist auch diſs, daſs das Werk sich vernichtet, selbst sein Thun; es hat die andern dazu gereitzt, und findet in dem Verschwinden seiner Wirklichkeit noch die Befriedigung, wie böse Jungen in 1807 351 der Ohrfeige, die sie erhalten, sich selbst genieſsen, nemlich als Ursache derselben. Oder es hat die Sache selbst auszuführen auch nicht einmal versucht, und gar nichts gethan, so hat es nicht gemocht; die Sache selbst ist ihm eben Einheit seines Entschlusses und der Realitat; es behauptet, daſs die Wirklichkeit nichts anders wäre als sein Mögen. — Es ist endlich etwas ihm interessantes überhaupt ohne sein Zuthun geworden, so ist ihm diese Wirklichkeit die Sache selbst eben in dem Interesse, das es daran findet, ob sie gleich nicht von ihm hervorgebracht worden ist; ist es ein Glück, das ihm persönlich widerfahren, so hält es darauf als auf seine That und Verdienst; ist es sonst eine Weltbegebenheit, die es weiter nichts angeht, so macht es sie ebenso zu der seinigen, und thatloses Interesse gilt ihm für Parthey, die es dafur oder dawider genommen, und bekämpft oder gehalten hat.

414 Die Ehrlichkeit dieses Bewuſstseyns, sowie die Befriedigung, die es allenthalben erlebt, besteht, wie erhellt, in der That darin, daſs es seine Gedanken, die es von der Sache selbst hat, nicht zusammenbringt. Die Sache selbst ist ihm ebensowohl seine Sache, wie gar kein Werk, oder das reine Thun und der leere Zweck, oder auch eine thatlose Wirklichkeit; es macht eine Bedeutung nach der andern zum Subjecte dieses Prädicats, und vergiſst die eine nach der andern. Itzt im bloſsen Gewollt-, oder auch im Nichtgemocluhaben, hat die Sache selbst die 1807 352 Bedeutung des leeren Zwecks, und der gedachten Einheit des Wollens und Vollbringens. Der Trost über die Vernichtung des Zwecks, doch gewollt, oder doch rein gethan, so wie die Befriedigung, den andern etwas zu thun gegeben zu haben, macht das reine Thun oder das ganz schlechte Werk zum Wesen, denn dasjenige ist ein schlechtes zu nennen, welches gar keines ist. Endlich beym Glücksfall, die Wirklichkeit vorzufinden, wird dieses Seyn ohne That zur Sache selbst.

415 Die Wahrheit dieser Ehrlichkeit aber ist, nicht so ehrlich zu seyn, als sie aussieht. Denn sie kann nicht so gedankenlos seyn, diese verschiedenen Momente in der That so auseinanderfallen zu lassen, sondern sie muſs das unmittelbare Bewuſstseyn über ihren Gegensatz haben, weil sie sich schlechthin aufeinander beziehen. Das reine Thun ist wesentlich Thun dieses Individuums, und dieses Thun ist ebenso wesentlich eine Wirklichkeit, oder eine Sache. Umgekehrt ist die Wirklichkeit wesentlich nur als sein Thun, so wie als Thun überhaupt; und sein Thun ist zugleich nur wie Thun überhaupt, so auch Wirklichkeit. Indem es ihm also nur um die Sache selbst als abstracte Wirklichkeit zu thun scheint, ist auch diſs vorhanden, daſs es ihm um sie als sein Thun zu thun ist. Aber ebenso, indem es ihm nur ums Thun und Treiben zu thun ist, ist es ihm damit nicht Ernst, sondern es ist ihm um eine Sache zu thun, und um die Sache als die seinige. Indem es endlich nur seine 1807 353 Sache und sein Thun zu wollen scheint, ist es wieder um die Sache überhaupt, oder die an und für sich bleibende Wirklichkeit zu thun.

416 Wie die Sache selbst und ihre Momente hier als Inhalt erscheinen, eben so nothwendig sind sie auch als Formen an dem Bewuſstseyn. Sie treten als Inhalt nur auf, um zu verschwinden, und jedes macht dem andern Platz. Sie müssen daher in der Bestimmtheit, als aufgehobene, vorhanden seyn; so aber sind sie Seiten des Bewuſstseyns selbst. Die Sache selbst ist als das Ansich oder seine Reflexion in sich vorhanden, die Verdrängung der Momente aber durcheinander drückt sich an ihm so aus, daſs sie nicht an sich, sondern nur für ein anderes an ihm gesetzt sind. Das eine der Momente des Inhalts wird von ihm dem Tage ausgesetzt, und für andere vorgestellt; das Bewuſstseyn ist aber zugleich daraus in sich reflectirt, und das entgegengesetzte ebenso in ihm vorhanden; es behält es für sich, als das seinige. Es ist zugleich auch nicht irgend eines derselben, welches allein nur hinausgestellt, und ein anderes, das nur im Innern behalten würde, sondern das Bewuſstseyn wechselt mit ihnen ab; denn es muſs das eine wie das andere zum wesentlichen für sich und für die andere machen. Das Ganze ist die sich bewegende Durchdringung der Individualität und des Allgemeinen; weil aber diſs Ganze für diſs Bewuſstseyn nur als das einfache Wesen und damit als die Abstraction der Sache selbst vorhanden ist, fallen seine Momente als 1807 354 getrennte auſser ihr und auseinander; und als Ganzes wird es nur durch die trennende Abwechslung des Ausstellens und des Fürsichbehaltens erschöpft und dargestellt. Indem in dieser Abwechslung das Bewuſstseyn Ein Moment für sich und als wesentliches in seiner Reflexion, ein anderes aber nur äuſserlich an ihm oder für die andern hat, tritt damit ein Spiel der Individualitäten miteinander ein, worin sie sowohl sich selbst als sich gegenseitig, sowohl betrügen, als betrogen finden.

417 Eine Individualität geht also, etwas auszuführen; sie scheint damit etwas zur Sache gemacht zu haben; sie handelt, wird darin für andere, und es scheint ihr um die Wirklichkeit zu thun zu seyn. Die Andern nehmen also das Thun derselben für ein Interesse an der Sache als solcher, und für den Zweck, daſs die Sache an sich ausgeführt sey; gleichgültig, ob von der ersten Individualität, oder von ihnen. Indem sie hienach diese Sache schon von ihnen zu Stande gebracht aufzeigen, oder wo nicht, ihre Hülffe anbieten und leisten, so ist jenes Bewuſstseyn vielmehr da heraus, wo sie meynen, daſs es sey; es ist sein Thun und Treiben, was es bey der Sache interessirt, und indem sie inne werden, daſs diſs die Sache selbst war, finden sie sich also getäuscht. — Aber in der That war ihr Herbeyeilen, um zu helffen, selbst nichts anders, als daſs sie ihr Thun, nicht die Sache selbst, sehen und zeigen wollten; d. h. sie wollten das andere auf eben die Weise betrügen, als sie sich betrogen 1807 355 worden zu seyn beschweren. — Indem es nun itzt herausgekehrt ist, daſs das eigne Thun und Treiben das Spiel seiner Kräffte für die Sache selbst gilt, so scheint das Bewuſstseyn, sein Wesen für sich, nicht für die andern, zu treiben, und nur bekümmert um das Thun als das seinige, nicht um es als ein Thun der Andern, hiemit die andern ebenso in ihrer Sache gewähren zu lassen. Allein sie irren sich wieder; es ist schon da heraus, wo sie es zu seyn meynten. Es ist ihm nicht um die Sache als diese seine einzelne zu thun, sondern um sie als Sache, als allgemeines, das für alle ist. Es mischt sich also in ihr Thun und Werk, und wenn es ihnen dasselbe nicht mehr aus der Hand nehmen kann, interessirt es sich wenigstens dadurch dabey, daſs es sich durch Urtheilen zu thun macht; drückt es ihm den Stempel seiner Billigung und seines Lobes auf, so ist diſs so gemeynt, daſs es am Werke nicht nur das Werk selbst lobt, sondern zugleich seine eigne Groſsmuth und Mäſsigung, das Werk nicht als Werk und auch nicht durch seinen Tadel verdorben zu haben. Indem es ein Interesse am Werke zeigt, genieſst es sich selbst darin; ebenso ist ihm das Werk, das von ihm getadelt wird, willkommen für eben diesen Genuſs seines eignen Thuns, der ihm dadurch verschafft wird. Die aber sich durch diese Einmischung für betrogen halten oder ausgeben, wollten vielmehr selbst auf gleiche Weise betrügen. Sie geben ihr Thun und Treiben für etwas aus, das nur für sie selbst ist, worin sie 1807 356 nur sich und ihr eignes Wesen bezweckten. Allein indem sie etwas thun, und hiemit sich darstellen und dem Tage zeigen, widersprechen sie unmittelbar durch die That ihrem Vorgeben, den Tag selbst, das allgemeine Bewuſstseyn und die Theilnahme Aller ausschlieſsen zu wollen; die Verwirklichung ist vielmehr eine Ausstellung des Seinigen in das allgemeine Element, wodurch es zur Sache Aller wird, und werden soll.

418 Es ist also ebenso Betrug seiner selbst und der andern, wenn es nur um die reine Sache zu thun seyn soll; ein Bewuſstseyn, das eine Sache aufthut, macht vielmehr die Erfahrung, daſs die Andern, wie die Fliegen zu frischaufgestellter Milch, herbeyeilen und sich dabey geschäfftig wissen wollen; und sie an ihm, daſs es ihm ebenso nicht um die Sache als Gegenstand, sondern als um die seinige zu thun ist. Hingegen, wenn nur das Thun selbst, der Gebrauch der Kräffte und Fähigkeiten oder das Aussprechen dieser Individualität, das wesentliche seyn soll, so wird ebenso gegenseitig die Erfahrung gemacht, daſs alle sich rühren und für eingeladen halten, und statt eines reinen Thuns, oder eines einzelnen eigenthümlichen Thuns vielmehr etwas, das ebensowohl für andere ist, oder eine Sache selbst aufgethan wurde. Es geschieht in beyden Fällen dasselbe, und hat nur einen verschiedenen Sinn gegen denjenigen, der dabey angenommen wurde und gelten sollte. Das Bewuſstseyn erfährt beyde Seiten als gleich wesentliche 1807 357 Momente, und hierin was die Natur der Sache selbst ist, nemlich weder nur Sache, welche dem Thun überhaupt und dem einzelnen Thun, noch Thun, welches dem Bestehen entgegengesetzt und die von diesen Momenten als ihren Arten freye Gattung wäre, sondern ein Wesen, dessen Seyn das Thun des einzelnen Individuums und aller Individuen, und dessen Thun unmittelbar für andre, oder eine Sache ist, und nur Sache ist als Thun Aller und Jeder; das Wesen, welches das Wesen aller Wesen, das geistige Wesen ist. Das Bewuſstseyn erfährt, daſs keins jener Momente Subject ist, sondern sich vielmehr in der allgemeinen Sache selbst auflöst; die Momente der Individualität, welche der Gedankenlosigkeit dieses Bewuſstseyns nach einander als Subject galten, nehmen sich in die einfache Individualität zusammen, die als diese ebenso unmittelbar allgemein ist. Die Sache selbst verliert dadurch das Verhältniſs des Prädicats, und die Bestimmtheit lebloser abstracter Allgemeinheit, sie ist vielmehr die von der Individualität durchdrungene Substanz; das Subject, worin die Individualität ebenso als sie selbst oder als diese, wie als alle Individuen ist, und das allgemeine, das nur als diſs Thun Aller und Jeder ein Seyn ist, eine Wirklichkeit darin, daſs dieses Bewuſstseyn sie als seine einzelne Wirklichkeit und als Wirklichkeit Aller weiſs. Die reine Sache selbst ist das, was sich oben als die Kategorie bestimmte, das Seyn das Ich, oder Ich das Seyn ist, aber als Denken welches vom 1807 358 *wirklichen Selbstbewuſstseyn sich noch unterscheidet; hier aber sind die Momente des wirklichen Selbstbewuſstseyns, insofern wir sie seinen Inhalt, Zweck, Thun und Wirklichkeit, wie insofern wir sie seine Form nennen, Fürsichseyn und Seyn für anderes, mit der einfachen Kategorie selbst als eins gesetzt, und sie ist dadurch zugleich aller Inhalt.

b. Die gesetzgebende Vernunfft.

419 Das geistige Wesen ist in seinem einfachen Seyn reines Bewuſstseyn und dieses Selbstbewuſstseyn. Die ursprünglich-bestimmte Natur des Individuums hat ihre positive Bedeutung, an sich das Element und der Zweck seiner Thätigkeit zu seyn, verloren; sie ist nur aufgehobnes Moment, und das Individuum ein Selbst; als allgemeines Selbst. Umgekehrt hat die formale Sache selbst ihre Erfüllung an der thuenden sich in sich unterscheidenden Individualität; denn die Unterschiede dieser machen den Inhalt jenes Allgemeinen aus. Die Kategorie ist an sich, als das Allgemeine des reinen Bewuſstseyns; sie ist ebenso für sich, denn das Selbst des Bewuſstseyns ist ebenso ihr Moment. Sie ist absolutes Seyn, denn jene Allgemeinheit ist die einfache Sichselbstgleichheit des Seyns.

420 Was also dem Bewuſstseyn der Gegenstand ist, hat die Bedeutung das Wahre zu seyn; es ist und gilt 1807 359 in dem Sinne, an und für sich selbst zu seyn und gelten; es ist die absolute Sache, welche nicht mehr von dem Gegensatze der Gewiſsheit und ihrer Wahrheit, des Allgemeinen und des Einzelnen, des Zwecks und seiner Realität leidet, sondern deren Daseyn die Wirklichkeit und das Thun des Selbstbewuſstseyns ist; diese Sache ist daher die sittliche Substanz; das Bewuſstseyn derselben sittliches Bewuſstseyn. Sein Gegenstand gilt ihm ebenso als das Wahre, denn es vereinigt Selbstbewuſstseyn und Seyn in Einer Einheit; es gilt als das Absolute, denn das Selbstbewuſstseyn kann und will nicht mehr über diesen Gegenstand hinausgehen, denn es ist darin bey sich selbst; es kann nicht, denn er ist alles Seyn und Macht; — es will nicht, denn er ist das Selbst oder der Willen dieses Selbsts. Er ist der reale Gegenstand an ihm selbst als Gegenstand, denn er hat den Unterschied des Bewuſstseyns an ihm; er theilt sich in Massen, welche die bestimmten Gesetze des absoluten Wesens sind. Diese Massen aber trüben den Begriff nicht, denn in ihm bleiben die Momente des Seyns und reinen Bewuſstseyns und des Selbsts eingeschlossen, — eine Einheit, welche das Wesen dieser Massen ausmacht, und in diesem Unterschiede diese Momente nicht mehr auseinander treten läſst.

421 Diese Gesetze oder Massen der sittlichen Substanz sind unmittelbar anerkannt; es kann nicht nach ihrem Ursprunge und Berechtigung gefragt und nach einem andern gesucht werden, denn ein anderes als 1807 360 das an und für sich seyende Wesen wäre nur das Selbstbewuſstseyn selbst; aber es ist nichts anderes als diſs Wesen, denn es selbst ist das Fürsichseyn dieses Wesens, welches ebendarum die Wahrheit ist, weil es ebensosehr das Selbst des Bewuſstseyns, als sein Ansich oder reines Bewuſstseyn ist.

422 Indem das Selbstbewuſstseyn sich als Moment des Fürsichseyns dieser Substanz weiſs, so drückt es also das Daseyn des Gesetzes in ihm so aus, daſs die gesunde Vernunft unmittelbar weiſs, was recht und gut ist. So unmittelbar sie es weiſs, so unmittelbar gilt es ihr auch, und sie sagt unmittelbar: diſs ist recht und gut. Und zwar diſs; es sind bestimmte Gesetze, es ist erfüllte, inhaltsvolle Sache selbst.

423 Was sich so unmittelbar gibt, muſs ebenso unmittelbar aufgenommen und betrachtet werden; wie von dem, was die sinnliche Gewiſsheit unmittelbar als seyend ausspricht, ist auch von dem Seyn, welches diese sittliche unmittelbare Gewiſsheit ansspricht, oder von den unmittelbar seyenden Massen des sittlichen Wesens zu sehen, wie sie beschaffen sind. Die Beyspiele einiger solcher Gesetze werden diſs zeigen, und indem wir sie in der Form von Aussprüchen der wissenden, gesunden Vernunft nehmen, haben wir nicht erst das Moment herbeyzubringen, welches an ihnen, sie als unmittelbare sinnliche Gesetze betrachtet, geltend zu machen ist.

424 „Jeder soll die Wahrheit sprechen.“ — Bey dieser als unbedingt ausgesprochnen Pflicht wird 1807 361 sogleich die Bedingung zugegeben werden; wenn er die Wahrheit weiſs. Das Gebot wird hiemit jetzt so lauten; jeder soll die Wahrheit reden, jedesmal nach seiner Kenntniſs und Ueberzeugung davon. Die gesunde Vernunft, eben diſs sittliche Bewuſstseyn, welches unmittelbar weiſs, was recht und gut ist, wird auch erklären, daſs diese Bedingung mit seinem allgemeinen Ausspruche schon so verbunden gewesen sey, daſs sie jenes Gebot so gemeynt habe. Damit gibt sie aber in der That zu, daſs sie vielmehr schon unmittelbar im Aussprechen desselben dasselbe verletzte; sie sprach; jeder soll die Wahrheit sprechen; sie meynte aber, er solle sie sprechen nach seiner Kenntniſs und Ueberzeugung davon; das heiſst, sie sprach anders als sie meynte; und anders sprechen als man meynt, heiſst die Wahrheit nicht sprechen. Die verbesserte Unwahrheit oder Ungeschicklichkeit drückt sich nun so aus: jeder solle die Wahrheit nach seiner jedesmaligen Kenntniſs und Ueberzeugung davon sprechen. — Damit aber hat sich das allgemein-nothwendige an sich geltende, welches der Satz aussprechen wollte, vielmehr in eine vollkommne Zufälligkeit verkehrt. Denn daſs die Wahrheit gesprochen wird, ist dem Zufalle, ob ich sie kenne und mich davon überzeugen kann, anheimgestellt; und es ist weiter nichts gesagt, als daſs Wahres und Falsches durcheinander, wie es kommt, daſs es einer kennt, meynt und begreifft, gesprochen werden solle. Diese Zufälligkeit des Inhalts hat die Allgemeinheit nur an der 1807 362 Form eines Satzes, in der sie ausgedrückt ist; aber als sittlicher Satz verspricht er einen allgemeinen und nothwendigen Inhalt, und widerspricht so durch die Zufälligkeit desselben sich selbst. — Wird endlich der Satz so verbessert: daſs die Zufälligkeit der Kenntniſs und Ueberzeugung von der Wahrheit wegfallen und die Wahrheit auch gewuſst werden solle; so wäre diſs ein Gebot, welches dem geradezu widerspricht, wovon ausgegangen wurde. Die gesunde Vernunft sollte zuerst unmittelbar die Fähigkeit haben, die Wahrheit auszusprechen; itzt aber ist gesagt, daſs sie sie wissen sollte, das heiſst, sie nicht unmittelbar auszusprechen wisse. — Von Seite des Inhalts betrachtet, so ist er in der Foderung, man solle die Wahrheit wissen, hinweggefallen; denn sie bezieht sich auf das Wissen überhaupt: man soll wissen; was gefodert ist, ist also vielmehr das von allem bestimmten Inhalte freye. Aber hier war von einem bestimmten Inhalt, von einem Unterschiede an der sittlichen Substanz die Rede. Allein diese unmittelbare Bestimmung derselben ist ein solcher Inhalt, der sich vielmehr als eine vollkommene Zufälligkeit zeigte, und in die Allgemeinheit und Nothwendigkeit erhoben, so daſs das Wissen als das Gesetz ausgesprochen wird, vielmehr verschwindet.

425 Ein anderes berühmtes Gebot ist: Liebe deinen Nächsten, als dich selbst. Es ist an den Einzelnen im Verhältnisse zu den Einzelnen gerichtet, und behauptet es als ein Verhaltniſs des Einzelnen zum Einzelnen, 1807 363 oder als Verhältniſs der Empfindung. Die thätige Liebe, — denn eine unthätige hat kein Seyn, und ist darum wohl nicht gemeynt, — geht darauf, Uebel von einem Menschen abzusondern, und ihm Gutes zuzufügen. Zu diesem Behuff muſs unterschieden werden, was an ihm das Uebel, was gegen diſs Uebel das zweckmäſsige Gute, und was überhaupt sein Wohl ist; das heiſst, ich muſs ihn mit Verstand lieben; unverständige Liebe wird ihm schaden, vielleicht mehr als Haſs. Das verständige wesentliche Wohlthun ist aber in seiner reichsten und wichtigsten Gestalt, das verständige allgemeine Thun des Staats, — ein Thun, mit welchem verglichen das Thun des Einzelnen als eines Einzelnen etwas überhaupt so geringfügiges wird, daſs es fast nicht der Mühe werth ist, davon zu sprechen. Jenes Thun ist dabey von so groſser Macht, daſs, wenn das einzelne Thun sich ihm entgegensetzen, und entweder geradezu für sich Verbrechen seyn oder einem andern zu Liebe das Allgemeine um das Recht und den Antheil, welchen es an ihm hat, betrügen wollte, es überhaupt unnütz seyn, und unwiderstehlich zerstört werden würde. Es bleibt dem Wohlthun, welches Empfindung ist, nur die Bedeutung eines ganz einzelnen Thuns, einer Nothhülffe, die ebenso zufällig als augenblicklich ist. Der Zufall bestimmt nicht nur seine Gelegenheit, sondern auch diſs, ob es überhaupt ein Werk ist, ob es nicht sogleich wieder aufgelöst, und selbst vielmehr in Uebel verkehrt 1807 364 wird. Dieses Handeln also zum Wohl anderer, das als nothwendig ausgesprochen wird, ist so beschaffen, daſs es vielleicht existiren kann, vielleicht auch nicht; daſs, wenn der Fall zufälliger Weise sich darbietet, es vielleicht ein Werk, vielleicht gut ist, vielleicht auch nicht. Diſs Gesetz hat hiemit ebensowenig einen allgemeinen Inhalt als das erste, das betrachtet wurde, und drückt nicht, wie es als ahsolutes Sittengesetz sollte, etwas aus, das an und für sich ist. Oder solche Gesetze bleiben nur beym Sollen stehen, haben aber keine Wirklichkeit; sie sind nicht Gesetze, sondern nur Gebote.

426 Es erhellt aber in der That aus der Natur der Sache selbst, daſs auf einen allgemeinen absoluten Inhalt Verzicht gethan werden muſs; denn der einfachen Substanz, und ihr Wesen ist diſs einfache zu seyn, ist jede Bestimmtheit, die an ihr gesetzt wird, ungemäſs. Das Gebot in seiner einfachen Absolutheit spricht selbst unmittelbares sittliches Seyn aus; der Unterschied, der an ihm erscheint, ist eine Bestimmtheit, und also ein Inhalt, der unter der absoluten Allgemeinheit dieses einfachen Seyns steht. Indem hiemit auf einen absoluten Inhalt Verzicht gethan werden muſs, kann ihm nur die formale Allgemeinheit, oder diſs, daſs es sich nicht widerspreche, zukommen, denn die inhaltslose Allgemeinheit ist die formale, und absoluter Inhalt heiſst selbst soviel, als ein Unterschied, der keiner ist, oder als Inhaltslosigkeit.

1807 365

427 Was dem Gesetzgeben übrig bleibt, ist also die reine Form der Allgemeinheit oder in der That die Tavtologie des Bewuſstseyns, welche dem Inhalt gegenübertritt, und ein Wissen nicht von dem seyenden, oder eigentlichen Inhalte, sondern von dem Wesen oder der Sichselbstgleichheit desselben ist.

428 Das sittliche Wesen ist hiemit nicht unmittelbar selbst ein Inhalt, sondern nur ein Maſsstab, ob ein Inhalt fähig sey, Gesetz zu seyn oder nicht, indem er sich nicht selbst widerspricht. Die gesetzgebende Vernunft ist zu einer nur prüffenden Vernunft herabgesetzt.

c. Gesetzprüffende Vernunfft.

429 Ein Unterschied an der einfachen sittlichen Substanz ist eine Zufälligkeit für sie, welche wir an dem bestimmten Gebote als Zufälligkeit des Wissens, der Wirklichkeit und des Thuns hervortreten sahen. Die Vergleichung jenes einfachen Seyns und der ihm nicht entsprechenden Bestimmtheit fiel in uns; und die einfache Substanz hat sich darin formale Allgemeinheit oder reines Bewuſstseyn zu seyn gezeigt, das frey von dem Inhalte ihm gegenübertritt, und ein Wissen von ihm als dem bestimmten ist. Diese Allgemeinheit bleibt auf diese Weise dasselbe, was die Sache selbst war. Aber sie ist im Bewuſstseyn ein anderes; sie ist nemlich nicht mehr die gedankenlose träge 1807 366 Gattung, sondern bezogen auf das Besondere, und geltend für dessen Macht und Wahrheit. — Diſs Bewuſstseyn scheint zunächst dasselbe Prüffen, welches wir vorhin waren, und sein Thun nichts anderes seyn zu können, als schon geschehen ist, eine Vergleichung des allgemeinen mit dem bestimmten, woraus sich ihre Unangemessenheit wie vorhin ergäbe. Aber das Verhältniſs des Inhalts zum Allgemeinen ist hier ein anderes, indem dieses eine andere Bedeutung gewonnen hat; es ist formale Allgemeinheit, deren der bestimmte Inhalt fähig ist, denn in ihr wird er nur in Beziehung auf sich selbst betrachtet. Bey unserm Prüffen stand die allgemeine gediegene Substanz, der Bestimmtheit gegenüber, welche sich als Zufälligkeit des Bewuſstseyns, worein die Substanz eintrat, entwickelte. Hier ist das eine Glied der Vergleichung verschwunden; das Allgemeine ist nicht mehr die seyende und geltende Substanz, oder das an und für sich rechte, sondern einfaches Wissen oder Form, welche einen Inhalt nur mit sich selbst vergleicht, und ihn betrachtet, ob er eine Tavtologie ist. Es werden Gesetze nicht mehr gegeben, sondern geprüfft; und die Gesetze sind für das prüffende Bewuſstseyn schon gegeben; es nimmt ihren Inhalt auf, wie er einfach ist, ohne in die Betrachtung der seiner Wirklichkeit anklebenden Einzelnheit und Zufälligkeit einzugehen, wie wir thaten, sondern bleibt bey dem Gebote als Gebote stehen, und verhält sich ebenso einfach gegen es, als es sein Maſsstab ist.

1807 367

430 Diſs Prüffen reicht aber aus diesem Grunde nicht weit; eben indem der Maſsstab, die Tavtologie und gleichgültig gegen den Inhalt ist, nimmt er ebenso gut diesen, als den entgegengesetzten in sich auf. — Es ist die Frage, soll es an und für sich Gesetz seyn, daſs Eigenthum sey; an und für sich, nicht aus Nützlichkeit für andere Zwecke; die sittliche Wesenheit besteht eben darin, daſs das Gesetz nur sich selbst gleiche, und durch diese Gleichheit mit sich also in seinem eigenen Wesen gegründet, nicht ein bedingtes sey. Das Eigenthum an und für sich widerspricht sich nicht; es ist eine isolirte, oder nur sich selbst gleich gesetzte Bestimmtheit. Nichteigenthum, Herrenlosigkeit der Dinge, oder Gütergemeinschafft, widerspricht sich gerade ebensowenig. Daſs etwas Niemand gehört, oder dem Nächsten Besten, der sich in Besitz setzt, oder Allen zusammen, und Jedem nach seinem Bedürfnisse oder zu gleichen Theilen, ist eine einfache Bestimmtheit, ein formaler Gedanke, wie sein Gegentheil, das Eigenthum. — Wenn das herrenlose Ding freylich betrachtet wird als ein nothwendiger Gegenstand des Bedürfnisses, so ist es nothwendig, daſs es der Besitz irgend eines einzelnen werde; und es wäre widersprechend, vielmehr die Freyheit des Dinges zum Gesetze zu machen. Unter der Herrenlosigkeit des Dinges ist aber auch nicht eine absolute Herrenlosigkeit gemeynt, sondern es soll in Besitz kommen, nach dem Bedürfnisse des einzelnen; und zwar nicht um aufbewahrt, sondern um 1807 368 unmittelbar gebraucht zu werden. Aber so ganz nur nach der Zufälligkeit für das Bedürfniſs zu sorgen, ist der Natur des bewuſsten Wesens, von dem allein die Rede ist, widersprechend; denn es muſs sich sein Bedürfniſs in der Form der Allgemeinheit vorstellen, für seine ganze Existenz sorgen, und sich ein bleibendes Gut erwerben. So stimmte also der Gedanke, daſs ein Ding dem nächsten selbstbewuſsten Leben nach seinem Bedürfnisse zufälligerweise zu Theil werde, nicht mit sich selbst überein. — In der Gütergemeinschafft, worin auf eine allgemeine und bleibende Weise dafür gesorgt wäre, wird jedem entweder soviel zu Theil, als er braucht, so widerspricht diese Ungleichheit und das Wesen des Bewuſstseyns, dem die Gleichheit der Einzelnen Princip ist, einander. Oder es wird nach dem letztern Princip gleich ausgetheilt, so hat der Antheil nicht die Beziehung auf das Bedürfniſs, welche doch allein sein Begriff ist.

431 Allein wenn auf diese Weise das Nichteigenthum widersprechend erscheint, so geschieht es nur darum, weil es nicht als einfache Bestimmtheit gelassen worden ist. Dem Eigenthum geht es ebenso, wenn es in Momente aufgelöst wird. Das einzelne Ding, das mein Eigenthum ist, gilt damit für ein allgemeines, befestigtes, bleibendes; diſs widerspricht aber seiner Natur, die darin besteht, gebraucht zu werden und zu verschwinden. Es gilt zugleich für das Meinige, das alle andern anerkennen, und sich 1807 369 davon ausschlieſsen. Aber darin, daſs ich anerkannt bin, liegt vielmehr meine Gleichheit mit Allen, das Gegentheil der Ausschlieſsung. — Was ich besitze, ist ein Ding, d. h. ein Seyn für Andre überhaupt, ganz allgemein und unbestimmt nur für mich zu seyn; daſs Ich es besitze, widerspricht seiner allgemeinen Dingheit. Eigenthum widerspricht sich daher nach allen Seiten ebensosehr als Nichteigenthum; jedes hat diese beyden entgegengesetzten, sich widersprechenden Momente der Einzelnheit und Allgemeinheit an ihm. — Aber jede dieser Bestimmtheiten einfach vorgestellt, als Eigenthum oder Nichteigenthum, ohne weitere Entwicklung, ist eine so einfach, als die andere, das heiſst, sich nicht widersprechend. — Der Maſsstab des Gesetzes, den die Vernunft an ihr selbst hat, paſst daher allem gleich gut, und ist hiemit in der That kein Maſsstab. — Es müſste auch sonderbar zugehen, wenn die Tavtologie, der Satz des Widerspruchs, der für die Erkenntniſs theoretischer Wahrheit nur als ein formelles Kriterium zugestanden wird, das heiſst, als etwas, das gegen Wahrheit und Unwahrheit ganz gleichgültig sey, für die Erkenntniſs praktischer Wahrheit mehr seyn sollte.

432 In den beyden so eben betrachteten Momenten der Erfüllung des vorher leeren geistigen Wesens hat sich das Setzen von unmittelbaren Bestimmtheiten an der sittlichen Substanz, und dann das Wissen von ihnen, ob sie Gesetze sind, aufgehoben. Das 1807 370 Resultat scheint hiemit dieses zu seyn, daſs weder bestimmte Gesetze noch ein Wissen derselben statt finden könne. Allein die Substanz ist das Bewuſstseyn von sich als der absoluten Wesenheit, welches hiemit weder den Unterschied an ihr, noch das Wissen von ihm aufgeben kann. Daſs das Gesetzgeben und Gesetzprüffen sich als nichtig erwies, hat diese Bedeutung, daſs beydes einzeln und isolirt genommen, nur haltungslose Momente des sittlichen Bewuſstseyns sind; und die Bewegung, in welcher sie auftreten, hat den formalen Sinn, daſs die sittliche Substanz sich dadurch als Bewuſstseyn darstellt.

433 Insofern diese beyden Momente nähere Bestimmungen des Bewuſstseyns der Sache selbst sind, können sie als Formen der Ehrlichkeit angesehen werden, die, wie sonst mit ihren formalen Momenten, sich itzt mit einem seynsollenden Inhalt des Guten und Rechten und einem Prüffen solcher festen Wahrheit herumtreibt, und in der gesunden Vernunft und verständigen Einsicht die Krafft und Gültigkeit der Gebote zu haben meynt.

434 Ohne diese Ehrlichkeit aber gelten die Gesetze nicht als Wesen des Bewuſstseyns und das Prüffen ebenso nicht als Thun innerhalb desselben; sondern diese Momente drücken, wie sie jedes für sich unmittelbar als eine Wirklichkeit auftreten, das eine ein ungültiges Aufstellen und Seyn wirklicher Gesetze, und das andre eine ebenso ungültige Befreyung von denselben aus. Das Gesetz hat als bestimmtes 1807 371 Gesetz einen zufälligen Inhalt, — diſs hat hier die Bedeutung, daſs es Gesetz eines einzelnen Bewuſstseyns von einem willkührlichen Inhalt ist. Jenes unmittelbare Gesetzgeben ist also der tyrannische Frevel, der die Willkühr zum Gesetze macht, und die Sittlichkeit zu einem Gehorsame gegen sie, — gegen Gesetze, die nur Gesetze, nicht zugleich Gebote sind. So wie das zweyte Moment, insofern es isolirt ist, das Prüffen der Gesetze, das Bewegen des Unbewegbaren und den Frevel des Wissens bedeutet, der sich von den absoluten Gesetzen frey räsonnirt, und sie für eine ihm fremde Willkühr nimmt.

435 In beyden Formen sind diese Momente ein negatives Verhältniſs zur Substanz oder dem realen geistigen Wesen; oder in ihnen hat die Substanz noch nicht ihre Realität, sondern das Bewuſstseyn enthält sie noch in der Form seiner eignen Unmittelbarkeit, und sie ist nur erst ein Willen und Wissen dieses Individuums, oder das Sollen eines unwirklichen Gebots, und ein Wissen der formalen Allgemeinheit. Aber indem diese Weisen sich aufhoben, ist das Bewuſstseyn in das Allgemeine zurückgegangen, und jene Gegensätze sind verschwunden. Das geistige Wesen ist dadurch wirkliche Substanz, daſs diese Weisen nicht einzeln gelten, sondern nur als aufgehobne, und die Einheit, worin sie nur Momente sind, ist das Selbst des Bewuſstseyns, welches nunmehr in dem geistigen Wesen 1807 372 gesetzt, dasselbe zum wirklichen, erfüllten und selbstbewuſsten macht.

436 Das geistige Wesen ist hiemit vors erste für das Selbstbewuſstseyn als an sich seyendes Gesetz; die Allgemeinheit des Prüffens, welche die formale nicht an sich seyende war, ist aufgehoben. Es ist ebenso ein ewiges Gesetz, welches nicht in dem Will n dieses Individuums seinen Grund hat, sondern es ist an und fur sich, der absolute reine Willen Aller, der die Form des unmittelbaren Seyns hat. Er ist auch nicht ein Gebot, das nur seyn soll, sondern er ist und gilt; es ist das allgemeine Ich der Kategorie, das unmittelbar die Wirklichkeit ist, und die Welt ist nur diese Wirklichkeit. Indem aber dieses seyende Gesetz schlechthin gilt, so ist der Gehorsam des Selbstbewuſstseyns nicht der Dienst gegen einen Herrn, dessen Befehle eine Willkühr wäre, und worin es sich nicht erkennte. Sondern die Gesetze sind Gedanken seines eignen absoluten Bewuſstseyns, welche es selbst unmittelbar hat. Es glaubt auch nicht an sie, denn der Glauben schaut wohl auch das Wesen, aber ein fremdes an. Das sittliche Selbstbewuſstseyn ist durch die Allgemeinheit seines Selbsts unmittelbar mit dem Wesen eins; der Glauben hingegen fängt von dem einzelnen Bewuſstseyn an, er ist die Bewegung desselben, immer dieser Einheit zuzugehen, ohne die Gegenwart seines Wesens zu erreichen. — Jenes Bewuſstseyn hingegen hat sich als einzelnes aufgehoben, diese Vermittlung ist 1807 373 vollbracht, und nur dadurch, daſs sie vollbracht ist, ist es unmittelbares Selbstbewuſstseyn der sittlichen Substanz.

437 Der Unterschied des Selbstbewuſstseyns von dem Wesen ist also vollkommen durchsichtig. Dadurch sind die Unterschiede an dem Wesen selbst nicht zufällige Bestimmtheiten, sondern um der Einheit des Wesens und des Selbstbewuſstseyns willen, von welchem allein die Ungleichheit kommen könnte, sind sie die Massen ihrer von ihrem Leben durchdrungenen Gegliederung, sich selbst klare unentzweyte Geister, mackellose himmlische Gestalten, die in ihren Unterschieden die unentweihte Unschuld und Einmüthigkeit ihres Wesens erhalten. — Das Selbstbewuſstseyn ist ebenso einfaches, klares Verhältniſs zu ihnen. Sie sind, und weiter nichts, — macht das Bewuſstseyn seines Verhältnisses aus. So gelten sie der Antigone des Sophokles als der Götter ungeschriebnes und untrügliches Recht nicht etwa jetzt und gestern, sondern immerdar lebt es, und keiner weiſs, von wannen es erschien. Sie sind. Wenn ich nach ihrer Entstehung frage, und sie auf den Punkt ihres Ursprungs einenge, so bin ich darüber hinausgegangen; denn ich bin nunmehr das Allgemeine, sie aber das bedingte und beschränkte. Wenn sie sich meiner Einsicht legitimiren sollen, so habe ich schon ihr unwankendes Ansichseyn bewegt, und betrachte sie als etwas, das vielleicht wahr, vielleicht auch nicht wahr für mich 1807 374 sey. Die sittliche Gesinnung besteht eben darin, unverrückt in dem fest zu beharren, was das Rechte ist, und sich alles Bewegens, Rüttelns und Zurückführens desselben zu enthalten. — Es wird ein Depositum bey mir gemacht; es ist das Eigenthum eines Andern, und ich anerkenne es, weil es so ist, und erhalte mich umwankend in diesem Verhältnisse. Behalte ich für mich das Depositum, so begehe ich nach dem Principe meines Prüffens, der Tavtologie, ganz und gar keinen Widerspruch; denn alsdenn sehe ich es nicht mehr für das Eigenthum eines Andern an; etwas behalten, das ich nicht für das Eigenthum eines Andern ansehe, ist vollkommen consequent. Die Aenderung der Ansicht ist kein Widerspruch, denn es ist nicht um sie als Ansicht, sondern um den Gegenstand und Inhalt zu thun, der sich nicht widersprechen soll. So sehr ich — wie ich thue, wenn ich etwas wegschenke — die Ansicht, daſs etwas mein Eigenthum ist, in die Ansicht, daſs es das Eigenthum eines Andern ist, verändern kann, ohne dadurch eines Widerspruches schuldig zu werden, ebensosehr kann ich den umgekehrten Weg gehen. — Nicht darum also, weil ich etwas sich nicht widersprechend finde, ist es Recht; sondern weil es das Rechte ist, ist es Recht. Daſs etwas das Eigenthum des Andern ist, diſs liegt zum Grunde; darüber habe ich nicht zu räsonniren, noch mancherley Gedanken, Zusammenhänge, Rücksichten aufzusuchen oder mir einfallen zu lassen; 1807 375 weder ans Gesetzgeben, noch ans Prüffen zu denken; durch solcherley Bewegungen meines Gedankens verrückte ich jenes Verhältniſs, indem ich in der That nach Belieben meinem unbestimmten tavtologischen Wissen das Gegentheil ebensowohl gemäſs, und es also zum Gesetze machen könnte. Sondern ob diese oder die entgegengesetzte Bestimmung das Rechte sey, ist an und für sich bestimmt; ich für mich könnte, welche ich wollte, und ebenso gut keine zum Gesetze machen, und bin, indem ich zu prüffen anfange, schon auf unsittlichem Wege. Daſs das Rechte mir an und für sich ist, dadurch bin ich in der sittlichen Substanz; so ist sie das Wesen des Selbstbewuſstseyns; dieses aber ist ihre Wirklichkeit und Daseyn, ihr Selbst und Willen.

1807 162

V. The Certainty and Truth of Reason.

231 In the thought it has grasped, that singular consciousness is in itself absolute essence, consciousness returns into itself. For unhappy consciousness, being-in-itself is the beyond of itself. But its movement has accomplished this within it: it has posited singularity in its complete development, or the singularity that is actual consciousness, as the negative of itself, namely as the objective extreme; or it has wrested its being-for-itself out of itself and made it into being. In this, its unity with this universal has also come to be for it. For us, since the sublated singular is the universal, this unity no longer falls outside consciousness; and since consciousness preserves itself in this negativity of its own, its essence is present in it as such. Its truth is what appears as the middle term in the syllogism whose extremes appeared held absolutely apart: the middle term that declares to unchangeable consciousness that 1807 163 singular consciousness has renounced itself, and to singular consciousness that the unchangeable is no longer an extreme for it, but is reconciled with it. This middle term is the unity that immediately knows both and relates them, and the consciousness of their unity, which it declares to consciousness and thereby to itself: the certainty of being all truth.

232 With self-consciousness’s being reason, its previously negative relationship to otherness turns into a positive one. Until now it has been concerned only with its independence and freedom, with saving and preserving itself for itself at the expense of the world or of its own actuality, both of which appeared to it as the negative of its essence. But as reason, assured of itself, it has gained peace in relation to them and can endure them; for it is certain of itself as reality, or certain that all actuality is nothing other than itself. Its thinking is immediately actuality itself; it therefore relates to actuality as idealism. In apprehending itself this way, it is as though the world were only now coming into being for it. Previously it does not understand the world; it desires it and works upon it, withdraws from it into itself, and eradicates it for itself, and itself as consciousness—as consciousness of the world as essence, and as consciousness of its nullity. Only here, after the grave of its truth has been lost, the eradication of its actuality itself 1807 164 eradicated, and the singularity of consciousness has become for it absolute essence in itself, does it discover the world as its new actual world, which interests it in its endurance just as previously only in its vanishing. For the world’s subsistence becomes for it its own truth and presence; it is certain of experiencing only itself within it.

233 Reason is consciousness’s certainty of being all reality: this is how idealism expresses its concept. Just as consciousness, appearing as reason, immediately has this certainty within it, so idealism expresses it immediately: I am I, in the sense that the I that is my object is not, as in self-consciousness in general, merely an empty object in general, nor, as in free self-consciousness, merely an object withdrawing from the others that still have validity beside it. Rather, it is an object accompanied by consciousness of the nonbeing of anything else: the sole object, all reality and presence. Yet self-consciousness is all reality not merely for itself, but also in itself, only by becoming this reality, or rather proving itself to be such. It proves itself so along the path on which, first, in the dialectical movement of meaning, perceiving, and understanding, otherness as in itself, and then, in the movement through the independence of consciousness in lordship and bondage, through the thought of freedom, skeptical 1807 165 liberation, and the struggle for absolute liberation of consciousness divided within itself, otherness insofar as it is only for consciousness, vanishes for consciousness itself. Two sides appeared successively: one in which essence, or the true, had for consciousness the determination of being, the other in which it had that of being only for consciousness. But both reduced themselves to one truth: that what is, or the in-itself, is only insofar as it is for consciousness, and that what is for consciousness is also in itself. The consciousness that is this truth has this path behind it and has forgotten it, insofar as it appears immediately as reason; or this immediately appearing reason appears only as the certainty of that truth. It thus merely asserts that it is all reality, but does not itself comprehend this; for that forgotten path is the comprehension of this immediately expressed assertion. Likewise, for someone who has not traveled that path, this assertion, heard in this pure form—although in a concrete shape he certainly makes it himself—is incomprehensible.

234 Idealism that does not exhibit that path, but begins with this assertion, is therefore also a mere assurance, which neither comprehends itself nor can make itself comprehensible to others. It expresses an immediate certainty confronted by other immediate certainties, which have been lost only along that path. The assurances of these other certainties therefore place themselves with equal right beside the 1807 166 *assurance of that certainty. Reason appeals to the self-consciousness of every consciousness: I am I; my object and essence is I; and none will deny it this truth. But in founding this truth on that appeal, it sanctions the truth of the other certainty, namely: there is something other for me; something other than I is my object and essence; or, insofar as I am my own object and essence, I am so only by withdrawing from the other in general and taking my place as an actuality beside it.—Only when reason appears as a reflection out of this opposed certainty does its assertion about itself appear not merely as certainty and assurance, but as truth, and not beside others, but as the only truth. Its immediate appearance is the abstraction of its presence, whose essence and being-in-itself is absolute concept, that is, the movement of its having become.—Consciousness will determine its relationship to otherness, or its object, in different ways according to the stage it occupies in world-spirit’s becoming conscious of itself. How world-spirit on each occasion immediately finds and determines itself and its object, or how it is for itself, depends on what it has already become, or what it already is in itself.

1807 167

235 Reason is the certainty of being all reality. But this in-itself, or this reality, is still something entirely universal, the pure abstraction of reality. It is the first positivity that self-consciousness is within itself, for itself; and the I is therefore only the pure essentiality of what is, or the simple category. The category, which otherwise had the meaning of being the essentiality of what is—indeterminately, of what is in general, or of what is over against consciousness—is now the essentiality, or simple unity, of what is only as thinking actuality; or it is this: that self-consciousness and being are the same essence; the same, not in comparison, but in and for themselves. Only one-sided, defective idealism lets this unity appear again on one side as consciousness, with an in-itself confronting it.—But this category, or simple unity of self-consciousness and being, contains difference within itself; for its essence is precisely to be immediately equal to itself in otherness, or in absolute difference. Difference therefore is, but is completely transparent, and is a difference that is at the same time no difference. It appears as a multiplicity of categories. Since idealism declares the simple unity of self-consciousness to be all reality, and makes it essence immediately, without having comprehended it as absolutely negative essence—which alone has negation, determinacy, or difference within 1807 168 itself—the second assertion, that the category contains differences or species, is still more incomprehensible than the first. This assurance in general, like the assurance of any determinate number of its species, is a new assurance, but one that contains within itself the demand that we no longer accept it as an assurance. For since difference begins within the pure I, within pure understanding itself, this posits that here immediacy, assuring, and finding must be abandoned, and comprehending begin. To take up the multiplicity of categories again in any manner as a discovery—for example, from judgments—and accept them in this way must in fact be regarded as a disgrace to science. Where else should understanding be able to demonstrate a necessity, if it cannot do so in itself, in pure necessity?

236 Since, then, both the pure essentiality of things and their difference belong to reason, strictly speaking there could no longer be any talk of things at all—that is, of something that would be for consciousness merely the negative of itself. For to say that the many categories are species of the pure category means that it is still their genus or essence, not opposed to them. Yet they are already the ambiguous element that also contains, in its multiplicity, otherness 1807 169 over against the pure category. Through this multiplicity they do in fact contradict it, and pure unity must sublate them within itself, thereby constituting itself as the negative unity of differences. But as negative unity it excludes from itself both the differences as such and that first immediate pure unity as such, and is singularity: a new category that is exclusive consciousness, that is, this—that another is for it. Singularity is the category’s transition from its concept to an external reality: the pure schema, which is consciousness, but which, because it is singularity and an exclusive one, is equally an indication of another. Yet this category’s other consists only in the other first categories, namely pure essentiality and pure difference; and in it—that is, precisely in the positedness of the other, or in this other itself—consciousness is likewise itself. Each of these distinct moments refers to another; yet in them no otherness comes about. The pure category refers to the species, which pass over into the negative category, or singularity; but the latter points back to the former. It is itself pure consciousness, which in each remains this clear unity with itself; but a unity that is equally referred to another, which, in being, has vanished, and in vanishing is also produced again.

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237 Here we see pure consciousness posited in a doubled manner: first as the restless back-and-forth movement that runs through all its moments, has otherness hovering before it in them, and sublates this otherness in grasping it; second, rather, as the resting unity certain of its truth. For this unity, that movement is the other; but for that movement, the resting unity is the other; and consciousness and object alternate in these reciprocal determinations. Thus at one time consciousness is for itself the searching that moves back and forth, and its object is the pure in-itself and essence; at another, consciousness is for itself the simple category, and the object is the movement of differences. But consciousness as essence is this entire course itself: passing from itself as simple category into singularity and the object, intuiting this course in the object, sublating it as distinct, appropriating it, and declaring itself to be this certainty of being all reality, both itself and its object.

238 Its first declaration is only this abstract, empty word: everything is its own. For the certainty of being all reality is initially only the pure category. Empty idealism expresses this reason that first recognizes itself in the object; it apprehends reason only as reason initially is for itself, and 1807 171 imagines that by demonstrating this pure mine of consciousness in all being and declaring things to be sensations or representations, it has demonstrated that mine as completed reality. It must therefore at the same time be absolute empiricism, for to fill the empty mine—that is, to provide its difference and all its development and configuration—its reason requires an alien impulse in which alone the manifoldness of sensation or representation would lie. This idealism therefore becomes a self-contradictory ambiguity like skepticism, except that while skepticism expresses itself negatively, idealism expresses itself positively. But it is equally incapable of bringing together its contradictory thoughts of pure consciousness as all reality, and of an alien impulse, or sensuous sensation and representation, as an equal reality. Instead, it throws itself back and forth between the one and the other, and has fallen into the bad, namely sensuous, infinity. Since reason is all reality in the sense of the abstract mine, and the other is for it an indifferent alien, precisely that knowledge of another is posited within reason which occurred as meaning, perceiving, and the understanding that apprehends what is meant and perceived. Such knowledge is at the same time declared not to be true knowledge by the concept 1807 172 of this idealism itself, for only the unity of apperception is the truth of knowledge. Thus, to reach this other, which is essential to it—that is, its in-itself—but which it does not have within itself, this idealism’s pure reason is referred back by its own doing to a knowledge that is not knowledge of the true. It thus knowingly and willingly condemns itself to untrue knowledge, and cannot relinquish meaning and perceiving, which have no truth for reason itself. It finds itself in an immediate contradiction, asserting two utterly opposed things as essence: the unity of apperception and equally the thing, which, even if called alien impulse, or empirical essence, or sensibility, or the thing in itself, remains in its concept the same alien to that unity.

239 This idealism is caught in this contradiction because it asserts the abstract concept of reason as the true; hence reality immediately arises for it just as much as something that is not, rather, reason’s reality, while reason is supposed to be all reality at the same time. Reason remains a restless search that, in searching itself, declares the satisfaction of finding to be utterly impossible.—Actual reason is 1807 173 not so inconsistent. Rather, being at first only the certainty of being all reality, in this concept it is conscious of itself as certainty, as I, as not yet being reality in truth, and is driven to raise its certainty to truth and fill the empty mine.

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A. Observing Reason.

240 We now indeed see this consciousness, for which being has the meaning of its own, enter once more into meaning and perceiving, but not as into the certainty of something merely other, but with the certainty of itself being this other. Previously it merely happened to perceive and experience various things about the thing; here it undertakes observations and experience itself. Meaning and perceiving, which previously sublated themselves for us, are now sublated by consciousness for itself; reason seeks to know the truth, to find as concept what for meaning and perceiving is a thing—that is, to have in thinghood only consciousness of itself. Reason therefore now has a universal interest in the world, because it is the certainty of having presence within it, or that presence is rational. It seeks its other, knowing that in it it possesses nothing other than itself; it seeks only its own infinity.

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241 At first only sensing itself obscurely in actuality, or knowing actuality merely as its own in general, it proceeds in this spirit to take universal possession of the property assured to it, planting the sign of its sovereignty on every height and in every depth. But this superficial mine is not its ultimate interest; the joy of this universal appropriation still finds in its property the alien other that abstract reason does not have within itself. Reason senses itself as an essence deeper than the pure I is, and must demand that difference, manifold being, become for the I itself its own: that it intuit itself as actuality and find itself present as shape and thing. But even if reason rummages through all the entrails of things and opens all their veins so that it may spring out of them to meet itself, it will not attain this happiness; rather, it must first have perfected itself within itself in order then to be able to experience its perfection.

242 Consciousness observes: that is, reason wants to find and possess itself as an existent object, in an actual, sensuously present mode. The consciousness engaged in this observation does indeed mean and say that it wishes to experience not itself, but on the contrary the essence of things as things. That this consciousness means and says this lies in its being reason, while reason 1807 176 is not yet its object as such. If it knew reason as the same essence of things and itself, and knew that reason can be present in its distinctive shape only in consciousness, it would descend into its own depths and seek reason there rather than in things. Having found reason in those depths, it would be directed outward again toward actuality, to intuit reason’s sensuous expression there, but would immediately take this essentially as concept. Reason, as it appears immediately as consciousness’s certainty of being all reality, takes its reality in the sense of the immediacy of being, and likewise the unity of the I with this objective essence in the sense of an immediate unity in which it has not yet separated and reunited the moments of being and I, or which it has not yet cognized. Thus, as observing consciousness, it approaches things in the belief that it truly takes them as sensuous things opposed to the I; yet its actual activity contradicts this belief. For it cognizes things; it transforms their sensuousness into concepts, that is, precisely into a being that is at the same time I, and thus transforms thinking into an existent thinking, or being into a thought being, and asserts in fact that things have truth only as concepts. In this, for observing consciousness only what things 1807 177 are comes to be, but for us what it itself is; the result of its movement, however, will be its becoming for itself what it is in itself.

243 The activity of observing reason must be considered in the moments of its movement: how it takes up nature, spirit, and finally their relation as sensuous being, and seeks itself as existent actuality.

a. Observation of Nature.

244 When thoughtless consciousness declares observing and experiencing to be the source of truth, its words may well sound as though it were concerned solely with tasting, smelling, feeling, hearing, and seeing. In its zeal for recommending tasting, smelling, and so forth, it forgets to say that in fact it has also, just as essentially, already determined for itself the object of this sensing, and that this determination counts for it at least as much as that sensing. It will also immediately admit that it is not merely concerned with perceiving in general, and will not, for example, let the perception that this penknife lies beside this snuffbox count as an observation. What is perceived must at least have the significance of a universal, not of a sensuous this.

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245 This universal is thus at first only what remains equal to itself; its movement is only the uniform recurrence of the same activity. Consciousness, which to this extent finds in the object only universality, or the abstract mine, must take the object’s actual movement upon itself. Since it is not yet the object’s understanding, it must at least be its memory, expressing in a universal manner what is present in actuality only in a singular manner. This superficial lifting out of singularity, and the equally superficial form of universality into which the sensuous is merely taken up without having become universal in itself—this describing of things—does not yet have movement in the object itself; rather, movement is only in the describing. The object, once described, has therefore lost its interest; once one is described, another must be taken up, and continually sought, so that describing does not run out. When new whole things are no longer so easy to find, one must return to those already found, divide them further, take them apart, and track down still new aspects of thinghood in them. This restless, unsettled instinct can never lack material. Discovering a new, distinctive genus, or even a new planet—which, although an individual, nevertheless has the nature of a 1807 179 universal—can fall only to the fortunate. But the boundaries of what is distinctive, like the elephant, the oak, gold—what is genus and species—pass through many stages into the infinite particularization of the chaotic animals and plants, kinds of rock, or metals, earths, and so forth that must first be produced by force and art. In this realm of the universal’s indeterminacy, in which particularization again approaches singularization, and here and there descends entirely into it again, an inexhaustible store is opened up for observing and describing. Yet here, where a field beyond survey opens before it, at the boundary of the universal, it may instead have found only the limit of nature and its own activity rather than an immeasurable wealth. It can no longer know whether what appears to be in itself is not a contingency. What bears the stamp of a confused or immature formation, weak and scarcely developing out of elemental indeterminacy, cannot claim even to be described.

246 Although this searching and describing seems concerned only with things, we see that in fact it does not proceed along the course of sensuous perception. Rather, what allows things to be cognized is more important to it than the remaining range of sensuous properties, which the 1807 180 thing itself admittedly cannot dispense with, but which consciousness dispenses with. Through this distinction between the essential and the inessential, the concept rises out of sensuous dispersion, and cognition declares that it is concerned at least as essentially with itself as with things. Given this doubled essentiality, it wavers over whether what is essential and necessary for cognition is so also in the things. On the one hand, characteristic marks are supposed merely to serve cognition in distinguishing things from each other; but on the other, what is to be cognized is not the inessential in things, but that through which they themselves break free from the universal continuity of being in general, separate themselves from the other, and are for themselves. Characteristic marks are to have an essential relation not only to cognition, but also to be the essential determinations of things; the artificial system is to accord with nature’s own system and express only this. This is necessary from the concept of reason, and reason’s instinct—for it behaves only as instinct in this observing—has also attained this unity in its systems where its objects are themselves so constituted that they have an essentiality, or a being-for-themselves, within them, and are not merely the contingency of this moment or this here. The distinguishing marks 1807 181 of animals, for example, are taken from claws and teeth; for in fact cognition not only distinguishes one animal from another by these, but the animal separates itself off through them. Through these weapons it preserves itself for itself, and apart from the universal. The plant, by contrast, does not attain being-for-itself, but only touches the boundary of individuality; it has therefore been apprehended and distinguished at this boundary, where it displays the semblance of division into sexes. What stands lower still can no longer distinguish itself from others, but is lost when it enters into opposition. Being at rest and being in relationship come into conflict with each other; in the latter the thing is something different from what it is in the former, whereas the individual consists precisely in preserving itself in relationship to another. But what cannot do this, and chemically becomes something other than it empirically is, confuses cognition and brings it into the same conflict over whether to hold to one side or the other, since the thing itself is nothing constant, and the two fall apart within it.

247 In such systems of the universal that remains equal to itself, this universal thus has the meaning of being what remains equal to itself both in cognition and in things themselves. Yet this expansion of constant determinations, each of 1807 182 which calmly describes the sequence of its progression and receives room to act on its own, passes just as essentially into its opposite, into the confusion of these determinations. For the characteristic mark, the universal determinacy, is the unity of opposites, of the determinate and the intrinsically universal; it must therefore separate into this opposition. Now, if on one side determinacy overcomes the universal in which it has its essence, on the other the universal equally maintains its mastery over determinacy, drives it to its boundary, and there mingles its differences and essential features. Observation, which kept these neatly apart and believed it had something fixed in them, sees the other principles encroach upon one principle, transitions and confusions form, and in these sees joined what it first took to be utterly separated, and separated what it counted together. Thus this clinging to tranquil being that remains equal to itself must, precisely in its most universal determinations—for example, what essential characteristics animals or plants have—find itself teased by instances that rob it of every determination, silence the universality to which it had risen, and cast it back into thoughtless observing and describing.

248 Thus this observation, which confines itself to the simple, or restricts sensuous dispersion through the universal, 1807 183 finds in its object the confusion of its principle, because the determinate must by its nature lose itself in its opposite. Reason must therefore proceed instead from the inert determinacy that seemed permanent to observing it as it truly is, namely as relating itself to its opposite. What are called essential characteristics are determinations at rest; expressed and apprehended as simple, they do not exhibit what constitutes their nature: to be vanishing moments of the movement that takes itself back into itself. Since reason’s instinct now comes to seek determinacy in accordance with its nature—essentially not to be for itself, but to pass over into its opposite—it searches for the law and its concept. It admittedly searches for them equally as existent actuality; but this will in fact vanish for it, and the sides of the law will become pure moments, or abstractions, so that the law emerges in the nature of the concept, which has eradicated within itself the indifferent subsistence of sensuous actuality.

249 For observing consciousness, the truth of the law is in experience, as the manner in which sensuous being is for it, not in and for itself. But if the law does not have its truth in the concept, it is something contingent, 1807 184 not a necessity, or in fact not a law. Yet its being essentially as concept not only does not contradict its being present for observation; rather, for that very reason it has necessary existence and is for observation. The universal, in the sense of reason’s universality, is also universal in the sense that the former has within it: that it presents itself for consciousness as present and actual, or that the concept exhibits itself in the manner of thinghood and sensuous being—but without thereby losing its nature and falling into inert subsistence or indifferent succession. What is universally valid also holds universally; what ought to be actually is as well, and what merely ought to be without being has no truth. Reason’s instinct rightly holds fast to this on its side, and will not be led astray by thought-entities that merely ought to be, and are supposed to have truth as an ought, although they are encountered in no experience—by hypotheses any more than by all the other invisibilities of a perpetual ought. For reason is precisely this certainty of having reality, and what is not for consciousness as a self-existent essence—that is, what does not appear—is nothing at all for it.

250 That the truth of the law is essentially reality does indeed become again, for this consciousness that remains at the level of observation, 1807 185 an opposition to the concept and to the intrinsically universal; something such as its law is not for it an essence of reason. It believes that in the law it obtains something alien. Yet it refutes this belief through its deed, in which it does not itself take universality to mean that all singular sensuous things must have shown it the law’s appearance before it can assert its truth. To establish that stones lifted from the earth and released fall, it does not demand that this experiment be made with all stones. It may indeed say that it must at least have been tried with very many, from which one could then infer the rest with the greatest probability, or with full justification by analogy. Yet analogy not only provides no full justification; by its nature it refutes itself so often that, inferring by analogy itself, analogy instead permits no inference. The probability to which its result would be reduced loses, when set against truth, all distinction between lesser and greater probability; however great it may be, it is nothing against truth. In fact, however, reason’s instinct accepts such laws as truth, and only in relation to their necessity, which it does not cognize, does it fall into this 1807 186 distinction and lower the truth of the matter itself to probability, in order to designate the imperfect manner in which truth is present for a consciousness that has not yet attained insight into the pure concept. For universality is present only as simple, immediate universality. Yet at the same time it is for the sake of this universality that the law has truth for consciousness: that the stone falls is true for it because the stone is heavy, that is, because in gravity the stone in and for itself has the essential relation to the earth that expresses itself as falling. Thus in experience consciousness has the being of the law, but equally the law as concept, and only because of both circumstances together is it true for consciousness. It therefore counts as law because it exhibits itself in appearance and is at the same time concept in itself.

251 Because the law is at the same time concept in itself, this consciousness’s instinct of reason necessarily aims—though without knowing that this is what it wants—at purifying the law and its moments into concept. It conducts experiments concerning the law. As the law first appears, it presents itself impure, enveloped in singular sensuous being, the concept that constitutes its nature submerged in empirical material. In its experiments, reason’s instinct seeks to find what happens under these or those circumstances. The law 1807 187 seems thereby only to be immersed still further in sensuous being; yet this being instead disappears in the process. The inward meaning of this inquiry is to find the law’s pure conditions. This means nothing other—even if the consciousness expressing itself this way should believe it means something else—than raising the law entirely into the shape of the concept and eradicating every bond of its moments to determinate being. Negative electricity, for example, which perhaps first announces itself as resinous electricity, just as positive electricity does as vitreous electricity, loses this significance entirely through experiments and becomes purely positive and negative electricity, neither of which belongs any longer to a particular kind of thing. It ceases to be possible to say that some bodies are positively electrical, others negatively electrical. Likewise, the relationship of acid and base and their movement toward each other constitutes a law in which these opposites appear as bodies. Yet these separated things have no actuality; the force that tears them apart cannot prevent them from immediately entering a process again, for they are only this relation. They cannot remain for themselves like a tooth or claw and be pointed out as such. That their essence is to pass immediately into a neutral product makes their being a being sublated in itself, or a 1807 188 universal being, and acid and base have truth only as universals. Thus, just as glass and resin can be both positively and negatively electrical, acid and base are not bound as properties to this or that actuality, but each thing is acidic or basic only relatively. What appears to be a decided base or acid acquires the opposite significance in relation to another in the so-called synsomaties.—In this way the result of experiments sublates the moments, or animating principles, as properties of determinate things, and frees predicates from their subjects. These predicates are found, as they truly are, only as universals; because of this independence they therefore receive the name of forms of matter, which are neither bodies nor properties, and one takes care not to call oxygen and so forth, positive and negative electricity, heat, and so on, bodies.

252 Matter, by contrast, is not an existent thing, but being as universal, or in the manner of the concept. Reason, still instinct, makes this correct distinction without the consciousness that, in testing the law against all sensuous being, it thereby sublates its merely sensuous being, and that, in apprehending its moments as forms of matter, their essentiality has become universal for it, expressed in this term as an unsensuous sensuousness, an incorporeal yet objective being.

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253 We must now see what turn its result takes for this instinct, and what new shape of its observing thereby appears. As the truth of this experimenting consciousness we see pure law, freed from sensuous being; we see it as concept, present in sensuous being yet moving independently and unbound within it, immersed in it yet free of it, and simple concept. What is in truth the result and essence now itself appears for this consciousness, but as object; and precisely because for consciousness it is not result, and bears no relation to the preceding movement, it appears as a particular kind of object, and consciousness’s relationship to it as another kind of observing.

254 Such an object, which contains the process within the simplicity of the concept, is the organic. It is this absolute fluidity in which the determinacy through which it would be only for another is dissolved. Whereas the inorganic thing has determinacy as its essence, and therefore constitutes the completeness of the concept’s moments only together with another thing, and consequently is lost on entering into movement, in the organic being, by contrast, all determinations through which it is open to another are bound under organic simple unity. None appears as essential that would relate freely 1807 190 to another; and the organic therefore preserves itself within its relation.

255 As follows from this determination, the sides of the law whose observation reason’s instinct seeks here are initially organic and inorganic nature in their relation to each other. For organic nature, inorganic nature is precisely the freedom, opposed to its simple concept, of unbound determinations in which individual nature is at the same time dissolved, and from whose continuity it at the same time separates itself and is for itself. Air, water, earth, zones, and climate are such universal elements, constituting the indeterminate simple essence of individualities, in which these are at the same time reflected into themselves. Neither individuality nor the elemental is simply in and for itself; rather, in the independent freedom in which they confront each other for observation, they also behave as essential relations, but in such a way that the independence and mutual indifference of both predominate and pass only partly into abstraction. Here, then, the law is present as the relation of an element to the formation of the organic, which at one time has elemental being opposite it, at another exhibits it in its organic reflection. Yet such laws as that animals belonging to air have the constitution of birds, those 1807 191 belonging to water the constitution of fish, northern animals a thickly furred hide, and so forth, immediately reveal a poverty that does not correspond to organic diversity. Besides the fact that organic freedom knows how to withdraw its forms again from these determinations, and necessarily offers exceptions everywhere to such laws or rules, as one might call them, even in those beings that fall under them this remains so superficial a determination that the expression of their necessity can be no different, and gets no further than great influence, without our knowing what actually belongs to this influence and what does not. Such relations of the organic to the elemental therefore cannot in fact be called laws. For, in part, as remarked, such a relation does not by its content remotely exhaust the range of the organic; in part, the moments of the relation themselves also remain indifferent to each other and express no necessity. The concept of base lies in the concept of acid, as negative electricity lies in the concept of positive electricity; but however often thick fur may be found together with the north, or the structure of fish with water and that of birds with air, the concept of thick fur does not lie in the concept of the north, nor that of the structure of fish in the concept of the sea, 1807 192 nor that of birds’ structure in the concept of air. Because of this freedom of the two sides toward each other, there are also land animals that have the essential characteristics of a bird, of a fish, and so forth. Since necessity cannot be comprehended as intrinsic to essence, it also ceases to have sensuous existence and can no longer be observed in actuality, but has stepped outside it. Not finding itself in the real essence itself, necessity is what is called a teleological relation: a relation external to the things related, and therefore rather the opposite of a law. It is thought entirely freed from necessary nature, leaving nature and moving for itself above it.

256 If the relation of the organic to elemental nature touched upon earlier does not express the organic’s essence, this essence is, by contrast, contained in the concept of purpose. For this observing consciousness, admittedly, that concept is not the organic’s own essence, but falls outside it, and is then only that external, teleological relation. Yet as the organic was determined above, it is in fact real purpose itself. For in preserving itself in relation to another, it is precisely the natural being in which nature reflects itself into the concept, and the moments spread apart in necessity—cause 1807 193 and effect, an active and a passive—are brought together into one. Thus something appears here not merely as the result of necessity; rather, because it has returned into itself, the last, or result, is equally the first, which begins the movement, and is for itself the purpose it actualizes. The organic does not produce something, but only preserves itself; or what is produced is just as much already present as it is produced.

257 This determination must be discussed more closely, both as it is in itself and as it is for reason’s instinct, in order to see how that instinct finds itself within it, yet does not recognize itself in its discovery. The concept of purpose, then, to which observing reason rises, is, just as it is reason’s conscious concept, equally present as something actual; it is not merely an external relation of this actuality, but its essence. To say that this actuality, itself a purpose, relates purposively to another means that its relation is contingent according to what both immediately are; immediately, both are independent and indifferent to each other. Yet the essence of their relation is other than what they thus appear to be, and their activity has a meaning other than what it immediately is for sensuous perception. Necessity is hidden in what happens, and shows itself only at the end, but in such a way that this very end shows that necessity was also the first. 1807 194 The end, however, shows this priority of itself by the fact that the alteration brought about by activity yields nothing other than what already was. Or, if we begin with the first, this first merely returns to itself in its end, or in the result of its activity; and precisely thereby it proves to be something that has itself as its end, and thus, as first, has already returned to itself, or is in and for itself. What it reaches through the movement of its activity is therefore itself; and its reaching only itself is its self-feeling. There is thus indeed a difference between what it is and what it seeks, but this is only the semblance of a difference, and through this it is concept within itself.

258 Self-consciousness, however, is likewise constituted so as to distinguish itself from itself in a manner in which no difference emerges. In observing organic nature, it therefore finds nothing other than this essence; it finds itself as a thing, as a life, but still makes a distinction between what it itself is and what it has found—a distinction that is none. Just as an animal’s instinct seeks and consumes food, yet thereby brings forth nothing other than itself, so reason’s instinct finds only reason itself in its seeking. The animal ends with self-feeling. Reason’s instinct, by contrast, is 1807 195 at the same time self-consciousness; but because it is only instinct, it stands to one side in relation to consciousness and has its opposite in consciousness. Its satisfaction is therefore divided by this opposite; it does indeed find itself, namely purpose, and equally finds this purpose as thing. But first, purpose falls for it outside the thing that presents itself as purpose. Second, this purpose as purpose is at the same time objective; it therefore also falls, for reason’s instinct, not within itself as consciousness, but within another understanding.

259 Considered more closely, this determination lies equally in the thing’s concept: that it is purpose within itself. For it preserves itself; that is, it is at the same time its nature to conceal necessity and exhibit it in the form of a contingent relation. For its freedom, or being-for-itself, is precisely this: to behave indifferently toward what is necessary for it. It therefore exhibits itself as something whose concept falls outside its being. Likewise, reason has the necessity of intuiting its own concept as falling outside itself, hence as a thing, as something toward which it is indifferent, and which is therefore reciprocally indifferent toward reason and toward its own concept. As instinct, reason also remains within this being, or indifference, and the thing expressing the concept remains for it something other than this concept, the concept 1807 196 something other than the thing. Thus for reason the organic thing is purpose within itself only in such a way that the necessity exhibiting itself as hidden in the thing’s activity—since what acts behaves in that activity as something indifferent, being for itself—falls outside the organic itself.—But since the organic, as purpose within itself, cannot behave otherwise than as such a purpose, its being purpose within itself is also apparent and sensuously present, and is observed as such. The organic shows itself as preserving itself, returning into itself, and having returned into itself. Yet in this being, observing consciousness does not recognize the concept of purpose, or recognize that this concept exists not somewhere else in an understanding, but precisely here, and is as a thing. It makes a distinction between the concept of purpose and being-for-itself and self-preservation, a distinction that is none. That it is none is not present for consciousness; instead, an activity that appears contingent and indifferent toward what is accomplished through it, and the unity that nonetheless links the two together—that activity and this purpose—fall apart for consciousness.

260 On this view, what belongs to the organic itself is the activity lying midway between its first and last, insofar as this activity has the character of singularity. But activity insofar as it has the character of universality, and 1807 197 what acts is equated with what is produced through it—purposive activity as such—would not belong to the organic. That singular activity, which is only a means, falls through its singularity under the determination of a wholly singular or contingent necessity. What the organic does to preserve itself as an individual, or itself as a genus, is therefore, according to this immediate content, entirely lawless, for the universal and the concept fall outside it. Its activity would accordingly be empty efficacy without content in itself; it would not even be the efficacy of a machine, for a machine has a purpose, and its efficacy thereby a determinate content. Thus abandoned by the universal, it would be the activity only of an existent as existent, that is, an activity not at the same time reflected into itself, like that of an acid or base: an efficacy that could not detach itself from its immediate existence, or give up this existence, which is lost in relation to its opposite, yet preserve itself. But the being whose efficacy is being considered here is posited as a thing that preserves itself in its relation to its opposite. Activity as such is nothing but the pure, essenceless form of its being-for-itself; and its substance, which is not merely determinate being but the universal—its purpose—does not fall outside this activity. In itself, it is activity returning into itself, not 1807 198 activity turned back into itself by something alien.

261 Yet this unity of universality and activity is not present for this observing consciousness, because that unity is essentially the inward movement of the organic and can be apprehended only as concept. Observation, however, seeks the moments in the form of being and permanence; and because the organic whole is essentially such that it does not have the moments in this form within it and does not allow them to be found there, consciousness, in its view, transforms the opposition into one suited to that view.

262 In this way organic essence arises for consciousness as a relation of two existent and fixed moments—an opposition whose two sides therefore seem, on the one hand, to be given to it in observation, and on the other, in their content, express the opposition of the organic concept of purpose and actuality. Yet because the concept as such is effaced in this, they express it in an obscure, superficial manner in which thought has sunk into representation. Thus we see the first roughly intended under the inner, the other under the outer, and their relation generates the law: the outer is the expression of the inner.

263 Closer consideration of this inner, its opposite, and their relation to each other shows 1807 199 that, first, the two sides of the law no longer have the character they had in earlier laws, where they appeared as independent things, each as a particular body; nor, second, is the universal supposed to have its existence somewhere else outside what exists. Rather, organic essence in general, undivided, is laid down as the foundation, as the content of inner and outer, and is the same for both. The opposition is therefore now only a purely formal one, whose real sides have the same in-itself as their essence. Yet at the same time, since inner and outer are also opposed reality and a being differentiated for observation, each seems to observation to have a distinctive content. But since this distinctive content is the same substance or organic unity, it can in fact only be a different form of that unity; observing consciousness indicates this in saying that the outer is only the expression of the inner.—We have seen the same determinations of the relationship in the concept of purpose: the indifferent independence of the different sides, and within it their unity, in which they vanish.

264 We must now see what shape inner and outer have in their being. The inner as such must have an outer being and a shape just as much as the outer as such, for it 1807 200 is object, or is itself posited as existent and present for observation.

265 As inner, organic substance is the simple soul, the pure concept of purpose, or the universal, which in its division remains equally universal fluidity, and therefore in its being appears as the activity or movement of vanishing actuality. By contrast, the outer, opposed to that existent inner, consists in the organic’s being at rest. The law, as the relation of that inner to this outer, thus expresses its content at one time in the presentation of universal moments or simple essentialities, at another in the presentation of actualized essentiality, or shape. Those first simple organic properties, to call them so, are sensibility, irritability, and reproduction. These properties, at least the first two, admittedly seem to relate not to the organism in general, but only to the animal organism. The vegetable organism does in fact express only the simple concept of the organism, which does not develop its moments; therefore, regarding these moments insofar as they are to be for observation, we must keep to the organism that exhibits their developed existence.

266 As for these properties themselves, they follow immediately from the concept of an end in itself. For sensibility expresses in general the simple 1807 201 concept of organic reflection into itself, or its universal fluidity; irritability, however, expresses organic elasticity, the capacity to behave reactively at the same time in reflection, and the actualization opposed to that first tranquil being-within-itself, in which that abstract being-for-itself is a being for another. Reproduction, however, is the action of this whole organism reflected into itself, its activity as purpose in itself or as genus, in which the individual thus repels itself from itself and repeats itself by generating either its organic parts or the whole individual. Taken in the sense of self-preservation in general, reproduction expresses the formal concept of the organic, or sensibility; but properly it is the real organic concept, or the whole that returns into itself as individual through producing its own singular parts, or as genus through producing individuals.

267 The other meaning of these organic elements, namely as the outer, is their configured mode, in which they are present as actual but at the same time also universal parts, or organic systems: sensibility, for instance, as the nervous system; irritability as the muscular system; reproduction as the viscera preserving the individual and the genus.

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268 Distinctive laws of the organic therefore concern a relationship of organic moments in their doubled meaning: at one time being a part of the organic configuration, at another a universal, fluid determinacy passing through all those systems. Thus in the expression of such a law, for example, a determinate sensibility as a moment of the whole organism would have its expression in a determinately formed nervous system, or would also be linked with a determinate reproduction of the individual’s organic parts, or propagation of the whole, and so forth.—The two sides of such a law can be observed. According to its concept the outer is being for another; sensibility, for example, has its immediately actualized mode in the sensitive system, and as a universal property it is equally something objective in its manifestations. The side called the inner has its own outer side, distinct from what is called the outer in the whole.

269 The two sides of an organic law could therefore indeed be observed, but not laws of their relation; and observation is inadequate not because, as observation, it would be too shortsighted, and one ought not to proceed empirically but to begin from the idea. For such laws, if they were something real, would in fact have to be actually present, and therefore 1807 203 observable. Rather, observation is inadequate because the thought of laws of this kind proves to have no truth.

270 For a law, the relationship emerged in which the universal organic property would have made itself into a thing in an organic system and have its configured imprint in it, so that both would be the same essence, present at one time as universal moment, at another as thing. But besides this, the inner side is also in itself a relationship of several sides; hence the thought of a law first presents itself as a relation of the universal organic activities or properties to each other. Whether such a law is possible must be decided from the nature of such a property. As universal fluidity, however, it is, in part, not something limited in the manner of a thing, maintaining itself within the distinction of an existence that would constitute its shape; rather, sensibility extends beyond the nervous system and passes through all the organism’s other systems. In part, it is a universal moment, essentially undivided and inseparable from reaction, or irritability, and reproduction. For as reflection into itself, it simply has reaction within it. Mere reflectedness into itself is passivity, or dead being, not sensibility, just as action—which is the same as reaction—without reflectedness into itself is not irritability. Reflection in action or 1807 204 reaction, and action or reaction in reflection, is precisely that whose unity constitutes the organic, a unity synonymous with organic reproduction. It follows that in every mode of actuality the same magnitude of sensibility must be present as of irritability—considering first their relationship to each other—and that an organic appearance can be apprehended and determined, or explained if one wishes, just as much in terms of the one as of the other. The same thing that one person takes, perhaps, as high sensibility, another can equally well regard as high irritability, and irritability of the same degree. If they are called factors, and this is not to be a meaningless word, it states precisely that they are moments of the concept, and that the real object whose essence this concept constitutes therefore has them within itself in the same manner; if it is determined in terms of the one as highly sensitive, it must equally be declared in terms of the other to be just as irritable.

271 If they are distinguished, as they necessarily must be, they are distinguished according to the concept, and their opposition is qualitative. But if, beyond this true distinction, they are also posited as existent and different for representation, as they might be as sides of a law, they appear in quantitative difference. Their distinctive qualitative 1807 205 opposition thus enters into magnitude, and laws arise of the kind that, for example, sensibility and irritability stand in inverse ratio to their magnitudes, so that as one increases, the other decreases; or, better, taking magnitude itself directly as the content, that the magnitude of something increases as its smallness decreases.—But if this law is given a determinate content, say that the size of a hole increases the more what fills it decreases, this inverse ratio can equally be transformed into a direct one and expressed by saying that the size of the hole increases in direct proportion to the quantity removed—a tautological proposition, whether expressed as a direct or an inverse ratio, which in its distinctive expression means only that a magnitude increases as this magnitude increases. Just as the hole and what fills it and is removed are qualitatively opposed, but their reality and its determinate magnitude in both are one and the same, and likewise increase of magnitude and decrease of smallness are the same, so that their meaningless opposition ends in a tautology, so the organic moments are equally inseparable in their reality and in their magnitude, which is the magnitude of that same reality. One decreases only with the other, and increases only with it, for one has significance only insofar as the 1807 206 other is present—or rather, it is indifferent whether an organic appearance is considered as irritability or as sensibility, both generally and when its magnitude is discussed. It is equally indifferent whether the increase of a hole is expressed as an increase of it as emptiness or as an increase of the fullness taken out. Or a number, for example three, remains equally large whether I take it positively or negatively; and if I enlarge three to four, the positive as well as the negative has become four—just as a magnet’s south pole is exactly as strong as its north pole, or a positive electricity, or an acid, exactly as strong as its negative electricity, or the base upon which it acts.—An organic existence is a magnitude like that three, or a magnet, and so forth; it is what is increased and diminished, and when it is increased, both its factors are increased, just as both poles of the magnet, or both electricities, increase when a magnet and so forth is strengthened.—That the two can differ no more in intensity and extension—that one cannot decrease in extension but increase in intensity, while the other conversely is supposed to diminish its intensity but increase in extension—falls under the same concept of empty opposition. Real intensity is 1807 207 simply just as great as extension, and conversely.

272 As is clear, what actually happens in this legislation is that irritability and sensibility first constitute the determinate organic opposition; but this content disappears, and the opposition trails off into the formal opposition of increase and decrease of magnitude, or of differing intensity and extension—an opposition that no longer concerns the nature of sensibility and irritability at all, and no longer expresses them. Hence such an empty game of legislating is not bound to organic moments, but can be played everywhere with anything, and rests in general upon unfamiliarity with the logical nature of these oppositions.

273 Finally, if reproduction, instead of sensibility and irritability, is related to either of them, even the occasion for this legislation disappears. For reproduction does not stand opposed to these moments as they do to each other; and since this legislation rests on opposition, even the semblance of its applicability disappears here.

274 The legislation just considered contains the organism’s differences in their significance as moments of its concept, and was properly intended to be a priori legislation. But 1807 208 it essentially contains within itself the thought that these moments have the significance of things present, and merely observing consciousness must in any case adhere only to their existence. Organic actuality necessarily contains an opposition such as its concept expresses, which can be determined as irritability and sensibility, just as both again appear distinct from reproduction.—The externality in which the moments of the organic concept are considered here is the inner’s own immediate externality, not the outer that is outer in the whole and is shape, and with which the inner is subsequently to be considered in relation.

275 But if the opposition of the moments is apprehended as it is in existence, sensibility, irritability, and reproduction sink to ordinary properties, universalities as indifferent toward each other as specific gravity, color, hardness, and so forth. In this sense one may certainly observe that one organic being is more sensitive or irritable, or has greater reproductive power, than another; likewise that the sensibility and so forth of one differs in kind from that of another, that one behaves differently toward determinate stimuli than another—as the horse behaves differently toward oats than toward hay, and the dog differently again toward both, and so forth—just as one can observe that one body is harder than 1807 209 another, and so forth.—Yet these sensuous properties—hardness, color, and so on—as well as the appearances of receptivity to the stimulus of oats, irritability under burdens, or the number and manner of giving birth to young, essentially resist lawfulness when related to and compared with one another. For the determinacy of their sensuous being consists precisely in existing completely indifferently toward one another, and in exhibiting nature’s freedom released from the concept rather than the unity of a relation: exhibiting its irrational play back and forth on the scale of contingent magnitude between the concept’s moments rather than these moments themselves.

276 The other side, on which the simple moments of the organic concept are compared with the moments of configuration, would first yield the law proper, which would declare the true outer as the imprint of the inner.—Now, because those simple moments are pervasive, fluid properties, they do not have in the organic thing a segregated real expression such as what is called a singular system of shape. Or, if the organism’s abstract idea is truly expressed in those three moments only because they are nothing stationary, but merely moments of the concept and movement, the organism as configuration, by contrast, is not contained within three such determinate systems 1807 210 as anatomy lays out. Insofar as such systems are supposed to be found in their actuality and legitimated by this finding, we must also recall that anatomy displays not merely three such systems, but many more.—Furthermore, quite apart from this, the sensitive system must in general mean something entirely different from what is called the nervous system; likewise the irritable system something different from the muscular system, and the reproductive system something different from the viscera of reproduction. In the systems of shape as such, the organism is apprehended on the abstract side of dead existence; its moments, taken this way, belong to anatomy and the cadaver, not to cognition and the living organism. As such parts they have, rather, ceased to be, for they cease to be processes. Since the organism’s being is essentially universality, or reflection into itself, the being of its whole, like that of its moments, cannot consist in an anatomical system. Rather, their actual expression and externality are present only as a movement running through the various parts of the configuration, in which what is torn out and fixed as a singular system exhibits itself essentially as a fluid moment. Thus not that actuality as anatomy finds it may count as their reality, but only actuality 1807 211 as process, within which alone the anatomical parts also have a meaning.

277 It follows, then, that neither are the moments of the organic inner, taken on their own, capable of providing sides of a law of being—since, in such a law, predicated of an existence, they would have to be distinguished from one another, and each could not be named indifferently in place of the other—nor, placed on one side, do they have their realization on the other in a fixed system. For this latter is no more something possessing organic truth in general than it is the expression of those inner moments. Rather, since the essential character of the organic is in itself the universal, it consists in general in having its moments in actuality equally as universal, that is, as processes running through it, not in giving an image of the universal in an isolated thing.

278 In this way the representation of a law in general disappears in the organic. The law seeks to apprehend and express the opposition as sides at rest, and in them the determinacy that is their relation to each other. The inner, to which appearing universality belongs, and the outer, to which the parts of shape at rest belong, were to constitute the corresponding sides of the law; yet held apart in this way, they lose their organic significance. The representation of law lays down precisely this as 1807 212 its foundation: that its two sides should have an indifferent subsistence for themselves, and that the relation should be distributed between them as a doubled, corresponding determinacy. Rather, each side of the organic is within itself this: simple universality in which all determinations are dissolved, and the movement of this dissolution.

279 Insight into the difference between this legislation and earlier forms will fully illuminate its nature.—If we look back at the movement of perceiving and of the understanding that therein reflects itself into itself and thereby determines its object, this understanding does not have before it, in its object, the relation of these abstract determinations—universal and singular, essential and external—but is itself the passing-over, for which this passing-over does not become objective. Here, by contrast, organic unity—that is, precisely the relation of those opposites, and this relation is pure passing-over—is itself the object. This passing-over in its simplicity is immediately universality; and as universality enters into the difference whose relation the law is to express, its moments as universals are objects of this consciousness, and the law states that the outer is expression of the inner. Understanding has here grasped the thought of law itself, whereas 1807 213 previously it merely sought laws in general, and their moments hovered before it as a determinate content, not as the thoughts of those moments.—As regards content, then, what are to be obtained here are not laws that merely take up purely existent differences at rest into the form of universality, but laws that immediately contain in these differences the concept’s unrest, and thereby also the necessity of the sides’ relation. Yet precisely because the object, organic unity, immediately unites infinite sublation, or the absolute negation of being, with being at rest, and the moments are essentially pure passing-over, no such existent sides arise as are required for law.

280 To obtain such sides, understanding must adhere to the other moment of the organic relationship: organic existence’s reflectedness into itself. But this being is so completely reflected into itself that no determinacy over against another remains to it. Immediate sensuous being is immediately one with determinacy as such, and therefore expresses a qualitative difference within itself—for example, blue as opposed to red, acid as opposed to alkaline, and so forth. But organic being, having returned into itself, is completely indifferent toward another; its existence is simple universality, and denies 1807 214 observation permanent sensuous differences, or, what is the same, displays its essential determinacy only as the alternation of existent determinations. Thus difference’s expression as existent is precisely its being an indifferent difference, that is, as magnitude. In this, however, the concept is effaced and necessity has vanished.—But the content and filling of this indifferent being, the alternation of sensuous determinations gathered into the simplicity of an organic determination, then at the same time expresses that it does not have precisely that determinacy of immediate property, and the qualitative falls solely into magnitude, as we saw above.

281 Thus, although what is objective, apprehended as organic determinacy, contains the concept within itself, and thereby differs from the object for understanding that behaves as purely perceptive in apprehending the content of its laws, this apprehension nonetheless falls entirely back into the principle and manner of merely perceiving understanding, because what is apprehended is used as moments of a law. For it thereby acquires the mode of a fixed determinacy, the form of an immediate property or an appearance at rest, is further taken up into the determination of magnitude, and the nature of the concept is suppressed.—The exchange of something merely perceived for 1807 215 something reflected into itself, of a merely sensuous determinacy for an organic one, therefore loses its value again, precisely because understanding has not yet sublated legislation.

282 To make the comparison regarding this exchange through a few examples: something that for perception is an animal with strong muscles is determined as an animal organism of high irritability; or what for perception is a state of great weakness is determined as a state of high sensibility—or, if preferred, as an abnormal affection, specifically a potentiation of sensibility: expressions that translate the sensuous not into the concept but into a German-Latin jargon. Understanding can also express the animal’s having strong muscles by saying that the animal possesses great muscular power, just as great weakness can be expressed as slight power. Determination through irritability has an advantage over determination as power: the latter expresses indeterminate reflection into itself, the former determinate reflection, for the muscle’s distinctive power is precisely irritability. It has an advantage over determination as strong muscles in that, as already in power, reflection into itself is also contained within it. Likewise weakness, or slight power, organic passivity, is determinately expressed through sensibility. But sensibility thus taken and fixed on its own, and further combined with the 1807 216 determination of magnitude, and as greater or lesser sensibility opposed to greater or lesser irritability—each is wholly reduced to the sensuous element and the ordinary form of a property, and their relation is not the concept, but, on the contrary, magnitude, into which the opposition now falls and becomes a thoughtless difference. Although the indeterminacy of expressions such as power, strength, and weakness has been removed here, what now arises is an equally empty and indeterminate wandering among the oppositions of higher and lower sensibility and irritability, in their rising and falling in themselves and in relation to each other. Greater or lesser sensibility and irritability are sensuous appearances apprehended and expressed without thought, no less than strength and weakness are wholly sensuous, thoughtless determinations. The concept has not taken the place of those conceptless expressions; rather, strength and weakness have been filled with a determination that, taken on its own, rests upon the concept and has it as its content, but entirely loses this origin and character.—Thus, through the form of simplicity and immediacy in which this content is made one side of a law, and through magnitude, which constitutes the element of difference between such determinations, the essence originally being and posited as concept retains the 1807 217 mode of sensuous perception, and remains as remote from cognition as in determination through strength and weakness of power, or through immediate sensuous properties.

283 It now remains to consider on its own what is the outer of the organic, and how the opposition of its inner and outer determines itself within it, just as first the inner of the whole was considered in relation to its own outer.

284 The outer, considered on its own, is configuration in general, the system of life articulating itself in the element of being, and essentially at the same time the being of organic essence for another—objective essence in its being-for-itself.—This other appears initially as its external inorganic nature. Considered in relation to a law, these two cannot, as we saw above, have inorganic nature constitute one side of a law opposite organic essence, because organic essence is also absolutely for itself and has a universal and free relation to inorganic nature.

285 More closely determined in the organic shape itself, the relationship of these two sides is thus that on one side it is turned toward inorganic nature, while on the other it is for itself and reflected into itself. The actual organic being is the middle term joining life’s being-for-itself with the outer in general, or being-in-itself. 1807 218—But the extreme of being-for-itself is the inner as infinite one, which takes the moments of shape themselves back into itself out of their subsistence and their connection with the outer; the contentless, which gives itself its content in shape and appears within it as its process. In this extreme, as simple negativity or pure singularity, the organic has its absolute freedom, through which it is indifferent and secure against being for another and against the determinacy of the moments of shape. This freedom is at the same time the freedom of the moments themselves: their possibility of appearing and being apprehended as existent. In it they are liberated and indifferent not only toward the external but also toward each other, for the simplicity of this freedom is being, or their simple substance. This concept, or pure freedom, is one and the same life, however variously shape, or being for another, may roam in its play; this stream of life is indifferent to what kind of mills it drives.—First, it must now be noted that this concept is not to be apprehended here, as earlier in the consideration of the inner proper, in its form of process, or the development of its moments, but in its form as simple inner, constituting the purely universal side over against the actual living being, or as the element of subsistence of the existent members of 1807 219 shape. For it is shape that we are considering here, and within it life’s essence is as the simplicity of subsistence. Then being for another, or the determinacy of actual configuration, taken up into this simple universality that is its essence, is an equally simple, universal, unsensuous determinacy, and can only be what is expressed as number.—It is the middle term of shape, linking indeterminate life with actual life, simple like the former and determinate like the latter. What would be number in the former, the inner, the outer would have to express in its own manner as multiform actuality, mode of life, color, and so forth—in general as the entire multitude of differences developing in appearance.

286 Comparing the two sides of the organic whole—one the inner, the other the outer, so that each again has an inner and outer within itself—in terms of their respective inner, the inner of the first was the concept as the unrest of abstraction; the second, however, has as its inner universality at rest, and within it also determinacy at rest, number. Hence, if the first deceptively promised laws through the semblance of necessity in relation, because the concept develops its moments within it, the second immediately renounces this promise, since number shows itself as the determination of one side of its laws. 1807 220 For number is precisely the wholly resting, dead, indifferent determinacy in which all movement and relation have died out, and which has broken off the bridge to the living reality of drives, mode of life, and other sensuous existence.

287 Yet this consideration of organic shape as such, and of the inner as an inner merely of shape, is in fact no longer a consideration of the organic. For the two sides that were to be related are posited only as indifferent to each other, thereby sublating the reflection into itself that constitutes the essence of the organic. Rather, the attempted comparison of inner and outer is here transferred to inorganic nature; the infinite concept is here only the essence that is hidden within, or falls outside into self-consciousness, and no longer has its objective presence as in the organic. This relation of inner and outer must therefore still be considered in its proper sphere.

288 First, that inner of shape, as the simple singularity of an inorganic thing, is specific gravity. It can be observed as simple being, as can the numerical determinacy of which alone it is capable—or properly, found by comparing observations—and seems in this way to provide one side of the law. 1807 221 Shape, color, hardness, toughness, and an innumerable multitude of other properties would together constitute the outer side and have to express the inner’s determinacy, number, so that one would have its counterpart in the other.

289 Now, because negativity is apprehended here not as the movement of process, but as tranquilized unity, or simple being-for-itself, it appears instead as that through which the thing resists the process and maintains itself within itself as indifferent to it. But because this simple being-for-itself is a calm indifference toward another, specific gravity appears as one property beside others; and with this every necessary relation of it to this multiplicity, or all lawfulness, ceases.—As this simple inner, specific gravity does not have difference within itself, or has only inessential difference; for its pure simplicity sublates every essential distinction. This inessential difference, magnitude, would therefore have to have its counterpart or other on the other side, which is the multiplicity of properties, since only thereby is it difference at all. If this multiplicity itself is gathered into the simplicity of opposition and determined, perhaps, as cohesion, so that cohesion is being-for-itself in otherness, while specific gravity is pure being-for-itself, then this 1807 222 cohesion is initially this pure determinacy posited in the concept over against that determinacy, and the manner of legislation would be the one considered above in the relation of sensibility to irritability.—Furthermore, as the concept of being-for-itself in otherness, it is only the abstraction of the side opposed to specific gravity, and as such has no existence. For being-for-itself in otherness is the process in which the inorganic would have to express its being-for-itself as a self-preservation that kept it from emerging from the process as a moment of a product. Yet precisely this is contrary to its nature, which does not have purpose or universality within itself. Rather, its process is only the determinate behavior in which its being-for-itself, its specific gravity, sublates itself. But this determinate behavior itself, in which its cohesion in its true concept would consist, and the determinate magnitude of its specific gravity, are concepts entirely indifferent to each other. If the manner of behavior were entirely disregarded and restricted to the representation of magnitude, one might perhaps conceive the determination that greater specific weight, as a higher being-within-itself, would resist entering the process more than lesser specific weight. Yet conversely, the freedom of being-for-itself proves itself only in the ease with which it engages with everything and preserves itself in 1807 223 this manifoldness. That intensity without extension of relations is an abstraction without substance, for extension constitutes intensity’s existence. But the inorganic’s self-preservation in its relation falls, as remarked, outside its nature, since it does not have the principle of movement within itself, or since its being is not absolute negativity and concept.

290 If, by contrast, this other side of the inorganic is considered not as process but as being at rest, it is ordinary cohesion: a simple sensuous property that has stepped to one side over against the released moment of otherness, which lies dispersed in many indifferent properties; and, like specific gravity, it itself takes its place among these. The multitude of properties together then constitutes the other side over against cohesion. But in it, as in the others, number is the sole determinacy, which not only does not express a relation and transition of these properties to one another, but essentially consists precisely in having no necessary relation, and instead exhibiting the eradication of all lawfulness; for number is the expression of determinacy as inessential. Thus a series of bodies expressing difference as the numerical difference of their specific gravities runs in no way parallel to a series of differences in the other 1807 224 properties, even if, to make matters easier, only one or a few of them are taken. For in fact only their whole aggregate could constitute the other side in this parallel. In order to order this aggregate within itself and join it into a whole, the quantitative determinations of these various properties are, on the one hand, present for observation, but on the other their differences enter as qualitative. What in this heap would have to be designated positive or negative and cancel reciprocally—in general, the inward configuration and exposition of the formula, which would be highly composite—would belong to the concept, which is excluded precisely by the manner in which the properties lie before us and are to be apprehended as existent. In this being, none exhibits the character of a negative toward another; rather, one is just as much as another, nor does it otherwise indicate its place in the arrangement of the whole.—With a series proceeding in parallel differences—whether the relationship is intended as increasing on both sides together, or increasing on one and decreasing on the other—the concern is only with the final simple expression of this gathered whole, which was to constitute one side of the law opposite specific gravity. Yet this one side, as an existent result, is precisely nothing other than what has already been mentioned: 1807 225 a singular property, such as ordinary cohesion, beside which the others, including specific gravity, are indifferently present; and any other can be chosen with equal right—that is, with equal wrong—as representative of the whole other side. One, like another, would merely represent the essence, or put it before us, but would not be the matter itself. Thus the attempt to find series of bodies that proceeded along the simple parallel of two sides and expressed the essential nature of bodies according to a law of these sides must be taken as a thought that does not know its task or the means by which it was to be accomplished.

291 Earlier, the relation of outer and inner in shape that was to present itself to observation was immediately carried over into the inorganic sphere. The determination drawing it there can now be stated more precisely, and from this another form and relation of this relationship emerges. For in the organic, what seems in the inorganic to offer the possibility of such a comparison of inner and outer disappears altogether. The inorganic inner is a simple inner, presenting itself to perception as an existent property; its determinacy is 1807 226 therefore essentially magnitude, and as an existent property it appears indifferent to the outer, or the many other sensuous properties. But the being-for-itself of organic life does not thus step to one side over against its outer, but contains the principle of otherness within itself. If we determine being-for-itself as a simple, self-preserving relation to itself, its otherness is simple negativity, and organic unity is the unity of self-equal self-relation and pure negativity. This unity as unity is the inner of the organic; the organic is thereby universal in itself, or is genus. But the genus’s freedom toward its actuality is different from the freedom of specific gravity toward shape. The latter’s freedom is an existent freedom, or its stepping to one side as a particular property. But because it is existent freedom, it is also only one determinacy that belongs essentially to this shape, or through which this shape as essence is determinate. The genus’s freedom, however, is universal and indifferent toward this shape or toward its actuality. The determinacy belonging to inorganic being-for-itself as such therefore falls in the organic beneath its being-for-itself, just as in the inorganic it falls only beneath its being. Hence, although in the inorganic this determinacy is at the same time only a property, 1807 227 it nevertheless receives the dignity of essence, because as the simple negative it confronts existence as being for another; and this simple negative, in its ultimate singular determinacy, is a number. The organic, however, is a singularity that is itself pure negativity, and therefore eradicates within itself the fixed determinacy of number belonging to indifferent being. Insofar as it has the moment of indifferent being, and within it number, number can therefore be taken only as a play within it, not as the essence of its livingness.

292 Yet although pure negativity, the principle of process, does not fall outside the organic, and the organic therefore does not have it as a determinacy in its essence, but singularity itself is universal in itself, this pure singularity is nevertheless not developed and actual within the organic in its moments as themselves abstract or universal. Rather, this expression falls outside that universality, which withdraws into inwardness; and between actuality or shape—that is, developing singularity—and the organic universal or genus, there enters the determinate universal, species. The existence that the negativity of the universal or genus attains is only the developed movement of a process running through the parts of existent shape. If the genus, 1807 228 as simplicity at rest, contained the differentiated parts within it, and if its simple negativity as such were thus at the same time movement running through equally simple parts immediately universal within themselves, which as such moments would be actual here, then organic genus would be consciousness. As it is, however, simple determinacy, as the determinacy of species, is present within it in a spiritless manner; actuality begins from it, or what enters actuality is not genus as such—that is, not thought at all. As an actual organic being, genus is represented only by a representative. Yet this representative, number, which seems to designate the transition from genus into individual configuration and to give observation both sides of necessity—at one time as simple determinacy, at another as configuration developed and born forth into manifoldness—designates instead the indifference and freedom of universal and singular toward each other. The singular is abandoned by genus to the inessential difference of magnitude, yet as living it shows itself equally free from this difference. True universality, as determined, is here only inner essence; as determinacy of species it is formal universality, and over against this, that true universality steps to the side of singularity, which thereby is living and, through its inner, rises above its 1807 229 determinacy as species. But this singularity is not at the same time a universal individual—that is, one in which universality would equally have external actuality; rather, this falls outside organic life. Yet this universal individual, as it immediately is the individual of natural configurations, is not consciousness itself; if it were to be consciousness, its existence as a singular organic living individual would not have to fall outside it.

293 We therefore see a syllogism in which one extreme is universal life as universal, or as genus, while the other extreme is the same life as singular, or as universal individual; the middle term, however, is composed of both. The first seems to send itself into it as determinate universality, or species, while the other does so as proper or singular singularity.—And since this syllogism belongs altogether to the side of configuration, what is distinguished as inorganic nature is equally comprehended under it.

294 Now, since universal life as the simple essence of genus, for its part, develops the differences of the concept and must exhibit them as a series of simple determinations, this series is a system of indifferently posited differences, or a numerical series. Previously the organic in the form of singularity was opposed to this inessential difference, which does not express or contain its 1807 230 living nature—and the same must be said of the inorganic according to its whole existence developed in the multitude of its properties. Now, however, it is the universal individual that must be considered not only as free of every articulation of genus, but also as its power. Genus, which divides itself into species according to the universal determinacy of number, or may also take singular determinations of its existence, for example figure, color, and so forth, as its basis of division, suffers violence in this tranquil business from the universal individual, the earth. As universal negativity, the earth asserts against the systematizing of genus the differences as it contains them within itself, whose nature, because of the substance to which they belong, is different from the nature of those of genus. This activity of genus becomes an entirely restricted business, which it may pursue only within those mighty elements, and which their unbridled force everywhere interrupts, leaves incomplete, and stunts.

295 It follows that in configured existence, reason can become present to observation only as life in general, which, however, in its differentiation does not actually contain a rational sequence and articulation within itself, and is not a self-grounded system of shapes.—If 1807 231 in the syllogism of organic configuration the middle term, into which species and its actuality as singular individuality fall, contained within itself the extremes of inner universality and universal individuality, this middle term would have in the movement of its actuality the expression and nature of universality, and would be self-systematizing development. Thus consciousness has, as the middle term between universal spirit and its singularity, or sensuous consciousness, the system of consciousness’s configurations as a life of spirit ordering itself into a whole—the system considered here, which has its objective existence as world history. But organic nature has no history; from its universal, life, it falls immediately down into the singularity of existence. The moments united in this actuality, simple determinacy and singular livingness, produce becoming only as the contingent movement in which each is active at its own part and the whole is preserved. Yet this activity is for itself restricted to its own point, because the whole is not present within it, and the whole is not present there because it is not here for itself as a whole.

296 Thus, beyond observing reason’s attaining in organic nature only the intuition of itself as universal life in general, 1807 232 it gains an intuition of life’s development and realization only according to systems distinguished in an entirely general way, whose determination has its essence not in the organic as such but in the universal individual; and under these differences of the earth, according to sequences that genus attempts.

297 Since, then, in its actuality the universality of organic life lets itself fall immediately into the extreme of singularity, without true mediation that is for itself, observing consciousness has only meaning before it as a thing; and if reason can take an idle interest in observing this meaning, it is restricted to describing and recounting nature’s opinions and fancies. This spiritless freedom of meaning will indeed everywhere offer beginnings of laws, traces of necessity, hints of order and sequence, ingenious and plausible relations. Yet in the relation of the organic to the existent differences of the inorganic—the elements, zones, and climates—observation gets no further, regarding law and necessity, than great influence. Likewise, on the other side, where individuality has not the meaning of the earth but that of the one immanent in organic life, and although this one in immediate unity with the universal constitutes genus, 1807 233 precisely for that reason the genus’s simple unity determines itself only as number and therefore leaves qualitative appearance free—observation can get no further than pleasing remarks, interesting relations, a friendly accommodation to the concept. But pleasing remarks are no knowledge of necessity; interesting relations stop at interest, while interest is still only an opinion about reason; and the friendliness with which the individual alludes to a concept is a childlike friendliness, which becomes childish if it claims or is supposed to count for something in and for itself.

1807 234

b. Observation of Self-Consciousness in Its Purity and Its Relation to External Actuality; Logical and Psychological Laws.

298 Observation of nature finds the concept realized in inorganic nature: laws whose moments are things that at the same time behave as abstractions; but this concept is not a simplicity reflected into itself. The life of organic nature, by contrast, is only this simplicity reflected into itself; its opposition to itself as universal and singular does not separate within the essence of this life itself. Its essence is not genus dividing and moving within its undifferentiated element, while at the same time remaining undifferentiated for itself in its opposition. Observation finds this free concept, whose universality equally contains developed singularity absolutely within itself, only in the concept itself existing as concept, or in self-consciousness.

1807 235

299 Now turning into itself and directing itself toward the concept actual as free concept, observation first finds the laws of thought. This singularity, which thinking is within itself, is the abstract movement of the negative, entirely taken back into simplicity, and the laws are outside reality.—To say that they have no reality means nothing other than that they are without truth. They are indeed supposed to be, if not complete, nevertheless formal truth. Yet the purely formal without reality is a thought-entity, or empty abstraction without the division within itself that would be nothing other than content.—On the other hand, since they are laws of pure thinking, and pure thinking is the intrinsically universal, and therefore a knowing that immediately contains being and with it all reality, these laws are absolute concepts and indivisibly the essentialities of form as of things. Since universality moving within itself is the divided simple concept, it thus has content within itself, and a content that is all content, only not a sensuous being. It is a content neither contradicting form nor separated from it at all, but rather essentially form itself; for form is nothing other than the universal dividing itself into its pure moments.

300 But insofar as this form or content is for observation as observation, it receives the 1807 236 determination of a found, given—that is, merely existent—content. It becomes the being at rest of relations, a multitude of isolated necessities that are supposed to have truth as a fixed content in and for themselves, in their determinacy, and are thus in fact withdrawn from form.—Yet this absolute truth of fixed determinations, or of many different laws, contradicts the unity of self-consciousness, or of thinking and form in general. What is declared to be a fixed law, abiding in itself, can be only a moment of unity reflecting itself into itself, can appear only as a vanishing magnitude. But torn by consideration out of this movement’s context and posited singly, they do not lack content, for they have, rather, a determinate content; what they lack instead is form, which is their essence. These laws are not the truth of thinking, in fact, not because they are supposed to be merely formal and have no content, but for precisely the opposite reason: because in their determinacy, or precisely as a content deprived of form, they are supposed to count as something absolute. In their truth, as moments vanishing in the unity of thinking, they would have to be taken as knowing, or thinking movement, not as laws of knowing. But observation is not knowing itself, and does not know it; instead, it inverts knowing’s nature into the 1807 237 shape of being, that is, apprehends its negativity only as its laws.—It is sufficient here to have shown the invalidity of the so-called laws of thought from the general nature of the matter. Their more precise development belongs to speculative philosophy, where they show themselves as what they truly are: singular vanishing moments whose truth is only the whole of thinking movement, knowing itself.

301 This negative unity of thinking is for itself, or rather it is being-for-itself, the principle of individuality, and in its reality, active consciousness. The nature of the matter therefore carries observing consciousness onward to active consciousness as the reality of those laws. Since this connection is not present for it, it believes that on one side thinking remains standing for it within its laws, while on the other it obtains another being in what is now its object: active consciousness, which is for itself in such a way that it sublates otherness and has its actuality in this intuition of itself as the negative.

302 Thus a new field opens for observation in the acting actuality of consciousness. Psychology contains the multitude of laws according to which spirit behaves differently toward the different modes of its actuality as a 1807 238 *preexisting otherness: partly receiving these into itself and conforming to the habits, customs, and way of thinking it finds, as that in which it is its own object as actuality; partly knowing itself as self-active against them, selecting only something particular from them for itself through inclination and passion, and making the objective conform to itself. In the former case it behaves negatively toward itself as singularity, in the latter toward itself as universal being.—On the first side, independence gives what it finds only the form of conscious individuality in general, and as regards content remains within the universal actuality already present. On the other side, however, it gives that actuality at least a distinctive modification that does not contradict its essential content, or else a modification through which the individual, as particular actuality and distinctive content, opposes it—and becomes criminal insofar as it sublates this actuality in a merely singular manner; or, doing this in a universal manner and thus for all, replaces the existing world, right, law, and customs with another world, another right, law, and customs.

303 Observing psychology, which first states its perceptions of the universal modes it encounters in active consciousness, finds various faculties, inclinations, and passions; and since 1807 239 recollection of the unity of self-consciousness cannot be suppressed while this collection is recounted, it must at least proceed to amazement that so many varied and heterogeneous things, contingent to each other, can be together in spirit as in a sack, especially since they show themselves not as dead things at rest, but as restless movements.

304 In recounting these different faculties, observation occupies the universal side; the unity of these manifold capacities is the side opposed to this universality, actual individuality.—But to apprehend and recount differentiated actual individualities in turn by saying that one person has more inclination toward this, another toward that, one more understanding than another, is something far less interesting than even enumerating species of insects, mosses, and so forth. For these give observation the right to take them thus singly and without concept, because they belong essentially to the element of contingent singularization. To take conscious individuality spiritlessly as a singular existent appearance, by contrast, involves the contradiction that its essence is the universal of spirit. Yet insofar as apprehension also lets individuality enter the form of universality, it finds its law, and now seems to have a rational purpose and pursue a necessary business.

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305 The moments constituting the content of the law are, on one side, individuality itself, and on the other, its universal inorganic nature: the preexisting circumstances, situation, habits, customs, religion, and so on. Determinate individuality is to be comprehended from these. They contain the determinate as well as the universal and are at the same time things present, offering themselves to observation and expressing themselves on the other side in the form of individuality.

306 The law of this relationship between the two sides would now have to contain the effect and influence that these determinate circumstances exert upon individuality. But individuality is precisely this: equally to be the universal, and thus in a calm, immediate manner to flow together with the present universal—customs, habits, and so forth—and conform to them, and to behave in opposition to them and instead overturn them; as well as, in its singularity, to behave wholly indifferently toward them, neither letting them act upon it nor acting against them. What is to influence individuality and what influence it is to have—which actually amounts to the same thing—therefore depends solely upon individuality itself. To say that through this an individuality has become this determinate individuality means nothing other than that it already was this. Circumstances, situation, customs, and so forth, which are shown on one side 1807 241 as present, and on the other in this determinate individuality, express only its indeterminate essence, which is not what concerns us. Had these circumstances, way of thinking, customs, and state of the world in general not existed, the individual would indeed not have become what it is; for all those who find themselves in this state of the world are this universal substance.—But as the world has particularized itself in this individual—and it is such an individual that is to be comprehended—it would have to have particularized itself in and for itself and acted upon an individual in this determinacy it had given itself. Only thus would it have made the individual into the determinate one it is. If the outer had constituted itself in and for itself as it appears in individuality, individuality would be comprehended from it. We would have a doubled gallery of pictures, one the reflection of the other: one the gallery of the complete determination and delimitation of external circumstances, the other the same translated into the manner in which they are in the conscious being; the former the surface of the sphere, the latter the center that represents that surface within itself.

307 But the sphere’s surface, the individual’s world, immediately has the ambiguous meaning of being a world and situation existing in and for themselves, and the individual’s world either insofar as the individual had merely flowed together with it, let it enter into itself as it is, 1807 242 and behaved toward it only as formal consciousness;—or, alternatively, of being the individual’s world as what is present has been overturned by that individual.—Since, because of this freedom, actuality is capable of this doubled meaning, the individual’s world can be comprehended only from the individual itself; and the influence upon the individual of actuality represented as existing in and for itself receives through the individual an absolutely opposed meaning: either it lets the stream of incoming actuality run its course within it, or it interrupts and overturns it. But thereby psychological necessity becomes so empty a word that what is supposed to have had this influence contains the absolute possibility that it might equally not have had it.

308 Thus the being that would be in and for itself, and was to constitute one side—and specifically the universal side—of a law, disappears. Individuality is what its world is as its own; individuality itself is the sphere of its activity in which it has exhibited itself as actuality, and is simply only the unity of preexisting and produced being. The sides of this unity do not fall apart, as in the representation of psychological law, into a world present in itself and an individuality existing for itself; or, if each is thus considered on its own, no necessity or law of their relation to each other is present.

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c. Observation of the Relation of Self-Consciousness to Its Immediate Actuality; Physiognomy and the Study of the Skull.

309 Psychological observation finds no law of self-consciousness’s relationship to actuality, or to the world opposed to it, and through their mutual indifference is driven back upon the distinctive determinacy of real individuality, which is itself in and for itself, or contains the opposition of being-for-itself and being-in-itself effaced in their absolute mediation. This is the object that has now arisen for observation, or to which it passes over.

310 The individual is in and for itself: it is for itself, or is a free activity; but it is also in itself, or itself has an original, determinate being—a determinacy that according to the concept is the same as what psychology wished to find outside it. Thus within the individual itself there emerges the opposition of being this doubled thing: the movement of 1807 244 consciousness and the fixed being of an appearing actuality, an actuality that is immediately its own within it. This being, the body of determinate individuality, is its originality, what it has not done. Yet since the individual is at the same time only what it has done, its body is also the expression of itself produced by it; at the same time a sign that has not remained the immediate thing, but in which it merely makes known what it is in the sense that it puts its original nature into practice.

311 If we consider the moments present here in relation to the preceding view, there is here a universal human shape, or at least the universal shape of a climate, continent, or people, just as previously there were the same universal customs and cultivation. To these are added the particular circumstances and situation within universal actuality; here this particular actuality is present as a particular formation of the individual’s shape.—On the other side, just as previously the individual’s free activity and actuality as its own were set against preexisting actuality, here stands shape as the expression of its actualization posited by itself, the features and forms of its self-active essence. But the actuality, both universal and particular, that observation previously found outside the individual is here its own actuality, its inborn body; and into this very body 1807 245 falls the expression belonging to its activity. In the psychological consideration, actuality existing in and for itself and determinate individuality were to be related to each other; here, however, the whole determinate individuality is the object of observation, and each side of its opposition is itself this whole. Thus the outer whole includes not only original being, the inborn body, but equally its formation, which belongs to the activity of the inner. It is the unity of unformed and formed being, and the individual’s actuality permeated by being-for-itself. This whole, encompassing the determinate original fixed parts and the features that arise only through activity, is, and this being is the expression of the inner, of the individual posited as consciousness and movement.—This inner, likewise, is no longer formal, contentless, or indeterminate self-activity whose content and determinacy would, as previously, lie in external circumstances; rather, it is an original character determinate in itself, whose form alone is activity. The relationship between these two sides is therefore considered here: how it is to be determined, and what is to be understood by this expression of the inner in the outer.

312 Initially this outer does not make the inner visible, or into a being for another at all, as an organ; for insofar as the inner is in the 1807 246 organ, it is activity itself. The speaking mouth, the working hand, and, if desired, the legs as well, are the organs of actualization and accomplishment, containing activity as activity, or the inner as such; but the externality the inner acquires through them is the deed, as an actuality separated from the individual. Speech and work are manifestations in which the individual no longer retains and possesses itself within itself, but lets the inner come entirely outside itself and surrenders it to another. One can therefore equally say that these manifestations express the inner too much and too little: too much, because the inner itself bursts forth in them, leaving no opposition between them and it; they give not merely an expression of the inner, but immediately the inner itself. Too little, because in speech and action the inner makes itself into another and thereby surrenders itself to the element of transformation, which overturns the spoken word and accomplished deed and makes something different of them from what they are in and for themselves as actions of this determinate individual. Through this externality, the works of action not only lose, under the influence of others, the character of being something enduring over against other individualities; but since they relate to the inner they contain as a separated, indifferent outer, 1807 247 they can, as inner, through the individual itself, be something other than they appear—either because the individual intentionally makes them appear as something other than they truly are, or because it is too inept to give itself the outward aspect it really wanted, and to fix it so that others cannot distort its work. Thus activity as accomplished work has a doubled, opposed meaning: either to be the inner individuality and not its expression, or, as outer, to be an actuality free of the inner and something entirely other than it.—Because of this ambiguity, we must look for the inner as it still is in the individual itself, but visibly or externally. In the organ, however, it is only as immediate activity itself, acquiring its externality in the deed, which either represents the inner or does not. Considered according to this opposition, the organ therefore does not provide the expression sought.

313 If, then, outward shape could express inward individuality only insofar as it is not organ or activity, and hence is a whole at rest, it would behave as a subsisting thing that calmly received the inner as something alien into its passive existence and thereby became its sign: an external, contingent expression whose actual side is in itself 1807 248 meaningless—a language whose sounds and combinations of sounds are not the matter itself, but are linked with it by free choice and are contingent for it.

314 Such an arbitrary connection between things external to each other yields no law. Physiognomy, however, is supposed to distinguish itself from other disreputable arts and pernicious studies by considering determinate individuality in the necessary opposition of inner and outer, of character as conscious essence and that same character as existent shape, and relating these moments to each other as they are related through their concept, and therefore must constitute the content of a law. In astrology, palmistry, and similar sciences, by contrast, only outer seems to be related to outer, something to something alien to it. This constellation at birth, and, if this outer is brought closer to the body itself, these lines of the hand, are external moments in relation to the individual’s long or short life and fate in general. As externalities they behave indifferently toward each other and do not have the necessity for each other that is supposed to lie in the relation of an outer and an inner.

315 The hand, admittedly, seems not so much something external to fate, but rather 1807 249 something inward in relation to it. For fate, in turn, is only the appearance of what determinate individuality in itself is as inward original determinacy.—The palmist, like the physiognomist, arrives at knowing what individuality is in itself by a shorter route than, for example, Solon, who thought this could be known only from and after the course of the whole life. He considered appearance; they consider the in-itself. Yet that the hand must exhibit individuality’s in-itself regarding its fate is easily seen from the fact that, next to the organ of speech, it is above all that through which the human being brings itself into appearance and actualization. It is the ensouled master craftsman of its fortune; one can say of it that it is what a human being does. For in the hand, as the active organ of self-accomplishment, the human being is present as animating; and since originally it is its own fate, the hand will therefore express this in-itself.

316 From this determination—that the organ of activity is equally a being and the activity within it, or that inward being-in-itself is itself present within it and has a being for others—there follows another view of it than the preceding one. For if organs in general proved incapable of being taken as expressions of the inner because in them activity as activity 1807 250 is present, while activity as deed is merely outer, so that inner and outer thus fall apart and are or can be alien to each other, then, according to the determination considered, the organ must also be taken again as the middle term of both. For precisely the fact that activity is present in it at the same time constitutes an externality of activity, and indeed a different one from the deed: this externality remains with and in the individual.—Now this middle term and unity of inner and outer is, first, itself also external; but then this externality is at the same time taken up into the inner. As simple externality it stands opposed to dispersed externality, which is either only a singular work or state contingent for the whole individuality, or, as whole externality, fate splintered into a multiplicity of works and states. Thus the simple lines of the hand, likewise the tone and range of the voice as the individual determinacy of speech—and speech again as it acquires through the hand a firmer existence than through the voice, writing, specifically in its particularity as handwriting—all this is expression of the inner. As simple externality, it in turn relates to the manifold externality of action and fate as inner over against these.—If, then, the individual’s determinate nature and inborn peculiarity, 1807 251 together with what these have become through cultivation, are initially taken as the inner, as the essence of action and fate, this inner has its appearance and externality first in its mouth, hand, voice, handwriting, as well as in its other organs and their abiding determinations; and only then does it express itself further outward in its actuality in the world.

317 Since this middle term is now determined as a manifestation at the same time taken back into the inner, its existence is not confined to the immediate organ of activity; rather, it is the movement and form of the face and of configuration in general that accomplish nothing. According to this concept, these features and their movement are activity held back and remaining in the individual; in relation to actual activity they are its own supervision and observation of that activity, manifestation as reflection upon actual manifestation.—The individual is not silent concerning and during its external activity, because in that activity it is at the same time reflected into itself, and manifests this reflectedness into itself. This theoretical activity, or the individual’s speech with itself about its activity, is also perceptible to others, for it is itself a manifestation.

318 In this inner, then, which remains inner in its manifestation, the individual’s reflectedness 1807 252 out of its actuality is observed; and we must see how matters stand with the necessity posited in this unity.—This reflectedness is, first, different from the deed itself, and can therefore be something other, and taken for something other, than the deed is; one sees in someone’s face whether they are serious about what they say or do.—Conversely, however, what is supposed to be expression of the inner is at the same time an existent expression, and thus itself sinks to the determination of being, which is absolutely contingent for the self-conscious essence. It is therefore indeed expression, but at the same time only like a sign, so that the expressed content is completely indifferent to the constitution of that through which it is expressed. In this appearance the inner is indeed visible invisibility, but without being bound to it; it can equally be in another appearance, just as another inner can be in the same appearance.—Lichtenberg therefore rightly says: “Suppose the physiognomist once caught hold of the human being; it would take only a stout resolve to make oneself incomprehensible again for millennia.”—Just as in the preceding relationship the given circumstances were an existent from which individuality took what it could and wanted, either submitting to it or overturning it, for which reason it did not contain individuality’s necessity and essence, 1807 253 so here individuality’s appearing immediate being is something that either expresses its reflectedness out of actuality and its being-within-itself, or is for it merely a sign, indifferent toward what is signified, and therefore in truth signifying nothing. It is equally its face and its mask, which it can lay aside.—Individuality permeates its shape, moves and speaks within it; yet this whole existence equally passes over into an indifferent being over against will and action. Individuality effaces in it the significance it previously had of containing its reflectedness into itself, or its true essence, and conversely places this instead in the will and the deed.

319 Individuality gives up that reflectedness into itself which is expressed in its features, and places its essence in the work. In doing so it contradicts the relationship established, regarding what is to be its inner and outer, by reason’s instinct when it turns to observing self-conscious individuality. This standpoint leads us to the actual thought underlying physiognomic science—if one wishes to call it that. Formally, the opposition this observing has reached is that of practical and theoretical, both posited within the practical itself: individuality 1807 254 actualizing itself in action, taken in the most general sense, and the same individuality insofar as in this action it is at the same time reflected out of it into itself and has it as its object. Observation takes up this opposition according to the same inverted relationship in which it determines itself in appearance. For observation, the deed itself and the work, whether of speech or of a more firmly established actuality, count as the inessential outer, while individuality’s being-within-itself counts as the essential inner. Of the two sides practical consciousness contains, intention and deed—its meaning concerning its action and the action itself—observation chooses the former as the true inner. This is supposed to have its more or less inessential manifestation in the deed, but its true manifestation in its shape. The latter manifestation is the immediate sensuous presence of individual spirit; the inwardness that is supposed to be true is the particularity of intention and the singularity of being-for-itself: both are spirit as meant. Thus what observation has as its objects is existence as meant, and it seeks laws between such objects.

320 Immediate meaning concerning spirit’s supposed presence is natural physiognomy: the hasty judgment, at first sight of a shape, concerning its inward nature and character. The object of this opinion is of such a 1807 255 kind that its essence lies in being in truth something other than merely sensuous, immediate being. What is present, what is observation’s object, is indeed precisely this reflectedness within the sensuous, out of it into itself: visibility as the visibility of the invisible. But this very immediate sensuous presence is spirit’s actuality as it is only for opinion; and on this side observation busies itself with its supposed existence, with physiognomy, handwriting, tone of voice, and so forth.—It relates such existence to just such a supposed inner. It is not the murderer or thief who is to be cognized, but the capacity to be one. Fixed abstract determinacy thereby loses itself in the concrete, infinite determinacy of the singular individual, which now requires more artful portrayals than those qualifications. Such artful portrayals certainly say more than qualification as murderer, thief, or good-hearted, unspoiled, and so on, but nowhere near enough for their purpose of expressing supposed being, or singular individuality; no more than portrayals of shape that go beyond the flat forehead, long nose, and so forth. For singular shape, like singular self-consciousness, is inexpressible as supposed being. The science of knowing human beings, directed toward the supposed human being, like 1807 256 physiognomy, directed toward their supposed actuality and wishing to elevate natural physiognomy’s unconscious judging into knowledge, is therefore something endless and bottomless, which can never arrive at saying what it means, because it merely means, and its content is merely what is meant.

321 The laws this science sets out to find are relations of these two supposed sides, and therefore can themselves be nothing but empty opinion. Moreover, since this supposed knowledge concerning spirit’s actuality has precisely this as its object—that spirit reflects itself out of its sensuous existence into itself, and determinate existence is an indifferent contingency for it—it must immediately know, regarding the laws it finds, that nothing is said by them, but that there is actually only pure chatter, or merely an opinion of oneself is given. This expression has the truth of stating these as the same thing: saying one’s opinion, and thereby contributing not the matter itself but merely an opinion of oneself. As regards content, however, these observations cannot differ from these: “It always rains when we have a fair,” says the shopkeeper; “and always when I dry my laundry,” says the housewife.

322 Lichtenberg, who characterizes physiognomic observation in this way, also says: “If someone said, you do act like an honest 1807 257 man, but I see from your figure that you are forcing yourself and are a rogue at heart—truly, until the end of the world every decent fellow will answer such an address with a slap in the face.”—This reply is striking because it refutes the first presupposition of such a science of opinion: namely, that a person’s actuality is their face, and so forth.—Rather, a person’s true being is their deed; in it individuality is actual, and it is the deed that sublates the supposed in both its sides. First, the supposed as a bodily being at rest: individuality instead exhibits itself in action as the negative essence that is only insofar as it sublates being. Then the deed likewise sublates opinion’s inexpressibility regarding self-conscious individuality, which in opinion is infinitely determinate and determinable. In the accomplished deed this bad infinity is annihilated. The deed is something simply determinate, universal, comprehensible in an abstraction; it is murder, theft, or beneficence, a courageous deed, and so forth, and what it is can be said of it. It is this, and its being is not merely a sign, but the matter itself. It is this, and the individual human being is what it is; in the simplicity of this being, the person is for others an existent, universal essence and ceases to be merely supposed. 1807 258 Admittedly the person is not thereby posited as spirit; but since we are speaking of their being as being, and on one side the doubled being of shape and deed stands opposed, and both are supposed to be their actuality, it is rather only the deed that must be affirmed as their genuine being—not their figure, which was supposed to express what they mean concerning their deeds, or what one supposed they merely could do. Likewise, since on the other side their work and their inward possibility, capacity, or intention are opposed, the work alone is to be regarded as their true actuality, even if they themselves are mistaken about it and, turning from their action into themselves, suppose that in this inwardness they are something other than in the deed. Individuality, entrusting itself to the objective element by becoming work, does indeed thereby expose itself to alteration and inversion. But the character of the deed consists precisely in whether it is an actual being that maintains itself, or merely a supposed work that passes away, null within itself. Objectivity does not alter the deed itself, but merely shows what it is—that is, whether it is, or whether it is nothing.—The dissection of this being into intentions and similar subtleties, through which the actual human being—that is, their deed—is to be explained back into a supposed being, just as they themselves may also invent particular intentions concerning their actuality, 1807 259 must be left to the idleness of opinion. If this idleness wishes to put its deedless wisdom into practice, deny the character of reason to the acting person, and mistreat them by declaring not the deed but rather figure and features to be their being, it must expect the reply above, which proves to it that figure is not the in-itself, but can instead become an object of treatment.

323 If we now survey the full range of relationships in which self-conscious individuality can be observed as standing toward its outer, one will remain that observation must still make its object. In psychology, it is the external actuality of things that is supposed to have its self-conscious counterpart in spirit and make spirit comprehensible. In physiognomy, by contrast, spirit is supposed to be cognized in its own outer as in a being that is its language—the visible invisibility of its essence. There still remains the determination of the side of actuality according to which individuality expresses its essence in its immediate, fixed, purely existent actuality.—This last relation therefore differs from the physiognomic relation in that the latter is the individual’s speaking presence; in its acting manifestation, the individual also exhibits its presence as reflecting into itself and contemplating itself: a manifestation 1807 260 that is itself movement, features at rest that are themselves essentially a mediated being. But in the determination still to be considered, the outer is finally an entirely resting actuality, which is not in itself a speaking sign but, separated from self-conscious movement, exhibits itself on its own and is as a mere thing.

324 Regarding the inner’s relation to this outer of its own, it is initially clear that it seems to have to be comprehended as the relationship of causal connection, since the relation of one thing existing in itself to another existing in itself, as a necessary relation, is this relationship.

325 Now, for spiritual individuality to have an effect upon the body, it must itself be bodily as cause. But the bodily thing in which it is as cause is the organ—not, however, of activity directed against external actuality, but of the activity of the self-conscious essence within itself, directed outward only against its body. It is not immediately evident what these organs can be. Were one thinking merely of organs in general, the organ of work in general would readily be at hand, likewise the organ of the sexual drive, and so forth. Yet such organs are to be regarded as instruments or parts that spirit, as one extreme, has as middle terms toward the other extreme, which is an external object. 1807 261 Here, however, what is meant is an organ in which the self-conscious individual, as an extreme over against its own actuality opposed to it, preserves itself for itself, not at the same time turned outward but reflected in its action, and in which the side of being is not a being for another. In the physiognomic relation the organ is indeed also considered as an existence reflected into itself and commenting on activity; but this being is objective, and the result of physiognomic observation is that self-consciousness confronts precisely this actuality of its own as something indifferent. This indifference vanishes when this reflectedness into itself is itself effective; that existence thereby acquires a necessary relation to it. But for it to act upon existence, it must itself have a being, though not properly an objective one, and it is to be pointed out as this organ.

326 In ordinary life, anger, for example, as such an inward activity, is located in the liver; Plato even grants the liver something higher still, which according to some is even the highest: prophecy, or the gift of expressing the holy and eternal in an irrational manner. Yet the movement the individual has in the liver, heart, and so forth cannot be regarded as its movement wholly reflected into itself; 1807 262 rather, in these it is such that it has already struck into the body and has an animal existence turning outward toward externality.

327 The nervous system, by contrast, is the immediate repose of the organic in its movement. The nerves themselves are indeed in turn organs of consciousness already immersed in its outward direction; but brain and spinal cord may be regarded as the immediate presence of self-consciousness remaining within itself—not objective, nor going outward. Insofar as this organ’s moment of being is a being for another, an existence, it is dead being, no longer the presence of self-consciousness. Yet this being within itself is according to its concept a fluidity in which the circles cast into it immediately dissolve, and no difference expresses itself as existent. Meanwhile, just as spirit itself is not something abstractly simple but a system of movements in which it differentiates itself into moments, yet remains free in this differentiation itself, and just as it articulates its body in general for different functions and assigns a singular part to only one, so one can also imagine that the fluid being of its being-within-itself is articulated. Indeed it seems it must be imagined this way, because spirit’s reflected being in the 1807 263 brain is itself again only a middle term between its pure essence and its bodily articulation—a middle term that must therefore partake of the nature of both and thus, on the side of the latter, also contain existent articulation within itself.

328 Spiritual-organic being at the same time has the necessary side of an existence subsisting at rest; the former must withdraw as the extreme of being-for-itself and have this side opposite it as the other extreme, which is then the object upon which it acts as cause. Now, if brain and spinal cord are that bodily being-for-itself of spirit, skull and vertebral column are the other separated extreme belonging to it, namely the fixed thing at rest.—But since everyone, when thinking of the actual location of spirit’s existence, thinks not of the back but only of the head, we can, in investigating a knowledge such as this, content ourselves with this reason—not too poor for it—to restrict this existence to the skull. If someone should think of the back insofar as knowledge and activity are sometimes partly driven into a person through it and partly driven out, this would prove nothing toward including the spinal cord among spirit’s dwelling places and its column as its corresponding existence, because it would prove too much. For one can likewise recall that 1807 264 other external ways of approaching spirit’s activity to arouse or restrain it are also favored.—The vertebral column thus disappears, if one wishes, rightly; and it is constructed, just as well as many other doctrines of natural philosophy, that the skull alone remains, though it does not contain spirit’s organs. For this was excluded above by the concept of this relationship, and the skull was therefore assigned to the side of existence. Or if we were not permitted to recall the concept of the matter, experience surely teaches that, just as one sees with the eye as organ, one does not murder, steal, compose poetry, and so forth with the skull.—One must therefore also refrain from the expression organ for the meaning of the skull still to be discussed. For although people are accustomed to saying that reasonable persons care not about the word but about the matter, this does not grant permission to designate a matter by a word that does not belong to it. For this is at once ineptitude and deception, which merely believes and pretends that it lacks the right word, concealing from itself that it in fact lacks the matter, that is, the concept; if this were present, it would also have its right word.—For now, only this has been determined here: that as the brain is the living head, the skull is the caput mortuum.

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329 In this dead being, then, the spiritual movements and determinate modes of the brain would have to give themselves their presentation in external actuality, though still an actuality in the individual itself. For their relationship to the skull, which as dead being does not have spirit dwelling within it, the relationship established above first presents itself: the external, mechanical relationship, in which the actual organs—and these are in the brain—press it out round here, hammer it broad there, or push it flat, or however else this action may be represented. Since the skull itself is part of the organism, a living self-formation must indeed be conceived within it, as in every bone, so that, considered in this way, it for its part instead presses the brain and imposes its external limit; as the harder, it is also more capable of this. Yet the same relationship would still remain in the determination of their reciprocal activity; for whether the skull is determining or determined would alter nothing in the causal connection in general, except that the skull would then be made the immediate organ of self-consciousness, since in it as cause the side of being-for-itself would be found. Yet insofar as being-for-itself as organic livingness falls equally within both, their causal connection in fact disappears. This further formation of both would, however, be inwardly connected, 1807 266 and would be an organic preestablished harmony, leaving the two related sides free toward each other and each with its own shape, to which the other’s shape need not correspond; still more would shape and quality be free toward each other, as are the shape of the grape and the taste of the wine.—But since the determination of being-for-itself falls on the brain’s side, and that of existence on the skull’s side, a causal connection between them must also be posited within organic unity: a necessary relation of them as external to each other, that is, a relation itself external, through which their shape would thus be determined by each other.

330 Regarding the determination, however, in which the organ of self-consciousness would be an active cause upon the opposed side, one can talk back and forth in many ways. For we are speaking of the constitution of a cause considered according to its indifferent existence, its shape and magnitude—a cause whose inwardness and being-for-itself are supposed to be precisely such as do not concern immediate existence. The skull’s organic self-formation is initially indifferent to mechanical action, and the relationship of these two relationships is, since the former is self-relation, precisely this indeterminacy and 1807 267 boundlessness itself. Furthermore, even if the brain took spirit’s differences into itself as existent differences and were a multiplicity of inward organs occupying different spaces—which contradicts nature, which gives the concept’s moments an existence of their own and therefore places the fluid simplicity of organic life purely on one side, and its articulation and division, likewise in its differences, on the other side, so that these, as they are to be apprehended here, show themselves as particular anatomical things—it would remain indeterminate whether a spiritual moment, according as it were originally stronger or weaker, would have to possess a more expanded brain-organ in the former case and a more contracted one in the latter, or precisely the reverse.—Likewise, whether its development enlarged or diminished the organ, made it coarser and thicker, or finer. Because the constitution of the cause remains indeterminate, it is left equally indeterminate how its action upon the skull occurs: whether it expands it or narrows it and lets it collapse. If this action is perhaps determined more elegantly as stimulation, it remains indeterminate whether this occurs by swelling, like a cantharides plaster, or by shriveling, like vinegar.—Plausible reasons can be offered for all such views, for the organic relation, 1807 268 which intervenes just as much, lets one pass as well as another, and is indifferent to all this understanding.

331 Observing consciousness, however, is not concerned with determining this relationship. For in any case what stands on one side is not the brain as an animal part, but as the being of self-conscious individuality.—As abiding character and moving conscious activity, individuality is for itself and within itself; opposed to this being-for-and-within-itself is its actuality and existence for another. Being-for-and-within-itself is the essence and subject that has in the brain a being subsumed under it, receiving its value only through the meaning dwelling within it. But the other side of self-conscious individuality, the side of its existence, is being as independent and subject, or as a thing, namely a bone; the actuality and existence of the human being is its skull-bone.—This is the relationship and the meaning these two sides of the relation have within the consciousness observing them.

332 This consciousness is now concerned with the more determinate relation of these sides. The skull-bone does indeed have, in general, the significance of being spirit’s immediate actuality. But spirit’s many-sidedness gives its existence an equal multiplicity of meanings; what is to be gained is the 1807 269 determinacy of the meaning of the singular locations into which this existence is divided, and we must see how they contain the indication of it within them.

333 The skull-bone is no organ of activity, nor a speaking movement; one neither steals nor murders and so forth with the skull-bone, nor does it alter its expression in the slightest for such deeds, so as to become a speaking gesture.—Nor does this existent have the value of a sign. Facial expression and gesture, tone, even a pillar or a stake driven into a deserted island, announce at once that something else is meant by them than what they immediately merely are. They immediately present themselves as signs, since they contain a determinacy indicating something else by not belonging peculiarly to themselves. One can certainly entertain all kinds of thoughts before a skull, as Hamlet before Yorick’s; but the skull-bone in itself is so indifferent and unassuming a thing that immediately nothing else can be seen or meant in it than simply itself. It does indeed recall the brain and its determinacy, skulls of other formations, but not a conscious movement, since it contains neither facial expression nor gesture, nor anything impressed upon it that announces itself as coming from conscious activity. For it is the actuality that was to exhibit in individuality 1807 270 another side no longer being that reflects itself into itself, but purely immediate being.

334 Since, further, it does not itself feel, a more determinate meaning for it might still seem attainable if determinate sensations, through proximity, allowed what is meant by it to be cognized; and since a conscious mode of spirit has its feeling at a determinate place in the skull, perhaps this location in its shape would indicate that mode and its particularity. For example, as some people complain of feeling a painful tension somewhere in the head during strenuous thinking, or even during thinking in general, so stealing, murdering, composing poetry, and so forth could each be accompanied by a sensation of its own, which would also have to have its particular location. This location in the brain, being more moved and activated in this way, would probably also develop the neighboring part of the bone more; or through sympathy or consensus this part too would not be inert, but would enlarge or diminish itself, or form itself in some manner.—What makes this hypothesis improbable, however, is that feeling in general is something indeterminate, and feeling in the head as center might be the universal sympathetic feeling of all suffering, so that other sensations would mingle with the thief’s, murderer’s, or poet’s 1807 271 tickling or pain in the head and could be distinguished from each other, and from those one can call merely bodily, no more than the disease can be determined from the symptom of headache, if we restrict its meaning to the bodily alone.

335 In fact, from whatever side the matter is considered, every necessary reciprocal relation disappears, along with any self-speaking indication of it. If the relation is nevertheless to take place, what remains and is necessary is a free preestablished harmony, without concept, between the corresponding determinations of the two sides; for one side is supposed to be spiritless actuality, mere thing.—Thus on one side stands a multitude of skull locations at rest, and on the other a multitude of spiritual properties, whose multiplicity and determination will depend on the state of psychology. The more wretched the representation of spirit, the easier matters become from this side; for the properties become both fewer and more separated, fixed, and bony, hence more like determinations of bone and more comparable with them. Yet although the wretchedness of the representation of spirit makes much easier, a very great multitude still remains on both sides; for observation, their relation remains entirely contingent. If each of the children of Israel 1807 272 were to take from the sand of the sea, to which they are supposed to correspond, the grain of which they are the sign, the indifference and arbitrariness assigning each their own would be just as great as that which assigns skull locations and bone forms to each faculty of the soul, passion, and—what would equally have to be considered here—the shades of character about which subtler psychology and knowledge of human beings are accustomed to speak.—The murderer’s skull has this—not organ, nor sign, but this bump; yet this murderer has a multitude of other properties, as well as other bumps, and depressions along with the bumps: one has a choice among bumps and depressions. And again, his murderous disposition can be related to any bump or depression whatever, and these in turn to any property whatever; for the murderer is neither merely this abstraction of a murderer, nor has he only one prominence and one depression. Observations made about this must therefore sound just as good as the shopkeeper’s and housewife’s rain during the fair and the laundry. Shopkeeper and housewife could equally observe that it always rains when this neighbor passes by, or when roast pork is eaten. As rain is indifferent toward these circumstances, so for observation is this 1807 273 determinacy of spirit toward this determinate being of the skull. For of the two objects of this observation, one is a dry being-for-itself, a bony property of spirit, just as the other is a dry being-in-itself. So bony a thing as either of them is completely indifferent toward everything else; a high bump is just as indifferent to a murderer’s being nearby as the murderer is to flatness in his vicinity.

336 The possibility certainly remains irrefutable that some property, passion, and so forth is connected with a bump at some location. One can imagine the murderer with a high bump here at this location of the skull, the thief with one there. From this side the science of the skull is still capable of great expansion; for at first it seems to restrict itself only to the connection of a bump with a property in the same individual, so that this individual possesses both. But natural skull-science already—for there must be such a thing just as much as a natural physiognomy—goes beyond this limit. It judges not only that a cunning person has a fist-sized bump behind the ears, but also imagines that the unfaithful wife does not herself have bumps on the forehead, but that the other married individual does.—Likewise, 1807 274 one can also imagine the person living under the same roof as the murderer, or his neighbor, and further his fellow citizens and so forth, with high bumps somewhere on the skull, just as well as the flying cow that was first caressed by the crab riding on the donkey, and afterward, and so forth.—But if possibility is taken not in the sense of the possibility of imagining, but of inner possibility, or the concept, the object is an actuality that is and is supposed to be pure thing, without such meaning, and can therefore have it only in representation.

337 If, despite the two sides’ indifference, the observer nevertheless sets to work determining relations—partly encouraged by the universal rational ground that the outer is the expression of the inner, partly supporting himself with the analogy of animals’ skulls, animals that may indeed have a simpler character than human beings, but whose character will at the same time be all the harder to state, since it cannot be so easy for every person’s imagination to enter properly into an animal’s nature—then in asserting the laws he claims to have discovered, the observer finds excellent assistance in a distinction that must necessarily occur to us here as well.—Spirit’s being 1807 275 cannot at least be taken as something so utterly fixed and immovable. The human being is free; it is admitted that original being consists only in predispositions over which the human being has considerable power, or which require favorable circumstances to develop—that is, an original being of spirit must equally be declared a being that does not exist as being. If, then, observations contradicted what someone happened to assert as a law—if the weather were fine during the fair or the laundry—the shopkeeper and housewife could say that it really ought to rain, and that the predisposition was nevertheless present. Likewise, skull-observation could say that this individual really ought to be as the skull states according to the law, and has an original predisposition that has, however, not been developed; this quality is not present, but it ought to be present.—The law and the ought rest on observation of actual rain and actual disposition in conjunction with this determinacy of the skull; but if actuality is not present, empty possibility counts for just as much.—This possibility—that is, the nonactuality of the established law, and hence observations contradicting it—must enter precisely because the individual’s freedom and the developing circumstances are indifferent toward being 1807 276 in general, both as original inner being and as external bony being, and because the individual can also be something other than what it originally is inwardly, and still more than what it is as a bone.

338 Thus we obtain the possibility that this bump or depression of the skull designates both something actual and merely a predisposition—indeed, indeterminately to anything whatever—and so something nonactual. We see a poor excuse meet its usual fate: it can itself be used against what it is supposed to help. We see opinion brought by the nature of the matter to say, though thoughtlessly, the opposite of what it holds fast: to say that this bone indicates something, but just as well does not.

339 What hovers before opinion itself in this excuse is the true thought that precisely eradicates it: that being as such is not the truth of spirit at all. Just as predisposition is an original being that has no share in spirit’s activity, so bone, for its part, is precisely such a being. What exists without spiritual activity is a thing for consciousness, and so far from being its essence that it is rather the opposite of it; consciousness is actual for itself only through the negation and eradication of such being.—From 1807 277 this side, to pass off a bone as consciousness’s actual existence must be regarded as a complete denial of reason; and this is how bone is passed off when considered as spirit’s outer, for the outer is precisely existent actuality. It does not help to say that one merely infers from this outer to the inner, which is something else, and that the outer is not the inner itself, but only its expression. For in their relationship to each other, precisely the determination of actuality that thinks itself and is thought falls on the inner side, while that of existent actuality falls on the outer.—Thus if a person is told, you—your inner—are this because your bone is constituted so, this means nothing other than: I regard a bone as your actuality. The reply to such a judgment by a slap in the face, mentioned in connection with physiognomy, initially displaces the soft parts from their appearance and position, and proves only that these are no true in-itself, not spirit’s actuality; here the reply would properly have to go so far as to smash the skull of someone judging in this way, to prove, as palpably as his wisdom is palpable, that a bone is for the human being no in-itself, much less its true actuality.—

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340 The crude instinct of self-conscious reason will reject such a science of the skull without examination—this other, observing instinct of reason, which, having advanced to an intimation of cognition, has grasped it in the spiritless manner that the outer is expression of the inner. But the worse the thought, the less one sometimes notices precisely where its badness lies, and the harder it is to set it out. For a thought is called worse the purer and emptier the abstraction it takes as essence. Yet the opposition at issue here has as its members self-conscious individuality and the abstraction of externality become wholly a thing: that inner being of spirit apprehended as fixed, spiritless being, opposed to just such a being.—But thereby observing reason does indeed seem to have reached its summit, from which it must abandon itself and overturn itself; for only what is utterly bad contains the immediate necessity of reversing itself.—Just as one can say of the Jewish people that precisely because it stands immediately before the gate of salvation it is the most rejected, and has been so: what it ought to be in and for itself, this self-essentiality, it is not for itself, but places beyond itself. Through this alienation it makes a higher 1807 279 existence possible for itself, if it could take its object back into itself, than if it had remained within the immediacy of being; for spirit is all the greater the greater the opposition out of which it returns into itself. But it makes this opposition for itself in sublating its immediate unity and alienating its being-for-itself. Yet if such a consciousness does not reflect itself, the middle in which it stands is the unhappy void, since what should fill it has become a fixed extreme. Thus this last stage of observing reason is its worst, but for that reason its reversal is necessary.

341 For a survey of the series of relationships considered so far, constituting observation’s content and object, shows that in its first mode, observation of the relationships of inorganic nature, sensuous being already vanishes for it. The moments of their relationship exhibit themselves as pure abstractions and simple concepts, which were to be firmly bound to the existence of things; but this existence is lost, so that the moment proves to be pure movement and universal. This free process, complete within itself, retains the significance of something objective, but now appears as a one. In the inorganic process the one is the inner that does not exist; but existing as one, the process is the 1807 280 organic.—As being-for-itself or negative essence, the one stands opposed to the universal, withdraws from it, and remains free for itself, so that the concept, realized only in the element of absolute singularization, does not find in organic existence its true expression of being present as universal, but remains an outer or, what is the same, an inner of organic nature.—The organic process is free only in itself, but not for itself; in purpose, its freedom’s being-for-itself enters: it exists as another essence, as a self-conscious wisdom outside that process. Observing reason therefore turns toward this wisdom, toward spirit, the concept existing as universality or purpose existing as purpose, and its own essence is now its object.

342 It first turns toward spirit’s purity; but since it apprehends the object moving in its differences as an existent, what arise for it are laws of thought, relations of what abides to what abides. Yet since the content of these laws consists only in moments, they trail off into the one of self-consciousness.—This new object, likewise taken as existent, is singular, contingent self-consciousness; observation therefore remains within supposed spirit and the contingent relationship of conscious actuality to unconscious actuality. Spirit alone, within itself, 1807 281 is the necessity of this relation; observation therefore moves closer to its body and compares its willing and acting actuality with its reflected and contemplating actuality, which is itself objective. This outer, although a language the individual possesses within itself, is at the same time, as sign, something indifferent toward the content it was to signify, just as what posits the sign for itself is indifferent toward it.

343 From this changeable language, observation therefore finally returns to fixed being and, according to its concept, declares that externality—not as organ, nor as language and sign, but as dead thing—is spirit’s outer and immediate actuality. What the very first observation of inorganic nature sublated, namely that the concept should be present as a thing, this final mode restores by making spirit’s actuality itself a thing, or, expressed conversely, giving dead being the significance of spirit.—Observation has thereby arrived at expressing what our concept of it was: that reason’s certainty seeks itself as objective actuality.—One may indeed not mean thereby that spirit, represented by a skull, is declared a thing; no 1807 282 materialism, as it is called, is supposed to lie in this thought; rather, spirit is still to be something other than these bones. Yet to say it is means nothing other than that it is a thing. If being as such, or thing-being, is predicated of spirit, the true expression of this is therefore that it is something like a bone. It must therefore be regarded as highly important that the true expression has been found for purely saying of spirit that it is. If one otherwise says of spirit that it is, has a being, is a thing, a singular actuality, something one can see or take in one’s hand, strike, and so on is not thereby meant, but such a thing is said. What is truly said thus expresses itself as this: the being of spirit is a bone.

344 This result now has a doubled meaning: first its true meaning, insofar as it completes the result of self-consciousness’s preceding movement. Unhappy self-consciousness alienated its independence and wrested its being-for-itself out into a thing. It thereby returned from self-consciousness into consciousness, that is, into consciousness for which the object is a being, a thing;—but what is a thing is self-consciousness, and thus it is the unity of I and being, the category. When the object is thus 1807 283 determined for consciousness, consciousness has reason. Consciousness, like self-consciousness, properly is reason in itself; but only of consciousness for which the object has determined itself as the category can it be said that it has reason.—From this, however, the knowledge of what reason is remains distinct.—The category, the immediate unity of being and its own, must run through both forms, and observing consciousness is precisely that for which it exhibits itself in the form of being. In its result, consciousness expresses as a proposition that of which it is unconscious certainty—the proposition lying in the concept of reason. It is the infinite judgment that the self is a thing—a judgment that sublates itself.—Through this result, then, this has determinately been added to the category: that it is this self-sublating opposition. The pure category, which is for consciousness in the form of being or immediacy, is the still unmediated, merely present object, and consciousness is an equally unmediated relating. The moment of that infinite judgment is the transition of immediacy into mediation, or negativity. The present object is therefore determined as a negative one, while consciousness is determined as self-consciousness over against it; or the category, having run through the form of being in observation, is now posited in the form of 1807 284 being-for-itself. Consciousness no longer wants to find itself immediately, but to produce itself through its activity. It itself is for itself the purpose of its activity, just as in observation it was concerned only with things.

345 The other meaning of the result is that of conceptless observation, already considered. This observation knows no other way of grasping and expressing itself than ingenuously declaring the bone, as found as a sensuous thing that does not at the same time lose its objectivity for consciousness, to be the actuality of self-consciousness. Yet it also has no clarity of consciousness about its saying this, and does not grasp its proposition in the determinacy of subject and predicate and their relation, still less in the sense of the infinite self-dissolving judgment and of the concept.—Rather, from a deeper self-consciousness of spirit, which appears here as a natural honesty, it conceals from itself the disgrace of the naked, conceptless thought of taking a bone for self-consciousness’s actuality. It whitewashes this thought through thoughtlessness itself, mixing in various relationships of cause and effect, sign, organ, and so forth, which have no meaning here, and hiding the proposition’s glaring character through distinctions taken from them.

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346 Brain fibers and the like, considered as spirit’s being, are already a thought actuality, merely hypothetical—not existent, not felt or seen, not true actuality; when they are there, when they are seen, they are dead objects and then no longer count as spirit’s being. But objectivity proper must be immediate and sensuous, so that spirit is posited as actual in this objectivity as dead—for bone is the dead insofar as it is in the living itself.—The concept of this representation is that reason is for itself all thinghood, even pure objectivity itself; but it is this in the concept, or the concept alone is its truth. And the purer the concept itself, the sillier the representation into which it sinks when its content is not as concept but as representation—when the self-sublating judgment is taken not with consciousness of this infinity of its own, but as an abiding proposition whose subject and predicate each count on their own, the self fixed as self and the thing as thing, and yet one is supposed to be the other.—Reason, essentially concept, is immediately divided into itself and its opposite, an opposition that for that very reason is equally immediately sublated. But offering itself thus as itself and its opposite, and held fast in the entirely singular moment of this 1807 286 separation, it is apprehended irrationally; and the purer its moments, the more glaring the appearance of this content, which alone is either present for consciousness or ingenuously expressed by it.—The depth that spirit drives outward from within, but only as far as its representing consciousness, leaving it there—and this consciousness’s ignorance of what it is saying—is the same conjunction of high and low that nature naively expresses in the living being by joining the organ of its highest perfection, the organ of generation, with the organ of pissing.—The infinite judgment as infinite would be the perfection of life comprehending itself; but consciousness of it remaining in representation behaves as pissing.

B. The Actualization of Rational Self-Consciousness through Itself.

347 Self-consciousness found the thing as itself and itself as thing; that is, it is for it that it is in itself objective actuality. It is no longer the immediate certainty of being all reality, but a certainty for which the immediate in general has the form of something sublated, so that its objectivity counts only as a surface whose inner and essence is it itself.—The object to which it relates positively is therefore a self-consciousness; it is in the form of thinghood, that is, it is independent. But self-consciousness has the certainty that this independent object is nothing alien for it; it thus knows that in itself it is recognized by it. It is spirit, which has the certainty of possessing its unity with itself in the doubling of its self-consciousness and in the independence of both. This certainty must now raise itself to truth for it; what it takes itself to be in itself and in its 1807 288 *inward certainty must enter its consciousness and become for it.

348 The general stages of this actualization are already indicated in general by comparison with the path so far. Just as observing reason repeated, in the element of the category, the movement of consciousness—sense-certainty, perception, and understanding—so this reason will also run once more through the doubled movement of self-consciousness and pass from independence into its freedom. At first this active reason is conscious of itself only as an individual, and as such must demand and produce its actuality in the other. But then, as its consciousness rises to universality, it becomes universal reason and is conscious of itself as reason, as already recognized in and for itself, uniting all self-consciousness in its pure consciousness. It is simple spiritual essence, which, in also coming to consciousness, is the real substance into which the earlier forms return as into their ground, so that in relation to it they are only singular moments of its becoming. They indeed break loose and appear as shapes of their own, but in fact have existence and actuality only as borne by it, and have their truth only insofar as they are and remain within it.

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349 If we take this goal—which is the concept that has already emerged for us, namely recognized self-consciousness, possessing the certainty of itself, and precisely therein its truth, in the other free self-consciousness—in its reality, or bring forth this still inward spirit as substance that has already attained its existence, then in this concept the realm of ethical life opens up. For ethical life is nothing other than the absolute spiritual unity of individuals’ essence within their independent actuality: a self-consciousness universal in itself, which is so actual to itself in another consciousness that this other has complete independence, or is a thing for it, and precisely therein it is conscious of unity with it and is self-consciousness only in this unity with this objective essence. This ethical substance, in the abstraction of universality, is only the thought law; but it is just as much immediately actual self-consciousness, or is custom. Conversely, singular consciousness is this existent one only insofar as it is conscious, in its singularity, of universal consciousness as its being, insofar as its activity and existence are universal custom.

350 In the life of a people, the concept of the actualization of self-conscious reason has in fact its completed reality: to intuit, in the independence of the other, complete unity with it, or to have as object this 1807 290 free thinghood of another that I find before me, which is the negative of myself, as my being-for-me. Reason is present as fluid universal substance, as unchangeable simple thinghood, which equally bursts into many completely independent essences, as light into stars as innumerable points shining for themselves. In their absolute being-for-themselves they are dissolved in the simple independent substance not only in themselves, but for themselves: they are conscious of being these singular independent essences through sacrificing their singularity, and through this universal substance’s being their soul and essence; just as this universal is in turn their activity as singular beings, or the work produced by them.

351 The individual’s purely singular activity and pursuits relate to the needs it has as a natural being, that is, as existent singularity. That even these most ordinary functions of its own do not come to nothing, but have actuality, is brought about through the universal preserving medium, through the power of the whole people.—Yet it has in universal substance not only this form of its activity’s subsistence in general, but equally its content: what it does is the universal skill and custom of all. Insofar as this content becomes completely 1807 291 singular, in its actuality it is interwoven with the activity of all. The individual’s work for its needs is just as much a satisfaction of others’ needs as of its own, and it achieves satisfaction of its own only through others’ work.—Just as the singular person already unconsciously accomplishes universal work in their singular work, so they also accomplish universal work again as their conscious object. The whole as whole becomes their work, for which they sacrifice themselves, and precisely thereby receive themselves back from it.—There is nothing here that is not reciprocal, nothing in which the individual’s independence does not give itself, in the dissolution of its being-for-itself, in the negation of itself, its positive significance of being for itself. This unity of being for another, or of making oneself a thing, and being-for-itself—this universal substance speaks its universal language in the customs and laws of its people. Yet this existent, unchangeable essence is nothing other than the expression of singular individuality itself, which seems opposed to it. The laws express what every singular person is and does; the individual recognizes them not only as its universal objective thinghood, but equally recognizes itself in that thinghood, or as singularized in its own individuality and in each of its fellow citizens. In universal spirit, therefore, each has only the 1807 292 certainty of itself, of finding in existent actuality nothing other than itself; each is as certain of the others as of itself.—I intuit in all that they are for themselves these independent essences only as I am; I intuit free unity with the others in them as existing through the others themselves just as through me. They as me, I as them.

352 In a free people, therefore, reason is actualized in truth; it is present, living spirit, in which the individual not only finds its determination, that is, its universal and singular essence, expressed and present as thinghood, but is itself this essence and has also attained its determination. The wisest men of antiquity therefore declared: wisdom and virtue consist in living in accordance with the customs of one’s people.

353 But self-consciousness, which initially is spirit only immediately and according to the concept, has stepped out of this happiness of having attained its determination and living within it; or, alternatively, it has not yet attained it—for both can be said in the same way.

354 Reason must step out of this happiness; for only in itself, or immediately, is the life of a free people real ethical life, or ethical life is an existent one. Thus this universal spirit itself is also a singular one, the whole of 1807 293 customs and laws a determinate ethical substance that sheds its limitation only in the higher moment, namely in consciousness of its essence, and has its absolute truth only in this cognition, not immediately in its being. In this being it is partly limited; partly, the absolute limitation is precisely that spirit is in the form of being.

355 Further, therefore, singular consciousness, as it immediately has its existence in real ethical life or in the people, is solid trust, for which spirit has not dissolved into its abstract moments, and which therefore also does not know itself as pure singularity being for itself. But once it has arrived at this thought, as it must, this immediate unity with spirit, or its being within spirit, its trust, is lost. Isolated for itself, it now takes itself as the essence, no longer universal spirit. The moment of this singularity of self-consciousness is indeed in universal spirit itself, but only as a vanishing magnitude that, as it appears for itself, dissolves just as immediately within spirit, and comes to consciousness only as trust. In fixing itself thus—and every moment, because it is a moment of essence, must itself attain to exhibiting itself as essence—the individual has confronted laws and customs. They are only a thought without absolute essentiality, an abstract 1807 294 theory without actuality; but as this I, the individual is for itself living truth.

356 Or self-consciousness has not yet attained this happiness of being ethical substance, the spirit of a people. For, having returned from observation, spirit is initially not yet actualized as such through itself; it is posited only as inner essence, or as abstraction.—Or it is at first only immediately; but existing immediately, it is singular. It is practical consciousness entering its preexisting world with the purpose of doubling itself in this determinacy of a singular being, producing itself as this singular being, as its existent counterpart, and becoming conscious of this unity of its actuality with objective essence. It has the certainty of this unity; for it, this unity is in itself, or this agreement of itself and thinghood is already present and has only to become so for it through itself, or its making is equally the finding of this unity. Since this unity is called happiness, this individual is thus sent out into the world by its spirit to seek its happiness.

357 If, then, the truth of this rational self-consciousness is for us ethical substance, here for it is the beginning of its ethical experience of the world. From the side that it has not yet become that substance, this movement presses toward it, and what is sublated in the movement are the singular 1807 295 moments that count for consciousness in isolation. They have the form of an immediate willing, or natural drive, attaining its satisfaction, which is itself the content of a new drive.—But from the side that self-consciousness has lost the happiness of being in substance, these natural drives are connected with consciousness of their purpose as true determination and essentiality; ethical substance has sunk to a selfless predicate whose living subjects are individuals who must fill their universality through themselves and provide from themselves for their determination.—In the former meaning, then, those shapes are the becoming of ethical substance and precede it; in the latter, they follow it and resolve for self-consciousness what its determination is. On the former side, in the movement that experiences what their truth is, the immediacy or crudity of the drives is lost and their content passes into a higher one; on the latter, consciousness’s false representation, which places its determination in them, is lost. On the former, the goal they attain is immediate ethical substance; on the latter, consciousness of that substance, specifically a consciousness knowing it as its own essence. In this respect, this movement would be the becoming of morality, a higher shape than the former. Yet these shapes at the same time constitute only one side of its becoming: 1807 296 the side falling within being-for-itself, or in which consciousness sublates its purposes, not the side according to which morality emerges from substance itself. Since these moments cannot yet have the significance of being made purposes in opposition to lost ethical life, they do indeed count here according to their unselfconscious content, and the goal toward which they press is ethical substance. But since the form in which they appear after consciousness has lost its ethical life, and, seeking it, repeats those forms, is closer to our own times, they may be presented more in the expression of this mode.

358 Self-consciousness, which is at first only the concept of spirit, begins this path in the determination of being for itself, as singular spirit, the essence; its purpose is therefore to give itself actualization as a singular being, and as this singular being to enjoy itself within that actualization.

359 In taking itself, as a being-for-itself, to be the essence, it is the negativity of the other. In its consciousness, therefore, it itself appears as the positive over against something that indeed is, but has for it the significance of not being in itself. Consciousness appears divided into this preexisting actuality and the purpose it accomplishes by sublating that actuality, making the purpose actual in its place. Its 1807 297 first purpose, however, is its immediate, abstract being-for-itself, or to intuit itself as this singular being in another, or another self-consciousness as itself. The experience of what the truth of this purpose is raises self-consciousness higher, and it now becomes purpose for itself insofar as it is also universal and has the law immediately within it. Yet in carrying out this law of its heart, it experiences that the singular essence cannot preserve itself here, but that the good can be accomplished only through its sacrifice, and it becomes virtue. Virtue’s experience can be no other than that its purpose is already accomplished in itself, that happiness is immediately found in activity itself, and that activity itself is the good. The concept of this whole sphere—that thinghood is spirit’s own being-for-itself—comes to be for self-consciousness in this sphere’s movement. Having found it, self-consciousness is thus for itself reality as immediately self-expressing individuality, which finds no further resistance in an opposed actuality and has only this self-expression itself as object and purpose.

1807 298

a. Pleasure and Necessity.

360 Self-consciousness, which is for itself reality in general, has its object within itself, but as an object it has at first only for itself, and which is not yet existent. Being confronts it as an actuality other than its own, and it seeks, through accomplishing its being-for-itself, to intuit itself as another independent essence. This first purpose is to become conscious of itself as a singular essence in the other self-consciousness, or to make this other into itself; it has the certainty that in itself this other already is itself.—Insofar as it has risen out of ethical substance and the tranquil being of thinking to its being-for-itself, it has behind it, as a gray shadow even now vanishing, the law of custom and existence, the knowledge of observation, and theory; for these are instead knowledge of something whose being-for-itself and actuality are other than those of self-consciousness. In place of the apparently heavenly spirit of the universality of knowledge and action, in which the feeling and enjoyment of singularity fall silent, the earth-spirit has entered it, for which only the being that is the actuality of singular consciousness counts as true actuality.

1807 299

It scorns understanding and science,humanity’s highest gifts—it has surrendered to the deviland must come to ruin.

361 Thus it plunges into life and puts into effect the pure individuality in which it appears. It does not so much make its happiness as take and enjoy it immediately. The shadows of science, laws, and principles, which alone stand between it and its own actuality, vanish like a lifeless mist unable to contend with the certainty of its reality. It takes life as one plucks a ripe fruit, which comes toward one just as much as it is taken.

362 Its activity is an activity of desire only in one moment; it is directed not toward eradicating the whole objective essence, but only toward the form of its otherness or independence, which is an essenceless semblance. For in itself the objective essence counts for consciousness as the same essence, or as its selfhood. The element in which desire and its object subsist indifferently toward each other and independently is living existence; desire’s enjoyment sublates this insofar as it belongs to its object. Here, however, this element that gives both a separate actuality is instead the category, 1807 300 a being essentially represented; it is therefore the consciousness of independence—whether natural consciousness or consciousness developed into a system of laws—which preserves the individuals each for itself. For self-consciousness, which knows the other as its own selfhood, this separation does not exist in itself. Thus it attains the enjoyment of pleasure, consciousness of its actualization in a consciousness appearing independent, or intuition of the unity of both independent self-consciousnesses. It reaches its purpose, but precisely therein experiences what its truth is. It comprehends itself as this singular essence being for itself, but the actualization of this purpose is itself its sublation; for it becomes its own object not as this singular being, but rather as unity of itself and the other self-consciousness, hence as sublated singular, or universal.

363 Enjoyed pleasure indeed has the positive meaning of having become oneself as objective self-consciousness, but equally the negative meaning of having sublated oneself. And since consciousness comprehended its actualization only in the former meaning, its experience enters its consciousness as a contradiction in which the achieved actuality of its singularity sees itself annihilated by the negative essence that, 1807 301 without actuality, stands emptily opposed to it, yet is its consuming power. This essence is nothing other than the concept of what this individuality is in itself. But individuality is still the poorest shape of self-actualizing spirit; for it is for itself as yet only the abstraction of reason, or the immediacy of the unity of being-for-itself and being-in-itself. Its essence is therefore only the abstract category. Yet the category no longer has the form of immediate, simple being, as for observing spirit, where it is abstract being, or, posited as alien, thinghood in general. Here being-for-itself and mediation have entered this thinghood. It therefore appears as a circle whose content is the developed pure relation of simple essentialities. The actualization this individuality has attained therefore consists in nothing other than its having cast this circle of abstractions out of the enclosure of simple self-consciousness into the element of being-for-it, or objective expansion. What therefore becomes object for self-consciousness in enjoying pleasure, as its essence, is the expansion of those empty essentialities: pure unity, pure difference, and their relation; beyond this, the object individuality experiences as its essence has no content. It is what is called necessity; for necessity, 1807 302 fate, and the like are precisely that of which one does not know how to say what it does, what its determinate laws and positive content may be, because it is the absolute pure concept itself intuited as being: the simple and empty, but unstoppable and undisturbable, relation whose work is only the nothingness of singularity. It is this fixed connection because what is connected consists of pure essentialities or empty abstractions. Unity, difference, and relation are categories, each of which is nothing in and for itself, but only in relation to its opposite, and which therefore cannot separate. They are related through their concept, for they are the pure concepts themselves; and this absolute relation and abstract movement constitutes necessity. Thus merely singular individuality, which has as its content only the pure concept of reason, instead of plunging from dead theory into life, has plunged instead only into consciousness of its own lifelessness, and receives itself only as empty and alien necessity, as dead actuality.

364 The transition takes place from the form of the one into that of universality, from one absolute abstraction into the other; from the purpose of pure being-for-itself, which has cast off community with others, into its pure opposite, 1807 303 being-in-itself, thereby equally abstract. This thus appears as though the individual had merely perished, and the absolute brittleness of singularity had shattered against equally hard but continuous actuality.—Since, as consciousness, it is the unity of itself and its opposite, this ruin is still for it: its purpose and actualization, as well as the contradiction between what was essence for it and what essence is in itself. It experiences the doubled meaning lying in what it did, namely having taken its life: it took life, but in doing so grasped death instead.

365 This transition of its living being into lifeless necessity therefore appears to it as an inversion mediated by nothing. The mediating term would have to be that in which both sides were one, so that consciousness cognized one moment in the other—its purpose and activity in fate, and its fate in its purpose and activity—its own essence in this necessity. But for this consciousness this unity is precisely pleasure itself, or simple, singular feeling, and the transition from the moment of this purpose into the moment of its true essence is for it a pure leap into the opposite. For these moments are contained and connected not in feeling, but only in the pure self that is a universal, or 1807 304 thinking. Through its experience, in which its truth was to come to be for it, consciousness has therefore instead become a riddle to itself. The consequences of its deeds are not for it its deeds themselves; what befalls it is not for it the experience of what it is in itself; the transition is not a mere change of form of the same content and essence, represented at one time as consciousness’s content and essence, at another as object or intuited essence of itself. Abstract necessity thus counts as the merely negative, uncomprehended power of universality against which individuality is shattered.

366 The appearance of this shape of self-consciousness extends this far; the final moment of its existence is the thought of its loss in necessity, or the thought of itself as an essence absolutely alien to itself. Yet self-consciousness in itself has survived this loss, for this necessity, or pure universality, is its own essence. This reflection of consciousness into itself, knowing necessity as itself, is a new shape of consciousness.

1807 305

b. The Law of the Heart and the Madness of Self-Conceit.

367 What necessity truly is in self-consciousness, it is for self-consciousness’s new shape, in which self-consciousness is for itself the necessary. It knows immediately that it has the universal, or the law, within itself; because of this determination, that the law is immediately within consciousness’s being-for-itself, it is called the law of the heart. This shape, like the preceding one, is for itself essence as singularity, but it is richer by this determination: that this being-for-itself counts for it as necessary or universal.

368 Thus the law immediately belonging to self-consciousness itself, or a heart that has a law within it, is the purpose it sets out to actualize. We must see whether its actualization will correspond to this concept, and whether in that actualization consciousness will experience this law of its own as essence.

369 An actuality stands opposed to this heart; for in the heart the law is at first only for itself, not yet actualized, and therefore at the same time something other than the concept is. This other thereby determines itself as an actuality that is the opposite of what is to be actualized, hence the contradiction of law and singularity. 1807 306 Thus it is, on the one hand, a law by which singular individuality is oppressed, a violent order of the world contradicting the law of the heart; and on the other, a humanity suffering under it, following not the law of the heart but subject to an alien necessity.—This actuality appearing opposite the present shape of consciousness is, as is clear, nothing other than the preceding divided relationship of individuality and its truth, the relationship of a cruel necessity by which individuality is crushed. For us, the preceding movement confronts the new shape because this shape has in itself arisen from that movement, so that the moment from which it comes necessarily exists for it; but for the shape itself this moment appears as something already found, since it has no consciousness of its origin, and its essence is rather to be for itself, or the negative over against this positive in-itself.

370 Thus this individuality is directed toward sublating the necessity contradicting the law of the heart, as well as the suffering present through it. It is therefore no longer the frivolity of the previous shape, which wanted only singular pleasure, but the seriousness of a lofty purpose, seeking its pleasure in exhibiting its own excellent essence and producing the welfare of humanity. What 1807 307 it actualizes is itself the law, and its pleasure therefore at the same time the universal pleasure of all hearts. For it the two are undivided: its pleasure is what accords with law, and actualizing the law of universal humanity is providing its singular pleasure. For within itself individuality and the necessary are immediately one: the law is the law of the heart. Individuality has not yet been displaced from its position, and the unity of the two has not come about through their mediating movement, not yet through discipline. Actualizing the immediate, undisciplined essence counts as exhibiting excellence and producing humanity’s welfare.

371 By contrast, the law standing opposed to the law of the heart is separated from the heart and free for itself. The humanity belonging to it lives not in the happiness-giving unity of law and heart, but either in cruel separation and suffering, or at least deprived of the enjoyment of itself in following the law, and lacking consciousness of its own excellence in transgressing it. Because that powerful divine and human order is separated from the heart, it is for the heart a semblance that ought to lose what still accompanies it, namely force and actuality. Its content 1807 308 may indeed happen to agree with the law of the heart, and then the heart can accept it; but what accords with law purely as such is not its essence. Rather, its essence is that in this it should have consciousness of itself, that it should have satisfied itself therein. But where the content of universal necessity does not agree with the heart, necessity is nothing in itself even according to its content, and must give way to the law of the heart.

372 Thus the individual carries out the law of its heart; the law becomes universal order, and pleasure an actuality lawful in and for itself. Yet in this actualization the law has in fact escaped the individual; what immediately comes to be is only the relationship that was to be sublated. Precisely through its actualization, the law of the heart ceases to be the law of the heart. For in actualization it receives the form of being and is now universal power, indifferent to this heart, so that the individual no longer finds its own order as its own, precisely because it establishes it. Through actualizing its law, therefore, the individual does not produce its law; rather, since this order is in itself its own but for it an alien one, it produces only its entanglement in the actual order—and indeed in it as an overwhelming power not merely alien but hostile to it.—Through its deed it posits itself in, or rather 1807 309 as, the universal element of existent actuality, and its deed itself is to have, according to its own intention, the value of a universal order. Yet thereby it has let itself go free from itself; as universality it grows onward for itself and purifies itself of singularity. The individual, which wants to cognize universality only in the form of its immediate being-for-itself, therefore does not recognize itself in this free universality, while at the same time belonging to it, for it is its activity. This activity therefore has the inverted meaning of contradicting universal order, for its deed is to be the deed of its singular heart, not free universal actuality; and at the same time it has in fact recognized that order, for activity has the meaning of positing its essence as free actuality, that is, recognizing actuality as its essence.

373 Through the concept of its activity, the individual has determined more precisely the manner in which the actual universality to which it has made itself belong turns against it. Its deed, as actuality, belongs to the universal; but its content is its own individuality, which wants to preserve itself as this singular individuality opposed to the universal. What is at issue is not the establishment of some determinate law; rather, immediate unity of the singular heart with universality is the thought elevated into law and supposed to hold good: that in what is law, 1807 310 every heart must recognize itself. But only the heart of this individual has posited its actuality in its deed, which expresses for it its being-for-itself or its pleasure. This deed is immediately supposed to count as universal; that is, it is in truth something particular and has only the form of universality: its particular content as such is to count as universal. Hence others find in this content not the law of their heart accomplished, but rather that of another; and precisely according to the universal law that everyone ought to find their heart in what is law, they turn against the actuality it established, just as it turned against theirs. Thus the individual now finds not merely the rigid law, as at first, but the hearts of human beings themselves opposed to its excellent intentions and deserving abhorrence.

374 Because this consciousness knows universality only as immediate, and necessity as necessity of the heart, it does not know the nature of actualization and efficacy: that as existent, in their truth they are rather the intrinsically universal, in which the singularity of consciousness entrusting itself to them in order to be as this immediate singularity instead perishes. Thus, in being, instead of attaining this being of its own, consciousness attains the estrangement of itself. Yet that in which it does not recognize itself is 1807 311 no longer dead necessity, but necessity as animated by universal individuality. It took this divine and human order it found in force as a dead actuality in which those belonging to it would have no consciousness of themselves, just as it itself—fixed as this heart being for itself and opposed to the universal—would have none. But it finds this order instead animated by the consciousness of all, and as the law of all hearts. It in fact experiences actuality as animated order precisely through actualizing the law of its heart; for this means nothing other than that individuality becomes its own object as universal, in which, however, it does not recognize itself.

375 Thus what emerges as the true from this shape of self-consciousness’s experience contradicts what it is for itself. Yet what it is for itself has for it the form of absolute universality, and is the law of the heart, immediately one with self-consciousness. At the same time, the subsisting and living order is equally its own essence and work; it produces nothing other than this order, which is in an equally immediate unity with self-consciousness. Belonging in this way to a doubled, opposed essentiality, self-consciousness contradicts itself within itself and is shattered at its core. The 1807 312 law of this heart is alone that in which self-consciousness recognizes itself; but through the actualization of that law, the universally valid order has likewise become for it its own essence and its own actuality. Thus both things contradicting each other in its consciousness are for it in the form of essence and its own actuality.

376 In expressing this moment of its consciously experienced ruin, and therein the result of its experience, it shows itself as this inward inversion of itself, as the derangement of consciousness for which its essence is immediately nonessence, its actuality immediately nonactuality.—Derangement cannot be taken to consist simply in regarding something essenceless as essential, something nonactual as actual, so that what is essential or actual for one person would not be so for another, and consciousness of actuality and nonactuality, or essentiality and inessentiality, would fall apart.—If something is in fact actual and essential for consciousness in general, but not for me, then in consciousness of its nullity, since I am at the same time consciousness in general, I have consciousness of its actuality as well; and insofar as both are fixed, this is a unity that is madness in general. In this, however, only 1807 313 an object is deranged for consciousness, not consciousness as such in and for itself. But in the result of experience that has emerged here, consciousness is conscious in its law of itself as this actual being; and at the same time, since precisely the same essentiality, the same actuality, is estranged from it, as self-consciousness, as absolute actuality, it is conscious of its nonactuality. Or both sides, in their contradiction, count for it immediately as its essence, which is thus deranged at its core.

377 The heart’s beating for humanity’s welfare therefore passes into the raging of deranged self-conceit: into consciousness’s fury to preserve itself against its destruction, by casting out of itself the perversity it itself is, and striving to regard and express it as something other. Thus it declares universal order to be a perversion of the law of the heart and its happiness, invented by fanatical priests, debauched despots, and their servants, who compensate for their humiliation by humiliating and oppressing those below them, and administered to the nameless misery of deceived humanity.—In this derangement, consciousness declares individuality to be what deranges and is deranged, but an alien and contingent individuality. Yet the heart, or consciousness’s singularity that wants immediately 1807 314 to be universal, is itself this deranging and deranged element, and its activity only brings it about that this contradiction becomes present to its consciousness. For the true is for it the law of the heart—a mere supposition that, unlike the subsisting order, has not endured the light of day, but instead perishes as soon as it shows itself to that light. This law of its own was to have actuality; in this respect the law as actuality, as valid order, is for it purpose and essence, yet immediately actuality, precisely the law as valid order, is equally for it what is null.—Likewise its own actuality, it itself as the singularity of consciousness, is its essence for it; but its purpose is to posit this actuality as existent. Thus, immediately, its self as nonsingular is instead its essence, or its purpose as law, precisely thereby as a universality that it itself would be for its consciousness.—Through its activity, this concept of its own becomes its object; thus it instead experiences its self as the nonactual and nonactuality as its actuality. It is therefore not a contingent and alien individuality, but precisely this heart that is in every respect within itself the perverse and perverting element.

378 But since immediately universal individuality is the perverse and perverting element, this universal order, as the law of all hearts, that is, of the perverse, is 1807 315 no less itself intrinsically perverse, as raging derangement declared. On the one hand, in the resistance the law of one heart encounters in other singular individuals, it proves to be the law of all hearts. Existing laws are defended against an individual’s law because they are not unconscious, empty, dead necessity, but spiritual universality and substance, in which those in whom it has its actuality live as individuals and are conscious of themselves. Thus, even when they complain about this order as though it ran counter to their inward law and oppose to it the opinions of the heart, they in fact cling to it with their hearts as their essence; and if this order is taken from them, or they place themselves outside it, they lose everything. Since the actuality and power of public order consist precisely in this, this order thus appears as the self-equal, universally animated essence, and individuality as its form.—Yet this order is equally the perverse.

379 For insofar as it is the law of all hearts, and all individuals are immediately this universal, it is an actuality that is only the actuality of individuality being for itself, or of the heart. Thus consciousness establishing the law of its heart encounters resistance from others because it contradicts the equally 1807 316 singular laws of their hearts, and in resisting they do nothing other than establish and assert their law. The universal that is present is therefore only a universal resistance and struggle of all against one another, in which each asserts its own singularity yet at the same time fails to do so, because that singularity encounters the same resistance and is reciprocally dissolved by the others. What seems public order is therefore this universal feud in which everyone snatches what they can, administers justice upon the singularity of others, and establishes their own, which equally vanishes through others. It is the way of the world, the semblance of an abiding course, which is only a supposed universality, and whose content is rather the essenceless play of establishing singularities and dissolving them.

380 If we consider the two sides of universal order in relation to each other, the latter universality has as its content restless individuality, for which opinion, or singularity, is law, the actual is nonactual, and the nonactual actual. Yet it is at the same time the side of the order’s actuality, for to it belongs individuality’s being-for-itself.—The other side is the universal as an essence at rest, but precisely for that reason only as an inner, which is not nothing at all, yet is no actuality, and 1807 317 can itself become actual only through the sublation of individuality, which has arrogated actuality to itself. This shape of consciousness—becoming for itself, in the law, in what is true and good in itself, not as singularity but only as essence, while knowing individuality as the perverse and perverting element, and therefore having to sacrifice consciousness’s singularity—is virtue.

c. Virtue and the Way of the World.

381 In active reason’s first shape, self-consciousness was for itself pure individuality, and empty universality stood opposed to it. In the second, both parts of the opposition each contained both moments, law and individuality; but one, the heart, was their immediate unity, the other their opposition. Here, in the relationship of virtue and the way of the world, both members are each unity and opposition of these moments, or a movement of law and individuality against each other, but an opposed movement. For the consciousness of virtue, the law is the essential, and individuality what must be sublated, both 1807 318 in its own consciousness and in the way of the world. In its consciousness, its own individuality must be disciplined under the universal, the true and good in itself; but it still remains personal consciousness therein. True discipline is only the sacrifice of the entire personality, as confirmation that in fact it has not remained attached to singular things. In this singular sacrifice, individuality in the way of the world is also eradicated, for individuality is also a simple moment common to both.—In the way of the world, individuality behaves in the reverse manner to its positing in virtuous consciousness: it makes itself essence, and subjects to itself the good and true in themselves.—Further, for virtue the way of the world is likewise not merely this universal perverted by individuality; absolute order is also a common moment, present in the way of the world not as existent actuality for consciousness, but as its inner essence. Thus this order is not properly to be produced by virtue for the first time; for producing, as activity, is consciousness of individuality, and individuality is rather to be sublated. Through this sublation, however, room is, as it were, merely made for the in-itself of the way of the world to enter into existence in and for itself.

382 The universal content of the actual way of the world has already emerged; considered more closely, 1807 319 it is again nothing other than the two preceding movements of self-consciousness. The shape of virtue has arisen from them; since they are its origin, it has them before it, but it seeks to sublate its origin and realize itself, or become for itself. Thus on one side the way of the world is singular individuality seeking its pleasure and enjoyment, in which it indeed finds its ruin and thereby satisfies the universal. But this satisfaction itself, like the other moments of this relationship, is an inverted shape and movement of the universal. Actuality is only the singularity of pleasure and enjoyment, while the universal is opposed to it: a necessity that is only the universal’s empty shape, a merely negative reaction and contentless activity.—The other moment of the way of the world is individuality that wants to be law in and for itself, and in this conceit disturbs the subsisting order. Universal law does indeed preserve itself against this self-conceit and appears no longer as something opposed to consciousness and empty, not as dead necessity, but as necessity within consciousness itself. Yet as it exists as the conscious relation of absolutely contradictory actuality, it is derangement; as it is objective actuality, however, it is perversity in general. Thus the universal 1807 320 does indeed exhibit itself on both sides as the power of their movement, but the existence of this power is only universal inversion.

383 It is now to receive its true actuality from virtue, through sublating individuality, the principle of perversion. Virtue’s purpose is thereby to reverse the perverted way of the world again and bring forth its true essence. This true essence is present in the way of the world at first only as its in-itself; it is not yet actual, and virtue therefore only believes in it. Virtue sets out to raise this belief to vision, but without enjoying the fruits of its work and sacrifice. For insofar as it is individuality, it is the activity of the struggle it enters with the way of the world; but its purpose and true essence are the conquest of the way of the world’s actuality. The existence of the good thereby brought about is thus the cessation of its activity, or of the consciousness of individuality.—How this struggle itself is endured, what virtue experiences in it, whether through the sacrifice it takes upon itself the way of the world is defeated and virtue victorious—this must be decided from the nature of the living weapons the combatants wield. For the weapons are nothing other than the combatants’ essence itself, which emerges only for both reciprocally. Their weapons have therefore already emerged from what is present in itself in this struggle.

1807 321

384 For virtuous consciousness, the universal is true in belief, or in itself: not yet an actual, but an abstract universality. In this consciousness itself it is as purpose; in the way of the world, as inner. In precisely this determination the universal also presents itself in virtue for the way of the world; for virtue only wants to carry out the good and does not itself yet claim it as actuality. This determinacy can also be considered thus: in entering the struggle against the way of the world, the good thereby presents itself as being for another, as something that is not in and for itself, for otherwise it would not want to acquire its truth only through overcoming its opposite. That it is at first only for another means the same as what showed itself earlier in the opposed consideration: namely, it is as yet an abstraction, having reality only within the relationship, not in and for itself.

385 The good or universal, as it appears here, is what is called gifts, capacities, powers. It is a mode of spiritual being in which the spiritual is represented as a universal requiring the principle of individuality for its animation and movement, and having its actuality in individuality. By this principle, insofar as it is in the consciousness of virtue, this universal is well applied, but insofar as it is in the way of the world, it is misused: a passive 1807 322 instrument that, governed by the hand of free individuality and indifferent to the use individuality makes of it, can also be misused to produce an actuality that is its destruction; a lifeless matter lacking independence of its own, which can be formed this way or that, even to its own ruin.

386 Since this universal is equally at the disposal of virtuous consciousness and the way of the world, one cannot see whether virtue, thus equipped, will conquer vice. The weapons are the same: these capacities and powers. Virtue has indeed laid its faith in the original unity of its purpose and the essence of the way of the world in ambush, a unity that is to attack the enemy from behind during the struggle and accomplish that struggle in itself. Thus, in fact, for the knight of virtue his own activity and fighting is properly a mock combat, which he cannot take seriously, because he places his true strength in the good’s being in and for itself, that is, accomplishing itself—a mock combat that he also must not allow to become serious. For what he turns against the enemy and finds turned against himself, and whose wearing down and injury he risks in both himself and his enemy, is not supposed to be the good itself, for it is to preserve and accomplish this that he fights. Rather, what 1807 323 is risked is only the indifferent gifts and capacities. Yet these are in fact nothing other than precisely that universal without individuality which is to be preserved and actualized through the struggle.—But at the same time, through the concept of struggle itself, it is immediately already actualized: it is the in-itself, the universal, and its actualization means only that it is at the same time for another. The two sides stated above, according to each of which it became an abstraction, are no longer separated; rather, in and through the struggle the good is posited in both ways at once.—Yet virtuous consciousness enters the struggle against the way of the world as against something opposed to the good. What the way of the world offers it here is the universal, not merely as abstract universal, but as animated by individuality and being for another, or the actual good. Thus wherever virtue takes hold of the way of the world, it always encounters places that are the existence of the good itself. As the in-itself of the way of the world, the good is inseparably interwoven into all its appearance and has its existence in its actuality; the way of the world is therefore invulnerable for virtue. All the moments that virtue itself was to stake and sacrifice are equally existences of the good, and hence inviolable relationships. Fighting can therefore be only a 1807 324 wavering between preserving and sacrificing; or rather, neither sacrificing one’s own nor injuring another’s can take place. Virtue resembles not only the combatant concerned in battle solely to keep his sword bright; it has also begun the struggle to preserve the weapons. And not only can it not use its own, but it must also keep the enemy’s uninjured and protect them against itself, for all are noble parts of the good for which it entered the struggle.

387 For this enemy, by contrast, the essence is not the in-itself but individuality; its strength is therefore the negative principle for which nothing subsists and is absolutely sacred, but which can risk and endure the loss of each and everything. Through this, victory is as certain to it in itself as through the contradiction in which its opponent becomes entangled. What for virtue is in itself is for the way of the world only for it; it is free of every moment that is fixed for virtue and binds it. It has such a moment in its power because the moment counts for it merely as something it can equally sublate or let subsist; and thereby it also has in its power the virtuous knight fastened to that moment. He cannot disentangle himself from it as from a cloak thrown around him externally, and free himself by leaving it 1807 325 behind; for it is for him the essence that must not be surrendered.

388 Finally, as for the ambush from which the good in itself is cunningly to attack the way of the world from behind, this hope is intrinsically null. The way of the world is wakeful consciousness, certain of itself, which does not let anyone approach from behind but presents its face everywhere; for it is precisely this: that everything is for it, that everything stands before it. But if the good in itself is for its enemy, it is in the struggle we have seen; insofar, however, as it is not for it, but in itself, it is the passive instrument of gifts and capacities, matter without actuality. Represented as existence, it would be a sleeping consciousness remaining somewhere behind, no one knows where.

389 Virtue is therefore conquered by the way of the world because abstract, nonactual essence is in fact its purpose, and because with regard to actuality its activity rests upon distinctions lying only in words. It sought to consist in bringing the good into actuality through sacrificing individuality, but the side of actuality is itself nothing other than the side of individuality. The good was supposed to be what is in itself and opposed to what is; but the in-itself, taken according to its reality and truth, is instead being itself. The in-itself is 1807 326 initially the abstraction of essence over against actuality; but abstraction is precisely what is not true, but only for consciousness. This means, however, that it is itself what is called actual, for the actual is what is essentially for another, or is being. But the consciousness of virtue rests upon this distinction between in-itself and being, which has no truth.—The way of the world was supposed to be the perversion of the good because it had individuality as its principle; yet individuality is the principle of actuality, for it is precisely the consciousness through which what is in itself is equally for another. The way of the world inverts the unchangeable, but in fact inverts it from the nothingness of abstraction into the being of reality.

390 Thus the way of the world triumphs over what constitutes virtue in opposition to it; it triumphs over virtue for which essenceless abstraction is essence. Yet it triumphs not over something real, but over the creation of distinctions that are no distinctions, over these pompous speeches about humanity’s highest good and its oppression, about sacrifice for the good and misuse of gifts. Such ideal essences and purposes collapse as empty words that elevate the heart and leave reason empty; edify, but build nothing; declamations that determinately express only this content: that the individual 1807 327 pretending to act for such noble purposes and uttering such excellent phrases considers itself an excellent being—a swelling that makes its own and others’ heads large, but large with empty inflation.—Ancient virtue had its determinate, secure meaning, for it had its content-filled foundation in the people’s substance, and an actual good already existing as its purpose. Hence it was not directed against actuality as a universal perversity and against a way of the world. But the virtue considered here has stepped outside substance: an essenceless virtue, a virtue merely of representation and words lacking that content.—The emptiness of this rhetoric struggling against the way of the world would immediately be exposed if one were required to say what its phrases mean; they are therefore presupposed as familiar. The demand to state this familiar meaning would either be met with a fresh torrent of phrases, or opposed by an appeal to the heart, which says inwardly what they mean; that is, the inability actually to say it would be admitted.—The nullity of that rhetoric also seems unconsciously to have become certain for the cultivation of our age, since all interest has vanished from the whole mass of those phrases and the manner of puffing oneself up with them: a loss 1807 328 expressing itself in their producing only boredom.

391 Thus the result emerging from this opposition consists in consciousness letting go, like an empty cloak, of the representation of a good in itself that would not yet have actuality. In its struggle it has experienced that the way of the world is not as bad as it appeared, for its actuality is the actuality of the universal. With this experience the means of producing the good through sacrificing individuality disappears, for individuality is precisely the actualization of what is in itself; and inversion ceases to be regarded as an inversion of the good, for it is instead precisely the inversion of the good as a mere purpose into actuality. The movement of individuality is the reality of the universal.

392 Yet thereby what confronted consciousness of the in-itself as the way of the world has in fact equally been conquered and vanished. In it, individuality’s being-for-itself was opposed to essence or the universal, and appeared as an actuality separated from being-in-itself. But since actuality has shown itself to be in undivided unity with the universal, the being-for-itself of the way of the world equally proves no longer to be, just as virtue’s in-itself is merely a 1807 329 view. The individuality of the way of the world may well suppose it acts only for itself, or selfishly; it is better than it supposes, its activity is at the same time universal activity being in itself. When it acts selfishly, it merely does not know what it is doing; and when it asserts that all people act selfishly, it asserts only that all people lack consciousness of what activity is.—When it acts for itself, this is precisely the bringing into actuality of what is at first only in itself. Thus the purpose of being-for-itself, which supposes itself opposed to the in-itself—its empty cunning, as well as its subtle explanations that know how to show self-interest everywhere—has vanished just as much as the purpose of the in-itself and its rhetoric.

393 Thus individuality’s activity and pursuits are purpose in themselves; the exercise of powers, the play of their manifestations, is what gives life to powers that would otherwise be the dead in-itself. The in-itself is not an unexecuted, nonexistent, abstract universal; rather, it itself is immediately this presence and actuality of individuality’s process.

1807 330

C. Individuality That Is Real in and for Itself.

394 Self-consciousness has now grasped the concept of itself that was initially only our concept of it: to be all reality in the certainty of itself. Purpose and essence for it are now the moving interpenetration of the universal—gifts and capacities—and individuality.—The singular moments of this filling and interpenetration before the unity into which they have come together are the purposes considered so far. They have vanished as abstractions and chimeras belonging to those first insipid shapes of spiritual self-consciousness, having their truth only in the supposed being of the heart, imagination, and speeches, not in reason. Reason, now certain in and for itself of its reality, no longer seeks first to produce itself as purpose in opposition to immediately existent actuality, but has the category as such as the object of its consciousness.—For the determination of self-consciousness being for itself, 1807 331 or negative self-consciousness, in which reason appeared, has been sublated. It found an actuality that would be its negative, and only through sublating this did it actualize its purpose for itself. But since purpose and being-in-itself have proved to be the same as being for another and preexisting actuality, truth no longer separates from certainty—whether the posited purpose is taken as certainty of itself and its actualization as truth, or purpose as truth and actuality as certainty. Rather, essence and purpose in and for themselves are the certainty of immediate reality itself, the interpenetration of being-in-itself and being-for-itself, of the universal and individuality. Activity is in itself its truth and actuality, and the presentation, or expression of individuality, is its purpose in and for itself.

395 With this concept, then, self-consciousness has returned into itself from the opposed determinations that the category, and its relation to the category, had for it as observing and then as active. It has the pure category itself as its object, or is the category become conscious of itself. Its account with its previous shapes is thereby settled; they lie behind it in 1807 332 oblivion, do not confront it as its preexisting world, but develop only within itself as transparent moments. Yet in its consciousness they still separate as a movement of distinct moments that has not yet gathered itself into their substantial unity. But in all it holds fast to the simple unity of being and self that is their genus.—

396 Consciousness has thereby cast off every opposition and every condition of its activity; it sets out freshly from itself, and aims not at another, but at itself. Since individuality is actuality within itself, the material of effective activity and the purpose of action lie in activity itself. Activity therefore has the appearance of the movement of a circle moving freely within itself in the void, unhindered now expanding, now contracting, and perfectly content to play only in and with itself. The element in which individuality presents its shape has the significance of purely receiving this shape; it is daylight in general, to which consciousness wishes to show itself. Activity changes nothing and goes against nothing; it is the pure form of translating from not being seen into being seen, and the content brought to daylight and presenting itself is nothing other than what this activity already is in itself. It is in itself—this is its form as thought unity; and it is actual—this is its form as 1807 333 existent unity. It itself is content only in this determination of simplicity over against the determination of its passing-over and movement.

a. The Spiritual Animal Kingdom and Deceit, or the Matter Itself.

397 This individuality, real in itself, is initially again singular and determinate; the absolute reality it knows itself to be is therefore, as it becomes conscious of it, the abstract universal reality that, without filling or content, is only the empty thought of this category.—We must see how this concept of individuality real in itself determines itself in its moments, and how individuality’s concept of itself enters its consciousness.

398 The concept of this individuality, as it is as such all reality for itself, is initially result; individuality has not yet exhibited its movement and reality, and is here posited immediately as simple being-in-itself. But negativity, the same as what appears as movement, is in the simple in-itself as determinacy; and being, or the simple in-itself, becomes a determinate 1807 334 range. Individuality therefore appears as an original determinate nature—as original nature, for it is in itself; as originally determinate, for the negative is in the in-itself, which is thereby a quality. Yet this limitation of being cannot limit consciousness’s activity, for this is here a completed relation to itself; the relation to another that would be its limitation is sublated. Nature’s original determinacy is therefore only a simple principle—a transparent universal element in which individuality remains equally free and equal to itself, just as it unfolds its differences unhindered within it, and is pure interaction with itself in its actualization. Just as indeterminate animal life breathes its breath, say, into the element of water, air, or earth, and within these into more determinate principles, immerses all its moments in them, yet despite this limitation of the element keeps them in its power and itself in its oneness, and as this particular organization remains the same universal animal life.

399 This determinate original nature of consciousness, which remains free and whole within it, appears as the immediate and sole proper content of what is purpose for the individual. It is indeed determinate content, but it is content at all only insofar as we consider being-in-itself in isolation; in 1807 335 truth, however, it is reality permeated by individuality: actuality as consciousness, as singular, has it within itself, and is initially posited as existent, not yet as active. For activity, however, this determinacy is, on the one hand, no limitation beyond which it would want to go, because, considered as existent quality, it is the simple color of the element in which activity moves; on the other hand, negativity is determinacy only in being, whereas activity itself is nothing other than negativity. Thus in acting individuality, determinacy is dissolved into negativity in general, or the totality of all determinacy.

400 Now, in activity and the consciousness of activity, simple original nature enters into the difference belonging to activity. First, it is present as object—specifically as object still belonging to consciousness—as purpose, and thus opposed to a present actuality. The second moment is the movement of purpose represented as at rest: actualization, as the relation of purpose to wholly formal actuality, hence the representation of the transition itself, or the means. Finally, the third is the object as no longer purpose, of which active consciousness is immediately conscious as its own, but as outside it and for it as an other.—Yet according to the concept of this sphere, these different 1807 336 sides must be held fast so that the content remains the same within them and no difference enters: neither between individuality and being in general, nor between purpose and individuality as original nature, nor between purpose and present actuality; likewise neither between the means and original nature as absolute purpose, nor between effected actuality and purpose, original nature, or means.

401 First, then, individuality’s originally determinate nature, its immediate essence, is not yet posited as active, and is thus called particular capacity, talent, character, and so forth. This distinctive tincture of spirit is to be regarded as the sole content of purpose itself, and alone as reality. If one imagined consciousness as going beyond it and wanting to bring another content into actuality, one would imagine consciousness working as a nothing into nothing.—Further, this original essence is not merely the content of purpose, but in itself also the actuality that otherwise appears as the given material of activity, as preexisting actuality to be formed in activity. For activity is only the pure translation from the form of being not yet presented into that of presented being; the being-in-itself of that actuality opposed to consciousness has sunk to mere empty semblance. 1807 337 Thus, in determining itself to act, this consciousness does not let the semblance of present actuality lead it astray, and equally must gather itself away from wandering among empty thoughts and purposes and hold to the original content of its essence.—Admittedly, this original content is for consciousness only when it has actualized it; but the distinction between something that is for consciousness only within it and an actuality existing in itself outside it has disappeared.—It must act solely so that what it is in itself may be for it; or acting is precisely the becoming of spirit as consciousness. Thus it knows what it is in itself from its actuality. The individual therefore cannot know what it is before bringing itself into actuality through activity.—Yet it thereby seems unable to determine the purpose of its activity before it has acted; but at the same time, since it is consciousness, it must have the action before it in advance as wholly its own, that is, as purpose. The individual setting out to act thus seems to be in a circle in which each moment already presupposes the other, and therefore unable to find a beginning, because it learns its original essence, which must be its purpose, only from the deed, but to act must first have the purpose. But precisely for that reason it must begin immediately, and whatever the 1807 338 circumstances, proceed to activity without further reflection about beginning, means, and end; for its essence and nature in itself are beginning, means, and end all in one. As beginning, this nature is present in the circumstances of action, and the interest the individual finds in something is the already given answer to the question of whether and what is to be done here. For what seems a preexisting actuality is in itself the individual’s original nature, which has only the semblance of a being—a semblance lying in the concept of activity dividing itself—but expresses itself as its original nature in the interest it finds in that actuality.—Likewise the how, or the means, are determined in and for themselves. Talent is equally nothing other than determinate original individuality considered as an inner means, or transition of purpose into actuality. But the actual means and real transition are the unity of talent and the nature of the matter present in interest; talent represents the side of activity in the means, the nature of the matter the side of content. Both are individuality itself, as the interpenetration of being and activity. What is present, then, is preexisting circumstances, which in themselves are the individual’s original nature; then interest, which posits them precisely as its own, or as purpose; and finally the connection and sublation of this opposition in the means. This connection 1807 339 itself still falls within consciousness, and the whole just considered is one side of an opposition. This remaining semblance of opposition is sublated through the transition itself, or the means; for the means is the unity of outer and inner, the opposite of the determinacy it has as inner means. It therefore sublates that determinacy and posits itself, this unity of activity and being, equally as outer, as actualized individuality itself—that is, individuality posited for itself as existent. In this way the whole action does not step outside itself, whether as circumstances, purpose, means, or work.

402 Yet with the work the difference of original natures seems to enter; like the original nature it expresses, the work is determinate, for, freely released from activity as existent actuality, it contains negativity as quality. But consciousness determines itself over against the work as that which contains determinacy as negativity in general, as activity. It is therefore the universal over against that determinacy of the work, and can thus compare it with others and from this apprehend the individualities themselves as different: the individual reaching further in its work as either a stronger energy of will or a richer nature, that is, one whose original determinacy is less limited; another, by contrast, as a weaker and 1807 340 poorer nature.

403 In contrast to this inessential difference of magnitude, good and bad would express an absolute difference; but this does not occur here. What would be taken in one way or the other is equally an activity and pursuit, a self-presentation and self-expression of an individuality, and therefore all is good; one could not properly say what the bad would be. What would be called a bad work is the individual life of a determinate nature actualizing itself within it; it would be spoiled into a bad work only through comparative thought, which, however, is something empty, since it goes beyond the essence of the work—to be an expression of individuality—and seeks and demands in it something else, no one knows what.—This thought could concern only the difference mentioned earlier; but this, as a difference of magnitude, is intrinsically inessential, and is determinate here because different works or individualities would be compared with one another; yet these do not concern each other, each relates only to itself. Original nature alone is the in-itself, or what could be laid down as the standard for judging the work, and conversely; but both correspond to each other. Nothing is for individuality that is not through it, or there is no actuality that is not its nature and 1807 341 activity, and no activity or in-itself belonging to it that is not actual; and only these moments are to be compared.

404 Hence there is in general neither exultation, nor complaint, nor repentance; for all such things come from thought imagining another content and another in-itself than the individual’s original nature and its execution present in actuality. Whatever it does and whatever befalls it, it has done this and is this itself. It can have only the consciousness of the pure translation of itself from the night of possibility into the day of presence, of the abstract in-itself into the significance of actual being, and the certainty that what it encounters in the latter is nothing other than what slept in the former. Consciousness of this unity is indeed also a comparison, but what is compared has precisely only the semblance of opposition: a semblance of form that, for reason’s self-consciousness that individuality is actuality within itself, is nothing more than semblance. Thus, knowing that in its actuality it can find nothing other than actuality’s unity with itself, or only the certainty of itself in its truth, and that it therefore always attains its purpose, the individual can experience only joy in itself.

1807 342

405 This is the concept formed of itself by consciousness certain of itself as the absolute interpenetration of individuality and being; let us see whether experience confirms this concept for consciousness and whether its reality agrees with it. The work is the reality consciousness gives itself; it is that in which the individual is for itself what it is in itself, and in such a way that the consciousness for which it comes to be in the work is not particular, but universal consciousness. In the work it has placed itself outside itself in general, in the element of universality, in the space of being devoid of determinacy. Consciousness stepping back from its work is in fact universal in relation to its work, which is determinate, because in this opposition consciousness becomes absolute negativity, or activity. It therefore goes beyond itself as work and is itself the space devoid of determinacy that does not find itself filled by its work. If earlier their unity was nevertheless preserved in the concept, this occurred precisely through the work’s being sublated as existent work. But it is supposed to be, and we must see how, in its being, individuality will preserve its universality and know how to satisfy itself.—Initially the completed work must be considered on its own. It has received individuality’s whole nature along with it; its being is therefore itself an activity in which all differences 1807 343 interpenetrate and dissolve. The work is thus cast out into a subsistence in which the determinacy of original nature in fact turns outward against other determinate natures, intervenes in them as these others intervene in it, and loses itself as a vanishing moment in this universal movement. If within the concept of individuality real in and for itself all moments—circumstances, purpose, means, and actualization—are equal to each other, and originally determinate nature counts only as a universal element, then, by contrast, when this element becomes objective being, its determinacy as such comes to light in the work and receives its truth in its dissolution. More closely, this dissolution presents itself thus: in this determinacy the individual has become actual for itself as this individual; yet determinacy is not merely actuality’s content, but equally its form, or actuality as such in general is precisely this determinacy of being opposed to self-consciousness. From this side actuality shows itself as the merely preexisting, alien actuality that had vanished from the concept. The work is, that is, it is for other individualities, and for them an alien actuality in whose place they must set their own, in order through their activity to give themselves consciousness of their unity with actuality. Or their interest in 1807 344 that work, posited through their original nature, is other than the work’s own interest, whereby the work is made into something else. Thus the work is in general something transient, effaced by the counterplay of other powers and interests, exhibiting individuality’s reality as vanishing rather than as accomplished.

406 Thus in its work there arises for consciousness the opposition of activity and being, which in consciousness’s earlier shapes was also the beginning of activity, but here is only result. Yet it has in fact equally lain at the foundation, insofar as consciousness set out to act as individuality real in itself. For determinate original nature was presupposed for acting as the in-itself, and pure accomplishment for the sake of accomplishment had it as content. Pure activity, however, is the form equal to itself, to which the determinacy of original nature is therefore unequal. Here, as elsewhere, it is indifferent which is called concept and which reality. Original nature is the thought, or the in-itself, over against activity, in which alone it has its reality; or original nature is the being both of individuality as such and of individuality as work, while activity is the original concept, as absolute transition, or as becoming. This inadequacy of concept and reality, lying in its essence, is experienced by 1807 345 consciousness in its work; in the work, therefore, consciousness becomes for itself what it is in truth, and its empty concept of itself vanishes.

407 Thus in this fundamental contradiction of the work, which is the truth of this individuality real in itself, all its sides emerge again as contradictory. Or the work, as the content of the whole individuality, placed out of activity, which is negative unity and holds all moments captive, into being, now lets those moments go free; and in the element of subsistence they become indifferent to one another. Concept and reality therefore separate as purpose and as what is the original essentiality. It is contingent that purpose should have true essence, or that the in-itself should be made purpose. Likewise concept and reality separate again as transition into actuality and as purpose; or it is contingent that the means expressing purpose should be chosen. And finally these inward moments together, whether or not they possess unity within themselves—the individual’s activity is again contingent in relation to actuality in general; luck decides, as much for a badly determined purpose and badly chosen means as against them.

408 If, then, in its work there arises for consciousness the opposition of willing and accomplishing, of purpose and means, and again of this inward totality and actuality itself, 1807 346 which in general contains the contingency of its activity within itself, then equally the unity and necessity of that activity are also present. This side reaches beyond the other, and the experience of the contingency of activity is itself only a contingent experience. The necessity of activity consists in purpose being absolutely related to actuality, and this unity is the concept of activity; action occurs because activity in and for itself is the essence of actuality. In the work, admittedly, there emerges the contingency that having been accomplished possesses in relation to willing and accomplishing, and this experience, which seems bound to count as truth, contradicts that concept of action. Yet if we consider the content of this experience in its completeness, it is the vanishing work. What preserves itself is not vanishing; rather, vanishing is itself actual and bound to the work, and itself vanishes along with it; the negative itself perishes with the positive whose negation it is.

409 This vanishing of vanishing lies in the concept of individuality real in itself. For that in which the work vanishes, or what vanishes in it, and what was to give what has been called experience its superiority over the concept individuality has of itself, is objective actuality. Yet 1807 347 objective actuality is a moment that, even in this consciousness itself, no longer has truth on its own; that truth consists only in its unity with activity, and the true work is only that unity of activity and being, of willing and accomplishing. Thus, because of the certainty underlying its action, actuality opposed to consciousness is itself something that is only for it. For consciousness as self-consciousness returned into itself, for which all opposition has vanished, opposition can no longer arise in this form of its being-for-itself over against actuality. Rather, the opposition and negativity appearing in the work thereby affect not merely the content of the work or even of consciousness, but actuality as such, and with it the opposition and vanishing of the work that are present only through and within actuality. Thus consciousness reflects itself into itself out of its transient work, and asserts its concept and certainty as what is and abides against the experience of the contingency of activity. In fact it experiences its concept, in which actuality is merely a moment, something for it, not the in-and-for-itself; it experiences actuality as a vanishing moment, and actuality therefore counts for it only as being in general, whose universality is the same as activity. This unity is the true work; it is the matter itself, which absolutely maintains itself and 1807 348 is experienced as abiding, independently of the affair that is the contingency of individual activity as such, of circumstances, means, and actuality.

410 The matter itself is opposed to these moments only insofar as they are supposed to count in isolation; but essentially, as the interpenetration of actuality and individuality, it is their unity. It is equally an activity, and as activity pure activity in general, thereby just as much the activity of this individual; and this activity as still belonging to the individual, in opposition to actuality, is purpose. Equally, the matter itself is the transition from this determinacy into the opposite; and finally an actuality present for consciousness. The matter itself thus expresses the spiritual essentiality in which all these moments are sublated as valid for themselves, and therefore count only as universal, and in which consciousness’s certainty of itself is for it objective essence, a matter: the object born out of self-consciousness as its own, without ceasing to be a free, genuine object.—The thing of sense-certainty and perception now has its meaning for self-consciousness solely through self-consciousness; on this rests the distinction between a thing and a matter.—A movement corresponding to sense-certainty and perception will be traversed in it.

1807 349

411 Thus in the matter itself, as the interpenetration of individuality and objectivity itself become objective, self-consciousness has gained its true concept of itself, or has come to consciousness of its substance. At the same time, as it is here, it is a consciousness of substance that has just come to be and is therefore immediate; this is the determinate manner in which spiritual essence is present here, not yet having developed into truly real substance. In this immediate consciousness of it, the matter itself has the form of simple essence, which as universal contains all its different moments within itself and belongs to them, yet is again indifferent toward them as determinate moments and free for itself; as this free, simple, abstract matter itself, it counts as essence. The different moments of original determinacy, or of this individual’s matter, its purpose, means, activity itself, and actuality, are for this consciousness, on the one hand, singular moments it can leave and surrender in favor of the matter itself. On the other hand, however, they all have the matter itself as essence only in such a way that, as their abstract universal, it is found in each of these different moments and can be their predicate. It itself is not yet the subject; rather, those moments count as subject, because they fall on the side of singularity in general, while the matter itself is still 1807 350 only the simple universal. It is the genus found in all these moments as its species, and equally free of them.

412 Consciousness is called honest when it has, on the one hand, arrived at this idealism expressed by the matter itself, and on the other has its truth in the matter itself as this formal universality; when it is always concerned only with the matter itself, and therefore moves among its different moments or species, and, insofar as it does not attain the matter itself in one of them or in one meaning, precisely thereby takes possession of it in another. It thus in fact always gains the satisfaction that, according to its concept, was to fall to this consciousness. However things turn out, it has accomplished and attained the matter itself, for as this universal genus of those moments, it is the predicate of all.

413 If consciousness does not bring a purpose into actuality, it has nevertheless willed it; that is, it makes purpose as purpose, pure activity that does nothing, into the matter itself, and can therefore express and console itself by saying that something has nevertheless been done and pursued. Since the universal itself contains the negative, or vanishing, under it, the work’s annihilation is also itself its activity; it has provoked others to it, and still finds satisfaction in the vanishing of its actuality, just as naughty boys 1807 351 enjoy themselves in the slap they receive, namely as its cause. Or it has not even tried to carry out the matter itself and has done nothing at all: then it did not care to; the matter itself is for it precisely the unity of its decision and reality. It asserts that actuality would be nothing other than its liking.—Finally, something of interest to it has come about in general without its intervention: then this actuality is for it the matter itself precisely in the interest it finds in it, although it was not produced by it. If it is a piece of good fortune befalling it personally, it insists upon it as its deed and merit; if instead it is an event in the world that does not otherwise concern it, it equally makes this its own, and inactive interest counts for it as the side it has taken for or against it, and has fought or upheld.

414 The honesty of this consciousness, like the satisfaction it experiences everywhere, consists, as is clear, in fact in its not bringing together the thoughts it has of the matter itself. The matter itself is for it equally its own affair and no work at all, or pure activity and empty purpose, or again an actuality without deed. It makes one meaning after another the subject of this predicate and forgets one after another. Now, in merely having willed, or even in not having cared to, the matter itself has the 1807 352 meaning of empty purpose and the thought unity of willing and accomplishing. Consolation for the annihilation of purpose—that one has nevertheless willed, or nevertheless purely acted—like satisfaction in having given others something to do, makes pure activity, or the utterly bad work, essence; for a work that is none at all must be called bad. Finally, in the fortunate accident of finding actuality before one, this being without deed becomes the matter itself.

415 But the truth of this honesty is not to be as honest as it appears. For it cannot be so thoughtless as actually to let these different moments fall apart in this way; rather, it must have immediate consciousness of their opposition, because they relate absolutely to one another. Pure activity is essentially the activity of this individual, and this activity is equally essentially an actuality, or a matter. Conversely, actuality is essentially only as its activity, and as activity in general; and its activity is at the same time, just as activity in general, also actuality. Thus, while it seems concerned only with the matter itself as abstract actuality, it is also concerned with it as its own activity. Yet equally, while it is concerned only with activity and pursuit, it is not serious about this, but is concerned with a matter, and with the matter as its own. Finally, while it seems to want only its own 1807 353 matter and its own activity, it is again concerned with the matter in general, or actuality abiding in and for itself.

416 Just as the matter itself and its moments appear here as content, they are equally necessarily present in consciousness as forms. They appear as content only to disappear, each giving way to the other. They must therefore be present with the determination of being sublated; but as such they are aspects of consciousness itself. The matter itself is present as its in-itself, or its reflection into itself; but the displacement of the moments by one another is expressed in consciousness in this way: they are posited in it not in themselves, but only for another. Consciousness brings one moment of the content into the light of day and presents it for others; yet at the same time it has reflected out of this moment into itself, and the opposite is equally present within it; it keeps this to itself as its own. Nor is it always one particular moment that is only put forward, and another that is kept only within; rather, consciousness alternates between them, since it must make each essential both for itself and for others. The whole is the moving interpenetration of individuality and the universal; but because this whole is present for this consciousness only as the simple essence, and thus as the abstraction of the matter itself, its moments fall 1807 354 separately outside it and apart from one another; and as a whole it is exhausted and presented only through the divisive alternation of displaying and keeping to oneself. Since in this alternation consciousness has one moment for itself and as essential within its reflection, but another only externally attached to it, or for others, a play of individualities with one another thus arises, in which they find themselves both deceiving and deceived, both by themselves and by one another.

417 An individuality thus sets out to accomplish something; it seems thereby to have made something its concern. It acts, becomes through its action something for others, and seems concerned with actuality. Others therefore take its action to express an interest in the matter as such, and the purpose that the matter should itself be accomplished, regardless of whether by the first individuality or by them. Accordingly, they show that they have already accomplished it themselves, or, if not, offer and provide their help; but this consciousness has instead already left the place where they think it is. What interests it in the matter is its own activity and enterprise; and when they realize that this was the matter itself, they find themselves deceived.—But in fact their own rush to help was itself nothing other than a wish to see and display their own activity, not the matter itself; that is, they wished to deceive the other in precisely the way in which they complain of having been 1807 355 deceived.—Now that it has emerged that one's own activity and enterprise, the play of one's powers, passes for the matter itself, consciousness seems to pursue its essence for itself, not for others, and to be concerned only with action as its own, not as the action of others, thus leaving others equally free in their affairs. But they are mistaken again; it has already left the place where they thought it was. Its concern is not with the matter as this particular affair of its own, but with it as a matter, as something universal that is for everyone. It therefore interferes in their action and work; and if it can no longer take this out of their hands, it at least takes an interest by busying itself with judgments about it. If it stamps the work with its approval and praise, the implication is that in the work it praises not only the work itself, but also its own magnanimity and restraint in not having spoiled the work as a work, or even spoiled it through its criticism. In showing an interest in the work, it enjoys itself in it; equally, a work it criticizes is welcome as an occasion for the same enjoyment of its own activity. But those who consider themselves deceived by this interference, or claim to do so, actually wished to deceive in the same way themselves. They represent their activity and enterprise as something that is only for themselves, in which they aimed only at 1807 356 themselves and their own essence. Yet by doing something, and thus presenting themselves and coming into the light of day, they directly contradict in deed their claim to wish to exclude the daylight itself, universal consciousness, and everyone's participation. Actualization is, rather, a display of what is one's own within the universal element, through which it becomes, and is meant to become, the concern of all.

418 It is therefore equally a deception of oneself and of others to pretend that one's concern is only with the pure matter. A consciousness that opens up a matter instead experiences others hurrying to it like flies to freshly set-out milk, eager to feel busy about it; and they experience in it that its concern, likewise, is not with the matter as an object, but as its own. Conversely, if action itself alone, the exercise of powers and capacities or the expression of this individuality, is supposed to be essential, the reciprocal experience is again that everyone bestirs themselves and considers themselves invited, and that, instead of a pure action, or a distinctive action of a single individual, what has been opened up is something that is just as much for others, or a matter itself. The same thing happens in both cases, but has a different meaning from the one assumed and intended to hold. Consciousness experiences both sides as equally essential 1807 357 moments, and in this experiences the nature of the matter itself: it is neither merely a matter opposed to action in general and to individual action, nor action opposed to subsistence, a genus free of these moments as its species. Rather, it is an essence whose being is the action of the single individual and of all individuals, and whose action is immediately for others, or a matter, and is a matter only as the action of each and all: the essence that is the essence of all essences, the spiritual essence. Consciousness experiences that none of those moments is subject; each instead dissolves in the universal matter itself. The moments of individuality, which the thoughtlessness of this consciousness successively took for the subject, gather into the simple individuality that, as this individuality, is equally immediately universal. The matter itself thereby loses the relation of a predicate and the determination of lifeless abstract universality; it is instead substance permeated by individuality: the subject in which individuality exists equally as itself, or as this individual, and as all individuals; and the universal that has being only as this action of each and all, an actuality in that this consciousness knows it as its own individual actuality and as the actuality of all. The pure matter itself is what was determined above as the category: being that is I, or I that is being, but as thinking, which is still distinguished from 1807 358 actual self-consciousness. Here, however, the moments of actual self-consciousness—whether we call them its content, purpose, action, and actuality, or its form, being-for-itself and being-for-another—are posited as one with the simple category itself, and the category is thereby also all content.

b. Lawgiving Reason.

419 In its simple being, spiritual essence is pure consciousness and this self-consciousness. The individual's originally determinate nature has lost its positive significance of being in itself the element and purpose of the individual's activity; it is only a sublated moment, and the individual is a self, as a universal self. Conversely, the formal matter itself finds its fulfillment in active individuality differentiating itself within itself, since the differences of this individuality constitute the content of that universal. The category is in itself as the universal of pure consciousness; it is equally for itself, since the self of consciousness is equally its moment. It is absolute being, since that universality is the simple self-equality of being.

420 What is the object for consciousness therefore has the significance of being the true; it is and holds good 1807 359 in the sense of being and holding good in and for itself. It is the absolute matter, which no longer suffers from the opposition between certainty and its truth, the universal and the individual, purpose and its reality; rather, its existence is the actuality and action of self-consciousness. This matter is therefore ethical substance, and consciousness of it is ethical consciousness. Its object counts for it equally as the true, since it unites self-consciousness and being in a single unity; it counts as the absolute, since self-consciousness can no longer, and no longer wishes to, go beyond this object, for in it self-consciousness is at home with itself. It cannot, since the object is all being and power;—it does not wish to, since the object is the self, or the will of this self. It is in its own self the real object as object, since it contains the difference belonging to consciousness; it divides into spheres that are the determinate laws of absolute essence. But these spheres do not cloud the concept, since the moments of being, pure consciousness, and the self remain enclosed within it—a unity that constitutes the essence of these spheres and, within this difference, no longer lets these moments fall apart.

421 These laws, or spheres of ethical substance, are immediately acknowledged; one cannot ask after their origin and justification or seek something else, since anything other than 1807 360 the essence that is in and for itself would be only self-consciousness itself. But self-consciousness is nothing other than this essence, since it is itself the being-for-itself of this essence, which is the truth precisely because it is just as much the self of consciousness as its in-itself, or pure consciousness.

422 Since self-consciousness knows itself as a moment of the being-for-itself of this substance, it expresses the existence of the law within it by saying that sound reason immediately knows what is right and good. As immediately as it knows this, so immediately does it hold good for it, and it says immediately: this is right and good. And specifically this: they are determinate laws; it is the matter itself, fulfilled and full of content.

423 What presents itself so immediately must be taken up and considered just as immediately. As with what sense-certainty immediately pronounces to be, so too with the being pronounced by this immediate ethical certainty, or with the immediately existing spheres of ethical essence, we must see what their constitution is. Examples of some such laws will show this; and by taking them in the form of pronouncements of knowing, sound reason, we need not first introduce the moment that must be brought to bear on them when they are considered as immediate sensory laws.

424 “Everyone should speak the truth.”—With this duty, pronounced as unconditional, 1807 361 a condition will immediately be conceded: if one knows the truth. The commandment will now therefore run: everyone should speak the truth according to their knowledge and conviction of it at the time. Sound reason, this very ethical consciousness that immediately knows what is right and good, will also declare that this condition was already so bound up with its universal pronouncement that this was what it meant by the commandment. But it thereby actually admits that it had already violated the commandment in the very act of pronouncing it. It said: everyone should speak the truth; but it meant that one should speak it according to one's knowledge and conviction of it; that is, it said something other than it meant, and to say something other than one means is not to speak the truth. The corrected untruth or clumsiness now expresses itself thus: everyone should speak the truth according to their knowledge and conviction of it at the time.—But the universal necessity valid in itself, which the proposition intended to express, has thereby turned instead into complete contingency. For whether the truth is spoken is left to the chance of whether I know it and can convince myself of it; and nothing more is said than that truth and falsehood should be spoken indiscriminately, just as someone happens to know, suppose, and comprehend them. This contingency of content has universality only in the 1807 362 form of a proposition in which it is expressed; but as an ethical proposition it promises a universal and necessary content, and so contradicts itself through the contingency of that content.—If, finally, the proposition is corrected so that the contingency of knowing and being convinced of the truth should fall away, and the truth should also be known, this would be a commandment directly contradicting the starting point. Sound reason was initially supposed to possess immediately the capacity to pronounce the truth; but now it is said that it ought to know the truth—that is, that it does not know how to pronounce it immediately.—Considered from the side of content, this has fallen away in the demand that one should know the truth; for this demand concerns knowing in general: one should know. What is demanded is therefore, rather, something free of all determinate content. But what was at issue here was a determinate content, a difference within ethical substance. Yet this immediate determination of substance is a content that showed itself instead to be completely contingent; and, raised to universality and necessity so that knowing is pronounced to be the law, it instead disappears.

425 Another famous commandment is: Love your neighbor as yourself. It is addressed to the individual in relation to individuals, and asserts this as a relation of individual to individual, 1807 363 or as a relation of feeling. Active love—for inactive love has no being, and is therefore presumably not intended—aims to remove evil from a person and bring that person good. To this end one must distinguish what constitutes evil for that person, what good is appropriate against this evil, and what their welfare consists in generally; that is, I must love them with understanding. Uncomprehending love will harm them, perhaps more than hatred. But beneficence that understands and is substantial, in its richest and most important form, is the intelligent universal action of the state—an action compared with which the action of the individual as an individual becomes something altogether so insignificant that it is scarcely worth speaking of. Moreover, that action is so powerful that if individual action wished to oppose it, either by being directly criminal on its own account or, out of love for another, by defrauding the universal of its right and its share in that individual, it would be entirely futile and irresistibly destroyed. Beneficence that is feeling retains only the significance of an entirely individual action, an emergency assistance as contingent as it is momentary. Chance determines not only its occasion, but also whether it is a work at all, whether it is not immediately dissolved again and even turned instead into evil 1807 364. This action for the welfare of others, therefore, which is pronounced to be necessary, is such that it may exist or may not; that, if the occasion happens to arise, it may be a work and may be good, or may not. This law thus has no more universal content than the first one considered, and does not express something that is in and for itself, as it ought to do as an absolute ethical law. Or such laws remain at the level of ought, but have no actuality; they are not laws, but merely commandments.

426 In fact, however, the nature of the matter itself makes clear that any universal absolute content must be renounced; for every determinacy posited in simple substance is inadequate to it, whose essence is precisely to be this simplicity. In its simple absoluteness, the commandment itself expresses immediate ethical being; the difference appearing in it is a determinacy, and hence a content standing below the absolute universality of this simple being. Since an absolute content must thus be renounced, the commandment can possess only formal universality, or the property of not contradicting itself; for universality without content is formal, and absolute content itself means a difference that is no difference, or absence of content.

1807 365

427 What remains for lawgiving, therefore, is the pure form of universality, or in fact the tautology of consciousness, which confronts the content and is a knowing, not of the existing or actual content, but of its essence, or self-equality.

428 Ethical essence is thus not itself immediately a content, but only a standard for whether a content is capable of being law or not, insofar as it does not contradict itself. Lawgiving reason has been reduced to a reason that merely tests.

c. Law-Testing Reason.

429 A difference within simple ethical substance is a contingency for it, which we saw emerge in the determinate commandment as the contingency of knowing, actuality, and action. The comparison between that simple being and the determinacy that does not correspond to it fell to us; and simple substance has shown itself in this to be formal universality, or pure consciousness, which, free of the content, confronts it and is a knowing of it as determinate. In this way this universality remains what the matter itself was. But in consciousness it is something else: it is no longer the thoughtless, inert 1807 366 genus, but is related to the particular and counts as its power and truth.—This consciousness initially seems to be the same testing that we ourselves previously were, and its action seems capable of being nothing other than what has already occurred: a comparison of the universal with the determinate, from which their inadequacy to one another would emerge as before. But the relation of content to the universal is different here, since the latter has acquired a different meaning. It is formal universality, of which the determinate content is capable, since in it this content is considered only in relation to itself. In our testing, universal, solid substance stood opposed to determinacy, which developed as the contingency of the consciousness into which substance entered. Here one member of the comparison has disappeared; the universal is no longer the substance that is and holds good, or what is right in and for itself, but simple knowing or form, which compares a content only with itself and considers whether it is a tautology. Laws are no longer given, but tested; and for the testing consciousness the laws are already given. It takes up their content in its simplicity, without entering, as we did, into consideration of the individuality and contingency adhering to its actuality; rather, it stops at the commandment as commandment and relates to it as simply as its standard is simple.

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430 But for this very reason this testing does not reach far: precisely because the standard is tautology and indifferent to content, it admits this content just as readily as its opposite.—The question is whether it should be a law in and for itself that property should exist; in and for itself, not from usefulness for other purposes. Ethical essentiality consists precisely in the law being equal only to itself and thus grounded through this self-equality in its own essence, not being conditional. Property in and for itself does not contradict itself; it is an isolated determinacy, or one posited as equal only to itself. Non-property, things belonging to no one, or community of goods, contradicts itself just as little. That something belongs to no one, or to the first person who takes possession of it, or to everyone together, and to each according to their need or in equal shares, is a simple determinacy, a formal thought, just like its opposite, property.—If, to be sure, the ownerless thing is considered as a necessary object of need, it is necessary that it become the possession of some individual; and it would be contradictory to make the thing's freedom the law instead. But the thing's being ownerless is not meant as absolute ownerlessness either; rather, it is to come into possession according to the individual's need, not indeed to be stored away, but to be 1807 368 used immediately. Yet providing for need entirely according to chance in this way contradicts the nature of the conscious being that alone is under discussion; for this being must represent its need in the form of universality, provide for its whole existence, and acquire lasting goods. Thus the thought that a thing should fall by chance to the next self-conscious living being according to its need would not agree with itself.—In community of goods, where provision would be made in a universal and lasting way, each receives either as much as they need, in which case this inequality contradicts the essence of consciousness, for which the equality of individuals is the principle; or distribution is equal, according to the latter principle, in which case the share does not have the relation to need that is, after all, its sole concept.

431 Yet if non-property appears contradictory in this way, this happens only because it has not been left as a simple determinacy. Property fares just the same when it is resolved into moments. The individual thing that is my property thereby counts as something universal, secured, and lasting; but this contradicts its nature, which consists in being used and disappearing. At the same time it counts as mine, which all others acknowledge, excluding 1807 369 themselves from it. But my being acknowledged implies instead my equality with everyone, the opposite of exclusion.—What I possess is a thing, that is, a being for others in general, wholly universal and without the determination of being only for me; that I possess it contradicts its universal thinghood. Property therefore contradicts itself in every respect just as much as non-property; each contains these two opposed, self-contradictory moments of individuality and universality.—But each of these determinacies, represented simply as property or non-property without further development, is as simple as the other—that is, not self-contradictory.—The standard of law that reason has in itself therefore fits everything equally well, and is thus in fact no standard at all.—It would indeed be strange if tautology, the principle of contradiction, which is conceded to be only a formal criterion for the cognition of theoretical truth—that is, something entirely indifferent to truth and untruth—were supposed to be more for the cognition of practical truth.

432 In the two moments just considered of the fulfillment of the previously empty spiritual essence, both the positing of immediate determinacies in ethical substance and then the knowing of whether they are laws have been sublated. The 1807 370 result thus seems to be that neither determinate laws nor a knowledge of them can exist. But substance is consciousness of itself as absolute essentiality, and therefore can relinquish neither the difference within it nor the knowledge of this difference. That lawgiving and law-testing proved null means that both, taken singly and in isolation, are merely unsupported moments of ethical consciousness; and the movement in which they appear has the formal meaning that ethical substance thereby presents itself as consciousness.

433 Insofar as these two moments are more precise determinations of consciousness of the matter itself, they can be regarded as forms of honesty. Just as honesty previously busied itself with the formal moments of the matter itself, so now it busies itself with a supposedly obligatory content of the good and right and with testing such fixed truth, imagining that sound reason and intelligent insight possess the force and validity of the commandments.

434 Without this honesty, however, the laws do not count as the essence of consciousness, nor does testing count as an action within it. Rather, as each of these moments appears immediately on its own as an actuality, one expresses an invalid establishment and existence of actual laws, and the other an equally invalid liberation from them. As a determinate 1807 371 law, the law has a contingent content—here this means that it is the law of an individual consciousness, with an arbitrary content. That immediate lawgiving is therefore the tyrannical outrage that makes arbitrary will into law and ethical life into obedience to it—to laws that are only laws, not also commandments. Likewise, the second moment, insofar as it is isolated, means testing laws, moving the immovable, and the outrage of a knowing that reasons itself free of absolute laws and takes them for an arbitrary will alien to itself.

435 In both forms these moments are a negative relation to substance, or to real spiritual essence; or, in them, substance does not yet have its reality. Rather, consciousness still contains substance in the form of its own immediacy, and substance is as yet only a will and a knowing of this individual, or the ought of an unactual commandment and a knowing of formal universality. But as these modes sublated themselves, consciousness returned into the universal and those oppositions disappeared. Spiritual essence is actual substance through these modes being valid not separately, but only as sublated; and the unity in which they are merely moments is the self of consciousness, which, now posited within spiritual essence, 1807 372 makes it actual, fulfilled, and self-conscious.

436 Spiritual essence is thus, in the first place, law existing in itself for self-consciousness; the universality of testing, which was formal and did not exist in itself, is sublated. It is equally an eternal law, grounded not in the will of this individual, but existing in and for itself: the absolute pure will of all, which has the form of immediate being. Nor is it a commandment that merely ought to be; rather, it is and holds good. It is the universal I of the category, which is immediately actuality, and the world is only this actuality. But since this existing law holds good absolutely, the obedience of self-consciousness is not service to a master whose commands would be arbitrary and in whom it would not recognize itself. Rather, the laws are thoughts of its own absolute consciousness, which it itself immediately has. Nor does it believe in them, for belief indeed intuits essence, but an alien essence. Ethical self-consciousness is immediately one with essence through the universality of its self; belief, by contrast, begins with individual consciousness and is its movement of continually approaching this unity without attaining the presence of its essence.—The former consciousness, however, has sublated itself as individual; this mediation is 1807 373 accomplished, and only because it is accomplished is consciousness immediate self-consciousness of ethical substance.

437 The difference between self-consciousness and essence is therefore perfectly transparent. Consequently, the differences within essence itself are not contingent determinacies. Rather, because of the unity of essence with self-consciousness—the latter alone could be the source of inequality—they are the spheres of their articulation, permeated by their life: spirits clear to themselves and undivided, spotless heavenly figures that preserve, in their differences, the unprofaned innocence and unanimity of their essence.—Self-consciousness is likewise a simple, clear relation to them. They are, and nothing more—this constitutes the consciousness of its relation. Thus, for Sophocles' Antigone, they hold good as the gods' unwritten and unfailing law: it lives not merely now and yesterday, but forever, and no one knows from where it appeared. They are. If I ask after their genesis and confine them to the point of their origin, I have gone beyond them; for I am now the universal, while they are conditioned and limited. If they are to legitimate themselves before my insight, I have already shaken their unwavering being-in-itself and regard them as something that may be true or may not be true for me 1807 374. The ethical disposition consists precisely in steadfastly holding to what is right and refraining from any movement, shaking, or reduction of it.—A deposit is entrusted to me; it is another's property, and I acknowledge it because this is so, while wavering in this relation. If I keep the deposit for myself, I commit no contradiction whatever according to the principle of my testing, tautology; for then I no longer regard it as another's property. Keeping something that I do not regard as another's property is perfectly consistent. The change of view is no contradiction, since what is at issue is not the view as a view, but the object and content that is supposed not to contradict itself. Just as I can change the view that something is my property into the view that it is another's property—as I do when I give something away—without thereby becoming guilty of contradiction, so I can equally take the opposite course.—Something is therefore not right because I find it noncontradictory; rather, it is right because it is what is right. That something is another's property is the ground. I have no business reasoning about this, or seeking out or devising all sorts of thoughts, connections, and considerations; 1807 375 I am to think neither of lawgiving nor of testing. Through such movements of my thought I would unsettle that relation, since I could in fact, as I pleased, find the opposite equally in conformity with my indeterminate tautological knowing, and thus make it law. Rather, whether this determination or its opposite is right is determined in and for itself. I, for my part, could make whichever I pleased into law, or just as well neither; and as soon as I begin to test, I am already on an unethical path. Through what is right being in and for itself for me, I am within ethical substance; thus it is the essence of self-consciousness, while self-consciousness is its actuality and existence, its self and will.

VI. Spirit

1807 376

VI. *Der Geist*.

438 Die Vernunft ist Geist, indem die Gewiſsheit, alle Realität zu seyn, zur Wahrheit erhoben, und sie sich ihrer selbst als ihrer Welt, und der Welt als ihrer selbst bewuſst ist. — Das Werden des Geistes zeigte die unmittelbar vorhergehende Bewegung auf, worin der Gegenstand des Bewuſstseyns, die reine Kategorie, zum Begriffe der Vernunft sich erhob. In der beobachtenden Vernunft ist diese reine Einheit des Ich und des Seyns, des Fürsich und des Ansichseyns, als das Ansich oder als Seyn bestimmt, und das Bewuſstseyn der Vernunft findet sich. Aber die Wahrheit des Beobachtens ist vielmehr das Aufheben dieses unmittelbaren findenden Instinkts, dieses bewuſstlosen Daseyns derselben. Die angeschaute Kategorie, das gefundne Ding tritt in das Bewuſstseyn als das Fürsichseyn des Ich, welches sich nun im gegenständlichen Wesen als das Selbst weiſs. Aber diese Bestimmung der Kategorie, als des Fürsichseyns entgegengesetzt dem Ansichseyn, ist ebenso einseitig und ein sich selbst aufhebendes Moment. Die Kategorie wird daher für das Bewuſstseyn bestimmt, wie sie in ihrer allgemeinen Wahrheit ist, 1807 377 als an und fürsichseyendes Wesen. Diese noch abstracte Bestimmung, welche die Sache selbst ausmacht, ist erst das geistige Wesen, und sein Bewuſstseyn ein formales Wissen von ihm, das sich mit mancherley Inhalt desselben herumtreibt; es ist von der Substanz in der That noch als ein einzelnes unterschieden, gibt entweder willkührliche Gesetze, oder meynt die Gesetze, wie sie an und für sich sind, in seinem Wissen als solchem zu haben; und hält sich für die beurtheilende Macht derselben. — Oder von der Seite der Substanz betrachtet, so ist diese das an und fürsichseyende geistige Wesen, welches noch nicht Bewuſstseyn seiner selbst ist. — Das an und fürsichseyende Wesen aber, welches sich zugleich als Bewuſstseyn wirklich und sich sich selbst vorstellt, ist der Geist.

439 Sein geistiges Wesen ist schon als die sittliche Substanz bezeichnet worden; der Geist aber ist die sittliche Wirklichkeit. Er ist das Selbst des wirklichen Bewuſstseyns, dem er oder vielmehr das sich als gegenständliche wirkliche Welt gegenübertritt, welche aber ebenso für das Selbst alle Bedeutung eines Fremden, so wie das Selbst alle Bedeutung eines von ihr getrennten, abhängigen oder unabhängigen Fürsichseyns verloren hat. Die Substanz und das allgemeine, sichselbstgleiche, bleibende Wesen, — ist er der unverrückte und unaufgelöste Grund und Ausgangspunkt des Thuns Aller, — und ihr Zweck und Ziel, als das gedachte Ansich aller Selbstbewuſstseyn. — Diese Substanz ist ebenso das allgemeine Werk, das 1807 378 sich durch das Thun Aller und Jeder als ihre Einheit und Gleichheit erzeugt, denn sie ist das Fursichseyn, das Selbst, das Thun. Als die Substanz ist der Geist die unwankende gerechte Sichselbstgleichheit; aber als Fürsichseyn ist sie das aufgelöste, das sich aufopfernde gütige Wesen, an dem Jeder sein eignes Werk vollbringt, das allgemeine Seyn zerreiſst und sich seinen Theil davon nimmt. Diese Auflösung und Vereinzelung des Wesens ist eben das Moment des Thuns und Selbsts Aller; es ist die Bewegung und Seele der Substanz, und das bewirkte allgemeine Wesen. Gerade darin daſs sie das im Selbst aufgelöste Seyn ist, ist sie nicht das todte Wesen, sondern wirklich und lebendig.

440 Der Geist ist hiemit das sich selbsttragende absolute reale Wesen. Alle bisherigen Gestalten des Bewuſstseyns sind Abstractionen desselben; sie sind diſs, daſs er sich analysirt, seine Momente unterscheidet, und bey einzelnen verweilt. Diſs Isoliren solcher Momente hat ihn selbst zur Voraussetzung und zum Bestehen, oder es existirt nur in ihm, der die Existenz ist. Sie haben so isolirt den Schein, als ob sie als solche wären; aber wie sie nur Momente oder verschwindende Gröſsen sind, zeigte ihre Fortwälzung und Rückgang in ihren Grund und Wesen; und diſs Wesen eben ist diese Bewegung und Auflösung dieser Momente. Hier, wo der Geist, oder die Reflexion derselben in sich selbst gesetzt ist, kann unsre Reflexion an sie nach dieser Seite kurz 1807 379 erinnern; sie waren Bewuſstseyn, Selbstbewuſstseyn und Vernunft. Der Geist ist also Bewuſstseyn überhaupt, was sinnliche Gewiſsheit, Wahrnehmen und den Verstand in sich begreifft, insofern er in der Analyse seiner selbst, das Moment festhält, daſs er sich gegenständliche, seyende Wirklichkeit ist, und davon abstrahirt, daſs diese Wirklichkeit sein eignes Fürsichseyn ist. Hält er im Gegentheil das andre Moment der Analyse fest, daſs sein Gegenstand sein Fürsichseyn ist, so ist er Selbstbewuſstseyn. Aber als unmittelbares Bewuſstseyn des an und fürsichseyns, als Einheit des Bewuſstseyns und des Selbstbewuſstseyns ist er das Bewuſstseyn, das Vernunft hat, das, wie das Haben es bezeichnet, den Gegenstand hat als an sich vernünftig bestimmt, oder vom Werthe der Kategorie, aber so, daſs er noch für das Bewuſstseyn desselben den Werth der Kategorie nicht hat. Er ist das Bewuſstseyn, aus dessen Betrachtung wir so eben herkommen. Diese Vernunft, die er hat, endlich als eine solche von ihm angeschaut, die Vernunft ist, oder die Vernunft, die in ihm wirklich und die seine Welt ist, so ist er in seiner Wahrheit; er ist der Geist, er ist das wirkliche sittliche Wesen.

441 Der Geist ist das sittliche Leben eines Volks, insofern er die unmittelbare Wahrheit ist; das Individuum, das eine Welt ist. Er muſs zum Bewuſstseyn über das, was er unmittelbar ist, fortgehen, das schöne sittliche Leben aufheben, und 1807 380 durch eine Reihe von Gestalten zum Wissen seiner selbst gelangen. Diese unterscheiden sich aber von den vorhergehenden dadurch, daſs sie die realen Geister sind, eigentliche Wirklichkeiten, und statt Gestalten nur des Bewuſstseyns, Gestalten einer Welt.

442 Die lebendige sittliche Welt ist der Geist in seiner Wahrheit; wie er zunächst zum abstracten Wissen seines Wesens kommt, geht die Sittlichkeit in der formalen Allgemeinheit des Rechts unter. Der in sich selbst nunmehr entzweyte Geist beschreibt in seinem gegenständlichen Elemente als in einer harten Wirklichkeit die eine seiner Welten, das Reich der Bildung, und ihr gegenüber im Elemente des Gedankens die Welt des Glaubens, das Reich des Wesens. Beyde Welten aber von dem Geiste, der aus diesem Verluste seiner selbst in sich geht, von dem Begriffe erfaſst, werden durch die Einsicht und ihre Verbreitung, die Aufklärung, verwirrt und revolutionirt, und das in das Disseits und Jenseits vertheilte und ausgebreitete Reich kehrt in das Selbstbewuſstseyn zurück, das nun in der Moralität sich als die Wesenheit, und das Wesen als wirkliches Selbst erfaſst, seine Welt und ihren Grund nicht mehr aus sich heraussetzt, sondern alles in sich verglimmen läſst, und als Gewissen der seiner selbst gewisse Geist ist.

1807 381

443 Die sittliche Welt, die in das Disseits und Jenseits zerrissene Welt und die moralische Weltanschauung sind also die Geister, deren Bewegung und Rückgang in das einfache fürsichseyende Selbst des Geistes sich entwickeln, und als deren Ziel und Resultat das wirkliche Selbstbewuſstseyn des absoluten Geistes hervortreten wird.

1807 382

A. *Der wahre Geist*, die Sittlichkeit.

444 Der Geist ist in seiner einfachen Wahrheit Bewuſstseyn, und schlägt seine Momente auseinander. Die Handlung trennt ihn in die Substanz und das Bewuſstseyn derselben; und trennt ebensowohl die Substanz als das Bewuſstseyn. Die Substanz tritt als allgemeines Wesen und Zweck, sich als der vereinzelnten Wirklichkeit gegenüber; die unendliche Mitte ist das Selbstbewuſstseyn, welches an sich Einheit seiner und der Substanz, es nun für sich wird, das allgemeine Wesen und seine vereinzelnte Wirklichkeit vereint, diese zu jenem erhebt, und sittlich handelt, — und jenes zu dieser herunterbringt, und den Zweck, die nur gedachte Substanz ausführt; es bringt die Einheit seines Selbsts und der Substanz als sein Werk und damit als Wirklichkeit hervor.

445 In dem Auseinandertreten des Bewuſstseyns hat die einfache Substanz den Gegensatz theils gegen das Selbstbewuſstseyn erhalten, theils stellt sie damit ebensosehr an ihr selbst die Natur des Bewuſstseyns, 1807 383 sich in sich selbst zu unterscheiden, als eine in ihre Massen gegliederte Welt dar. Sie spaltet sich also in ein unterschiednes sittliches Wesen, in ein menschliches und göttliches Gesetz. Ebenso das ihr gegenübertretende Selbstbewuſstseyn theilt sich nach seinem Wesen der einen dieser Mächte zu, und als Wissen in die Unwissenheit dessen, was es thut, und in das Wissen desselben, das deſswegen ein betrognes Wissen ist. Es erfährt also in seiner That sowohl den Widerspruch jener Mächte, worein die Substanz sich entzweyte, und ihre gegenseitige Zerstörung, wie den Widerspruch seines Wissens von der Sittlichkeit seines Handelns — mit dem, was an und für sich sittlich ist, und findet seinen eignen Untergang. In der That aber ist die sittliche Substanz durch diese Bewegung zum wirklichen Selbstbewuſstseyn geworden, oder dieses Selbst zum an und fürsichseyenden, aber darin ist eben die Sittlichkeit zu Grunde gegangen.

a. *Die sittliche Welt*, das menschliche und göttliche Gesetz, der Mann und das Weib.

446 Die einfache Substanz des Geistes theilt sich als Bewuſstseyn. Oder wie das Bewuſstseyn des abstracten, des sinnlichen Seyns in die Wahrnehmung übergeht, 1807 384 so auch die unmittelbare Gewiſsheit des realen, sittlichen Seyns; und wie für die sinnliche Wahrnehmung das einfache Seyn ein Ding von vielen Eigenschafften wird, so ist für die sittliche der Fall des Handelns eine Wirklichkeit von vielen sittlichen Beziehungen. Jener zieht sich aber die unnütze Vielheit der Eigenschafften in den wesentlichen Gegensatz der Einzelnheit und Allgemeinheit zusammen, und noch mehr dieser, die das gereinigte, substantielle Bewuſstseyn ist, wird die Vielheit der sittlichen Momente das Zwiefache eines Gesetzes der Einzelnheit und eines der Allgemeinheit. Jede dieser Massen der Substanz bleibt aber der ganze Geist; wenn in der sinnlichen Wahrnehmung die Dinge keine andre Substanz als die beyden Bestimmungen der Einzelnheit und der Allgemeinheit haben, so drücken sie hier nur den oberflächlichen Gegensatz der beyden Seiten gegeneinander aus.

447 Die Einzelnheit hat an dem Wesen, das wir hier betrachten, die Bedeutung des Selbstbewuſstseyns überhaupt, nicht eines einzelnen zufälligen Bewuſstseyns. Die sittliche Substanz ist also in dieser Bestimmung die wirkliche Substanz, der absolute Geist in der Vielheit des daseyenden Bewuſstseyns realisirt; er ist das Gemeinwesen, welches für uns bey dem Eintritt in die praktische Gestaltung der Vernunft überhaupt das absolute Wesen war, und hier in seiner Wahrheit für sich selbst als bewuſstes sittliches Wesen, und als das Wesen für das Bewuſstseyn, das 1807 385 wir zum Gegenstande haben, hervorgetreten ist. Es ist Geist, welcher für sich, indem er im Gegenschein der Individuen sich, — und an sich oder Substanz ist, indem er sie in sich erhält. Als die wirkliche Substanz ist er ein Volk, als wirkliches Bewuſstseyn, Bürger des Volkes. Diſs Bewuſstseyn hat an dem einfachen Geiste sein Wesen, und die Gewiſsheit seiner selbst in der Wirklichkeit dieses Geistes, dem ganzen Volke, und unmittelbar darin seine Wahrheit, also nicht in etwas, das nicht wirklich ist, sondern in einem Geiste, der existirt und gilt.

448 Dieser Geist kann das menschliche Gesetz genannt werden, weil er wesentlich in der Form der ihrer selbstbewuſsten Wirklichkeit ist. Er ist in der Form der Allgemeinheit das bekannte Gesetz und die vorhandene Sitte; in der Form der Einzelnheit ist er die wirkliche Gewiſsheit seiner selbst in dem Individuum überhaupt, und die Gewiſsheit seiner als einfacher Individualität ist er als Regierung; seine Wahrheit ist die offene an dem Tag liegende Gültigkeit; eine Existenz, welche für die unmittelbare Gewiſsheit in die Form des freyentlassenen Daseyns tritt.

449 Dieser sittlichen Macht und Offenbarkeit tritt aber eine andere Macht, das göttliche Gesetz, gegenüber. Denn die sittliche Staatsmacht hat als die Bewegung des sich bewuſsten Thuns an dem einfachen und unmittelbaren Wesen der Sittlichkeit ihren Gegensatz; als wirkliche Allgemeinheit ist sie eine Gewalt gegen das individuelle fürsichseyn; und als 1807 386 Wirklichkeit überhaupt hat sie an dem innern Wesen noch ein Anders, als sie ist.

450 Es ist schon erinnert worden, daſs jede der entgegengesetzten Weisen der sittlichen Substanz zu existiren sie ganz und alle Momente ihres Inhalts enthält. Wenn also das Gemeinwesen sie als das seiner bewuſste wirkliche Thun ist, so hat die andere Seite die Form der unmittelbaren oder seyenden Substanz. Diese ist so einerseits der innre Begriff oder die allgemeine Möglichkeit der Sittlichkeit überhaupt, hat aber anderseits das Moment des Selbstbewuſstseyns ebenso an ihr. Dieses in diesem Elemente der Unmittelbarkeit oder des Seyns die Sittlichkeit ausdrückend, oder ein unmittelbares Bewuſstseyn seiner wie als Wesens so als dieses Selbsts in einem Andern, das heiſst, ein natürliches sittliliches Gemeinwesen, — ist die Familie. Sie steht als der bewuſstlose noch innre Begriff, seiner sich bewuſsten Wirklichkeit, als das Element der Wirklichkeit des Volks, dem Volke selbst, als unmittelbares sittliches Seyn, — der durch die Arbeit für das Allgemeine sich bildenden und erhaltenden Sittlichkeit, die Penaten dem allgemeinen Geiste gegenüber.

451 Ob sich aber wohl das sittliche Seyn der Familie als das unmittelbare bestimmt, so ist sie innerhalb ihrer, sittliches Wesen nicht insofern sie das Verhältniſs der Natur ihrer Glieder, oder deren Beziehung die unmittelbare einzelner wirklicher ist; denn 1807 387 das sittliche ist an sich allgemein, und diſs Verhältniſs der Natur ist wesentlich ebensosehr ein Geist, und nur als geistiges Wesen sittlich. Es ist zu sehen, worin seine eigenthümliche Sittlichkeit besteht. — Zunächst, weil das Sittliche das an sich allgemeine ist, ist die sittliche Beziehung der Familienglieder nicht die Beziehung der Empfindung oder das Verhältniſs der Liebe. Das Sittliche scheint nun in das Verhältniſs des einzelnen Familiengliedes zur ganzen Familie als der Substanz gelegt werden zu müssen; so daſs sein Thun und Wirklichkeit nur sie zum Zweck und Inhalt hat. Aber der bewuſste Zweck, den das Thun dieses Ganzen, insofern er auf es selbst geht, hat, ist selbst das Einzelne. Die Erwerbung und Erhaltung von Macht und Reichthum geht theils nur auf das Bedürfniſs und gehört der Begierde an; theils wird sie in ihrer höhern Bestimmung etwas nur mittelbares. Diese Bestimmung fällt nicht in die Familie selbst, sondern geht auf das wahrhafft Allgemeine, das Gemeinwesen; sie ist vielmehr negativ gegen die Familie, und besteht darin, den Einzelnen aus ihr herauszusetzen, seine Natürlichkeit und Einzelnheit zu unterjochen, und ihn zur Tugend, zum Leben in und fürs Allgemeine zu ziehen. Der der Familie eigenthümliche, positive Zweck ist der Einzelne als solcher. Daſs nun diese Beziehung sittlich sey, kann er nicht, weder der, welcher handelt, noch der, auf welchen sich die Handlung bezieht, nach 1807 388 einer Zufälligkeit auftreten, wie etwa in irgend einer Hülffe oder Dienstleistung geschieht. Der Inhalt der sittlichen Handlung muſs substantiell oder ganz und allgemein seyn; sie kann sich daher nur auf den ganzen Einzelnen, oder auf ihn als allgemeinen beziehen. Auch diſs wieder nicht etwa so, daſs sich nur vorgestellt wäre, eine Dienstleistung fördere sein ganzes Glück, während sie so, wie sie unmittelbare und wirkliche Handlung ist, nur etwas einzelnes an ihm thut; — noch daſs sie auch wirklich als Erziehung, in einer Reihe von Bemühungen, ihn als Ganzes zum Gegenstand hat und als Werk hervorbringt; wo auſser dem gegen die Familie negativen Zwecke die wirkliche Handlung nur einen beschränkten Inhalt hat; — ebensowenig endlich, daſs sie eine Nothhülffe ist, wodurch in Wahrheit der ganze Einzelne errettet wird; denn sie ist selbst eine völlig zufällige That, deren Gelegenheit eine gemeine Wirklichkeit ist, welche seyn und auch nicht seyn kann. Die Handlung also, welche die ganze Existenz des Blutsverwandten umfaſst, und ihn, — nicht den Bürger, denn dieser gehört nicht der Familie an, noch den, der Bürger werden und aufhören soll, als dieser Einzelne zu gelten, — sondern ihn, diesen der Familie angehörigen Einzelnen, als ein allgemeines, der sinnlichen, d. i. einzelnen Wirklichkeit enthobenes Wesen zu ihrem Gegenstande und Inhalt hat, betrifft nicht mehr den Lebenden, sondern den Todten, der aus der langen Reihe seines zerstreuten Daseyns sich 1807 389 in die vollendete Eine Gestaltung zusammengefaſst, und aus der Unruhe des zufälligen Lebens sich in die Ruhe der einfachen Allgemeinheit erhoben hat. — Weil er nur als Bürger wirklich und substantiell ist, so ist der Einzelne, wie er nicht Bürger ist, und der Familie angehört, nur der Unwirkliche marklose Schatten.

452 Diese Allgemeinheit, zu der der Einzelne als solcher gelangt, ist das reine Seyn, der Tod; es ist das unmittelbare natürliche Gewordenseyn, nicht das Thun eines Bewuſstseyns. Die Pflicht des Familiengliedes ist deſswegen, diese Seite hinzuzufügen, damit auch sein letztes Seyn, diſs allgemeine Seyn, nicht allein der Natur angehöre und etwas unvernünftiges bleibe, sondern daſs es ein gethanes, und das Recht des Bewuſstseyns in ihm behauptet sey. Oder der Sinn der Handlung ist vielmehr, daſs, weil in Wahrheit die Ruhe und Allgemeinheit des seiner selbstbewuſsten Wesens nicht der Natur angehört, der Schein eines solchen Thuns hinwegfalle, den sich die Natur angemaſst, und die Wahrheit hergestellt werde. — Was die Natur an ihm that, ist die Seite, von welcher sein Werden zum Allgemeinen sich als die Bewegung eines Seyenden darstellt. Sie fällt zwar selbst innerhalb des sittlichen Gemeinwesens und hat dieses zum Zwecke; der Tod ist die Vollendung und höchste Arbeit, welche das Individuum als solches für es übernimmt. Aber insofern es wesentlich einzelnes ist, ist es zufällig, daſs sein Tod 1807 390 unmittelbar mit seiner Arbeit fürs Allgemeine zusammenhing, und Resultat derselben war, theils wenn ers war, ist er die natürliche Negativität und die Bewegung des Einzelnen als Seyenden, worin das Bewuſstseyn nicht in sich zurückkehrt, und Selbstbewuſstseyn wird; oder indem die Bewegung des Seyenden diese ist, daſs es aufgehoben wird und zum Fürsichseyn gelangt, ist der Tod die Seite der Entzweyung, worin das Fürsichseyn, das erlangt wird, ein Anderes ist, als das Seyende, welches in die Bewegung eintrat. — Weil die Sittlichkeit der Geist in seiner unmittelbaren Wahrheit ist, so fallen die Seiten, in die sein Bewuſstseyn auseinandertritt, auch in diese Form der Unmittelbarkeit, und die Einzelnheit tritt in diese abstracte Negativität herüber, welche ohne Trost und Versöhnung an sich selbst, sie wesentlich durch eine wirkliche und äuſserliche Handlung empfangen muſs. — Die Blutsverwandschafft ergänzt also die abstracte natürliche Bewegung dadurch, daſs sie die Bewegung des Bewuſstseyns hinzufügt, das Werk der Natur unterbricht, und den Blutsverwandten der Zerstörung entreiſst, oder besser, weil die Zerstörung, sein Werden zum reinen Seyn, nothwendig ist, selbst die That der Zerstörung über sich nimmt. — Es kömmt hiedurch zu Stande, daſs auch das todte, das allgemeine Seyn ein in sich zurückgekehrtes, ein Fürsichseyn, oder die krafftlose reine einzelne Einzelnheit zur allgemeinen Individualität erhoben wird. Der Todte, da er sein Seyn von seinem 1807 391 Thun oder negativen Eins frey gelassen, ist die leere Einzelnheit, nur ein passives Seyn für anderes, aller niedrigen vernunftlosen Individualität und den Kräfften abstracter Stoffe preisgegeben, wovon jene um des Lebens willen, das sie hat, diese um ihrer negativen Natur willen itzt mächtiger sind, als er. Diſs ihn entehrende Thun bewuſstloser Begierde und abstracter Wesen hält die Familie von ihm ab, setzt das ihrige an die Stelle, und vermahlt den Verwandten dem Schoſse der Erde, der elementarischen unvergänglichen Individualität; sie macht ihn hierdurch zum Genossen eines Gemeinwesens, welches vielmehr die Kräffte der einzelnen Stoffe und die niedrigen Lebendigkeiten, die gegen ihn frey werden und ihn zerstören wollten, überwältigt und gebunden hält.

453 Diese letzte Pflicht macht also das vollkommene göttliche Gesetz, oder die positive sittliche Handlung gegen den Einzelnen aus. Alles andre Verhältniſs gegen ihn, das nicht in der Liebe stehen bleibt, sondern sittlich ist, gehört dem menschlichen Gesetze an, und hat die negative Bedeutung, den Einzelnen über die Einschlieſsung in das natürliche Gemeinwesen zu erheben, dem er als wirklicher angehört. Wenn nun aber schon das menschliche Recht zu seinem Inhalte und Macht die wirkliche ihrer bewuſste sittliche Substanz, das ganze Volk, hat; das göttliche Recht und Gesetz aber den Einzelnen, der jenseits der Wirklichkeit ist, so ist er nicht ohne Macht; 1807 392 seine Macht ist das abstracte rein Allgemeine; das elementarische Individuum, welches die Individualität, die sich von dem Elemente losreiſst, und die ihrer bewuſste Wirklichkeit des Volks ausmacht, in die reine Abstraction als in sein Wesen ebenso zurückreiſst, als es ihr Grund ist. — Wie diese Macht am Volke selbst sich darstellt, wird sich noch weiter entwickeln.

454 Es gibt nun in dem einen Gesetze, wie in dem andern, auch Unterschiede und Stuffen. Denn indem beyde Wesen das Moment des Bewuſstseyns an ihnen haben, entfaltet sich innerhalb ihrer selbst der Unterschied; was ihre Bewegung und eigenthümliches Leben ausmacht. Die Betrachtung dieser Unterschiede zeigt die Weise der Bethätigung und des Selbstbewuſstseyns der beyden allgemeinen Wesen der sittlichen Welt, so wie ihren Zusammenhang und Uebergang ineinander.

455 Das Gemeinwesen, das obere und offenbar an der Sonne geltende Gesetz hat seine wirkliche Lebendigkeit in der Regierung, als worin es Individuum ist. Sie ist der in sich reflectirte wirkliche Geist, das einfache Selbst der ganzen sittlichen Substanz. Diese einfache Krafft erlaubt dem Wesen zwar in seine Gegliederung sich auszubreiten, und jedem Theile Bestehen und eigenes Fürsichseyn zu geben. Der Geist hat hieran seine Realität oder sein Daseyn, und die Familie ist das Element dieser Realität. Aber er ist zugleich die Krafft des Ganzen, welche diese Theile 1807 393 wieder in das negative Eins zusammenfaſst, ihnen das Gefühl ihrer Unselbstständigkeit gibt, und sie in dem Bewuſstseyn erhält, ihr Leben nur im Ganzen zu haben. Das Gemeinwesen mag sich also einerseits in die Systeme der persönlichen Selbstständigkeit und des Eigenthums, des persönlichen und dinglichen Rechts, organisiren; ebenso die Weisen des Arbeitens für die zunächst einzelnen Zwecke, — des Erwerbs und Genusses, — zu eigenen Zusammenkünften, gliedern und verselbstständigen. Der Geist der allgemeinen Zusammenkunft ist die Einfachheit und das negative Wesen dieser sich isolirenden Systeme. Um sie nicht in dieses Isoliren einwurzeln und festwerden, hiedurch das Ganze auseinanderfallen und den Geist verfliegen zu lassen, hat die Regierung sie in ihrem Innern von Zeit zu Zeit durch die Kriege zu erschüttern, ihre sich zurechtgemachte Ordnung und Recht der Selbstständigkeit dadurch zu verletzen und zu verwirren, den Individuen aber, die sich darin vertieffend vom Ganzen losreiſsen und dem unverletzbaren Fürsichseyn und Sicherheit der Person zustreben, in jener auferlegten Arbeit ihren Herrn, den Tod, zu fühlen zu geben. Der Geist wehrt durch diese Auflösung der Form des Bestehens das Versinken in das natürliche Daseyn aus dem sittlichen ab, und erhält und erhebt das Selbst seines Bewuſstseyns in die Freyheit und in seine Krafft. — Das negative Wesen zeigt sich als die eigentliche Macht des Gemeinwesens und die Krafft 1807 394 seiner Selbsterhaltung; dieses hat also die Wahrheit und Bekräfftigung seiner Macht an dem Wesen des göttlichen Gesetzes und dem unterirdischen Reiche.

456 Das göttliche Gesetz, das in der Familie waltet, hat seinerseits gleichfalls Unterschiede in sich, deren Beziehung die lebendige Bewegung seiner Wirklichkeit ausmacht. Unter den drey Verhältnissen aber, des Mannes und der Frau, der Eltern und der Kinder, der Geschwister als Bruder und Schwester, ist zuerst das Verhältniſs des Mannes und der Frau, das unmittelbare sich Erkennen des einen Bewuſstseyns im andern, und das Erkennen des gegenseitigen Anerkanntseyns. Weil es das natürliche sich Erkennen, nicht das sittliche ist, ist es nur die Vorstellung und das Bild des Geistes, nicht der wirkliche Geist selbst. — Die Vorstellung oder das Bild hat aber seine Wirklichkeit an einem andern, als es ist; diſs Verhältniſs hat daher seine Wirklichkeit nicht an ihm selbst, sondern an dem Kinde, — einem andern, dessen Werden es ist, und worin es selbst verschwindet; und dieser Wechsel der sich fortwälzenden Geschlechter hat seinen Bestand in dem Volke. — Die Pietät des Mannes und der Frau gegeneinander ist also mit natürlicher Beziehung und mit Empfindung vermischt, und ihr Verhältniſs hat seine Rückkehr in sich nicht an ihm selbst; ebenso das zweyte, die Pietät der Eltern und Kinder gegeneinander. Die der Eltern 1807 395 gegen ihre Kinder ist eben von dieser Rührung afficirt, das Bewuſstseyn seiner Wirklichkeit in dem andern zu haben, und das Fürsichseyn in ihm werden zu sehen, ohne es zurück zu erhalten; sondern es bleibt eine fremde, eigne Wirklichkeit; — die der Kinder aber gegen die Eltern umgekehrt mit der Rührung, das Werden seiner selbst oder das Ansich an einem andern verschwindenden zu haben, und das Fürsichseyn und eigene Selbstbewuſstseyn zu erlangen, nur durch die Trennung von dem Ursprung, — eine Trennung, worin dieser versiegt.

457 Diese beyden Verhältnisse bleiben innerhalb des Uebergehens und der Ungleichheit der Seiten stehen, die an sie vertheilt sind. — Das unvermischte Verhältniſs aber findet zwischen Bruder und Schwester statt. Sie sind dasselbe Blut, das aber in ihnen in seine Ruhe und Gleichgewicht gekommen ist. Sie begehren daher einander nicht, noch haben sie diſs Fürsichseyn eins dem andern gegeben, noch empfangen, sondern sie sind freye Individualität gegeneinander. Das Weibliche hat daher als Schwester die höchste Ahndung des sittlichen Wesens; zum Bewuſstseyn und der Wirklichkeit desselben kommt es nicht, weil das Gesetz der Familie das ansichseyende, innerliche Wesen ist, das nicht am Tage des Bewuſstseyns liegt, sondern innerliches Gefühl und das der Wirklichkeit enthobne Göttliche bleibt. An diese Penaten ist das Weibliche 1807 396 geknüpft, welches in ihnen theils seine allgemeine Substanz, theils aber seine Einzelnheit anschaut, so jedoch daſs diese Beziehung der Einzelnheit zugleich nicht die natürliche der Lust sey. — Als Tochter muſs nun das Weib die Eltern mit natürlicher Bewegung und mit sittlicher Ruhe verschwinden sehen, denn nur auf Unkosten dieses Verhältnisses kommt sie zu dem Fürsichseyn, dessen sie fähig ist; sie schaut in den Eltern also ihr Fürsichseyn nicht auf positive Weise an. — Die Verhältnisse der Mutter und der Frau aber haben die Einzelnheit theils als etwas natürliches, das der Lust angehört, theils als etwas negatives, das nur sein Verschwinden darin erblickt, theils ist sie ebendarum etwas zufälliges, das durch eine andere ersetzt werden kann. Im Hause der Sittlichkeit ist es nicht dieser Mann, nicht dieses Kind, sondern ein Mann, Kinder überhaupt, — nicht die Empfindung, sondern das Allgemeine, worauf sich diese Verhältnisse des Weibes gründen. Der Unterschied seiner Sittlichkeit von der des Mannes besteht eben darin, daſs es in seiner Bestimmung für die Einzelnheit und in seiner Lust unmittelbar allgemein und der Einzelnheit der Begierde fremd bleibt; dahingegen in dem Manne diese beyden Seiten auseinandertreten, und indem er als Bürger die selbstbewuſste Krafft der Allgemeinheit besitzt, erkauft er sich dadurch das Recht der Begierde, und erhält sich zugleich die Freyheit von derselben. Indem also in diſs Verhältniſs der Frau die Einzelnheit 1807 397 eingemischt ist, ist seine Sittlichkeit nicht rein; insofern sie aber diſs ist, ist die Einzelnheit gleichgültig, und die Frau entbehrt das Moment, sich als dieses Selbst im andern zu erkennen. — Der Bruder aber ist der Schwester das ruhige gleiche Wesen überhaupt, ihre Anerkennung in ihm rein und unvermischt mit natürlicher Beziehung; die Gleichgültigkeit der Einzelnheit und die sittliche Zufälligkeit derselben ist daher in diesem Verhältnisse nicht vorhanden; sondern das Moment des anerkennenden und anerkannten einzelnen Selbsts darf hier sein Recht behaupten, weil es mit dem Gleichgewichte des Blutes und begierdeloser Beziehung verknüpft ist. Der Verlust des Bruders ist daher der Schwester unersetzlich, und ihre Pflicht gegen ihn die höchste.

458 Diſs Verhältniſs ist zugleich die Gräntze, an der sich die in sich beschlossene Familie auflöst, und auſser sich geht. Der Bruder ist die Seite, nach welcher ihr Geist zur Individualität wird, die gegen anderes sich kehrt, und in das Bewuſstseyn der Allgemeinheit übergeht. Der Bruder verläſst diese unmittelbare, elementarische und darum eigentlich negative Sittlichkeit der Familie, um die ihrer selbsthewuſste, wirkliche Sittlichkeit zu erwerben und hervorzubringen.

459 Er geht aus dem göttlichen Gesetz, in dessen Sphäre er lebte, zu dem menschlichen über. Die Schwester aber wird, oder die Frau bleibt der Vorstand des Hauses und die Bewahrerin des göttlichen 1807 398 Gesetzes. Auf diese Weise überwinden die beyden Geschlechter ihr natürliches Wesen, und treten in ihrer sittlichen Bedeutung auf, als Verschiedenheiten, welche die beyden Unterschiede, die die sittliche Substanz sich gibt, unter sich theilen. Diese beyden allgemeinen Wesen der sittlichen Welt haben ihre bestimmte Individualität darum an natürlich unterschiedenen Selbstbewuſstseyn, weil der sittliche Geist die unmittelbare Einheit der Substanz mit dem Selbstbewuſstseyn ist; — eine Unmittelbarkeit, welche also nach der Seite der Realität und des Unterschieds zugleich als das Daseyn eines natürlichen Unterschieds erscheint. — Es ist diejenige Seite, welche sich an der Gestalt der sich selbst realen Individualität, in dem Begriffe des geistigen Wesens, als ursprünglich bestimmte Natur zeigte. Diſs Moment verliert die Unbestimmtheit, die es dort noch hat, und die zufällige Verschiedenheit von Anlagen und Fähigkeiten. Es ist itzt der bestimmte Gegensatz der zwey Geschlechter, deren Natürlichkeit zugleich die Bedeutung ihrer sittlichen Bestimmung erhält.

460 Der Unterschied der Geschlechter und ihres sittlichen Inhalts bleibt jedoch in der Einheit der Substanz, und seine Bewegung ist eben das bleibende Werden derselben. Der Mann wird vom Familiengeiste in das Gemeinwesen hinausgeschickt, und findet in diesem sein selbstbewuſstes Wesen; wie die Familie hiedurch in ihm ihre allgemeine Substanz und Bestehen hat, so umgekehrt das Gemeinwesen 1807 399 an der Familie das formale Element seiner Wirklichkeit und an dem göttlichen Gesetze seine Krafft und Bewährung. Keins von beyden ist allein an und für sich; das menschliche Gesetz geht in seiner lebendigen Bewegung von dem göttlichen, das auf Erden geltende von dem unterirdischen, das bewuſste vom bewuſstlosen, die Vermittlung von der Unmittelbarkeit aus, und geht ebenso dahin zurück, wovon es ausging. Die unterirdische Macht dagegen hat auf der Erde ihre Wirklichkeit; sie wird durch das Bewuſstseyn Daseyn und Thätigkeit.

461 Die allgemeinen sittlichen Wesen sind also die Substanz als allgemeines, und sie als einzelnes Bewuſstseyn; sie haben das Volk und die Familie zu ihrer allgemeinen Wirklichkeit, den Mann aber und das Weib zu ihrem natürlichen Selbst und der bethätigenden Individualität. In diesem Inhalt der sittlichen Welt sehen wir die Zwecke erreicht, welche die vorhergehenden substanzlosen Gestalten des Bewuſstseyn sich machten; was die Vernunft nur als Gegenstand auffaſste, ist Selbstbewuſstseyn geworden, und was dieses nur in ihm selbst hatte, als wahre Wirklichkeit vorhanden. — Was die Beobachtung als ein vorgefundenes wuſste, an dem das Selbst keinen Theil hätte, ist hier vorgefundene Sitte, aber eine Wirklichkeit, die zugleich That und Werk des Findenden ist. — Der Einzelne die Lust des Genusses seiner Einzelnheit suchend, findet sie in der Familie, und die Nothwendigkeit, worin die Lust vergeht, ist sein eignes 1807 400 Selbstbewuſstseyn als Bürgers seines Volks; — oder es ist dieses, das Gesetz des Herzens als das Gesetz aller Herzen, das Bewuſstseyn des Selbsts als die anerkannte allgemeine Ordnung zu wissen; — es ist die Tugend, welche der Früchte ihrer Aufopferung genieſst; sie bringt zu Stande, worauf sie geht, nemlich das Wesen zur wirklichen Gegenwart herauszuheben, und ihr Genuſs ist diſs allgemeine Leben. — Endlich das Bewuſstseyn der Sache selbst wird in der realen Substanz befriedigt, die auf eine positive Weise die abstracten Momente jener leeren Kategorie enthält und erhält. Sie hat an den sittlichen Mächten einen wahrhafften Inhalt, der an die Stelle der substanzlosen Gebote getreten, die die gesunde Vernunft geben und wissen wollte; — so wie hiedurch einen inhaltsvollen, an ihm selbstbestimmten Maſsstab der Prüffung nicht der Gesetze, sondern dessen, was gethan wird.

462 Das Ganze ist ein ruhiges Gleichgewicht aller Theile, und jeder Theil ein einheimischer Geist, der seine Befriedigung nicht jenseits seiner sucht, sondern sie in sich darum hat, weil er selbst in diesem Gleichgewichte mit dem Ganzen ist. — Diſs Gleichgewicht kann zwar nur dadurch lebendig seyn, daſs Ungleichheit in ihm entsteht, und von der Gerechtigkeit zur Gleichheit zurückgebracht wird. Die Gerechtigkeit ist aber weder ein fremdes jenseits sich befindendes Wesen, noch die seiner unwürdige Wirklichkeit einer gegenseitigen Tücke, Verraths, 1807 401 Undanks u. s. f., die in der Weise des gedankenlosen Zufalls als ein unbegriffner Zusammenhang und ein bewuſstloses Thun und Unterlassen das Gericht vollbrächte, sondern als Gerechtigkeit des menschlichen Rechts, welche das aus dem Gleichgewichte tretende Fürsichseyn, die Selbstständigkeit der Stände und Individuen in das Allgemeine zurückbringt, ist sie die Regierung des Volks, welche die sich gegenwärtige Individualität des allgemeinen Wesens und der eigne selbstbewuſste Willen Aller ist. — Die Gerechtigkeit aber, welche das über den Einzelnen übermächtig werdende Allgemeine zum Gleichgewichte zurückbringt, ist ebenso der einfache Geist desjenigen, der Unrecht erlitten; — nicht zersetzt in ihn, der es erlitten, und ein jenseitiges Wesen; er selbst ist die unterirrdische Macht, und es ist seine Erinnye, welche die Rache betreibt; denn seine Individualität, sein Blut, lebt im Hause fort; seine Substanz hat eine dauernde Wirklichkeit. Das Unrecht, welches im Reiche der Sittlichkeit dem Einzelnen zugefügt werden kann, ist nur dieses, daſs ihm rein etwas geschieht. Die Macht, welche diſs Unrecht an dem Bewuſstseyn verübt, es zu einem reinen Dinge zu machen, ist die Natur, es ist die Allgemeinheit nicht des Gemeinwesens, sondern die abstracte des Seyns; und die Einzelnheit wendet sich in der Auflösung des erlittenen Unrechts nicht gegen jenes, denn von ihm hat es nicht gelitten, sondern gegen dieses. Das Bewuſstseyn des Bluts des Individuums löst diſs 1807 402 Unrecht, wie wir gesehen, so auf, daſs was geschehen ist, vielmehr ein Werk wird, damit das Seyn, das Letzte, auch ein gewolltes und hiemit erfreulich sey.

463 Das sittliche Reich ist auf diese Weise in seinem Bestehen eine unbefleckte durch keinen Zwiespalt verunreinigte Welt. Ebenso ist seine Bewegung ein ruhiges Werden der einen Macht desselben zur andern, so daſs jede die andere selbst erhält und hervorbringt. Wir sehen sie zwar in zwey Weseen und deren Wirklichkeit sich theilen; aber ihr Gegensatz ist vielmehr die Bewährung des Einen durch das Andere, und, worin sie sich unmittelbar als wirkliche berühren, ihre Mitte und Element ist die unmittelbare Durchdringung derselben. Das eine Extrem, der allgemeine sich bewuſste Geist, wird mit seinem andern Extrem, seiner Krafft und seinem Element, mit dem bewuſstlosen Geiste, durch die Individualitat des Mannes zusammen geschlossen. Dagegen hat das göttliche Gesetz seine Individualisirung, oder der bewuſstlose Geist des Einzelnen sein Daseyn an dem Weibe, durch welches als die Mitte er aus seiner Unwirklichkeit in die Wirklichkeit, aus dem Unwissenden und Ungewuſsten in das bewuſste Reich herauftritt. Die Vereinigung des Mannes und des Weibes macht die thätige Mitte des Ganzen und das Element aus, das, in diese Extreme des göttlichen und menschlichen Gesetzes entzweyt, ebenso ihre unmittelbare Vereinigung ist, welche jene beyden ersten Schlüsse zu demselben Schlusse 1807 403 macht, und die entgegengesetzte Bewegung, der Wirklichkeit hinab zur Unwirklichkeit, — des menschlichen Gesetzes, das sich in selbstständige Glieder organisirt, herunter zur Gefahr und Bewährung des Todes; — und des unterirdischen Gesetzes herauf zur Wirklichkeit des Tages und zum bewuſsten Daseyn, — deren jene dem Manne, diese dem Weibe zukommt, — in Eine vereinigt.

b. Die sittliche Handlung, das menschliche und göttliche Wissen, die Schuld und das Schicksal.

464 Wie aber in diesem Reiche der Gegensatz beschaffen ist, so ist das Selbstbewuſstseyn noch nicht in seinem Rechte als einzelne Individualität aufgetreten; sie gilt in ihm auf der einen Seite nur als allgemeiner Willen, auf der andern als Blut der Familie; dieser Einzelne gilt nur als der unwirkliche Schatten. — Es ist noch keine That begangen; die That aber ist das wirkliche Selbst. — Sie stört die ruhige Organisation und Bewegung der sittlichen Welt. Was in dieser als Ordnung und Uebereinstimmung ihrer beyden Wesen erscheint, deren eins das andere bewährt und vervollständigt, wird durch die That zu einem Uebergange entgegengesetzter, worin jedes sich vielmehr als die Nichtigkeit seiner selbst 1807 404 und des andern beweiſst, denn als die Bewährung; — es wird zu der negativen Bewegung oder der ewigen Nothwendigkeit des furchtbaren Schicksals, welche das göttliche, wie das menschliche Gesetz, so wie die beyden Selbstbewuſstseyn, in denen diese Mächte ihr Daseyn haben, in den Abgrund seiner Einfachheit verschlingt, — und für uns in das absolute Fürsichseyn des rein einzelnen Selbstbewuſstseyns übergeht.

465 Der Grund, von dem diese Bewegung aus — und auf dem sie vorgeht, ist das Reich der Sittlichkeit; aber die Thätigkeit dieser Bewegung ist das Selbstbewuſstseyn. Als sittliches Bewuſstseyn ist es die einfache reine Richtung auf die sittliche Wesenheit, oder die Pflicht. Keine Willkühr, und ebenso kein Kampf, keine Unentschiedenheit ist in ihm, indem das Geben und das Prüffen der Gesetze aufgegeben worden, sondern die sittliche Wesenheit ist ihm das Unmittelbare, Unwankende, Widerspruchslose. Es gibt daher nicht das schlechte Schauspiel, sich in einer Collision von Leidenschafft und Pflicht, noch das Komische, in einer Collision von Pflicht und Pflicht zu befinden, — einer Collision, die dem Inhalte nach dasselbe ist, als die zwischen Leidenschafſt und Pflicht; denn die Leidenschafft ist ebenso fähig als Pflicht vorgestellt zu werden, weil die Pflicht, wie sich das Bewuſstseyn aus ihrer unmittelbaren substantiellen Wesenheit in sich zurückzieht, zum formell-allgemeinen wird, in das jeder Inhalt gleich gut paſst, wie sich oben ergab. Komisch aber ist die Collision 1807 405 der Pflichten, weil sie den Widerspruch, nemlich eines entgegengesetzten Absoluten, also Absolutes und unmittelbar die Nichtigkeit dieses sogenannten Absoluten oder Pflicht, ausdrückt. — Das sittliche Bewuſstseyn aber weiſs, was es zu thun hat; und ist entschieden, es sey dem göttlichen oder dem menschlichen Gesetze anzugehören. Diese Unmittelbarkeit seiner Entschiedenheit ist ein ansich seyn, und hat daher zugleich die Bedeutung eines natürlichen Seyns wie wir gesehen; die Natur, nicht das Zufällige der Umstände oder der Wahl, theilt das eine Geschlecht dem einen, das andere dem andern Gesetze zu, — oder umgekehrt, die beyden sittlichen Mächte selbst geben sich an den beyden Geschlechtern ihr individuelles Daseyn und Verwirklichung.

466 Hiedurch nun daſs einestheils die Sittlichkeit wesentlich in dieser unmittelbaren Entschiedenheit besteht, und darum für das Bewuſstseyn nur das Eine Gesetz das Wesen ist, anderntheils daſs die sittlichen Mächte in dem Selbst des Bewuſstseyns wirklich sind, erhalten sie die Bedeutung, sich auszuschliessen und sich entgegengesetzt zu seyn; — sie sind in dem Selbstbewuſstseyn für sich, wie sie im Reiche der Sittlichkeit nur an sich sind. Das sittliche Bewuſstseyn, weil es für Eins derselben entschieden ist, ist wesentlich Charakter; es ist für es nicht die gleiche Wesenheit beyder; der Gegensatz erscheint darum als eine unglückliche Collision der Pflicht nur mit der rechtlosen Wirklichkeit. Das sittliche 1807 406 Bewuſstseyn ist als Selbstbewuſstseyn in diesem Gegensatze, und als solches geht es zugleich darauf, dem Gesetze, dem es angehört, diese entgegengesetzte Wirklichkeit durch Gewalt zu unterwerfen, oder sie zu täuschen. Indem es das Recht nur auf seiner Seite, das Unrecht aber auf der andern sieht, so erblickt von beyden dasjenige, welches dem göttlichen Gesetze angehört, auf der andern Seite menschliche zufällige Gewaltthätigkeit; das aber dem menschlichen Gesetze zugetheilt ist, auf der andern den Eigensinn und den Ungehorsam des innerlichen Fürsichseyns; denn die Befehle der Regierung sind der allgemeine, am Tage liegende öffentliche Sinn; der Willen des andern Gesetzes aber ist, der unterirrdische, ins Innre verschlossne Sinn, der in seinem Daseyn als Willen der Einzelnheit erscheint, und im Widerspruche mit dem ersten der Frevel ist.

467 Es entsteht hiedurch am Bewuſstseyn der Gegensatz des Gewuſsten und des Nichtgewuſsten, wie in der Substanz, des Bewuſsten und Bewuſstlosen; und das absolute Recht des sittlichen Selbstbewuſstseyns kommt mit dem göttlichen Rechte des Wesens in Streit. Für das Selbstbewuſstseyn als Bewuſstseyn hat die gegenständliche Wirklichkeit als solche Wesen; nach seiner Substanz aber ist es die Einheit seiner und dieses Entgegengesetzten; und das sittliche Selbstbewuſstseyn ist das Bewuſstseyn der Substanz; der Gegenstand als dem Selbstbewuſstseyn entgegengesetzt, hat darum gänzlich die Bedeutung verloren, 1807 407 für sich Wesen zu haben. Wie die Sphären, worinn er nur ein Ding ist, längst verschwunden, so auch diese Sphären, worin das Bewuſstseyn etwas aus sich befestiget und ein einzelnes Moment zum Wesen macht. Gegen solche Einseitigkeit hat die Wirklichkeit eine eigene Krafft; sie steht mit der Wahrheit im Bunde gegen das Bewuſstseyn, und stellt diesem erst dar, was die Wahrheit ist. Das sittliche Bewuſstseyn aber hat aus der Schaale der absoluten Substanz die Vergessenheit aller Einseitigkeit des Fürsichseyns, seiner Zwecke und eigenthümlichen Begriffe getrunken, und darum in diesem stygischen Wasser zugleich alle eigne Wesenheit und selbststandige Bedeutung der gegenständlichen Wirklichkeit ertränkt. Sein absolutes Recht ist daher, daſs es, indem es nach dem sittlichen Gesetze handelt, in dieser Verwirklichung nicht irgend etwas anderes finde, als nur die Vollbringung dieses Gesetzes selbst, und die That nichts anders zeige, als das sittliche Thun ist. — Das Sittliche, als das absolute Wesen und die absolute Macht zugleich kann keine Verkehrung seines Inhalts erleiden. Wäre es nur das absolute Wesen ohne die Macht, so könnte es eine Verkehrung durch die Individualität erfahren; aber diese als sittliches Bewuſstseyn hat mit dem Aufgeben des einseitigen Fürsichseyns dem Verkehren entsagt; so wie die bloſse Macht umgekehrt vom Wesen verkehrt werden würde, wenn sie noch ein solches Fürsichseyn wäre. Um dieser Einheit 1807 408 willen ist die Individualität reine Form der Substanz, die der Inhalt ist, und das Thun ist das Uebergehen aus dem Gedanken in die Wirklichkeit, nur als die Bewegung eines wesenlosen Gegensatzes, dessen Momente keine besondern von einander verschiedenen Inhalt und Wesenheit haben. Das absolute Recht des sittlichen Bewuſstseyns ist daher, daſs die That, die Gestalt seiner Wirklichkeit, nichts anders sey, als es weiſs.

468 Aber das sittliche Wesen hat sich selbst in zwey Gesetze gespalten, und das Bewuſstseyn als unentzweytes Verhalten zum Gesetze, ist nur Einem zugetheilt. Wie diſs einfache Bewuſstseyn auf dem absoluten Rechte besteht, daſs ihm als sittlichem das Wesen erschienen sey, wie es an sich ist, so besteht dieses Wesen auf dem Rechte seiner Realität, oder darauf gedoppeltes zu seyn. Diſs Recht des Wesens steht aber zugleich dem Selbstbewuſstseyn nicht gegenüber, daſs es irgendwo anders wäre, sondern es ist das eigne Wesen des Selbstbewuſstseyns; es hat darin allein sein Daseyn und seine Macht, und sein Gegensatz ist die That des letztern. Denn dieses, eben indem es sich als Selbst ist und zur That schreitet, erhebt sich aus der einfachen Unmittelbarkeit und setzt selbst die Entzweyung. Es gibt durch die That die Bestimmtheit der Sittlichkeit auf, die einfache Gewiſsheit der unmittelbaren Wahrheit zu seyn, und setzt die Trennung seiner selbst, in sich als das Thätige und in die gegenüberstehende für es negative 1807 409 Wirklichkeit. Es wird also durch die That zur Schuld. Denn sie ist sein Thun, und das Thun sein eigenstes Wesen; und die Schuld erhält auch die Bedeutung des Verbrechens: denn als einfaches sittliches Bewuſstseyn hat es sich dem einen Gesetze zugewandt, dem andern aber abgesagt, und verletzt dieses durch seine That. — Die Schuld ist nicht das gleichgültige doppelsinnige Wesen, daſs die That, wie sie wirklich am Tage liegt, Thun ihres Selbsts seyn könne oder auch nicht, als ob mit dem Thun sich etwas Aeuſserliches und Zufälliges verknüpfen könnte, das dem Thun nicht angehörte, von welcher Seite das Thun also unschuldig wäre. Sondern das Thun ist selbst diese Entzweyung, sich für sich, und diesem gegenüber eine fremde äuſserliche Wirklichkeit zu setzen: daſs eine solche ist, gehört dem Thun selbst an und ist durch dasselbe. Unschuldig ist daher nur das Nichtthun wie das Seyn eines Steines, nicht einmal eines Kindes. — Dem Inhalte nach aber hat die sittliche Handlung das Moment des Verbrechens an ihr, weil sie die natürliche Vertheilung der beyden Gesetze an die beyden Geschlechter nicht aufhebt, sondern vielmehr als unentzweyte Richtung auf das Gesetz innerhalb der natürlichen Unmittelbarkeit bleibt, und als Thun diese Einseitigkeit zur Schuld macht, nur die eine der Seiten des Wesens zu ergreifen, und gegen die andre sich negativ zu verhalten, d. h. sie zu verletzen. Wohin in dem allgemeinen sittlichen Leben 1807 410 Schuld und Verbrechen, Thun und Handeln fällt, wird nachher bestimmter ausgedrückt werden; es erhellt unmittelbar soviel, daſs es nicht dieser Einzelne ist, der handelt und schuldig ist; denn er als dieses Selbst ist nur der unwirkliche Schatten, oder er ist nur als allgemeines Selbst, und die Individualität rein das formale Moment des Thuns überhaupt, und der Inhalt die Gesetze und Sitten, und bestimmt für den Einzelnen, die seines Standes; er ist die Substanz als Gattung, die durch ihre Bestimmtheit zwar zur Art wird, aber die Art bleibt zugleich das Allgemeine der Gattung. Das Selbstbewuſstseyn steigt innerhalb des Volkes vom Allgemeinen nur bis zur Besonderheit, nicht bis zur einzelnen Individualität herab, welche ein ausschlieſsendes Selbst, eine sich negative Wirklichkeit in seinem Thun setzt; sondern seinem Handeln liegt das sichre Vertrauen zum Ganzen zu Grunde, worin sich nichts Fremdes, keine Furcht noch Feindschafft einmischt.

469 Die entwickelte Natur des wirklichen Handelns erfährt nun das sittliche Selbstbewuſstseyn an seiner That, ebensowohl wenn es dem göttlichen als wenn es dem menschlichen Gesetze sich ergab. Das ihm offenbare Gesetz ist im Wesen mit dem entgegengesetzten verknüpft; das Wesen ist die Einheit beyder; die That aber hat nur das Eine gegen das Andere ausgeführt. Aber im Wesen mit diesem verknüpft, rufft die Erfüllung des Einen das Andere hervor, und, wozu die That es machte, als ein verletztes, 1807 411 und nun feindliches, Rache forderndes Wesen. Dem Handeln liegt nur die eine Seite des Entschlusses überhaupt an dem Tage; er ist aber an sich das Negative, das ein ihm Anderes, ein ihm, der das Wissen ist, Fremdes gegenüberstellt. Die Wirklichkeit hält daher die andere dem Wissen fremde Seite in sich verborgen, und zeigt sich dem Bewuſstseyn nicht, wie sie an und für sich ist, — dem Sohne nicht den Vater in seinem Beleidiger, den er erschlägt; — nicht die Mutter in der Königin, die er zum Weibe nimmt. Dem sittlichen Selbstbewuſstseyn stellt auf diese Weise eine lichtschene Macht nach, welche erst, wenn die That geschehen, hervorbricht und es bey ihr ergreifft; denn die vollbrachte That ist der aufgehobne Gegensatz des wissenden Selbst, und der ihm gegenüberstehenden Wirklichkeit. Das Handelnde kann das Verbrechen und seine Schuld nicht verleugnen; — die That ist dieses, das Unbewegte zu bewegen und das nur erst in der Möglichkeit verschlossene hervor zu bringen, und hiemit das Unbewuſste dem Bewuſsten, das Nichtseyende dem Seyn zu verknüpfen. In dieser Wahrheit tritt also die That an die Sonne; — als ein solches, worin ein Bewuſstes einem Unbewuſsten, das Eigne einem Fremden verbunden ist, als das entzweyte Wesen, dessen andere Seite das Bewuſstseyn, und auch als die seinige erfährt, aber als die von ihm verletzte und feindlich erregte Macht.

1807 412

470 Es kann seyn, daſs das Recht, welches sich im Hinterhalte hielt, nicht in seiner eigenthümlichen Gestalt für das handelnde Bewuſstseyn, sondern nur an sich, in der innern Schuld des Entschlusses und des Handelns vorhanden ist. Aber das sittliche Bewuſstseyn ist vollständiger, seine Schuld reiner, wenn es das Gesetz und die Macht vorher kennt, der es gegenüber tritt, sie für Gewalt und Unrecht, für eine sittliche Zufälligkeit nimmt, und wissentlich, wie Antigone, das Verbrechen begeht. Die vollbrachte That verkehrt seine Ansicht; die Vollbringung spricht es selbst aus, daſs was sittlich ist, wirklich seyn müsse; denn die Wirklichkeit des Zwecks ist der Zweck des Handelns. Das Handeln spricht gerade die Einheit der Wirklichkeit und der Substanz aus, es spricht aus, daſs die Wirklichkeit dem Wesen nicht zufällig ist, sondern mit ihm im Bunde keinem gegeben wird, das nicht wahres Recht ist. Das sittliche Bewuſstseyn muſs sein Entgegengesetztes um dieser Wirklichkeit willen, und um seines Thuns willen, als die seinige, es muſs seine Schuld anerkennen; weil wir leiden, anerkennen wir, daſs wir gefehlt —

471 Diſs Anerkennen drückt den aufgehobenen Zwiespalt des sittlichen Zweckes und der Wirklichkeit, es drückt die Rückkehr zur sittlichen Gesinnung aus, die weiſs, daſs nichts gilt, als das Rechte. Damit aber gibt das Handelnde seinen Charakter und die Wirklichkeit seines Selbsts auf, und ist zu Grunde 1807 413 gegangen. Sein Seyn ist dieses, seinem sittlichen Gesetze als seiner Substanz anzugehören; in dem Anerkennen des Entgegengetzten hat diſs aber aufgegehört, ihm Substanz zu seyn; und statt seiner Wirklichkeit hat es die Unwirklichkeit, die Gesinnung, erreicht. — Die Substanz erscheint zwar an der Individualität, als das Pathos derselben, und die Individualität als das, was sie belebt, und daher über ihr steht; aber sie ist ein Pathos, das zugleich sein Charakter ist; die sittliche Individualität ist unmittelbar, und an sich eins mit diesem seinem Allgemeinen, sie hat ihre Existenz nur in ihm, und vermag den Untergang, den diese sittliche Macht durch die entgegengesetzte leidet, nicht zu überleben.

472 Sie hat aber dabey die Gewiſsheit, daſs diejenige Individualität, deren Pathos diese entgegengesetzte Macht ist, — nicht mehr Uebel erleidet, als sie zugefügt. Die Bewegung der sittlichen Mächte gegeneinander, und der sie in Leben und Handlung setzenden Individualitäten hat nur darin ihr wahres Ende erreicht, daſs beyde Seiten denselben Untergang erfahren. Denn keine der Mächte hat etwas vor der andern voraus, um wesentlicheres Moment der Substanz zu seyn. Die gleiche Wesentlichkeit und das gleichgültige Bestehen beyder nebeneinander ist ihr selbstloses Seyn; in der That sind sie als Selbstwesen, aber ein verschiedenes, was der Einheit des Selbsts widerspricht, und ihre Rechtlosigkeit 1807 414 und nothwendigen Untergang ausmacht. Der Charakter gehört ebenso theils nach seinem Pathos oder Substanz nur der Einen an, theils ist nach der Seite des Wissens der eine wie der andere in ein Bewuſstes und Unbewuſstes entzweyt; und indem jeder selbst diesen Gegensatz hervorrufft, und durch die That auch das Nichtwissen sein Werk ist, setzt er sich in die Schuld, die ihn verzehrt. Der Sieg der einen Macht und ihres Charakters, und das Unterliegen der andern Seite wäre also nur der Theil und das unvollendete Werk, das unaufhaltsam zum Gleichgewichte beyder fortschreitet. Erst in der gleichen Unterwerfung beyder Seiten ist das absolute Recht vollbracht, und die sittliche Substanz als die negative Macht, welche beyde Seiten verschlingt, oder das allmächtige und gerechte Schicksal aufgetreten.

473 Werden beyde Mächte nach ihrem bestimmten Inhalte und dessen Individualisation genommen, so bietet sich das Bild ihres gestalteten Widerstreits, nach seiner formellen Seite, als der Widerstreit der Sittlichkeit und des Selbstbewuſstseyns mit der bewuſstlosen Natur und einer durch sie vorhandenen Zufälligkeit, — diese hat ein Recht gegen jenes, weil es nur der wahre Geist, nur in unmittelbarer Einheit mit seiner Substanz ist; — und seinem Inhalte nach, als der Zwiespalt des göttlichen und menschlichen Gesetzes dar. — Der Jüngling tritt aus dem bewuſstlosen Wesen, aus dem Familiengeiste, und wird die Individualität des Gemeinwesens; daſs 1807 415 er aber der Natur, der er sich entriſs, noch angehöre, erweiſst sich so, daſs er in der Zufälligkeit zweyer Brüder heraustritt, welche mit gleichem Rechte sich desselben bemächtigen; die Ungleichheit der frühern und spätern Geburt hat für sie, die in das sittliche Wesen eintreten, als Unterschied der Natur, keine Bedeutung. Aber die Regierung, als die einfache Seele oder das Selbst des Volksgeistes, verträgt nicht eine Zweyheit der Individualität; und der sittlichen Nothwendigkeit dieser Einheit tritt die Natur als der Zufall der Mehrheit gegenüber auf. Diese beyden werden darum uneins, und ihr gleiches Recht an die Staatsgewalt zertrümmert beyde, die gleiches Unrecht haben. Menschlicher Weise angesehen, hat derjenige das Verbrechen begangen, welcher, nicht im Besitze, das Gemeinwesen, an dessen Spitze der andere stand, angreifft; derjenige dagegen hat das Recht auf seiner Seite, welcher den andern nur als Einzelnen, abgelöſst von dem Gemeinwesen, zu fassen wuſste und in dieser Machtlosigkeit vertrieb; er hat nur das Individuum als solches, nicht jenes, nicht das Wesen des menschlichen Rechts, angetastet. Das von der leeren Einzelnheit angegriffene und vertheidigte Gemeinwesen erhält sich, und die Brüder finden beyde ihren wechselseitigen Untergang durcheinander; denn die Individualität, welche an ihr für sich seyn die Gefahr des Ganzen knüpft, hat sich selbst vom Gemeinwesen ausgestossen, und löſst sich in sich auf. Den 1807 416 einen aber, der auf seiner Seite sich fand, wird es ehren; den andern hingegen, der schon auf den Mauern seine Verwüstung aussprach, wird die Regierung, die wiederhergestellte Einfachheit des Selbsts des Gemeinwesens, um die letzte Ehre bestraffen; wer an dem höchsten Geiste des Bewuſstseyns, der Gemeine, sich zu vergreiffen kam, muſs der Ehre seines ganzen vollendeten Wesens, der Ehre des abgeschiedenen Geistes, beraubt werden.

474 Aber wenn so das Allgemeine die reine Spitze seiner Pyramide leicht abstöſst, und über das sich empörende Princip der Einzelnheit, die Familie, zwar den Sieg davon trägt, so hat es sich dadurch mit dem göttlichen Gesetze, der seiner selbstbewuſste Geist sich mit dem Bewuſstlosen nur in Kampf eingelassen; denn dieser ist die andre wesentliche und darum von jener unzerstörte, und nur beleidigte Macht. Er hat aber gegen das gewalthabende, am Tage liegende Gesetz, seine Hülffe zur wirklichen Ausführung nur an dem blutlosen Schatten. Als das Gesetz der Schwäche und der Dunkelheit unterliegt er daher zunächst dem Gesetze des Tages und der Krafft, denn jene Gewalt gilt unten, nicht auf Erden. Allein das Wirkliche, das dem Innerlichen seine Ehre und Macht genommen, hat damit sein Wesen aufgezehrt. Der offenbare Geist hat die Wurzel seiner Kraft in der Unterwelt; die ihrer selbst sichere und sich versichernde Gewiſsheit des Volkes hat die Wahrheit ihres Alle in Eins bindenden Eydes, nur in der 1807 417 bewuſstlosen und stummen Substanz Aller, in den Wässern der Vergessenheit. Hiedurch verwandelt sich die Vollbringung des offenbaren Geistes in das Gegentheil, und er erfährt, daſs sein höchstes Recht das höchste Unrecht, sein Sieg vielmehr sein eigener Untergang ist. Der Todte, dessen Recht gekränkt ist, weiſs darum für seine Rache Werkzeuge zu finden, welche von gleicher Wirklichkeit und Gewalt sind mit der Macht, die ihn verletzt. Diese Mächte sind andere Gemeinwesen, deren Altäre die Hunde oder Vögel mit der Leiche besudelten, welche nicht durch die ihr gebührende Zurückgabe an das elementarische Individuum in die bewuſstlose Allgemeinheit erhoben, sondern über der Erde im Reiche der Wirklichkeit geblieben, und als die Krafft des göttlichen Gesetzes, nun eine selbstbewuſste wirkliche Allgemeinheit erhält. Sie machen sich feindlich auf, und zerstören das Gemeinwesen, das seine Krafft, die Pietät der Familie, entehrt und zerbrochen hat.

475 In dieser Vorstellung hat die Bewegung des menschlichen und göttlichen Gesetzes den Ausdruck ihrer Nothwendigkeit an Individuen, an denen das Allgemeine als ein Pathos und die Thätigkeit der Bewegung als individuelles Thun erscheint, welches der Nothwendigkeit derselben den Schein der Zufälligkeit gibt. Aber die Individualität und das Thun macht das Princip der Einzelnheit überhaupt aus, das in seiner reinen Allgemeinheit, das innere 1807 418 göttliche Gesetz genannt wurde. Als Moment des offenbaren Gemeinwesens hat es nicht nur jene unterirrdische oder — in seinem Daseyn äuſserliche Wirksamkeit, sondern ein eben so offenbares an dem wirklichen Volke wirkliches Daseyn und Bewegung. In dieser Form genommen, erhält das was als einfache Bewegung der individualisirten Pathos vorgestellt wurde, ein anderes Aussehen, und das Verbrechen und die dadurch begründete Zerstörung des Gemeinwesens die eigentliche Form ihres Daseyns. — Das menschliche Gesetz also in seinem allgemeinen Daseyn, das Gemeinwesen, in seiner Bethätigung überhaupt die Männlichkeit, in seiner wirklichen Bethätigung, die Regierung ist, bewegt und erhalt sich dadurch, daſs es die Absonderung der Penaten oder die selbstständige Vereinzelung in Familien, welchen die Weiblichkeit vorsteht, in sich aufzehrt, und sie in der Continuität seiner Flüssigkeit aufgelöſst erhält. Die Familie ist aber zugleich überhaupt sein Element, das einzelne Bewuſstseyn allgemeiner bethätigender Grund. Indem das Gemeinwesen sich nur durch die Störung der Familienglückseligkeit und die Auflösung des Selbstbewuſstseyns in das allgemeine, sein Bestehen gibt, erzeugt es sich an dem, was es unterdrückt und was ihm zugleich wesentlich ist, an der Weiblichkeit überhaupt seinen innern Feind. Diese, — die ewige Ironie des Gemeinwesens — verändert durch die Intrigue den allgemeinen Zweck der Regierung 1807 419 in einen Privatzweck, verwandelt ihre allgemeine Thätigkeit in ein Werk dieses bestimmten Individuums, und verkehrt das allgemeine Eigenthum des Staats zu einem Besitz und Putz der Familie. Sie macht hiedurch die ernsthaffte Weisheit des reifen Alters, das, der Einzelnheit, — der Lust und dem Genusse, so wie der wirklichen Thätigkeit — abgestorben, nur das Allgemeine denkt und besorgt, zum Spotte für den Muthwillen der unreifen Jugend, und zur Verachtung für ihren Enthusiasmus; erhebt überhaupt die Krafft der Jugend zum Geltenden, — des Sohnes, an dem die Mutter ihren Herrn geboren, des Bruders, an dem die Schwester den Mann als ihres gleichen hat, des Jünglings, durch den die Tochter ihrer Unselbstständigkeit entnommen, den Genuſs und die Würde der Frauenschaft erlangt. — Das Gemeinwesen kann sich aber nur durch Unterdrückung dieses Geistes der Einzelnheit erhalten, und, weil er wesentliches Moment ist, erzeugt es ihn zwar eben so, und zwar durch die unterdrükende Haltung gegen denselben als ein feindseliges Princip. Dieses würde jedoch, da es vom allgemeinen Zwecke sich trennend, nur böse und in sich nichtig ist, nichts vermögen, wenn nicht das Gemeinwesen selbst die Krafft der Jugend, die Männlichkeit, welche nicht reiff noch innerhalb der Einzelnheit steht, als die Krafft des Ganzen anerkännte. Denn es ist ein Volk, es ist selbst Individualität und wesentlich nur so für sich, daſs 1807 420 andern Individualitäten für es sind, daſs es sie von sich ausschlieſst und sich unabhängig von ihnen weiſs. Die negative Seite des Gemeinwesens, nach innen die Vereinzelung der Individuen unterdrückend, nach aussen aber selbstthätig, hat an der Individualität seine Waffen. Der Krieg ist der Geist und die Form, worin das wesentliche Moment der sittlichen Substanz, die absolute Freyheit des sittlichen Selbstwesens von allem Daseyn, in ihrer Wirklichkeit und Bewährung vorhanden ist. Indem er einerseits den einzelnen Systemen des Eigenthums und der persönlichen Selbstständigkeit wie auch der einzelnen Persönlichkeit selbst, die Krafft des negativen zu fühlen gibt, erhebt andererseits in ihm eben diſs negative Wesen sich als das erhaltende des Ganzen; der tapfre Jüngling, an welchem die Weiblichkeit ihre Lust hat, das unterdrückte Princip des Verderbens tritt an den Tag und ist das Geltende. Nun ist es die natürliche Krafft, und das, was als Zufall des Glücks erscheint, welche über das Daseyn des sittlichen Wesens und die geistige Nothwendigkeit entscheiden; weil auf Stärke und Glück das Daseyn des sittlichen Wesens beruht, so ist schon entschieden, daſs es zu Grunde gegangen. — Wie vorhin nur Penaten im Volksgeiste, so gehen die lebendigen Volksgeister durch ihre Individualität, itzt in einem allgemeinen Gemeinwesen zu Grunde, dessen einfache Allgemeinheit geistlos und todt, und dessen Lebendigkeit das einzelne Individuum, als einzelnes, ist. Die sittliche Gestalt des Geistes 1807 421 ist verschwunden, und es tritt eine andere an ihre Stelle.

476 Dieser Untergang der sittlichen Substanz, und ihr Uebergang in eine andere Gestalt ist also dadurch bestimmt, daſs das sittliche Bewuſstseyn auf das Gesetz wesentlich unmittelbar gerichtet ist; in dieser Bestimmung der Unmittelbarkeit liegt, daſs in die Handlung der Sittlichkeit die Natur überhaupt hereinkommt. Ihre Wirklichkeit offenbart nur den Widerspruch und den Keim des Verderbens, den die schöne Einmüthigkeit und das ruhige Gleichgewicht des sittlichen Geistes eben an dieser Ruhe und Schönheit selbst hat; denn die Unmittelbarkeit hat die widersprechende Bedeutung, die bewuſstlose Ruhe der Natur, und die selbstbewuſste unruhige Ruhe des Geistes zu seyn. — Um dieser Natürlichkeit willen ist überhaupt dieses sittliche Volk eine durch die Natur bestimmte und daher beschränkte Individualität, und findet also ihre Aufhebung an einer andern. Indem aber diese Bestimmtheit, die im Daseyn gesetzt, Beschränkung, aber ebenso das Negative überhaupt, und das Selbst der Individualität ist, — verschwindet, ist das Leben des Geistes und diese in Allen ihrer selbstbewuſste Substanz, verloren. Sie tritt als eine formelle Allgemeinheit an ihnen heraus, ist ihnen nicht mehr als lebendiger Geist inwohnend, sondern die einfache Gediegenheit ihrer Individualität ist in viele Punkte zersprungen.

1807 422

c. *Rechtszustand*.

477 Die allgemeine Einheit, in welche die lebendige unmittelbare Einheit der Individualität und der Substanz zurückgeht, ist das geistlose Gemeinwesen, das aufgehört hat, die selbstbewuſstlose Substanz der Individuen zu seyn, und worin sie itzt nach ihrem einzelnen Fürsichseyn als Selbstwesen und Substanzen gelten. Das Allgemeine in die Atome der absolut vielen Individuen zersplittert, dieser gestorbene Geist ist eine Gleichheit, worin Alle als Jede, als Personen gelten. — Was in der Welt der Sittlichkeit das verborgene göttliche Gesetz genannt wurde, ist in der That aus seinem Innern in die Wirklichkeit getreten; in jener galt und war der Einzelne wirklich, nur als das allgemeine Blut der Familie. Als dieser Einzelne war er der selbstlose abgeschiedene Geist; nun aber ist er aus seiner Unwirklichkeit hervorgetreten. Weil die sittliche Substanz nur der wahre Geist ist, darum geht er in die Gewiſsheit seiner selbst zurück; jene ist er als das positive allgemeine, aber seine Wirklichkeit ist negatives allgemeines Selbst zu seyn. — Wir sahen die Mächte und die Gestalten der sittlichen Welt in der einfachen Nothwendigkeit des leeren Schicksals versinken. Diese ihre Macht ist die in ihre Einfachheit sich reflectirende Substanz; aber das in sich reflectirende absolute Wesen, eben jene Nothwendigkeit des leeren 1807 423 Schicksals, ist nichts anders als das Ich des Selbstbewuſstseyns.

478 Dieses gilt hiemit nunmehr als das an und für sich seyende Wesen; diſs anerkanntseyn ist seine Substantialität; aber sie ist die abstracte Allgemeinheit, weil ihr Inhalt dieses spröde Selbst, nicht das in der Substanz aufgelöſste ist.

479 Die Persönlichkeit ist also hier aus dem Leben der sittlichen Substanz herausgetreten; sie ist die wirklich geltende Selbstständigkeit des Bewuſstseyns. Der unwirkliche Gedanke derselben, der sich durch Verzichtthun auf die Wirklichkeit wird, ist früher als stoisches Selbstbewuſstseyn vorgekommen; wie dieses aus der Herrschafft und Knechtschafft, als dem unmittelbaren Daseyn des Selbstbewuſstseyn, so ist die Persönlichkeit aus dem unmittelbaren Geiste — der der allgemeine herrschende Willen Aller und ebenso ihr dienender Gehorsam ist, hervorgegangen. Was dem Stoicismus nur in der Abstraction das Ansich war, ist nun wirkliche Welt. Er ist nichts anderes, als das Bewuſstseyn, welches das Princip des Rechtszustands, die geistlose Selbstständigkeit, auf seine abstracte Form bringt; durch seine Flucht aus der Wirklichkeit erreichte es nur den Gedanken der Selbstständigkeit; es ist absolut für sich dadurch, daſs es sein Wesen nicht an irgend ein Daseyn knüpft, sondern jedes Daseyn aufgeben, und sein Wesen allein in die Einheit des reinen Denkens, setzt. Auf dieselbe Weise ist das Recht der Person weder an ein 1807 424 reicheres oder mächtigeres Daseyn des Individuums als eines solchen, noch auch an einen allgemeinen lebendigen Geist geknüpft, sondern vielmehr an das reine Eins seiner abstracten Wirklichkeit oder an es als Selbstbewuſstseyn überhaupt.

480 Wie nun die abstracte Selbstständigkeit des Stoicismus ihre Verwirklichung darstellte, so wird auch diese letztere die Bewegung jener ersten wiederholen. Jene geht in die skeptische Verwirrung des Bewuſstseyns über, in eine Faseley des Negativen, welche gestaltlos von einer Zufälligkeit des Seyns und Gedankens zur andern irrt, sie zwar in der absoluten Selbstständigkeit auflöſst, aber eben so sehr wieder erzeugt; und in der That nur der Widerspruch der Selbstständigkeit und Unselbstständigkeit des Bewuſstseyns ist. — Ebenso ist die persönliche Selbstständigkeit des Rechts vielmehr diese gleiche allgemeine Verwirrung und gegenseitige Auflösung. Denn was als das absolute Wesen gilt, ist das Selbstbewuſstseyn als das reine leere Eins der Person. Gegen diese leere Allgemeinheit hat die Substanz die Form der Erfüllung und des Inhalts, und dieser ist nun völlig frey gelassen und ungeordnet; denn der Geist ist nicht mehr vorhanden, der ihn unterjochte, und in seiner Einheit zusammenhielt. — Diſs leere Eins der Person ist daher in seiner Realität ein zufälliges Daseyn und wesenloses Bewegen und Thun, welches zu keinem Bestand kommt. Wie der Skepticismus, ist der Formalismus des Rechts 1807 425 also durch seinen Begriff ohne eigenthümlichen Inhalt, findet ein mannichfaltiges Bestehen, den Besitz, vor, und drückt ihm dieselbe abstracte Allgemeinheit, wodurch er Eigenthum heiſst, auf, wie jener. Wenn aber die so bestimmte Wirklichkeit im Skepticismus Schein überhaupt heiſst, und nur einen negativen Werth hat, so hat sie im Rechte einen positiven. Jener negative Werth besteht darin, daſs das Wirkliche die Bedeutung des Selbsts als Denkens, als des ansich allgemeinen hat, dieser positive aber darin, daſs es Mein in der Bedeutung der Kategorie, als ein anerkanntes und wirkliches Gelten ist. — Beydes ist dasselbe abstracte Allgemeine; der wirkliche Inhalt oder die Bestimmtheit des Meinen — es sey nun eines äusserlichen Besitzes, oder auch des innern Reichthums oder Armuth des Geistes und Charakters, ist nicht in dieser leeren Form enthalten und geht sie nichts an. Er gehört also einer eignen Macht an, die ein anderes als das formal allgemeine, die der Zufall und die Willkühr ist. — Das Bewuſstseyn des Rechts erfährt darum in seinem wirklichen Gelten selbst, vielmehr den Verlust seiner Realität und seine vollkommne Unwesentlichkeit, und ein Individuum als eine Person bezeichnen ist Ausdruck der Verachtung.

481 Die freye Macht des Inhalts bestimmt sich so, daſs die Zerstreuung in die absolute Vielheit der persönlichen Atome durch die Natur dieser Bestimmtheit zugleich in Einen ihnen fremden und ebenso 1807 426 geistlosen Punct gesammelt ist, der eines Theils gleich der Sprödigkeit ihrer Personalität rein einzelne Wirklichkeit ist, aber im Gegensatze gegen ihre leere Einzelnheit, zugleich die Bedeutung alles Inhalts, dadurch des realen Wesens für sie hat, und gegen ihre vermeynte absolute, an sich aber wesenlose Wirklichkeit die allgemeine Macht und absolute Wirklichkeit ist. Dieser Herr der Welt ist sich auf diese Weise die absolute zugleich alles Daseyn in sich befassende Person, für deren Bewuſstseyn kein höherer Geist existirt. Er ist Person; aber die einsame Person, welche Allen gegenübergetreten; diese Alle machen die geltende Allgemeinheit der Person aus, denn das Einzelne als solches ist wahr nur als allgemeine Vielheit der Einzelnheit, von dieser abgetrennt ist das einsame Selbst in der That das unwirkliche, krafftlose Selbst. — Zugleich ist es das Bewuſstseyn des Inhalts, der jener allgemeinen Persönlichkeit gegen übergetreten ist. Dieser Inhalt aber von seiner negativen Macht befreyt, ist das Chaos der geistigen Mächte, die entfesselt als elementarische Wesen in wilder Ausschweifung sich gegeneinander toll und zerstörend bewegen; ihr kraftloses Selbstbewuſstseyn ist die machtlose Umschliessung und der Boden ihres Tumultes. Sich so als den Inbegriff aller wirklichen Mächte wissend, ist dieser Herr der Welt das ungeheure Selbstbewuſstseyn, das sich als den wirklichen Gott weiſs; indem er aber nur das 1807 427 formale Selbst ist, das sie nicht zu bändigen vermag, ist seine Bewegung und Selbstgenuſs die ebenso ungeheure Ausschweifung.

482 Der Herr der Welt hat das wirkliche Bewuſstseyn dessen, was er ist, der allgemeinen Macht der Wirklichkeit, in der zerstörenden Gewalt, die er gegen das ihm gegenüberstehende Selbst seiner Unterthanen ausübt. Denn seine Macht ist nicht die Einigkeit des Geistes, worin die Personen ihr eigenes Selbstbewuſstseyn erkennten, vielmehr sind sie als Personen für sich und schliessen die Continuität mit Andern aus der absoluten Sprödigkeit ihrer Punctualität aus; sie sind also in einem nur negativen Verhältnisse wie zu einander so zu ihm, der ihre Beziehung oder Continuität ist. Als diese Continuität ist er das Wesen und der Inhalt ihres Formalismus; aber der ihnen fremde Inhalt, und das feindliche Wesen, welches gerade dasjenige, was für sie als ihr Wesen gilt, das inhaltsleere fürsichseyn, vielmehr aufhebt; — und als die Continuität ihrer Persönlichkeit eben diese zerstört. Die rechtliche Persönlichkeit erfährt also, indem der ihr fremde Inhalt sich in ihr geltend macht, und er macht sich in ihnen geltend, weil er ihre Realität ist, — vielmehr ihre Substanzlosigkeit. Das zerstörende Wühlen in diesem wesenlosen Boden gibt sich dagegen das Bewuſstseyn seiner Allherrschafft, aber dieses Selbst ist bloses Verwüsten, daher nur auſser sich, und vielmehr das Wegwerfen seines Selbstbewuſstseyns.

1807 428

483 So ist die Seite beschaffen, in welcher das Selbstbewuſstseyn als absolutes Wesen wirklich ist. Das aus dieser Wirklichkeit aber in sich zurückgetriebene Bewuſstseyn denkt diese seine Unwesenheit; wir sahen früher die stoische Selbstständigkeit des reinen Denkens, durch den Skepticismus hindurch gehen und in dem unglücklichen Bewuſstseyn ihre Wahrheit finden, — die Wahrheit, welche Bewandniſs es mit seinem an und für sich seyn hat. Wenn diſs Wissen damals nur als die einseitige Ansicht des Pewuſstseyns als eines solchen erschien, so ist hier ihre wirkliche Wahrheit eingetreten. Sie besteht darin, daſs diſs allgemeine Gelten des Selbstbewuſstseyns, die ihm entfremdete Realität ist. Diſs Gelten ist die allgemeine Wirklichkeit des Selbsts, aber sie ist unmittelbar eben so die Verkehrung; sie ist der Verlust seines Wesens. — Die in der sittlichen Welt nicht vorhandne Wirklichkeit des Selbsts ist durch ihr Zurückgehen in die Person gewonnen worden, was in jener einig war, tritt nun entwickelt aber sich entfremdet auf.

1807 429

B. *Der sich entfremdete Geist; die Bildung*.

484 Die sittliche Substanz erhielt den Gegensatz in ihr einfaches Bewuſstseyn eingeschlossen, und dieses in unmittelbarer Einheit mit seinem Wesen. Das Wesen hat darum die einfache Bestimmtheit des Seyns für das Bewuſstseyn, das unmittelbar darauf gerichtet, und dessen Sitte es ist; weder gilt das Bewuſstseyn sich als dieses ausschlieſsende Selbst, noch hat die Substanz die Bedeutung eines aus ihm ausgeschlossenen Daseyns, mit dem es sich nur durch die Entfremdung seiner selbst eins zu setzen und sie zugleich hervorzubringen hätte. Aber derjenige Geist, dessen Selbst das absolut discrete ist, hat seinen Inhalt sich als eine ebenso harte Wirklichkeit gegenüber, und die Welt hat hier die Bestimmung, ein äuſserliches, das negative des Selbstbewuſstseyns, zu seyn. Aber diese Welt ist geistiges Wesen, sie ist an sich die Durchdringung des Seyns und der Individualität; diſs ihr Daseyn ist das Werk des Selbstbewuſstseyns; aber ebenso eine unmittelbar vorhandne ihm fremde Wirklichkeit, welche eigenthümliches Seyn hat, und worin es sich nicht erkennt. Sie ist das 1807 430 äuſserliche Wesen, und der freye Inhalt des Rechts; aber diese äuſserliche Wirklichkeit, welche der Herr der Welt des Rechts in sich befaſst, ist nicht nur dieses zufällig für das Selbst vorhandne elementarische Wesen, sondern sie ist seine aber nicht positive Arbeit, — vielmehr seine negative. Sie erhält ihr Daseyn durch die eigne Entäuſserung und Entwesung des Selbstbewuſssteyns, welche ihm in der Verwüstung, die in der Welt des Rechts herrscht, die äuſserliche Gewalt der losgebundnen Elemente anzuthun scheinet. Diese für sich, sind nur das reine Verwüsten, und die Auflösung ihrer selbst; diese Auflösung aber, diſs ihr negatives Wesen ist eben das Selbst; es ist ihr Subject, ihr Thun und Werden. Diſs Thun und Werden aber, wodurch die Substanz wirklich wird, ist die Entfremdung der Persönlichkeit, denn das unmittelbar d. h. ohne Entfremdung an und für sich geltende Selbst ist ohne Substanz, und das Spiel jener tobenden Elemente; seine Substanz ist also seine Entäuſserung selbst, und die Entäuſserung ist die Substanz, oder die zu einer Welt sich ordnenden und sich dadurch erhaltenden geistigen Mächte.

485 Die Substanz ist auf diese Weise Geist, selbstbewuſste Einheit des Selbsts und des Wesens, aber beydes hat auch die Bedeutung der Entfremdung für einander. Er ist Bewuſstseyn einer für sich freyen gegenständlichen Wirklichkeit; diesem Bewuſstseyn aber steht jene Einheit des Selbst und des 1807 431 Wesens gegenüber, dem wirklichen das reine Bewuſstseyn. Einerseits geht das wirkliche Selbstbewuſstseyn durch seine Entäuſserung in die wirkliche Welt über, und diese in jenes zurück; andrerseits aber ist eben diese Wirklichkeit, ſowohl die Person, wie die Geständlichkeit, aufgehoben; sie sind rein allgemeine. Diese ihre Entfremdung ist das reine Bewuſstseyn, oder das Wesen. Die Gegenwart hat unmittelbar den Gegensatz an ihrem Jenseits, das ihr Denken und Gedachtseyn; so wie diſs am Diesseits, das seine ihm entfremdete Wirklichkeit ist.

486 Dieser Geist bildet sich daher nicht nur Eine Welt, sondern eine gedoppelte, getrennte und entgegengesetzte aus. — Die Welt des sittlichen Geistes ist seine eigne Gegenwart; und daher jede Macht derselben in dieser Einheit, und insofern beyde sich unterscheiden, im Gleichgewichte mit dem Ganzen. Nichts hat die Bedeutung des negativen des Selbstbewuſstseyns; selbst der abgeschiedne Geist ist im Blute der Berwandtschafft, im Selbst der Familie gegenwärtig, und die allgemeine Macht der Regierung ist der Willen, das Selbst des Volks. Hier aber bedeutet das Gegenwärtige nur gegenständliche Wirklichkeit, die ihr Bewuſstseyn jenseits hat; jedes einzelne Moment als Wesen empfängt diſs und damit die Wirklichkeit von einem andern, und insofern es wirklich ist, ist sein Wesen ein andres als seine Wirklichkeit. Nichts hat einen in ihm selbst gegründeten und inwohnenden Geist, 1807 432 sondern ist auſser sich in einem fremden, -das Gleichgewicht des Ganzen nicht die bey sich selbst bleibende Einheit und ihre in sich zurückgekehrte Beruhigung, sondern beruht auf der Entfremdung des Entgegengesetzten. Das Ganze ist daher, wie jedes einzelne Moment, eine sich entfremdete Realität; es zerfällt in ein Reich, worin das Selbstbewuſstseyn wirklich sowohl es als sein Gegenstand ist, und in ein anderes, das Reich des reinen Bewuſstseyns, welches jenselts des Ersten nicht wirkliche Gegenwart hat, sondern im Glauben ist. Wie nun die sittliche Welt aus der Trennung des göttlichen und menschlichen Gesetzes und ihrer Gestalten, und ihr Bewuſstseyn aus der Trennung in das Wissen und in die Bewuſstlosigheit zurück in sein Schicksal, in das Selbst als die negative Macht dieses Gegensatzes geht, so werden auch diese beyden Reiche des sich entfremdeten Geistes in das Selbst zurückkehren; aber wenn jenes das erste unmittelbar geltende Selbst, die einzelne Person, war; so wird diſs zweyte, das aus seiner Entäuſserung in sich zurückkehrt, das allgemeine Selbst, das den Begriff erfassende Bewuſstseyn seyn; und diese geistigen Welten, deren alle Momente eine fixirte Wirklichkeit und ungeistiges Bestehen von sich behaupten, werden sich in der reinen Einsicht auflösen. Sie als das sich selbst erfassende Selbst vollendet die Bildung; sie faſst nichts als das Selbst, und alles als das Selbst auf, d. h. sie begreifft alles, tilgt alle Gegenständlichkeit, und 1807 433 verwandelt alles Ansichseyn in ein Fürsichseyn. Gegen den Glauben als das fremde jenseits liegende Reich des Wesens gekehrt, ist sie die Aufklärung. Diese vollendet auch an diesem Reiche, wohin sich der entfremdete Geist, als in das Bewuſstseyn der sich selbst gleichen Ruhe rettet, die Entfremdung; sie verwirrt ihm die Haushaltung, die er hier führt, dadurch, daſs sie die Geräthschafften der disseitigen Welt hineinbringt, die er als sein Eigenthum nicht verläugnen kann, weil sein Bewuſstseyn ihr gleichfalls angehört. — In diesem negativen Geschäffte realisirt zugleich die reine Einsicht sich selbst, und bringt ihren eignen Gegenstand, das unerkennbare absolute Wesen, und das Nützliche hervor. Indem auf diese Weise die Wirklichkeit alle Substantialität verloren, und nichts mehr an sich in ihr ist, so ist wie das Reich des Glaubens, so auch der realen Welt gestürzt, und diese Revolution bringt die absolute Freyheit hervor, womit der vorher entfremdete Geist vollkommen in sich zurückgegangen ist, diſs Land der Bildung verlaſst, und in ein anderes Land, in das Land des moralischen Bewuſstseyns übergeht.

1807 434

I. Die Welt des sich entfremdeten Geistes.

487 Die Welt dieses Geistes zerfällt in die gedoppelte; die erste ist die Welt der Wirklichkeit oder seiner Entfremdung selbst; die andre aber die, welche er, über die erste sich erhebend, im Aether des reinen Bewuſstseyns sich erbaut. Diese, jener Entfremdung entgegengesetzt, ist eben darum nicht frey davon, sondern vielmehr nur die andre Form der Entfremdung, welche eben darin besteht, in zweyerley Welten das Bewuſstseyn zu haben, und beyde umfaſst. Es ist also nicht das Selbstbewuſstseyn des absoluten Wesens, wie es an und für sich ist, nicht die Religion, welche hier betrachtet wird, sondern der Glauben, insofern er die Flucht aus der wirklichen Welt und also nicht an und für sich ist. Diese Flucht aus dem Reiche der Gegenwart ist daher an ihr selbst unmittelbar die gedoppelte. Das reine Bewuſstseyn ist das Element, in welches der Geist sich erhebt; aber es ist nicht nur das Element des Glaubens, sondern ebenso des Begriffs; beyde treten daher zugleich miteinander ein, und jener kömmt nur in Betracht im Gegensatze gegen diesen.

1807 435

a. *Die Bildung* und ihr Reich der Wirklichkeit.

488 Der Geist dieser Welt ist das von einem Selbstbewuſstseyn durchdrungne geistige Wesen, das sich als dieses für sich seyende unmittelbar gegenwärtig, und das Wesen als eine Wirklichkeit sich gegenüber weiſs. Aber das Daseyn dieser Welt, so wie die Wirklichkeit des Selbstbewuſstseyns beruht auf der Bewegung, daſs dieses seiner Persönlichkeit sich entäussert, hiedurch seine Welt hervorbringt, und sich gegen sie als eine Fremde so verhält, daſs es sich ihrer nunmehr zu bemächtigen hat. Aber die Entsagung seines Fürsichseyns ist selbst die Erzeugung der Wirklichkeit, und durch sie bemächtigt es sich also unmittelbar derselben. — Oder das Selbstbewuſstseyn ist nur Etwas, es hat nur Realität, insofern es sich selbst entfremdet; hiedurch setzt es sich als allgemeines, und diese seine Allgemeinheit ist sein Gelten und Wirklichkeit. Diese Gleichheit mit Allen ist daher nicht jene Gleichheit des Rechts, nicht jenes unmittelbare Anerkanntseyn und Gelten des Selbstbewuſstseyns, darum weil es ist; sondern daſs es gelte, ist durch die entfremdende Vermittlung, sich dem Allgemeinen gemäſs gemacht zu haben. Die geistlose Allgemeinheit des Rechts nimmt jede natürliche Weise des Charakters wie des 1807 436 Daseyns in sich auf, und berechtigt sie. Die Allgemeinheit aber, welche hier gilt, ist die gewordne, und darum ist sie wirklich.

489 Wodurch also das Individuum hier Gelten und Wirklichkeit hat, ist die Bildung. Seine wahre ursprüngliche Natur und Substanz ist der Geist der Entfremdung des natürlichen Seyns. Diese Entäusserung ist daher ebenso Zweck als Daseyn desselben; sie ist zugleich das Mittel oder der Uebergang sowohl der gedachten Substanz in die Wirklichkeit, als umgekehrt der bestimmten Individualität in die Wesentlichkeit. Diese Individualität bildet sich zu dem, was sie ansich ist, und erst dadurch ist sie an sich, und hat wirkliches Daseyn; soviel sie Bildung hat, soviel Wirklichkeit und Macht. Obwohl das Selbst als dieses sich hier wirklich weiſs, so besteht doch seine Wirklichkeit allein in dem Aufheben des natürlichen Selbsts; die ursprünglich bestimmte Natur reducirt sich daher auf den unwesentlichen Unterschied der Gröſse, auf eine gröſsere oder geringere Energie des Willens. Zweck und Inhalt aber desselben gehört allein der allgemeinen Substanz selbst an, und kann nur ein Allgemeines seyn; die Besonderheit einer Natur, die Zweck und Inhalt wird, ist etwas unmächtiges und unwirkliches; sie ist eine Art, die sich vergeblich und lächerlich abmüht, sich ins Werk zu setzen; sie ist der Widerspruch dem Besondern die Wirklichkeit zu geben, die unmittelbar das Allgemeine ist. Wenn daher fälschlicher Weise die Individualität in die 1807 437 *Besonderheit der Natur und des Charakters gesetzt wird, so finden sich in der realen Welt keine Individualitäten und Charaktere, sondern die Individuen haben ein gleiches Daseyn für einander; jene vermeintliche Individualität ist eben nur das gemeinte Daseyn, welches in dieser Welt, worin nur das sich selbst entäussernde und darum nur das Allgemeine Wirklichkeit erhält, kein Bleiben hat. — Das Gemeynte gilt darum für das, was es ist, für eine Art. Art ist nicht ganz dasselbe, was Espece, „von allen Spitznahmen der fürchterlichste, denn er bezeichnet die Mittelmäſsigkeit, und drückt die höchste Stuffe der Verachtung aus.“ Art und in seiner Art gut seyn ist aber ein deutscher Ausdruck, welcher dieser Bedeutung die ehrliche Miene hinzufügt, als ob es nicht so schlimm gemeynt sey, oder auch in der That das Bewuſstseyn, was Art, und was Bildung und Wirklichkeit ist, noch nicht in sich schlieſst.

490 Was in Beziehung auf das einzelne Individuum als seine Bildung erscheint, ist das wesentliche Moment der Substanz selbst, nemlich das unmittelbare Uebergehen ihrer gedachten Allgemeinheit in die Wirklichkeit, oder die einfache Seele derselben, wodurch das Ansich Anerkanntes und Daseyn ist. Die Bewegung der sich bildenden Individualität ist daher unmittelbar das Werden derselben, als des allgemeinen gegenständlichen Wesens, d. h. das Werden der wirklichen Welt. Diese, obwohl geworden durch die Individualität, ist für das Selbstbewuſstseyn ein 1807 438 unmittelbar entfremdetes, und hat für es die Form unverrückter Wirklichkeit. Aber gewiſs zugleich daſs sie seine Substanz ist, geht es sich derselben zu bemächtigen; es erlangt diese Macht über sie durch die Bildung, welche von dieser Seite so erscheint, daſs es sich der Wirklichkeit gemäſs macht, und soviel als die Energie des ursprünglichen Charakters und Talents ihm zuläſst. Was hier als die Gewalt des Individuums erscheint, unter welche die Substanz komme, und hiemit aufgehoben werde, ist dasselbe, was die Verwirklichung der letztern ist. Denn die Macht des Individuums besteht darin, daſs es sich ihr gemäſs macht, d. h. daſs es sich seines Selbsts entäuſsert, also sich als die gegenständliche seyende Substanz setzt. Seine Bildung und seine eigne Wirklichkeit ist daher die Verwirklichung der Substanz selbst.

491 Das Selbst ist sich nur als aufgehobnes wirklich. Es macht daher für es nicht die Einheit des Bewuſstseyns seiner selbst, und des Gegenstandes aus; sondern dieser ist ihm das Negative seiner. — Durch das Selbst als die Seele wird die Substanz also so in ihren Momenten ausgebildet, daſs das Entgegengesetzte das Andre begeistet, jedes durch seine Entfremdung dem Andern Bestehen gibt, und es ebenso von ihm erhält. Zugleich hat jedes Moment seine Bestimmtheit als ein unüberwindliches Gelten, und eine feste Wirklichkeit gegen das Andre. Das Denken fixirt diesen Unterschied auf die allgemeinste 1807 439 Weise durch die absolute Entgegensetzung von Gut und Schlecht, die, sich fliehend, auf keine Weise dasselbe werden können. Aber dieses feste Seyn hat zu seiner Seele den unmittelbaren Uebergang in das Entgegengesetzte; das Daseyn ist vielmehr die Verkehrung jeder Bestimmtheit in ihre entgegengesetzte, und nur diese Entfremdung ist das Wesen und Erhaltung des Ganzen. Diese verwircklichende Bewegung und Begeistung der Momente ist nun zu betrachten; die Entfremdung wird sich selbst entfremden, und das Ganze durch sie in seinen Begriff sich zurücknehmen.

492 Zuerst ist die einfache Substanz selbst in der unmittelbaren Organisation ihrer daseyenden noch unbegeisteten Momente zu betrachten. — Wie die Natur sich in die allgemeinen Elemente auslegt, worunter die Luft das bleibende rein allgemeine durchsichtige Wesen ist, — das Wasser aber das Wesen, das immer aufgeopfert wird, — das Feuer ihre beseelende Einheit, welche ihren Gegensatz ebenso immer auflöst als ihre Einfachheit in ihn entzweyt, — die Erde endlich der feste Knoten dieser Gegliederung und das Subject dieser Wesen wie ihres Processes, ihr Ausgehen und ihre Rükkehr ist, — so legt sich in eben solche allgemeine aber geistige Massen das innere Wesen oder der einfache Geist der selbstbewuſsten Wirklichkeit als eine Welt aus, — in die erste Masse, das an sich Allgemeine, sich selbstgleiche geistige Wesen; — in die andere, das fürsichseyende 1807 440 in sich ungleich gewordene, sich aufopfernde und hingebende Wesen, und in das dritte, welches als Selbstbewuſstseyn Subject ist, und die Krafft des Feuers unmittelbar an ihm selbst hat; — im ersten Wesen ist es seiner als des Ansichseyns bewuſst; in dem Zweyten aber hat es das Werden des Fürsichseyns durch die Aufopferung des Allgemeinen. Der Geist aber selbst ist das an und fürsichseyn des Ganzen, das sich in die Substanz als Bleibende, und in sie als sich Aufopfernde entzweyt, und ebenso sie auch wieder in seine Einheit zurücknimmt, sowohl als die ausbrechende sie verzehrende Flamme, wie als die bleibende Gestalt derselben. — Wir sehen, daſs diese Wesen dem Gemeinwesen und der Familie der sittlichen Welt entsprechen, ohne aber den heimischen Geist zu besitzen, den diese haben; dagegen, wenn diesem das Schicksal fremde ist, so ist und weiſs sich hier das Selbstbewuſstseyn als die wirkliche Macht derselben.

493 Diese Glieder sind sowohl wie sie zunächst innerhalb des reinen Bewuſstseyns als Gedanken oder ansichseyende, als auch wie sie im wirklichen Bewuſstseyn als gegenständliche Wesen vorgestellt werden, zu betrachten. — In jener Form der Einfachheit ist das erste, als das sich selbst gleiche, unmittelbare und unwandelbare Wesen aller Bewuſstseyn, das Gute, — die unabhängige geistige Macht des Ansich, bey der die Bewegung des fürsichseyenden Bewuſstseyns nur beyherspielt. Das Andere dagegen 1807 441 ist das passive geistige Wesen, oder das Allgemeine, insofern es sich preiſsgibt und die Individuen das Bewuſstseyn ihrer Einzelnheit sich an ihm nehmen läſst; es ist das nichtige Wesen, das Schlechte. — Dieses absolute Aufgelöſstwerden des Wesens ist selbst bleibend; wie das erste Wesen, Grundlage, Ausgangspunkt und Resultat der Individuen und diese rein allgemein darin sind, so ist das zweyte dagegen einerseits das sich aufopfernde Seyn für anderes, andererseits eben darum deren beständige Rückkehr zu sich selbst als das Einzelne und ihr bleibendes Fürsichwerden.

494 Aber diese einfachen Gedanken des Guten und Schlechten sind ebenso unmittelbar sich entfremdet; sie sind wirklich und im wirklichen Bewuſstseyn als gegenständliche Momente. So ist das erste Wesen, die Staatsmacht, das andere der Reichthum. — Die Staatsmacht ist, wie die einfache Substanz, so das allgemeine Werk; — die absolute Sache selbst, worin den Individuen ihr Wesen ausgesprochen und ihre Einzelnheit schlechthin nur Bewuſstseyn ihrer Allgemeinheit ist; — sie ist ebenso das Werk und einfache Resultat, aus welchem diſs, daſs es aus ihrem Thun herkommt, verschwindet; es bleibt die absolute Grundlage und Bestehen alles ihres Thuns. — Diese einfache ätherische Substanz ihres Lebens ist durch diese Bestimmung ihrer unwandelbaren Sichselbstgleichheit Seyn, und damit nur Seyn für anderes. Sie ist also an sich unmittelbar das entgegengesetzte 1807 442 ihrer selbst, Reichthum. Ob er zwar das passive oder nichtige ist, ist er ebenfalls allgemeines geistiges Wesen, ebenso das beständig werdende Resultat der Arbeit und des Thuns Aller, wie es sich wieder in den Genuſs Aller auflöſst. In dem Genuſse wird die Individualität zwar für sich oder als einzelne, aber dieser Genuſs selbst ist Resultat des allgemeinen Thuns; so wie er gegenseitig die allgemeine Arbeit und den Genuſs aller hervorbringt. Das Wirkliche hat schlechthin die geistige Bedeutung unmittelbar allgemein zu seyn. Es meynt wohl in diesem Momente jeder Einzelne eigennützig zu handeln; denn es ist das Moment, worin er sich das Bewuſstseyn gibt, für sich zu seyn, und er nimmt es deswegen nicht für etwas geistiges; allein auch nur äuſserlich angesehen, zeigt es sich, daſs in seinem Genuſse jeder Allen zu geniessen gibt, in seiner Arbeit ebenso für Alle arbeitet als für sich, und alle für ihn. Sein fürsichseyn ist daher an sich allgemein und der Eigennutz etwas nur gemeyntes, das nicht dazu kommen kann, dasjenige wirklich zu machen, was es meynt, nemlich etwas zn thun, das nicht Allen zu gut käme.

495 In diesen beyden geistigen Mächten erkennt also das Selbstbewuſstseyn seine Substanz, Inhalt und Zweck; es schaut sein Doppelwesen darin an, in der einen sein Ansichseyn, in der andern sein Fürsichseyn. — Es ist aber zugleich als der Geist, die negative Einheit ihres Bestehens und der Trennung der Individualität und des Allgemeinen, oder der 1807 443 Wirklichkeit und des Selbsts. Herrschafft und Reichthum sind daher für das Individuum als Gegenstände vorhanden, d. h. als solche, von denen es sich frey weiſs und zwischen ihnen und selbst keines von beyden wählen zu können meynt. Es tritt als dieses freye und reine Bewuſstseyn dem Wesen als einem solchen gegen über, das nur für es ist. Es hat alsdenn das Wesen als Wesen in sich. — In diesem remen Bewuſstseyn sind ihm die Momente der Substanz nicht Staatsmacht und Reichthum, sondern die Gedanken von Gut und Schlecht. — Das Selbstbewuſstseyn ist aber ferner die Beziehung seines reinen Bewuſstseyns auf sein wirkliches, des Gedachten auf das gegenstandliche Wesen, es ist wesentlich das Urtheil. — Es hat sich zwar schon für die beyden Seiten des wirklichen Wesens durch ihre unmittelbaren Bestimmungen ergeben, welche das Gute, und welche das Schlechte sey; jenes die Staatsmacht, diſs der Reichthum. Allein diſs erste Urtheil kann nicht als ein geistiges Urtheil angesehen werden; denn in ihm ist die eine Seite nur als das ansichseyende oder positive, die andre nur als das fürsichseyende und negative bestimmt worden. Aber sie sind als geistige Wesen, jedes die Durchdringung beyder Momente, also in jenen Bestimmungen nicht erschöpft; und das Selbstbewuſstseyn, das sich auf sie bezieht, ist an und für sich; es muſs daher sich auf jedes auf die gedoppelte Weise beziehen, wodurch sich ihre Natur, sich selbst entfremdete Bestimmungen zu seyn, herauskehren wird.

1807 444

496 Dem Selbstbewuſstseyn ist nun derjenige Gegenstand gut und an sich, worin es sich selbst, derjenige aber schlecht, worin es das Gegentheil seiner findet; das Gute ist die Gleichheit der gegenständlichen Realität mit ihm; das Schlechte aber ihre Ungleichheit. Zugleich was für es gut und schlecht ist, ist an sich gut und schlecht, denn es ist eben dasjenige, worin diese beyden Momente des an sich und des für es seyn dasselbe sind; es ist der wirkliche Geist der gegenständlichen Wesen, und das Urtheil der Erweis seiner Macht an ihnen, die sie zu dem macht, was sie an sich sind. Nicht diſs, wie sie unmittelbar an sich selbst das Gleiche oder Ungleiche d. h. das abstracte Ansich oder Fürsichseyn sind, ist ihr Kriterium und ihre Wahrheit, sondern was sie in der Beziehung des Geistes auf sie sind; ihre Gleichheit oder Ungleichheit mit ihm. Seine Beziehung auf sie, die zuerst als Gegenstände gesetzt, durch ihn zum Ansich werden, wird zugleich ihre Reflexion in sich selbst, durch welche sie wirkliches geistiges Seyn erhalten, und was ihr Geist ist, hervortritt. Aber wie ihre erste unmittelbare Bestimmung sich von der Beziehung des Geistes auf sie unterscheidet, so wird auch das dritte, der eigne Geist derselben, sich von dem zweyten unterscheiden. — Das zweyte Ansich derselben zunächst, das durch die Beziehung des Geistes auf sie hervortritt, muſs schon anders ausfallen als das unmittelbare; denn diese Vermittlung des Geistes bewegt vielmehr die unmittelbare Bestimmtheit, und macht sie zu etwas Anderem.

1807 445

497 Hiernach findet nun das an und fürsichseyende Bewuſstseyn in der Staatsmacht wohl sein einfaches Wesen und Bestehen überhaupt, allein nicht seine Individualität als solche, wohl sein Ansich, nicht sein Fürsichseyn, es findet darin vielmehr das Thun als einzelnes Thun verleugnet und zum Gehorsam unterjocht. Das Individuum reflectirt sich also vor dieser Macht in sich selbst; sie ist ihm das unterdrückende Wesen, und das Schlechte; denn statt das Gleiche zu seyn, ist sie das der Individualität schlechthin Ungleiche. — Hingegen der Reichthum ist das Gute; er geht auf allgemeinen Genuſs, gibt sich preiſs, und verschafft allen das Bewuſstseyn ihres Selbsts. Er ist ansich allgemeines Wohlthun; wenn er irgend eine Wohlthat versagt, und nicht jedem Bedürfnisse gefällig ist, so ist diſs eine Zufälligkeit, welche seinem allgemeinen nothwendigen Wesen, sich allen Einzelnen mitzutheilen und tausendhändiger Geber zu seyn, keinen Eintrag thut.

498 Diese beyden Urtheile geben den Gedanken von Gut und Schlecht einen Inhalt, welcher das Gegentheil von dem ist, den sie für uns hatten. — Das Selbstbewuſstseyn hat sich aber nur erst unvollständig auf seine Gegenstände bezogen, nemlich nur nach dem Maſsstabe des für sich seyns. Aber das Bewuſstseyn ist ebenso ansichseyendes Wesen, und muſs diese Seite gleichfalls zum Maſsstabe machen, wodurch sich erst das geistige Urtheil vollendet. Nach dieser Seite spricht ihm die 1807 446 Staatsmacht sein Wesen aus; sie ist theils ruhendes Gesetz, theils Regierung und Befehl, welcher die einzelnen Bewegungen des allgemeinen Thuns anordnet; das eine die einfache Substanz selbst, das andere ihr sich selbst und Alle belebendes und erhaltendes Thun. Das Individuum findet also darin seinen Grund und Wesen ausgedrückt, organisirt und bethätigt. — Hingegen durch den Genuſs des Reichthums erfährt es nicht sein allgemeines Wesen, sondern erhält nur das vergängliche Bewuſstseyn und den Genuſs seiner selbst als einer fürsichseyenden Einzelnheit, und der Ungleichheit mit seinem Wesen. — Die Begriffe von Gut und Schlecht erhalten also hier den entgegengesetzten Inhalt gegen den vorherigen.

499 Diese beyden Weisen des Urtheilens finden jede eine Gleichheit und eine Ungleichheit; das erste urtheilende Bewuſstseyn findet die Staatsmacht ungleich, den Genuſs des Reichthums gleich mit ihm; das zweyte hingegen die erstere gleich, und den letztern ungleich mit ihm. Es ist ein zweyfaches gleichfinden, und ein zweyfaches ungleichfinden, eine entgegengesetzte Beziehung auf die beyden realen Wesenheiten vorhanden. — Wir müssen dieses verschiedene Urtheilen selbst beurtheilen, wozu wir den aufgestellten Maſsstab anzulegen haben. Die gleichfindende Beziehung des Bewuſstseyns ist hienach das Gute, die ungleichfindende das Schlechte; und diese beyden Weisen der Beziehung sind nunmehr selbst als verschiedene Gestalten des Bewuſstseyns 1807 447 festzuhalten. Das Bewuſstseyn kommt dadurch, daſs es sich auf verschiedene Weise verhält, selbst unter die Bestimmung der Verschiedenheit gut oder schlecht zu seyn, nicht darnach, daſs es entweder das für sich seyn oder das reine Ansichseyn zum Princip hätte, denn beyde sind gleich wesentliche Momente; das gedoppelte Urtheilen, das betrachtet wurde, stellte die Principien getrennt vor, und enthält daher nur abstracte Weisen des Urtheilens. Das wirkliche Bewuſstseyn hat beyde Principien an ihm und der Unterschied fällt allein in sein Wesen, nemlich in die Beziehung seiner selbst auf das reale.

500 Die Weise dieser Beziehung ist die entgegengesetzte, die eine ist Verhalten zu Staatsmacht und Reichthum als zu einem Gleichen, das andere als zu einem Ungleichen. — Das Bewuſstseyn der gleichfindenden Beziehung ist das edelmüthige. In der öffentlichen Macht betrachtet es das mit ihm Gleiche, daſs es in ihr sein einfaches Wesen und dessen Bethätigung hat, und im Dienste des wirklichen Gehorsams, wie der innern Achtung gegen es steht Ebenso in dem Reichthume, daſs er ihm das Bewuſstseyn seiner andern wesentlichen Seite, des Fürsichseyns, verschafft; daher es ihn ebenfalls als Wesen in Beziehung auf sich betrachtet, und denjenigen, von welchem es genieſst, als Wohlthäter anerkennt und sich zum Danke verpflichtet hält.

501 Das Bewuſstseyn der andern Beziehung dagegen ist das niederträchtige, das die Ungleichheit mit 1807 448 den beyden Wesenheiten festhält; in der Herrschergewalt also eine Fesel und Unterdrückung des Fürsichseyns sieht, und daher den Herrscher haſst, nur mit Heimtücke gehorcht, und immer auf dem Sprunge zum Aufruhr steht, — im Reichthum, durch den es zum Genuſse seines Fürsichseyns gelangt, ebenso nur die Ungleichheit, nemlich mit dem bleibenden Wesen betrachtet; indem es durch ihn nur zum Bewuſstseyn der Einzelnheit und des vergänglichen Genusses kommt, ihn liebt aber verachtet, und mit dem Verschwinden des Genusses, des an sich verschwindenden, auch sein Verhältniſs zu dem Reichen für verschwunden ansieht.

502 Diese Beziehungen drücken nun erst das Urtheil aus, die Bestimmung dessen, was die beyden Wesen als Gegenstände für das Bewuſstseyn sind, noch nicht an und für sich. Die Reflexion, die im Urtheil vorgestellt ist, ist theils erst für uns ein Setzen der einen so wie der andern Bestimmung und daher ein gleiches Aufheben beyder, noch nicht die Reflexion derselben für das Bewuſstseyn selbst. Theils sind sie erst unmittelbar Wesen, weder diſs geworden, noch an ihnen Selbstbewuſstseyn; dasjenige, für welches sie sind, ist noch nicht ihre Belebung; sie sind Prädicate, die noch nicht selbst Subject sind. Um dieser Trennung willen fällt auch das Ganze des geistigen Urtheilens noch an zwey Bewuſstseyn auseinander, deren jedes unter einer einseitigen Bestimmung liegt. — Wie sich nun zuerst die 1807 449 Gleichgültigkeit der beyden Seiten der Entfremdung — der einen, des Ansich des reinen Bewuſstseyns nemlich der beſtimmten Gedanken von Gut und Schlecht — der andern ihres Daseyns als Staatsmacht und Reichthum, zur Beziehung beyder, zum Urtheil erhob; so hat sich diese äuſsere Beziehung zur innern Einheit, oder als Beziehung des Denkens zur Wirklichkeit zu erheben, und der Geist der beyden Gestalten des Urtheils hervorzutreten. Diſs geſchieht, indem das Urtheil zum Schluſſe wird, zur vermittelnden Bewegung, worin die Nothwendigkeit und Mitte der beyden Seiten des Urtheils hervortritt.

503 Das edelmüthige Bewuſstseyn findet also im Urtheil sich so der Staatsmacht gegenüber, daſs sie zwar noch nicht ein Selbst, sondern erst die allgemeine Substanz, deren es aber als seines Wesens, als des Zwecks und abſoluten Inhalts sich bewuſst ist. Sich so positiv auf sie beziehend, verhält es sich negativ gegen seine eignen Zwecke, seinen besondern Inhalt und Daseyn, und läſst sie verschwinden. Es ist der Heroismus des Dienstes, — die Tugend, welche das einzelne Seyn dem Allgemeinen aufopfert, und diſs dadurch ins Daſeyn bringt, — die Person, welche dem Besitze und Genuſse von selbſt entſagt, und für die vorhandene Macht handelt und wirklich ist.

504 Durch diese Bewegung wird das Allgemeine mit dem Daseyn überhaupt zuſammengeſchloſsen, wie das daſeyende Bewuſstseyn durch dieſe Entäuſserung sich zur Weſentlichkeit bildet. Weſſen dieſes im 1807 450 Dienſte sich entfremdet, ist sein in das Daſeyn verſenkte Bewuſstseyn; das sich entfremdete Seyn ist aber das Ansich; es bekommt alſo durch dieſe Bildung Achtung vor sich selbſt und bey den Andern. — Die Staatsmacht aber, die nur erſt das gedachte Allgemeine, das Ansich war, wird durch eben diese Bewegung zum seyenden Allgemeinen, zur wirklichen Macht. Sie ist dieſe nur in dem wirklichen Gehorſam, welchen sie durch das Urtheil des Selbstbewuſstseyns, daſs sie das Wesen ist, und durch die freye Aufopferung deſſelben erlangt. Dieſes Thun, das das Weſen mit dem Selbst zuſammenſchlieſst, bringt die gedoppelte Wirklichkeit hervor, sich als das, welches wahre Wirklichkeit hat, und die Staatsmacht als das Wahre, welches gilt.

505 Dieſe ist aber durch dieſe Entfremdung noch nicht ein sich als Staatsmacht wiſſendes Selbstbewuſstseyn; es ist nur ihr Gesetz, oder ihr Ansich, das gilt; sie hat noch keinen besondern Willen; denn noch hat das dienende Selbstbewuſstseyn nicht sein reines Selbſt entäuſsert und die Staatsmacht damit begeiſtet, sondern erſt mit seinem Seyn; ihr nur sein Daseyn aufgeopfert, nicht sein Ansichseyn. — Diſs Selbstbewuſstseyn gilt als ein solches, das dem Wesen gemäſs ist, es ist anerkannt um seines Ansichseyns willen. Die andern finden in ihm ihr Wesen bethätigt, nicht aber ihr Fürsichseyn, — ihr Denken oder reines Bewuſstseyn erfüllt, nicht ihre Individualität. Es gilt daher in ihren Gedanken, und 1807 451 genieſst der Ehre. Es ist der stolze Vasall, der für die Staatsmacht thätig ist, insofern sie nicht eigner Willen, sondern wesentlicher ist, und der sich nur in dieser Ehre gilt, nur in dem wesentlichen Vorſtellen der allgemeinen Meynung, nicht in dem dankbaren der Individualität, denn dieſer hat er nicht zu ihrem Fürstchseyn verholffen. Seine Sprache, wenn es sich zum eignen Willen der Staatsmacht verhielte, der noch nicht geworden ist, wäre der Rath, den er zum allgemeinen Beſten ertheilt.

506 Die Staatsmacht ist daher noch willenlos gegen den Rath, und nicht entſcheidend zwiſchen den verſchiedenen Meynungen über das allgemeine Beſte. Sie ist noch nicht Regierung, und somit noch nicht in Wahrheit wirkliche Staatsmacht. — Das Fürsichseyn, der Willen, der als Willen noch nicht aufgeopfert ist, ist der innre abgeschiedne Geist der Stände, der ſeinem Sprechen vom allgemeinen Besten gegenüber sich sein besondres Bestes vorbehält, und diſs Geſchwätze vom allgemeinen Beſten zu einem Surrogate für das Handeln zu machen geneigt ist. Die Aufopferung des Daseyns, die im Dienſte geschieht, ist zwar vollſtändig, wenn sie bis zum Tode fortgegangen ist; aber die beſtandne Gefahr des Todes selbſt, der überlebt wird, läſst ein beſtimmtes Daseyn, und damit ein besonderes Fürsich übrig, welches den Rath fürs allgemeine Beſste zweydeutig und verdächtig macht, und sich in der That die eigne Meynung und den besondern Willen gegen die 1807 452 Staatsgewalt vorbehält. Es verhält sich daher noch ungleich gegen dieselbe, und fällt unter die Bestimmung des niederträchtigen Bewuſstseyns, immer auf dem Sprunge zur Empörung zu stehen.

507 Dieſer Widerſpruch, den es aufzuheben hat, enthält in dieſer Form, in der Ungleichheit des Fürsichseyns gegen die Allgemeinheit der Staatsmacht zu ſtehen, zugleich die Form, daſs jene Entäuſserung des Daseyns, indem sie sich, im Tode nemlich, vollendet, selbſt eine seyende, nicht eine ins Bewuſstseyn zurückkehrende ist, — daſs dieſes sie nicht überlebt, und an und für sich ist, sondern nur ins unverſöhnte Gegentheil übergeht. Die wahre Aufopferung des Fürsichseyns ist daher allein die, worin es sich so vollkommen als im Tode hingibt, aber in dieser Entäuſserung sich ebensosehr erhält; es wird dadurch als das wirklich, was es an sich ist, als die identische Einheit seiner selbſt und seiner als des Entgegengesetzten. Dadurch daſs der abgeſchiedne innre Geiſt, das Selbſt als solches, hervortritt und sich entfremdet, wird zugleich die Staatsmacht zu eignem Selbst erhoben; so wie ohne dieſe Entfremdung die Handlungen der Ehre, des edeln Bewuſstseyns und die Rathschläge seiner Einsicht das Zweydeutige bleiben würden, das noch jenen abgeſchiednen Hinterhalt der beſondern Absicht und des Eigenwillens hätte.

508 Diese Entfremdung aber geschieht allein in der Sprache, welche hier in ihrer eigenthümlichen 1807 453 Bedeutung auftritt. — In der Welt der Sittlichkeit, Gesetz und Befehl, — in der Welt der Wirklichkeit, erst Rath, hat sie das Wesen zum Inhalte, und ist deſſen Form; hier aber erhält sie die Form, welche sie ist, selbst zum Inhalte, und gilt als Sprache; es ist die Krafft des Sprechens, als eines solchen, welche das ausführt, was auszuführen ist. Denn sie ist das Daseyn des reinen Selbsts, als Selbsts; in ihr tritt die für sichseyende Einzelnheit des Selbstbewuſstseyns als solche in die Existenz, so daſs sie für andre ist. Ich als dieses reine Ich ist sonſt nicht da; in jeder andern Aeuſserung ist es in eine Wirklichkeit verſenkt, und in einer Geſtalt, aus welcher es sich zurückziehen kann; es ist aus seiner Handlung, wie aus seinem physiognomischen Ausdrucke in sich reflectirt, und läſst solches unvollſtändiges Daseyn, worin immer ebensosehr zu viel als zu wenig ist, entseelt liegen. Die Sprache aber enthält es in seiner Reinheit, sie allein spricht Ich aus, es selbſt. Diſs sein Daseyn ist als Daseyn eine Gegenſtändlichkeit, welche seine wahre Natur an ihr hat. Ich ist dieses Ich — aber ebenso allgemeines; sein Erscheinen ist ebenso unmittelbar die Entäuſserung und das Verschwinden dieses Ichs, und dadurch sein Bleiben in seiner Allgemeinheit. Ich, das sich ausspricht, ist vernommen; es ist eine Anſteckung, worin es unmittelbar in die Einheit mit denen, für welche es da ist, übergegangen und allgemeines Selbstbewuſstseyn ist. — Daſs es vernommen wird, darin ist sein 1807 454 Daseyn selbſt unmittelbar verhallt; diſs sein Andersseyn ist in sich zurückgenommen; und eben diſs ist sein Daseyn, als selbſtbewuſstes Jetzt, wie es da ist, nicht da zu seyn, und durch diſs Verschwinden da zu seyn. Diſs Verſchwinden ist also selbst unmittelbar sein Bleiben; es ist sein eignes Wissen von sich, und sein Wissen von sich als einem, das in anderes Selbst übergegangen, das vernommen worden und allgemeines ist.

509 Der Geist erhält hier dieſe Wirklichkeit, weil die Extreme, deren Einheit er ist, ebenso unmittelbar die Beſtimmung haben, für sich eigne Wirklichkeiten zu seyn. Ihre Einheit ist zerſetzt in spröde Seiten, deren jede für die andre wirklicher von ihr ausgeſchloſſener Gegenſtand ist. Die Einheit tritt daher als eine Mitte hervor, welche von der abgeschiedenen Wirklichkeit der Seiten ausgeſchloſſen und unterschieden wird; sie hat daher selbſt eine wirkliche von ihren Seiten unterschiedne Gegenſtändlichkeit, und ist für sie, d. h. sie ist daseyendes. Die geistige Substanz tritt als solche in die Exiſtenz, erst indem sie zu ihren Seiten solche Selbstbewuſstseyn gewonnen hat, welche dieſes reine Selbst als unmittelbar geltende Wirklichkeit wiſſen, und darin ebenso unmittelbar wiſſen, diſs nur durch die entfremdende Vermittlung zu seyn. Durch jenes sind die Momente zu der sich selbſt wiſſenden Kategorie und damit bis dahin geläutert, daſs sie Momente des Geiſtes sind; durch dieſes tritt er als Geiſtigkeit in 1807 455 das Daseyn. — Er ist so die Mitte, welche jene Extreme vorausſetzt, und durch ihr Daseyn erzeugt wird, — aber ebenſo das zwiſchen ihnen hervorbrechende geistige Ganze, das sich in sie entzweyt und jedes erſt durch dieſe Berührung zum Ganzen in seinem Principe erzeugt. — Daſs die beyden Extreme schon an sich aufgehoben und zerſetzt sind, bringt ihre Einheit hervor, und dieſe ist die Bewegung, welche beyde zuſammenſchlieſst, ihre Beſtimmungen austauſcht, und sie, und zwar in jedem Extreme zuſammenſchlieſst. Dieſe Vermittlung ſetzt hiemit den Begriff eines jeden der beyden Extreme in seine Wirklichkeit, oder sie macht das, was jedes an sich ist, zu seinem Geiste.

510 Die beyden Extreme, die Staatsmacht und das edelmüthige Bewuſstseyn, sind durch dieſes zerſetzt, jene in das abſtracte Allgemeine, dem gehorcht wird, und in den fürsichſeyenden Willen, welcher ihm aber noch nicht selbst zukömmt; — dieſes in den Gehorsam des aufgehobnen Daſeyns oder in das Ansichseyn der Selbſtachtung und der Ehre, — und in das noch nicht aufgehobene reine Fürsichſeyn, den im Hinterhalte noch bleibenden Willen. Die beyden Momente, zu welchen beyde Seiten gereinigt, und die daher Momente der Sprache sind, sind das abstracte Allgemeine, welches das allgemeine Beſte heiſst, und in das reine Selbst, das im Dienſte seinem ins vielfache Daſeyn verſenkten Bewuſstseyn abſagte. Beyde sind im Begriffe daſſelbe, denn reines 1807 456 Selbſt ist eben das abſtract allgemeine, und daher ist ihre Einheit als ihre Mitte geſetzt. Aber das Selbst ist nur erst am Extreme des Bewuſstseyns wirklich, — das Ansich aber erst am Extreme der Staatsmacht; dem Bewuſstseyn fehlt diſs, daſs die Staatsmacht nicht nur als Ehre, sondern wirklich an es übergegangen wäre, — der Staatsmacht, daſs ihr nicht nur als dem sogenannten allgemeinen Besten gehorcht würde, sondern als Willen, oder daſs sie das entscheidende Selbst ist. Die Einheit des Begriffes, in welchem die Staatsmacht noch steht, und zu dem das Bewuſstseyn sich geläutert hat, wird in dieſer vermittelnden Bewegung wirklich, deren einfaches Daſeyn, als Mitte, die Sprache ist. — Sie hat jedoch zu ihren Seiten noch nicht zwey als Selbst vorhandene Selbst; denn die Staatsmacht wird erst zum Selbst begeiſtet; dieſe Sprache ist daher noch nicht der Geist, wie er sich vollkommen weiſs und ausſpricht.

511 Das edelmüthige Bewuſstseyn, weil es das Extrem des Selbsts ist, erſcheint als dasjenige, von dem die Sprache ausgeht, durch welche sich die Seiten des Verhältniſſes zu beſeelten Ganzen geſtalten. — Der Heroismus des stummen Dienſtes wird zum Heroismus der Schmeicheley. Dieſe ſprechende Reflexion des Dienſtes macht die geiſtige sich zerſetzende Mitte aus, und reflectirt nicht nur ihr eigenes Extrem in sich ſelbſt, sondern auch das Extrem der allgemeinen Gewalt in dieſes ſelbſt zurück, und macht 1807 457 sie, die erſt an sich ist, zum fürsichseyn und zur Einzelnheit des Selbstbewuſstseyns. Es wird hiedurch der Geiſt dieſer Macht, — ein unumschränkter Monarch zu seyn; — unumschränkt, die Sprache der Schmeicheley erhebt die Macht in ihre geläuterte Allgemeinheit; — das Moment als Erzeugniſs der Sprache, des zum Geiſte geläuterten Daſeyns, ist eine gereinigte Sichselbſtgleichheit; — Monarch, sie erhebt ebenso die Einzelnheit auf ihrer Spitze; dasjenige, dessen das edelmüthige Bewuſstseyn sich nach dieſer Seite der einfachen geiſtigen Einheit entäuſſert, ist das reine Ansich seines Denkens, sein Ich ſelbſt. Beſtimmter erhebt sie die Einzelnheit, die ſonſt nur ein Gemeyntes iſt, dadurch in ihre daſeyende Reinheit, daſs sie dem Monarchen den eignen Nahmen gibt; denn es ist allein der Nahme, worin der Unterschied des Einzelnen von allen andern nicht gemeynt ist, sondern von allen wirklich gemacht wird; in dem Nahmen gilt der Einzelne als rein Einzelner nicht mehr nur in seinem Bewuſstseyn, sondern im Bewuſstseyn Aller. Durch ihn alſo wird der Monarch ſchlechthin von Allen abgesondert, ausgenommen und einſam; in ihm ist er das Atom, das von seinem Wesen nichts mittheilen kann und nicht ſeines Gleichen hat. — Dieſer Nahme ist hiemit die Reflexion in sich oder die Wirklichkeit, welche die allgemeine Macht an ihr selbst hat; durch ihn ist sie der Monarch. Er, dieser Einzelne, weiſs umgekehrt dadurch sich diesen Einzelnen 1807 458 als die allgemeine Macht, daſs die Edeln, nicht nur als zum Dienſt der Staatsmacht bereit, sondern als Zierrathen sich um den Thron ſtellen, und daſs sie dem, der darauf sitzt, es immer sagen, was er ist.

512 Die Sprache ihres Preiſses ist auf diese Weiſe der Geiſt, der in der Staatsmacht selbst die beyden Extreme zuſammenschlieſst; sie reflectirt die abſtracte Macht in sich und gibt ihr das Moment des andern Extrems, das wollende und entſcheidende fürsichseyn, und hiedurch selbſtbewuſste Exiſtenz; oder dadurch kommt diſs einzelne wirkliche Selbstbewuſstseyn dazu, sich als die Macht gewiſs zu wissen. Sie ist der Punkt der Selbsts, in den durch die Entäuſserung der innern Gewiſsheit die vielen Punkte zusammengefloſſen sind. — Indem aber dieser eigne Geiſt der Staatsmacht darin beſteht, seine Wirklichkeit und Nahrung an dem Opfer des Thuns und des Denkens des edelmüthigen Bewuſstseyns zu haben, ist sie die sich entfremdete Selbstſtändigkeit; das edelmüthige Bewuſstseyn, das Extrem des fürsichseyns erhält das Extrem der wirklichen Allgemeinheit für die Allgemeinheit des Denkens, der es sich entäuſſerte, zurück; die Macht des Staats ist auf es übergegangen. An ihm wird die Staatsgewalt erſt wahrhaft bethätigt; in seinem Fürsichseyn hört sie auf, das träge Wesen, wie sie als Extrem des abstracten Ansichseyns erschien, zu seyn. — An sich betrachtet heiſst die in sich reflectirte Staatsmacht, oder diſs, daſs sie Geiſt geworden, nichts anderes, 1807 459 als daſs sie Moment des Selbstbewuſstseyns geworden, d. h. nur als aufgehobne ist. Hiemit ist sie nun das Wesen als ein solches, dessen Geist es ist, aufgeopfert und preiſsgegeben zu seyn, oder sie existirt als Reichthum. — Sie bleibt zwar dem Reichthume, zu welchem sie dem Begriffe nach immer wird, gegenüber zugleich als eine Wirklichkeit bestehen; aber eine solche, deren Begriff eben diese Bewegung ist, durch den Dienſt und die Verehrung, wodurch sie wird, in ihr Gegentheil, in die Entäuſſerung der Macht, überzugehen. Für sich wird also das eigenthümliche Selbst, das ihr Willen ist, durch die Wegwerfung des edelmüthigen Bewuſstseyns, zur sich entäuſſernden Allgemeinheit, zu einer vollkommnen Einzelnheit und Zufälligkeit, die jedem mächtigern Willen preiſsgegeben ist; was ihm an allgemein anerkannter und nicht mittheilbarer Selbstständigkeit bleibt, ist der leere Nahmen.

513 Wenn also das edelmüthige Bewuſstseyn sich als dasjenige beſtimmte, welches sich auf die allgemeine Macht auf eine gleiche Weise bezöge, so ist die Wahrheit deſſelben vielmehr, in seinem Dienſte sein eignes Fürsichseyn sich zu behalten, in der eigentlichen Entſagung seiner Persönlichkeit aber das wirkliche Aufheben und Zerreiſſen der allgemeinen Subſtanz zu seyn. Sein Geiſt ist das Verhältniſs der völligen Ungleichheit, einerseits in seiner Ehre seinen Willen zu behalten; andererseits in dem Aufgeben deſſelben theils seines Innern sich zu 1807 460 entfremden, und zur höchſten Ungleichheit mit sie selbſt zu werden, theils die allgemeine Subſtanz darin sich zu unterwerfen und diese sich selbſt völlig ungleich zu machen. — Es erhellt, daſs damit seine Beſtimmtheit, die es im Urtheile gegen das hatte, welches niederträchtiges Bewuſstseyn hieſs, und hiedurch auch dieſes verschwunden ist. Das letztere hat seinen Zweck erreicht, nemlich die allgemeine Macht unter das Fürsichseyn zu bringen.

514 So durch die allgemeine Macht bereichert, exiſtirt das Selbstbewuſstseyn als die allgemeine Wohlthat, oder sie ist der Reichthum, der sellbſt wieder Gegenſtand für das Bewuſstseyn ist. Denn er ist dieſem das zwar unterworfne Allgemeine, das aber durch diſs erſte Aufheben, noch nicht abſolut in das Selbſt zurückgegangen ist. — Das Selbst hat noch nicht sich als Selbst, sondern das aufgehobne allgemeine Wesen zum Gegenſtande. Indem dieſer erſt geworden, ist die unmittelbare Beziehung des Bewuſstseyns auf ihn geſetzt das also noch nicht seine Ungleichheit mit ihm dargeſtellt hat; es ist das edelmüthige Bewuſstseyn, welches an dem unweſentlich gewordenen Allgemeinen sein Fürsichseyn erhält, daher ihn anerkennt und gegen den Wohlthäter dankbar ist.

515 Der Reichthum hat an ihm selbst schon das Moment des Fürsichseyns. Er ist nicht das selbstlose Allgemeine der Staatsmacht, oder die unbefangene unorganische Natur des Geistes, sondern sie, 1807 461 wie sie durch den Willen an ihr selbst feſthält gegen den, der sich ihrer zum Genuſs bemächtigen will. Aber indem der Reichthum nur die Form des Wesens hat, ist diſs einseitige Fürsichseyn, das nicht an sich, sondern vielmehr das aufgehobne Ansich ist, die in seinem Genuſse wesenlose Rückkehr des Individuums in sich selbſt. Er bedarf also selbst der Belebung; und die Bewegung seiner Reflexion beſteht darin, daſs er, der nur für sich ist, zum An und Fürsichseyn, daſs er, der das aufgehobene Wesen ist, zum Wesen werde; so erhält er seinen eigenen Geiſt an ihm selbst. — Da vorhin die Form dieſer Bewegung auseinandergeſetzt worden, so ist es hinreichend, hier den Inhalt derſelben zu beſtimmen.

516 Das edelmüthige Bewuſstseyn bezieht sich also hier nicht auf den Gegenſtand als Wesen überhaupt, sondern es ist das Fürsichseyn selbſt, das ihm ein Fremdes ist; es findet sein Selbſt als solches entfremdet vor, als eine gegenſtändliche feſte Wirklichkeit, die es von einem andern feſten Fürsichseyn zu empfangen hat. Sein Gegenſtand ist das Fürsichseyn; also das seinige; aber dadurch, daſs es Gegenſtand ist, ist es zugleich unmittelbar eine fremde Wirklichkeit, welche eigenes Fürsichseyn, eigner Willen ist, das heiſst, es sieht sein Selbst in der Gewalt eines fremden Willens, von dem es ab, hängt, ob er ihm daſſelbe ablaſſen will.

1807 462

517 Von jeder einzelnen Seite kann das Selbstbewuſstseyn abſtrahiren, und behält darum in einer Verbindlichkeit, die eine ſolche betrifft, sein Anerkanntseyn und Ansichgelten als für sich seyenden Weſens. Hier aber sieht es sich von der Seite seiner reinen eigenſten Wirklichkeit, oder seines Ichs auſſer sich und einem Andern angehörig, sieht seine Persönlichkeit als solche abhängig von der zufälligen Perſönlichkeit eines andern, von dem Zufall eines Augenbliks, einer Willkühr oder ſonſt des gleichgültigſten Umſtandes. — Im Rechtszuſtande erscheint, was in der Gewalt des gegenſtändlichen Wesens ist, als ein zufalliger Inhalt, von dem abſtrahirt werden kann, und die Gewalt betrifft nicht das Selbst als solches, sondern dieſes ist vielmehr anerkannt. Allein hier sieht es die Gewiſsheit seiner als solche das weſenloseſte, die reine Persönlichkeit abſolute Unpersönlichkeit zu seyn. Der Geiſt seines Dankes ist daher das Gefühl wie dieſer tiefſten Verworfenheit so auch der tiefſten Empörung. Indem das reine Ich selbſt sich auſſer sich und zerriſſen anschaut, ist in dieser Zerriſſenheit zugleich alles, was Continuität und Allgemeinheit hat, was Gesetz, gut und recht heiſst, auseinander und zu Grunde gegangen; alles gleiche ist aufgelöſt, denn die reinste Ungleichheit, die absolute Unwesentlichkeit des absolut weſentlichen, das auſſer sich seyn des Fürsichseyns ist vorhanden; das reine Ich selbſt ist absolut zersetzt.

1807 463

518 Wenn alſo von dem Reichthum diſs Bewuſstseyn wohl die Gegenſtändlichkeit des Fürsichseyns zurückerhält und sie aufhebt, so ist es nicht nur seinem Begriffe nach; wie die vorhergehende Reflexion nicht vollendet, sondern für es selbſt unbefriedigt; die Reflexion, da das Selbſt sich als ein gegenſtändliches empfängt, ist der unmittelbare Widerspruch im reinen Ich selbſt gesetzt. Als Selbſt ſteht es aber zugleich unmittelbar über dieſem Widerspruche, ist die absolute Elaſticität, welche diſs äufgehoben seyn des Selbſts wieder aufhebt, diese Verworfenheit, daſs ihm sein fürsichseyn als ein fremdes werde, verwirft, und gegen diſs Empfangen seiner selbſt empört, im Empfangen selbſt für sich iſt.

519 Indem also das Verhältniſs dieses Bewuſstseyns mit dieser absoluten Zerriſſenheit verknüpft ist, fällt in seinem Geiſte der Unterschied deſſelben, als edelmüthiges gegen das niederträchtige beſtimmt zu seyn, hinweg, und beyde sind daſſelbe. — Der Geiſt des wohlthuenden Reichthums kann ferner von dem Geiſte des die Wohlthat empfangenden Bewuſstseyns unterschieden werden, und ist besonders zu betrachten. — Er war das wesenlose Fürsichseyn, das preiſsgegebne Wesen. Durch seine Mittheilung aber wird er zum Ansich; indem er seine Beſtimmung erfüllte, sich aufzuopfern, hebt er die Einzelnheit, für sich nur zu genieſſen, auf, und als aufgehobne Einzelnheit ist er Allgemeinheit oder Wesen. — Was er mittheilt, was er Andern gibt, ist das Fürsichseyn. Er 1807 464 gibt sich aber nicht hin als eine selbstlose Natur, als die unbefangen sich preiſsgebende Bedingung des Lebens, sondern als selbſtbewuſstes, sich für sich haltendes Wesen: er ist nicht die unorganische Macht des Elements, welche von dem empfangenden Bewuſstseyn als an sich vergänglich gewuſst wird, sondern die Macht über das Selbſt, die sich unabhängig und willkührlich weiſs, und die zugleich weiſs, daſs was sie ausſpendet, das Selbſt eines Andern ist. — Der Reichthum theilt also mit dem Klienten die Verworfenheit, aber an die Stelle der Empörung tritt der Uebermuth. Denn er weiſs nach der einen Seite, wie der Klient, das Fürsichseyn als ein zufälliges Ding; aber er selbſt ist diese Zufälligkeit, in deren Gewalt die Persönlichkeit steht. In diesem Uebermuthe, der durch eine Mahlzeit ein fremdes Ichselbſt erhalten, und sich dadurch die Unterwerfung von deſſen innerſtem Wesen erworben zu haben meynt, übersieht er die innere Empörung des andern; er übersieht die vollkommene Abwerfung aller Feſſel, diese reine Zerriſſenheit, welcher, indem ihr die Sichselbſtgleichheit des Fürsichseyns schlechthin ungleich geworden, alles Gleiche, alles Beſtehen zerriſſen ist, und die daher die Meynung und Ansicht des Wohlthäters an meiſten zerreiſst. Er ſteht unmittelbar vor diesem innerſten Abgrunde, vor dieser bodenlosen Tiefe, worinn aller Halt und Subſtanz verschwunden ist; und er sieht in dieser Tiefe nichts als ein gemeines Ding, ein Spiel seiner 1807 465 Laune, einen Zufall seiner Willkühr; ſein Geiſt ist die ganz wesenlose Meynung, die geiſtverlaſſne Oberfläche zu seyn.

520 Wie das Selbstbewuſstseyn gegen die Staatsmacht seine Sprache hatte, oder der Geiſt zwischen diesen Extremen als wirkliche Mitte hervortrat, so hat es auch Sprache gegen den Reichthum, noch mehr aber hat seine Empörung ihre Sprache. Jene, welche dem Reichthum das Bewuſstseyn seiner Wesenheit gibt, und sich seiner dadurch bemächtigt, ist gleichfalls die Sprache der Schmeicheley, aber der unedeln; — denn was sie als Wesen ausſpricht, weiſs sie als das preiſsgegebne, das nicht an sich seyende Wesen. Die Sprache der Schmeicheley aber ist, wie vorhin schon erinnert, der noch einseitige Geist. Denn seine Momente sind zwar das durch die Bildung des Dienſtes zur reinen Exiſtenz geläuterte Selbſt, und das Ansichseyn der Macht. Allein der reine Begriff, in welchem das einfache Selbſt und das Ansich, jenes reine Ich und diſs reine Weſen oder Denken daſſelbe sind, — dieſe Einheit beyder Seiten, zwischen welchen die Wechselwirkung ſtatt findet, ist nicht in dem Bewuſstseyn dieſer Sprache; der Gegenſtand ist ihm noch das Ansich im Gegenſatze gegen das Selbſt; oder der Gegenſtand ist ihm nicht zugleich sein eignes Selbst als solches. — Die Sprache der Zerriſſenheit aber ist die vollkommne Sprache und der wahre exiſtirende Geiſt dieſer ganzen Welt der Bildung. Diſs Selbstbewuſstseyn, dem 1807 466 die seine Verworfenheit verwerfende Empörung zukömmt, ist unmittelbar die absolute Sichselbſtgleichheit in der absoluten Zerriſſenheit, die reine Vermittlung des reinen Selbstbewuſstseyns mit sich selbſt. Es ist die Gleichheit des identischen Urtheils, worin eine und dieſelbe Perſönlichkeit ſowohl Subject als Pradicat ist. Aber diſs identische Urtheil ist zugleich das unendliche; denn diese Perſönlichkeit ist absolut entzweyt, und Subject und Prädicat schlechthin gleichgültige Seyende, die einander nichts angehen, ohne nothwendige Einheit, sogar daſs jedes die Macht einer eignen Perſönlichkeit ist. Das Fürsichseyn hat sein Fürsichseyn zum Gegenſtande, als ein schlechthin Anderes und zugleich ebenso unmittelbar als sich selbſt, — sich als ein Anderes, nicht daſs dieſes einen andern Inhalt hätte, sondern der Inhalt ist daſſelbe Selbſt in der Form absoluter Entgegensetzung und vollkommen eignen gleichgültigen Daſeyns. — Es ist alſo hier der seiner in seiner Wahrheit und seines Begriffes bewuſste Geiſt dieſer realen Welt der Bildung vorhanden.

521 Er ist dieſe abſolute und allgemeine Verkehrung und Entfremdung der Wirklichkeit und des Gedankens; die reine Bildung. Was in dieſer Welt erfahren wird, ist, daſs weder die wirklichen Wesen der Macht und des Reichthums, — noch ihre beſtimmten Begriffe, Gut und Schlecht, oder das Bewuſstseyn des Guten und Schlechten, das edelmüthige und niederträchtige Wahrheit haben; sondern alle dieſe 1807 467 Momente verkehren sich vielmehr eins im Andern, und jedes ist das Gegentheil seiner selbſt. — Die allgemeine Macht, welche die Subſtanz ist, indem sie durch das Princip der Individualität zur eigenen Geiſtigkeit gelangt, empfängt das eigne Selbſt nur als den Nahmen an ihr, und ist, indem sie wirkliche Macht ist, vielmehr das unmächtige Wesen, das sich selbst aufopfert. — Aber diſs preiſsgegebene selbstlose Wesen, oder das zum Dinge gewordne Selbſt ist vielmehr die Rückkehr des Wesens in sich selbſt; es ist das fürsichseyende Fürsichseyn, die Existenz des Geiſtes. — Die Gedanken dieser Wesen, des Guten und Schlechten verkehren sich ebenso in dieſer Bewegung; was als gut beſtimmt ist, ist schlecht; was als schlecht, ist gut. Das Bewuſstseyn eines jeden dieſer Momente als das edle und niederträchtige Bewuſstseyn beurtheilt, sind in ihrer Wahrheit vielmehr ebensosehr das verkehrte deſſen, was diese Beſtimmungen seyn sollen, das edelmüthige ebenso niederträchtig und verworfen, als die Verworfenheit zum Adel der gebildesten Freyheit des Selbstbewuſstseyns umschlägt. — Alles ist ebenso, formell betrachtet, nach auſſen das verkehrte deſſen, was es für sich ist; und wieder was es für sich ist, ist es nicht in Wahrheit, sondern etwas anderes als es seyn will, das Fürsichseyn vielmehr der Verluſt seiner selbſt, und die Entfremdung seiner vielmehr die Selbſterhaltung. — Was vorhanden ist, ist also diſs, daſs alle Momente eine allgemeine Gerechtigkeit 1807 468 gegen einander ausüben, jedes ebensosehr an sich selbſt sich entfremdet, als es sich in sein Gegentheil einbildet und es auf diese Weise verkehrt. — Der wahre Geist aber ist eben dieſe Einheit der abſolut getrennten, und zwar kommt er eben durch die freye Wirklichkeit dieſer selbſtlosen Extreme selbſt als ihre Mitte zur Exiſtenz. Sein Daseyn ist das allgemeine Sprechen und zerreiſſende Urtheilen, welchem alle jene Momente, die als Wesen und wirkliche Glieder des Ganzen gelten sollen, sich auflöſen, und welches ebenso diſs sich auflösende Spiel mit sich selbſt iſt. Diſs Urtheilen und Sprechen ist daher das Wahre und Unbezwingbare, während es alles überwältigt; dasjenige, um welches es in dieser realen Welt allein wahrhafft zu thun ist. Jeder Theil dieſer Welt kommt darin dazu, daſs sein Geiſt ausgesprochen, oder daſs mit Geiſt von ihm gesprochen und von ihm geſagt wird, was er ist. — Das ehrliche Bewuſstseyn nimmt jedes Moment als eine bleibende Wesenheit und ist die ungebildete Gedankenlosigkeit nicht zu wiſſen, daſs es ebenso das verkehrte thut. Das zerriſſene Bewuſstseyn aber ist das Bewuſstseyn der Verkehrung, und zwar der absoluten Verkehrung; der Begriff ist das herrſchende in ihm, der die Gedanken zusammenbringt, welche der Ehrlichkeit weit auseinander liegen, und deſſen Sprache daher geiſtreich ist.

522 Der Inhalt der Rede des Geiſtes von und über sich selbſt ist also die Verkehrung aller Begriffe und 1807 469 Realitäten, der allgemeine Betrug seiner selbſt und der andern, und die Schamlosigkeit, dieſen Betrug zu ſagen, ist ebendarum die gröſste Wahrheit. Dieſe Rede ist die Verrüktheit des Musikers, „der dreiſsig Arien, italienische, französiſche, tragische, komische, von aller Art Charakter, häuffte und vermischte; bald mit einem tiefen Baſſe ſtieg er bis in die Hölle, dann zog er die Kehle zuſammen, und mit einem Fiſtelton zerriſs er die Höhe der Lüffte, wechſelsweiſe raſend, beſänftigt, gebieterisch und ſpöttisch.” — Dem ruhigen Bewuſstseyn, das ehrlicherweise die Melodie des Guten und Wahren in die Gleichheit der Töne, d. h. in Eine Note ſetzt, erſcheint dieſe Rede als „eine Faſeley von Weisheit und Tollheit, als ein Gemische von eben soviel Geſchik als Niedrigkeit, von ebenso richtigen als falſchen Ideen, von einer so völligen Verkehrtheit der Empfindung, so vollkommener Schändlichkeit, als gänzlicher Offenheit und Wahrheit. Es wird es nicht versagen können, in alle diese Töne einzugehen, und die ganze Scale der Gefühle von der tiefſten Verachtung und Verwerfung bis zur höchſten Bewunderung und Rührung auf und nieder zu lauffen; in dieſe wird ein lächerlicher Zug verſchmolzen seyn, der ihnen ihre Natur benimmt;” jene werden an ihrer Offenheit selbſt einen verſöhnenden, an ihrer erschütternden Tiefe den allgewaltigen Zug haben, der den Geiſt sich selbſt gibt.

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523 Betrachten wir der Rede dieser sich selbſt klaren Verwirrung gegenüber die Rede jenes einfachen Bewuſstseyns des Wahren und Guten, so kann sie gegen die offene und ihrer bewuſste Beredsamkeit des Geiſtes der Bildung nur einsylbig seyn; denn es kann diesem nichts ſagen, was er nicht selbſt weiſs und sagt. Geht es über seine Einsylbigkeit hinaus, so ſagt es daher daſſelbe, was er ausſpricht, begeht aber darin noch dazu die Thorheit zu meynen, daſs es etwas neues und anderes sage. Selbſt seine Sylben, ſchändlich, niederträchtig, sind schon diese Thorheit, denn jener sagt sie von sich selbſt. Wenn dieſer Geiſt in seiner Rede alles eintönige verkehrt, weil dieſes sich gleiche nur eine Abſtraction, in seiner Wirklichkeit aber die Verkehrung an sich selbſt ist, und wenn dagegen das gerade Bewuſstseyn, das Gute und Edle, d. h. das sich in seiner Aeuſſerung gleichhaltende, auf die einzige Weise, die hier möglich ist, in Schutz nimmt, — daſs es nemlich seinen Werth nicht darum verliere, weil es an das Schlechte geknüpft oder mit ihm gemiſcht ſey; denn diſs sey seine Bedingung und Nothwendigkeit, hierin beſtehe die Weisheit der Natur; — so hat diſs Bewuſstseyn, indem es zu widerſprechen meynte, damit nur den Inhalt der Rede des Geistes in eine triviale Weiſe zusammengefaſst, welche gedankenlos, indem sie das Gegentheil des Edeln und Guten zur Bedingung und Nothwendigkeit des Edeln und Guten macht, etwas anderes zu sagen meynt, als diſs, daſs das Edel und 1807 471 Gut genannte in seinem Wesen das Verkehrte seiner selbſt, so wie das Schlechte umgekehrt das Vortreffliche ist.

524 Ersetzt das einfache Bewuſstseyn diesen geistlosen Gedanken durch die Wirklichkeit des Vortrefflichen, indem es daſſelbe in dem Beyspiele eines fingirten Falles, oder auch einer wahren Anekdote aufführt, und so zeigt, daſs es kein leerer Nahme, sondern vorhanden ist, so ſteht die allgemeine Wirklichkeit des verkehrten Thuns der ganzen realen Welt entgegen, worin jenes Beyspiel alſo nur etwas ganz vereinzelntes, eine Espece ausmacht; und das Daseyn des Guten und Edeln als eine einzelne Anekdote, sie sey fingirt oder wahr, darſtellen, ist das bitterſte, was von ihm gesagt werden kann. — Fordert das einfache Bewuſstseyn endlich die Auflöſung dieſer ganzen Welt der Verkehrung, so kann es nicht an das Individuum die Entfernung aus ihr fodern, denn Diogenes im Faſſe ist durch sie bedingt, und die Foderung an den Einzelnen ist gerade das, was für das Schlechte gilt, nemlich für sich als einzelnen zu sorgen. An die allgemeine Individualität aber gerichtet kann die Foderung dieſer Entfernung nicht die Bedeutung haben, daſs die Vernunft das geistige gebildete Bewuſstseyn, zu dem sie gekommen ist, wieder aufgebe, den ausgebreiteten Reichthum ihrer Momente in die Einfachheit des natürlichen Herzens zurückverſenke, und in die Wildniſs und Nähe des thierischen Bewuſstseyns, welche 1807 472 Natur, auch Unschuld genannt wird, zurückfalle; ſondern die Foderung dieſer Auflösung kann nur an den Geist der Bildung selbst gehen, daſs er aus ſeiner Verwirrung als Geist zu sich zurückkehre, und ein noch höheres Bewuſstseyn gewinne.

525 In der That aber hat der Geist diſs schon an sich vollbracht. Die ihrer selbſtbewuſste und sich ausſprechende Zerriſſenheit des Bewuſstseyns ist das Hohngelächter über das Daseyn so wie über die Verwirrung des Ganzen und über sich selbſt; es ist zugleich das sich noch vernehmende Verklingen dieser ganzen Verwirrung. — Dieſe sich selbſt vernehmende Eitelkeit aller Wirklichkeit, und alles beſtimmten Begrifſs, ist die gedoppelte Reflexion der realen Welt in sich selbſt; einmal in diesem Selbst des Bewuſstseyns, als diesem, das andermal in der reinen Allgemeinheit deſſelben oder im Denken. Nach jener Seite hat der zu sich gekommene Geiſt den Blick in die Welt der Wirklichkeit hineingerichtet, und sie noch zu seinem Zwecke und unmittelbaren Inhalt; nach der andern aber ist sein Blick theils nur in sich und negativ gegen sie, theils von ihn weg gen Himmel gewendet und das Jenseits derselben sein Gegenſtand.

526 In jener Seite der Rükkehr in das Selbst ist die Eitelkeit aller Dinge seine eigene Eitelkeit, oder es ist eitel. Es ist das fürsichseyende Selbst, das alles nicht nur zu beurtheilen und zu beschwatzen, sondern geiſtreich die feſten Wesen der Wirklichkeit 1807 473 wie die feſten Beſtimmungen, die das Urtheil setzt, in ihrem Widerspruche zu sagen weiſs, und dieſer Widerspruch ist ihre Wahrheit. — Nach der Form betrachtet, weiſs es Alles sich ſelbſt entfremdet; das Fürsichseyn vom Ansichseyn getrennt; das Gemeynte und den Zweck von der Wahrheit; und von beyden wieder das Seyn für anderes, das Vorgegebne von der eigentlichen Meynung und der wahren Sache und Absicht. — Es weiſs also jedes Moment gegen das andere, überhaupt die Verkehrung Aller, richtig auszusprechen, es weiſs beſſer, was jedes ist, als es ist, es sey beſtimmt wie es wolle. Indem es das Subſtantielle nach der Seite der Uneinigkeit und des Widerſtreits, den es in sich einigt, aber nicht nach der Seite dieser Einigkeit kennt, verſteht es das Subſtantielle sehr gut zu beurtheilen, aber hat die Fähigkeit verloren es zu faſſen. — Dieſe Eitelkeit bedarf dabey der Eitelkeit aller Dinge, um aus ihnen sich das Bewuſstseyn des Selbſts zu geben, erzeugt sie daher ſelbſt, und ist die Seele, welche sie trägt. Macht und Reichthum sind die höchsten Zwecke ſeiner Anſtrengung, es weiſs, daſs es durch Entsagung und Aufopferung sich zum Allgemeinen bildet, zum Besitze deſſelben gelangt, und in diesem Besitze allgemeine Gültigkeit hat; sie sind die wirklichen anerkannten Mächte. Aber dieſes sein Gelten ist selbſt eitel, und eben indem es sich ihrer bemächtigt, weiſs es sie nicht Selbſtweſen zu ſeyn, sondern vielmehr sich als ihre Macht, sie aber als eitel. Daſs es so in 1807 474 ihrem Besitze selbſt daraus heraus ist, ſtellt es in der geiſtreichen Sprache dar, die daher sein höchstes Intereſſe und die Wahrheit des Ganzen ist; in ihr wird dieses Selbſt, als diſs reine nicht den wirklichen noch gedachten Beſtimmungen angehörige Selbſt, sich zum geiſtigen, wahrhafft allgemeingültigen. Es ist die sich selbſt zerreiſſende Natur aller Verhältniſſe und das bewuſste Zerreiſſen derselben; nur als empörtes Selbstbewuſstseyn aber weiſs es seine eigne Zerriſſenheit, und in dieſem Wiſſen derselben hat es sich unmittelbar darüber erhoben. In jener Eitelkeit wird aller Inhalt zu einem negativen, welches nicht mehr positiv gefaſst werden kann; der positive Gegenſtand ist nur das reine Ich selbſt, und das zerriſſne Bewuſstseyn ist an sich dieſe reine Sichſelbſtgleichheit des zu sich zurückgekommnen Selbstbewuſstseyns.

b. Der Glauben und die reine Einsicht.

527 Der Geiſt der Entfremdung seiner ſelbſt hat in der Welt der Bildung sein Daseyn; aber indem dieſes Ganze sich selbſt entfremdet worden, ſteht jenseits ihrer die unwirkliche Welt des reinen Bewuſstseyns oder des Denkens. Ihr Inhalt ist das rein Gedachte, das Denken ihr abſolutes Element. Indem aber das Denken zunächſt das Element dieser Welt ist, hat das Bewuſstseyn nur dieſe Gedanken, aber 1807 475 es denkt sie noch nicht, oder weiſs nicht, daſs es Gedanken sind; sondern sie sind für es in der Form der Vorſtellung. Denn es tritt aus der Wirklichkeit in das reine Bewuſstseyn, aber es ist selbſt überhaupt noch in der Sphäre und Beſtimmtheit der Wirklichkeit. Das zerriſſne Bewuſstseyn ist an sich erſt die Sichselbſtgleichheit des reinen Bewuſstseyns, für uns, nicht für sich selbſt. Es ist alſo nur die unmittelbare noch nicht in sich vollendete Erhebung, und hat sein entgegengesetztes Princip, wodurch es bedingt ist, noch in sich, ohne durch die vermittelte Bewegung darüber Meiſter geworden zu seyn. Daher gilt ihm das Weſen seines Gedankens nicht als Wesen nur in der Form des abstracten Ansich, sondern in der Form eines gemeinwirklichen, einer Wirklichkeit, die nur in ein anderes Element erhoben worden, ohne in dieſem die Beſtimmtheit einer nicht gedachten Wirklichkeit verloren zu haben. — Es ist weſentlich von dem Ansich zu unterſcheiden, welches das Weſen des stoiſchen Bewuſstseyns ist; diesem galt nur die Form des Gedankens, als solchen, der dabey irgend einen ihm fremden, aus der Wirklichkeit genommnen Inhalt hat; jenem Bewuſstseyn ist aber nicht die Form des Gedankens das Geltende; — ebenso von dem Ansich des tugendhafften Bewuſstseyns, dem das Wesen zwar in Beziehung auf die Wirklichkeit ſteht, dem es Weſen der Wirklichkeit selbst, — aber nur erſt unwirkliches Weſen ist; — jenem Bewuſstseyn gilt es, ob zwar jenseits 1807 476 der Wirklichkeit doch wirkliches Weſen zu seyn. Ebenso hat das an sich Rechte und Gute der geſetzgebenden Vernunft und das Allgemeine des gesetzprüffenden Bewuſstseyns nicht die Beſtimmung der Wirklichkeit. — Wenn daher innerhalb der Welt der Bildung selbſt das reine Denken, als eine Seite der Entfremdung fiel, nemlich als der Maſsſtab des abſtracten Guten und Schlechten im Urtheilen, ſo ist es, hindurchgegangen durch die Bewegung des Ganzen, um das Moment der Wirklichkeit und dadurch des Inhalts bereichert worden. Dieſe Wirklichkeit des Weſens ist aber zugleich nur eine Wirklichkeit des reinen, nicht des wirklichen Bewuſstseyns; in das Element des Denkens zwar erhoben, gilt sie dieſem Bewuſstseyn noch nicht als ein Gedanke, sondern vielmehr ist sie ihm jenseits seiner eignen Wirklichkeit; denn jene ist die Flucht aus dieſer.

528 Wie hier die Religion — denn es erhellt, daſs von ihr die Rede ist, — als der Glauben der Welt der Bildung auftritt, tritt sie noch nicht auf, wie sie an und für sich ist. — Sie ist uns schon in andern Bestimmtheiten erſchienen, als unglückliches Bewuſstseyn nemlich, als Gestalt der subſtanzloſen Bewegung des Bewuſstseyns ſelbſt. — Auch an der sittlichen Subſtanz erschien sie als Glauben an die Unterwelt, aber das Bewuſstseyn des abgeschiednen Geistes ist eigentlich nicht Glauben, nicht das Weſen im Elemente des reinen Bewuſstseyns jenseits des wirklichen geſetzt, sondern er hat selbſt 1807 477 unmittelbare Gegenwart; sein Element ist die Familie. — Hier aber ist die Religion theils aus der Substanz hervorgegangen, und ist reines Bewuſstseyn derselben; theils ist diſs reine Bewuſstseyn seinem wirklichen, das Wesen seinem Daseyn entfremdet. Sie ist alſo zwar nicht mehr die ſubſtanzlose Bewegung des Bewuſstseyns, aber hat noch die Beſtimmtheit des Gegenſatzes gegen die Wirklichkeit als dieſe überhaupt, und gegen die des Selbstbewuſstseyns insbeſondere, sie ist daher wesentlich nur ein Glauben.

529 Diſs reine Bewuſstseyn des abſoluten Wesens ist ein entfremdetes. Es ist näher zu sehen, wie dasjenige sich beſtimmt, deſſen anderes es ist, und es ist nur in Verbindung mit dieſem zu betrachten. Zunächſt nemlich scheint diſs reine Bewuſstseyn nur die Welt der Wirklichkeit sich gegenüber zu haben; aber indem es die Flucht aus dieſer, und dadurch die Beſtimmtheit des Gegensatzes ist, so hat es dieſe an ihm ſelbſt; das reine Bewuſstseyn ist daher weſentlich an ihm selbſt sich entfremdet, und der Glauben macht nur eine Seite deſſelben aus. Die andre Seite ist uns zugleich schon entſtanden. Das reine Bewuſstseyn ist nemlich so die Reflexion aus der Welt der Bildung, daſs die Subſtanz derſelben, so wie die Maſſen, in welche sie sich gliedert, sich als das zeigten, was sie an sich sind, als geiſtige Weſenheiten, als abſolut unruhige Bewegungen oder Beſtimmungen, die sich unmittelbar in ihrem Gegentheil aufheben. Ihr Weſen, das einfache 1807 478 Bewuſstseyn ist alſo die Einfachheit des absoluten Unterschiedes, der unmittelbar kein Unterschied ist. Es ist hiemit das reine Fürsichseyn, nicht als dieſes Einzelnen, sondern das in sich allgemeine Selbſt als unruhige Bewegung, die das ruhige Weſen der Sache angreifft, und durchdringt. In ihm ist alſo die Gewiſsheit, welche sich selbſt unmittelbar als Wahrheit weiſs, das reine Denken, als der abſolute Begriff in der Macht seiner Negativität vorhanden, die alles gegenſtändliche, dem Bewuſstseyn gegenüberseyn sollende Wesen vertilgt, und es zu einem Seyn des Bewuſstseyns macht. — Diſs reine Bewuſstseyn ist zugleich ebenſoſehr einfach, weil eben sein Unterſchied kein Unterſchied ist. Als dieſe Form der einfachen Reflexion in sich aber ist es das Element des Glaubens, worin der Geiſt die Beſtimmtheit der poſitiven Allgemeinheit, des Anſichseyns gegen jenes Fürsichſeyn des Selbstbewuſstſeyns hat. — Aus der weſenloſen ſich nur auflöſenden Welt in sich zurück gedrängt, ist der Geiſt, nach der Wahrheit, in ungetrennter Einheit ſowohl die abſolute Bewegung und Negativität ſeines Erſcheinens, wie ihr in sich befriedigtes Weſen, und ihre poſitive Ruhe. Aber überhaupt unter der Beſtimmtheit der Entfremdung liegend, treten dieſe beyden Momente als ein gedoppeltes Bewuſstseyn auseinander. Jenes ist die reine Einsicht, als der sich im Selbſtbewuſstseyn zuſammenfaſſende geiſtige Proceſs, welcher das Bewuſstſeyn des poſitiven, die Form der Gegenſtändlichkeit 1807 479 oder des Vorſtellens sich gegenüber hat und sich dagegen richtet; ihr eigner Gegenſtand aber ist nur das reine Ich. — Das einfache Bewuſstseyn des positiven oder der ruhigen Sichſelbſtgleichheit hat hingegen das innere Wesen als Weſen zum Gegenſtande. Die reine Einsicht hat daher zunächſt an ihr ſelbſt keinen Inhalt, weil sie das negative Fürsichſeyn ist; dem Glauben dagegen gehört der Inhalt an, ohne Einsicht. Wenn jene nicht aus dem Selbſtbewuſstseyn heraustritt, so hat dieſer ſeinen Inhalt zwar ebenfalls im Element des reinen Selbſtbewuſstſeyns, aber im Denken, nicht in Begriffen, im reinen Bewuſstſeyn, nicht im reinen Selbſtbewuſstſeyn. Er ist hiemit zwar reines Bewuſstſeyn des Wesens, das heiſst, des einfachen Innern und ist alſo Denken; — das Hauptmoment in der Natur des Glaubens, das gewöhnlich überſehen wird. Die Unmittelbarkeit, mit der das Weſen in ihm ist, liegt darin, daſs sein Gegenſtand Wesen, das heiſst, reiner Gedanke ist. Dieſe Unmittelbarkeit aber, inſofern das Denken ins Bewuſstſeyn oder das reine Bewuſstſeyn in das Selbſtbewuſstseyn eintritt, erhält die Bedeutung eines gegenſtändlichen Seyns, das jenſeits des Bewuſstseyns des Selbſts liegt. Durch dieſe Bedeutung, welche die Unmittelbarkeit und Einfachheit des reinen Denkens im Bewuſstseyn erhält, ist es, daſs das Weſen des Glaubens in die Vorstellung aus dem Denken herabfällt, und zu einer überſinnlichen Welt wird, welche weſentlich ein Anders des Selbſtbewuſstseyns 1807 480 ſey. — In der reinen Einsicht hingegen hat der Uebergang des reinen Denkens ins Bewuſstſeyn die entgegengeſetzte Beſtimmung; die Gegenſtändlichkeit hat die Bedeutung eines nur negativen, sich aufhebenden und in das Selbſt zurückkehrenden Inhalts, d. h. nur das Selbſt ist sich eigentlich der Gegenſtand, oder der Gegenſtand hat nur Wahrheit, inſofern er die Form des Selbſts hat.

530 Wie der Glauben und die reine Einsicht gemeinſchafftlich dem Elemente des reinen Bewuſstſeyns angehören, so sind sie auch gemeinſchafftlich die Rückkehr aus der wirklichen Welt der Bildung. Sie bieten sich daher nach drey Seiten dar. Das einemal ist jedes auſſer allem Verhältniſſe an und für sich; das andremal bezieht jedes sich auf die wirkliche dem reinen Bewuſstseyn entgegengeſetzte Welt, und zum dritten bezieht sich jedes innerhalb des reinen Bewuſstseyns auf das andre.

531 Die Seite des an und für sich seyns im glaubenden Bewuſstseyn ist sein abſoluter Gegenſtand, deſſen Inhalt und Beſtimmung sich ergeben hat. Denn er ist nach dem Begriffe des Glaubens nichts anders als die in die Allgemeinheit des reinen Bewuſstseyns erhobne reale Welt. Die Gegliederung der letztern macht daher auch die Organiſation der erſtern aus, nur daſs die Theile in dieſer in ihrer Begeiſtung sich nicht entfremden, ſondern an und für sich seyende Weſen, in sich zurückgekehrte und bey sich ſelbſt bleibende Geiſter sind. — Die Bewegung 1807 481 ihres Uebergehens ist daher nur für uns eine Entfremdung der Beſtimmtheit, in der sie in ihrem Unterſchiede sind, und nur für uns eine nothwendige Reihe; für den Glauben aber ist ihr Unterſchied eine ruhige Verſchiedenheit, und ihre Bewegung ein Geschehen.

532 Sie nach der äuſſern Beſtimmung ihrer Form kurz zu nennen, so ist, wie in der Welt der Bildung die Staatsmacht oder das Gute das erſte war, auch hier das Erſte, das absolute Wesen, der an und für sichseyende Geiſt, inſofern er die einfache ewige Substanz ist. In der Realiſirung ihres Begriffes, Geiſt zu seyn, aber geht sie in das Seyn für anderes über; ihre Sichſelbſtgleichheit wird zum wirklichen sich aufopfernden abſoluten Weſen; es wird zum Selbſt, aber zum vergänglichen Selbſt. Daher ist das Dritte die Rükkehr dieſes entfremdeten Selbſts und der erniedrigten Substanz in ihre erſte Einfachheit, erſt auf dieſe Weiſe ist sie als Geiſt vorgeſtellt. —

533 Dieſe unterſchiednen Weſen, aus dem Wandel der wirklichen Welt durch das Denken in sich zurückgenommen, sind sie wandelloſe ewige Geiſter, deren Seyn ist, die Einheit, welche sie ausmachen, zu denken. So entrükt dem Selbstbewuſstseyn, greiffen dieſe Weſen jedoch in es ein; wäre das Wesen unverrükt in der Form der erſten einfachen Subſtanz, so bliebe es ihm fremde. Aber die Entäuſſerung dieſer Substanz und dann ihr Geiſt hat das Moment der Wirklichkeit an ihm, und macht sich hiedurch des 1807 482 glaubenden Selbstbewuſstseyns theilhafftig, oder das glaubende Bewuſstseyn gehört der realen Welt an.

534 Nach dieſem zweyten Verhältniſſe hat das glaubende Bewuſstseyn theils selbſt seine Wirklichkeit in der realen Welt der Bildung, und macht ihren Geiſt und ihr Daſeyn aus, das betrachtet worden ist; theils aber tritt es dieſer ſeiner Wirklichkeit als dem Eiteln gegenüber, und ist die Bewegung sie aufzuheben. Dieſe Bewegung beſteht nicht darin, daſs es ein geiſtreiches Bewuſstseyn über ihre Verkehrung hätte; denn es ist das einfache Bewuſstseyn, welches das Geiſtreiche zum Eiteln zählt, weil dieſes noch die reale Welt zu seinem Zwecke hat. Sondern dem ruhigen Reiche ſeines Denkens ſteht die Wirklichkeit als ein geiſtloſes Daseyn gegenüber, das daher auf eine äuſſerliche Weiſe zu überwinden ist. Dieſer Gehorſam des Dienſtes und des Preiſses bringt durch das Aufheben des sinnlichen Wiſſens und Thuns, das Bewuſstseyn der Einheit mit dem an und fürsichseyenden Wesen hervor, doch nicht als angeſchaute wirkliche Einheit, ſondern dieſer Dienſt ist nur das fortwährende Hervorbringen, das sein Ziel in der Gegenwart nicht vollkommen erreicht. Die Gemeine gelangt zwar dazu, denn sie ist das allgemeine Selbſtbewuſstſeyn; aber dem einzelnen Selbſtbewuſstseyn bleibt nothwendig das Reich des reinen Denkens ein Jenseits seiner Wirklichkeit, oder indem dieſes durch die Entäuſſerung des ewigen Wesens in die Wirklichkeit getreten, ist sie eine unbegriffne 1807 483 sinnliche Wirklichkeit; eine sinnliche Wirklichkeit aber bleibt gleichgültig gegen die andre, und das Jenseits hat nur die Bestimmung der Entfernung in Raum und Zeit noch dazu erhalten. — Der Begriff aber, die sich selbſt gegenwärtige Wirklichkeit des Geiſtes, bleibt im glaubenden Bewuſstseyn das Innre, welches Alles ist und wirkt, aber nicht selbſt hervortritt.

535 In der reinen Einsicht aber ist der Begriff das allein wirkliche; und dieſe dritte Seite des Glaubens, Gegenſtand für die reine Einsicht zu ſeyn, ist das eigentliche Verhältniſs, in welchem er hier auftritt. — Die reine Einsicht selbſt ist ebenso theils an und für sich, theils im Verhältniſſe zur wirklichen Welt, insofern sie noch positiv, nemlich als eitles Bewuſstseyn, vorhanden ist, theils endlich in jenem Verhältniſſe zum Glauben zu betrachten.

536 Was die reine Einsicht an und für sich ist, haben wir gesehen; wie der Glauben das ruhige reine Bewuſstseyn des Geistes, als des Wesens, so ist sie das Selbstbewuſstseyn deſſelben; sie weiſs das Wesen daher nicht als Wesen, sondern als absolutes Selbſt. Sie geht also darauf, alle dem Selbstbewuſstseyn andre Selbstständigkeit, es sey des Wirklichen oder Ansichseyenden, aufzuheben, und sie zum Begriffe zu machen. Sie ist nicht nur die Gewiſsheit der selbstbewuſsten Vernunft, alle Wahrheit zu seyn; sondern sie weiſs, daſs sie diſs ist.

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537 Wie aber der Begriff derselben auftritt, ist er noch nicht realisirt. Sein Bewuſstseyn erscheint hiernach noch als ein zufälliges, einzelnes, und das, was ihm das Wesen ist, als Zweck, den es zu verwirklichen hat. Es hat erst die Absicht, die reine Einsicht allgemein, das heiſst, alles, was wirklich ist, zum Begriffe, und zu einem Begriffe in allen Selbstbewuſstseyn zu machen. Die Absicht ist rein, denn sie hat die reine Einsicht zum Inhalte; und diese Einsicht ist ebenso rein, denn ihr Inhalt ist nur der absolute Begriff, der keinen Gegensatz an einem Gegenstande hat, noch an ihm selbst beschränkt istIn dem unbeschränkten Begriffe liegen unmittelbar die beyden Seiten, daſs alles gegenständliche nur die Bedeutung des fürsichseyns, des Selbstbewuſstseyns, und daſs dieses die Bedeutung eines allgemeinen habe, daſs die reine Einsicht Eigenthum aller Selbſtbewuſstseyn werde. Diese zweyte Seite der Absicht ist insofern Resultat der Bildung, als darin, wie die Unterschiede des gegenſtändlichen Geistes, die Theile und Urtheilsbestimmungen seiner Welt, so auch die Unterschiede, welche als ursprünglich beſtimmte Naturen erscheinen, zu Grunde gegangen sind. Genie, Talent, die besondern Fähigkeiten überhaupt, gehören der Welt der Wirklichkeit an, insofern sie an ihr noch die Seite hat, geistiges Thierreich zu seyn, welches in gegenseitiger Gewaltthätigkeit und Verwirrung sich um die Wesen der realen Welt bekämpft und betrügt. — Die Unterschiede haben 1807 485 in ihr zwar nicht als ehrliche Especen Platz; weder begnügt sich die Individualität mit der unwirklichen Sache selbſt, noch hat sie besondern Inhalt und eigne Zwecke. Sondern sie gilt nur als ein allgemeingültiges, nemlich als gebildetes; und der Unterschied reducirt sich auf die geringere oder gröſſere Energie; — einen Unterschied der Gröſse, d. h. den unwesentlichen. Diese letzte Verschiedenheit aber ist darin zu Grunde gegangen, daſs der Unterschied in der vollkommnen Zerriſſenheit des Bewuſstseyns zum absolutqualitativen umschlug. Was darin dem Ich das Andre ist, ist nur das Ich selbst. In diesem unendlichen Urtheile ist alle Einseitigkeit und Eigenheit des ursprünglichen Fürsichseyns getilgt; das Selbst weiſs sich als reines Selbſt sein Gegenſtand zu seyn; und diese absolute Gleichheit beyder Seiten ist das Element der reinen Einsicht. — Sie ist daher das einfache in sich ununterschiedne Wesen, und ebenso das allgemeine Werk und allgemeiner Besitz. In dieser einfachen geiſtigen Subſtanz gibt und erhält sich das Selbſtbewuſstseyn ebenso in allem Gegenſtande das Bewuſstseyn dieser seiner Einzelnheit oder des Thuns, als umgekehrt die Individualität deſſelben darin sich selbſt gleich und allgemein ist. — Diese reine Einsicht ist also der Geiſt, der allem Bewuſstseyn zurufft: seyd für euch selbſt, was ihr Alle an euch selbſt seyd, — vernünftig.

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II. *Die Aufklärung*.

538 Der eigenthümliche Gegenſtand, gegen welchen die reine Einsicht die Krafft des Begriffes richtet, ist der Glauben, als die ihr in demselben Elemente gegenüberſtehende Form des reinen Bewuſstseyns. Sie hat aber auch Beziehung auf die wirkliche Welt, denn sie ist wie jener, die Rückkehr aus derselben in das reine Bewuſstseyn. Es ist zuerſt zu sehen, wie ihre Thätigkeit gegen die unlautern Absichten und verkehrten Einsichten derſelben beschaffen ist.

539 Oben wurde schon des ruhigen Bewuſstseyns erwähnt, das diesem sich in sich auflösenden und wieder erzeugenden Wirbel gegenüberſteht; es macht die Seite der reinen Einsicht und Absicht aus. In diſs ruhige Bewuſstseyn fällt aber, wie wir sahen, keine besondere Einsicht über die Welt der Bildung; diese hat vielmehr selbſt das schmerzlichſte Gefühl und die wahrſte Einsicht über sich selbſt, — das Gefühl, die Auflösung alles sich befeſtigenden, durch alle Momente ihres Daseyns hindurch gerädert, und an allen Knochen zerschlagen zu seyn; — ebenso ist sie die Sprache dieses Gefühls und die beurtheilende 1807 487 geiſtreiche Rede über alle Seiten ihres Zuſtands. Die reine Einsicht kann daher hier keine eigene Thätigkeit und Inhalt haben, und sich also nur als das formelle treue Auffaſſen dieser eignen geistreichen Einsicht der Welt und ihrer Sprache verhalten. Indem diese Sprache zerſtreut, die Beurtheilung eine Faſeley des Augenbliks, die sich sogleich wieder vergiſst, und ein Ganzes nur für ein drittes Bewuſstseyn ist, so kann sich dieses als reine Einsicht nur dadurch unterscheiden, daſs es jene sich zerſtreuenden Züge in ein allgemeines Bild zusammenfaſst, und sie dann zu einer Einsicht aller macht.

540 Sie wird durch diſs einfache Mittel die Verwirrung dieser Welt zur Auflösung bringen. Denn es hat sich ergeben, daſs nicht die Maſſen, und die bestimmten Begriffe und Individualitäten das Wesen dieser Wirklichkeit sind, sondern daſs sie ihre Subſtanz und Halt allein in dem Geiſte hat, der als Urtheilen und Besprechen exiſtirt, und daſs das Indreſſe, für diſs Räsonniren und Schwatzen einen Inhalt zu haben, allein das Ganze und die Maſſen seiner Gegliederung erhält. In dieser Sprache der Einsicht ist ihr Selbstbewuſstseyn sich noch ein für sich seyendes, dieſes Einzelne; aber die Eitelkeit des Inhalts ist zugleich Eitelkeit des ihn eitel wiſſenden Selbſts. Indem nun das ruhig auffaſſende Bewuſstseyn von diesem ganzen geistreichen Geschwätze der Eitelkeit die treffendſten und die Sache durchschneidenden Faſſungen in eine Sammlung bringt, geht zu der 1807 488 übrigen Eitelkeit des Daseyns die das Ganze noch erhaltende Seele, die Eitelkeit des geiſtreichen Beurtheilens, zu Grunde. Die Sammlung zeigt den Meiſten einen beſſern, oder allen wenigſtens einen vielfachern Witz, als der ihrige ist, und das Beſſerwiſſen und Beurtheilen überhaupt, als etwas allgemeines und nun allgemein bekanntes; damit tilgt sich das einzige Intereſſe, das noch vorhanden war, und das einzelne Einsehen löſst sich in die allgemeine Einsicht auf.

Noch aber ſteht über dem eiteln Wiſſen das Wiſſen von dem Wesen feſt, und die reine Einsicht erscheint erſt in eigentlicher Thätigkeit, insofern sie gegen den Glauben auftritt.

a. *Der Kampf* der Aufklärung mit dem Aberglauben.

541 Die verschiednen Weisen des negativen Verhaltens des Bewuſstseyns, theils des Skepticismus, theils des theoretischen und praktischen Idealismus sind untergeordnete Geſtalten gegen diese der reinen Einsicht, und ihrer Verbreitung, der Aufklärung; denn sie ist aus der Subſtanz geboren, weiſs das reine Selbſt des Bewuſstseyns als absolut, und nimmt es mit dem reinen Bewuſstseyn des absoluten Wesens aller Wirklichkeit auf. — Indem Glauben und 1807 489 Einsicht daſſelbe reine Bewuſstseyn, der Form nach aber entgegengesetzt sind, dem Glauben das Wesen als Gedanke, nicht als Begriff, und daher ein dem Selbſtbewuſstseyn schlechthin entgegengesetztes — der reinen Einsicht aber das Wesen das Selbſt ist — sind sie füreinander das Eine das schlechthin negative des Andern. — Dem Glauben kommt, wie beyde gegen einander auftreten, aller Inhalt zu, denn in seinem ruhigen Elemente des Denkens gewinnt jedes Moment Beſtehen; — die reine Einsicht aber ist zunächst ohne Inhalt, und vielmehr reines Verschwinden deſſelben; durch die negative Bewegung gegen das ihr Negative aber wird sie sich realisiren und einen Inhalt geben.

542 Sie weiſs den Glauben als das ihr, der Vernunft und Wahrheit, entgegengesetzte. Wie er ihr im Allgemeinen ein Gewebe von Aberglauben, Vorurtheilen und Irrthümern ist, so organisirt sich ihr weiter das Bewuſstseyn dieses Inhalts in ein Reich des Irrthums, worin die falsche Einsicht einmal als die allgemeine Maſſe des Bewuſstseyns, unmittelbar, unbefangen, und ohne Reflexion in sich selbſt ist; aber das Moment der Reflexion in sich oder des Selbſtbewuſstseyns, getrennt von der Unbefangenheit, auch an ihr hat, als eine im Hintergrunde für sich bleibende Einsicht und böse Absicht, von welcher jenes bethört wird. Jene Maſſe ist das Opfer des Betrugs einer Prieſterschafft, die ihre neidische Eitelkeit, allein im Besitze der Einsicht zu bleiben, 1807 490 so wie ihren sonſtigen Eigennutz ausführt, und zugleich mit dem Despotismus sich verschwört, der als die synthetische, begrifflose Einheit des realen und dieses idealen Reichs, — ein seltsam inconsequentes Wesen, — über der schlechten Einsicht der Menge, und der schlechten Absicht der Prieſter ſteht, und beydes auch in sich vereinigt, aus der Dummheit und Verwirrung des Volks durch das Mittel der betriegenden Prieſterschafft, beyde verachtend, den Vortheil der ruhigen Beherrschung und der Vollführung seiner Lüfte und Willkühr zieht, zugleich aber dieselbe Dumpfheit der Einsicht, der gleiche Aberglauben und Irrthum ist.

543 Gegen dieſe drey Seiten des Feindes läſst die Aufklärung sich nicht ohne Unterschied ein; denn indem ihr Wesen reine Einsicht, das an und für sich allgemeine ist, so ist ihre wahre Beziehung auf das andere Extrem diejenige, in welcher sie auf das Gemeinschafftliche und Gleiche beyder geht. Die Seite der aus dem allgemeinen unbeſangenen Bewuſstseyn sich isolirenden Einzelnheit ist das ihr entgegengesetzte, das sie nicht unmittelbar berühren kann. Der Willen der betriegenden Priesterschafft und des unterdrückenden Despoten ist daher nicht unmittelbarer Gegenſtand ihres Thuns, sondern die willenlose, nicht zum Fürsichseyn sich vereinzelnde Einsicht, der Begriff des vernünftigen Selbstbewuſstseyns, der an der Maſſe sein Daseyn hat, aber in ihr noch nicht als Begriff vorhanden ist. Indem 1807 491 aber die reine Einsicht diese ehrliche Einsicht und ihr unbefangenes Wesen den Vorurtheilen und Irrthümern entreiſst, windet sie der schlechten Absicht die Realität und Macht ihres Betrugs aus den Händen, deren Reich an dem begrifflosen Bewuſstseyn der allgemeinen Masse seinen Boden und Material — das Fürsichseyn an dem einfachen Bewuſstseyn überhaupt seine Subſtanz hat.

544 Die Beziehung der reinen Einsicht auf das unbefangene Bewuſstseyn des absoluten Wesens hat nun die gedoppelte Seite, daſs sie eines Theils an sich daſſelbe mit ihm ist, andern Theils aber daſs dieſes in dem einfachen Elemente seines Gedankens das absolute Wesen so wie seine Theile gewähren, und sich Beſtehen geben, und sie nur als sein Ansich und darum in gegenſtändlicher Weise gelten läſst, sein Fürsichseyn aber in diesem Ansich verleugnet. — Insofern nach der erſten Seite dieser Glauben an sich für die reine Einsicht reines Selbſtbewuſstseyn ist, und er diſs nur für sich werden soll, so hat sie an diesem Begriffe deſſelben das Element, worin sie statt der falschen Einsicht sich realisirt.

545 Von dieser Seite, daſs beyde wesentlich daſſelbe sind und die Beziehung der reinen Einsicht durch und in demselben Elemente geschieht, ist ihre Mittheilung eine unmittelbare, und ihr Geben und Empfangen ein ungeſtörtes Ineinanderflieſſen. Was auch sonſt weiter in das Bewuſstseyn für Pflöcke eingeschlagen seyen, es ist an sich diese Einfachheit, 1807 492 in welcher alles aufgelöſst, vergeſſen und unbefangen, und die daher des Begriffs schlechthin empfänglich ist. Die Mittheilung der reinen Einsicht ist deſswegen einer ruhigen Ausdehnung oder dem Verbreiten wie eines Dufftes in der widerſtandslosen Atmosphäre zu vergleichen. Sie ist eine durchdringende Anſteckung, welche sich nicht vorher gegen das gleichgültige Element, in das sie sich insinuirt, als entgegengesetztes bemerkbar macht, und daher nicht abgewehrt werden kann. Erſt wenn die Anstekkung sich verbreitet hat, ist sie für das Bewuſstseyn, das sich ihr unbesorgt überlieſs. Denn es war zwar das einfache sich und ihm gleiche Wesen, was es in sich empfing, aber zugleich die Einfachheit der in sich reflectirten Negativität, welche nachher auch sich nach ihrer Natur als entgegengeseztes entfaltet, und das Bewuſstseyn hiedurch an seine vorige Weise erinnert; sie ist der Begriff, der das einfache Wissen ist, welches sich selbst und zugleich sein Gegentheil, aber dieses in ihm als aufgehoben weiſs. So wie daher die reine Einsicht für das Bewuſstseyn ist, hat sie sich schon verbreitet; der Kampf gegen sie verräth die geschehene Anſteckung; er ist zu spät, und jedes Mittel verschlimmert nur die Krankheit, denn sie hat das Mark des geistigen Lebens ergriffen, nemlich das Bewuſstseyn in seinem Begriffe oder sein reines Wesen selbſt; es gibt darum auch keine Kraft in ihm, welche über ihr wäre. Weil sie im Wesen selbſt ist, laſſen sich ihre noch 1807 493 vereinzelnten Aeuſſerungen zurückdrängen und die oberflächlichen Symptome dämpfen. Es ist ihr diſs höchst vortheilhafft; denn sie vergeudet nun nicht unnütz die Krafft, noch zeigt sie sich ihres Wesens unwürdig, was dann der Fall ist, wenn sie in Symptome und einzelne Eruptionen gegen den Inhalt des Glaubens und gegen den Zuſammenhang seiner äussern Wirklichkeit hervorbricht. Sondern nun ein unsichtbarer und unbemerkter Geiſt, durchschleicht sie die edeln Theile durch und durch, und hat sich bald aller Eingeweide und Glieder des bewuſstlosen Götzen gründlich bemächtigt, und „an einem schönen Morgen gibt sie mit dem Ellbogen dem Kameraden einen Schubb und Bautz! Baradautz! der Götze liegt am Boden.“ — An einem schönen Morgen, deſſen Mittag nicht blutig ist, wenn die Anſteckung alle Organe des geiſtigen Lebens durchdrungen hat; nur das Gedächtniſs bewahrt dann noch als eine, man weiſs nicht wie, vergangene Geschichte, die todte Weise der vorigen Geſtalt des Geiſtes auf; und die neue für die Anbetung erhöhte Schlange der Weisheit hat auf dieſe Weiſe nur eine welke Haut schmerzlos abgeſtreifft.

546 Aber dieses ſtumme Fortweben des Geiſtes im einfachen Innern seiner Subſtanz, der sich sein Thun verbirgt, ist nur Eine Seite der Realisirung der reinen Einsicht. Ihre Verbreitung beſteht nicht nur darin, daſs Gleiches mit Gleichem zusammengeht; und ihre Verwirklichung ist nicht nur eine gegensatzlose Ausdehnung. Sondern das Thun des 1807 494 negativen Wesens ist ebenso wesentlich eine entwickelte sich in sich unterſcheidende Bewegung, welche als bewuſstes Thun ihre Momente in beſtimmtem offenbarem Daseyn aufſtellen, und als ein lauter Lärm und gewaltsamer Kampf mit Entgegengesetztem als solchem vorhanden ſeyn muſs.

547 Es ist daher zu sehen, wie die reine Einsicht und Absicht gegen das andere ihr entgegengesetzte, das sie vorfindet, sich negativ verhält. — Die reine Einsicht und Absicht, welche sich negativ verhält, kann, da ihr Begriff alle Wesenheit, und nichts auſser ihr ist, nur das negative ihrer selbſt seyn. Sie wird daher als Einsicht zum negativen der reinen Einsicht, sie wird Unwahrheit und Unvernunft, und als Absicht zum negativen der reinen Absicht, zur Lüge und Unlauterkeit des Zwecks.

548 In dieſen Widerspruch verwickelt sie sich dadurch, daſs sie sich in Streit einläſst, und etwas Anderes zu bekämpfen meynt. — Sie meynt diſs nur, denn ihr Wesen als die absolute Negativität ist dieſes, das Andersſeyn an ihr ſelbſt zu haben. Der absolute Begriff ist die Kategorie; er ist diſs, daſs das Wiſſen und der Gegenſtand des Wiſſens daſſelbe ist. Was hiemit die reine Einsicht als ihr Andres, was sie als Irrthum oder Lüge ausſpricht, kann nichts andres seyn, als sie selbſt; sie kann nur das verdammen, was sie ist. Was nicht vernünftig ist, hat keine Wahrheit, oder was nicht begriffen ist, ist nicht; indem also die Vernunft von einem Andern 1807 495 ſpricht, als sie ist, ſpricht sie in der That nur von sich ſelbſt; sie tritt darin nicht aus sich heraus. — Dieſer Kampf mit dem Entgegengeſetzten vereinigt darum die Bedeutung in sich, ihre Verwirklichung zu seyn. Dieſe beſteht nemlich eben in der Bewegung, die Momente zu entwickeln, und sie in sich zurückzunehmen; ein Theil dieſer Bewegung ist die Unterscheidung, in welcher die begreiffende Einsicht sich selbſt als Gegenſtand gegenüberſtellt; so lange sie in dieſem Momente verweilt, ist sie sich entfremdet. Als reine Einsicht ist sie ohne allen Inhalt; die Bewegung ihrer Realisirung beſteht darin, daſs sie selbſt sich als Inhalt wird, denn ein anderer kann ihr nicht werden, weil sie das Selbstbewuſstseyn der Kategorie ist. Aber indem sie ihn zuerſt in dem Entgegenſetzen nur als Inhalt, und ihn noch nicht als sich selbſt weiſs, verkennt sie sich in ihm. Ihre Vollendung hat daher diesen Sinn, den ihr zuerſt gegenſtändlichen Inhalt als den ihrigen zu erkennen. Ihr Reſultat wird dadurch aber weder die Wiederherſtellung der Irrthümer, welche sie bekämpft, noch nur ihr erſter Begriff seyn, sondern eine Einsicht welche die absolute Negation ihrer selbſt als ihre eigne Wirklichkeit, als sich selbſt erkennt, oder ihr sich selbſt erkennender Begriff. — Dieſe Natur des Kampfs der Aufklärung mit den Irrthümern, in ihnen sich selbſt zu bekämpfen, und das darin zu verdammen, was sie behauptet, ist für uns, oder was sie und ihr Kampf ansich ist. Die erſte Seite 1807 496 deſſelben aber, ihre Verunreinigung durch die Aufnahme des negativen Verhaltens in ihre sichſelbſtgleiche Reinheit ist es, wie sie für den Glauben Gegenſtand ist; der sie alſo als Lüge, Unvernunft und schlechte Absicht erfährt, so wie er für sie Irrthum und Vorurtheil iſt. — In Rücksicht auf ihren Inhalt ist sie zunächst die leere Einsicht, der ihr Inhalt als ein Anderes erſcheint, sie findet ihn daher in dieser Geſtalt, daſs er noch nicht der ihrige ist, vor, als ein von ihr ganz unabhängiges Daseyn, in dem Glauben.

549 Die Aufklärung faſst alſo ihren Gegenſtand zuerſt und allgemein so auf, daſs sie ihn als reine Einsicht nimmt und ihn so, sich selbst nicht erkennend, für Irrthum erklärt. In der Einsicht als solcher faſst das Bewuſstseyn einen Gegenſtand so, daſs er ihm zum Wesen des Bewuſstseyns oder zu einem Gegenſtande wird, den es durchdringt, worin es sich erhält, bey sich selbſt und sich gegenwärtig bleibt, und indem es hiemit seine Bewegung ist, ihn hervorbringt. Als eben dieses spricht die Aufklärung den Glauben richtig aus, indem sie von ihm sagt, daſs das, was ihm das abſolute Wesen ist, ein Seyn seines eignen Bewuſstseyns, sein eigner Gedanke, ein vom Bewuſstseyn hervorgebrachtes sey. Sie erklärt ihn hiemit für Irrthum und Erdichtung über daſſelbe, was sie ist. — Sie, die den Glauben die neue Weisheit lehren will, sagt ihm damit nichts neues; denn sein Gegenſtand ist ihm auch gerade 1807 497 dieſes, nemlich reines Weſen seines eignen Bewuſstseyns, so daſs dieses darin sich nicht verloren und negirt setzt, sondern ihm vielmehr vertraut, das heiſst eben, in ihm sich als dieſes Bewuſstseyn, oder als Selbſtbewuſstseyn findet. Wem ich vertraue, deſſen Gewiſsheit seiner selbſt, ist mir die Gewiſsheit meiner selbſt; ich erkenne mein Fürmichseyn in ihm, daſs er es anerkennt, und es ihm Zweck und Wesen ist. Vertrauen ist aber der Glauben, weil sein Bewuſstseyn sich unmittelbar auf seinen Gegenſtand bezieht, und alſo auch diſs anſchaut, daſs es eins mit ihm, in ihm ist. — Ferner indem dasjenige mir Gegenſtand ist, worin ich mich selbſt erkenne, bin ich mir darin zugleich überhaupt als anderes Selbstbewuſstseyn, das heiſst, als ein solches, welches darin seiner beſondern Einzelnheit, nemlich seiner Natürlichkeit und Zufälligkeit entfremdet worden, aber theils darin Selbstbewuſstseyn bleibt, theils eben darin weſentliches Bewuſstseyn, wie die reine Einsicht ist. — In dem Begriffe der Einsicht liegt nicht nur diſs, daſs das Bewuſstseyn in seinem eingesehenen Gegenſtande sich selbſt erkennt, und ohne das Gedachte zu verlaſſen und daraus in sich erſt zurück zu gehen, sich unmittelbar darin hat, sondern es ist seiner selbſt als auch der vermittelnden Bewegung oder seiner als des Thuns oder Hervorbringens bewuſst; dadurch ist in dem Gedanken für es dieſe Einheit seiner als des Selbſts und des Gegenſtandes. — Eben diſs Bewuſstseyn ist auch der Glauben; der Gehorſam 1807 498 und das Thun ist ein nothwendiges Moment, durch welches die Gewiſsheit des Seyns in dem absoluten Wesen, zu Stande kommt. Diſs Thun des Glaubens erſcheint zwar nicht so, daſs das abſolute Wesen selbſt dadurch hervorgebracht werde. Aber das abſolute Wesen des Glaubens ist weſentlich nicht das abſtracte Wesen, das jenſeits des glaubenden Bewuſstseyns ſey, ſondern es ist der Geist der Gemeinde, es ist die Einheit des abſtracten Wesens und des Selbstbewuſstseyns. Daſs es dieſer Geiſt der Gemeine sey, darin ist das Thun der Gemeine ein wesentliches Moment; er ist es nur durch das Hervorbringen des Bewuſstseyns; — oder vielmehr nicht ohne vom Bewuſstseyn hervorgebracht zu ſeyn; denn so weſentlich das Hervorbringen ist, so wesentlich ist es auch nicht der einzige Grund des Wesens, sondern es ist nur ein Moment. Das Wesen ist zugleich an und für sich selbſt.

550 Von der andern Seite ist der Begriff der reinen Einsicht, sich ein Anderes als sein Gegenſtand; denn eben dieſe negative Bestimmung macht den Gegenſtand aus. So ſpricht sie also von der andern Seite auch das Wesen des Glaubens aus, als ein dem Selbstbewuſstseyn Fremdes, das nicht sein Wesen, sondern als ein Wechſelbalg ihm unterſchoben sey. Allein die Aufklärung ist hier völlig thör icht; der Glauben erfährt sie als ein Sprechen, das nicht weiſs, was es ſagt, und die Sache nicht verſteht, wenn es von Pfaffenbetrug und Volkstäuſchung redet. 1807 499 Sie ſpricht hievon, als ob durch ein Hokuspokus der taſchenſpielerischen Prieſter dem Bewuſstseyn etwas abſolut Fremdes und Anderes für das Wesen untergeſchoben würde, und ſagt zugleich, daſs diſs ein Wesen des Bewuſstseyns ſey, daſs es daran glaube, ihm vertraue und sich es geneigt zu machen suche; — das heiſst, daſs es darin sein reines Wesen ebensosehr als seine einzelne und allgemeine Individualität anſchaue, und durch sein Thun dieſe Einheit seiner selbſt mit seinem Wesen, hervorbringe. Sie sagt unmittelbar das, was sie als ein dem Bewuſstseyn Fremdes ausſagt, als das eigenſte deſſelben aus. — Wie mag alſo sie von Betrug und Täuſchung ſprechen? Indem sie unmittelbar das Gegentheil dessen, was sie vom Glauben behauptet, selbſt von ihm ausſpricht, zeigt sie diesem vielmehr sich als die bewuſste Lüge. Wie soll Täuſchung und Betrug da ſtatt finden, wo das Bewuſstseyn in seiner Wahrheit unmittelbar die Gewiſsheit seiner selbſt hat; wo es in seinem Gegenſtande sich selbſt besitzt, indem es sich ebensowohl darin findet als hervorbringt. Der Unterſchied ist sogar in den Worten nicht mehr vorhanden. — Wenn die allgemeine Frage aufgeſtellt worden ist: ob es erlaubt sey, ein Volk zu täuſchen, so müſste in der That die Antwort ſeyn, daſs die Frage nichts tauge; weil es unmöglich ist, hierin ein Volk zu täuſchen. — Meſsing ſtatt Golds, nachgemachte Wechsel ſtatt ächter mögen wohl einzeln verkauft, eine verlorne Schlacht als eine 1807 500 gewonnene Mehrern aufgehefftet, und ſonſtige Lügen über ſinnliche Dinge und einzelne Begebenheiten auf eine Zeitlang glaubhaft gemacht werden; aber in dem Wiſſen von dem Weſen, worin das Bewuſstſeyn die unmittelbare Gewiſsheit ſeiner ſelbſt hat, fällt der Gedanke der Täuſchung ganz hinweg.

551 Sehen wir weiter, wie der Glauben die Aufklärung in den unterſchiedenen Momenten ſeines Bewuſstſeyns erfährt, auf welches die aufgezeigte Anſicht nur erſt im Allgemeinen ging. Dieſe Momente aber ſind, das reine Denken, oder als Gegenſtand, das abſolute Weſen an und für ſich ſelbſt; dann ſeine Beziehung als ein Wiſſen darauf, der Grund ſeines Glaubens, und endlich ſeine Beziehung darauf in ſeinem Thun, oder ſein Dienſt. Wie die reine Einſicht ſich im Glauben überhaupt verkennt und verleugnet hat’ ſo wird ſie in dieſen Momenten ebenſo verkehrt ſich verhalten.

552 Die reine Einſicht verhält ſich zu dem abſoluten Weſen des glaubenden Bewuſstſeyns negativ. Diſs Weſen iſt reines Denken, und das reine Denken innerhalb ſeiner ſelbſt als Gegenſtand oder als das Weſen geſetzt; im glaubenden Bewuſstſeyn erhält diſs Anſich des Denkens zugleich für das für ſich ſeyende Bewuſstſeyn die Form, aber auch nur die leere Form der Gegenſtändlichkeit; es iſt in der Beſtimmung eines Vorgeſtellten. Der reinen Einſicht aber, indem ſie das reine Bewuſstſeyn nach der Seite des für ſich ſeyenden Selbſts iſt, erſcheint das Andre als ein negatives des 1807 501 Selbſtbewuſstſeyns. Diſs könnte noch entweder als das reine Anſich des Denkens oder auch als das Seyn der ſinnlichen Gewiſsheit genommen werden. Aber indem es zugleich für das Selbſt, und dieſes als Selbſt, das einen Gegenſtand hat, wirkliches Bewuſstſeyn iſt, ſo iſt ihr eigenthümlicher Gegenſtand als ſolcher ein ſeyendes gemeines Ding der ſinnlichen Gewiſsheit. Dieſer ihr Gegenſtand erſcheint ihr an der Vorſtellung des Glaubens. Sie verdammt dieſe und in ihr ihren eignen Gegenſtand. Gegen den Glauben aber begeht ſie ſchon darin das Unrecht, ſeinen Gegenſtand ſo aufzufaſſen, daſs er der ihrige iſt. Sie ſagt hiernach über den Glauben, daſs ſein abſolutes Weſen ein Steinſtück, ein Holzblock ſey, der Augen habe und nicht ſehe, oder auch etwas Brodteig, der auf dem Acker gewachſen, von Menſchen verwandelt darauf zurückgeſchickt werde; — oder nach welchen Weiſen ſonſt der Glauben’ das Weſen anthropomorphoſire, ſich gegenſtändlich und vorſtellig mache.

553 Die Aufklärung, die ſich für das reine ausgiebt, macht hier das, was dem Geiſte ewiges Leben und heiliger Geiſt iſt, zu einem wirklichen vergänglichen Dinge, und beſudelt es mit der an ſich nichtigen Anſicht der ſinnlichen Gewiſsheit, — mit einer Anſicht, welche dem anbetenden Glauben gar nicht vorhanden iſt, ſo daſs ſie ihm dieſelbe rein anlügt. Was er verehrt, iſt ihm durchaus weder Stein, oder Holz, oder Brodteig’ noch ſonſt ein zeitliches ſinnliches Ding. Wenn es der Aufklärung einfällt, zu ſagen, ſein Gegenſtand 1807 502 ſey doch diſs auch, oder gar, er ſey dieſes an ſich und in Wahrheit, ſo kennt theils der Glauben eben ſo wohl jenes Auch, aber es iſt ihm auſſer ſeiner Anbetung; theils aber iſt ihm überhaupt nicht ſo etwas, wie ein Stein und ſofort an ſich, ſondern an ſich iſt ihm allein das Weſen des reinen Denkens.

554 Das zweyte Moment iſt die Beziehung des Glaubens als wiſſenden Bewuſstſeyns auf dieſes Weſen. Als denkendem reinem Bewuſstſeyn iſt ihm diſs Weſen unmittelbar; aber das reine Bewuſstſeyn iſt ebenſoſehr vermittelte Beziehung der Gewiſsheit auf die Wahrheit; eine Beziehung, welche den Grund des Glaubens ausmacht. Dieſer Grund wird für die Aufklärung eben ſo zu einem zufälligen Wiſſen von zufälligen Begebenheiten. Der Grund des Wiſſens aber iſt das wiſſende Allgemeine, und in ſeiner Wahrheit der abſolute Geiſt, der in dem abſtracten reinen Bewuſstſeyn, oder dem Denken als ſolchem nur abſolutes Weſen, als Selbſtbewuſstſeyn aber das Wiſſen von ſich iſt. Die reine Einſicht ſetzt diſs wiſſende Allgemeine, den einfachen ſich ſelbſt wiſſenden Geiſt, ebenſo als negatives des Selbſtbewuſstſeyns. Sie iſt zwar ſelbſt das reine vermittelte, d. h. ſich mit ſich vermittelnde Denken, ſie iſt das reine Wiſſen; aber indem ſie reine Einſicht, reines Wiſſen iſt, das ſich ſelbſt noch nicht weiſs, d. h. für welches es noch nicht iſt, daſs ſie dieſe reine vermittelnde Bewegung iſt, erſcheint ſie ihr, wie alles, was ſie ſelbſt iſt, als ein Anderes. In ihrer Verwirklichung alſo begriffen, entwickelt ſie diſs ihr weſentliches 1807 503 Moment, aber es erſcheint ihr als dem Glauben angehörend, und in ſeiner Beſtimmtheit, ein ihr äuſſeres zu ſeyn, als ein zufälliges Wiſſen eben ſolcher gemein wirklicher Geſchichten. Sie dichtet alſo hier dem religiöſen Glauben an, daſs ſeine Gewiſsheit ſich auf einige einzelne hiſtoriſche Zeugniſſe gründe, welche als hiſtoriſche Zeugniſſe betrachtet, freylich nicht den Grad von Gewiſsheit über ihren Inhalt gewähren würden, den uns Zeitungsnachrichten über irgend eine Begebenheit geben; — daſs ſeine Gewiſsheit ferner auf dem Zufall der Aufbewahrung dieſer Zeugniſſe beruhe, — der Aufbewahrung durch Papier einerſeits, und andererſeits durch die Geſchicklichkeit und Ehrlichkeit der Uebertragung von einem Papier auf ein anderes, und endlich auf der richtigen Auffaſſung des Sinnes todter Worte und Buchſtaben. In der That aber fällt es dem Glauben nicht ein, an ſolche Zeugniſſe und Zufälligkeiten seine Gewiſsheit zu knüpfen; er iſt in ſeiner Gewiſsheit unbefangenes Verhältniſs zu ſeinem abſoluten Gegenſtande, ein reines Wiſſen deſſelben, welches nicht Buchſtaben, Papier und Abſchreiber in ſein Bewuſstſeyn des abſoluten Weſens einmiſcht, und nicht durch ſolcherley Dinge ſich damit vermittelt Sondern diſs Bewuſstſeyn iſt der ſich ſelbſt vermittelnde Grund ſeines Wiſſens; es iſt der Geiſt ſelbſt, der das Zeugniſs von ſich iſt, eben ſo im Innern des einzelnen Bewuſstſeyns, als durch die allgemeine Gegenwart des Glaubens Aller an ihn. Wenn der Glauben ſich aus dem Geſchichtlichen auch jene Weiſe von 1807 504 Begründung oder wenigſtens Beſtättigung ſeines Inhaltes, von der die Aufklärung ſpricht, ſich geben will, und ernſthaft meynt und thut, als ob es darauf ankäme, ſo hat er ſich ſchon von der Aufklärung verführen laſſen; und ſeine Bemühungen ſich auf ſolche Weiſe zu begründen oder zu befeſtigen, ſind nur Zeugniſſe, die er von ſeiner Anſteckung gibt.

555 Noch iſt die dritte Seite übrig, die Beziehung des Bewuſstſeyns auf das abſolute Weſen, als ein Thun. Diſs Thun iſt das Aufheben der Beſonderheit des Individuums oder der natürlichen Weiſe ſeines fürſichſeyns, woraus ihm die Gewiſsheit hervorgeht, reines Selbſtbewuſstſeyn, nach ſeinem Thun d. h. als fürſichſeyendes einzelnes Bewuſstſeyn eins mit dem Weſen zu ſeyn. — Indem an dem Thun Zweckmäſſigkeit und Zweck ſich unterſcheidet, und die reine Einſicht ebenſo in Beziehung auf dieſes Thun ſich negativ verhält, und wie in den andern Momenten ſich ſelbſt verleugnet, ſo muſs ſie in Anſehung der Zweckmäſſigkeit als Unverſtand ſich darſtellen, indem die Einſicht mit der Abſicht verbunden, Uebereinſtimmung des Zwecks und des Mittels, ihr als Anderes, vielmehr als das Gegentheil erſcheint, — in Anſehung des Zwecks aber das Schlechte, Genuſs und Beſitz zum Zwecke machen, und ſich hiemit als die unreinſte Abſicht beweiſen, indem die reine Abſicht ebenſo, als Andres, unreine Abſicht iſt.

556 Hienach ſehen wir in Anfehung der Zweckmäſſigkeit die Aufklärung es thörigt finden, wenn das glaubende Individuum ſich das höhere Bewuſstſeyn, nicht 1807 505 un den natürlichen Genuſs und Vergnügen gefeſſelt zu ſeyn, dadurch gibt, daſs es ſich natürlichen Genuſs und Vergnügen wirklich verſagt, und durch die That erweiſst, daſs es die Verachtung derſelben nicht lügt, ſondern daſs ſie wahr iſt. — Eben ſo findet ſie es thörigt, daſs das Individuum von ſeiner Beſtimmtheit, abſolut einzelnes, alle andern ausſchlieſſendes und Eigenthum beſitzendes zu ſeyn, ſich dadurch abſolvirt, daſs es von ſeinem Eigenthume ſelbſt abläſst; womit es in Wahrheit zeigt, daſs es mit ſeinem Iſoliren nicht Ernſt, ſondern daſs es über die Naturnothwendigkeit, ſich zu vereinzeln, und in dieſer abſoluten Vereinzelung des Fürſichſeyns die Andern als daſſelbe mit ſich zu verleugnen, erhaben iſt. — Die reine Einſicht findet beydes ſowohl unzweckmäſſig, als unrecht, — unzweckmäſſig, um von Vergnügen und Beſitz ſich frey zu erweiſen, ſich Vergnügen zu verſagen und einen Beſitz weg zu geben; ſie wird alſo im Gegentheil den für einen Thoren erklären, der um zu eſſen, das Mittel ergreift, wirklich zu eſſen. — Sie findet es auch unrecht, ſich eine Mahlzeit zu verſagen, und Butter, Eyer nicht gegen Geld, oder Geld nicht gegen Butter und Eyer, ſondern geradezu, ohne ſo was dafür zurück zu erhalten, wegzugeben; ſie erklärt eine Mahlzeit oder den Beſitz von dergleichen Dingen für einen Selbſtzweck, und ſich damit in der That für eine ſehr unreine Abſicht, der es um ſolchen Genuſs und Beſitz ganz weſentlich zu thun iſt. Sie behauptet als reine Abſicht auch wieder die Nothwendigkeit der Erhebung 1807 506 über die natürliche Exiſtenz und über die Habſucht um ihre Mittel; nur findet ſie es thörigt und unrecht, daſs dieſe Erhebung durch die That bewieſen werden ſoll, oder dieſe reine Abſicht iſt in Wahrheit Betrug, welcher eine innerliche Erhebung vorgibt und fodert, aber Ernſt daraus zu machen, ſie wirklich ins Werk zu richten, und ihre Wahrheit zu erweiſen für überflüſſig, thörigt, und ſelbſt für unrecht ausgibt. — Sie verleugnet ſich alſo ſowohl als reine Einſicht, denn ſie verläugnet das unmittelbar zweckmäſſiige Thun, wie als reine Abſicht, denn ſie verleugnet die Abſicht, ſich von den Zwecken der Einzelnheit befreyt zu erweiſen.

557 So gibt die Aufklärung ſich dem Glauben zu erfahren. Sie tritt in dieſem ſchlechten Ausſehen auf, weil ſie eben durch das Verhältniſs zu einem andern ſich eine negative Realität gibt, oder ſich als das Gegentheil ihrer ſelbſt darſtellt; die reine Einſicht und Abſicht muſs ſich aber diſs Verhältniſs geben, denn es iſt ihre Verwirklichung. — Dieſe erſchien zunächſt als negative Realität. Vielleicht iſt ihre poſitive Realität beſſer beſchaffen; ſehen wir, wie dieſe ſich verhält. — Wenn alles Vorurtheil und Aberglauben verbannt worden, ſo tritt die Frage ein, was nun weiter? Welches iſt die Wahrheit, welche die Aufklärung ſtatt jener verbreitet hat? — Sie hat dieſen poſitiven Inhalt in ihrem Ausrotten des Irrthums ſchon ausgeſprochen, denn jene Entfremdung ihrer ſelbſt iſt ebenſoſehr ihre poſitive Realität. — An demjenigen, was dem Glauben abſoluter 1807 507 Geiſt iſt, faſst ſie, was ſie von Beſtimmung daran entdeckt, als Holz, Stein und ſo fort, als einzelne wirkliche Dinge auf; indem ſie überhaupt alle Beſtimmtheit, das heiſst, allen Innhalt und Erfüllung deſſelben auf dieſe Weiſe als eine Endlichkeit, als menſchliches Weſen und Vorſtellung begreifft, wird ihr das abſolute Weſen zu einen Vacuum, dem keine Beſtimmungen, keine Prädicate beygelegt werden können. Ein ſolches Beylager wäre an ſich ſträflich, und es iſt es eben, in welchem die Ungeheuer des Aberglaubens erzeugt worden ſind. Die Vernunft, die reine Einſicht iſt wohl ſelbſt nicht leer, indem das negative ihrer ſelbſt für ſie und ihr Inhalt iſt, ſondern reich, aber nur an Einzelnheit und Schranke; dem abſoluten Weſen dergleichen nichts zukommen zu laſſen noch beyzulegen, iſt ihre einſichtsvolle Lebensart, welche ſich und ihren Reichthum der Endlichkeit an ihren Ort zu ſtellen, und das abſolute würdig zu behandeln weiſs.

558 Dieſem leeren Weſen gegenüber ſteht als zweytes Moment der poſitiven Wahrheit der Aufklärung, die aus einem abſoluten Weſen ausgeſchloſſene Einzelnheit überhaupt, des Bewuſstſeyns und alles Seyns, als abſolutes an und für ſich ſeyn. Das Bewuſstſeyn, welches in ſeiner allererſten Wirklichkeit ſinnliche Gewiſsheit und Meynung iſt, kehrt hier aus dem ganzen Wege ſeiner Erfahrung dahin zurück, und iſt wieder ein Wiſſen von rein negativem ſeiner ſelbſt, oder von ſinnlichen Dingen, d. h. ſeyenden, welche ſeinem Fürſichſeyn gleichgültig gegenüberſtehen. Es iſt hier aber nicht 1807 508 unmittelbares natürliches Bewuſstſeyn, ſondern es iſt ſich ſolches geworden. Zuerſt preisgegeben aller Verwicklung, worein es durch ſeine Entfaltung geſtürzt wird, itzt durch die reine Einſicht auf ſeine erſte Geſtalt zurückgeführt, hat es ſie als das Reſultat erfahren. Auf die Einſicht der Nichtigkeit aller andern Geſtalten des Bewuſstſeyns, und ſomit alles Jenſeits der ſinnlichen Gewiſsheit gegründet, iſt dieſe ſinnliche Gewiſsheit nicht mehr Meynung, ſondern ſie iſt vielmehr die abſolute Wahrheit. Dieſe Nichtigkeit alles deſſen, was über die ſinnliche Gewiſsheit hinausgeht, iſt zwar nur ein negativer Beweis dieſer Wahrheit; aber ſie iſt keines andern fähig, denn die poſitive Wahrheit der ſinnlichen Gewiſsheit an ihr ſelbſt, iſt eben das unvermittelte fürſichſeyn des Begriffes ſelbſt als Gegenſtands, und zwar in der Form des Andersſeyns, — daſs es jedem Bewuſstſeyn ſchlechthin gewiſs iſt, daſs es iſt, und andere wirkliche Dinge auſſer ihm, und daſs es in ſeinem natürlichen Seyn, ſo wie dieſe Dinge, an und für ſich oder abſolut iſt.

559 Das dritte Moment der Wahrheit der Aufklärung endlich iſt das Verhältniſs der einzelnen Weſen zum abſoluten Weſen, die Beziehung der beyden erſten. Die Einſicht als reine Einſicht des Gleichen oder Unbeſchränkten geht auch über das ungleiche, nemlich die endliche Wirklichkeit, oder über ſich als bloſſes Andersſeyn hinaus. Sie hat zum Ienſeits deſſelben das Leere, auf welches ſie alſo die ſinnliche 1807 509 Wirklichkeit bezieht. In die Beſtimmung dieſes Verhältniſſes treten nicht die beyden Seiten als Inhalt ein, denn die eine iſt das Leere, und ein Inhalt iſt alſo nur durch die andere, die ſinnliche Wirklichkeit, vorhanden. Die Form der Beziehung aber, in deren Beſtimmung die Seite des Anſich mithilft, kann nach Belieben gemacht werden; denn die Form iſt das an ſich negative, und darum das ſich entgegengeſetzte; Seyn ſowohl als Nichts; Anſich, wie das Gegentheil; oder was daſſelbe, die Beziehung der Wirklichkeit auf Anſich als das Jenſeits iſt eben ſowohl ein Negiren als ein Setzen derſelben. Die endliche Wirklichkeit kann daher eigentlich, wie man es gerade braucht, genommen werden. Das Sinnliche wird alſo itzt auf das Abſolute als auf das Anſich poſitiv bezogen, und die ſinnliche Wirklichkeit iſt ſelbſt an ſich; das Abſolute macht, hegt und pflegt ſie. Wiederum iſt ſie auch darauf als auf das Gegentheil, als auf ihr Nichtſeyn bezogen; nach dieſem Verhältniſſe iſt ſie nicht an ſich, ſondern nur für ein anderes. Wenn in der vorhergehenden Geſtalt des Bewuſstſeyns die Begriffe des Gegenſatzes ſich als Gut und Schlecht beſtimmten, ſo werden ſie dagegen der reinen Einſicht zu den reinern Abſtractionen, des an ſich und für ein anderes ſeyn.

560 Beyde Betrachtungsweiſen, der poſitiven wie der negativen Beziehung des Endlichen auf das Anſich, ſind aber in der That gleichnothwendig, und alles iſt alſo ſo ſehr an ſich, als es für ein anderes iſt; oder alles iſt 1807 510 *nützlich. — Alles gibt ſich andern preis, läſst ſich itzt von andern gebrauchen, und iſt für ſie; und itzt ſtellt es ſich, es ſo zu ſagen, wieder auf die Hinterbeine, thut ſpröde gegen anderes, iſt für ſich und gebraucht das andere ſeinerſeits. — Für den Menſchen, als das dieſer Beziehung bewuſste Ding, ergibt ſich daraus ſein Weſen und ſeine Stellung. Er iſt, wie er unmittelbar iſt, als natürliches Bewuſstſyen an ſich, gut, als einzelnes abſolut, und anderes iſt für ihn; und zwar da für ihn als das ſeiner bewuſste Thier die Momente die Bedeutung der Allgemeinheit haben, iſt Alles für ſein Vergnügen und Ergötzlichkeit, und er geht, wie er aus Gottes Hand gekommen, in der Welt als einem für ihn gepflanzten Garten umher. — Er muſs auch vom Baume der Erkenntniſs des Guten und des Böſen gepflückt haben; er beſitzt darin einen Nutzen, der ihn von allem Andern unterſcheidet, denn zufälligerweiſe iſt ſeine an ſich gute Natur auch ſo beſchaffen, daſs ihr das Uebermaſs der Ergötzlichkeit Schaden thut, oder vielmehr ſeine Einzelnheit hat auch ihr Jenſeits an ihr, kann über ſich ſelbſt hinausgehen und ſich zerſtören. Hiegegen iſt ihm die Vernunft ein nützliches Mittel, diſs Hinausgehen gehörig zu beſchränken, oder vielmehr im Hinausgehen über das Beſtimmte ſich ſelbſt zu erhalten; denn diſs iſt die Kraft des Bewuſstſeyns. Der Genuſs des bewuſsten an ſich allgemeinen Weſens muſs nach Mannichfaltigkeit und Dauer ſelbſt nicht ein beſtimmtes, ſondern allgemein ſeyn; das Maſs hat daher die Beſtimmung, zu 1807 511 verhindern, daſs das Vergnügen in ſeiner Mannigfaltigkeit und Dauer abgebrochen werde; das heiſst die Beſtimmung des Maſses iſt die Unmäſſigkeit. — Wie dem Menſchen alles nützlich iſt, ſo iſt er es ebenfalls, und ſeine Beſtimmung ebenſoſehr ſich zum gemeinnützlichen und allgemein brauchbaren Mitgliede des Trupps zu machen. So viel er für ſich ſorgt, gerade ſo viel muſs er ſich auch hergeben für die Andern, und ſo viel er ſich hergibt, ſo viel ſorgt er für ſich ſelbſt, eine Hand wäſcht die andere. Wo er aber ſich befindet, iſt er recht daran, er nützt andern und wird genützt.

561 Anders iſt auf andere Weiſe einander nützlich; alle Dinge aber haben dieſe nützliche Gegenſeitigkeit durch ihr Weſen, nemlich auf das Abſolute auf die gedoppelte Weiſe bezogen zu ſeyn, die poſitive, — dadurch an und für ſich ſelbſt zu ſeyn, die negative, dadurch für andere zu ſeyn. Die Beziehung auf das abſolute Weſen oder die Religion iſt daher unter aller Nützlichkeit, das allernützlichſte; denn ſie iſt der reine Nutzen ſelbſt, ſie iſt diſs Beſtehen aller Dinge, oder ihr An und für ſich ſeyn, und das Fallen aller Dinge, oder ihr Seyn für anderes.

562 Dem Glauben freylich iſt dieſes poſitive Reſultat der Aufklärung, ſo ſehr ein Greuel, als ihr negatives Verhalten gegen ihn. Dieſe Einſicht in das abſolute Weſen, die nichts in ihm ſieht, als eben das abſolute Weſen, das être ſupreme, oder das Leere, — dieſe Abſicht, daſs alles in ſeinem unmittelbaren Daſeyn an ſich oder 1807 512 gut iſt, daſs endlich die Beziehung des einzelnen bewuſsten Seyns auf das abſolute Weſen, die Religion, der Begriff der Nützlichkeit erſchöpfend ausdrückt, iſt dem Glauben ſchlechthin abſcheulich. Dieſe eigne Weisheit der Aufklärung erſcheint ihm nothwendig zugleich als die Plattheit ſelbſt, und als das Geſtändniſs der Plattheit; weil ſie darin beſteht, vom abſoluten Weſen nichts oder was daſſelbe iſt, von ihm dieſe ganz ebne Wahrheit zu wiſſen, daſs es eben nur das abſolute Weſen iſt, dagegen nur von der Endlichkeit und zwar ſie als das Wahre und diſs Wiſſen von derſelben als dem Wahren, als das Höchſte zu wiſſen.

563 Der Glauben hat das göttliche Recht, das Recht der abſoluten Sichſelbſtgleichheit oder des reinen Denkens, gegen die Aufklärung, und erfährt von ihr durchaus Unrecht; denn ſie verdreht ihn in allen ſeinen Momenten, und macht ſie zu etwas anderem, als ſie in ihm ſind. Sie aber hat nur menſchliches Recht gegen ihn und für ihre Wahrheit; denn das Unrecht das ſie begeht, iſt das Recht der Ungleichheit, und beſteht in dem Verkehren und Verändern, ein Recht, das der Natur des Selbſtbewuſstſeyns im Gegenſatze gegen das einfache Weſen oder das Denken angehört Aber indem ihr Recht, das Recht des Selbſtbewuſstſeyns iſt, wird ſie nicht nur auch ihr Recht behalten, ſo daſs zwey gleiche Rechte des Geiſtes einander gegenüber ſtehen blieben, und keins das andere befriedigen könnte, ſondern ſie wird das abſolute Recht behaupten, weil das Selbſtbewuſstſeyn die Negativität 1807 513 des Begriffs iſt, die nicht nur für ſich iſt, ſondern auch über ihr Gegentheil übergreifft; und der Glauben ſelbſt, weil er Bewuſstſeyn iſt, wird ihr ihr Recht nicht verweigern können.

564 Denn die Aufklärung verhält ſich gegen das glaubende Bewuſstſeyn nicht mit eigenthümlichen Principien, ſondern mit ſolchen, welche dieſes ſelbſt an ihm hat. Sie bringt ihm nur ſeine eigenen Gedanken zuſammen, die ihm bewuſstlos auseinanderfallen; ſie erinnert es nur bey der einen ſeiner Weiſen an die andern, die es auch hat, aber deren eine es immer bey der andern vergiſst. Sie erweiſst ſich eben dadurch gegen es als reine Einſicht, daſs ſie bey einem beſtimmten Momente das Ganze ſieht, alſo das auf jenes Moment ſich beziehende Entgegengeſetzte herbeybringt, und eines im andern verkehrend das negative Weſen beyder Gedanken, den Begriff, hervortreibt. Sie erſcheint dem Glauben darum als Verdrehung und Lüge, weil ſie das Andersſeyn ſeiner Momente aufzeigt; ſie ſcheint ihm damit unmittelbar etwas anderes aus ihnen zu machen, als ſie in ihrer Einzelnheit ſind; aber diſs Andere iſt ebenſo weſentlich, und es iſt in Wahrheit in dem glaubenden Bewuſstſeyn ſelbſt vorhanden, nur daſs dieſes daran nicht denkt, ſondern es ſonſt wo hat; daher iſt es ihm weder fremde noch kann es von ihm abgeleugnet werden.

565 Die Aufklärung ſelbſt aber, welche den Glauben an das entgegengeſetzte ſeiner abgeſonderten Momente 1807 514 erinnert, iſt eben ſo wenig über ſich ſelbſt aufgeklärt. Sie verhält ſich rein negativ gegen den Glauben, inſofern ſie ihren Inhalt aus ihrer Reinheit ausſchlieſst, und ihn für das negative ihrer ſelbſt nimmt. Sie erkennt daher weder in dieſem negativen, in dem Inhalte des Glaubens ſich ſelbſt, noch bringt auch ſie aus dieſem Grunde, die beyden Gedanken zuſammen, den welchen ſie herbeybringt, und den, gegen welchen ſie ihn herbeybringt. Indem ſie nicht erkennt, daſs dasjenige, was ſie am Glauben verdammt, unmittelbar ihr eigener Gedanken iſt, ſo iſt ſie ſelbſt in der Entgegenſetzung der beyden Momente, deren eines, nemlich jedesmal das dem Glauben entgegengeſetzte, ſie nur anerkennt, das andere aber gerade wie der Glauben thut, davon trennt. Sie bringt daher nicht die Einheit beyder als Einheit derſelben, d. i. den Begriff hervor; aber er entſteht ihr für ſich oder ſie findet ihn nur als vorhanden. Denn an ſich iſt ebendiſs die Realiſirung der reinen Einſicht, daſs ſie, deren Weſen der Begriff iſt, zuerſt ſich ſelbſt als ein abſolut Anderes wird und ſich verleugnet, denn der Gegenſatz des Begriffes iſt der abſolute, und aus dieſem Andersſeyn zu ſich ſelbſt, oder zu ihrem Begriffe kommt. — Die Aufklärung iſt aber nur dieſe Bewegung, ſie iſt die noch bewuſstloſe Thätigkeit des reinen Begriffes, die zwar zu ſich ſelbſt, als Gegenſtand kommt, aber dieſen für ein Anderes nimmt, auch die Natur des Begriffes nicht kennt, daſs nemlich das Nichtunterſchiedne es iſt, was ſich abſolut trennt. — Gegen den Glauben alſo iſt die Einſicht 1807 515 inſofern die Macht des Begriffes als ſie die Bewegung und das Beziehen der in ſeinem Bewuſstseyn auseinander liegenden Momente ist, ein Beziehen, worin der Widerſpruch derſelben zum Vorſchein kömmt. Hierin liegt das abſolute Recht der Gewalt, welche sie über ihn ausübt; die Wirklichkeit aber, zu der sie dieſe Gewalt bringt, ebendarin, daſs das glaubende Bewuſstseyn ſelbſt der Begriff ist, und alſo das Entgegengeſetzte, das ihm die Einsicht herbeybringt, ſelbſt anerkennt. Sie behält darum gegen es Recht, weil sie an ihm das geltend macht, was ihm ſelbſt nothwendig ist, und was es an ihm ſelbſt hat.

566 Zuerſt behauptet die Aufklärung das Moment des Begriffs, ein Thun des Bewuſstſeyns zu ſeyn; sie behauptet diſs gegen den Glauben, — daſs ſein abſolutes Wesen, Wesen ſeines Bewuſstseyn als eines Selbſts, oder daſs es durch das Bewuſstseyn hervorgebracht ſey. Dem glaubenden Bewuſstseyn ist sein abſolutes Wesen, ebenſo wie es ihm Ansich ist, zugleich nicht wie ein fremdes Ding, welches darin, man weiſs nicht wie und woher, ſtünde, ſondern ſein Vertrauen beſteht gerade darin, sich als dieſes perſönliche Bewuſstseyn darin zu finden, und sein Gehorſam und Dienſt darin, es als sein abſolutes Wesen durch sein Thun hervorzubringen. Hieran erinnert eigentlich nur den Glauben die Aufklärung, wenn er rein das Ansich des abſoluten Weſens jenseits des Thuns des Bewuſstseyns ausſpricht. — Aber indem sie zwar der Einseitigkeit des Glaubens das 1807 516 entgegengeſetzte Moment des Thuns deſſelben gegen das Seyn, an das er hier allein denkt, herbey, ſelbſt aber ihre Gedanken ebenso nicht zuſammenbringt, iſolirt sie das reine Moment des Thuns, und ſpricht von dem Ansich des Glaubens aus, daſs es nur ein hervorgebrachtes des Bewuſstseyns ſey. Das iſolirte dem Ansich entgegengeſetzte Thun ist aber ein zufälliges Thun, und als ein vorſtellendes ein Erzeugen von Fictionen, — Vorſtellungen, die nicht an sich sind; und ſo betrachtet sie den Inhalt des Glaubens. — Umgekehrt aber ſagt die reine Einsicht ebenso das Gegentheil. Indem sie das Moment des Andersſeyns, das der Begriff an ihm hat, behauptet, ſpricht sie das Weſen des Glaubens als ein solches aus, welches das Bewuſstseyn nichts angehe, jenſeits deſſelben, ihm fremd und unerkannt ſey. Dem Glauben, ist es ebenſo wie er einerſeits ihm vertraut, und darin die Gewiſsheit seiner selbſt hat, andererſeits in ſeinen Wegen unerforſchlich, und in ſeinem Seyn unerreichbar.

567 Ferner behauptet die Aufklärung gegen das glaubende Bewuſstseyn darin ein Recht, das es ſelbſt einräumt, wenn sie den Gegenſtand seiner Verehrung, als Stein und Holz, oder ſonſt als eine endliche anthropomorphiſche Beſtimmtheit betrachtet. Denn da es diſs entzweyte Bewuſstseyn ist, ein Jenseits der Wirklichkeit und ein reines Diſſeits von jenem Jenſeits zu haben, ſo ist in ihm in der That auch dieſe Ansicht des sinnlichen Dinges vorhanden, 1807 517 nach welcher es an und für sich gilt; es bringt aber dieſe beyden Gedanken des an und für sich seyenden das ihm einmal das reine Weſen, das anderemal ein gemeines sinnliches Ding ist, nicht zuſammen. — Selbſt sein reines Bewuſstseyn ist von der letztern Ansicht afficirt, denn die Unterſchiede seines übersinnlichen Reichs sind, weil es des Begriffs entbehrt, eine Reihe von ſelbstſtändigen Geſtalten und ihre Bewegung ein Geſchehen, das heiſst, sie sind nur in der Vorſtellung, und haben die Weiſe des sinnlichen Seyns an ihnen. — Die Aufklärung iſolirt ihrerſeits ebenſo die Wirklichkeit, als ein vom Geiſte verlaſſenes Weſen, die Beſtimmtheit als eine unverrückte Endlichkeit, welche nicht in der geiſtigen Bewegung des Weſens ſelbſt ein Moment wäre, nicht Nichts, auch nicht ein an und für sichseyendes Etwas, ſondern ein verschwindendes.

568 Es ist klar, daſs daſſelbe bey dem Grunde des Wiſſens der Fall ist. Das glaubende Bewuſstseyn anerkennt ſelbſt ein zufälliges Wiſſen, denn es hat ein Verhältniſs zu Zufälligkeiten, und das abſolute Wesen selbſt ist ihm in der Form einer vorgeſtellten gemeinen Wirklichkeit; hiemit ist das glaubende Bewuſstseyn auch eine Gewiſsheit, welche nicht die Wahrheit an ihr ſelbſt hat, und es bekennt sich als ein ſolches unweſentliches Bewuſstseyn, diſſeits des sich selbſt vergewiſſernden und bewährenden Geistes. — Diſs Moment vergiſst es aber in seinem geiſtigen unmittelbaren Wiſſen von dem abſoluten 1807 518 Weſen. — Die Aufklärung aber, welche es daran erinnert, denkt wieder nur an das zufällige Wissen, und vergiſst das andere, — denkt nur an die Vermittlung, welche durch ein fremdes Drittes geſchieht, nicht an die, worin das Unmittelbare sich selbſt das Dritte ist, wodurch es sich mit dem Andern, nemlich mit sich ſelbſt, vermittelt.

569 Endlich findet sie in ihrer Ansicht des Thuns des Glaubens das Wegwerfen des Genuſſes und der Habe unrecht und unzweckmäſsig. — Was das Unrecht betrifft, ſo erhält sie die Uebereinſtimmung des glaubenden Bewuſstseyns darin, daſs dieſes ſelbſt dieſe Wirklichkeit anerkennt, Eigenthum zu besitzen, feſtzuhalten, und zu genieſsen; es beträgt sich in der Behauptung des Eigenthums um so isolirter und hartnackiger, so wie in seinem Genuſse um ſo roher dahingegeben, da jenseits dieſer Wirklichkeit sein religiöſes — Besitz und Genuſs aufgebendes — Thun fällt und ihm die Freyheit für jene Seite erkaufft. Dieſer Dienſt der Aufopferung des natürlichen Treibens und Genieſſens hat durch dieſen Gegenſatz in der That keine Wahrheit; die Beybehaltung hat neben der Aufopferung ſtatt; dieſe ist nur ein Zeichen, das die wirkliche Aufopferung nur an einem kleinen Theile vollbringt, und sie daher in der That nur vorſtellt.

570 In Ansehung der Zweckmäſsigkeit findet die Aufklärung das Wegwerfen einer Habe, um von der Habe, die Verſagung eines Genuſſes, um von dem 1807 519 Genuſſe sich befreyt zu wiſſen und zu erweiſen, für ungeſchickt. Das glaubende Bewuſstseyn ſelbſt faſst das abſolute Thun als ein allgemeines Thun; nicht nur das Handeln ſeines abſoluten Weſens als seines Gegenſtandes ist ihm ein allgemeines, ſondern auch das einzelne Bewuſstseyn ſoll sich ganz und allgemein von seinem sinnlichen Wesen befreyt erweiſen. Das Wegwerfen einer einzelnen Habe oder das Verzichtthun auf einen einzelnen Genuſs ist aber nicht dieſe allgemeine Handlung; und indem in der Handlung weſentlich der Zweck, der ein allgemeiner, und die Ausführung, die eine einzelne ist, vor dem Bewuſstseyn in ihrer Unangemeſſenheit ſtehen müſste, so erweiſst sie sich als ein solches Handeln, woran das Bewuſstseyn keinen Antheil hat, und hiemit diſs Handeln eigentlich als zu naiv, um eine Handlung zu ſeyn; es ist zu naiv zu faſten, um von der Luſt der Mahlzeit sich befreyt, — zu naiv, sich, wie Origines, andere Luſt vom Leibe wegzuſchaffen, um sie abgethan zu erweiſen. Die Handlung ſelbſt erweiſst sich als ein äuſſerliches und einzelnes Thun; die Begierde aber ist innerlich eingewurzelt, und ein allgemeines; ihre Luſt verſchwindet weder mit dem Werkzeuge, noch durch einzelne Entbehrung.

571 Die Aufklärung aber iſolirt ihrerſeits hier das innerliche, unwirkliche gegen die Wirklichkeit, wie sie gegen die Innerlichkeit des Glaubens in seiner Anschauung und Andacht, die Aeuſſerlichkeit der 1807 520 Dingheit feſthielt. Sie legt das Weſentliche in die Absicht, in den Gedanken, und erſpart dadurch das wirkliche Vollbringen der Befreyung von den natürlichen Zwecken; im Gegentheil ist dieſe Innerlichkeit ſelbſt das formale, das an den natürlichen Trieben ſeine Erfüllung hat, welche eben dadurch gerechtfertigt sind, daſs sie innerlich, daſs sie dem allgemeinen Seyn, der Natur angehören.

572 Die Aufklärung hat alſo über den Glauben darum eine unwiderſtehliche Gewalt, daſs sich in ſeinem Bewuſstseyn ſelbſt die Momente finden, welche sie geltend macht. Die Wirkung dieſer Krafft näher betrachtet, ſo ſcheint ihr Verhalten gegen ihn die schöne Einheit des Vertrauens und der unmittelbaren Gewiſsheit zu zerreiſſen, sein geiſtiges Bewuſstseyn durch niedrige Gedanken der sinnlichen Wirklichkeit zu verunreinigen, sein in seiner Unterwerfung beruhigtes und sicheres Gemüth durch die Eitelkeit des Verſtandes und des eigenen Willens und Vollbringens zu zerſtören. Aber in der That leitet sie vielmehr die Aufhebung der gedankenloſen oder vielmehr begrifflosen Trennung ein, welche in ihm vorhanden ist. Das glaubende Bewuſstseyn führt doppeltes Maſs und Gewicht, es hat zweyerley Augen, zweyerley Ohren, zweyerley Zunge und Sprache, es hat alle Vorſtellungen vordoppelt, ohne dieſe Doppelsinnigkeit zu vergleichen. Oder der Glauben lebt in zweyerley Wahrnehmungen, der einen, der Wahrnehmung des schlaffenden rein in 1807 521 begrifflosen Gedanken, der andern des wachen, rein in der sinnlichen Wirklichkeit lebenden Bewuſstseyns, und in jeder führt er eine eigene Haushaltung. — Die Aufklärung beleuchtet jene himmlische Welt mit den Vorſtellungen der sinnlichen; und zeigte jener dieſe Endlichkeit auf, die der Glauben nicht verleugnen kann, weil er Selbstbewuſstseyn und hiemit die Einheit ist, welcher beyde Vorſtellungsweiſen angehören, und worin sie nicht auseinander fallen, denn sie gehören demſelben untrennbaren einfachen Selbſt an, in welches er übergegangen iſt.

573 Der Glauben hat hiedurch den Inhalt, der sein Element erfüllte, verloren, und sinkt in ein dumpfes Weben des Geiſtes in ihm ſelbſt zuſammen. Er ist aus ſeinem Reiche vertrieben, oder diſs Reich ist ausgeplündert, indem alle Unterscheidung und Ausbreitung deſſelben das wache Bewuſstseyn an sich riſs, und ſeine Theile alle der Erde als ihr Eigenthum vindicirte und zurückgab. Aber befriedigt ist er darum nicht, denn durch dieſe Beleuchtung ist allenthalben nur einzelnes Weſen entſtanden, so daſs den Geiſt nur weſenloſe Wirklichkeit und von ihm verlaſſne Endlichkeit anſpricht. — Indem er ohne Inhalt ist und in dieſer Leere nicht bleiben kann, oder indem er über das Endliche, das der einzige Inhalt iſt, hinausgehend nur das Leere findet, ist er ein reines Sehnen; seine Wahrheit ein leeres Jenseits, dem sich kein gemäſser Inhalt mehr finden läſst, 1807 522 denn alles ist anders verwandt. — Der Glauben ist in der That hiemit daſſelbe geworden, was die Aufklärung, nemlich das Bewuſstseyn der Beziehung des ansichseyenden Endlichen auf das prädicatlose, unerkannte und unerkennbare Abſolute; nur daſs sie die befriedigte, er aber die unbefriedigte Aufklärung ist. Es wird sich jedoch an ihr zeigen, ob sie in ihrer Befriedigung bleiben kann; jenes Sehnen des trüben Geiſtes, der über den Verluſt seiner geiſtigen Welt trauert, ſteht im Hinterhalte. Sie ſelbſt hat dieſen Makel des unbefriedigten Sehnens an ihr, — als reinen Gegenſtand, an ihrem leeren abſoluten Wesen, — als Thun und Bewegung, an dem Hinausgehen über ihr Einzelweſen zum unerfüllten Jenseits, — als erfüllten Gegenſtand an der Selbſtlosigkeit des Nützlichen. Sie wird diesen Makel aufheben; aus der nähern Betrachtung des positiven Resultates, das ihr die Wahrheit ist, wird sich ergeben, daſs er an sich darin schon aufgehoben ist.

b. Die Wahrheit der Aufklärung.

574 Das dumpfe nichts mehr in sich unterscheidende Weben des Geiſtes ist alſo in sich ſelbſt jenseits des Bewuſstseyns getreten, welches dagegen sich klar geworden ist. — Das erſte Moment dieser Klarheit ist in seiner Nothwendigkeit und Bedingung dadurch 1807 523 beſtimmt, daſs die reine Einsicht, oder sie, die an sich Begriff ist, sich verwirklicht; sie thut diſs, indem sie das Andersſeyn oder die Beſtimmtheit an ihr setzt. Auf diese Weiſe ist sie negative reine Einsicht, d. i. Negation des Begriffs; diese ist ebenſo rein; und es ist damit das reine Ding, das abſolute Weſen, das ſonſt keine weitere Beſtimmung hat, geworden. Diſs näher beſtimmt, ſo ist sie als abſoluter Begriff, ein Unterſcheiden von Unterſchieden, die keine mehr sind, von Abſtractionen oder reinen Begriffen, die sich selbſt nicht mehr tragen, sondern nur durch das Ganze der Bewegung Halt und Unterſcheidung haben. Dieſes Unterſcheiden des Nichtunterſchiednen beſteht gerade darin, daſs der abſolute Begriff sich ſelbſt zu seinem Gegenſtande macht, und jener Bewegung gegenüber sich als das Wesen ſetzt. Diſs entbehrt hiedurch der Seite, worin die Abſtractionen oder Unterschiede auseinandergehalten werden, und wird daher das reine Denken als reines Ding. — Diſs ist alſo eben jenes dumpfe bewuſstlose Weben des Geiſtes in ihm ſelbſt, zu dem der Glauben herabſank, indem er den unterſchiednen Inhalt verlor; — es ist zugleich jene Bewegung des reinen Selbstbewuſstseyns, der es das abſolut fremde Jenseits ſeyn soll. Denn weil diſs reine Selbstbewuſstseyn die Bewegung in reinen Begriffen, in Unterſcheiden ist, die keine sind, ſo fällt es in der That in das bewuſst lose Weben, d. i. in das reine Fühlen oder in die reine Dingheit zuſammen. — Der sich ſelbſt 1807 524 entfremdete Begriff — denn er ſteht hier noch auf der Stuffe dieſer Entfremdung — aber erkennt nicht diſs gleiche Wesen beyder Seiten, der Bewegung des Selbstbewuſstseyns und seines abſoluten Weſens, — nicht das gleiche Wesen derſelben, welches in der That ihre Substanz und Beſtehen ist. Indem er dieſe Einheit nicht erkennt, ſo gilt ihm das Weſen nur in der Form des gegenſtändlichen Jenseits, das unterſcheidende Bewuſstseyn aber, das auf dieſe Weiſe das Ansich auſser ihm hat, als ein endliches Bewuſstseyn.

575 Ueber jenes abſolute Weſen geräth die Aufklärung ſelbſt mit sich in den Streit, den sie vorher mit dem Glauben hatte, und theilt sich in zwey Partheyen. Eine Parthey bewährt sich erst dadurch als die Siegende, daſs sie in zwey Partheyen zerfällt; denn darin zeigt sie das Princip, das sie bekämpfte, an ihr ſelbſt zu besitzen, und hiemit die Einseitigkeit aufgehoben zu haben, in der sie vorher auftrat. Das Intereſſe, das sich zwiſchen ihr und der andern theilte, fällt nun ganz in sie und vergiſst der andern, weil es in ihr ſelbſt den Gegenſatz findet, der es beſchäfftigt. Zugleich aber ist er in das höhere siegende Element erhoben worden, worin er geläutert sich darſtellt. So daſs alſo die in einer Parthey entſtehende Zwietracht, welche ein Unglück ſcheint, vielmehr ihr Glück beweiſst.

576 Das reine Weſen ſelbſt hat keinen Unterſchied an ihm, daher kommt er ſo an daſſelbe, daſs sich zwey ſolche reine Weſen für das Bewuſstseyn, oder 1807 525 ein zweyfaches Bewuſstseyn desſelben hervorthut. — Das reine abſolute Weſen ist nur in dem reinen Denken, oder vielmehr es ist das reine Denken ſelbſt, alſo ſchlechthin jenseits des endlichen, des Selbſtbewuſstseyns, und nur das negative Weſen. Aber auf dieſe Weiſe ist es eben das Seyn, das negative des Selbſtbewuſstseyns. Als negatives deſſelben ist es auch darauf bezogen; es ist das äuſsere Seyn, welches auf es, worin die Unterſchiede und Bestimmungen fallen, bezogen die Unterſchiede an ihm erhält, geſchmeckt, geſehen, und ſo fort zu werden; und das Verhältniſs ist die sinnliche Gewiſsheit und Wahrnehmung.

577 Wird von dieſem sinnlichen Seyn, worein jenes negative Jenſeits nothwendig übergeht, ausgegangen, aber von dieſen beſtimmten Weiſen der Beziehung des Bewuſstseyns abſtrahirt, ſo bleibt die reine Materie übrig als das dumpfe Weben und Bewegen in sich ſelbſt. Es ist hiebey weſentlich, daſs zu betrachten, daſs die reine Materie nur das ist, was übrig bleibt, wenn wir vom Sehen, Fühlen, Schmecken und ſo fort abſtrahiren, das heiſst, sie ist nicht das geſehene, geſchmeckte, gefühlte, und ſo fort; es ist nicht die Materie, die geſehen, gefühlt, geſchmeckt wird, ſondern die Farbe, ein Stein, ein Salz u. ſ. f.; sie ist vielmehr die reine Abſtraction; und dadurch ist das reine Weſen des Denkens, oder das reine Denken ſelbſt vorhanden, als das nicht in sich unterſchiedene, nicht beſtimmte, prädicatloſe Abſolute.

1807 526

578 Die eine Aufklärung nennt das abſolute Weſen jenes prädicatloſe Abſolute, das jenſeits des wirklichen Bewuſstseyns im Denken ist, von welchem ausgegangen wurde; — die andere nennt es Materie. Wenn sie als Natur, und Geiſt oder Gott unterſchieden würden, ſo würde, dem bewuſstloſen Weben in sich ſelbſt, um Natur zu ſeyn, der Reichthum des entfalteten Lebens fehlen; — dem Geiſte oder Gotte das sich in sich unterſcheidende Bewuſstseyn. Beydes ist, wie wir geſehen, ſchlechthin derſelbe Begriff; der Unterſchied liegt nicht in der Sache, ſondern rein nur in dem verſchiedenen Ausgangspunkte beyder Bildungen, und darin, daſs jede auf einem eigenen Punkte in der Bewegung des Denkens ſtehen bleibt. Wenn sie darüber hinwegſetzten, würden sie zuſammentreffen und als daſſelbe erkennen, was der einen, wie sie vorgibt, ein Greuel, der andern eine Thorheit ist. Denn der einen ist das abſolute Weſen in ihrem reinen Denken oder unmittelbar für das reine Bewuſstseyn, auſſer dem endlichen Bewuſstseyn, das negative Jenseits deſſelben. Würde sie darauf reflectiren, daſs theils jene einfache Unmittelbarkeit des Denkens nichts anderes ist als das reine Seyn, theils das was negativ für das Bewuſstseyn ist, sich zugleich darauf bezieht, daſs im negativen Urtheile das ist (copula) beyde getrennten ebenſo zuſammenhält, — ſo würde sich die Beziehung dieſes Jenseits in der Bestimmung eines äuſſern Seyenden auf das Bewuſstseyn ergeben, 1807 527 und hiemit als daſſelbe, was reine Materie genannt wird; das fehlende Moment der Gegenwart wäre gewonnen. — Die andere Aufklärung geht von dem sinnlichen Seyn aus, abſtrahirt dann von der sinnlichen Beziehung des Schmeckens, Sehens und so fort, und macht es zum reinen Ansich, zur abſoluten Materie, dem nicht gefühlten, noch geſchmeckten; diſs Seyn ist auf dieſe Weise das prädicatlose Einfache, Wesen des reinen Bewuſstseyns geworden; es ist der reine Begriff als an sich seyend, oder das reine Denken in sich selbſt. Diese Einsicht macht in ihrem Bewuſstseyn nicht den entgegengesetzten Schritt vom Seyenden, welches rein seyendes ist, zum Gedachten, das daſſelbe ist, als das reinſeyende, oder nicht vom rein Positiven zum rein Negativen; indem doch das Positive rein schlechthin nur durch die Negation ist; das rein Negative aber als reines, sich in sich selbſt gleich und eben dadurch positiv ist. — Oder beyde sind nicht zum Begriffe der Cartesiſchen Metaphysik gekommen, daſs an sich Seyn und Denken daſſelbe ist, nicht zu dem Gedanken, daſs Seyn, reines Seyn, nicht ein concretes wirkliches ist, sondern die reine Abſtraction; und umgekehrt das reine Denken, die Sichselbstgleichheit, oder das Wesen, theils das Negative des Selbstbewuſstseyns und hiemit Seyn, theils als unmittelbare Einfachheit ebenso nichts anderes als Seyn ist; das Denken ist Dingheit, oder Dingheit ist Denken.

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579 Das Weſen hat hier die Entzweyung erſt ſo an ihm, daſs es zwey Arten der Betrachtungsweise angehört; theils muſs das Wesen den Unterſchied an ihm selbst haben, theils gehen eben darin die beyden Betrachtungsarten in Eine zusammen; denn die abſtracten Momente des reinen Seyns und des Negativen, wodurch sie sich unterscheiden, sind alsdenn in dem Gegenſtande dieſer Betrachtungsweiſen vereinigt. — Das gemeinschafftliche Allgemeine ist die Abſtraction des reinen Erzitterns in sich ſelbſt, oder des reinen sich ſelbſt Denkens. Diese einfache achsendrehende Bewegung muſs sich auseinander werfen, weil sie ſelbſt nur Bewegung ist, indem sie ihre Momente unterscheidet. Diese Unterscheidung der Momente läſst das Unbewegte als die leere Hülſe des reinen Seyns, das kein wirkliches Denken, kein Leben in sich selbst mehr ist, zurück; denn sie ist als der Unterſchied aller Inhalt. Sie, die sich auſſer jener Einheit setzt, ist aber hiemit der nicht in sich zurückkehrende Wechsel der Momente, des ansich und des für ein anderes und des fürsichſeyns; — die Wirklichkeit, wie sie Gegenſtand für das wirkliche Bewuſstseyn der reinen Einsicht ist, — die Nützlichkeit.

580 So schlecht die Nützlichkeit dem Glauben, oder der Empfindſamkeit, oder auch der sich Speculation nennenden Abſtraction, welche sich das ansich fixirt, ausſehen mag, so ist sie es, worin die reine Einsicht ihre Realisirung vollendet, und sich selbſt ihr 1807 529 *Gegenſtand ist, den sie nun nicht mehr verleugnet, und der auch nicht den Werth des Leeren oder des reinen Jenseits für sie hat. Denn die reine Einsicht ist, wie wir ſahen, der seyende Begriff selbſt, oder die sich selbſt gleiche reine Persönlichkeit, so sich in sich unterscheidend, daſs jedes der unterſchiedenen selbst reiner Begriff, das heiſst unmittelbar nicht unterschieden ist; sie ist einfaches reines Selbſtbewuſstseyn, welches ebensowohl für sich als an sich in einer unmittelbaren Einheit ist. Sein Ansichseyn ist daher nicht bleibendes Seyn, sondern hört unmittelbar auf, in ſeinem Unterschiede etwas zu ſeyn; ein solches Seyn aber, das unmittelbar keinen Halt hat, ist nicht an sich, sondern weſentlich für ein anders, das die Macht ist, die es abſorbirt. Aber diſs zweyte dem ersten, dem Ansichseyn, entgegengesetzte Moment verschwindet ebenso unmittelbar als das erſte, oder als Seyn nur für anderes ist es vielmehr das Verſchwinden ſelbſt, und es ist das in sich zurückgekehrt, das für sich seyn geſetzt. Diſs einfache für sich seyn ist aber als die Sichselbſtgleichheit vielmehr ein Seyn, oder damit für ein anderes. — Dieſe Natur der reinen Einsicht in der Entfaltung ihrer Momente, oder sie als Gegenſtand drückt das Nützliche aus. Es ist ein an sich beſtehendes oder Ding, diſs Ansichseyn ist zugleich nur reines Moment; es ist somit abſolut für ein anderes, aber es ist ebenso nur für ein anderes, als es an sich ist; dieſe entgegengeſetzten Momente sind in die unzertrennliche Einheit des 1807 530 Fürsichseyns zurückgekehrt. Wenn aber das Nützliche wohl den Begriff der reinen Einsicht ausdrückt, so ist es jedoch nicht als solche, ſondern sie als Vorſtellung oder als ihr Gegenſtand; es ist nur der raſtloſe Wechsel jener Momente, deren eines zwar das in sich ſelbſt zurückgekehrtseyn ſelbſt ist, aber nur als fürsichseyn, d. h. als ein abſtractes gegen die andern auf die Seite tretendes Moment. Das nützliche selbſt ist nicht das negative Wesen, diese Momente in ihrer Entgegensetzung zugleich ungetrennt in ein und derselben Rücksicht, oder als ein Denken an sich zu haben, wie sie als reine Einsicht sind; das Moment des Fürsichseyns ist wohl an dem Nützlichen, aber nicht ſo, daſs es über die andern Momente, das Ansich und das Seyn für anderes, übergreift, und somit das Selbst wäre. Die reine Einsicht hat alſo an dem Nützlichen ihren eigenen Begriff in ſeinen reinen Momenten zum Gegenſtande; sie ist das Bewuſstseyn dieser Metaphysik, aber noch nicht das Begreiffen derselben; es ist noch nicht zu der Einheit des Seyns und des Begriffs selbst gekommen. Weil das Nützliche noch die Form eines Gegenſtandes für sie hat, hat sie eine zwar nicht mehr an und für sich seyende, aber doch noch eine Welt, welche sie von sich unterscheidet. Allein indem die Gegensätze auf die Spitze des Begriffes herausgetreten sind, wird diſs die nächste Stuffe seyn, daſs sie zuſammenſtürzen, und die Aufklärung die Früchte ihrer Thaten erfährt.

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581 Den erreichten Gegenſtand in Beziehung auf dieſe ganze Sphäre betrachtet, ſo hatte die wirkliche Welt der Bildung sich in die Eitelkeit des Selbstbewuſstseyns zuſammengefaſst, — in das Fürsichseyn, das ihre Verworrenheit noch zu ſeinem Inhalte hat, und noch der einzelne Begriff, noch nicht der für sich allgemeine ist. In sich aber zurückgekehrt ist er die reine Einsicht, — das reine Bewuſstseyn als das reine Selbſt, oder die Negativität, wie der Glauben ebendaſſelbe als das reine Denken oder die Positivität. Der Glauben hat in jenem Selbſt das ihn vervollſtändigende Moment; — aber durch diese Ergäntzung untergehend, ist es nun an der reinen Einsicht, daſs wir die beyden Momente ſehen, als das abſolute Weſen, das rein gedacht oder negatives — und als Materie, die das positive seyende ist. — Es fehlt dieser Vollständigkeit noch jene Wirklichkeit des Selbſtbewuſstſeyns, welche dem eiteln Bewuſstseyn angehört, — die Welt, aus welcher das Denken sich zu sich erhob. Diſs Fehlende ist in der Nützlichkeit insofern erreicht, als die reine Einsicht daran die positive Gegenſtändlichkeit erlangte; sie ist dadurch wirkliches in sich befriedigtes Bewuſstseyn. Diese Gegenſtändlichkeit macht nun ihre Welt aus; sie ist die Wahrheit der vorhergehenden ganzen der ideellen wie der reellen Welt geworden. Die erste Welt des Geiſtes ist das ausgebreitete Reich seines sich zerſtreuenden Daſeyns und der vereinzelnten Gewiſsheit ſeiner ſelbſt; wie die Natur ihr Leben in 1807 532 unendlich mannichfaltige Geſtalten zerſtreut, ohne daſs die Gattung derſelben vorhanden wäre. Die zweyte enthält die Guttung, und ist das Reich des Ansichseyns, oder der Wahrheit entgegengeſetzt jener Gewiſsheit. Das dritte aber, das Nützliche ist die Wahrheit, welche ebenſo die Gewiſsheit ſeiner ſelbſt ist. Dem Reiche der Wahrheit des Glaubens fehlt das Princip der Wirklichkeit oder Gewiſsheit ſeiner ſelbſt als dieſes Einzelnen. Der Wirklichkeit aber oder Gewiſsheit ſeiner selbſt als dieſes einzelnen fehlt das Ansich. In dem Gegenſtande der reinen Einsicht sind beyde Welten vereinigt. Das Nützliche ist der Gegenſtand, inſofern das Selbſtbewuſstſeyn ihn durchſchaut, und die einzelne Gewiſsheit seiner selbſt, seinen Genuſs, (sein Fürsichseyn) in ihm hat; es sicht ihn auf dieſe Weiſe ein, und dieſe Einsicht enthält das wahre Weſen des Gegenſtandes; (ein durchſchautes oder für ein anderes zu ſeyn) sie ist alſo selbſt wahres Wissen, und das Selbſtbewuſstseyn hat ebenſo unmittelbar die allgemeine Gewiſsheit ſeiner selbst, sein reines Bewuſstseyn in diesem Verhältniſſe, in welchem also ebenso Wahrheit, wie Gegenwart und Wirklichkeit vereinigt sind. Beyde Welten sind versöhnt, und der Himmel auf die Erde herunter verpflanzt.

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III. *Die abſolute Freyheit und der Schrecken*.

582 Das Bewuſstſeyn hat in der Nützlichkeit ſeinen Begriff geſunden. Aber er iſt theils noch Gegenſtand, theils ebendarum noch Zweck, in deſſen Beſitze es ſich noch nicht unmittelbar befindet. Die Nützlichkeit iſt noch Prädicat des Gegenſtandes, nicht Subject ſelbſt, oder ſeine unmittelbare und einzige Wirklichkeit. Es iſt daſſelbe, was vorhin ſo erſchien; daſs das Fürſichſeyn noch nicht ſich als die Subſtanz der übrigen Momente erwieſen, wodurch das Nützliche unmittelbar nichts anderes als das Selbſt des Bewuſstſeyns und dieſes hiedurch in ſeinem Beſitze wäre. — Dieſe Rücknahme der Form der Gegenſtändlichkeit des Nützlichen iſt aber an ſich ſchon geſchehen, und aus dieſer innern Umwälzung tritt die wirkliche Umwälzung der Wirklichkeit, die neue Geſtalt des Bewuſstſeyns, die abſolute Freyheit hervor.

583 Es iſt nemlich in der That nicht mehr als ein leerer Schein von Gegenſtändlichkeit vorhanden, der das 1807 534 Selbſtbewuſstſeyn von dem Beſitze trennt. Denn theils iſt überhaupt alles Beſtehen und Gelten der beſtimmten Glieder der Organiſation der wirklichen und geglaubten Welt in dieſe einfache Beſtimmung als in ihren Grund und Geiſt zurückgegangen; theils aber hat dieſe nichts eignes mehr für ſich, ſie iſt vielmehr reine Metaphyſik, reiner Begriff oder Wiſſen des Selbstbewuſstseyns. Von dem an und für ſich ſeyn des Nützlichen als Gegenſtandes erkennt nemlich das Bewuſstseyn, daſs ſein Anſichſeyn weſentlich Seyn für anderes iſt; des Anſichſeyn als das Selbſtloſe iſt in Wahrheit das paſſive, oder was für ein anderes Selbſt iſt. Der Gegenſtand iſt aber für das Bewuſstseyn in dieſer abſtracten Form des reinen Anſichſeyns, denn es iſt reines Einſehen, deſſen Unterſchiede in der reinen. Form der Begriffe ſind. — Das Fürſichſeyn aber, in welches das Seyn für anderes zurückgeht, das Selbſt, iſt nicht ein von dem Ich verſchiednes, eignes Selbſt deſſen, was Gegenſtand heiſst; denn das Bewuſstseyn als reine Einſicht iſt nicht einzelnes Selbſt, dem der Gegenſtand ebenſo als eignes Selbſt gegenüberſtünde, ſondern es iſt der reine Begriff, das Schauen des Selbſts in das Selbſt, das abſolute ſich ſelbſt doppelt ſehen; die Gewiſsheit ſeiner iſt das allgemeine Subject und ſein wiſſender Begriff das Weſen aller Wirklichkeit. Wenn alſo das Nützliche nur der nicht in ſeine eigne Einheit zurückkehrende Wechsel der Momente, und daher noch Gegenſtand für das Wiſſen war, ſo hört er auf dieſes zu ſeyn, denn das Wiſſen 1807 535 iſt ſelbſt die Bewegung jener abſtracten Momente, es iſt das allgemeine Selbſt, das Selbſt ebenſo ſeiner als des Gegenſtandes, und als allgemeines, die in ſich zurückkehrende Einheit dieſer Bewegung.

584 Hiemit iſt der Geiſt als abſolute Freyheit vorhanden; er iſt das Selbstbewuſstseyn, welches ſich erfaſst, daſs ſeine Gewiſsheit ſeiner ſelbſt, das Weſen aller geiſtigen Maſſen der realen ſo wie der überſinnlichen Welt, oder umgekehrt, daſs Weſen und Wirklichkeit das Wiſſen des Bewuſstseyns von ſich iſt. — Es iſt ſeiner reinen Perſönlichkeit und darinn aller geiſtigen Realität bewuſst, und alle Realität iſt nur geiſtiges; die Welt iſt ihm ſchlechthin ſein Willen, und dieſer iſt allgemeiner Willen. Und zwar iſt er nicht der leere Gedanke des Willens, der in ſtillſchweigende oder repreſentirte Einwilligung geſetzt wird, ſondern reell allgemeiner Willen, Willen aller einzelner als ſolcher. Denn der Willen iſt an ſich das Bewuſstſeyn der Perſönlichkeit oder eines Jeden, und als dieſer wahrhafte wirkliche Willen ſoll er ſeyn, als ſelbſtbewuſstes Weſen aller und jeder Perſönlichkeit, ſo daſs jeder immer ungetheilt Alles thut, und was als Thun des Ganzen auftritt, das unmittelbare und bewuſste Thun eines Jeden iſt.

585 Dieſe ungetheilte Subſtanz der abſoluten Freyheit erhebt ſich auf den Thron der Welt, ohne daſs irgend eine Macht ihr Widerſtand zu leiſten vermöchte. Denn indem in Wahrheit das Bewuſstseyn allein das Element iſt, worinn die geiſtigen Weſen oder 1807 536 Mächte ihre Subſtanz haben, ſo iſt ihr ganzes Syſtem, das ſich durch die Theilung in Maſſen organiſirte und erhielt, zuſammengefallen, nachdem das einzelne Bewuſstseyn den Gegenſtand ſo erfaſst, daſs er kein anderes Weſen habe, als das Selbſtbewuſstseyn ſelbſt, oder daſs er abſolut der Begriff iſt. Was den Begriff zum ſeyenden Gegenſtande machte, war ſeine Unterſcheidung in abgeſonderte beſtehende Maſſen; indem aber der Gegenſtand zum Begriffe wird, iſt nichts beſtehendes mehr an ihm; die Negativität hat alle ſeine Momente durchdrungen. Er tritt ſo in die Exiſtenz, daſs jedes einzelne Bewuſstſeyn aus der Sphäre, der es zugetheilt war, ſich erhebt, nicht mehr in dieſer beſonderten Maſſe ſein Weſen und ſein Werk findet, ſondern ſein Selbſt als den Begriff des Willens, alle Maſſen als Weſen dieſes Willens erfaſst, und ſich hiemit auch nur in einer Arbeit verwirklichen kann, welche ganze Arbeit iſt. In dieſer abſoluten Freyheit ſind alſo alle Stände, welche die geiſtigen Weſen ſind, worein ſich das Ganze gliedert, getilgt; das einzelne Bewuſstſeyn, das einem ſolchen Gliede angehörte, und in ihm wollte und vollbrachte, hat ſeine Schranke aufgehoben; ſein Zweck iſt der allgemeine Zweck, ſeine Sprache das allgemeine Geſetz, ſein Werk das allgemeine Werk.

586 Der Gegenſtand und der Unterſchied hat hier die Bedeutung der Nützlichkeit, die Prädicat alles realen Seyns war, verloren; das Bewuſstseyn fängt ſeine Bewegung nicht an ihm an als einem fremden, von dem aus es 1807 537 erſt in ſich zurückkehrte, ſondern der Gegenſtand iſt ihm das Bewuſstseyn ſelbſt; der Gegenſatz beſteht alſo allein in dem Unterſchiede des einzelnen und allgemeinen Bewuſstseyns; aber das einzelne iſt ſich unmittelbar ſelbſt dasjenige, was nur den Schein des Gegenſatzes hatte, es iſt allgemeines Bewuſstſeyn und Willen. Das Jenſeits dieſer ſeiner Wirklichkeit ſchwebt über dem Leichname der verſchwundnen Selbſtſtändigkeit des realen oder geglaubten Seyns nur als die Ausdünſtung eines faden Gaſes, des leeren Etre ſuprême.

587 Es iſt nach Aufhebung der unterſchiedeneu geiſtigen Maſſen, und des beſchränkten Lebens der Individuen, ſo wie ſeiner beyden Welten alſo nur die Bewegung des allgemeinen Selbſtbewuſstseyns in ſich ſelbſt vorhanden, als eine Wechſelwirkung deſſelben in der Form der Allgemeinheit und des perſönlichen Bewuſstſeyns; der allgemeine Willen geht in ſich, und iſt einzelner Willen, dem das allgemeine Geſetz und Werk gegenüberſteht. Aber diſs einzelne Bewuſstſeyn iſt ſich ſeiner ebenſo unmittelbar als allgemeinen Willens bewuſst; es iſt ſich bewuſst, daſs ſein Gegenſtand von ihm gegebenes Geſetz und von ihm vollbrachtes Werk iſt; in Thätigkeit übergehend und Gegenſtändlichkeit erſchaffend, macht es alſo nichts einzelnes, ſondern nur Geſetze, und Staatsactionen.

588 Dieſe Bewegung iſt hiedurch die Wechſelwirkung des Bewuſstseyns mit ſich ſelbſt, worinn es nichts in der Geſtalt eines freyen ihm gegenüber tretenden 1807 538 *Gegenſtandes entläſst. Es folgt daraus, daſs es zu keinem poſitiven Werke, weder zu allgemeinen Werken der Sprache noch der Wirklichkeit, weder zu Geſetzen und allgemeinen Einrichtungen der bewuſsten — noch zu Thaten und Werken der wollenden Freyheit kommen kann. — Das Werk, zu welchem die ſich Bewuſstſeyn gebende Freyheit ſich machen könnte, würde darin beſtehen, daſs ſie als allgemeine Subſtanz ſich zum Gegenſtande und bleibenden Seyn machte. Diſs Andersſeyn wäre der Unterſchied an ihr, wornach ſie ſich in beſtehende geiſtige Maſſen und in die Glieder verſchiedener Gewalten theilte; theils daſs dieſe Maſſen die Gedankendinge einer geſonderten geſetzgebenden, richterlichen und ausübenden Gewalt wären, theils aber die realen Weſen, die ſich in der realen Welt der Bildung ergaben, und indem der Inhalt des allgemeinen Thuns näher beachtet würde, die beſondern Maſſen des Arbeitens, welche weiter als ſpeciellere Stände unterſchieden werden. — Die allgemeine Freyheit, die ſich auf dieſe Weiſe in ihre Glieder geſondert, und ebendadurch zur ſeyenden Subſtanz gemacht hätte, wäre dadurch frey von der einzelnen Individualität und theilte die Menge der Individuen unter ihre verſchiedenen Glieder. Das Thun und Seyn der Perſönlichkeit ſande ſich aber dadurch auf einen Zweig des Ganzen, auf eine Art des Thuns und Seyns beſchränkt; in das Element des Seyns geſetzt, erhielte ſie die Bedeutung einer beſtimmten; ſie hörte auf in Wahrheit allgemeines Selbſtbewuſstseyn zu ſeyn. Dieſes läſst ſich 1807 539 dabey nicht durch die Vorſtellung des Gehorſams unter ſelbſtgegebenen Geſetzen, die ihm einen Theil zuwieſen, noch durch ſeine Repreſentation beym Geſetzgeben und allgemeinen Thun um die Wirklichkeit betriegen, — nicht um die Wirklichkeit, ſelbſt das Geſetz zu geben, und nicht ein einzelnes Werk, ſondern das allgemeine ſelbſt zu vollbringen; denn wobey dae Selbſt nur repreſentirt und vorgeſtellt iſt, da iſt es nicht wirklich; wo es vertreten iſt, iſt es nicht.

589 Wie in dieſem allgemeinen Werke der abſoluten Freyheit als daſeyender Subſtanz ſich das einzelne Selbſtbewuſstſeyn nicht findet, eben ſo wenig in eigentlichen Thaten und individuellen Handlungen ihres Willens. Daſs das Allgemeine zu einer That komme, muſs es ſich in das Eins der Individualität zuſammennehmen, und ein einzelnes Selbſtbewuſstſeyn an die Spitze ſtellen; denn der allgemeine Willen iſt nur in einem Selbſt, das Eines iſt, wirklicher Willen. Dadurch aber ſind alle andern Einzelnen von dem Ganzen dieſer That ausgeſchloſſen, und haben nur einen beſchränkten Antheil an ihr, ſo daſs die That nicht That des wirklichen allgemeinen Selbſtbewuſstſeyns seyn würde. — Kein poſitives Werk noch That kann alſo die allgemeine Freyheit hervorbringen; es bleibt ihr nur das negative Thun; ſie iſt nur die Furie des Verſchwindens.

590 Aber die höchſte und der allgemeinen Freyheit entgegengeſetzteſte Wirklichkeit oder vielmehr der einzige Gegenſtand, der für ſie noch wird, iſt die 1807 540 Freyheit und Einzelnheit des wirklichen Selbſtbewuſstſeyns ſelbſt. Denn jene Allgemeinheit, die ſich nicht zu der Realität der organiſchen Gegliederung kommen läſst, und in der ungetheilten Continuität ſich zu erhalten den Zweck hat, unterſcheidet ſich in ſich zugleich, weil ſie Bewegung oder Bewuſstſeyn überhaupt iſt. Und zwar um ihrer eignen Abſtraction willen, trennt ſie ſich in eben ſo abſtracte Extreme, in die einfache unbiegſame kalte Allgemeinheit, und in die discrete abſolute harte Sprödigkeit und eigenſinnige Punctualität des wirklichen Selbſtbewuſstſeyns. Nachdem ſie mit der Vertilgung der realen Organiſation fertig geworden, und nun für ſich beſteht, iſt diſs ihr einziger Gegenſtand; — ein Gegenſtand, der keinen andern Inhalt, Beſitz, Daſeyn und äuſſerliche Ausdehnung mehr hat, ſondern er iſt nur diſs Wiſſen von ſich als abſolut reinem und freyem einzelnem Selbſt. An was er erfaſst werden kann, iſt allein ſein abſtractes Daſeyn überhaupt. — Das Verhältniſs alſo dieſer beyden, da ſie untheilbar abſolut für ſich ſind, und alſo keinen Theil in die Mitte ſchicken können, wodurch ſie ſich verknüpften, iſt die ganz unvermittelte reine Negation; und zwar die Negation des Einzelnen als Seyenden in dem Allgemeinen. Das einzige Werk und That der allgemeinen Freyheit iſt daher der Tod, und zwar ein Tod, der keinen innern Umfang und Erfüllung hat, denn was negirt wird, iſt der unerfüllte Punkt des abſolutfreyen Selbſts; er iſt alſo der 1807 541 kälteſte, platteſte Tod, ohne mehr Bedeutung, als das Durchhauen eines Kohlhaupts oder ein Schluck Waſſers.

591 In der Plattheit dieſer Sylbe beſteht die Weisheit der Regierung, der Verſtand des allgemeinen Willens ſich zu vollbringen. Die Regierung iſt ſelbſt nichts anders, als der ſich feſtſetzende Punkt oder die Individualität des allgemeinen Willens. Sie, ein Wollen und Vollbringen, das aus einem Punkte ausgeht, will und vollbringt zugleich eine beſtimmte Anordnung und Handlung. Sie ſchlieſst damit einerſeits die übrigen Individuen aus ihrer That aus, andererſeits conſtituirt ſie ſich dadurch als eine ſolche, die ein beſtimmter Willen, und dadurch dem allgemeinen Willen entgegengeſetzt iſt; ſie kann daher ſchlechterdings nicht anders, denn als eine Faction ſich darſtellen. Die ſiegende Faction nur heiſst Regierung, und ebendarin daſs ſie Faction iſt, liegt unmittelbar die Nothwendigkeit ihres Untergangs; und daſs ſie Regierung iſt, diſs macht ſie umgekehrt zur Faction und ſchuldig. Wenn der allgemeine Willen ſich an ihr wirkliches Handeln als an das Verbrechen hält, das ſie gegen ihn begeht, ſo hat ſie dagegen nichts Beſtimmtes und Aeuſſeres, wodurch die Schuld des ihr entgegengeſetzten Willens ſich darſtellte; denn ihr als dem wirklichen allgemeinen Willen ſteht nur der unwirkliche reine Willen, die Abſicht, gegenuber. Verdächtig werden tritt daher an die Stelle, oder hat die Bedeutung und Wirkung 1807 542 des Schuldigſeyns, und die äuſſerliche Reaction gegen dieſe Wirklichkeit, die in dem einfachen Innern der Abſicht liegt, beſteht in dem trocknen Vertilgen dieſes ſeyenden Selbſts, an dem nichts ſonſt wegzunehmen iſt, als nur ſein Seyn ſelbſt.

592 In dieſem ihrem eigenthümlichen Werke wird die abſolute Freyheit ſich zum Gegenſtande, und das Selbſtbewuſstſeyn erfahrt, was ſie iſt. Anſich iſt ſie eben diſs abſtracte Selbſtbewuſstseyn, welches allen Unterſchied und alles Beſtehen des Unterſchiedes in ſich vertilgt. Als dieſes iſt ſie ſich der Gegenſtand; der Schrecken des Todes iſt die Anſchauung dieſes ihres negativen Weſens. Dieſe ſeine Realitat findet aber das abſolutfreye Selbſtbewuſstſeyn ganz anders als ihr Begriff von ihr ſelbſt war, daſs nemlich der allgemeine Willen nur das poſitive Weſen der Perſönlichkeit ſey, und dieſe in ihm ſich nur poſitiv oder erhalten wiſſe. Sondern hier iſt für es, das als reine Einſicht ſein poſitives und negatives Weſen, — das prädicatloſe Abſolute als reines Denken, und als reine Materie ſchlechthin trennt, — der abſolute Uebergang von dem einen in das andere, in ſeiner Wirklichkeit vorhanden. — Der allgemeine Willen, als abſolut poſitives wirkliches Selbſtbewuſstſeyn, ſchlagt, weil es dieſe zum reinen Denken oder zur abſtracten Materie geſteigerte selbſtbewuſste Wirklichkeit iſt, in das negative Weſen um, und erweiſst ſich ebenſo Aufheben des ſich ſelbſt Denkens oder des Selbſtbewuſstſeyns zu ſeyn.

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593 Die abſolute Freyheit hat alſo als reine Sichſelbſtgleichheit des allgemeinen Willens die Negation, damit aber den Unterſchied überhaupt an ihr, und entwickelt dieſen wieder als wirklichen Unterſchied. Denn die reine Negativität hat an dem ſich ſelbſtgleichen allgemeinen Willen das Element des Beſtehens oder die Subſtanz, worin ihre Momente ſich realiſiren, ſie hat die Materie welche ſie in ihre Beſtimmtheit verwenden kann; und inſofern dieſe Subſtanz ſich als das negative für das einzelne Bewuſstseyn gezeigt hat, bildet ſich alſo wieder die Organiſation der geiſtigen Maſſen aus, denen die Menge der individuellen Bewuſstseyn zugetheilt wird. Dieſe, welche die Furcht ihres abſoluten Herrn, des Todes empfunden, laſſen ſich die Negation und die Unterſchiede wieder gefallen, ordnen ſich unter die Maſſen, und kehren zu einem getheilten und beſchrankten Werke, aber dadurch zu ihrer ſubſtantiellen Wirklichkeit zurück.

594 Der Geiſt wäre aus dieſem Tumulte zu ſeinem Ausgangspunkte, der ſittlichen und realen Welt der Bildung, zurückgeſchleudert, welche durch die Furcht des Herrn, die wieder in die Gemüther gekommen, nur erfriſcht und verjüngt worden. Der Geiſt müſste dieſen Kreislauf der Nothwendigkeit von neuem durchlauffen und immer wiederhohlen, wenn nur die vollkommne Durchdringung des Selbſtbewuſstseyns und der Subſtanz, das Reſultat wäre, — eine Durchdringung, worin das Selbſtbewuſstseyn, das die gegen es 1807 544 negative Krafft ſeines allgemeinen Weſens erfahren, ſich nicht als dieſes Beſondre, ſondern nur als Allgemeines wiſſen und finden wollte, und daher auch die gegenſtändliche es als Beſonders ausſchlieſſende Wirklichkeit des allgemeinen Geiſtes ertragen könnte. — Aber in der abſoluten Freyheit war nicht, weder das Bewuſstseyn, das in mannichfaltiges Daſeyn verſenkt iſt, oder das ſich beſtimmte Zwecke und Gedanken feſtſetzt, — noch eine äuſſere geltende Welt, es ſey der Wirklichkeit oder des Denkens, miteinander in Wechſelwirkung, ſondern die Welt ſchlechthin in der Form des Bewuſstseyns, als allgemeiner Willen und ebenſo das Selbſtbewuſstseyn zuſammengezogen aus allem ausgedehnten Daſeyn oder mannichfaltigem Zweck und Urtheil in das einfache Selbſt. Die Bildung, die es in der Wechſelwirkung mit jenem Weſen erlangt, iſt daher die erhabenſte und letzte, ſeine reine einfache Wirklichkeit unmittelbar verſchwinden und in das leere Nichts übergehen zu ſehen. In der Welt der Bildung ſelbſt, kommt es nicht dazu, ſeine Negation oder Entfremdung in dieſer Form der reinen Abſtraction anzuſchauen; ſondern ſeine Negation iſt die erfüllte; entweder die Ehre oder der Reichthum, die es an die Stelle des Selbſts, deſſen es ſich entfremdete, gewinnt; — oder die Sprache des Geiſtes und der Einſicht, die das zerriſſene Bewuſstſeyn erlangt, oder ſie iſt der Himmel des Glaubens, oder das Nützliche der Aufklärung. Alle dieſe Beſtimmungen ſind in dem Verluſte, den das Selbſt in der abſoluten 1807 545 Freyheit erfährt, verloren; ſeine Negation iſt der bedeutungslose Tod, der reine Schrecken des Negativen, das nichts poſitives, nichts erfüllendes in ihm hat. — Zugleich aber iſt dieſe Negation in ihrer Wirklichkeit nicht ein Fremdes, ſie iſt weder die allgemeine jenſeits liegende Nothwendigkeit, worin die ſittliche Welt untergeht, noch der einzelne Zufall des eignen Beſitzes oder der Laune des Beſitzenden, von dem das zerriſſne Bewuſstſeyn ſich abhängig ſieht, — ſondern ſie iſt der allgemeine Willen, der in dieser seiner letzten Abſtraction nichts poſitives hat, und daher nichts für die Aufopferung zurückgeben kann, — aber ebendarum iſt er unvermittelt eins mit dem Selbstbewuſstseyn, oder er iſt das rein poſitive, weil er das rein negative iſt; und der bedeutungslose Tod, die unerfüllte Negativität des Selbſts schlägt im innern Begriffe zur absoluten Poſitivität um. Für das Bewuſstſeyn verwandelt ſich die unmittelbare Einheit seiner mit dem allgemeinen Willen, seine Foderung ſich als diesen beſtimmten Punkt im allgemeinen Willen zu wiſſen, in die schlechthin entgegengesetzte Erfahrung um. Was ihm darin verschwindet, ist das abstracte Seyn oder die Unmittelbarkeit des subſtanzlosen Punkts, und diese verschwundne Unmittelbarkeit ist der allgemeine Willen selbst, als welchen es sich nun weiſs, insofern es aufgehobne Unmittelbarkeit, insofern es reines Wissen oder reiner Willen iſt. Hiedurch weiſs es ihn als sich selbst und sich als Wesen, aber nicht 1807 546 als das unmittelbarſeyende Wesen, weder ihn als die revolutionäre Regierung oder als die die Anarchie zu constituiren strebende Anarchie, noch sich als Mittelpunkt dieser Faction oder der ihr entgegengesetzten, sondern der allgemeine Willen ist sein reines Wissen und Wollen, und es ist allgememer Willen, als dieses reine Wissen und Wollen. Es verliert darin nicht sich selbst, denn das reine Wissen und Wollen iſt vielmehr es, als der atome Punkt des Bewuſstseyns. Es ist also die Wechselwirkung des reinen Wissens mit sich selbst; das reine Wissen als Wesen ist der allgemeine Willen; aber dieses Wesen ist schlechthin nur das reine Wissen. Das Selbstbewuſstseyn ist also das reine Wissen von dem Wesen als reinem Wissen. Es ferner als einzelnes Selbst ist nur die Form des Subjects oder wirklichen Thuns, die von ihm als Form gewuſst wird; ebenso ist für es die gegenständliche Wirklichkeit, das Seyn, schlechthin selbstlose Form; denn sie wäre das nicht gewuſste; diſs Wissen aber weiſs das Wissen als das Wesen.

595 Die abſolute Freyheit hat also den Gegenſatz des allgemeinen und einzelnen Willens mit sich ſelbst ausgeglichen; der sich entfremdete Geiſt, auf die Spitze seines Gegensatzes getrieben, in welchem das reine Wollen und das rein Wollende noch unterschieden sind, setzt ihn zur durchsichtigen Form herab, und findet darin sich selbst. — Wie das Reich der wirklichen Welt in das Reich des Glaubens und der Einsicht übergeht, so geht die absolute Freyheit aus ihrer sich 1807 547 selbst zerstörenden Wirklichkeit in ein anderes Land des selbſtbewuſtsen Geiſtes über, worin sie in dieser Unwirklichkeit als das Wahre gilt, an dessen Gedanken er sich labt, insofern er Gedanke iſt und bleibt, und dieses in das Selbstbewuſstseyn eingeschlossene Seyn als das vollkommne und vollſtändige Wesen weiſs. Es ist die neue Gestalt des moralischen Geistes entstanden.

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C. *Der seiner selbst gewiſse Geist. Die Moralität*.

596 Die sittliche Welt zeigte den in ihr nur abgeschiednen Geiſt, das einzelne Selbſt, als ihr Schicksal und ihre Wahrheit. Dieſe Person des Rechts aber hat ihre Subſtanz und Erfüllung auſſer ihr. Die Bewegung der Welt der Bildung und des Glaubens hebt diese Abſtraction der Person auf, und durch die vollendete Entfremdung, durch die höchſte Abſtraction, wird dem Selbſt des Geiſtes die Subſtanz zuerſt zum allgemeinen Willen, und endlich zu seinem Eigenthum. Hier also scheint das Wissen endlich seiner Wahrheit vollkommen gleich geworden zu seyn; denn seine Wahrheit ist diſs Wissen selbſt, und aller Gegensatz beyder Seiten verschwunden; und zwar nicht für uns, oder an sich, sondern für das Selbstbewuſstseyn selbſt. Es ist nemlich über den Gegensatz des Bewuſstseyns selbſt Meister geworden, Dieses beruht auf dem Gegensatze der Gewiſsheit seiner selbſt und des Gegenſtandes; nun aber ist der Gegenſtand ihm selbſt die Gewiſsheit seiner, das Wiſien — so wie die Gewiſsheit seiner selbst als 1807 549 solche nicht mehr eigne Zwecke hat, also nicht mehr in der Bestimmtheit, sondern reines Wiſſen ist.

597 Das Wiſſen des Selbstbewuſstseyns ist ihm alſo die Subſtanz selbſt. Sie ist für es ebenso unmittelbar als abſolut vermittelt in einer ungetrennten Einheit. Unmittelbar — wie das sittliche Bewuſstseyn weiſs und thut es selbſt die Pflicht und gehört ihr als seiner Natur an; aber es ist nicht Charakter, wie dieses, das um seiner Unmittelbarkeit willen ein beſtimmter Geiſt ist, nur Einer der sittlichen Wesenheiten angehört, und die Seite hat, nicht zu wiſſen. — Es ist absolute Vermittlung, wie das sich bildende und das glaubende Bewuſstseyn; denn es ist weſentlich die Bewegung des Selbſts, die Abstraction des unmittelbaren Daseyns aufzuheben, und sich allgemeines zu werden; — aber weder durch reine Entfremdung und Zerreiſſung seines Selbſts und der Wirklichkeit, — noch durch die Flucht. Sondern es ist sich unmittelbar in seiner Subſtanz gegenwärtig, denn sie ist sein Wiſſen, sie ist die angeschaute reine Gewiſsheit seiner selbſt; und eben dieſe Unmittelbarkeit, die seine eigne Wirklichkeit ist, ist alle Wirklichkeit, denn das Unmittelbare ist das Seyn selbſt, und als die reine durch die absolute Negativität geläuterte Unmittelbarkeit ist sie reines, ist sie Seyn überhaupt oder alles Seyn.

598 Das abſolute Wesen ist daher nicht in der Beſtimmung erschöpft, das einfache Wesen des Denkens 1807 550 zu seyn, sondern es ist alle Wirklichkeit, und dieſe Wirklichkeit ist nur als Wiſſen; was das Bewuſstseyn nicht wüſste, hätte keinen Sinn und kann keine Macht für es seyn; in seinen wiſſenden Willen hat sich alle Gegenſtändlichkeit und Welt zurückgezogen. Es ist abſolut frey, darin daſs es seine Freyheit weiſs, und eben diſs Wiſſen seiner Freyheit ist seine Subſtanz und Zweck und einziger Inhalt.

a. Die moralische Weltanschauung.

599 Das Selbſtbewuſstſeyn weiſs die Pflicht, als das abſolute Wesein; es ist nur durch sie gebunden, und dieſe Subſtanz ist sein eignes reines Bewuſstseyn; die Pflicht kann nicht die Form eines Fremden für es erhalten. So aber in sich selbſt beschloſſen ist das moralische Selbſtbewuſstseyn noch nicht als Bewuſstseyn gesetzt und betrachtet. Der Gegenſtand ist unmittelbares Wiſſen, und so rein von dem Selbſt durchdrungen ist er nicht Gegenſtand. Aber weſentlich die Vermittlung und Negativität, hat es in seinem Begriffe die Beziehung auf ein Andersſeyn; und ist Bewuſstseyn. Diſs Andersſeyn ist einerseits, weil die Pflicht seinen einzigen wesentlichen Zweck und Gegenſtand ausmacht, für es eine völlig bedeutungslose Wirklichkeit. Weil diſs Bewuſstseyn aber so vollkommen in sich beſchloſſen ist, so verhält es sich gegen diſs Audersſeyn vollkommen frey und 1807 551 gleichgültig, und das Daseyn ist daher andererseits ein vom Selbstbewuſstseyn völlig freygelaſſenes, sich ebenso nur auf sich beziehendes Daſeyn; je freyer das Selbſtbewuſstseyn wird, deſto freyer auch der negative Gegenſtand ſeines Bewuſstseyns. Er ist hiedurch eine zur eignen Individualität in sich vollendete Welt, ein selbſtständiges Ganzes eigenthümlicher Gesetze, so wie ein selbſtständiger Gang und freye Verwirklichung derselben, — eine Natur überhaupt, deren Geſetze wie ihr Thun ihr ſelbſt angehören, als einem Weſen, das unbekümmert um das moralische Selbstbewuſstseyn ist, wie dieſes um sie.

600 Von dieſer Beſtimmung an bildet sich eine moralische Weltanschauung aus, die in der Beziehung des moralischen An ‒ und Fürsichſeyns und des natürlichen An ‒ und Fürsichſeyns beſteht. Dieſer Beziehung liegt zum Grunde ſowohl die völlige Gleichgültigkeit und eigne Selbſtständigkeit der Natur, und der moralischen Zwecke und Thätigkeit gegeneinander, als auf der andern Seite das Bewuſstseyn der alleineinigen Weſenheit der Pflicht und der völligen Unselbſtständigkeit und Unweſenheit der Natur. Die moralische Weltanschauung enthält die Entwicklung der Momente, die in dieſer Beziehung so ganz widerſtreitender Vorausſetzungen enthalten sind.

601 Zuerſt also ist das moralische Bewuſstseyn überhaupt vorausgeſetzt; die Pflicht gilt ihm als das Weſen, ihm, das wirklich und thatig ist, und in ſeiner Wirklichkeit und That die Pflicht erfüllt. Für diſs 1807 552 moraliſche Bewuſstseyn ist aber zugleich die vorausgeſetzte Freyheit der Natur, oder es erfährt, daſs die Natur unbekümmert darum ist, ihm das Bewuſstseyn der Einheit ſeiner Wirklichkeit mit der ihrigen zu geben, und es alſo vielleicht glücklich werden läſst, vielleicht auch nicht. Das unmoralische Bewuſstseyn dagegen findet vielleicht zufälligerweiſe ſeine Verwirklichung, wo das moralische nur Veranlaſſung zum Handeln, aber durch daſſelbe nicht das Glück der Ausführung und des Genuſſes der Vollbringung ihm zu Theil werden sieht. Es findet daher vielmehr Grund zu Klagen über ſolchen Zuſtand der Unangemeſſenheit ſeiner und des Daſeyns, und der Ungerechtigkeit, die es darauf einſchränkt, ſeinen Gegenſtand nur als reine Pflicht zu haben, aber ihm denſelben, und sich verwirklicht zu ſehen verſagt.

602 Das moralische Bewuſstſeyn kann nicht auf die Glückseligkeit Verzicht thun, und diſs Moment aus ſeinem abſoluten Zwecke weglaſſen. Der Zweck, der als reine Pflicht ausgeſprochen wird, hat weſentlich diſs an ihm, dies einzelne Selbſtbewuſstſeyn zu enthalten; die individuelle Ueberzeugung und das Wiſſen von ihr machten ein abſolutes Moment der Moralität aus. Dieſes Moment an dem gegenſtändlich gewordenen Zwecke, an der erfüllten Pflicht, iſt das sich als verwirklicht anſchauende einzelne Bewuſstseyn, oder der Genuſs, der hiemit im Begriffe zwar nicht unmittelbar der Moralität als Gesinnung 1807 553 betrachtet liegt, allein im Begriffe der Verwirklichung derſelben. Hiedurch aber liegt er auch in ihr als Gesinnung; denn dieſe geht darauf, nicht Gesinnung im Gegenſatze des Handelns zu bleiben, ſondern zu handeln, oder sich zu verwirklichen. Der Zweck als das Ganze mit dem Bewuſstſeyn ſeiner Momente ausgeſprochen, ist alſo diſs, daſs die erfüllte Pflicht ebenſowohl reinmoraliſche Handlung, als realisirte Individualität ſey, und die Natur, als die Seite der Einzelnheit gegen den abſtracten Zweck, eins ſey mit dieſem. — So nothwendig die Erfahrung von der Disharmonie beyder Seiten iſt, weil die Natur frey ist, ebenſo iſt auch die Pflicht allein das Weſentliche, und die Natur gegen sie das Selbſtloſe. Jener ganze Zweck, den die Harmonie ausmacht, enthält die Wirklichkeit ſelbſt in sich. Er ist zugleich der Gedanke der Wirklichkeit. Die Harmonie der Moralität und der Natur, — oder indem die Natur nur inſofern in Betracht kömmt, als das Bewuſstseyn ihre Einheit mit ihm erfährt, — die Harmonie der Moralität und der Glückſeligkeit ist gedacht als nothwendig ſeyend, oder sie ist poſtulirt. Denn Fodern drückt aus, daſs etwas ſeyend gedacht wird, das noch nicht wirklich iſt; eine Nothwendigkeit nicht des Begriffes, als Begriffes, ſondern des Seyns. Aber die Nothwendigkeit ist zugleich weſentlich die Beziehung durch den Begriff. Das gefoderte Seyn gehört alſo nicht dem Vorſtellen des zufälligen Bewuſstseyns an, ſondern es liegt im Begriffe der Moralität ſelbſt, deſſen 1807 554 wahrer Inhalt die Einheit des reinen und einzelnen Bewuſstseyns iſt; dem letztern gehört diſs an, daſs dieſe Einheit für es als eine Wirklichkeit ſey, was im Inhalte des Zwecks Glückſeligkeit, in seiner Form aber Daſeyn überhaupt iſt. — Diſs gefoderte Daſeyn oder die Einheit beyder iſt darum nicht ein Wunſch, oder als Zweck betrachtet, nicht ein ſolcher, deſſen Erreichung noch ungewiſs wäre, ſondern er iſt eine Foderung der Vernunft, oder unmittelbare Gewiſsheit und Vorausſetzung derſelben.

603 Jene erste Erfahrung und diſs Poſtulat iſt nicht das einzige, ſondern es thut sich ein ganzer Kreis von Poſtulaten auf. Die Natur ist nemlich nicht nur diese ganz freye äuſſerliche Weise, in welcher als einem reinen Gegenſtan e das Bewuſstseyn ſeinen Zweck zu realisiren hätte. Dieſes ist an ihm selbſt weſentlich ein ſolches, für welches diſs andere freye Wirkliche ist, d. h. es ist selbst ein zufälliges und natürliches. Diese Natur, die ihm die seinige ist, ist die Sinnlichkeit, die in der Geſtalt des Wollens, als Triebe und Neigungen, für sich eigene beſtimmte Wesenheit oder einzelne Zwecke hat, also dem reinen Willen und seinem reinen Zwecke entgegengeſetzt ist. Gegen dieſe Entgegensetzung aber ist dem reinen Bewuſstseyn vielmehr die Beziehung der Sinnlichkeit auf es, ihre absolute Einheit mit ihm das Wesen. Beydes, das reine Denken und die Sinnlichkeit des Bewuſstseyns, sind an sich Ein Bewuſtseyn, und das reine Denken ist eben dieses, für 1807 555 welches und in welchem diese reine Einheit ist; für es aber als Bewuſstseyn ist der Gegensatz seiner selbst und der Triebe. In diesem Widerſtreit der Vernunft und der Sinnlichkeit ist für jene diſs das Wesen, daſs er sich auflöse, und als Reſultat die Einheit beyder hervorgehe, die nicht jene ursprüngliche, daſs beyde in Einem Individuum sind, sondern eine solche ist, die aus dem gewuſsten Gegenſatze beyder hervorgeht. Solche Einheit erst ist die wirkliche Moralität, denn in ihr ist der Gegensatz, wodurch das Selbst Bewuſstseyn oder erst wirkliches und in der That Selbſt und zugleich allgemeines iſt, enthalten; oder es ist diejenige Vermittlung darin ausgedrückt, welche der Moralität, wie wir ſehen, wesentlich ist. — Indem unter den beyden Momenten des Gegenſatzes die Sinnlichkeit ſchlechthin das Andersſeyn oder das Negative, hingegen das reine Denken der Pflicht das Weſen ist, von welchem nichts aufgegeben werden kann, ſo ſcheint die hervorgebrachte Einheit nur durch das Aufheben der Sinnlichkeit zu Stande kommen zu können. Da sie aber ſelbſt Moment dieſes Werdens, das Moment der Wirklichkeit ist, so wird man sich für die Einheit zunächst mit dem Ausdrucke begnügen müſſen, daſs die Sinnlichkeit der Moralität gemäſs ſey. — Diese Einheit ist gleichfalls ein poſtulirtes Seyn, sie ist nicht da; denn was da ist, ist das Bewuſstſeyn, oder der Gegensatz der Sinnlichkeit und des reinen Bewuſstſeyns. Sie ist aber zugleich nicht ein An sich, wie 1807 556 das erſte Poſtulat, worin die freye Natur eine Seite ausmacht, und die Harmonie derſelben mit dem moraliſchen Bewuſstſeyn daher auſſer dieſem fällt; ſondern die Natur ist hier diejenige, welche an ihm ſelbſt, und es ist hier um die Moralität als ſolche zu thun, um eine Harmonie, welche die eigne des thnenden Selbsts ist; das Bewuſstſeyn hat sie daher selbst zu Stande zu bringen, und in der Moralität immer Fortſchritte zu machen. Die Vollendung derſelben aber ist ins unendliche hinauszuſchieben; denn wenn sie wirklich einträte, so höhe sich das moralische Bewuſstseyn auf. Denn die Moralität ist nur moraliſches Bewuſstseyn als das negative Weſen, für deſſen reine Pflicht die Sinnlichkeit nur eine negative Bedeutung, nur nicht gemäſs ist. In der Harmonie aber verſchwindet die Moralität als Bewuſstseyn oder ihre Wirklichkeit, wie in dem moraliſchen Bewuſstſeyn oder der Wirklichkeit ihre Harmonie verſchwindet. Die Vollendung ist darum nicht wirklich zu erreichen, sondern nur als eine abſolute Aufgabe zu denken, das heiſst als eine ſolche, welche ſchlechthin Aufgabe bleibt. Zugleich ist jedoch ihr Inhalt als ein ſolcher zu denken, der ſchlechthin ſeyn müſſe, und nicht Aufgabe bleibe; es ſey nun, daſs man sich in dieſem Ziele das Bewuſstseyn ganz aufgehoben, oder auch nicht, vorſtelle; wie es eigentlich damit zu halten, läſst sich in der dunkeln Ferne der Unendlichkeit, wohin eben deſswegen die Erreichung des Ziels zu ſchieben ist, nicht mehr 1807 557 deutlich unterſcheiden. Es wird eigentlich gesagt werden müſſen, daſs die beſtimmte Vorſtellung nicht intereſſiren und nicht geſucht werden ſoll, weil diſs auf Widerſprüche führt, — einer Aufgabe, die Aufgabe bleiben, und doch erfüllt werden, — einer Moralität, die nicht Bewuſstseyn, nicht wirklich mehr ſeyn ſoll. Durch die Betrachtung aber, daſs die vollendete Moralität einen Widerſpruch enthielte, würde die Heiligkeit der moraliſchen Weſenheit leiden, und die abſolute Pflicht als etwas unwirkliches erſcheinen.

604 Das erſte Poſtulat war die Harmonie der Moralität und der gegenſtändlichen Natur, der Endzweck der Welt; das andere die Harmonie der Moralität und des sinnlichen Willens, der Endzweck des Selbſtbewuſstseyns als ſolchen; das erſte alſo die Harmonie in der Form des Ansich, das andere in der Form des Fürsichſeyns. Was aber dieſe beyden extremen Endzwecke, die gedacht sind, als Mitte verbindet, ist die Bewegung des wirklichen Handelns ſelbſt. Sie sind Harmonien, deren Momente in ihrer abſtracten Unterſchiedenheit noch nicht zum Gegenſtande geworden; diſs geſchieht in der Wirklichkeit, worin die Seiten im eigentlichen Bewuſstseyn, jede als die Andre der Andern auftritt. Die hiedurch entſtehenden Poſtulate enthalten, wie vorher nur die getrennten an sich und für sich ſeyende Harmonien, itzt an und fürsichſeyende.

605 Das moraliſche Bewuſstseyn ist als das einfache Wiſſen und Wollen der reinen Pflicht im Handeln 1807 558 auf den ſeiner Einfachheit entgegengeſetzten Gegenſtand — auf die Wirklichkeit des mannichfaltigen Falles bezogen, und hat dadurch ein mannichfaltiges moraliſches Verhaltniſs. Es entſtehen hier dem Inhalte nach die vielen Geſetze überhaupt, und der Form nach die widerſprechenden Mächte des wiſſenden Bewuſstſeyns und des Bewuſstlosen. — Was fürs erſte die vielen Pflichten betrifft, ſo gilt dem moraliſchen Bewuſstſeyn überhaupt nur die reine Pflicht in ihnen; die vielen Pflichten als viele, sind beſtimmte und daher als ſolche für das moraliſche Bewuſstſeyn nichts heiliges. Zugleich aber durch den Begriff des Handelns, das eine mannichfaltige Wirklichkeit, und daher eine mannichfaltige moraliſche Beziehung in sich ſchlieſst, nothwendig, müſſen sie als an und für sich ſeyend betrachtet werden. Da sie ferner nur in einem moraliſchen Bewuſstſeyn ſeyn können, sind sie zugleich in einem andern als jenem, dem nur die reine Pflicht als die reine an und für sich und heilig ist.

606 Es ist alſo poſtulirt, daſs ein anderes Bewuſstſeyn ſey, welches sie heiligt, oder welches sie als Pflichten weiſs und will. Das erſte erhält die reine Pflicht gleichgültig gegen allen beſtimmten Inhalt, und die Pflicht ist nur dieſe Gleichgültigkeit gegen ihn. Das andere aber enthält die ebenſo weſentliche Beziehung auf das Handeln, und die Nothwendigkeit des beſtimmten Inhalts; indem ihm die Pflichten als beſtimmte Pflichten gelten, ſo ist ihm damit der Inhalt als 1807 559 ſolcher ebenſo weſentlich als die Form, wodurch er Pflicht iſt. Diſs Bewuſstſeyn ist hiedurch ein ſolches, worin das Allgemeine und das Beſondere ſchlechthin eins ist, ſein Begriff alſo derſelbe, als der Begriff der Harmonie der Moralität und Glückſeligkeit. Denn dieſer Gegenſatz drückt ebenſo die Trennung des ſich ſelbſt gleichen moraliſchen Bewuſstſeyns von der Wirklichkeit aus, die als das vielfache Seyn dem einfachen Weſen der Pflicht widerſtreitet. Wenn aber das erſte Poſtulat nur die ſeyende Harmonie der Moralität und der Natur ausdrückt, weil die Natur darin diſs negative des Selbſtbewuſstſeyns, das Moment des Seyns ist, ſo ist hingegen itzt diſs Ansich weſentlich als Bewuſstſeyn geſetzt. Denn das Seyende hat nun die Form des Inhalts der Pflicht, oder ist die Beſtimmtheit an der beſtimmten Pflicht. Das Ansich ist alſo die Einheit ſolcher, welche als einfache Weſenheiten, Weſenheiten des Denkens, und daher nur in einem Bewuſstseyn sind. Dieſes iſt alſo nunmehr ein Herr und Beherrſcher der Welt, der die Harmonie der Moralität und der Glückſeligkeit hervorbringt, und zugleich die Pflichten als Viele heiligt. Das letztere heiſst ſoviel, daſs dem Bewuſstseyn der reinen Pflicht die beſtimmte nicht unmittelbar heilig ſeyn kann; weil sie aber um des wirklichen Handelns, das ein beſtimmtes iſt, gleichfalls nothwendig iſt, ſo fällt ihre Nothwendigkeit auſſer jenem Bewuſstseyn in ein anderes, das ſomit das vermittelnde der beſtimmten und reinen Pflicht und der Grund ist, daſs jene auch gilt.

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607 In der wirklichen Handlung aber verhält ſich das Bewuſstseyn als dieſes Selbſt, als ein vollkommen einzelnes; es ist auf die Wirklichkeit als ſolche gerichtet, und hat sie zum Zwecke; denn es will vollbringen. Es fällt alſo die Pflicht überhaupt auſſer es in ein anderes Weſen, das Bewuſstseyn und der heilige Geſetzgeber der reinen Pflicht ist. Dem handelnden, eben weil es Handelndes ist, gilt das Andere der reinen Pflicht unmittelbar, dieſe iſt alſo Inhalt eines andern Bewuſstseyns und nur mittelbar, nemlich in dieſem, jenem heilig.

608 Weil es hiemit geſetzt iſt, daſs das Gelten der Pflicht als des an und für sich heiligen, auſſerhalb des wirklichen Bewuſstseyns fallt, ſo ſteht dieſes hiedurch überhaupt als das unvollkommne moraliſche Bewuſstseyn auf der einen Seite. Sowohl seinem Wiſſen nach weiſs es sich alſo als ein ſolches, deſſen Wiſſen und Ueberzeugung unvollſtändig und zufällig iſt; ebenſo ſeinem Wollen nach als ein ſolches, deſſen Zwecke mit Sinnlichkeit afficirt ſind. Um ſeiner Unwürdigkeit willen kann es daher die Glückseligkeit nicht nothwendig, ſondern als etwas Zufälliges anſehen, und sie nur aus Gnade erwarten.

609 Ob aber ſchon seine Wirklichkeit unvollkommen iſt, so gilt doch ſeinem reinen Willen und Wiſſen die Pflickt als das Weſen; im Begriffe, inſofern er der Realität entgegengeſetzt iſt, oder im Denken iſt es alſo vollkommen. Das abſolute Weſen aber iſt eben diſs Gedachte, und jenſeits der Wirklichkeit 1807 561 poſtulirte; es iſt daher der Gedanke, in welchem das moraliſch unvollkommne Wiſſen und Wollen für vollkommen gilt, hiemit auch, indem es daſſelbe für vollwichtig nimmt, die Glückseligkeit nach der Würdigkeit, nemlich nach dem ihm zugeſchriebenen Verdienſt ertheilt.

610 Die Weltanschauung iſt hierin vollendet; denn in dem Begriffe des moraliſchen Selbstbewuſstseyns sind die beyden Seiten reine Pflicht und Wirklichkeit in Einer Einheit geſetzt, und dadurch die eine wie andre nicht als an und für sich seyend, ſondern als Moment oder als aufgehoben. Diſs wird in dem letzten Theile der moraliſchen Weltanschauung für das Bewuſstseyn; die reine Pflicht nemlich ſetzt es in ein andres Weſen, als es ſelbſt ist, d. h. es ſetzt sie theils als ein vorgeſtelltes, theils als ein ſolches, das nicht das ist, was an und für sich gilt, ſondern das nichtmoraliſche gilt vielmehr als vollkommen. Ebenso sich selbst ſetzt es als ein ſolches, deſſen Wirklichkeit, die der Pflicht unangemeſſen ist, aufgehoben, und als aufgehobne oder in der Vorſtellung des absoluten Weſens, der Moralität nicht mehr widerſpricht.

611 Für das moraliſche Bewuſstseyn ſelbſt hat jedoch seine moralische Weltanſchauung nicht die Bedeutung, daſs es in ihr seinen eignen Begriff entwickelt, und ihn sich zum Gegenſtande macht; es hat weder ein Bewuſstſeyn über diesen Gegensatz der Form, noch auch über den Gegenſatz dem Inhalte nach, 1807 562 deſſen Theile es nicht untereinander bezieht und vergleicht, ſondern in ſeiner Entwicklung sich, ohne der zuſammenhaltende Begriff der Momente zu ſeyn, fortwälzt. Denn es weiſs nur das reine Weſen, oder den Gegenſtand, inſofern er Pflicht, inſofern er abſtracter Gegenſtand ſeines reinen Bewuſstseyns ist, als reines Wiſſen oder als sich ſelbſt. Es verhält sich alſo nur denkend, nicht begreiffend. Daher iſt ihm der Gegenſtand ſeines wirklichen Bewuſstseyns noch nicht durchsichtig; es iſt nicht der abſolute Begriff, der allein das Andersſeyn als ſolches, oder sein absolutes Gegentheil als sich selbst erfaſst. Seine eigne Wirklichkeit, ſo wie alle gegenſtändliche Wirklichkeit gilt ihm zwar als das unweſentliche; aber ſeine Freyheit ist die Freyheit des reinen Denkens, welcher darum zugleich die Natur gegenüber als ein ebenſo freyes entſtanden iſt. Weil beydes auf gleiche Weiſe in ihm ist, die Freyheit des Seyns und das Eingeſchloſſenſeyn deſſelben in das Bewuſstseyn, ſo wird ſein Gegenſtand als ein ſeyender, der zugleich nur gedacht; in dem letzten Theile seiner Anſchauung wird der Inhalt weſentlich ſo geſetzt, daſs ſein Seyn ein vorgeſtelltes iſt, und dieſe Verbindung des Seyns und des Denkens als das ausgeſprochen, was sie in der That ist, das Vorſtellen.

612 Indem wir die moraliſche Weltanſchauung ſo betrachten, daſs dieſe gegenſtändliche Weiſe nichts anderes ist, als der Begriff des moraliſchen Selbstbewuſstseyns ſelbſt, den es sich gegenſtändlich macht, 1807 563 ſo ergibt sich durch diſs Bewuſstseyn über die Form ihres Urſprungs eine andere Geſtalt ihrer Darſtellung. — Das Erſte nemlich, wovon ausgegangen wird, ist das wirkliche moraliſche Selbſtbewuſstſeyn, oder daſs es ein ſolches gibt. Denn der Begriff ſetzt es in der Beſtimmung, daſs ihm alle Wirklichkeit überhaupt Weſen nur inſofern hat, als sie der Pflicht gemäſs iſt, und er ſetzt diſs Weſen als Wiſſen, d. h. in unmittelbarer Einheit mit dem wirklichen Selbſt; dieſe Einheit ist ſomit ſelbſt wirklich, sie iſt ein moraliſches wirkliches Bewuſstseyn. — Dieſes nun als Bewuſstseyn ſtellt sich ſeinen Inhalt als Gegenſtand vor, nemlich als Endzweck der Welt, als Harmonie der Moralität und aller Wirklichkeit. Indem es aber dieſe Einheit als Gegenſtand vorſtellt, und noch nicht der Begriff ist, der die Macht über den Gegenſtand als solchen hat, so ist sie ihm ein Negatives des Selbstbewuſstseyns, oder sie fällt auſſer ihm, als ein Jenseits seiner Wirklichkeit, aber zugleich als ein ſolches, das auch als ſeyend, aber nur gedacht wird.

613 Was ihm, das als Selbſtbewuſstseyn ein anderes, denn der Gegenſtand iſt, hiemit übrig bleibt, iſt die Nichtharmonie des Pflichtbewuſstseyns und der Wirklichkeit, und zwar seiner eignen. Der Satz lautet hiemit itzt ſo; es gibt kein moraliſch vollendetes wirkliches Selbſtbewuſstseyn; — und da das moraliſche überhaupt nur iſt, inſofern es vollendet iſt, denn die Pflicht iſt das reine unvermiſchte Ansich, und die Moralität beſteht nur in der Angemeſſenheit zu 1807 564 dieſem Reinen, — ſo heiſst der zweyte Satz überhaupt ſo, daſs es kein moralisch wirkliches gibt.

614 Indem es aber drittens Ein Selbſt iſt, ſo iſt es an sich die Einheit der Pflicht und der Wirklichkeit; diese Einheit wird ihm alſo Gegenſtand, als die vollendete Moralität, — aber als ein Jenseits seiner Wirklichkeit, — aber das doch wirklich seyn soll.

615 In diesem Ziele der ſynthetischen Einheit der beyden erſten Sätze, ist die selbstbewuſste Wirklichkeit ſowohl als die Pflicht nur als aufgehobnes Moment gefetzt; denn keines iſt einzeln, aber ſie, in deren weſentlichen Beſtimmung ist, frey von dem andern zu ſeyn, sind somit jedes in der Einheit nicht mehr frey von dem andern, also jedes aufgehoben, und ſomit werden sie dem Inhalt nach als ſolche Gegenſtand, deren jedes für das andre gilt, und der Form nach, ſo daſs dieſe Austauschung derſelben zugleich nur vorgeſtellt ist. — Oder das wirklich nicht moralische, weil es ebenso reines Denken und über seine Wirklichkeit erhaben ist, ist in der Vorſtellung doch moraliſch, und wird für vollgültig genommen. Es wird hiedurch der erſte Satz, daſs es ein moraliſches Selbſtbewuſstseyn gibt, hergeſtellt, aber verbunden mit dem zweyten, daſs es keines gibt, nemlich es gibt eines, aber nur in der Vorſtellung; oder es gibt zwar keines, aber es wird von einem andern doch dafür gelten gelaſſen.

1807 565

b. *Die Verstellung*.

616 In der moralischen Weltanschauung sehen wir einestheils das Bewuſstseyn ſelbſt ſeinen Gegenſtand mit Bewuſstseyn erzeugen; wir sehen es denselben weder als ein Fremdes vorfinden, noch auch ihn bewuſstlos ihm werden, ſondern es verfährt überall nach einem Grunde, aus welchem es das gegenſtändliche Weſen ſetzt; es weiſs daſſelbe alſo als sich ſelbſt, denn es weiſs sich als das thätige, das es erzeugt. Es scheint somit hier zu seiner Ruhe und Befriedigung zu kommen, denn diese kann es nur da finden, wo es über seinen Gegenſtand nicht mehr hinauszugehen braucht, weil dieser nicht mehr über es hinausgebt. Auf der andern Seite aber ſetzt es selbst ihn vielmehr auſſer sich hinaus, als ein Jenseits seiner. Aber diſs an und fürsichseyende ist ebenso als ein solches gesetzt, das nicht frey vom Selbſtbewuſstseyn, sondern zum Behuf des letztern und durch daſſelbe ſey.

617 Die moralische Weltanschauung ist daher in der That nichts anderes, als die Ausbildung dieses zum Grunde liegenden Widerspruchs nach seinen verschiedenen Seiten; sie ist, um einen kantischen Ausdruck hier, wo er am paſſendſten ist, zu gebrauchen, ein ganzes Neſt gedankenloser Widersprüche. Das Bewuſstseyn verhält sich in dieser Entwicklung so, daſs es ein Moment feſtsetzt, und von da 1807 566 unmittelbar zum andern übergeht, und das erſte aufhebt; wie es aber nun diſs zweyte aufgeſtellt hat, verſtellt es auch daſſelbe wieder, und macht vielmehr das Gegentheil zum Wesen. Zugleich ist es sich seines Widerſpruches und Verſtellens auch bewuſst, denn es geht von einem Momente unmittelbar in Beziehung auf dieſes ſelbſt zu dem entgegengesetzten über; weil ein Moment keine Realität für es hat, setzt es eben daſſelbe als reell, oder was daſſelbe iſt, um ein Moment als an sich seyend zu behaupten, behauptet es das entgegengeſetzte als das ansichseyende. Es bekennt damit, daſs es ihm in der That mit keinen derselben Ernst ist. Diſs ist in den Momenten dieser schwindelnden Bewegung näher zu betrachten.

618 Laſſen wir die Voraussetzung, daſs es ein wirkliches moralisches Bewuſstseyn gibt, zuerſt auf sich beruhen, weil sie unmittelbar nicht in Beziehung auf etwas vorhergehendes gemacht wird, und wenden uns an die Harmonie der Moralität und der Natur, das erste Poſtulat. Sie soll ansich seyn, nicht für das wirkliche Bewuſstseyn, nicht gegenwärtig, sondern die Gegenwart ist vielmehr nur der Widerspruch beyder. In der Gegenwart ist die Moralität als vorhanden angenommen, und die Wirklichkeit so geſtellt, daſs sie nicht in Harmonie mit ihr sey. Das wirkliche moralische Bewuſstseyn aber ist ein handelndes; darin beſteht eben die Wirklichkeit seiner Moralität. Im Handeln selbſt aber ist jene Stellung unmittelbar verſtellt; denn das Handeln ist nichts 1807 567 anderes als die Verwirklichung des innern moralischen Zwecks, nichts anderes, als die Hervorbringung einer durch den Zweck beſtimmten Wirklichkeit, oder der Harmonie des moralischen Zwecks und der Wirklichkeit selbſt. Zugleich iſt die Vollbringung der Handlung für das Bewuſstseyn, sie ist die Gegenwart dieser Einheit der Wirklichkeit und des Zweckes; und weil in der vollbrachten Handlung das Bewuſstseyn sich als dieſes Einzelne verwirklicht’ oder das Daseyn in es zurückgekehrt anschaut, und der Genuſs hierin beſteht, so iſt in der Wirklichkeit des moralischen Zwecks zugleich auch diejenige Form derselben enthalten, welche Genuſs und Glückseligkeit genannt wird. — Das Handeln erfüllt also in der That unmittelbar dasjenige, was nicht ſtatt zu finden aufgeſtellt war, und nur ein Poſtulat, nur Jenseits seyn sollte. Das Bewuſstseyn spricht es also durch die That aus, daſs es mit dem Poſtuliren nicht Ernſt iſt, weil der Sinn des Handelns vielmehr dieſer iſt, das zur Gegenwart zu machen, was nicht in der Gegenwart seyn sollte. Und indem um des Handelns willen die Harmonie poſtulirt wird, — was nemlich durch das Handeln wirklich werden soll, muſs an sich so seyn, sonst wäre die Wirklichkeit nicht möglich, so ist der Zuſammenhang des Handelns und des Poſtulats so beschaffen, daſs um des Handelns d. h. um der wirklichen Harmonie des Zwecks und der Wirklichkeit willen diese Harmonie als nicht wirklich, als jenſeits, gesetzt wird.

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619 Indem gehandelt wird, iſt es alſo mit der Unangemeſſenheit des Zwecks und der Wirklichkeit überhaupt nicht Ernſt; dagegen ſcheint es mit dem Hanpeln ſelbſt Ernſt zu seyn. Aber in der That iſt die wirkliche Handlung, nur Handlung des einzelnen Bewuſstseyns, alſo selbſt nur etwas einzelnes und das Werk zufällig. Der Zweck der Vernunfft aber als der allgemeine, alles umfaſſende, Zweck iſt nichts geringeres als die ganze Welt; ein Endzweck, der weit über den Inhalt dieser einzelnen Handlung hinausgeht, und daher überhaupt über alles wirkliche handeln hinauszuſtellen ist. Weil das allgemeine Beſte ausgeführt werden ſoll, wird nichts Gutes gethan. In der That aber iſt die Nichtigkeit des wirklichen Handelns, und die Realität nur des ganzen Zwecks, die itzt aufgeſtellt sind, nach allen Seiten auch wieder verſtellt. Die moralische Handlung iſt nicht etwas zufälliges, und beſchränktes, denn sie hat die reine Pflicht zu ihrem Wesen; diese macht den einzigen ganzen Zweck aus; und die Handlung also als Verwirklichung deſſelben iſt bey aller ſonſtigen Beschränkung des Inhalts die Vollbringung des ganzen absoluten Zwecks. Oder wenn wieder die Wirklichkeit als Natur, die ihre eignen Geſetze hat and der reinen Pflicht entgegengeſetzt ist, genommen wird, ſo daſs also die Pflicht ihr Geſetz nicht in ihr realisiren kann, ſo ist es, indem die Pflicht als solche das Weſen iſt, in der That nicht um die Vollbringung der reinen Pflicht, welche der ganze 1807 569 Zweck iſt, zu thun; denn die Vollbringung hätte vielmehr nicht die reine Pflicht, ſondern das ihr entgegengeſetzte, die Wirklichkeit, zum Zwecke. Aber daſs es nicht um die Wirklichkeit zu thun sey, iſt wieder verſtellt; denn nach dem Begriffe des moralischen Handelns, iſt die reine Pflicht wesentlich thätiges Bewuſstseyn; es soll also allerdings gehandelt, die absolute Pflicht in der ganzen Natur ausgedrückt und das Moralgesetz Naturgesetz werden.

620 Laſſen wir also dieſes höchste Gut als das Weſen gelten, ſo iſt es dem Bewuſstseyn mit der Moralität überhaupt nicht Ernſt. Denn in dieſem höchsten Gute hat die Natur nicht ein anderes Geſetz, als die Moralität hat. Somit fällt das moralische Handeln ſelbſt hinweg, denn das Handeln iſt nur unter der Vorausſetzung eines negativen, das durch die Handlung aufzuheben iſt. Iſt aber die Natur dem Sittengeſetze gemäſs, ſo würde ja dieſes durch das Handeln, durch das Aufheben des Seyenden verletzt. — Es wird alſo in jener Annahme als der weſentliche Zuſtand ein ſolcher eingeſtanden, worin das moralische Handeln überflüſsig iſt, und gar nicht ſtatt findet. Das Poſtulat der Harmonie der Moralität und der Wirklichkeit, einer Harmonie, die durch den Begriff des moraliſchen Handelns, beyde in Uebereinſtimmung zu bringen, geſetzt iſt, — drückt sich alſo auch von dieſer Seite ſo aus: weil das moraliſche Handeln der abſolute Zweck iſt, ſo iſt der abſolute Zweck, daſs das moraliſche Handeln gar nicht vorhanden ſey.

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621 Stellen wir diese Momente, durch die das Bewuſstseyn sich in seinem moralischen Vorſtellen fortwälzte, zusammen, so erhellt, daſs es jedes wieder in seinem Gegentheile aufhebt. Es geht davon aus, daſs für es die Moralität und Wirklichkeit nicht harmonire, aber es ist ihm damit nicht Ernſt, denn in der Handlung ist für es die Gegenwart dieser Harmonie. Es ist ihm aber auch mit diesem Handeln, da es etwas einzelnes ist, nicht Ernst; denn es hat einen so hohen Zweck, das höchste Gut. Diſs ist aber wieder nur eine Verstellung der Sache, denn darin fiele alles Handeln und alle Moralität hinweg. Oder es iſt ihm eigentlich mit dem moralischen Handeln nicht Ernst, sondern das wünschenswertheste, absolute ist, daſs das höchſte Gut ausgeführt und das moralische Handeln überflüſſig wäre.

622 Von diesem Resultate muſs das Bewuſstſeyn in seiner widersprechenden Bewegung sich weiter fortwälzen, und das Aufheben des moralischen Handelns nothwendig wieder verstellen. Die Moralität ist das Ansich; daſs sie statt habe, kann der Endzweck der Welt nicht ausgeführt ſeyn, sondern das moralische Bewuſstseyn muſs fürsich seyn, und eine ihm entgegengesetzte Natur vorfinden. Aber es an ihm selbst muſs vollendet seyn. Diſs führt zum zweyten Postulate der Harmonie seiner und der Natur, welche an ihm unmittelbar ist, der Sinnlichkeit. Das moralische Selbstbewuſstseyn stellt seinen Zweck als rein, als von Neigungen und Trieben unabhängig auf, so daſs er 1807 571 die Zwecke der Sinnlichkeit in sich vertilgt hat. — Allein diese aufgestellte Aufhebung des sinnlichen Wesens verstellt es wieder. Es handelt, bringt seinen Zweck zur Wirklichkeit, und die selbstbewuſste Sinnlichkeit, welche aufgehoben seyn soll, ist gerade diese Mitte zwischen dem reinen Bewuſstseyn, und der Wirklichkeit, — sie ist das Werkzeug des erstern zu seiner Verwirklichung oder das Organ, und das, was Trieb, Neigung genannt wird. Es ist daher nicht Ernst mit dem Aufheben der Neigungen und Triebe, denn eben sie sind das sich verwirklichende Selbstbewuſstseyn. Aber sie sollen auch nicht unterdrückt, sondern der Vernunft nur gemäſs seyn. Sie sind ihr auch gemäſs, denn das moralische Handeln iſt nichts anderes, als das sich verwirklichende, also sich die Gestalt eines Triebes gebende Bewuſstseyn, das heiſst, es ist unmittelbar die gegenwärtige Harmonie des Triebs und der Moralität. Aber in der That ist der Trieb nicht nur diese leere Gestalt, die eine andere Feder, als er selbst ist, in sich haben und von ihr getrieben werden könnte. Denn die Sinnlichkeit ist eine Natur, die ihre eigenen Gesetze und Springfedern an ihr selbst hat; es kann der Moralität daher nicht Ernst damit seyn, die Triebfeder der Triebe, der Neigungswinkel der Neigungen zu seyn. Denn indem diese ihre eigne feſte Bestimmtheit und eigenthümlichen Inhalt haben, so wäre vielmehr das Bewuſstseyn, dem sie gemäſs wären, ihnen gemäſs; eine Gemäſsheit, welche sich das moralische Selbstbewuſstseyn verbittet. Die 1807 572 Harmonie beyder ist also nur an sich und poſtulirt. — In dem moralischen Handeln war so eben die gegenwärtige Harmonie der Moralität und der Sinnlichkeit aufgeſtellt, diſs aber ist nun verstellt; sie iſt jenseits des Bewuſstseyns in einer neblichten Ferne, worin nichts mehr genau zu unterscheiden noch zu begreiffen ist; denn mit dem Begreiffen dieser Einheit, das wir so eben versuchten, ging es nicht. — In diesem Ansich gibt aber überhaupt das Bewuſstseyn sich auf. Dieses Ansich ist seine moralische Vollendung, worin der Kampf der Moralität und der Sinnlichkeit aufgehört hat, und die letztere der erstern auf eine Weise gemäſs ist, die nicht zu fassen iſt. — Darum ist diese Vollendung wieder nur eine Verstellung der Sache, denn in der That gäbe in ihr vielmehr die Moralität selbst sich auf, denn sie ist nur Bewuſstseyn des abſoluten Zwecks als des reinen, also im Gegensatze gegen alle andern Zwecke; sie ist ebenso die Thatigkeit dieses reinen Zwecks, als sie sich der Ernebung über die Sinnlichkeit, der Einmischung derselben und ihres Gegensatzes und Kampfes mit ihr bewuſst ist. — Daſs es mit der moralischen Vollendung nicht Ernſt ist, ſpricht das Bewuſstseyn unmittelbar selbst darin aus, daſs es sie in die Unendlichkeit hinausverstellt, das heiſst, sie als niemals vollendet behauptet.

623 Vielmehr ist ihm also nur dieser Zwischenzustand der Nichtvollendung das gültige; ein Zustand, der aber doch ein Fortſchreiten zur Vollendung wenigſtens seyn soll. Allein er kann auch diſs nicht seyn, denn 1807 573 das Fortschreiten in der Moralität wäre vielmehr ein Zugehen zum Untergang derselben. Das Ziel nemlich wäre das obige Nichts oder Aufheben der Moralität und des Bewuſstseyns selbst; dem Nichts aber immer näher und näher kommen, heiſst abnehmen. Ausserdem nähme Fortschreiten überhaupt ebenso, wie Abnehmen, Unterschiede der Gröſſe in der Moralität an; allein von diesen kann in ihr keine Rede seyn. In ihr als dem Bewuſstseyn, welchem der sittliche Zweck die reine Pflicht ist, ist an eine Verschiedenheit überhaupt nicht, am wenigsten an den oberflächlichen der Grösse zu denken; es gibt nur Eine Tugend, nur Eine reine Pflicht, nur Eine Moralität.

624 Indem es also mit der moralischen Vollendung nicht Ernst iſt, sondern vielmehr mit dem Mittelzustande, d. h. wie so eben erörtert, mit der Nichtmoralität, so kommen wir von einer andern Seite auf den Inhalt des ersten Postulats zurück. Es ist nemlich nicht abzusehen, wie Glückseligkeit für diſs moralische Bewuſstseyn um seiner Würdigkeit willen zu fodern ist. Es ist seiner Nichtvollendung sich bewuſst, und kann daher die Glückseligkeit in der That nicht als Verdienst, nicht als etwas, dessen es würdig wäre, fodern, sondern sie nur aus einer freyen Gnade, das heiſst, die Glückseligkeit als solche an und für sich selbst verlangen, und nicht aus jenem abſoluten Grunde, sondern nach Zufall und Willkühr erwarten. — Die Nichtmoralität ſpricht eben hierin aus, was sie ist, — daſs es nicht um die Moralität, sondern um die 1807 574 Glückseligkeit an und für sich ohne Beziehung auf jene zu thun ist.

625 Durch diese zweyte Seite der moralischen Weltanschauung wird auch noch die andere Behauptung der erstern aufgehoben, worin die Disharmonie der Moralität und Glückseligkeit vorausgesetzt wird. — Es will nemlich die Erfahrung gemacht werden, daſs es in dieser Gegenwart dem Moralischen oft ſchlecht, dem Unmoralischen hingegen oft glücklibh gehe. Allein der Zwischenzustand der unvollendeten Moralität, der sich als das wesentliche ergeben hat, zeigt offenbar, daſs diese Wahrnehmung und seynsollende Erfahrung nur eine Verstellung der Sache ist. Denn da die Moralität unvollendet, das heiſst, die Moralität in der That nicht ist, was kann an der Erfahrung seyn, daſs es ihr schlecht gehe? — Indem es zugleich herausgekommen, daſs es um die Glückseligkeit an und für sich zu thun ist, so zeigt es sich, daſs bey Beurtheilung, es gehe dem unmoralischen gut, nicht ein Unrecht gemeynt war, das hier statt finde. Die Bezeichnung eines Individuums als eines unmoralischen fällt, indem die Moralität überhaupt unvollendet ist, an sich hinweg, hat also nur einen willkührlichen Grund. Der Sinn und Inhalt des Urtheils der Erfahrung ist dadurch allein dieser, daſs einigen die Glückseligkeit an und für sich nicht zukommen sollte, das heiſst, er ist Neid, der sich zum Deckmantel die Moralität nimmt. Der Grund aber, warum Andern das sogenannte Glück zu Theil werden sollte, ist die 1807 575 gute Freundschaft, die ihnen und sich selbst, diese Gnade d. h. diesen Zufall gönnt und wünscht.

626 Die Moralität also im moralischen Bewuſstseyn ist unvollendet, diſs ist es, was itzt aufgestellt wird, aber es ist ihr Wesen nur das vollendete reine zu seyn; die unvollendete Moralität ist daher unrein, oder sie ist Immoralität. Die Moralität selbst ist also in einem andern Wesen, als in dem wirklichen Bewuſstseyn; es ist ein heiliger moralischer Gesetzgeber. — Die im Bewuſstseyn unvollendete Moralität, welche der Grund dieses Postulirens iſt, hat zunächst die Bedeutung, daſs die Moralitat, indem sie im Bewuſstseyn als wirklich gesetzt wird, in der Beziehung auf ein Anderes, auf ein Daseyn steht, also selbst an ihr das Andersseyn oder den Unterschied erhält, wodurch eine vielfache Menge von moralischen Geboten entsteht. Das moralische Selbstbewuſstseyn hält aber zugleich diese vielen Pflichten für unwesentlich; denn es ist nur um die Eine reine Pflicht zu thun, und für es haben sie, insofern sie beſtimmte sind, keine Wahrheit. Sie können ihre Wahrheit also nur in einem Andern haben, und sind, was sie für es nicht sind, heilig durch einen heiligen Gesetzgeber. — Allein diſs ist selbst wieder nur eine Verstellung der Sache. Denn das moralische Selbstbewuſstseyn ist sich das absolute, und Pflicht schlechthin nur das, was es als Pflicht weiſs. Es weiſs aber nur die reine Pflicht als Pflicht; was ihm nicht heilig ist, ist an sich nicht heilig, und was an sich nicht heilig iſt, kann durch 1807 576 das heilige Wesen nicht geheiliget werden. Es ist dem moralischen Bewuſstſeyn auch überhaupt damit nicht Ernst, etwas durch ein anderes Bewuſstseyn, als es selbst ist, heiligen zu laſſen; denn es ist ihm schlechthin nur das heilig, was ihm durch sich selbst und in ihm heilig ist. — Es ist also ebensowenig damit Ernst, daſs diſs andere Wesen ein heiliges sey, denn in ihm sollte etwas zur Wesenheit gelangen, was für das moralische Bewuſstseyn d. h. an sich keine Wesenheit hat.

627 Wenn das heilige Wesen postulirt wurde, daſs in ihm die Pflicht nicht als reine Pflicht, sondern als eine Vielheit bestimmter Pflichten ihre Gültigkeit hätte, so muſs also dieses wieder verstellt, und das andere Wesen allein insofern heilig seyn, als in ihm nur die reine Pflicht Gültigkeit hat. Die reine Pflicht hat auch in der That Gültigkeit nur in einem andern Wesen, nicht in dem moralischen Bewuſstseyn. Obschon in ihm die reine Moralität allein zu gelten scheint, so muſs doch dieses anders gestellt werden, denn es ist zugleich natürliches Bewuſstseyn. Die Moralität ist in ihm von der Sinnlichkeit afficirt und bedingt, also nicht an und für sich, sondern eine Zufälligkeit des freyen Willens; in ihm aber als reinem Willen eine Zufälligkeit des Wiſſens; an und für sich ist die Moralität daher in einem andern Wesen.

628 Dieses Wesen ist also hier die rein vollendete Moralität darum, weil sie in ihm nicht in 1807 577 Beziehung auf Natur und Sinnlichkeit steht. Allein die Realität der reinen Pflicht ist ihre Verwirklichung in Natur und Sinnlichkeit. Das moralische Bewuſstseyn setzt seine Unvollkommenheit darein, daſs in ihm die Moralität eine positive Beziehung auf die Natur und Sinnlichkeit hat, da ihm diſs für ein wesentliches Moment derselben gilt, daſs sie schlechthin nur eine negative Beziehung darauf habe. Das reine moralische Wesen dagegen, weil es erhaben über den Kampf mit der Natur und Sinnlichkeit ist, steht nicht in einer negativen Beziehung darauf. Es bleibt ihm also in der That nur die positive Beziehung darauf übrig, d. h. eben dasjenige, was so eben als das unvollendete, als das unmoralische galt. Die reine Moralität aber ganz getrennt von der Wirklichkeit, so daſs sie ebensosehr ohne positive Beziehung auf diese wäre, wäre eine bewuſstlose, unwirkliche Abstraction, worinn der Begriff der Moralität, Denken der reinen Pflicht und ein Willen und Thun zu ſeyn, schlechthin aufgehoben wäre. Dieses so rein moralische Wesen ist daher wieder eine Verstellung der Sache, und aufzugeben.

629 In diesem rein moralischen Wesen aber nähern sich die Momente des Widerspruchs, in welchem diſs synthetische Vorstellen sich herumtreibt, und die entgegengesetzten Auchs, die es, ohne diese seine Gedanken zusammenzubringen, aufeinander folgen, und ein Gegentheil immer durch das andere ablösen läſst, so 1807 578 sehr, daſs das Bewuſstseyn hier seine moralische Weltanschauung aufgeben, und in sich zurückfliehen muſs.

630 Es erkennt seine Moralität darum als nicht vollendet, weil es von einer ihr entgegengesetzten Sinnlichkeit und Natur afficirt ist, welche theils die Moralität selbst als solche trübt, theils eine Menge von Pflichten entſtehen macht, durch die es im concreten Falle des wirklichen Handeln in Verlegenheit geräth; denn jeder Fall ist die Concretion vieler moralischen Beziehungen, wie ein Gegenstand der Wahrnehmung überhaupt, ein Ding von vielen Eigenschaften ist; und indem die bestimmte Pflicht Zweck ist, hat sie einen Inhalt, und ihr Inhalt ist ein Theil des Zwecks, und die Moralität nicht rein. — Diese hat also in einem andern Wesen ihre Realität. Aber diese Realität heiſst nichts anderes, als daſs die Moralität hier an und für sich sey, — für sich d. h. Moralität eines Bewuſstseyns sey, an sich, das heiſst, Daseyn und Wirklichkeit habe. — In jenem ersten unvollendeten Bewuſstseyn ist die Moralität nicht ausgeführt; sie ist darin das Ansich im Sinne eines Gedankendinges; denn sie ist mit Natur und Sinnlichkeit, mit der Wirklichkeit des Seyns und des Bewuſstseyns vergesellschaftet, die ihren Innhalt ausmacht, und Natur und Sinnlichkeit ist das moralisch nichtige. — In dem zweyten ist die Moralität als vollendet, und nicht als ein unausgeführtes Gedankending vorhanden. Aber diese Vollendung besteht eben darin, daſs die Moralität in einem Bewuſstseyn, Wirklichkeit, so wie freye 1807 579 Wirklichkeit, Daseyn überhaupt hat, nicht das leere, sondern erfüllte inhaltsvolle ist; — das heiſst, die Vollendung der Moralität wird darin gesetzt, daſs das, was so eben als das moralischnichtige bestimmt wurde, in ihr und an ihr vorhanden ist. Sie soll das einemal schlechthin nur als das unwirkliche Gedankending der reinen Abstraction Gültigkeit, aber ebensowohl in dieser Weise keine Gültigkeit haben; ihre Wahrheit soll darin bestehen, der Wirklichkeit entgegengesetzt, und von ihr ganz frey und leer, und wieder darin, Wirklichkeit zu seyn.

631 Der Synkretismus dieser Widersprüche, der in der moralischen Weltanschauung auseinandergelegt ist, fallt in sich zusammen, indem der Unterschied, worauf er beruht, von solchem, das nothwendig gedacht und gesetzt werden müſſe, und doch zugleich unwesentlich sey, zu einem Unterschiede wird, der nicht einmal mehr in den Worten liegt. Was am Ende als ein verschiedenes geſetzt wird, sowohl als das Nichtige, wie als das Reelle iſt ein und eben dasselbe, das Daseyn und die Wirklichkeit; und was absolut nur als das Jenseits des wirklichen Seyns und Bewuſstseyns, und ebensowohl nur in ihm und als ein Jenseits das nichtige seyn soll, ist die reine Pflicht, und das Wiſſen derselben als des Wesens. Das Bewuſstseyn, das diesen Unterschied macht, der keiner ist, die Wirklichkeit, für das nichtige und das reale zugleich, — die reine Moralität ebenso für das wahre 1807 580 Wesen so wie für das wesenlose ausſagt, spricht die Gedanken, die es vorher trennte, zusammen aus, spricht es selbst aus, daſs es ihm mit dieser Bestimmung und der Auseinanderstellung der Momente des Selbſts, und des Anſichs nicht Ernst ist, sondern daſs es das, was es als das absolute auſſer dem Bewuſstseyn Seyende ausſagt, vielmehr in dem Selbst des Selbstbewuſstseyns eingeschloſſen behält, und was es als das absolut Gedachte oder das absolute Anſich ausſagt, eben darum für ein nicht Wahrheit habendes nimmt. — Es wird für das Bewuſstseyn, daſs das Auseinanderstellen dieser Momente eine Verstellung ist, und es wäre Heucheley, wenn es sie doch beybehielte. Aber als moralisches reines Selbstbewuſstseyn flieht es aus dieser Ungleichheit seines Vorſtellens mit dem, was sein Wesen ist, aus dieser Unwahrheit, welche das für wahr ausſagt, was ihm für unwahr gilt, mit Abscheu in sich zurück. Es ist reines Gewiſſen, welches eine solche moralische Weltvorstellung verschmäht; es ist in ſich ſelbſt der einfache seiner gewiſſe Geiſt, der ohne die Vermittlung jener Vorstellungen unmittelbar gewiſſenhafft handelt, und in dieser Unmittelbarkeit seine Wahrheit hat. — Wenn aber diese Welt der Verstellung nichts anders als die Entwiklung des moralischen Selbſtbewuſstseyns in seinen Momenten, und hiemit seine Realität ist, so wird es durch sein Zurückgehen in sich, seinem Wesen nach nichts anderes werden; sein Zurückgehen, in sich ist vielmehr nur das erlangte Bewuſstseyn, daſs 1807 581 seine Wahrheit eine vorgegebene ist. Es müſste sie noch immer für seine Wahrheit ausgeben, denn es müſste sich als gegenständliche Vorstellung ausſprechen und darstellen, aber wüſste, daſs diſs nur eine Verstellung ist; er wäre hiemit in der That die Heucheley, und jenes Verschmähen jener Verstellung schon die erste Aeuſſerung der Heucheley.

c. *Das Gewiſſen, die ſchöne Seele, das Böſe und ſeine Verzeyhung*.

632 Die Antinomie der moralischen Weltanschauung, daſs es ein moralisches Bewuſstseyn gibt, und daſs es keines gibt, — oder das das Gelten der Pflicht ein Jenseits des Bewuſstseyns ist, und umgekehrt nur in ihm statt findet, war in die Vorstellung zusammengefaſst worden, worin das nichtmoralische Bewuſstseyn für moralisch gelte, sein zufälliges Wissen und Wollen für vollwichtig angenommen, und die Glückseligkeit ihm aus Gnade zu Theil werde. Diese sich selbst widersprechende Vorstellung nahm das moralische Selbſtbewuſstseyn nicht über sich, sondern verlegte sie in ein ihm andres Wesen. Aber diſs Hinausſetzen deſſen, was es als nothwendig denken muſs, auſſer sich selbst, ist ebenso der Widerspruch der Form nach, wie jener es dem Inhalte 1807 582 nach ist. Weil aber an sich eben das, was als widersprechend erscheint, und in deſſen Tronnung und Wiederauflösung die moralische Weltanschäuung sich herumtreibt, daſſelbe ist, die reine Pflicht nemlich als das reine Wiſſen, nichts anders als das Selbſt des Bewuſstseyns, und das Selbst des Bewuſstseyns das Seyn und Wirklichkeit; — ebenso was jenseits des wirklichen Bewuſstſeyns seyn soll, nicht anders als das reine Denken, also in der That das Selbst ist, so geht für uns oder an ſich das Selbſtbewuſstſeyn in sich zurück, und weiſs dasjenige Wesen als sich selbst, worin das Wirkliche zugleich reines Wiſſen und reine Pflicht ist. Es selbst ist sich das in seiner Zufälligkeit vollgültige, das seine unmittelbare Einzelnheit als das reine Wiſſen und Handeln, als die wahre Wirklichkeit und Harmonie weiſs.

633 Diſs Selbſt des Gewiſſens, der seiner unmittelbar als der absoluten Wahrheit und des Seyns gewiſſe Geist, ist das dritte Selbſt, das uns aus der dritten Welt des Geistes geworden ist, und ist mit den vorherigen kurz zu vergleichen. Die Totalität oder Wirklichkeit, welche sich als die Wahrheit der sittlichen Welt darstellt, ist das Selbſt der Perſon; ihr Dasein ist das Anerkanntſeyn. Wie die Person das substanzleere Selbst ist, so ist diſs ihr Daseyn ebenso die abstracte Wirklichkeit; die Person gilt und zwar unmittelbar; das Selbſt ist der in dem Elemente seines Seyns unmittelbar ruhende Punkt; er ist ohne die Abtrennung von seiner Allgemeinheit, beyde daher nicht 1807 583 in Bewegung und Beziehung aufeinander, das allgemeine ist ohne Unterscheidung in ihm, und weder Inhalt des Selbſts, noch ist das Selbſt durch sich selbst erfüllt. — Das zweyte Selbſt ist die zu ihrer Wahrheit gekommne Welt der Bildung oder der sich wiedergegebne Geist der Entzweyung, — die absolute Freyheit. In diesem Selbſt tritt jene erſte unmittelbare Einheit der Einzelnheit und Allgemeinheit auseinander; das Allgemeine, das ebenso rein geistiges Wesen, Anerkanntseyn oder allgemeiner Willen und Wiſſen bleibt, ist Gegenſtand und Inhalt des Selbſts und seine allgemeine Wirklichkeit. Aber es hat nicht die Form des vom Selbſt freyen Daseyns; es kommt in diesem Selbſt daher zu keiner Erfüllung und zu keinem positiven Inhalt, zu keiner Welt. Das moralische Selbſtbewuſstſeyn läſst seine Allgemeinheit zwar frey, so daſs sie eine eigne Natur wird, und ebenso hält es sie in sich als aufgehoben fest. Aber es ist nur das verstellende Spiel der Abwechslung dieser beyden Bestimmungen. Als Gewiſſen erst hat es in seiner Selbſtgewiſsheit den Inhalt für die vorhin leere Pflicht so wie für das leere Recht und den leeren allgemeinen Willen; und weil diese Selbſtgewiſsheit ebenso das unmittelbare ist, das Daseyn selbst.

634 Zu dieser seiner Wahrheit gelangt verläſst also oder hebt das moralische Selbstbewuſstseyn vielmehr die Trennung in sich selbstauf, woraus die Verstellung entsprungen, die Trennung des Anſich und des Selbſts, der reinen Pflicht als des reinen Zwecks, 1807 584 und der Wirklichkeit als einer dem reinen Zwecke entgegengesetzten Natur und Sinnlichkeit. Es ist so in sich zurückgekehrt, concreter moralischer Geist, der nicht am Bewuſstseyn der reinen Pflicht sich einen leeren Maſsſtab gibt, welcher dem wirklichen Bewuſstseyn entgegengesetzt wäre, sondern die reine Pflicht ebenso wie die ihr entgegengesetzte Natur sind aufgehobne Momente; er ist in unmittelbarer Einheit sich verwirklichendes moralisches Wesen, und die Handlung unmittelbar concrete moralische Gestalt.

635 Es ist ein Fall des Handelns vorhanden; er ist eine gegenſtändliche Wirklichkeit für das wiſſende Bewuſstſeyn. Dieses als Gewiſſen weiſs ihn auf unmittelbare concrete Weise, und er ist zugleich nur wie es ihn weiſs. Zufällig ist das Wiſſen, insofern es ein anderes ist, als der Gegenſtand; der seiner selbſt gewiſſe Geiſt aber iſt nicht mehr ein solches zufälliges Wiſſen und Erschaffen von Gedanken in sich, von denen die Wirklichkeit verschieden wäre, sondern indem die Trennung des Anſich und des Selbſts aufgehoben ist, so ist der Fall unmittelbar in der sinnlichen Gewiſsheit des Wiſſens, wie er anſich ist, und er ist nur so anſich, wie er in diesem Wiſſen ist. — Das Handeln als die Verwirklichung ist hiedurch die reine Form des Willens; die bloſſe Umkehrung der Wirklichkeit als eines seyenden Falles, in eine gethane Wirklichkeit, der bloſſen Weise des gegenſtändlichen Wiſſens in die Weise des Wiſſens 1807 585 von der Wirklichkeit als einem von Bewuſstſeyn hervorgebrachten. Wie die sinnliche Gewiſsheit unmittelbar in das Anſich des Geiſtes aufgenommen oder vielmehr umgekehrt ist, so ist auch diese Umkehrung einfach und unvermittelt, ein Uebergang durch den reinen Begriff ohne Aenderung des Inhalts, der durch das Intereſſe des von ihm wiſſenden Bewuſstseyns beſtimmt ist. — Das Gewiſſen ſondert ferner die Umſtände des Falles nicht in verschiedene Pflichten ab. Es verhält sich nicht als poſitives allgemeines Medium, worin die vielen Pflichten, jede für ſich, unverrückte Subſtantialität erhielten, so daſs entweder gar nicht gehandelt werden könnte, weil jeder concrete Fall die Entgegensetzung überhaupt, und als moralischer Fall die Entgegensetzung der Pflichten enthält, in der Beſtimmung des Handelns also Eine Seite, Eine Pflicht immer verletzt würde; — oder daſs, wenn gehandelt wird, die Verletzung einer der entgegengesetzten Pflichten wirklich einträte. Das Gewiſſen ist vielmehr das negative Eins oder absolute Selbſt, welches diese verschiedenen moralischen Subſtanzen vertilgt; es ist einfaches pflichtmäſſiges Handeln, das nicht diese oder jene Pflicht erfüllt, sondern das concrete Rechte weiſs und thut. Es ist daher überhaupt erst das moralische Handeln als Handeln; worein das vorhergehende thatlose Bewuſstseyn der Moralität übergegangen ist. — Die concrete Geſtalt der That mag vom unterscheidenden Bewuſstſeyn in verschiedene Eigenschafften, d. h. hier 1807 586 in verschiedene moralische Beziehungen analysirt, und diese entweder jede, wie es seyn muſs, wenn sie Pflicht seyn soll, für absolut geltend ausgesagt, oder auch verglichen und geprüft werden. In der einfachen moralischen Handlung des Gewiſſens sind die Pflichten so verschüttet, daſs allen diesen einzelnen Wesen unmittelbar Abbruch gethan wird, und das prüffende Rütteln an der Pflicht in der unwankenden Gewiſsheit des Gewiſſens gar nicht ſtatt findet.

636 Ebensowenig ist im Gewiſſen jene hin und hergehende Ungewiſsheit des Bewuſstseyns vorhanden, welches bald die sogenannte reine Moralität auſſer sich in ein anderes heiliges Wesen setzt, und sich selbst als das unheilige gilt, bald aber auch wieder die moralische Reinheit in sich, und die Verknüpfung des Sinnlichen mit dem Moralischen in das andere Wesen setzt.

637 Es entsagt allen diesen Stellungen und Verſtellungen der moralischen Weltanschauung, indem es dem Bewuſstseyn entsagt, das die Pflicht und die Wirklichkeit als widersprechend faſst. Nach diesem letztern handle ich moralisch, indem ich mir bewuſst bin, nur die reine Pflicht zu vollbringen, nicht irgend etwas anders, diſs heiſst in der That, indem ich nicht handle. Indem ich aber wirklich handle, bin ich mir eines andern, einer Wirklichkeit, die vorhanden ist, und einer die ich hervorbringen will, bewuſst, habe einen beſtimmten Zweck und erfülle eine beſtimmte Pflicht; es 1807 587 ist was anderes darin, als die reine Pflicht, die allein beabsichtiget werden sollte. — Das Gewiſſen ist dagegen das Bewuſstseyn darüber, daſs, wenn das moralische Bewuſstseyn die reine Pflicht als das Wesen seines Handelns ausſagt, dieser reine Zweck eine Verstellung der Sache ist; denn die Sache selbst ist, daſs die reine Pflicht in der leeren Abſtraction des reinen Denkens besteht, und ihre Realität und Inhalt nur an einer bestimmten Wirklichkeit hat, einer Wirklichkeit, welche Wirklichkeit des Bewuſstseyns selbst, und desſelben nicht als eines Gedankendings, sondern als eines Einzelnen ist. Das Gewiſſen hat für ſich ſelbſt, seine Wahrheit an der unmittelbaren Gewiſsheit seiner selbst. Diese unmittelbare concrete Gewiſsheit seiner selbst ist das Wesen; sie nach dem Gegensatze des Bewuſstseyns betrachtet, so ist die eigne unmittelbare Einzelnheit der Inhalt des moralischen Thuns; und die Form deſſelben ist eben dieses Selbſt als reine Bewegung, nemlich als das Wiſſen oder die eigne Ueberzeugung.

638 Diſs in seiner Einheit und in der Bedeutung der Momente näher betrachtet, so erfaſste das moralische Bewuſstseyn sich nur als das Anſich oder Wesen; als Gewiſſen aber erfaſst es sein Fürſichseyn oder sein Selbſt. — Der Widerspruch der moralischen Weltanschauung löst sich auf, d. h. der Unterschied, der ihm zu Grunde liegt, zeigt sich kein Unterschied zu seyn, und er läufft in die reine Negativität zusammen; diese aber ist eben das Selbſt; ein einfaches Selbſt, 1807 588 welches ebensowohl reines Wiſſen, als Wiſſen seiner als dieses einzelnen Bewuſstseyns ist. Diſs Selbſt macht daher den Inhalt des vorher leeren Wesens aus, denn es ist das wirkliche, welches nicht mehr die Bedeutung hat, eine dem Wesen fremde und in eignen Gesetzen selbstständige Natur zu seyn. Es ist als das Negative der Unterſchied der reines Wesens, ein Inhalt und zwar ein solcher, welcher an und für sich gilt.

639 Ferner ist diſs Selbſt als reines sich selbstgleiches Wiſſen das schlechthin Allgemeine, so daſs eben diſs Wiſſen als sein eignes Wiſſen, als Ueberzeugung die Pflicht ist. Die Pflicht ist nicht mehr das dem Selbſt gegenübertretende Allgemeine, sondern ist gewuſst, in dieser Getrenntheit kein Gelten zu haben; es ist itzt das Gesetz, das um des Selbſts willen, nicht um dessen willen das Selbſt ist. Das Gesetz und die Pflicht hat aber darum nicht allein die Bedeutung des Furſichſeyns, sondern auch des Anſichſeyns, denn diſs Wiſſen ist um seiner Sichselbſtgleichheit willen eben das Anſich. Diſs Anſich trennt sich auch im Bewuſstseyn von jener unmittelbaren Einheit mit dem Fürſichseyn; so gegenübertretend ist es Seyn, Seyn für anderes. — Die Pflicht eben wird itzt als Pflicht, die vom Selbſt verlaſſen iſt, gewuſst, nur Moment zu seyn, ſie iſt von ihrer Bedeutung, abſolutes Wesen zu seyn, zum Seyn, das nicht Selbſt, nicht für ſich iſt, herabgesunken und also Seyn für anderes. Aber diſs Seyn für anderes bleibt ebendarum wesentliches Moment, weil das Selbſt als Bewuſstseyn den Gegensatz des Fürſichseyns und des 1807 589 Seyns für anderes ausmacht, und itzt die Pflicht an ihr unmittelbar wirkliches, nicht mehr bloſs das abſtracte reine Bewuſstseyn iſt.

640 Diſs Seyn für anderes ist also die anſichseyende vom Selbſt unterschiedne Subſtanz. Das Gewiſſen hat die reine Pflicht oder das abſtracte Anſich nicht aufgegeben, sondern sie ist das wesentliche Moment, als Allgemeinheit sich zu andern zu verhalten. Es ist das gemeinschaftliche Element der Selbstbewuſstseyn, und dieses die Subſtanz, worin die That Beſtehen und Wirklichkeit hat; das Moment des Anerkanntwerdens von den andern. Das moralische Selbſtbewuſstseyn hat diſs Moment des Anerkanntseyns, des reinen Bewuſstſeyns, welches da iſt, nicht; und ist dadurch überhaupt nicht handelndes, nicht verwirklichendes. Sein Anſich ist ihm entweder das abſtracte unwirkliche Wesen, oder das Seyn als eine Wirklichkeit, welche nicht geiſtig iſt. Die seyende Wirklichkeit des Gewiſsens aber ist eine solche, welche Selbſt iſt, d. h. das seiner bewuſste Daseyn, das geiſtige Element des Anerkanntwerdens. Das Thun ist daher nur das Uebersetzen seines einzelnen Inhalts in das gegenſtändliche Element, worin er allgemein und anerkannt ist, und eben diſs, daſs er anerkanrt ist, macht die Handlung zur Wirklichkeit. Anerkannt und dadurch wirklich ist die Handlung’ weil die daseyende Wirklichkeit unmittelbar mit der Ueberzeugung oder dem Wiſſen verknüpft, oder das Wiſſen von seinem Zwecke unmittelbar das Element des Daseyns, das allgemeine Anerkennen iſt. Denn 1807 590 das Weſen der Handlung, die Pflicht beſteht in der Ueberzeugung des Gewiſſens von ihr; diese Ueberzeugung iſt eben das Anſich selbſt; es iſt das an ſich allgemeine Selbſtbewuſstseyn, oder das Anerkanntseyn und hiemit die Wirklichkeit. Das mit der Ueberzeugung von der Pflicht gethane iſt also unmittelbar ein solches, das Beſtand und Daseyn hat. Es iſt also da keine Rede mehr davon, daſs die gute Abſicht nicht zu Stande komme, oder daſs es dem Guten schlecht geht; sondern das als Pflicht gewuſste vollführt ſich und kommt zur Wirklichkeit, weil eben das Pflichtmäſſige das Allgemeine aller Selbſtbewuſstseyn, das anerkannte und also Seyende iſt. Getrennt und allein genommen, ohne den Inhalt des Selbſts aber iſt diese Pflicht das Seyn für anderes, das durchſichtige, das nur die Bedeutung gehaltloser Wesenheit überhaupt hat.

641 Sehen wir auf die Sphäre zurück, mit der überhaupt die geiſtige Realität eintrat, so war es der Begriff, daſs das Ausſprechen der Individualität das Anund für ſich ſey. Aber die Geſtalt, welche diesen Begriff unmittelbar ausdrückte, war das ehrliche Bewuſstseyn, das ſich mit der abſtracten Sache ſelbſt herumtrieb. Diese Sache selbſt, war dort Prädicat; im Gewiſſen aber erſt iſt ſie Subject, das alle Momente des Bewuſstseyns an ihm gesetzt hat, und für welches alle diese Momente, Subſtantialität überhaupt, äuſſeres Daseyn und Wesen des Denkens, in dieser Gewiſsheit seiner selbſt enthalten sind. Subſtantialität überhaupt hat die Sache selbſt in der Sittlichkeit, äuſſeres Daseyn in der 1807 591 Bildung, ſich ſelbſtwiſſende Weſenheit des Denkens in der Moralität, und im Gewiſſen iſt ſie das Subject, das dieſe Momente an ihm ſelbſt weiſs. Wenn das ehrliche Bewuſstseyn nur immer die leere Sache ſelbſt ergreifft, ſo gewinnt dagegen das Gewiſſen ſie in ihrer Erfüllung, die es ihr durch ſich gibt. Es iſt dieſe Macht dadurch, daſs es die Momente des Bewuſstseyns als Momente weiſs, und als ihr negatives Weſen, ſie beherrſcht.

642 Das Gewiſſen in Beziehung auf die einzelnen Beſtimmungen des Gegenſatzes, der am Handeln erſcheint, und ſein Bewuſstſeyn über die Natur derſelben betrachtet, ſo verhält es sich zuerſt als Wiſſendes zur Wirklichkeit des Falles, worin zu handeln iſt. Insofern das Moment der Allgemeinheit an dieſem Wiſſen ist, gehört zum Wiſſen des gewiſſenhafften Handelns, die vorliegende Wirklichkeit auf uneingeſchränkte Weiſe zu umfaſſen, und alſo die Umſtände des Falles genau zu wiſſen und in Erwägung zu ziehen. Diſs Wiſſen aber, da es die Allgemeinheit als ein Moment kennt, iſt daher ein ſolches Wiſſen von dieſen Umſtänden, das sich bewuſst ist, sie nicht zu umfaſſen oder darin nicht gewiſſenhafft zu ſeyn. Die wahrhafft allgemeine und reine Beziehung des Wiſſens wäre eine Beziehung auf ein nicht entgegengeſetztes, auf sich ſelbſt; aber das Handeln durch den Gegenſatz, der in ihm weſentlich ist, bezieht sich auf ein Negatives des Bewuſstseyns, auf eine an sich ſeyende Wirklichkeit. Gegen die Einfachheit des 1807 592 reinen Bewuſstseyns, das abſolut andere, oder die Mannichfaltigkeit an sich, ist sie eine abſolute Vielheit der Umſtände, die sich rückwärts in ihre Bedingungen, seitwärts in ihrem Nebeneinander, vorwärts in ihren Folgen unendlich theilt und ausbreitet. — Das gewiſſenhaffte Bewuſstseyn iſt dieſer Natur der Sache und ſeines Verhältniſſes zu ihr bewuſst, und weiſs, daſs es den Fall, in dem es handelt, nicht nach dieſer gefoderten Allgemeinheit kennt, und daſs ſein Vorgeben dieſer gewiſſenhafften Erwägung aller Umſtände nichtig iſt. Dieſe Kenntniſs und Erwägung aller Umſtände aber iſt nicht gar nicht vorhanden; allein nur als Moment, als etwas, das nur für andere ist; und sein unvollſtändiges Wiſſen, weil es ſein Wiſſen ist, gilt ihm als hinreichendes vollkommenes Wiſſen.

643 Auf gleiche Weiſe verhält es sich mit der Allgemeinheit des Weſens, oder der Beſtimmung des Inhalts durchs reine Bewuſstseyn. — Das zum Handeln schreitende Gewiſſen bezieht sich auf die vielen Seiten des Falles. Dieſer schlägt sich auseinander, und ebenso die Beziehung des reinen Bewuſstseyns auf ihn, wodurch die Mannichfaltigkeit des Falles eine Mannichfaltigkeit von Pflichten ist. — Das Gewiſſen weiſs, daſs es unter ihnen zu wählen und zu entſcheiden hat; denn keine ist in ihrer Beſtimmtheit oder in ihrem Inhalte abſolut, ſondern nur die reine Pflicht. Aber diſs Abſtractum hat in ſeiner Realität die Bedeutung des selbstbewuſsten Ich erlangt. Der 1807 593 seiner ſelbſt gewiſſe Geiſt ruht als Gewiſſen in sich, und ſeine reale Allgemeinheit, oder ſeine Pflicht liegt in ſeiner reinen Ueberzeugung von der Pflicht. Dieſe reine Ueberzeugung iſt als ſolche ſo leer als die reine Pflicht, rein in dem Sinne, daſs nichts in ihr, kein beſtimmter Inhalt Pflicht ist. Es ſoll aber gehandelt, es muſs von dem Individuum beſtimmt werden; und der ſeiner ſelbſt gewiſſe Geiſt, in dem das Ansich die Bedeutung des ſelbſtbewuſsten Ich erlangt hat, weiſs dieſe Beſtimmung und Inhalt in der unmittelbaren Gewiſsheit ſeiner ſelbſt zu haben. Dieſe ist als Beſtimmung und Inhalt das natürliche Bewuſstseyn, das heiſst, die Triebe und Neigungen. — Das Gewiſſen erkennt keinen Inhalt für es als abſolut, denn es iſt abſolute Negativität alles Beſtimmten. Es beſtimmt aus sich ſelbſt; der Kreis des Selbsts aber, worein die Beſtimmtheit als solche fällt, iſt die ſogenannte Sinnlichkeit; einen Inhalt aus der unmittelbaren Gewiſsheil ſeiner ſelbſt zu haben, findet sich nichts bey der Hand, als sie. — Alles, was in frühern Geſtalten, als Gut oder Schlecht, als Geſetz und Recht sich darſtellte, iſt ein Anderes als die unmittelbare Gewiſsheit ſeiner ſelbſt; es iſt ein Allgemeines, das jetzt ein Seyn für anderes iſt; oder anders betrachtet, ein Gegenſtand, welcher das Bewuſstseyn mit sich selbſt vermittelnd, zwiſchen es und ſeine eigene Wahrheit tritt und es vielmehr von sich abſondert, als daſs er ſeine Unmittelbarkeit wäre. — Dem Gewiſſen aber iſt die Gewiſsheit ſeiner ſelbſt die reine unmittelbare 1807 594 Wahrheit; und dieſe Wahrheit iſt alſo ſeine als Inhalt vorgeſtellte unmittelbare Gewiſsheit ſeiner ſelbſt, das heiſst, überhaupt die Willkühr des Einzelnen und die Zufälligkeit ſeines bewuſstlosen natürlichen Seyns.

644 Dieſer Inhalt gilt zugleich als moraliſche Weſenheit oder als Pflicht. Denn die reine Pflicht ist, wie ſchon bey dem Prüffen der Geſetze sich ergab, ſchlechthin gleichgültig gegen jeden Inhalt, und verträgt jeden Inhalt. Hier hat sie zugleich die weſentliche Form des Fürsichſeyns, und dieſe Form der individuellen Ueberzeugung ist nichts anderes als das Bewuſstseyn von der Leerheit der reinen Pflicht, und davon daſs sie nur Moment, daſs ſeine Subſtantialität ein Prädicat ist, welches ſein Subject an dem Individuum hat, deſſen Willkühr ihr den Inhalt gibt, jeden an dieſe Form knüpfen, und ſeine Gewiſſenhafftigkeit an ihn heſſten kann. — Ein Individuum vermehrt ſein Eigenthum auf eine gewiſſe Weiſe; es iſt Pflicht, daſs jedes für die Erhaltung ſeiner ſelbſt wie auch ſeiner Familie, nicht weniger für die Möglichkeit ſorgt, ſeinen Nebenmenschen nützlich zu werden, und Hülfsbedürftigen gutes zu thun. Das Individuum ist sich bewuſst, daſs diſs Pflicht iſt, denn dieſer Inhalt iſt unmittelbar in der Gewiſsheit ſeiner ſelbſt enthalten; es sieht ferner ein, daſs es dieſe Pflicht in dieſem Falle erfüllt. Andere halten vielleicht dieſe gewiſſe Weiſe für Betrug; ſie halten ſich an andere Seiten des concreten Falles, es aber hält 1807 595 dieſe Seite dadurch feſt, daſs es ſich der Vermehrung des Eigenthums als reiner Pflicht bewuſst ist. — So erfüllt das, was andere Gewaltthätigkeit und Unrecht nennen, die Pflicht gegen Andere ſeine Selbſtständigkeit zu behaupten, was sie Feigheit nennen, — die Pflicht, sich das Leben und die Möglichkeit der Nützlichheit für die Nebenmenſchen zu erhalten; was sie aber die Tapferkeit nennen, verletzt vielmehr beyde Pflichten. Die Feigheit darf aber nicht ſo ungeſchickt ſeyn, nicht zu wiſſen, daſs die Erhaltung des Lebens und der Möglichkeit, andern nützlich zu ſeyn, Pflichten sind, nicht von der Pflichtmäſsigkeit ihres Handels überzeugt zu ſeyn und nicht zu wiſſen, daſs in dem Wiſſen das Pflichtmäſsige beſteht; ſonſt begienge ſie die Ungeſchicklichkkeit, unmoralisch zu ſeyn. Da die Moralität in dem Bewuſstseyn, die Pflicht erfüllt zu haben, liegt, ſo wird dem Handeln, das Feigheit, eben ſo wenig als dem, das Tapferkeit genannt wird, diſs nicht fehlen; das Abſtractum, das Pflicht heiſst, iſt wie jedes, ſo auch dieſes Inhalts fähig, es weiſs alſo, was es thut, als Pflicht, und indem es diſs weiſs und die Ueberzeugung von der Pflicht das Pflichtmäſsige ſelbſt iſt, ſo iſt es anerkannt von den Andern; die Handlung gilt dadurch und hat wirkliches Daſeyn.

645 Gegen dieſe Freyheit, die jeden beliebigen Inhalt in das allgemeine paſſive Medium der reinen Pflicht und Wiſſens einlegt, ſo gut als einen andern, hilfft es nichts, zu behaupten, daſs ein anderer 1807 596 Inhalt eingelegt werden ſollte; denn welcher es ſey, jeder hat den Makel der Beſtimmtheit an ihm, von der das reine Wiſſen frey iſt, die es verſchmähen, ebenſo wie es jede aufnehmen kann. Aller Inhalt ſteht darin, daſs er ein beſtimmter iſt, auf gleicher Linie mit dem andern, wenn er auch gerade den Charakter zu haben ſcheint, daſs in ihm das Beſondere aufgehoben ſey. Es kann ſcheinen, daſs indem an dem wirklichen Falle die Pflicht sich überhaupt in den Gegenſatz und dadurch den der Einzelnheit und Allgemeinheit entzweyt, diejenige Pflicht, deren Inhalt das Allgemeine ſelbſt iſt, dadurch unmittelbar die Natur der reinen Pflicht an ihr habe, und Form und Inhalt hiemit sich ganz gemäſs werden; ſo daſs alſo z. B. die Handlung für das allgemeine Beſte, der für das individuelle vorzuziehen ſey. Allein dieſe allgemeine Pflicht iſt überhaupt dasjenige, was als an und für sich seyende Subſtanz, als Recht und Geſetz vorhanden iſt, und unabhängig von dem Wiſſen und der Ueberzeugung wie von dem unmittelbaren Intereſſe des Einzelnen gilt; es iſt alſo gerade dasjenige, gegen deſſen Form die Moralität überhaupt gerichtet iſt. Was aber ſeinen Inhalt betrifft, ſo iſt auch er ein beſtimmter, inſofern das allgemeine Beſte dem einzelnen entgegengeſetzt iſt; hiemit iſt ſein Geſetz ein ſolches, von welchem das Gewiſſen ſich ſchlechthin frey weiſs und hinzu und davonzuthun, es zu unterlaſſen, ſo wie zu erfüllen, ſich die abſolute Befugniſs gibt. — Alsdenn iſt ferner jene 1807 597 Unterſcheidung der Pflicht gegen dzs Einzelne und gegen das Allgemeine, der Natur des Gegenſatzes überhaupt nach nichts feſtes. Sondern vielmehr was der Einzelne für sich thut, kommt auch dem Allgemeinen zu gute; je mehr er für sich geſorgt hat, deſto gröſſer iſt nicht nur ſeine Möglichkeit, andern zu nützen; ſondern ſeine Wirklichkeit ſelbſt iſt nur diſs, im Zuſammenhange mit andern zu ſeyn und zu leben; ſein einzelner Genuſs hat weſentlich die Bedeutung, damit andern das ſeinige preiszugeben, und ihnen zum Erwerb ihres Genuſſes zu verhelffen. In der Erfüllung der Pflicht gegen den Einzelnen, alſo gegen ſich, wird alſo auch die gegen das Allgemeine erfüllt. — Die Erwägung und Vergleichung der Pflichten, welche hier einträte, lieffe auf die Berechnung des Vortheils hinaus, den das Allgemeine von einer Handlung hätte, aber theils fällt die Moralität hiedurch der nothwendigen Zufälligkeit der Einsicht anheim, theils iſt es gerade das Weſen des Gewiſſens diſs Berechnen und Erwägen abzuſchneiden, und ohne ſolche Gründe aus ſich zu entſcheiden.

646 Auf dieſe Weiſe handelt und erhält ſich alſo das Gewiſſen in der Einheit des Anſich und des Fürſichſeyns, in der Einheit des reinen Denkens und der Individualität, und iſt der ſeiner gewiſſe Geiſt, der ſeine Wahrheit an ihm ſelbſt, in ſeinem Selbſt, in ſeinem Wiſſen, und darin als dem Wiſſen von der Pflicht hat. Er erhält sich eben dadurch darin, daſs was poſitives in der Handlung iſt, ſowohl der 1807 598 Inhalt, als die Form der Pflicht und das Wiſſen von ihr, dem Selbſt, der Gewiſsheit ſeiner, angehört; was aber dem Selbſt als eignes Anſich gegenübertreten will, als nicht wahres, nur als aufgehobnes, nur als Moment gilt. Es gilt daher nicht das allgemeine Wiſſen überhaupt, ſondern ſeine Kenntniſs von den Umſtänden. In die Pflicht, als das allgemeine Anſichſeyn, legt es den Inhalt ein, den es aus ſeiner natürlichen Individualität nimmt; denn er iſt der an ihm ſelbſt vorhandne; dieſer wird durch das allgemeine Medium, worin er iſt, die Pflicht, die es ausübt, und die leere reine Pflicht iſt ebenhiedurch als aufgehobnes oder als Moment geſetzt; dieſer Inhalt iſt ihre aufgehobne Leerheit oder die Erfüllung. — Aber ebenſo iſt das Gewiſſen von jedem Inhalt überhaupt frey; es abſolvirt ſich von jeder beſtimmten Pflicht, die als Geſetz gelten ſoll; in der Krafft der Gewiſsheit ſeiner ſelbſt, hat es die Majeſtät der abſoluten Avtarkie, zu binden und zu löſen. — Dieſe Selbſtbeſtimmung iſt darum unmittelbar das ſchlechthin pflichtmäſſiige; die Pflicht iſt das Wiſſen ſelbſt; dieſe einfache Selbſtheit aber iſt das Anſich; denn das Anſich ist die reine Sichſelbſtgleichheit; und dieſe iſt in dieſem Bewuſstſeyn. —

647 Diſs reine Wiſſen iſt unmittelbar Seyn für anderes; denn als die reine Sichſelbſtgleichheit iſt es die Unmittelbarkeit, oder das Seyn. Diſs Seyn iſt aber zugleich das reine Allgemeine, die Selbſtheit Aller; oder das Handeln iſt anerkannt und daher wirklich. 1807 599 Diſs Seyn iſt das Element, wodurch das Gewiſſen unmittelbar mit allen Selbſtbewuſstseyn in der Bezichung der Gleichheit ſteht; und die Bedeutung dieſer Beziehung iſt nicht das ſelbſtloſe Geſetz, ſondern das Selbſt des Gewiſſens.

648 Darin aber, daſs diſs Rechte, was das Gewiſſen thut, zugleich Seyn für anderes iſt, ſcheint eine Ungleichheit an es zu kommen. Die Pflicht, die es vollbringt, iſt ein beſtimmter Inhalt; er iſt zwar das Selbſt des Bewuſstſeyns, und darin ſein Wiſſen von ſich, ſeine Gleichheit mit ſich ſelbſt. Aber vollbracht, in das allgemeine Medium des Seyns geſtellt, iſt dieſe Gleichheit nicht mehr Wiſſen, nicht mehr dieſes Unterſcheiden, welches ſeine Unterſchiede ebenſo unmittelbar aufhebt; ſondern im Seyn iſt der Unterſchied beſtehend geſetzt, und die Handlung eine beſtimmte, ungleich mit dem Elemente des Selbſtbewuſstseyns Aller, alſo nicht nothwendig anerkannt. Beyde Seiten, das handelnde Gewiſſen und das allgemeine dieſe Handlung als Pflicht anerkennende Bewuſstſeyn sind gleich frey von der Beſtimmtheit dieſes Thuns. Um dieſer Freyheit willen iſt die Beziehung in dem gemeinſchafftlichen Medium des Zuſammenhangs vielmehr ein Verhältniſs der vollkommen Ungleichheit; wodurch das Bewuſstseyn, für welches die Handlung iſt, ſich in vollkommner Ungewiſsheit über den handelnden ſeiner ſelbſt gewiſſen Geiſt befindet. Er handelt, er ſetzt eine Beſtimmtheit als ſeyend; an diſs Seyn als an ſeine 1807 600 Wahrheit halten ſich die andern, und ſind darin ſeiner gewiſs; er hat darin ausgeſprochen, was ihm als Pflicht gilt. Allein er iſt frey von irgend einer beſtimmten Pflicht; er iſt da heraus, wo ſie meynen, daſs er wirklich ſey; und diſs Medium des Seyns ſelbſt, und die Pflicht als an ſich ſeyend, gilt ihm nur als Moment. Was er ihnen alſo hinſtellt, verſtellt er auch wieder, oder vielmehr hat es unmittelbar verſtellt. Denn ſeine Wirklichkeit iſt ihm nicht dieſe hinausgeſtellte Pflicht und Beſtimmung, ſondern diejenige, welche er in der abſoluten Gewiſsheit ſeiner ſelbſt hat.

649 Sie wiſſen alſo nicht, ob diſs Gewiſſen moraliſch gut oder ob es böſe iſt, oder vielmehr ſie können es nicht nur nicht wiſſen, ſondern müſſen es auch für böſe nehmen. Denn wie es frey von der Beſtimmtheit der Pflicht, und von der Pflicht als an ſich ſeyender iſt, sind sie es gleichfalls. Was es ihnen hinſtellt, wiſſen ſie ſelbſt zu verſtellen; es iſt ein ſolches, wodurch nur das Selbſt eines andern ausgedrückt iſt, nicht ihr eignes; ſie wiſſen ſich nicht nur frey davon, ſondern müſſen es in ihrem eignen Bewuſstſeyn auflöſen, durch Urtheilen und Erklären zu nichte machen, um ihr Selbſt zu erhalten.

650 Allein die Handlung des Gewiſſens iſt nicht nur dieſe von dem reinen Selbſt verlaſſne Beſtimmung des Seyns. Was als Pflicht gelten und anerkannt werden ſoll, iſt es allein durch das Wiſſen und die Ueberzeugung davon als von der Pflicht, durch das 1807 601 Wiſſen ſeiner Selbſt in der That. Wenn die That aufhört, dieſes Selbſt an ihr zu haben, hört ſie auf das zu ſeyn, was allein ihr Weſen iſt. Ihr Daſeyn von dieſem Bewuſstſeyn verlaſſen, wäre eine gemeine Wirklichkeit, und die Handlung erſchiene uns als ein Vollbringen ſeiner Luſt und Begierde. Was da ſeyn ſoll, iſt hier allein Weſenheit dadurch, daſs es als sich ſelbſt ausſprechende Individualität gewuſst wird; und diſs gewuſstſeyn iſt es, was das anerkannte iſt, und was als ſolches, Daſeyn haben ſoll.

651 Das Selbſt tritt ins Daſeyn, als Selbſt; der ſeiner gewiſſe Geiſt exiſtirt als ſolcher für andre; ſeine unmittelbare Handlung iſt nicht das, was gilt und wirklich ist; nicht das beſtimmte, nicht das anſichſeyende iſt das anerkannte, ſondern allein das ſich wiſſende Selbſt als ſolches. Das Element des Beſtehens iſt das allgemeine Selbſtbewuſstseyn; was in dieſes Element tritt, kann nicht die Wirkung der Handlung ſeyn, dieſe hält nicht darin aus, und erhält kein Bleiben, ſondern nur das Selbſtbewuſstſeyn iſt das anerkannte und gewinnt die Wirklichkeit.

652 Wir ſehen hiemit wieder die Sprache als das Daſeyn des Geiſtes. Sie iſt das für andre ſeyende Selbſtbewuſstſeyn, welches unmittelbar als ſolches vorhanden und als dieſes allgemeines iſt. Sie iſt das ſich von ſich ſelbſt abtrennende Selbſt, das als reines Ich — Ich sich gegenſtändlich wird, in dieſer Gegenſtändlichkeit ſich ebenſo als dieſes Selbſt erhält, wie es unmittelbar mit den Andern zuſammenflieſst und ihr 1807 602 Selbstbewuſstseyn iſt; es vernimmt ebenſo ſich, als es von den andern vernommen wird, und das Vernehmen iſt eben das zum Selbſt gewordne Daſeyn.

653 Der Inhalt, den die Sprache hier gewonnen, iſt nicht mehr das verkehrte und verkehrende und zerriſſne Selbſt der Welt der Bildung; ſondern der in ſich zurückgekehrte, ſeiner und in ſeinem Selbſt ſeiner Wahrheit oder seines Anerkennens gewiſſe, und als dieſes Wiſſen anerkannte Geiſt. Die Sprache des sittlichen Geiſtes iſt das Geſetz und der einfache Befehl, und die Klage, die mehr eine Thräne über die Nothwendigkeit iſt; das moralische Bewuſstseyn hingegen iſt noch ſtumm, bey ſich in seinem Innern verschloſſen, denn in ihm hat das Selbſt noch nicht Daseyn, sondern das Daseyn und das Selbſt ſtehen erſt in äusserer Beziehung aufeinander. Die Sprache aber tritt nur als die Mitte selbſtſtändiger und anerkannter Selbſtbewuſstseyn hervor, und das daseyende Selbſt iſt unmittelbar allgemeines, vielfaches und in dieser Vielheit einfaches Anerkanntseyn. Der Inhalt der Sprache des Gewiſſens iſt das ſich als Wesen wiſſende Selbſt. Diſs allein spricht sie aus, und dieses Ausſprechen iſt die wahre Wirklichkeit des Thuns und das Gelten der Handlung. Das Bewuſstseyn spricht seine Ueberzeugung aus; diese Ueberzeugung ist es, worin allein die Handlung Pflicht iſt; ſie gilt auch allein dadurch als Pflicht, daſs die Ueberzeugung ausgesprochen wird. Denn das allgemeine Selbſtbewuſstseyn iſt frey von der nur seyenden beſtimmten Handlung; ſie als Daſeyn 1807 603 gilt ihm nichts, sondern die Ueberzeugung, daſs ſie Pflicht iſt; und diese iſt in der Sprache wirklich. — Die Handlung verwirklichen heiſst hier nicht ihren Inhalt aus der Form des Zwecks oder Fürſichſeyns in die Form der abſtracten Wirklichkeit übersetzen, sondern aus der Form der unmittelbaren Gewiſsheit seiner selbſt, die ihr Wiſſen oder Fürſichseyn als das Wesen weiſs, in die Form der Verſicherung, daſs das Bewuſstseyn von der Pflicht überzeugt iſt, und die Pflicht als Gewiſſen aus ſich ſelbſt weiſs; diese Verſicherung verſichert also, daſs es davon überzeugt iſt, daſs seine Ueberzeugung das Wesen iſt.

654 Ob die Verſicherung, aus Ueberzeugung von der Pflicht zu handeln, wahr iſt, ob es wirklich die Pflicht iſt, was gethan wird, — diese Fragen oder Zweifel haben keinen Sinn gegen das Gewiſſen. — Bey jener Frage, ob die Verſicherung wahr iſt, würde vorausgesetzt, daſs die innere Abſicht von der vorgegebnen verschieden sey, d. h. daſs das Wollen des einzelnen Selbſts, ſich von der Pflicht, von dem Willen des allgemeinen und reinen Bewuſstſeyns trennen könne; der letztre wäre in die Rede gelegt, das erſtere aber eigentlich die wahre Triebfeder der Handlung. Allein dieser Unterschied des allgemeinen Bewuſstseyns und des einzelnen Selbſts iſt es eben, der ſich aufgehoben, und deſſen Aufheben das Gewiſſen ist. Das unmittelbare Wiſſen des seiner gewiſſen Selbſts iſt Gesetz und Pflicht; seine Abſicht iſt dadurch, daſs ſie seine Abſicht iſt, das Rechte; es wird nur erfodert, 1807 604 daſs es diſs wiſſe und diſs, daſs es die Ueberzeugung davon, sein Wiſſen und Wollen sey das Rechte, sage. Das Ausſprechen dieser Verſicherung hebt an ſich selbſt die Form seiner Besonderheit auf; es anerkennt darinn die nothwendige Allgemeinheit des Selbſts; indem es ſich Gewiſſen nennt, nennt es ſich reines ſich selbſt Wiſſen und reines abſtractes Wollen, d. h. es nennt ſich ein allgemeines Wiſſen und Wollen, das die Andern anerkennt, ihnen gleich iſt, denn ſie ſind eben diſs reine ſich Wiſſen und Wollen, und das darum auch von ihnen anerkannt wird. In dem Wollen des ſeiner gewiſſen Selbſts, in dieſem Wiſſen, daſs das Selbſt das Weſen iſt, liegt das Weſen des Rechten. — Wer alſo ſagt, er handle ſo aus Gewiſſen, der ſpricht wahr, denn ſein Gewiſſen iſt das wiſſende und wollende Selbſt. Er muſs diſs aber weſentlich ſagen, denn diſs Selbſt muſs zugleich allgemeines Selbſt ſeyn. Diſs iſt es nicht in dem Inhalt der Handlung, denn dieſer iſt um ſeiner Beſtimmtheit willen an ſich gleichgültig: ſondern die Allgemeinheit liegt in der Form derſelben; dieſe Form iſt es, welche als wirklich zu ſetzen iſt; ſie iſt das Selbſt, das als ſolches in der Sprache wirklich iſt, ſich als das Wahre ausſagt, eben darin alle Selbſt anerkennt und von ihnen anerkannt wird.

655 Das Gewiſſen alſo, in der Majeſtät ſeiner Erhabenheit über das beſtimmte Geſetz und jeden Inhalt der Pflicht, legt den beliebigen Inhalt in ſein Wiſſen und Wollen; es iſt die moraliſche Genialität, 1807 605 welche die innere Stimme ihres unmittelbaren Wiſſens als göttliche Stimme weiſs, und indem ſie an dieſem Wiſſen ebenſo unmittelbar das Daſeyn weiſs, iſt ſie die göttliche Schöpferkrafft, die in ihrem Begriffe die Lebendigkeit hat. Sie iſt ebenſo der Gottesdienſt in ſich ſelbſt; denn ihr Handeln iſt das Anſchauen dieſer ihrer eignen Göttlichkeit.

656 Dieſer einſame Gottesdienſt iſt zugleich weſentlich der Gottesdienſt einer Gemeinde, und das reine innere ſich ſelbſt Wiſſen und Vernehmen geht zum Momente des Bewuſstseyns fort. Die Anſchauung ſeiner iſt ſein gegenſtändliches Daſeyn, und diſs gegenſtändliche Element iſt das Ausſprechen ſeines Wiſſens und Wollens als eines Allgemeinen. Durch diſs Ausſprechen wird das Selbſt zum geltenden und die Handlung zur ausführenden That. Die Wirklichkeit und das Beſtehen ſeines Thuns iſt das allgemeine Selbſtbewuſstseyn; das Ausſprechen des Gewiſſens aber ſetzt die Gewiſsheit ſeiner ſelbſt als reines und dadurch als allgemeines Selbſt; die andern laſſen die Handlung um dieſer Rede willen, worin das Selbſt als das Weſen ausgedrückt und anerkannt iſt, gelten. Der Geiſt und die Subſtanz ihrer Verbindung iſt alſo die gegenſeitige Verſicherung von ihrer Gewiſſenhafftigkeit, guten Abſichten, das Erfreuen über dieſe wechſelſeitige Reinheit und das Laben an der Herrlichkeit des Wiſſens und Ausſprechens, des Hegens und Pflegens ſolcher Vortrefflichkeit. — Inſofern diſs Gewiſſen ſein abſtractes 1807 606 Bewuſstſeyn noch von ſeinem Selbſtbewuſstſeyn unterſcheidet, hat es ſein Leben nur verborgen in Gott; er iſt zwar unmittelbar ſeinem Geiſt und Herzen, ſeinem Selbſt gegenwärtig; aber das offenbare, ſein wirkliches Bewuſstseyn und die vermittelnde Bewegung deſſelben iſt ihm ein Anderes als jenes verborgene Innere und die Unmittelbarkeit des gegenwärtigen Weſens. Allein in der Vollendung des Gewiſſens hebt ſich der Unterſchied ſeines abſtracten und ſeines Selbſtbewuſstſeyns auf. Es weiſs, daſs das abſtracte Bewuſstseyn eben dieſes Selbſt, dieſes ſeiner gewiſſe Fürsichſeyn iſt, daſs in der Unmittelbarkeit der Beziehung des Selbſts auf das Ansich, das auſſer dem Selbſt geſetzt das abſtracte Weſen und das ihm verborgene iſt, eben die Verſchiedenheit aufgehoben iſt. Denn diejenige Beziehung iſt eine vermittelnde, worin die bezognen nicht ein und daſſelbe, ſondern ein Anderes für einander und nur in einem dritten eins sind; die unmittelbare Beziehung aber heiſst in der That nichts anderes als die Einheit. Das Bewuſstseyn über die Gedankenloſigkeit, dieſe Unterſchiede, die keine sind, noch für Unterſchiede zu halten, erhoben, weiſs die Unmittelbarkeit der Gegenwart des Weſens in ihm als Einheit des Weſens und ſeines Selbſts, ſein Selbſt also als das lebendige Ansich, und diſs ſein Wiſſen als die Religion, die als angeſchautes oder daſeyendes Wiſſen das Sprechen der Gemeinde über ihren Geiſt iſt.

1807 607

657 Wir ſehen hiemit hier das Selbstbewuſstseyn in ſein Innerſtes zurückgegangen, dem alle Aeuſſerlichkeit als ſolche verschwindet, — in die Anschauung des Ich = Ich, worin dieſes Ich alle Wesenheit und Daseyn iſt. Es verſinkt in dieſem Begriffe seiner selbſt, denn es iſt auf die Spitze seiner Extreme getrieben, und zwar so daſs die unterschiednen Momente, wodurch es real oder noch Bewuſstſeyn iſt, nicht für uns nur diese reinen Extreme ſind, sondern das, was es für sich, und was ihm an ſich und was ihm Daſeyn iſt, zu Abſtractionen verflüchtigt, die keinen Halt, keine Subſtanz mehr für diſs Bewuſstseyn selbſt haben; und alles, was bisher für das Bewuſstseyn Wesen war, iſt in diese Abſtractionen zurückgegangen. — Zu dieser Reinheit geläutert, iſt das Bewuſstseyn seine ärmſte Geſtalt, und die Armuth, die seinen einzigen Beſitz ausmacht, iſt selbſt ein Verschwinden; diese abſolute Gewiſsheit, in welche ſich die Subſtanz aufgelöſt hat, iſt die absolute Unwahrheit, die in sich zusammenfallt; es iſt das absolute Selbſtbewuſstseyn, in dem das Bewuſstseyn verſinkt.

658 Diſs Verſinken innerhalb ſeiner ſelbſt betrachtet, ſo iſt für das Bewuſstseyn die anſichſeyende Subſtanz das Wiſſen als ſein Wiſſen. Als Bewuſstseyn iſt es in den Gegenſatz ſeiner und des Gegenſtandes, der für es das Weſen iſt, getrennt; aber dieser Gegenſtand eben iſt das vollkommen durchſichtige, es iſt sein Selbſt, und sein Bewuſstſeyn iſt nur das Wiſſen von ſich. Alles Leben, und alle geiſtige Weſenheit iſt in diſs 1807 608 Selbſt zurückgegangen, und hat ſeine Verſchiedenheit von dem Ichſelbſt verloren. Die Momente des Bewuſstſeyns ſind daher dieſe extremen Abſtractionen, deren keine ſteht, ſondern in der andern ſich verliert, und ſie erzeugt. Es iſt der Wechsel des unglücklichen Bewuſstseyns mit ſich, der aber für es ſelbſt innerhalb ſeiner vorgeht, und der Begriff der Vernunft zu ſeyn ſich bewuſst iſt, der jenes nur an ſich iſt. Die abſolute Gewiſsheit ſeiner ſelbſt ſchlägt ihr alſo als Bewuſstſeyn unmittelbar in ein Austönen, in Gegenſtändlichkeit ſeines Fürſichſeyns um; aber dieſe erſchaffne Welt iſt ſeine Rede, die es ebenſo unmittelbar vernommen, und deren Echo nur zu ihm zurückkommt. Dieſe Rückkehr hat daher nicht die Bedeutung, daſs es an und für ſich darin iſt; denn das Weſen iſt ihm kein anſich, ſondern es ſelbſt; ebenſowenig hat es Daſeyn, denn das Gegenſtändliche kommt nicht dazu ein Negatives des wirklichen Selbſts zu ſeyn; ſo wie dieſes nicht zur Wirklichkeit. Es fehlt ihm die Kraft der Entäuſſerung, die Kraft ſich zum Dinge zu machen, und das Seyn zu ertragen. Es lebt in der Angſt die Herrlichkeit ſeines Innern durch Handlung und Daſeyn zu beflecken, und um die Reinheit ſeines Herzens zu bewahren, flieht es die Berührung der Wirklichkeit, und beharret in der eigenſinnigen Kraftloſigkeit, ſeinem zur letzten Abſtraction zugeſpitzten Selbſt zu entſagen, und ſich Subſtantialität zu geben, oder ſein Denken in Seyn zu verwandeln, und ſich dem abſoluten Unterſchiede anzuvertrauen. Der hohle 1807 609 Gegenſtand, den es ſich erzeugt, erfüllt es daher nun mit dem Bewuſstseyn der Leerheit; ſein Thun iſt das Sehnen, das in dem Werden ſeiner ſelbſt zum weſenloſen Gegenſtande ſich nur verliert, und über dieſen Verluſt hinaus und zurück zu ſich fallend, ſich nur als verlornes findet; — in dieſer durchſichtigen Reinheit ſeiner Momente eine unglückliche ſogenannte ſchöne Seele, verglimmt ſie in ſich, und ſchwindet als ein geſtaltloſer Dunſt, der ſich in Luft auflöſt.

659 Diſs ſtille Zuſammenflieſſen der marklosen Weſenheiten des verflüchtigten Lebens iſt aber noch in der andern Bedeutung der Wirklichkeit des Gewiſſens, und in der Erſcheinung ſeiner Bewegung zu nehmen, und das Gewiſſen als handelnd zu betrachten — Das gegenſtändliche Moment in dieſem Bewuſstseyn hat ſich oben als allgemeines Bewuſstseyn beſtimmt; das ſich ſelbſtwiſſende Wiſſen iſt als dieſes Selbſt unterſchieden von andern Selbſt; die Sprache, in der ſich alle gegenſeitig als gewiſſenhaft handelnd anerkennen, dieſe allgemeine Gleichheit, zerfällt in die Ungleichheit des einzelnen Fürſichſeyns, jedes Bewuſstſeyn iſt aus ſeiner Allgemeinheit ebenſo ſchlechthin in ſich reflectirt; hiedurch tritt der Gegenſatz der Einzelnheit gegen die andern Einzelnen und gegen das Allgemeine nothwendig ein, und dieſes Verhältniſs und ſeine Bewegung iſt zu betrachten. — Oder dieſe Allgemeinheit und die Pflicht hat die ſchlechthin entgegengeſetzte Bedeutung der beſtimmten von dem Allgemeinen ſich 1807 610 ausnehmenden Einzelnheit, für welche die reine Pflicht nur die an die Oberfläche getretene und nach auſſen gekehrte Allgemeinheit iſt; die Pflicht liegt nur in den Worten, und gilt als ein Seyn für anderes. Das Gewiſſen zunächſt nur negativ gegen die Pflicht als dieſe beſtimmte vorhandne gerichtet, weiſs ſich frey von ihr; aber indem es die leere Pflicht mit einem beſtimmten Inhalte aus ſich ſelbſt anfüllt, hat es das poſitive Bewuſstſeyn darüber, daſs es als dieſes Selbſt ſich den Inhalt macht; ſein reines Selbſt, als leeres Wiſſen iſt das inhalts- und beſtimmungslose; der Inhalt, den es ihm gibt, iſt aus ſeinem Selbſt als dieſem beſtimmten, aus ſich als natürlicher Individualität genommen, und in dem Sprechen von der Gewiſſenhaftigkeit ſeines Handelns iſt es ſich wohl ſeines reinen Selbſts, aber, im Zwecke ſeines Handelns als wirklichem Inhalt, ſeiner als dieſes beſondern Einzelnen und des Gegenſatzes desjenigen bewuſst, was es für ſich und was es für andere iſt, des Gegenſatzes der Allgemeinheit oder Pflicht und ſeines Reflectirtſeyns aus ihr.

660 Wenn ſich ſo der Gegenſatz, in den das Gewiſſen als handelnd eintritt, in ſeinem Innern ausdrückt, ſo iſt er zugleich die Ungleichheit nach Auſſen in dem Elemente des Daſeyns, die Ungleichheit ſeiner beſondern Einzelnheit gegen anderes Einzelnes. — Seine Beſonderheit beſteht darin, daſs die beyden ſein Bewuſstseyn conſtituirenden Momente, das Selbſt und das Anſich mit ungleichem Werthe und zwar mit der Beſtimmung in ihm gelten, daſs die Gewiſsheit ſeiner 1807 611 ſelbſt das Weſen iſt, gegen das Anſich oder das Allgemeine, das nur als Moment gilt. Dieſer innerlichen Beſtimmung ſteht alſo das Element des Daſeyns oder das allgemeine Bewuſstseyn gegenüber, welchem vielmehr die Allgemeinheit, die Pflicht, das Weſen, dagegen die Einzelnheit, die gegen das Allgemeine für ſich iſt, nur als aufgehobnes Moment gilt. Dieſem Feſthalten an der Pflicht gilt das erſte Bewuſstſeyn als das Böſe, weil es die Ungleichheit ſeines Inſichſeyns mit dem Allgemeinen iſt, und indem dieſes zugleich ſein Thun als Gleichheit mit ſich ſelbſt, als Pflicht und Gewiſſenhaftigkeit ausſpricht, als Heu cheley.

661 Die Bewegung dieſes Gegenſatzes iſt zunächſt die formelle Herſtellung der Gleichheit zwiſchen dem, was das Böſe in ſich iſt, und was es ausſpricht; es muſs zum Vorſchein kommen, daſs es böſe und ſo ſein Daſeyn ſeinem Weſen gleich, die Heucheley muſs entlarvt werden. — Dieſe Rückkehr der in ihr vorhandnen Ungleichheit in die Gleichheit iſt nicht darin ſchon zu Stande gekommen, daſs die Heucheley, wie man zu ſagen pflegt, ebendadurch ihre Achtung für Pflicht und Tugend beweiſe, daſs ſie den Schein derſelben annehme und als Maske für ihr eignes nicht weniger als für fremdes Bewuſstſeyn gebrauche; in welchem Anerkennen des Entgegengeſetzten an ſich die Gleichheit und Uebereinſtimmung enthalten ſey. — Allein ſie iſt zugleich aus dieſem Anerkennen der Sprache 1807 612 ebenſoſehr heraus und in ſich reflectirt, und darin, daſs ſie das Anſichſeyende nur als ein Seyn für anderes gebraucht, iſt vielmehr die eigne Verachtung deſſelben und die Darſtellung ſeiner Weſenloſigkeit für Alle enthalten. Denn was ſich als ein äuſſerliches Werkzeug gebrauchen läſst, zeigt ſich als ein Ding, das keine eigne Schwere in ſich hat.

662 Auch kommt dieſe Gleichheit weder durch das einſeitige Beharren des böſen Bewuſstseyns auf ſich, noch durch das Urtheil des allgemeinen zu Stande. — Wenn jenes ſich gegen das Bewuſstseyn der Pflicht verleugnet, und was dieſes für Schlechtigkeit, für abſolute Ungleichheit mit dem Allgemeinen, ausſagt, als ein Handeln nach dem innern Geſetze und Gewiſſen behauptet, ſo bleibt in dieser einſeitigen Verſicherung der Gleichheit ſeine Ungleichheit mit dem Andern, da ja dieſes ſie nicht glaubt und nicht anerkennt. — Oder da das einſeitige Beharren auf Einem Extreme ſich ſelbſt auflöſt, ſo würde das Böſe ſich zwar dadurch als Böſes eingeſtehen, aber darin, ſich unmittelbar aufheben und nicht Heucheley ſeyn noch als ſolche ſich entlarven. Es geſteht ſich in der That als Böſes durch die Behauptung ein, daſs es, dem anerkannten Allgemeinen entgegengeſetzt, nach ſeinem innern Geſetze und Gewiſſen handle. Denn wäre diſs Geſetz und Gewiſſen nicht das Geſetz ſeiner Einzelnheit und Willkühr, ſo wäre es nicht etwas Innres, Eignes, ſondern das allgemein anerkannte. Wer darum ſagt, daſs er nach ſeinem Geſetze und 1807 613 Gewiſſen gegen die Andern handle, ſagt in der That, daſs er ſie mishandle. Aber das wirkliche Gewiſſen iſt nicht dieſes Beharren auf dem Wiſſen und Willen, der dem Allgemeinen ſich entgegenſetzt, ſondern das Allgemnine iſt das Element ſeines Daſeyns, und ſeine Sprache ſagt ſein Thun als die anerkannte Pflicht aus.

663 Ebenſowenig iſt das Beharren des allgemeinen Bewuſstseyns auf ſeinem Urtheile Entlarvung und Auflösung der Heucheley. — Indem es gegen ſie, ſchlecht, niederträchtig u. ſ. f. ausruft, beruft es ſich in ſolchem Urtheil auf ſein Geſetz, wie das böſe Bewuſstſeyn auf das ſeinige. Denn jenes tritt im Gegenſatz gegen dieſes, und dadurch als ein beſonderes Geſetz auf. Es hat alſo nichts vor dem andern voraus, legitimirt vielmehr dieſes, und dieſer Eifer thut gerade das Gegentheil deſſen, was er zu thun meynt — nemlich das, was er wahre Pflicht nennt und das allgemein anerkannt ſeyn ſoll, als ein nichtanerkanntes zu zeigen, und hiedurch dem andern das gleiche Recht des Fürſichſeyns einzuräumen.

664 Diſs Urtheil aber hat zugleich eine andre Seite, von welcher es die Einleitung zur Auflöſung des vorhandnen Gegenſatzes wird. — Das Bewuſstseyn des Allgemeinen verhält ſich nicht als wirkliches und handelndes gegen das Erſte, denn dieſes iſt vielmehr das wirkliche, — ſondern ihm entgegengeſetzt, als dasenige, das nicht in dem Gegenſatze der Einzelnheit und Allgemeinheit befangen iſt, welcher in dem 1807 614 Handeln eintritt. Es bleibt in der Allgemeinheit des Gedankens, verhält ſich als auffaſſendes, und ſeine erſte Handlung iſt nur das Urtheil. — Durch diſs Urtheil ſtellt es ſich nun, wie ſo eben bemerkt wurde, neben das Erſte, und dieſes kommt durch dieſe Gleichheit zur Anſchauung ſeiner ſelbſt in dieſem andern Bewuſstseyn. Denn das Bewuſstſeyn der Pflicht verhält ſich auffaſſend, paſſiv; es iſt aber hiedurch im Widerſpruche mit ſich als dem abſoluten Willen der Pflicht, mit ſich, dem ſchlechthin aus ſich ſelbſt beſtimmenden. Es hat gut ſich in der Reinheit bewahren, denn es handelt nicht; es iſt die Heucheley, die das Urtheilen für wirkliche That genommen wiſſen will, und ſtatt durch Handlung, durch das Ausſprechen vortrefflicher Geſinnungen die Rechtſchaffenheit beweiſst. Es iſt alſo ganz ſo beſchaffen wie dasjenige, dem der Vorwurf gemacht wird, daſs es nur in ſeine Rede die Pflicht legt. In beyden iſt die Seite der Wirklichkeit gleich unterſchieden von der Rede, in dem einen durch den eigennützigen Zweck der Handlung, in dem andern durch das Fehlen des Handelns überhaupt, deſſen Nothwendigkeit in dem Sprechen von der Pflicht ſelbſt liegt, denn dieſe hat ohne That gar keine Bedeutung.

665 Das Urtheilen iſt aber auch als poſitive Handlung des Gedankens zu betrachten und hat einen poſitiven Inhalt; durch dieſe Seite wird der Widerſpruch, der in dem auffaſſenden Bewuſstseyn vorhanden iſt, und ſeine Gleichheit mit dem Erſten noch 1807 615 vollſtändiger. — Das handelnde Bewuſstseyn ſpricht diſs ſein beſtimmtes Thun als Pflicht aus, und das beurtheilende kann ihm diſs nicht ableugnen; denn die Pflicht ſelbſt iſt die jeden Inhalts fähige, inhaltsloſe Form, — oder die concrete Handlung, in ihrer Vielſeitigkeit an ihr ſelbſt verſchieden, hat die allgemeine Seite, welche die iſt, die als Pflicht genommen wird, ebenſoſehr an ihr, als die beſondere, die den Antheil und das Intereſſe des Individuums ausmacht. Das beurtheilende Bewuſstseyn bleibt nun nicht bey jener Seite der Pflicht und bey dem Wiſſen des Handelnden davon, daſs diſs ſeine Pflicht, das Verhältniſs und der Stand ſeiner Wirklichkeit ſey, ſtehen. Sondern es hält ſich an die andre Seite, ſpielt die Handlung in das Innre hinein, und erklärt ſie aus ihrer von ihr ſelbſt verſchiednen Abſicht und eigennützigen Triebfeder. Wie jede Handlung der Betrachtung ihrer Pflichtgemäſsheit fähig iſt, ebenſo dieſer andern Betrachtung der Beſonderheit; denn als Handlung iſt ſie die Wirklichkeit des Individuums. — Dieſes Beurtheilen ſetzt alſo die Handlung aus ihrem Daſeyn heraus und reflectirt ſie in das Innre oder in die Form der eignen Beſonderheit. — Iſt ſie von Ruhme begleitet, ſo weiſs es diſs Innre als Ruhmſucht; — iſt ſie dem Stande des Individuums überhaupt angemeſſen, ohne über dieſen hinauszugehen, und ſo beſchaffen, daſs die Individualität den Stand nicht als eine äuſſere Beſtimmung an ihr hängen hat, ſondern dieſe Allgemeinheit durch 1807 616 ſich ſelbſt ausfüllt und ebendadurch ſich als eines höhern fähig zeigt, ſo weiſs das Urtheil ihr Innres als Ehrbegierde u. ſ. f. Indem in der Handlung überhaupt das Handelnde zur Anſchauung ſeiner ſelbſt in der Gegenſtändlichkeit, oder zum Selbſtgefühl ſeiner in ſeinem Daseyn und also zum Genuſſe gelangt; ſo weiſs das Urtheil das Innre als Trieb nach eigner Glückſeligdeit, beſtünde ſie auch nur in der innern moralischen Eitelkeit, dem Genuſſe des Bewuſstſeyns der eignen Vortrefflichkeit, und dem Vorschmacke der Hoffnung einer künftigen Glückseligkeit. — Es kann ſich keine Handlung ſolchem Beurtheilen entziehen, denn die Pflicht um der Pflicht willen, dieser reine Zweck, iſt das unwirkliche; ſeine Wirklichkeit hat er in dem Thun der Individualität, und die Handlung dadurch die Seite der Besondernheit an ihr. — Es gibt keinen Helden für den Kammerdiener; nicht aber weil jener nicht ein Held, ſondern weil dieser — der Kammerdiener iſt, mit welchem jener nicht als Held, ſondern als eſſender, trinkender, ſich kleidender, überhaupt in der Einzelnheit des Bedürfniſſes und der Vorſtellung zu thun hat. So gibt es für das Beurtheilen keine Handlung, in welcher es nicht die Seite der Einzelnheit der Individualität, der allgemeinen Seite der Handlung entgegensetzen, und gegen den Handelnden den Kammerdiener der Moralität machen könnte.

666 Diſs beurtheilende Bewuſstseyn iſt hiemit ſelbſt niederträchtig, weil es die Handlung theilt, und ihre 1807 617 Ungleichheit mit ihr ſelbſt hervorbringt und feſthält. Es iſt ferner Heucheley, weil es ſolches Beurtheilen nicht für eine andre Manier, böse zu seyn, sondern für das rechte Bewuſstseyn der Handlung ausgibt, in dieser seiner Unwirklichkeit und Eitelkeit des gut und beſſerwiſſens ſich selbſt über die heruntergemachten Thaten hinaufsetzt, und sein thatloses Reden für eine vortreffliche Wirklichkeit genommen wiſſen will. — Hiedurch also dem Handelnden, welches von ihm beurtheilt wird, ſich gleich machend, wird es von diesem als daſſelbe mit ihm erkannt. Dieses findet sich von jenem nicht nur aufgefaſst als ein Fremdes und mit ihm Ungleiches, sondern vielmehr jenes nach deſſen eigner Beſchaffenheit mit ihm gleich. Diese Gleichheit anschauend und sie ausſprechend, geſteht es ſich ihm ein, und erwartet ebenso, daſs das Andre, wie es ſich in der That ihm gleich geſtellt hat, so auch seine Rede erwiedern, in ihr seine Gleichheit ausſprechen und das anerkennende Daseyn eintreten werde. Sein Geſtändniſs iſt nicht eine Erniedrigung, Demüthigung, Wegwerfung im Verhältniſſe gegen das Andre; denn dieses Ausſprechen iſt nicht das einseitige, wodurch es seine Ungleichheit mit ihm setzte, sondern allein um der Anschauung der Gleichheit des andern willen mit ihm spricht es sich, es spricht ihre Gleichheit von seiner Seite in seinem Geſtändniſſe aus, und spricht sie darum aus, weil die Sprache das Daseyn des Geiſtes als unmittelbaren Selbſts iſt; es erwartet also, daſs das Andre das seinige zu diesem Daseyn beytrage.

1807 618

667 Allein auf das Eingeſtändniſs des Bösen: Ich bins, erfolgt nicht diese Erwiederung des gleichen Geſtändniſſes. So war es mit jenem Urtheilen nicht gemeynt; im Gegentheil! Es ſtöſst diese Gemeinschaft von ſich, und iſt das harte Herz, das für ſich iſt und die Continuität mit dem andern verwirſt. — Hiedurch kehrt ſich die Scene um. Dasjenige, das ſich bekannte, ſieht ſich zurückgeſtoſſen, und das andere im Unrecht, welches das Heraustreten seines Innern in das Daseyn der Rede verweigert, und dem Bösen die Schönheit seiner Seele, dem Bekenntniſſe aber den ſteifen Nacken des ſich gleich bleibenden Charakters und die Stummheit, ſich in ſich zu behalten und ſich nicht gegen einen andern wegzuwerfen, entgegensetzt. Es iſt hier die höchſte Empörung des seiner selbſt gewiſſen Geiſtes gesetzt; denn er schaut sich als dieses einfache Wiſſen des Selbſts im Andern an, und zwar so, daſs auch die äuſſere Geſtalt dieses Andern nicht wie ein Reichthume das Wesenlose, nicht ein Ding iſt, sondern es ist der Gedanke, das Wiſſen selbſt, was ihm entgegengehalten, es ist diese absolutflüſſige Continuität des reinen Wiſſens, die ſich verweigert, ihre Mittheilung mit ihm zu setzen, — mit ihm, der schon in seinem Bekenntniſſe dem abgeſonderten Fürſichseyn entsagte, und ſich als aufgehobne Besonderheit und hiedurch als die Continuität mit dem Andern, als Allgemeines setzte. Das Andre aber behält an ihm selbſt sich sein sich nicht mittheilendes Fürſichseyn bevor; an dem bekennenden behält 1807 619 es ebendaſſelbe, was aber von diesem schon abgeworfen iſt. Es zeigt sich dadurch als das geiſtverlaſſne und den Geiſt verleugnende Bewuſstseyn, denn es erkennt nicht, daſs der Geiſt in der absoluten Gewiſsheit seiner selbst über alle That und Wirklichkeit Meister, und sie abwerfen und ungeschehen machen kann. Zugleich erkennt es nicht den Widerspruch, den es begeht, die Abwerfung, die in der Rede geschehen ist, nicht für das wahre Abwerfen gelten zu laſſen, während es selbst die Gewiſsheit seines Geistes nicht in einer wirklichen Handlung, sondern in seinem Innern und dessen Daseyn in der Rede seines Urtheils hat. Es ist es also selbst, das die Rückkehr des Andern aus der That in das geiſtige Daseyn der Rede und in die Gleichheit des Geistes hemmt und durch diese Härte die Ungleichheit hervorbringt, welche noch vorhanden ist.

668 Insofern nun der seiner selbst gewiſſe Geist, als schöne Seele, nicht die Krafft der Entäuſſerung des an sich haltenden Wiſſens ihrer selbst besitzt, kann sie nicht zur Gleichheit mit dem zurückgeſtoſſnen Bewuſstseyn und also nicht zur angeschauten Einheit ihrer selbst im Andern, nicht zum Daseyn gelangen; die Gleichheit kommt daher nur negativ, als ein geistloses Seyn, zu Stande. Die wirklichkeitslose schöne Seele, in dem Widerspruche ihres reinen Selbsts, und der Nothwendigkeit deſſelben, sich zum Seyn zu entäuſſern und in Wirklichkeit umzuschlagen, in der Unmittelbarkeit dieses feſtgehaltnen Gegensatzes, — einer Unmittelbarkeit, die allein die Mitte und 1807 620 Versöhnung des auf seine reine Abſtraction geſteigerten Gegensatzes, und die reines Seyn oder das leere Nichts iſt, — iſt also als Bewuſstseyn dieses Widerspruches in seiner unversöhnten Unmittelbarkeit, zur Verrüktheit zerrüttet, und zerflieſst in sehnsüchtiger Schwindsucht. Es gibt damit in der That das harte Feſthalten seines Fürsichseyns auf, bringt aber nur die geiſtlose Einheit des Seyns hervor.

669 Die wahre, nemlich die selbſtbewuſste und daseyende Ausgleichung ist nach ihrer Nothwendigkeit schon in dem vorhergehenden enthalten. Das Brechen des harten Herzens und seine Erhebung zur Allgemeinheit iſt dieselbe Bewegung, welche an dem Bewuſstseyn ausgedrükt war, das sich selbſt bekannte. Die Wunden des Geiſtes heilen, ohne daſs Narben bleiben; die That ist nicht das unvergängliche, sondern wird von dem Geiſte in sich zurückgenommen, und die Seite der Einzelnheit, die an ihr, es sey als Absicht oder als daseyende Negativität und Schranke derselben vorhanden iſt, iſt das unmittelbar verschwindende. Das verwirklichende Selbſt, die Form seiner Handlung, iſt nur ein Moment des Ganzen, und ebenso das durch Urtheil beſtimmende und den Unterschied der einzelnen und allgemeinen Seite des Handelns feſtsetzende Wiſſen. Jenes Böse setzt diese Entäuſſerung seiner oder sich als Moment, hervorgelockt in das bekennende Daseyn durch die Anschauung seiner selbſt im Andern. Diesem andern aber muſs, wie jenem sein einseitiges nicht anerkanntes Daseyn des besondern 1807 621 Fürsichseyns, so ihm sein einseitiges nicht anerkanntes Urtheil brechen; und wie jenes die Maeht des Geiſtes über seine Wirklichkeit darstellt, so diſs die Macht über seinen bestimmten Begriff.

670 Dieses entsagt aber dem theilenden Gedanken und der Härte des an ihm festhaltenden Fürsichseyns, darum weil es in der That sich selbst im Erſten anschaut. Diſs, das seine Wirklichkeit wegwirft, und sich zum aufgehobnen Diesen macht, ſtellt sich dadurch in der That als allgemeines dar; es kehrt aus seiner äuſſern Wirklichkeit in sich als Wesen zurück; das allgemeine Bewuſstseyn erkennt also darin sich selbſt. — Die Verzeyhung, die es dem erſten wiederfahren läſst, ist die Verzichtleistung auf sich, auf sein unwirkliches Wesen, dem es jenes andere, das wirkliches Handeln war, gleichsetzt, und es, das von der Bestimmung, die das Handeln im Gedanken erhielt, Böses genannt wurde, als gut anerkennt, oder vielmehr diesen Unterschied des bestimmten Gedankens und sein fürsichseyendes bestimmendes Urtheil fahren läſst, wie das Andre das fürsichseyende Beſtimmen der Handlung. — Das Wort der Versöhnung ist der daseyende Geist, der das reine Wiſſen seiner selbst als allgemeinen Wesens in seinem Gegentheile, in dem reinen Wiſſen seiner als der absolut in sich seyenden Einzelnheit anschaut, — ein gegenseitiges Anerkennen, welches der abſolute Geiſt iſt.

671 Er tritt ins Daseyn nur auf der Spitze, auf welcher sein reines Wiſſen von sich selbſt der Gegensatz und Wechsel mit sich selbst ist. Wiſſend, daſs sein 1807 622 reines Wiſſen das abstracte Wesen ist, ist er diese wis: sende Pflicht im absoluten Gegensatze gegen das Wissen, das sich als absolute Einzelnheit des Selbſts das Wesen zu seyn weiſs. Jenes ist die reine Continuität des Allgemeinen, welches die sich als Wesen wiſſende Einzelnheit, als das an sich nichtige, als das Böse weiſs. Diſs aber ist die absolute Diseretion, welche sich selbst in ihrem reinen Eins absolut, und jenes Allgemeine als das unwirkliche weiſs, das nur für andre iſt. Beyde Seiten sind zu dieser Reinheit geläutert, worin kein selbstloses Daseyn, kein negatives des Bewuſstseyns mehr an ihnen ist, sondern jene Pflicht ist der sich gleichbleibende Charakter seines sich selbſt Wiſſens, und dieses Böse hat ebenso seinen Zweck in seinem inſichſeyn, und seine Wirklichkeit in seiner Rede; der Inhalt dieser Rede, ist die Substanz seines Bestehens; sie ist die Versicherung von der Gewiſsheit des Geistes in sich selbst. — Beyde ihrer selbst gewiſſen Geiſter haben keinen andern Zweck als ihr reines Selbst, und keine andre Realität und Daseyn als eben dieses reine Selbst. Aber sie sind noch verschieden, und die Verschiedenheit ist die absolute, weil sie in diesem Elemente des reinen Begriffes gesetzt ist. Sie ist es auch nicht nur für uns, sondern für die Begriffe selbst, die in diesem Gegensatze ſtehen. Denn diese Begriffe sind zwar beſtimmte gegeneinander, aber zugleich an sich allgemeine, so daſs sie den ganzen Umfang des Selbsts ausfüllen, und diſs Selbst keinen andern Inhalt als diese seine 1807 623 Bestimmtheit hat, die weder über es hinausgeht, noch beschränkter ist, als es; denn die eine, das absolut Allgemeine, ist ebenso das reine sich selbst Wiſſen, als das andre, die absolute Discretion der Einzelnheit, und beyde sind nur diſs reine sich Wiſſen. Beyde Bestimmtheiten sind also die wiſſenden reinen Begriffe, deren Bestimmtheit selbst unmittelbar Wiſſen, oder deren Verhältniſs und Gegensatz das Ich ist. Hiedurch sind sie füreinander diese schlechthin Entgegengesetzten; es ist das vollkommen Innre, das so sich selbst gegenüber und ins Daseyn getreten ist; sie machen das reine Wiſſen aus, das durch diesen Gegensatz als Bewuſstseyn gesetzt ist. Aber noch ist es nicht Selbstbewuſstseyn. Diese Verwirklichung hat es in der Bewegung dieses Gegensatzes. Denn dieser Gegensatz ist vielmehr selbst die indiscrete Continuitat und Gleichheit des Ich = Ich; und jedes für sich eben durch den Widerspruch seiner reinen Allgemeinheit, welche zugleich seiner Gleichheit mit dem andern noch widerstrebt und sich davon absondert, hebt an ihm selbst sich auf. Durch diese Entäuſſerung kehrt diſs in seinem Daseyn entzweyte Wiſſen in die Einheit des Selbſts zurück; es ist das wirkliche Ich, das allgemeine ſich selbſt Wiſſen in seinem absoluten Gegentheile, in dem inſichſeyenden Wiſſen, das um der Reinheit seines abgesonderten Insichseyns willen selbſt das vollkommen allgemeine iſt. Das versöhnende Ja, worin beyde Ich von ihrem entgegengesetzten 1807 624 *Daseyn ablaſſen, ist das Daseyn des zur Zweyheit ausgedehnten Ichs, das darin sich gleich bleibt, und in seiner vollkommnen Entäuſſerung und Gegentheile die Gewiſsheit seiner selbst hst; — es ist der erscheinende Gott mitten unter ihnen, die sich als das reine Wiſſen wiſſen.

1807 376

VI. *Spirit*.

438 Reason is spirit when its certainty of being all reality has been raised to truth, and it is conscious of itself as its world and of the world as itself.—The movement immediately preceding this showed the becoming of spirit, in which the object of consciousness, the pure category, rose to the concept of reason. In observing reason, this pure unity of I and being, of being-for-itself and being-in-itself, is determined as the in-itself, or as being, and rational consciousness finds itself. But the truth of observation is, rather, the sublation of this immediate instinct of finding, of this unconscious existence of reason. The intuited category, the thing found, enters consciousness as the being-for-itself of the I, which now knows itself in objective essence as the self. But this determination of the category as being-for-itself opposed to being-in-itself is equally one-sided and a moment that sublates itself. The category is therefore determined for consciousness as it is in its universal truth, 1807 377 as essence existing in and for itself. This still abstract determination, which constitutes the matter itself, is as yet only spiritual essence, and consciousness of it is a formal knowing of it that busies itself with its various contents. This consciousness is in fact still distinguished from substance as an individual; it either gives arbitrary laws or supposes that in its knowing as such it possesses the laws as they are in and for themselves, and takes itself to be the power that judges them.—Or, considered from the side of substance, substance is spiritual essence existing in and for itself, which is not yet consciousness of itself.—But essence existing in and for itself, which is at the same time actual as consciousness and represents itself to itself, is spirit.

439 Its spiritual essence has already been designated as ethical substance; but spirit is ethical actuality. It is the self of actual consciousness; spirit—or rather, this self—stands over against consciousness as an objective actual world. Yet this world has equally lost for the self all significance of something alien, just as the self has lost all significance of a being-for-itself separated from that world, whether dependent or independent. As substance and the universal, self-equal, enduring essence, spirit is the immovable and indissoluble ground and starting point of everyone's action—and its purpose and goal, as the conceived in-itself of all self-consciousness.—This substance is equally the universal work that 1807 378 produces itself through the action of each and all as their unity and equality, for it is being-for-itself, the self, action. As substance, spirit is unwavering, just self-equality; but as being-for-itself, substance is the dissolved, self-sacrificing, benevolent essence in which each accomplishes their own work, tears universal being apart, and takes their share of it. This dissolution and individuation of essence is precisely the moment of the action and self of all; it is the movement and soul of substance and the universal essence brought into being. Precisely in being the being dissolved in the self, substance is not a dead essence, but actual and living.

440 Spirit is thus the self-sustaining, absolute, real essence. All previous shapes of consciousness are abstractions of it; they are its analysis of itself, its differentiation of its moments, and its lingering over particular ones. This isolation of such moments presupposes spirit itself and has its subsistence in spirit; or, it exists only in spirit, which is existence. Thus isolated, they have the appearance of being as such; but their onward movement and return into their ground and essence showed that they are only moments, or vanishing magnitudes; and this essence is precisely this movement and dissolution of these moments. Here, where spirit, or their reflection into themselves, is posited, our reflection may briefly 1807 379 recall them in this respect: they were consciousness, self-consciousness, and reason. Spirit is therefore consciousness in general, which includes sense-certainty, perception, and understanding, insofar as, in analyzing itself, it holds fast to the moment of being for itself an objective, existing actuality and abstracts from this actuality's being its own being-for-itself. If, conversely, it holds fast to the other moment of the analysis, that its object is its being-for-itself, it is self-consciousness. But as immediate consciousness of being-in-and-for-itself, as the unity of consciousness and self-consciousness, it is consciousness that has reason, which, as the having indicates, has the object as determined to be rational in itself, or to have the standing of the category, but in such a way that for its consciousness the object does not yet have the standing of the category. It is the consciousness from whose examination we have just emerged. Finally, when this reason that spirit has is intuited by spirit as reason that is, or as reason that is actual within it and is its world, spirit is in its truth: it is spirit; it is actual ethical essence.

441 Spirit is the ethical life of a people insofar as it is immediate truth: the individual that is a world. It must advance to consciousness of what it immediately is, sublate beautiful ethical life, and 1807 380 attain knowledge of itself through a series of shapes. These differ from the preceding shapes, however, in being real spirits, actualities in the full sense, and, instead of shapes of consciousness alone, shapes of a world.

442 The living ethical world is spirit in its truth; as spirit first attains abstract knowledge of its essence, ethical life perishes in the formal universality of right. Spirit, now divided within itself, traces out one of its worlds in its objective element as a harsh actuality: the realm of cultivation; and, opposed to this in the element of thought, the world of faith, the realm of essence. But both worlds, grasped by the spirit that turns inward from this loss of itself—grasped by the concept—are thrown into confusion and revolutionized by insight and its spread, the Enlightenment. The realm divided and extended across this world and the beyond returns into self-consciousness, which now in morality grasps itself as essentiality and essence as actual self. It no longer sets its world and that world's ground outside itself, but lets everything fade within itself and, as conscience, is spirit certain of itself.

1807 381

443 The ethical world, the world torn between this world and the beyond, and the moral worldview are therefore the spirits whose movement and return into spirit's simple self existing for itself will unfold, and as whose goal and result the actual self-consciousness of absolute spirit will emerge.

1807 382

A. *True Spirit*: Ethical Life.

444 In its simple truth, spirit is consciousness and separates its moments from one another. Action divides it into substance and consciousness of substance, and divides both substance and consciousness themselves. As universal essence and purpose, substance confronts itself as individualized actuality; the infinite middle is self-consciousness, which, in itself the unity of itself and substance, now becomes this for itself, unites universal essence with its individualized actuality, raises the latter to the former, and acts ethically—and brings the former down to the latter, accomplishing the purpose, the substance that is only thought. It produces the unity of its self and substance as its work, and thereby as actuality.

445 In this separation of consciousness, simple substance has, on the one hand, acquired an opposition to self-consciousness; on the other, it thereby equally presents within itself the nature of consciousness, 1807 383 which is to differentiate itself within itself, as a world articulated into its spheres. It therefore splits into a differentiated ethical essence, into a human and a divine law. Likewise, the self-consciousness confronting it assigns itself, according to its essence, to one of these powers, and as knowing divides into ignorance of what it does and knowledge of it, which is for that very reason a deceived knowing. In its deed it therefore experiences both the contradiction between those powers into which substance divided, and their mutual destruction, as well as the contradiction between its knowledge of the ethical character of its action and what is ethical in and for itself; and it finds its own downfall. But in fact, through this movement ethical substance has become actual self-consciousness, or this self has become something existing in and for itself; yet precisely in this, ethical life has perished.

a. *The Ethical World*: Human and Divine Law, Man and Woman.

446 The simple substance of spirit divides itself as consciousness. Or, just as consciousness of abstract, sensuous being passes into perception, 1807 384 so too does the immediate certainty of real, ethical being; and just as for sense-perception simple being becomes a thing of many properties, so for ethical perception the occasion of action is an actuality of many ethical relations. For the former, however, the useless multiplicity of properties contracts into the essential opposition of individuality and universality; and still more, for the latter, which is purified, substantial consciousness, the multiplicity of ethical moments becomes the duality of a law of individuality and a law of universality. Yet each of these spheres of substance remains the whole spirit; whereas in sense-perception things have no substance other than the two determinations of individuality and universality, here these express only the superficial opposition of the two sides to one another.

447 In the essence we are considering here, individuality has the significance of self-consciousness in general, not of a contingent individual consciousness. Ethical substance in this determination is therefore actual substance, absolute spirit realized in the multiplicity of existing consciousness. It is the community, which for us, on entering the practical configuration of reason in general, was absolute essence, and has here emerged in its truth for itself as conscious ethical essence, and as the essence for the consciousness 1807 385 we have as our object. It is spirit that is for itself insofar as it sees itself in the mutual reflection of individuals, and is in itself, or substance, insofar as it preserves them within itself. As actual substance, it is a people; as actual consciousness, a citizen of the people. This consciousness has its essence in simple spirit, and its certainty of itself in the actuality of this spirit, the entire people, and immediately therein its truth—thus not in something unactual, but in a spirit that exists and holds good.

448 This spirit can be called human law, because it exists essentially in the form of actuality conscious of itself. In the form of universality it is the known law and the prevailing custom; in the form of individuality it is actual certainty of itself in the individual in general, and as government it is certainty of itself as simple individuality. Its truth is an open validity lying in the light of day: an existence that, for immediate certainty, takes the form of an existence freely released.

449 But another power, divine law, confronts this ethical power and its openness. For ethical state power, as the movement of self-conscious action, has its opposite in the simple and immediate essence of ethical life; as actual universality, it is a force directed against individual being-for-itself; and as 1807 386 actuality in general, it also has in inner essence something other than itself.

450 It has already been recalled that each of the opposed modes in which ethical substance exists contains the whole substance and all the moments of its content. If, therefore, the community is substance as actual action conscious of itself, the other side has the form of immediate or existing substance. On the one hand, this is thus the inner concept, or the universal possibility of ethical life in general; but on the other hand, it equally contains the moment of self-consciousness. Self-consciousness expressing ethical life in this element of immediacy or being, or an immediate consciousness of itself, both as essence and as this self, in another—that is, a natural ethical community—is the family. As the unconscious, still inward concept, it confronts its self-conscious actuality; as the element of the people's actuality, it confronts the people itself; as immediate ethical being, it confronts ethical life that forms and sustains itself through labor for the universal: the Penates, the household gods, confront universal spirit.

451 But although the family's ethical being is determined as immediate, within itself the family is an ethical essence not insofar as it is the relation of its members by nature, or their relationship is the immediate relationship of actual individuals. For 1807 387 the ethical is universal in itself, and this natural relationship is essentially just as much a spirit, and ethical only as spiritual essence. We must see in what its distinctive ethical character consists.—First, because the ethical is what is universal in itself, the ethical relationship of family members is not a relationship of feeling or the relation of love. The ethical would now seem to have to be placed in the relation of the individual family member to the whole family as substance, so that the individual's action and actuality have only the family as their purpose and content. But the conscious purpose of the action of this whole, insofar as it is directed toward itself, is itself the individual. The acquisition and preservation of power and wealth is partly directed only toward need and belongs to desire; partly, in its higher determination, it becomes merely a means. This determination does not fall within the family itself, but is directed toward the truly universal, the community; it is instead negative toward the family, and consists in taking the individual out of it, subjugating the individual's natural character and individuality, and drawing the individual toward virtue, toward life in and for the universal. The positive purpose peculiar to the family is the individual as such. For this relationship to be ethical, the individual—whether the one acting or the one toward whom the action is directed—cannot appear according to 1807 388 some contingency, as happens, for instance, in some act of assistance or service. The content of ethical action must be substantial, or whole and universal; it can therefore relate only to the whole individual, or to the individual as universal. Nor, again, can this mean that a service is merely imagined to advance the individual's entire happiness, while, as immediate and actual action, it does only something particular for the individual;—nor that, as education, in a series of efforts, it actually takes the individual as a whole as its object and produces that individual as its work, where, apart from the purpose negative toward the family, the actual action has only a limited content;—nor, finally, that it is emergency assistance through which the whole individual is in truth saved; for this is itself an entirely contingent deed, whose occasion is an ordinary actuality that may or may not be. The action, therefore, that embraces the blood relative's entire existence and takes as its object and content not the citizen, who does not belong to the family, nor the one who is to become a citizen and cease to count as this individual, but this individual belonging to the family, as a universal essence elevated above sensuous, that is, individual actuality, no longer concerns the living, but the dead, who has gathered himself from the long succession of his dispersed existence 1807 389 into a single completed shape and risen from the unrest of contingent life into the repose of simple universality.—Because the individual is actual and substantial only as a citizen, insofar as he is not a citizen and belongs to the family he is only the unactual, powerless shade.

452 This universality attained by the individual as such is pure being, death; it is immediate natural having-become, not the action of a consciousness. The duty of the family member is therefore to add this side, so that the individual's final being too, this universal being, may not belong to nature alone and remain something irrational, but may be something done, and the right of consciousness may be upheld in it. Or rather, the meaning of the action is that, since in truth the repose and universality of self-conscious essence do not belong to nature, the semblance of such an action that nature has arrogated to itself should fall away and the truth be established.—What nature did to the individual is the side on which his becoming universal presents itself as the movement of a being. This movement does indeed itself fall within the ethical community and has that community as its purpose; death is the completion and highest labor that the individual as such undertakes for it. But insofar as the individual is essentially single, it is contingent that his death 1807 390 should have been immediately connected with his labor for the universal and have resulted from it; and even if it was, death is natural negativity and the movement of the individual as a being, in which consciousness does not return into itself and become self-consciousness. Or, since the movement of a being is its being sublated and attaining being-for-itself, death is the side of division in which the being-for-itself attained is something other than the being that entered the movement.—Because ethical life is spirit in its immediate truth, the sides into which its consciousness separates also fall into this form of immediacy, and individuality passes over into this abstract negativity, which, without consolation or reconciliation within itself, must essentially receive these through an actual and external action.—Blood kinship therefore supplements the abstract natural movement by adding the movement of consciousness, interrupting nature's work, and rescuing the blood relative from destruction—or rather, because destruction, his becoming pure being, is necessary, taking upon itself the deed of destruction.—This brings it about that dead, universal being too becomes a being returned into itself, a being-for-itself, or that powerless, purely single individuality is raised to universal individuality. Since the dead man has released his being from his 1807 391 action, or negative one, he is empty individuality, only a passive being-for-another, surrendered to every low, irrational individuality and to the powers of abstract materials, of which the former, by virtue of the life it has, and the latter, by virtue of their negative nature, are now more powerful than he. The family keeps from him this dishonoring action of unconscious desire and abstract entities, puts its own action in their place, and weds the relative to the bosom of the earth, to elemental, imperishable individuality. It thereby makes him a member of a community that instead overcomes and binds the powers of the separate materials and the low forms of life that sought to break free against him and destroy him.

453 This last duty thus constitutes the complete divine law, or the positive ethical action toward the individual. Every other relation toward him that does not remain at the level of love but is ethical belongs to human law and has the negative significance of raising the individual above confinement within the natural community to which he belongs as actual. Now although human right has for its content and power actual, self-conscious ethical substance, the entire people, whereas divine right and law have the individual who is beyond actuality, he is not without power; 1807 392 his power is the abstract, purely universal: the elemental individual, which tears back into pure abstraction as into its essence the individuality that tears itself away from the element and constitutes the people's self-conscious actuality, just as it is that individuality's ground.—How this power presents itself in the people itself will unfold further.

454 Now in each of the laws there are also differences and gradations. For since both essences contain the moment of consciousness, difference unfolds within them; this constitutes their movement and distinctive life. Considering these differences shows the manner of activity and self-consciousness of the two universal essences of the ethical world, as well as their connection and transition into one another.

455 The community, the higher law whose validity stands openly in the sunlight, has its actual vitality in the government, in which it is an individual. Government is actual spirit reflected into itself, the simple self of the whole ethical substance. This simple force does indeed allow essence to expand into its articulation and give each part subsistence and a being-for-itself of its own. In this, spirit has its reality, or its existence, and the family is the element of this reality. But spirit is at the same time the force of the whole, which gathers these parts 1807 393 back into the negative one, makes them feel their lack of independence, and keeps them conscious of having their life only in the whole. The community may thus, on the one hand, organize itself into systems of personal independence and property, of the right of persons and of things; and likewise articulate and establish as independent associations the modes of labor for initially individual purposes—acquisition and enjoyment. The spirit of universal association is the simplicity and negative essence of these self-isolating systems. To prevent them from rooting themselves and hardening in this isolation, thereby letting the whole fall apart and spirit evaporate, the government must from time to time shake them to their core through wars, thereby violating and disrupting their established order and right to independence. In the labor thus imposed, it must make the individuals who, absorbed in these systems, tear themselves away from the whole and strive for inviolable being-for-itself and personal security, feel their master, death. Through this dissolution of the form of subsistence, spirit wards off the sinking of ethical into natural existence, and preserves and raises the self of its consciousness into freedom and into its force.—Negative essence shows itself as the community's true power and the force 1807 394 of its self-preservation; the community therefore has the truth and confirmation of its power in the essence of divine law and the underworld.

456 Divine law, which governs the family, likewise has within it differences whose relationship constitutes the living movement of its actuality. Of the three relationships—husband and wife, parents and children, siblings as brother and sister—the relationship of husband and wife is, first, the immediate recognition of one consciousness in the other, and the recognition that each is recognized by the other. Because it is natural, not ethical, self-recognition, it is only the representation and image of spirit, not actual spirit itself.—But representation or image has its actuality in something other than itself; this relationship therefore has its actuality not in itself but in the child—another being whose becoming it is and in whom it itself disappears; and this succession of generations, rolling onward, has its enduring basis in the people.—The piety of husband and wife toward one another is therefore mixed with natural relation and feeling, and their relationship does not have its return into itself within itself; nor does the second relationship, the piety of parents and children toward one another. The piety of parents 1807 395 toward their children is affected by this very emotion of having consciousness of their actuality in another and seeing being-for-itself come to be in that other without receiving it back; instead, it remains an alien actuality of its own. Conversely, the piety of children toward parents is affected by the emotion of having their own becoming, or their in-itself, in another who is passing away, and attaining being-for-itself and their own self-consciousness only through separation from their origin—a separation in which that origin dries up.

457 These two relationships remain within the transition and inequality of the sides distributed between them.—The unmixed relationship, however, exists between brother and sister. They are the same blood, which has, however, come to rest and equilibrium in them. They therefore do not desire one another, nor have they given or received this being-for-itself from one another; rather, they are free individualities toward one another. As sister, the feminine therefore has the highest intimation of ethical essence; it does not attain consciousness and actuality of this essence, because the law of the family is essence existing in itself, inward essence, which does not lie in the daylight of consciousness but remains inward feeling and the divine elevated above actuality. The feminine is bound to these Penates, these household gods, 1807 396 in which it intuits partly its universal substance, but partly also its individuality, yet so that this relation of individuality is not at the same time the natural relation of pleasure.—As daughter, the woman must now see her parents pass away with natural emotion and ethical composure, for only at the cost of this relationship does she attain the being-for-itself of which she is capable; she therefore does not intuit her being-for-itself positively in her parents.—But the relationships of mother and wife contain individuality partly as something natural belonging to pleasure, partly as something negative that sees only its own disappearance in them; partly, for that very reason, individuality is something contingent that can be replaced by another. In the house of ethical life, it is not this husband, not this child, but a husband, children in general—not feeling, but the universal—on which these relationships of the woman are founded. The difference between her ethical character and the man's consists precisely in her remaining immediately universal in her determination for individuality and in her pleasure, and alien to the individuality of desire. In the man, by contrast, these two sides separate; and since as a citizen he possesses the self-conscious force of universality, he thereby purchases the right of desire and at the same time preserves his freedom from it. Thus, insofar as individuality 1807 397 is mixed into this relationship of the woman, its ethical character is not pure; but insofar as it is pure, individuality is indifferent, and the woman lacks the moment of recognizing herself as this self in the other.—For the sister, however, the brother is the tranquil, equal essence in general; her recognition in him is pure and unmixed with natural relation. The indifference of individuality and its ethical contingency are therefore absent from this relationship; rather, the moment of the recognizing and recognized individual self may here assert its right, because it is bound to the equilibrium of blood and a relation without desire. The loss of a brother is therefore irreplaceable for the sister, and her duty toward him the highest.

458 This relationship is at the same time the boundary at which the family, enclosed within itself, dissolves and goes outside itself. The brother is the side through which its spirit becomes individuality that turns toward something else and passes into consciousness of universality. The brother leaves this immediate, elemental, and therefore properly negative ethical life of the family in order to acquire and bring forth actual ethical life conscious of itself.

459 He passes from divine law, in whose sphere he lived, to human law. The sister, however, becomes—or the wife remains—the head of the household and guardian of divine 1807 398 law. In this way the two sexes overcome their natural essence and appear in their ethical significance, as differences that divide between them the two distinctions ethical substance gives itself. These two universal essences of the ethical world have their determinate individuality in naturally distinct self-consciousnesses because ethical spirit is the immediate unity of substance with self-consciousness—an immediacy that thus appears, on the side of reality and difference, also as the existence of a natural difference.—This is the side that, in the shape of individuality real to itself, in the concept of spiritual essence, showed itself as originally determinate nature. This moment loses the indeterminacy it still has there, and the contingent diversity of dispositions and capacities. It is now the determinate opposition of the two sexes, whose natural character at the same time acquires the significance of their ethical determination.

460 Yet the difference between the sexes and their ethical content remains within the unity of substance, and its movement is precisely the substance's enduring becoming. The man is sent out by the family spirit into the community and finds in it his self-conscious essence; just as the family thereby has in him its universal substance and subsistence, so, conversely, the community 1807 399 has in the family the formal element of its actuality and in divine law its force and confirmation. Neither alone is in and for itself; in its living movement human law proceeds from divine law, the law valid on earth from the subterranean, the conscious from the unconscious, mediation from immediacy, and equally returns to where it began. The subterranean power, conversely, has its actuality on earth; through consciousness it becomes existence and activity.

461 The universal ethical essences are therefore substance as universal consciousness and substance as individual consciousness; they have the people and the family as their universal actuality, but man and woman as their natural self and active individuality. In this content of the ethical world we see achieved the purposes the preceding, substanceless shapes of consciousness set themselves. What reason grasped only as an object has become self-consciousness, and what self-consciousness had only within itself is present as true actuality.—What observation knew as something found, in which the self had no part, is here a custom found already existing, but an actuality that is at the same time the deed and work of the finder.—The individual seeking the pleasure of enjoying their individuality finds it in the family, and the necessity in which pleasure perishes is their own 1807 400 self-consciousness as a citizen of their people;—or it is this: knowing the law of the heart as the law of all hearts, consciousness of the self as the acknowledged universal order;—it is virtue enjoying the fruits of its sacrifice. Virtue accomplishes its aim, namely, to raise essence into actual presence, and its enjoyment is this universal life.—Finally, consciousness of the matter itself is satisfied in real substance, which positively contains and preserves the abstract moments of that empty category. In the ethical powers substance has a true content that has taken the place of the substanceless commandments sound reason wished to give and know;—and thereby also a content-filled standard, determined within itself, for testing not laws but what is done.

462 The whole is a tranquil equilibrium of all its parts, and each part a spirit at home, seeking its satisfaction not beyond itself but possessing it within itself precisely because it is itself in this equilibrium with the whole.—This equilibrium can indeed be living only through inequality arising within it and being brought back to equality by justice. Yet justice is neither an alien essence situated beyond, nor the actuality, unworthy of it, of mutual malice, treachery, 1807 401 ingratitude, and so forth, which would execute judgment through thoughtless chance, as an uncomprehended connection and an unconscious doing and leaving undone. Rather, as the justice of human right, which brings back into the universal the being-for-itself that steps out of equilibrium—the independence of estates and individuals—it is the government of the people, which is the self-present individuality of universal essence and the self-conscious will of all themselves.—But the justice that restores to equilibrium the universal becoming overpowerful against the individual is equally the simple spirit of the one who has suffered wrong—not divided into the sufferer and an essence beyond. He himself is the subterranean power, and it is his Fury that pursues vengeance; for his individuality, his blood, lives on in the household; his substance has an enduring actuality. The wrong that can be inflicted on the individual in the realm of ethical life is only this: that something merely happens to him. The power that perpetrates this wrong against consciousness, making it a mere thing, is nature; it is the universality not of the community, but the abstract universality of being. In undoing the wrong suffered, individuality turns not against the former, since it has not suffered from it, but against the latter. The consciousness belonging to the individual's blood undoes this 1807 402 wrong, as we have seen, by making what has happened instead into a work, so that being, the last thing, may also be something willed, and thus a source of joy.

463 In this way, in its subsistence, the ethical realm is a spotless world, unpolluted by any division. Its movement is likewise a tranquil becoming of one of its powers into the other, so that each itself preserves and produces the other. We do indeed see it divide into two essences and their actuality; but their opposition is, rather, the confirmation of one by the other, and where they immediately touch as actual, their middle and element is their immediate interpenetration. One extreme, universal self-conscious spirit, is joined to its other extreme, its force and its element, unconscious spirit, through the individuality of the man. Conversely, divine law has its individualization, or the unconscious spirit of the individual has its existence, in the woman, through whom, as the middle, it rises from its unactuality into actuality, from the unknowing and unknown into the conscious realm. The union of man and woman constitutes the active middle of the whole and the element that, divided into these extremes of divine and human law, is equally their immediate union. This makes those first two syllogisms into the same syllogism 1807 403 and unites into one the opposed movements: of actuality downward into unactuality—of human law, which organizes itself into independent members, down into the danger and trial of death—and of subterranean law upward into the actuality of daylight and conscious existence, the former belonging to the man, the latter to the woman.

b. Ethical Action: Human and Divine Knowledge, Guilt and Fate.

464 Given the constitution of opposition in this realm, self-consciousness has not yet appeared in its right as single individuality. On one side it counts in this realm only as universal will, on the other as the family's blood; this individual counts only as an unactual shade.—No deed has yet been committed; but the deed is the actual self.—It disturbs the tranquil organization and movement of the ethical world. What appears in this world as the order and accord of its two essences, each confirming and completing the other, becomes through the deed a transition of opposites in which each proves itself instead to be the nullity of itself 1807 404 and the other, rather than their confirmation. It becomes the negative movement, or the eternal necessity of terrible fate, which swallows divine and human law, together with the two self-consciousnesses in which these powers have their existence, into the abyss of its simplicity—and for us passes over into the absolute being-for-itself of purely individual self-consciousness.

465 The ground from which this movement proceeds and on which it advances is the realm of ethical life; but the activity of this movement is self-consciousness. As ethical consciousness, it is the simple, pure orientation toward ethical essentiality, or duty. There is no arbitrariness in it, and equally no struggle or indecision, since giving and testing laws have been relinquished; rather, ethical essentiality is for it immediate, unwavering, and without contradiction. It therefore offers neither the poor spectacle of finding itself in a collision between passion and duty, nor the comic spectacle of a collision between duty and duty—a collision that in content is the same as that between passion and duty. For passion is just as capable of being represented as duty, because duty, when consciousness withdraws into itself from duty's immediate substantial essentiality, becomes the formal universal into which every content fits equally well, as was shown above. But the collision 1807 405 of duties is comic because it expresses the contradiction of an opposed absolute, thus the absolute and immediately the nullity of this so-called absolute, or duty.—Ethical consciousness, however, knows what it has to do and is resolved to belong to either divine or human law. This immediacy of its resolve is a being-in-itself, and therefore at the same time has the significance of a natural being, as we have seen; nature, not the contingency of circumstances or choice, assigns one sex to one law, the other to the other—or, conversely, the two ethical powers themselves give themselves their individual existence and actualization in the two sexes.

466 Now because, on the one hand, ethical life consists essentially in this immediate resolve, and therefore only one law is essence for consciousness, and, on the other hand, the ethical powers are actual in the self of consciousness, they acquire the significance of excluding and being opposed to one another. In self-consciousness they are for themselves, whereas in the realm of ethical life they are only in themselves. Because ethical consciousness is resolved for one of them, it is essentially character; for it, the two do not have equal essentiality. The opposition therefore appears as an unhappy collision of duty only with an actuality devoid of right. Ethical 1807 406 consciousness, as self-consciousness, is within this opposition, and as such at the same time aims to subject this opposed actuality by force to the law to which it belongs, or to deceive it. Since it sees right only on its own side and wrong on the other, of the two consciousnesses the one belonging to divine law sees on the other side human, contingent violence; but the one assigned to human law sees on the other side the obstinacy and disobedience of inward being-for-itself. For the commands of the government are the universal, public meaning lying in the light of day; but the will of the other law is the subterranean meaning enclosed within, which in its existence appears as the will of individuality and, in contradiction to the first, is an outrage.

467 There thus arises in consciousness the opposition of the known and the unknown, as in substance that of the conscious and the unconscious; and the absolute right of ethical self-consciousness comes into conflict with the divine right of essence. For self-consciousness as consciousness, objective actuality as such has essentiality; but according to its substance it is the unity of itself and this opposite, and ethical self-consciousness is consciousness of substance. The object as opposed to self-consciousness has therefore entirely lost 1807 407 the significance of having essentiality for itself. Just as the spheres in which the object is only a thing have long since disappeared, so too have those spheres in which consciousness establishes something out of itself and makes a single moment into essence. Against such one-sidedness actuality has a force of its own; it is allied with truth against consciousness and first presents to consciousness what the truth is. But ethical consciousness has drunk from the cup of absolute substance forgetfulness of every one-sidedness of being-for-itself, of its purposes and distinctive concepts, and has therefore at the same time drowned in this Stygian water all the independent essentiality and significance of objective actuality. Its absolute right is therefore that, acting according to ethical law, it should find in this actualization nothing other than the accomplishment of this law itself, and that the deed should show nothing other than what ethical action is.—The ethical, as both absolute essence and absolute power, can suffer no perversion of its content. Were it only absolute essence without power, it could be perverted by individuality; but individuality, as ethical consciousness, has renounced perversion in relinquishing one-sided being-for-itself, just as mere power, conversely, would be perverted by essence if it were still such a being-for-itself. Because of this unity 1807 408 individuality is the pure form of substance, which is the content, and action is the passage from thought into actuality only as the movement of an opposition without essence, whose moments have no particular content and essentiality distinct from one another. The absolute right of ethical consciousness is therefore that the deed, the shape of its actuality, should be nothing other than what it knows.

468 But ethical essence has split itself into two laws, and consciousness, as an undivided relation to law, is assigned to only one. Just as this simple consciousness insists on its absolute right that, to it as ethical, essence should have appeared as it is in itself, so this essence insists on the right of its reality, or on being twofold. Yet this right of essence does not at the same time confront self-consciousness as something situated elsewhere; rather, it is self-consciousness's own essence. It has its existence and power in self-consciousness alone, and its opposition is the deed of the latter. For self-consciousness, precisely in being a self for itself and proceeding to the deed, rises out of simple immediacy and itself posits division. Through the deed it relinquishes the determination of ethical life as the simple certainty of immediate truth, and posits the separation of itself into itself as active and the confronting actuality that is negative for it 1807 409. Through the deed it therefore becomes guilt. For the deed is its action, and action its ownmost essence; and guilt also acquires the significance of crime, since, as simple ethical consciousness, it has turned toward one law but renounced the other, and violates the latter through its deed.—Guilt is not the indifferent, ambiguous essence by which the deed, as it actually lies in daylight, might or might not be the action of its self, as though something external and contingent, not belonging to the action, could be connected with it, from which side the action would therefore be innocent. Rather, action is itself this division: positing itself for itself and, opposed to this, an alien external actuality. That such an actuality exists belongs to action itself and comes about through it. Only non-action is therefore innocent, like the being of a stone, not even that of a child.—In content, however, ethical action contains the moment of crime because it does not sublate the natural distribution of the two laws between the two sexes, but instead, as an undivided orientation toward law, remains within natural immediacy. As action, it makes this one-sidedness into the guilt of grasping only one side of essence and relating negatively toward the other—that is, violating it. Where in universal ethical life 1807 410 guilt and crime, doing and acting, fall will be expressed more precisely later. This much is immediately clear: it is not this individual who acts and is guilty; for as this self the individual is only the unactual shade, or exists only as universal self, and individuality is purely the formal moment of action in general. The content is laws and customs, and, specifically for the individual, those of their estate; the individual is substance as genus, which through its determinacy indeed becomes species, but the species at the same time remains the universal of the genus. Within the people, self-consciousness descends from the universal only as far as particularity, not to single individuality, which posits in its action an exclusive self, an actuality negative to itself. Rather, its action is grounded in secure trust in the whole, unmixed with anything alien, with fear or hostility.

469 Ethical self-consciousness now experiences in its deed the developed nature of actual action, whether it devoted itself to divine or to human law. The law manifest to it is essentially bound to the opposed law; essence is the unity of both, but the deed has carried out only one against the other. Yet, essentially connected with the other, the fulfillment of one calls forth the other—and calls it forth as what the deed has made it: a violated 1807 411 and now hostile essence demanding vengeance. For action, only one side of the decision as such lies in daylight; but the decision in itself is the negative, which confronts itself with something other than itself, something alien to it as knowing. Actuality therefore keeps hidden within itself the other side, alien to knowing, and does not show itself to consciousness as it is in and for itself—not to the son the father in the offender he kills, nor the mother in the queen he takes as his wife. In this way a power that shuns the light lies in wait for ethical self-consciousness, bursting forth only when the deed is done and seizing it in the deed. For the accomplished deed is the sublated opposition between the knowing self and the actuality confronting it. The agent cannot deny the crime and its guilt;—the deed is this: moving the unmoved and bringing forth what was initially enclosed only in possibility, thereby joining the unconscious to the conscious, nonbeing to being. In this truth, then, the deed comes into the sunlight—as something in which a conscious element is joined to an unconscious one, what is one's own to something alien, as the divided essence whose other side consciousness experiences, and experiences also as its own, but as the power it has violated and aroused to hostility.

1807 412

470 It may be that the right lying in ambush is present not in its distinctive shape for the acting consciousness, but only in itself, in the inner guilt of the decision and action. Yet ethical consciousness is more complete, its guilt purer, when it knows beforehand the law and power it confronts, takes them for violence and wrong, for an ethical contingency, and knowingly, like Antigone, commits the crime. The accomplished deed reverses its view; accomplishment itself declares that what is ethical must be actual, for the actuality of the purpose is the purpose of action. Action expresses precisely the unity of actuality and substance; it declares that actuality is not contingent for essence but, allied with it, is granted to nothing that is not true right. For the sake of this actuality, and for the sake of its own action, ethical consciousness must acknowledge its opposite as its own; it must acknowledge its guilt: “because we suffer, we acknowledge that we have erred”—

471 This acknowledgment expresses the sublated division between ethical purpose and actuality; it expresses the return to the ethical disposition that knows that nothing holds good but what is right. But the agent thereby relinquishes its character and the actuality of its self, and has perished 1807 413. Its being consists in belonging to its ethical law as its substance; but in acknowledging the opposite, this law has ceased to be substance for it, and instead of its actuality it has attained unactuality, disposition.—Substance does indeed appear in individuality as its pathos, and individuality as what animates substance and therefore stands above it; but substance is a pathos that is at the same time individuality's character. Ethical individuality is immediately and in itself one with this universal of its own; it has its existence only in that universal and cannot survive the destruction this ethical power suffers through its opposite.

472 Yet it also has the certainty that the individuality whose pathos is this opposed power suffers no more evil than it has inflicted. The movement of the ethical powers against one another, and of the individualities that bring them into life and action, has reached its true end only when both sides experience the same destruction. For neither power has an advantage over the other that would make it a more essential moment of substance. Their equal essentiality and indifferent subsistence alongside one another are their being without a self; in the deed they exist as selves, but different selves, which contradicts the unity of the self and constitutes their lack of right 1807 414 and necessary destruction. Likewise, character, in respect of its pathos or substance, belongs only to one power; and in respect of knowing, each character alike is divided into a conscious and an unconscious element. Since each itself calls forth this opposition, and through the deed even its ignorance is its own work, it places itself in the guilt that consumes it. The victory of one power and its character, and the defeat of the other side, would therefore be only a part and an unfinished work, which advances irresistibly toward the equilibrium of both. Only in the equal subjection of both sides is absolute right accomplished, and ethical substance appears as the negative power that swallows both sides, or as almighty and just fate.

473 If both powers are taken according to their determinate content and its individualization, the image of their conflict in concrete shape presents itself, formally, as the conflict of ethical life and self-consciousness with unconscious nature and a contingency present through nature. This contingency has a right against self-consciousness because the latter is only true spirit, only in immediate unity with its substance. In content, the image presents itself as the division between divine and human law.—The young man leaves unconscious essence, the family spirit, and becomes the individuality of the community; but that 1807 415 he still belongs to the nature from which he tore himself is proved by his emerging in the contingency of two brothers who seize the community with equal right. The inequality of earlier and later birth has for them, who enter ethical essence, no significance as a natural difference. But government, as the simple soul or self of the spirit of the people, tolerates no duality of individuality; and nature, as the contingency of plurality, confronts the ethical necessity of this unity. The two therefore fall into discord, and their equal right to state power shatters both, who have equal wrong. Viewed humanly, the one who, not in possession, attacks the community at whose head the other stood has committed the crime; by contrast, the one who knew how to seize the other only as an individual detached from the community and expelled him in this powerlessness has right on his side. He has attacked only the individual as such, not the community, not the essence of human right. The community attacked and defended by empty individuality preserves itself, and the brothers each find their mutual destruction through one another; for the individuality that ties the danger of the whole to its own being-for-itself has expelled itself from the community and dissolves within itself. The 1807 416 one who was found on its side, however, the community will honor; but the other, who already on its walls proclaimed its devastation, will be punished by the government, the restored simplicity of the community's self, through deprivation of the final honor. Whoever came to assail the highest spirit of consciousness, the community, must be deprived of the honor of his whole completed essence, the honor of the departed spirit.

474 But although the universal thus easily strikes off the pure apex of its pyramid and indeed carries off the victory over the rebellious principle of individuality, the family, it has thereby only entered into combat with divine law, self-conscious spirit with unconscious spirit. For the latter is the other essential power and is therefore not destroyed by the former, but merely offended. Against the powerful law lying in daylight, however, it has only the bloodless shade to help it carry its purpose actually into effect. As the law of weakness and darkness, it therefore initially succumbs to the law of daylight and strength, for that power holds good below, not on earth. Yet the actual that has robbed the inward of its honor and power has thereby consumed its own essence. Manifest spirit has the root of its force in the underworld; the people's self-assured and self-confirming certainty has the truth of its oath binding all into one only in the 1807 417 unconscious and mute substance of all, in the waters of forgetfulness. Through this, the accomplishment of manifest spirit turns into its opposite, and spirit experiences that its highest right is the highest wrong, its victory instead its own downfall. The dead man whose right has been violated therefore knows how to find instruments for his vengeance that have the same actuality and force as the power that injured him. These powers are other communities whose altars dogs or birds have defiled with the corpse. Not raised into unconscious universality through the return owed it to the elemental individual, the corpse has instead remained above ground in the realm of actuality and, as the force of divine law, now receives a self-conscious, actual universality. These communities rise in hostility and destroy the community that has dishonored and shattered its force, the piety of the family.

475 In this representation the necessity of the movement of human and divine law is expressed through individuals in whom the universal appears as a pathos and the activity of the movement as individual action, which gives its necessity the semblance of contingency. But individuality and action constitute the principle of individuality in general, which in its pure universality was called inward 1807 418 divine law. As a moment of the manifest community, this principle has not only that subterranean efficacy—or an efficacy external in its mode of existence—but an equally manifest existence and movement, actual in the actual people. Taken in this form, what was represented as the simple movement of individualized pathos acquires another appearance, and the crime and the destruction of the community grounded in it acquire the proper form of their existence.—Human law, therefore—as community in its universal existence, as masculinity in its activity generally, and as government in its actual activity—is, moves, and preserves itself by consuming within itself the separation of the Penates, or the independent individuation into families over which femininity presides, and maintaining them dissolved in the continuity of its fluidity. Yet the family is at the same time its element in general, individual consciousness its universal active ground. Since the community gives itself subsistence only by disturbing family happiness and dissolving self-consciousness into the universal, it creates in what it suppresses and what is at the same time essential to it—in femininity in general—its internal enemy. Femininity—the eternal irony of the community—changes through intrigue the government's universal purpose 1807 419 into a private purpose, transforms its universal activity into a work of this particular individual, and perverts the universal property of the state into a family possession and adornment. It thereby makes the grave wisdom of mature age—which, dead to individuality, to pleasure and enjoyment as well as actual activity, thinks of and cares for only the universal—an object of mockery for the caprice of immature youth and of contempt for its enthusiasm. It raises the force of youth generally to authority: of the son, in whom the mother has borne her master; of the brother, in whom the sister has the man as her equal; of the young man, through whom the daughter, freed from her dependence, attains the enjoyment and dignity of wifehood.—But the community can preserve itself only by suppressing this spirit of individuality; and because this is an essential moment, it equally produces it, and specifically, through its suppressive attitude toward it, as a hostile principle. Yet this principle, which in separating itself from the universal purpose is only evil and intrinsically null, could accomplish nothing unless the community itself acknowledged the force of youth, masculinity that is not mature and still stands within individuality, as the force of the whole. For the community is a people; it is itself individuality and essentially exists for itself only because other individualities 1807 420 exist for it, because it excludes them from itself and knows itself independent of them. The negative side of the community, suppressing internally the isolation of individuals but outwardly active on its own account, has its weapons in individuality. War is the spirit and form in which the essential moment of ethical substance, the absolute freedom of the ethical self from all existence, is present in its actuality and confirmation. While, on the one hand, war makes the particular systems of property and personal independence, as well as the individual personality itself, feel the force of the negative, on the other hand this very negative essence rises within war as what preserves the whole. The brave young man in whom femininity takes pleasure, the suppressed principle of ruin, comes into daylight and is what holds sway. Now it is natural force, and what appears as the contingency of fortune, that decide the existence of ethical essence and spiritual necessity. Because the existence of ethical essence rests on strength and fortune, it is already decided that it has perished.—Just as previously only the Penates perished in the spirit of the people, so now the living spirits of peoples perish through their individuality in a universal community whose simple universality is spiritless and dead, and whose vitality is the single individual as individual. The ethical shape of spirit 1807 421 has disappeared, and another takes its place.

476 This downfall of ethical substance and its transition into another shape is therefore determined by ethical consciousness being essentially immediately directed toward law. This determination of immediacy entails that nature in general enters ethical action. Its actuality reveals only the contradiction and seed of ruin that the beautiful unanimity and tranquil equilibrium of ethical spirit contain precisely in this tranquility and beauty themselves; for immediacy has the contradictory significance of being the unconscious repose of nature and the self-conscious, restless repose of spirit.—Because of this natural character, this ethical people is in general an individuality determined by nature and therefore limited, and thus finds its sublation in another. But as this determinacy—which, posited in existence, is limitation, yet equally the negative in general and the self of individuality—disappears, the life of spirit and this substance conscious of itself in everyone are lost. Substance emerges in them as a formal universality; it no longer dwells within them as living spirit, but the simple solidity of their individuality has shattered into many points.

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c. *The Condition of Right*.

477 The universal unity into which the living, immediate unity of individuality and substance returns is the spiritless community, which has ceased to be the non-self-conscious substance of individuals, and in which they now count as selves and substances according to their individual being-for-themselves. The universal splintered into the atoms of absolutely many individuals, this dead spirit, is an equality in which all count as each, as persons.—What in the world of ethical life was called hidden divine law has in fact stepped out of its inwardness into actuality; in that world the individual counted and was actual only as the universal blood of the family. As this individual he was the departed spirit without a self; but now he has emerged from his unactuality. Because ethical substance is only true spirit, spirit returns into certainty of itself; it is that substance as the positive universal, but its actuality is to be the negative universal self.—We saw the powers and shapes of the ethical world sink into the simple necessity of empty fate. This power of theirs is substance reflecting itself into its simplicity; but absolute essence reflecting into itself, precisely that necessity of empty 1807 423 fate, is nothing other than the I of self-consciousness.

478 This I now thereby counts as essence existing in and for itself; this being-recognized is its substantiality. But this is abstract universality, because its content is this unyielding self, not the self dissolved in substance.

479 Personality has therefore here emerged from the life of ethical substance; it is the actually valid independence of consciousness. The unactual thought of this independence, which comes about through renouncing actuality, appeared earlier as Stoic self-consciousness. Just as Stoic self-consciousness emerged from lordship and bondage as the immediate existence of self-consciousness, so personality has emerged from immediate spirit, which is the universal ruling will of all and equally their serving obedience. What for Stoicism was the in-itself only in abstraction is now an actual world. Stoicism is nothing other than the consciousness that reduces the principle of the condition of right, spiritless independence, to its abstract form. Through its flight from actuality, it attained only the thought of independence; it is absolutely for itself by binding its essence to no existence, but relinquishing every existence and placing its essence solely in the unity of pure thought. In the same way the right of the person is bound neither to a 1807 424 richer or more powerful existence of the individual as such nor to a universal living spirit, but rather to the pure one of the individual's abstract actuality, or to the individual as self-consciousness in general.

480 Now just as the abstract independence of Stoicism presented its actualization, this latter actualization will also repeat the movement of the former. Stoic independence passes into the skeptical confusion of consciousness, into a rambling of the negative that wanders shapelessly from one contingency of being and thought to another, indeed dissolves them in absolute independence but just as much produces them anew, and is in fact only the contradiction of the independence and dependence of consciousness.—Likewise, the personal independence of right is instead this same universal confusion and mutual dissolution. For what counts as absolute essence is self-consciousness as the pure empty one of the person. Over against this empty universality, substance has the form of fulfillment and content, and this content is now left completely free and disordered; for the spirit that subjugated it and held it together in its unity is no longer present.—In its reality, this empty one of the person is therefore a contingent existence and an essenceless movement and action that attains no stability. Like skepticism, the formalism of right 1807 425 is thus by its concept without a content of its own; it finds a manifold subsistence, possession, and, like skepticism, stamps it with the same abstract universality through which it is called property. But whereas in skepticism actuality so determined is called semblance in general and has only a negative value, in right it has a positive value. The negative value consists in the actual having the significance of the self as thinking, as the universal in itself; the positive value consists in its being mine in the significance of the category, as an acknowledged and actual validity.—Both are the same abstract universal; the actual content, or determinacy, of what is mine—whether an external possession or the inner wealth or poverty of spirit and character—is not contained in this empty form and does not concern it. It therefore belongs to a power of its own, which is other than the formally universal: chance and arbitrary will.—In its actual validity itself, the consciousness of right therefore experiences instead the loss of its reality and its complete inessentiality, and to designate an individual as a person is an expression of contempt.

481 The free power of content determines itself in this way: by the nature of this determinacy, the dispersion into the absolute multiplicity of personal atoms is at the same time gathered into one point, alien to them and equally 1807 426 spiritless. This point is, on one side, purely individual actuality, like the unyielding rigidity of their personality; but in opposition to their empty individuality, it also has for them the significance of all content, and hence of real essence. Against their supposedly absolute, but intrinsically essenceless, actuality, it is universal power and absolute actuality. In this way this lord of the world is for himself the absolute person who at the same time encompasses all existence, for whose consciousness no higher spirit exists. He is a person, but the solitary person confronting all. These all constitute the valid universality of the person, for the individual as such is true only as the universal multiplicity of individuality; detached from this, the solitary self is in fact the unactual, powerless self.—At the same time it is consciousness of the content that has confronted that universal personality. But this content, freed from its negative power, is the chaos of spiritual powers that, unchained as elemental essences, move madly and destructively against one another in wild excess; their powerless self-consciousness is the impotent enclosure and ground of their tumult. Knowing himself thus as the sum of all actual powers, this lord of the world is the monstrous self-consciousness that knows itself as the actual God; but since he is only the 1807 427 formal self unable to tame these powers, his movement and self-enjoyment are equally monstrous excess.

482 The lord of the world has actual consciousness of what he is—the universal power of actuality—in the destructive force he exercises against the confronting self of his subjects. For his power is not the unity of spirit in which persons would recognize their own self-consciousness; rather, as persons they are for themselves, and exclude continuity with others from the absolute rigidity of their pointlike existence. They therefore stand in a merely negative relation both to one another and to him, who is their relation or continuity. As this continuity he is the essence and content of their formalism, but a content alien to them and a hostile essence that instead sublates precisely what counts for them as their essence, contentless being-for-itself—and, as the continuity of their personality, destroys that very personality. Thus, as the content alien to it asserts itself within it—and it asserts itself within them because it is their reality—legal personality experiences instead its lack of substance. Destructive burrowing in this essenceless ground, conversely, gives itself consciousness of its universal dominion; but this self is mere devastation and therefore only outside itself, and is instead the casting away of its self-consciousness.

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483 Such is the side on which self-consciousness as absolute essence is actual. But consciousness driven back into itself from this actuality thinks this its own lack of essence. We saw earlier the Stoic independence of pure thought pass through skepticism and find its truth in unhappy consciousness—the truth about its being-in-and-for-itself. Whereas this knowledge then appeared only as the one-sided view of consciousness as such, here its actual truth has appeared. This truth consists in this universal validity of self-consciousness being reality alienated from it. This validity is the universal actuality of the self, but is immediately just as much its inversion: it is the loss of its essence.—The actuality of the self, absent from the ethical world, has been gained through that world's return into the person; what was united there now appears developed, but alienated from itself.

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B. *Spirit Alienated from Itself: Cultivation*.

484 Ethical substance kept opposition enclosed within its simple consciousness, and this consciousness in immediate unity with its essence. Essence therefore has the simple determinacy of being for consciousness, which is immediately directed toward it and whose custom it is. Consciousness neither counts for itself as this exclusive self, nor does substance have the significance of an existence excluded from consciousness, with which consciousness would have to unite itself only through alienating itself, and which it would simultaneously have to produce. But the spirit whose self is absolutely discrete has its content confronting it as an equally hard actuality, and the world here has the determination of being something external, the negative of self-consciousness. Yet this world is spiritual essence; in itself it is the interpenetration of being and individuality. This existence of the world is the work of self-consciousness, but equally an immediately present actuality alien to it, which has a being of its own and in which it does not recognize itself. It is 1807 430 external essence and the free content of right; but this external actuality, which the lord of the world of right encompasses within himself, is not merely this elemental essence contingently present for the self, but is the self's labor—though not its positive labor, but rather its negative labor. It receives its existence through self-consciousness's own externalization and divestment of essence, which, in the devastation prevailing in the world of right, the external force of unbound elements seems to inflict on it. These elements, taken for themselves, are only pure devastation and their own dissolution; but this dissolution, this negative essence of theirs, is precisely the self. It is their subject, their action and becoming. Yet this action and becoming, through which substance becomes actual, is the alienation of personality; for the self that holds good in and for itself immediately, that is, without alienation, is without substance and the plaything of those raging elements. Its substance is therefore its externalization itself, and externalization is substance, or the spiritual powers ordering themselves into a world and thereby preserving themselves.

485 In this way substance is spirit, the self-conscious unity of self and essence; but both also have the significance of alienation from one another. Spirit is consciousness of an objective actuality free for itself; but this consciousness is confronted by that unity of self and 1807 431 essence, actual consciousness by pure consciousness. On the one hand, actual self-consciousness passes through its externalization into the actual world, and the actual world back into self-consciousness; on the other hand, however, precisely this actuality, both the person and objectivity, is sublated: they are purely universal. This alienation of theirs is pure consciousness, or essence. The present immediately has its opposite in its beyond, which is its thinking and being-thought, just as this beyond has its opposite in this world, which is its actuality alienated from it.

486 This spirit therefore develops not merely one world, but a doubled world, separated and opposed.—The world of ethical spirit is its own present, and therefore each of its powers is within this unity and, insofar as the two differ, in equilibrium with the whole. Nothing has the significance of the negative of self-consciousness; even the departed spirit is present in the blood of kinship, in the self of the family, and the universal power of government is the will, the self of the people. Here, however, what is present means only objective actuality, whose consciousness lies beyond it; each individual moment as essence receives this essence, and with it actuality, from another, and insofar as it is actual, its essence is other than its actuality. Nothing has a spirit grounded and dwelling within itself, 1807 432 but is outside itself in an alien spirit; the equilibrium of the whole is not a unity remaining with itself and a repose returned into itself, but rests on the alienation of the opposed. The whole, like each individual moment, is therefore a reality alienated from itself. It divides into a realm in which self-consciousness is actually both itself and its object, and another, the realm of pure consciousness, which, beyond the first, has no actual presence but exists in faith. Now just as the ethical world, out of the division of divine and human law and their shapes, and its consciousness, out of the division into knowing and unconsciousness, return into their fate, into the self as the negative power of this opposition, so too these two realms of self-alienated spirit will return into the self. But whereas the former was the first, immediately valid self, the individual person, this second self, returning into itself from its externalization, will be the universal self, consciousness grasping the concept; and these spiritual worlds, all of whose moments claim for themselves a fixed actuality and unspiritual subsistence, will dissolve in pure insight. As the self grasping itself, pure insight completes cultivation. It grasps nothing but the self, and everything as the self; that is, it comprehends everything, erases all objectivity, and 1807 433 transforms all being-in-itself into being-for-itself. Turned against faith as the alien realm of essence lying beyond, it is the Enlightenment. Enlightenment completes alienation even in this realm, into which alienated spirit takes refuge, as into consciousness of self-equal repose. It disrupts the household that spirit maintains here by bringing in the furnishings of this world, which spirit cannot deny as its property because its consciousness belongs to this world as well.—In this negative occupation, pure insight at the same time realizes itself and produces its own object, unknowable absolute essence, and the useful. Since in this way actuality has lost all substantiality, and nothing in it is any longer in itself, the realm of faith as well as that of the real world is overthrown; and this revolution produces absolute freedom, with which previously alienated spirit has returned completely into itself, leaves this land of cultivation, and passes into another land, the land of moral consciousness.

1807 434

I. The World of Self-Alienated Spirit.

487 The world of this spirit divides into a doubled world: the first is the world of actuality, or of its alienation itself; the other is the world it builds for itself, rising above the first, in the ether of pure consciousness. This second world, opposed to that alienation, is for that very reason not free of it, but is instead only the other form of alienation, which consists precisely in having consciousness in two worlds and encompasses both. What is considered here is therefore not the self-consciousness of absolute essence as it is in and for itself, not religion, but faith, insofar as it is the flight from the actual world and thus is not in and for itself. This flight from the realm of the present is therefore immediately itself twofold. Pure consciousness is the element into which spirit rises; but it is not only the element of faith, but equally that of the concept. Both therefore enter together, and faith is considered only in opposition to the concept.

1807 435

a. *Cultivation* and Its Realm of Actuality.

488 The spirit of this world is spiritual essence permeated by a self-consciousness that knows itself to be immediately present as this being-for-itself, and knows essence as an actuality confronting it. But the existence of this world, like the actuality of self-consciousness, rests on the movement by which self-consciousness externalizes its personality, thereby produces its world, and relates to this as to an alien world of which it must now take possession. Yet renouncing its being-for-itself is itself the production of actuality, and through this renunciation it therefore immediately takes possession of actuality.—Or, self-consciousness is something, has reality, only insofar as it alienates itself; through this it posits itself as universal, and this universality of its is its validity and actuality. This equality with all is therefore not the equality of right, not that immediate recognition and validity of self-consciousness simply because it is; rather, its validity comes through the alienating mediation of having made itself conform to the universal. The spiritless universality of right takes into itself every natural mode of character and 1807 436 existence and legitimates it. But the universality that holds good here is one that has come to be, and for that reason it is actual.

489 What therefore gives the individual validity and actuality here is cultivation. The individual's true original nature and substance is the spirit of the alienation of natural being. This externalization is therefore as much the individual's purpose as its existence; it is at the same time the means, or transition, both of substance in thought into actuality and, conversely, of determinate individuality into essentiality. This individuality cultivates itself into what it is in itself, and only through this is it in itself and has actual existence. As much cultivation as it has, so much actuality and power. Although the self here knows itself to be actual as this self, its actuality nevertheless consists solely in sublating the natural self; originally determinate nature therefore reduces to the inessential difference of magnitude, to a greater or lesser energy of will. The will's purpose and content, however, belong solely to universal substance itself and can only be universal. The particularity of a nature that becomes purpose and content is something powerless and unactual; it is a sort that labors vainly and ridiculously to put itself into effect; it is the contradiction of giving the particular an actuality that is immediately the universal. If individuality is therefore wrongly placed in the 1807 437 *particularity of nature and character, then there are no individualities and characters in the real world; rather, individuals have an equal existence for one another. That supposed individuality is only intended existence, which has no permanence in this world, where only what externalizes itself, and thus only the universal, attains actuality.—The intended therefore counts for what it is: a sort. Art, “sort,” is not quite the same as espèce, “the most dreadful of all nicknames, for it designates mediocrity and expresses the highest degree of contempt.” But Art and being good of one's sort are German expressions that add to this meaning the honest appearance of not meaning anything so bad, or indeed do not yet contain consciousness of what a sort is, and what cultivation and actuality are.

490 What appears in relation to the single individual as its cultivation is the essential moment of substance itself: the immediate passage of its universality in thought into actuality, or its simple soul, through which the in-itself is something recognized and existent. The movement of self-cultivating individuality is therefore immediately its becoming, as universal objective essence—that is, the becoming of the actual world. Although this world has come to be through individuality, it is for self-consciousness something 1807 438 immediately alienated and has for it the form of an immovable actuality. Yet certain at the same time that this world is its substance, self-consciousness sets out to take possession of it. It attains this power over it through cultivation, which from this side appears as its conforming itself to actuality, to the extent that the energy of its original character and talent permits. What appears here as the force of the individual, under which substance would come and thereby be sublated, is the same as the actualization of substance. For the individual's power consists in conforming itself to substance—that is, externalizing its self and thus positing itself as objectively existing substance. Its cultivation and its own actuality are therefore the actualization of substance itself.

491 The self is actual to itself only as sublated. For it, therefore, the self does not constitute the unity of consciousness of itself and of the object; rather, the object is for it the negative of itself.—Through the self as soul, substance is thus developed in its moments in such a way that each opposed element animates the other, each through its alienation gives the other subsistence and equally receives subsistence from it. At the same time each moment has its determinacy as an invincible validity and a fixed actuality against the other. Thought fixes this difference in the most universal 1807 439 way through the absolute opposition of good and bad, which flee one another and can in no way become the same. But this fixed being has as its soul the immediate transition into its opposite; existence is instead the inversion of every determinacy into its opposite, and only this alienation is the essence and preservation of the whole. We must now consider this movement that actualizes and animates the moments; alienation will alienate itself, and through it the whole will take itself back into its concept.

492 First, simple substance itself must be considered in the immediate organization of its existing moments, which are not yet animated.—Just as nature unfolds into universal elements, among which air is the enduring, purely universal, transparent essence; water the essence that is continually sacrificed; fire their animating unity, which continually dissolves their opposition as much as it divides their simplicity into it; and earth, finally, the firm knot of this articulation and the subject of these essences and their process, their departure and return—so inward essence, or the simple spirit of self-conscious actuality, unfolds as a world into just such universal, but spiritual, masses: into the first mass, spiritual essence universal in itself and equal to itself; into the other, essence existing for itself, 1807 440 become unequal within itself, sacrificing and surrendering itself; and into the third, which as self-consciousness is subject and immediately has within itself the force of fire. In the first essence it is conscious of itself as being-in-itself; but in the second it has the becoming of being-for-itself through the sacrifice of the universal. Spirit itself, however, is the being-in-and-for-itself of the whole, which divides into substance as enduring and substance as self-sacrificing, and equally takes them back into its unity, both as the erupting flame that consumes them and as their enduring shape.—We see that these essences correspond to the community and family of the ethical world, but without possessing their spirit of being at home; conversely, whereas fate is alien to that spirit, here self-consciousness is and knows itself as the actual power of these essences.

493 These members must be considered both as they are initially represented within pure consciousness as thoughts, or as existing in themselves, and as they are represented in actual consciousness as objective essences.—In that form of simplicity, the first, as the self-equal, immediate, and unchangeable essence of all consciousness, is the good: the independent spiritual power of the in-itself, beside which the movement of consciousness existing for itself plays only an incidental role. The other, by contrast, 1807 441 is passive spiritual essence, or the universal insofar as it surrenders itself and lets individuals take from it consciousness of their individuality; it is the null essence, the bad.—This absolute dissolution of essence is itself enduring. Just as the first essence is the ground, starting point, and result of individuals, and they are purely universal within it, so, conversely, the second is on the one hand self-sacrificing being-for-another, and on the other, for that very reason, their constant return into themselves as the individual and their enduring becoming-for-themselves.

494 But these simple thoughts of good and bad are equally immediately alienated from themselves; they are actual and present in actual consciousness as objective moments. Thus the first essence is state power, the other wealth.—State power is both simple substance and the universal work: the absolute matter itself, in which individuals find their essence expressed and their individuality is absolutely only consciousness of their universality. It is equally the work and simple result from which the fact that it comes from their action disappears; it remains the absolute ground and subsistence of all their action.—Through this determination of its unchanging self-equality, this simple ethereal substance of their life is being, and thus only being-for-another. It is therefore immediately in itself the opposite 1807 442 of itself: wealth. Although wealth is the passive or null essence, it too is universal spiritual essence, equally the constantly becoming result of the labor and action of all, just as it dissolves again into the enjoyment of all. In enjoyment, individuality indeed becomes for itself, or individual, but this enjoyment itself is the result of universal action, just as it reciprocally produces universal labor and the enjoyment of all. The actual has absolutely the spiritual significance of being immediately universal. In this moment each individual indeed supposes that they act selfishly, for this is the moment in which they give themselves consciousness of being for themselves, and they therefore do not take it as something spiritual. Yet even viewed only externally, it is evident that in their enjoyment each gives everyone something to enjoy, and in their labor works for everyone as much as for themselves, while everyone works for them. Their being-for-themselves is therefore intrinsically universal, and selfishness is something merely intended, which cannot manage to actualize what it intends, namely, doing something that would not benefit everyone.

495 In these two spiritual powers, then, self-consciousness recognizes its substance, content, and purpose; it intuits its double essence in them: in one its being-in-itself, in the other its being-for-itself.—But as spirit it is at the same time the negative unity of their subsistence and of the separation of individuality and the universal, or of 1807 443 actuality and the self. Dominion and wealth are therefore present for the individual as objects—that is, as things from which it knows itself free, and between which it supposes it can choose, even choosing neither. As this free and pure consciousness, it confronts essence as something that is only for it. It then has essence as essence within itself.—In this pure consciousness, the moments of substance are for it not state power and wealth, but the thoughts of good and bad.—But self-consciousness is further the relation of its pure consciousness to its actual consciousness, of thought to objective essence; it is essentially judgment.—The immediate determinations of the two sides of actual essence have indeed already shown which is good and which bad: state power the former, wealth the latter. But this first judgment cannot be regarded as a spiritual judgment, for in it one side has been determined only as existing in itself, or positive, the other only as existing for itself and negative. But as spiritual essences, each is the interpenetration of both moments, and they are therefore not exhausted in those determinations. And the self-consciousness relating to them is in and for itself; it must therefore relate to each in the doubled manner through which their nature as determinations alienated from themselves will emerge.

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496 Now for self-consciousness, the object in which it finds itself is good and in itself, while the object in which it finds the opposite of itself is bad. The good is the equality of objective reality with it; the bad, its inequality. At the same time, what is good and bad for it is good and bad in itself, for self-consciousness is precisely that in which these two moments, being in itself and being for it, are the same. It is the actual spirit of objective essences, and judgment is the demonstration of its power over them, which makes them what they are in themselves. Their criterion and truth are not how they immediately are in themselves, as the equal or unequal, that is, abstract being-in-itself or being-for-itself, but what they are in spirit's relation to them: their equality or inequality with spirit. Its relation to them—which, initially posited as objects, become the in-itself through spirit—becomes at the same time their reflection into themselves, through which they attain actual spiritual being and what their spirit is emerges. But just as their first immediate determination differs from spirit's relation to them, so the third, their own spirit, will differ from the second.—To begin with, their second in-itself, which emerges through spirit's relation to them, must already turn out differently from the immediate one; for this mediation of spirit instead moves immediate determinacy and makes it something else.

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497 Accordingly, consciousness existing in and for itself does indeed find in state power its simple essence and subsistence in general, but not its individuality as such; its in-itself, but not its being-for-itself. Rather, it finds action as individual action denied and subjugated to obedience. The individual therefore reflects into itself before this power; to it, state power is the oppressive essence and the bad, for instead of being equal it is absolutely unequal to individuality.—Wealth, conversely, is the good: it aims at universal enjoyment, gives itself away, and provides everyone with consciousness of their self. In itself it is universal beneficence; if it withholds some benefit and does not accommodate every need, this is a contingency that does not detract from its universal, necessary essence of imparting itself to all individuals and being a thousand-handed giver.

498 These two judgments give the thoughts of good and bad a content opposite to the one they had for us.—But self-consciousness has as yet related to its objects only incompletely, namely, only by the standard of being-for-itself. Yet consciousness is equally essence existing in itself, and must likewise make this side its standard; only through this is spiritual judgment completed. From this side state 1807 446 power expresses its essence for it. State power is partly law at rest, partly government and command, which orders the individual movements of universal action; the one is simple substance itself, the other its action animating and preserving itself and everyone. The individual therefore finds its ground and essence expressed, organized, and activated in state power.—Conversely, through the enjoyment of wealth it does not experience its universal essence, but receives only the transient consciousness and enjoyment of itself as an individuality existing for itself and of its inequality with its essence.—The concepts of good and bad therefore receive here the opposite content to the preceding one.

499 Each of these two ways of judging finds an equality and an inequality: the first judging consciousness finds state power unequal to itself and the enjoyment of wealth equal; the second, conversely, finds the former equal and the latter unequal. There is a twofold finding equal and a twofold finding unequal, an opposed relation to the two real essentialities.—We must judge this different judging itself, applying the standard already established. Accordingly, the relation of consciousness that finds equality is the good, and that which finds inequality is the bad; and these two ways of relating must now themselves be retained as different shapes of consciousness 1807 447. By relating in different ways, consciousness itself comes under the determination of the difference between good and bad—not according to whether it has being-for-itself or pure being-in-itself as its principle, for both are equally essential moments. The doubled judging considered above represented the principles separately and therefore contains only abstract ways of judging. Actual consciousness contains both principles, and the difference falls solely within its essence, namely, in its relation to the real.

500 This relation takes opposed forms: one relates to state power and wealth as to something equal, the other as to something unequal.—The consciousness of the relation that finds equality is noble-minded. In public power it sees what is equal to itself, since in it it has its simple essence and the activity of that essence, and stands in service both of actual obedience and of inward respect toward it. Likewise in wealth it sees what provides consciousness of its other essential side, being-for-itself. It therefore also regards wealth as essence in relation to itself, acknowledges the one from whom it receives enjoyment as a benefactor, and holds itself bound to gratitude.

501 The consciousness of the other relation, conversely, is base, holding fast to inequality with 1807 448 both essentialities. In sovereign power it therefore sees a fetter and oppression of being-for-itself, and consequently hates the ruler, obeys only with concealed malice, and is always poised for revolt. In wealth, through which it attains enjoyment of its being-for-itself, it likewise sees only inequality, namely with enduring essence; since through wealth it attains only consciousness of individuality and transient enjoyment, it loves but despises wealth, and with the disappearance of enjoyment, which is intrinsically vanishing, regards its relation to the rich person as having disappeared as well.

502 These relations initially express only judgment, the determination of what the two essences are as objects for consciousness, not yet what they are in and for themselves. On the one hand, the reflection represented in judgment is as yet only for us a positing of either determination, and therefore an equal sublation of both; it is not yet their reflection for consciousness itself. On the other hand, they as yet are essences only immediately, having neither become this nor possessing self-consciousness within themselves; the consciousness for which they are is not yet their animation. They are predicates that are not yet themselves subject. Because of this separation, the whole of spiritual judging also still falls apart into two consciousnesses, each subject to a one-sided determination.—Now just as, initially, the indifference 1807 449 of the two sides of alienation—one, the in-itself of pure consciousness, namely the determinate thoughts of good and bad; the other, their existence as state power and wealth—rose to the relation of the two, to judgment, so this external relation must rise to inner unity, or to the relation of thought to actuality, and the spirit of the two shapes of judgment must emerge. This occurs when judgment becomes syllogism, the mediating movement in which the necessity and middle of the two sides of judgment emerge.

503 In judgment, therefore, noble consciousness finds itself confronting state power as something that is not yet a self, but only universal substance, of which, however, it is conscious as its essence, its purpose and absolute content. Relating positively to state power in this way, it relates negatively to its own purposes, its particular content and existence, and lets them disappear. It is the heroism of service: virtue, which sacrifices individual being to the universal and thereby brings the universal into existence; the person who of their own accord renounces possession and enjoyment, and acts and is actual for the existing power.

504 Through this movement the universal is joined with existence in general, just as existing consciousness cultivates itself through this externalization into essentiality. What it alienates from itself in 1807 450 service is its consciousness immersed in existence; but alienated being is the in-itself. Through this cultivation it therefore gains respect for itself and among others.—State power, however, which was at first only the universal in thought, the in-itself, becomes through this same movement the existing universal, actual power. It is actual power only in the actual obedience it attains through self-consciousness's judgment that it is essence, and through self-consciousness's free self-sacrifice. This action, joining essence with the self, produces a doubled actuality: itself as what has true actuality, and state power as the true that holds good.

505 Yet through this alienation state power is not yet a self-consciousness knowing itself as state power; only its law, or its in-itself, holds good. It does not yet have a particular will, for serving self-consciousness has not yet externalized its pure self and thereby animated state power, but has done so only with its being: it has sacrificed only its existence to state power, not its being-in-itself.—This self-consciousness counts as conforming to essence; it is recognized for the sake of its being-in-itself. Others find their essence activated in it, but not their being-for-themselves; their thought, or pure consciousness, fulfilled, but not their individuality. It therefore holds good in their thoughts and 1807 451 enjoys honor. It is the proud vassal active for state power insofar as this is not a will of its own, but an essential will; and it counts for itself only in this honor, only in the essential representation of universal opinion, not in the grateful representation of individuality, for it has not helped individuality attain its being-for-itself. Its language, if it related to state power's own will, which has not yet come to be, would be the counsel it offers for the universal good.

506 State power therefore still has no will in the face of counsel and makes no decision between the different opinions concerning the universal good. It is not yet government, and thus not yet truly actual state power.—Being-for-itself, the will not yet sacrificed as will, is the inward, secluded spirit of the estates, which, in contrast to its talk of the universal good, reserves its particular good for itself and is inclined to make this chatter about the universal good a substitute for action. The sacrifice of existence that occurs in service is indeed complete when it has gone as far as death; but the very danger of death that is endured and survived leaves a determinate existence, and with it a particular being-for-itself, remaining, which makes counsel for the universal good ambiguous and suspect and in fact reserves its own opinion and particular will against 1807 452 state power. It therefore still relates unequally to state power and falls under the determination of base consciousness: always poised for rebellion.

507 This contradiction, which it must sublate, contains, in this form of standing in the inequality of being-for-itself toward the universality of state power, at the same time the form that the externalization of existence, when it completes itself, namely in death, is itself an existing externalization, not one returning into consciousness: consciousness does not survive it and exist in and for itself, but only passes into the unreconciled opposite. The true sacrifice of being-for-itself is therefore only that in which it surrenders itself as completely as in death, yet preserves itself just as much in this externalization. It thereby becomes actual as what it is in itself, as the identical unity of itself and itself as the opposite. Because the secluded inward spirit, the self as such, emerges and alienates itself, state power is at the same time raised to a self of its own. Without this alienation, the acts of honor, of noble consciousness, and the counsels of its insight would remain ambiguous, still retaining that secluded reserve of particular intention and self-will.

508 But this alienation occurs only in language, which appears here in its distinctive 1807 453 significance.—As law and command in the world of ethical life, and initially as counsel in the world of actuality, language has essence as its content and is its form; here, however, it receives the form that it is as its content itself, and counts as language. It is the power of speaking as such that accomplishes what must be accomplished. For language is the existence of the pure self as self; in it the individuality existing for itself of self-consciousness comes as such into existence, so that it is for others. I as this pure I otherwise does not exist; in every other expression it is immersed in an actuality and in a shape from which it can withdraw. It is reflected into itself out of its action, as out of its physiognomic expression, and leaves such incomplete existence, which always contains as much too much as too little, lying soulless. But language contains the I in its purity; language alone speaks I, the I itself. This existence of the I, as existence, is an objectivity that contains its true nature. I is this I—but equally universal. Its appearing is equally immediately the externalization and disappearance of this I, and thereby its remaining in its universality. The I that expresses itself is heard; it is a contagion in which it has immediately passed into unity with those for whom it exists, and is universal self-consciousness.—In being heard, its 1807 454 existence itself has immediately died away; this otherness of its is taken back into itself. And precisely this is its existence as a self-conscious now: not to exist as soon as it exists, and to exist through this disappearance. This disappearance is therefore itself immediately its remaining; it is its own knowing of itself and its knowing of itself as something that has passed into another self, has been heard, and is universal.

509 Spirit here receives this actuality because the extremes whose unity it is equally immediately have the determination of being actualities of their own for themselves. Their unity is dissolved into rigid sides, each of which is for the other an actual object excluded from it. Unity therefore emerges as a middle excluded and distinguished from the separate actuality of the sides; it therefore itself has an actual objectivity distinct from its sides and is for them—that is, it exists. Spiritual substance enters existence as such only when it has acquired as its sides self-consciousnesses that know this pure self as an immediately valid actuality, and therein equally immediately know that it is this only through alienating mediation. Through the former, the moments are purified into the self-knowing category and thus to the point of being moments of spirit; through the latter, spirit enters 1807 455 existence as spirituality.—It is thus the middle that presupposes those extremes and is produced through their existence—but equally the spiritual whole breaking forth between them, dividing itself into them and first producing each, through this contact, as a whole in its principle.—That the two extremes are already in themselves sublated and dissolved brings forth their unity, and this unity is the movement that joins both together, exchanges their determinations, and joins these determinations together—indeed, in each extreme. This mediation thus posits the concept of each of the two extremes in its actuality, or makes what each is in itself into its spirit.

510 Through this, the two extremes, state power and noble consciousness, are dissolved: the former into the abstract universal that is obeyed and the will existing for itself, which, however, does not yet itself belong to that universal;—the latter into the obedience of sublated existence, or into the being-in-itself of self-respect and honor, and into pure being-for-itself not yet sublated, the will still held in reserve. The two moments into which both sides are purified, and which are therefore moments of language, are the abstract universal called the universal good, and the pure self that in service renounced its consciousness immersed in manifold existence. In the concept the two are the same, for the pure 1807 456 self is precisely the abstract universal, and their unity is therefore posited as their middle. But the self is as yet actual only at the extreme of consciousness, while the in-itself is as yet actual only at the extreme of state power. Consciousness lacks the passage of state power into it not merely as honor, but actually; state power lacks being obeyed not merely as the so-called universal good, but as will, or being the deciding self. The unity of the concept, in which state power still stands and into which consciousness has purified itself, becomes actual in this mediating movement, whose simple existence, as middle, is language.—Yet language does not yet have on its sides two selves present as selves, for state power is only now being animated into a self. This language is therefore not yet spirit as it perfectly knows and expresses itself.

511 Because noble consciousness is the extreme of the self, it appears as that from which the language proceeds through which the sides of the relationship take shape as animated wholes.—The heroism of silent service becomes the heroism of flattery. This speaking reflection of service constitutes the spiritual middle that dissolves itself; it reflects not only its own extreme into itself, but also the extreme of universal power back into that extreme itself, and makes 1807 457 this power, which initially is only in itself, into being-for-itself and the individuality of self-consciousness. Through this the spirit of this power becomes that of being an absolute monarch—absolute: the language of flattery raises power into its purified universality. As the product of language, of existence purified into spirit, this moment is a purified self-equality.—Monarch: language equally raises individuality to its pinnacle. What noble consciousness externalizes on this side of simple spiritual unity is the pure in-itself of its thinking, its I itself. More precisely, language raises individuality, otherwise only something intended, into its existing purity by giving the monarch the proper name. For it is only in the name that the difference of the individual from all others is not merely intended, but is made actual by all; in the name, the individual counts as purely individual no longer only in their own consciousness, but in the consciousness of all. Through the name the monarch is thus absolutely separated from everyone, singled out and solitary; in it he is the atom that can impart nothing of its essence and has no equal.—This name is thus the reflection into itself, or the actuality, that universal power has within itself; through it, it is the monarch. Conversely, he, this individual, knows himself, this individual, 1807 458 as universal power through the nobles' placing themselves around the throne not merely as ready to serve state power, but as ornaments, and through their continually telling its occupant what he is.

512 In this way the language of their praise is the spirit that joins the two extremes within state power itself. It reflects abstract power into itself and gives it the moment of the other extreme, willing and deciding being-for-itself, and thereby self-conscious existence; or, through this, this individual actual self-consciousness comes to know itself with certainty as power. It is the point of the self into which the many points have flowed through the externalization of inner certainty.—But since this own spirit of state power consists in having its actuality and sustenance in the sacrifice of the action and thinking of noble consciousness, it is independence alienated from itself. Noble consciousness, the extreme of being-for-itself, receives back the extreme of actual universality in exchange for the universality of thought it externalized; the power of the state has passed over to it. Only in noble consciousness is state power truly activated; in its being-for-itself state power ceases to be the inert essence it appeared as at the extreme of abstract being-in-itself.—Considered in itself, state power reflected into itself, or its having become spirit, means nothing other 1807 459 than its having become a moment of self-consciousness, that is, its existing only as sublated. It is now therefore essence whose spirit is to be sacrificed and surrendered, or it exists as wealth.—It does indeed at the same time continue to subsist as an actuality opposed to the wealth into which, according to its concept, it is always becoming; but its concept is precisely this movement: through the service and veneration by which it comes to be, passing into its opposite, into the externalization of power. For itself, therefore, the distinctive self that is its will becomes, through noble consciousness's casting itself away, a self-externalizing universality, a complete individuality and contingency surrendered to every more powerful will. What remains to it of universally recognized and incommunicable independence is the empty name.

513 If, then, noble consciousness determined itself as relating to universal power in an equal manner, its truth is instead to retain its own being-for-itself in its service, but in the actual renunciation of its personality to be the actual sublation and tearing apart of universal substance. Its spirit is the relationship of complete inequality: on the one hand retaining its will in its honor; on the other, in giving up that will, partly alienating itself from its inwardness 1807 460 and becoming supremely unequal to itself, partly subjecting universal substance to itself in this process and making substance completely unequal to itself.—It is clear that its determinacy in judgment as opposed to what was called base consciousness has thereby vanished, and with it base consciousness as well. The latter has achieved its purpose: bringing universal power under being-for-itself.

514 Thus enriched by universal power, self-consciousness exists as universal beneficence, or this is wealth, which is itself again an object for consciousness. For wealth is for consciousness the universal that has indeed been subjected, but through this first sublation has not yet returned absolutely into the self.—The self does not yet have itself as self as its object, but sublated universal essence. Since this object has only just come to be, the immediate relation of consciousness to it is posited; consciousness has therefore not yet displayed its inequality with it. It is noble consciousness, which receives its being-for-itself from the universal that has become inessential, and therefore acknowledges wealth and is grateful toward the benefactor.

515 Wealth already contains within itself the moment of being-for-itself. It is not the universal of state power, devoid of a self, or the untroubled inorganic nature of spirit, but that nature 1807 461 as it holds fast to itself through will against whoever wishes to seize it for enjoyment. But since wealth has only the form of essence, this is a one-sided being-for-itself that is not in itself, but instead the sublated in-itself: the essenceless return of the individual into itself in its enjoyment. Wealth itself therefore requires animation; and the movement of its reflection consists in its becoming being-in-and-for-itself from being merely for itself, in its becoming essence from being sublated essence. In this way it receives its own spirit within itself.—Since the form of this movement has been set out above, it is sufficient here to determine its content.

516 Here, then, noble consciousness relates to the object not as essence in general; rather, being-for-itself itself is what is alien to it. It finds its self as such already alienated, as an objective, fixed actuality that it must receive from another fixed being-for-itself. Its object is being-for-itself, thus its own; but because this is an object, it is at the same time immediately an alien actuality, which is a being-for-itself of its own, a will of its own. That is, it sees its self in the power of an alien will, on which it depends whether that will wishes to surrender this self to it.

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517 Self-consciousness can abstract from every particular side and therefore retains, in an obligation concerning such a side, its recognition and validity in itself as an essence existing for itself. Here, however, it sees itself, on the side of its pure, ownmost actuality, or its I, outside itself and belonging to another; it sees its personality as such dependent on the contingent personality of another, on the chance of a moment, an arbitrary whim, or some otherwise utterly indifferent circumstance.—In the condition of right, what is in the power of objective essence appears as a contingent content from which one can abstract; power does not concern the self as such, which is instead recognized. But here it sees its certainty of itself as such to be utterly inessential, pure personality to be absolute impersonality. The spirit of its gratitude is therefore the feeling of both this deepest degradation and the deepest rebellion. As the pure I intuits itself outside itself and torn apart, in this dismemberment everything possessing continuity and universality, everything called law, good, and right, has likewise fallen apart and perished. Everything equal is dissolved, for the purest inequality is present: the absolute inessentiality of the absolutely essential, the being-outside-itself of being-for-itself. The pure I itself is absolutely dissolved.

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518 Thus, although this consciousness receives back from wealth the objectivity of being-for-itself and sublates it, it is not merely incomplete according to its concept, like the preceding reflection, but unsatisfied for itself. In the reflection in which the self receives itself as an object, immediate contradiction is posited within the pure I itself. Yet as self it also immediately stands above this contradiction; it is the absolute elasticity that again sublates this sublation of the self, rejects this degradation in which its being-for-itself comes to it as something alien, and, rebelling against this reception of itself, is for itself in the very act of receiving.

519 Since the relationship of this consciousness is thus bound up with this absolute dismemberment, its distinction as noble against base consciousness falls away in its spirit, and the two are the same.—The spirit of beneficent wealth can further be distinguished from the spirit of the consciousness receiving the benefit, and must be considered separately.—It was essenceless being-for-itself, surrendered essence. But through imparting itself it becomes the in-itself; in fulfilling its determination to sacrifice itself, it sublates the individuality of enjoying only for itself, and as sublated individuality it is universality, or essence.—What it imparts, what it gives to others, is being-for-itself. Yet it 1807 464 does not surrender itself as nature without a self, as the condition of life giving itself away without reserve, but as self-conscious essence holding itself for itself. It is not the inorganic power of the element, which the receiving consciousness knows as intrinsically transient, but power over the self, knowing itself to be independent and arbitrary, and knowing at the same time that what it dispenses is another's self.—Wealth therefore shares degradation with its client, but arrogance takes the place of rebellion. For on one side, like the client, it knows being-for-itself as a contingent thing; but it is itself this contingency in whose power personality stands. In this arrogance, which supposes that by a meal it has maintained another's very I and thereby acquired the submission of that person's innermost essence, it overlooks the other's inward rebellion. It overlooks the complete casting off of every fetter, this pure dismemberment for which, since the self-equality of being-for-itself has become utterly unequal to it, everything equal, everything subsistent, has been torn apart—and which therefore tears apart the benefactor's opinion and view most of all. Wealth stands directly before this innermost abyss, this bottomless depth in which all support and substance have disappeared; and in this depth it sees nothing but a common thing, a plaything of its 1807 465 mood, a contingency of its arbitrary will. Its spirit is the utterly essenceless opinion of being the surface forsaken by spirit.

520 Just as self-consciousness had its language toward state power, or spirit emerged between these extremes as an actual middle, so it also has language toward wealth; still more, its rebellion has its language. The language that gives wealth consciousness of its essentiality and thereby takes possession of it is likewise the language of flattery, but ignoble flattery;—for what it pronounces as essence, it knows as surrendered essence, essence not existing in itself. Yet the language of flattery, as already remarked, is spirit that is still one-sided. For its moments are indeed the self purified through the cultivation of service into pure existence, and the being-in-itself of power. But the pure concept in which the simple self and the in-itself, that pure I and this pure essence or thought, are the same—this unity of the two sides between which the interaction occurs—is not within the consciousness of this language. For it, the object is still the in-itself opposed to the self; or the object is not for it also its own self as such.—But the language of dismemberment is the complete language and the true existing spirit of this whole world of cultivation. This self-consciousness, to which 1807 466 belongs the rebellion that rejects its degradation, is immediately absolute self-equality in absolute dismemberment, the pure mediation of pure self-consciousness with itself. It is the equality of the identical judgment in which one and the same personality is both subject and predicate. But this identical judgment is at the same time infinite, for this personality is absolutely divided, and subject and predicate are utterly indifferent beings that have nothing to do with one another, without necessary unity—even to the point that each is the power of a personality of its own. Being-for-itself has its being-for-itself as its object, as an utterly other and at the same time just as immediately as itself: itself as another, not that this other has a different content, but the content is the same self in the form of absolute opposition and completely its own, indifferent existence.—Here, then, the spirit of this real world of cultivation is present, conscious of itself in its truth and of its concept.

521 It is this absolute and universal inversion and alienation of actuality and thought: pure cultivation. What is experienced in this world is that neither the actual essences of power and wealth, nor their determinate concepts, good and bad, nor consciousness of good and bad, noble and base consciousness, have truth. Rather, all these 1807 467 moments invert themselves into one another, and each is the opposite of itself.—Universal power, which is substance, on attaining a spirituality of its own through the principle of individuality, receives its own self within it only as the name, and, in being actual power, is instead the powerless essence that sacrifices itself.—But this surrendered essence without a self, or the self become a thing, is instead essence's return into itself: it is being-for-itself existing for itself, the existence of spirit.—The thoughts of these essences, of good and bad, likewise invert themselves in this movement: what is determined as good is bad; what as bad, good. The consciousness of each of these moments, judged as noble and base consciousness, is in its truth just as much the reverse of what these determinations are supposed to be: noble consciousness is just as base and degraded as degradation turns into the nobility of the most highly cultivated freedom of self-consciousness.—Likewise, considered formally, everything is outwardly the reverse of what it is for itself; and again, what it is for itself it is not in truth, but is something other than it wishes to be. Being-for-itself is instead the loss of itself, and its alienation instead self-preservation.—What is present, then, is that all moments exercise a universal justice 1807 468 against one another, each alienating itself within itself just as much as it forms itself into its opposite and thus inverts that opposite.—But true spirit is precisely this unity of the absolutely separated; indeed, it comes into existence itself as their middle precisely through the free actuality of these extremes without a self. Its existence is universal speaking and rending judging, in which all those moments meant to count as essences and actual members of the whole dissolve, and which is equally this self-dissolving play with itself. This judging and speaking is therefore the true and invincible, while it overpowers everything: that which alone truly matters in this real world. In it every part of this world reaches the point where its spirit is expressed, or where it is spoken of with spirit and said to be what it is.—Honest consciousness takes each moment as an enduring essentiality and is the uncultivated thoughtlessness of not knowing that it equally does the reverse. Dismembered consciousness, however, is consciousness of inversion, and indeed of absolute inversion. The concept rules within it, bringing together thoughts that lie far apart for honesty, and its language is therefore spirited and witty.

522 The content of spirit's discourse of and about itself is therefore the inversion of all concepts and 1807 469 realities, the universal deception of itself and others; and the shamelessness of speaking this deception is for that very reason the greatest truth. This discourse is the madness of the musician “who heaped together and mingled thirty arias, Italian, French, tragic, comic, of every kind of character; now with a deep bass he descended into hell, then contracted his throat and with a falsetto tore through the heights of the air, by turns raging, soothed, commanding, and mocking.”—To tranquil consciousness, which honestly places the melody of the good and true in the equality of tones, that is, in a single note, this discourse appears as “a rambling of wisdom and madness, a mixture of as much skill as baseness, of ideas as correct as they are false, of such complete perversion of feeling, such perfect infamy, as utter openness and truth. It will not be able to refrain from entering into all these tones and running up and down the whole scale of feelings, from the deepest contempt and rejection to the highest admiration and emotion; a ridiculous trait will be fused into the latter, depriving them of their nature.” The former will have, in their very openness, a reconciling trait, and in their shattering depth the all-powerful trait that gives spirit to itself.

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523 If, against the discourse of this confusion clear to itself, we consider the discourse of that simple consciousness of the true and good, it can only be monosyllabic before the open and self-conscious eloquence of the spirit of cultivation; for it can tell this spirit nothing that spirit does not itself know and say. If it goes beyond its monosyllables, it therefore says the same thing spirit expresses, but commits the additional folly of supposing it says something new and different. Even its syllables, infamous, base, are already this folly, for spirit says them of itself. In its discourse this spirit inverts everything monotonous, because this self-equal element is only an abstraction and in its actuality is inversion within itself. If, in opposition, upright consciousness defends the good and noble, that is, what maintains equality with itself in its expression, in the only way possible here—namely, that it does not lose its value by being connected or mixed with the bad, for this is its condition and necessity, and herein lies nature's wisdom—then this consciousness, while supposing it contradicts, has only summed up the content of spirit's discourse in a trivial manner. Thoughtlessly making the opposite of the noble and good into the condition and necessity of the noble and good, it supposes it says something other than that what is called noble and 1807 471 good is in its essence the inversion of itself, just as the bad is conversely the excellent.

524 If simple consciousness replaces this spiritless thought with the actuality of excellence, presenting it in the example of an invented case or even a true anecdote, and thus showing that it is no empty name but exists, then the universal actuality of the inverted action of the entire real world stands opposed to it. In this world that example therefore constitutes only something entirely isolated, an espèce; and to present the existence of the good and noble as an isolated anecdote, whether invented or true, is the bitterest thing that can be said of it.—If, finally, simple consciousness demands the dissolution of this whole world of inversion, it cannot demand of the individual a withdrawal from it, for Diogenes in his barrel is conditioned by this world, and the demand addressed to the individual is precisely what counts as bad: caring for oneself as an individual. But addressed to universal individuality, the demand for this withdrawal cannot mean that reason should again relinquish the spiritually cultivated consciousness it has attained, sink the unfolded wealth of its moments back into the simplicity of the natural heart, and relapse into the wilderness and proximity to animal consciousness that 1807 472 is called nature, also innocence. Rather, the demand for this dissolution can be addressed only to the spirit of cultivation itself: that out of its confusion it should return to itself as spirit and attain a still higher consciousness.

525 In fact, however, spirit has already accomplished this in itself. The dismemberment of consciousness, conscious of itself and expressing itself, is mocking laughter at existence, at the confusion of the whole, and at itself; it is at the same time the dying away of this entire confusion, still hearing itself.—This vanity of all actuality and every determinate concept, hearing itself, is the doubled reflection of the real world into itself: once into this self of consciousness as this self, and again into its pure universality, or into thought. On the former side, spirit that has come to itself has directed its gaze into the world of actuality and still has this world as its purpose and immediate content; on the other side, however, its gaze is partly directed only into itself and negatively toward the world, partly turned away from it toward heaven, and the world's beyond is its object.

526 On that side of the return into the self, the vanity of all things is its own vanity, or it is vain. It is the self existing for itself that knows not merely how to judge and chatter about everything, but how to express with wit the fixed essences of actuality 1807 473 and the fixed determinations posited by judgment in their contradiction, and this contradiction is their truth.—Considered formally, it knows everything as alienated from itself: being-for-itself separated from being-in-itself; what is intended and the purpose from the truth; and being-for-another, the pretended, separated in turn from both—from the actual opinion and the true matter and intention.—It thus knows how to express correctly each moment against the other, and generally the inversion of them all; it knows better what each is than that thing is, however it may be determined. Since it knows the substantial from the side of the discord and conflict it unites within itself, but not from the side of this unity, it understands very well how to judge the substantial, but has lost the capacity to grasp it.—This vanity also needs the vanity of all things to give itself consciousness of the self through them; it therefore produces this vanity itself and is the soul sustaining it. Power and wealth are the highest purposes of its exertion; it knows that through renunciation and sacrifice it cultivates itself into the universal, attains possession of it, and in this possession has universal validity. These are the actual, acknowledged powers. But this validity of its is itself vain, and precisely in taking possession of them it knows them not to be essential selves, but rather knows itself as their power and them as vain. That it is thus, in 1807 474 possessing them, itself outside them, it presents in witty language, which is therefore its highest interest and the truth of the whole. In this language this self, as the pure self belonging neither to actual nor to thought determinations, becomes for itself spiritual, truly universally valid. It is the self-rending nature of all relationships and the conscious rending of them; but only as rebellious self-consciousness does it know its own dismemberment, and in this knowledge it has immediately risen above it. In that vanity all content becomes negative and can no longer be grasped positively; the positive object is only the pure I itself, and dismembered consciousness is in itself this pure self-equality of self-consciousness returned into itself.

b. Faith and Pure Insight.

527 The spirit of self-alienation has its existence in the world of cultivation; but since this whole has become alienated from itself, beyond it stands the unactual world of pure consciousness, or of thought. Its content is what is purely thought, and thought its absolute element. But since thought is initially the element of this world, consciousness only has these thoughts, but 1807 475 does not yet think them, or know that they are thoughts; rather, they are for it in the form of representation. For it steps out of actuality into pure consciousness, but is itself generally still in the sphere and determinacy of actuality. Dismembered consciousness is initially the self-equality of pure consciousness only in itself, for us, not for itself. It is therefore only the immediate elevation, not yet completed within itself, and still contains its opposed principle, by which it is conditioned, without having mastered it through the mediating movement. Hence the essence of its thought counts for it not as essence merely in the form of the abstract in-itself, but in the form of something ordinarily actual, an actuality that has merely been raised into another element without losing in it the determinacy of an actuality not grasped in thought.—It must essentially be distinguished from the in-itself that is the essence of Stoic consciousness. For the latter only the form of thought as such held good, with some content alien to it and taken from actuality; but for the consciousness under consideration it is not the form of thought that holds good. It must equally be distinguished from the in-itself of virtuous consciousness, for which essence indeed stands in relation to actuality and is the essence of actuality itself, but is as yet only unactual essence;—for the consciousness under consideration, it counts, although beyond 1807 476 actuality, as actual essence. Likewise, what is right and good in itself for lawgiving reason, and the universal of law-testing consciousness, do not have the determination of actuality.—If, therefore, within the world of cultivation itself pure thought fell on one side of alienation, namely as the standard of abstract good and bad in judging, then, having passed through the movement of the whole, it has been enriched by the moment of actuality and thereby of content. Yet this actuality of essence is at the same time only an actuality of pure, not of actual, consciousness. Though raised into the element of thought, it does not yet count for this consciousness as a thought; rather, it lies for consciousness beyond its own actuality, for it is the flight from this actuality.

528 As religion—for it is evident that religion is what is being discussed—appears here as the faith of the world of cultivation, it does not yet appear as it is in and for itself.—It has already appeared to us in other determinations, namely as unhappy consciousness, as a shape of the substanceless movement of consciousness itself.—It also appeared in ethical substance as faith in the underworld; but consciousness of the departed spirit is not properly faith, not essence posited in the element of pure consciousness beyond actual consciousness; rather, this spirit itself has 1807 477 immediate presence, and its element is the family.—Here, however, religion has partly emerged from substance and is pure consciousness of it; partly, this pure consciousness is alienated from its actual consciousness, essence from its existence. Thus, though it is no longer the substanceless movement of consciousness, it still has the determinacy of opposition to actuality as this actuality in general, and to the actuality of self-consciousness in particular; it is therefore essentially only a faith.

529 This pure consciousness of absolute essence is alienated. We must see more closely how that of which it is the other determines itself, and consider it only in connection with this. Initially, this pure consciousness seems to have only the world of actuality opposed to it; but since it is the flight from this world and thereby the determinacy of opposition, it contains this opposition within itself. Pure consciousness is therefore essentially alienated from itself within itself, and faith constitutes only one side of it. The other side has already arisen for us as well. For pure consciousness is reflection out of the world of cultivation in such a way that this world's substance, like the spheres into which it articulates itself, showed itself as what it is in itself: as spiritual essentialities, as absolutely restless movements or determinations that immediately sublate themselves in their opposite. Their essence, simple 1807 478 consciousness, is therefore the simplicity of absolute difference, which is immediately no difference. It is thus pure being-for-itself, not as this individual, but the self universal within itself as restless movement, which attacks and penetrates the tranquil essence of the matter. In it, therefore, there is present the certainty that immediately knows itself as truth, pure thought as the absolute concept in the power of its negativity, which annihilates every objective essence supposed to confront consciousness and makes it a being of consciousness.—This pure consciousness is at the same time equally simple, precisely because its difference is no difference. But as this form of simple reflection into itself, it is the element of faith, in which spirit has the determination of positive universality, of being-in-itself, against that being-for-itself of self-consciousness.—Driven back into itself from the essenceless world that merely dissolves itself, spirit is, in truth and in undivided unity, both the absolute movement and negativity of its appearing, and the essence satisfied within itself and its positive repose. But subject generally to the determinacy of alienation, these two moments fall apart as a doubled consciousness. The former is pure insight, as the spiritual process gathering itself into self-consciousness, which confronts and directs itself against consciousness of the positive, the form of objectivity 1807 479 or representation; its own object, however, is only the pure I.—Simple consciousness of the positive, or of tranquil self-equality, conversely has inward essence as essence for its object. Pure insight therefore initially has no content within itself, because it is negative being-for-itself; to faith, conversely, belongs content without insight. Whereas insight does not step out of self-consciousness, faith indeed likewise has its content in the element of pure self-consciousness, but in thought, not in concepts, in pure consciousness, not in pure self-consciousness. It is thus indeed pure consciousness of essence, that is, of the simple inward, and is therefore thought—the chief moment in the nature of faith, which is usually overlooked. The immediacy with which essence exists in faith consists in its object being essence, that is, pure thought. But insofar as thought enters consciousness, or pure consciousness enters self-consciousness, this immediacy acquires the significance of an objective being lying beyond consciousness of the self. Through this significance, which the immediacy and simplicity of pure thought acquire in consciousness, the essence of faith falls from thought into representation and becomes a supersensible world that is essentially an other of self-consciousness 1807 480.—In pure insight, conversely, the passage of pure thought into consciousness has the opposite determination: objectivity has the significance of a merely negative content that sublates itself and returns into the self. That is, only the self is properly its own object, or the object has truth only insofar as it has the form of the self.

530 Just as faith and pure insight belong together to the element of pure consciousness, so together they are the return from the actual world of cultivation. They therefore present themselves from three sides. First, each is in and for itself, outside every relation; second, each relates to the actual world opposed to pure consciousness; and third, each relates to the other within pure consciousness.

531 The side of being-in-and-for-itself in believing consciousness is its absolute object, whose content and determination have emerged. For according to the concept of faith, this object is nothing other than the real world raised into the universality of pure consciousness. The articulation of the latter world therefore also constitutes the organization of the former, except that in the former the parts do not alienate themselves in their animation, but are essences existing in and for themselves, spirits returned into themselves and remaining with themselves.—The movement 1807 481 of their transition is therefore only for us an alienation of the determinacy in which they exist in their difference, and only for us a necessary series; for faith, however, their difference is a tranquil diversity, and their movement an occurrence.

532 To name them briefly according to the external determination of their form: just as in the world of cultivation state power, or the good, was first, so here too the first is absolute essence, spirit existing in and for itself insofar as it is simple eternal substance. But in realizing its concept of being spirit, substance passes into being-for-another; its self-equality becomes actual, self-sacrificing absolute essence; it becomes self, but a transient self. The third is therefore the return of this alienated self and abased substance into their first simplicity; only in this way is substance represented as spirit.—

533 These differentiated essences, taken back into themselves through thought from the change of the actual world, are changeless eternal spirits whose being is to think the unity they constitute. Though thus removed from self-consciousness, these essences nevertheless intervene in it; were essence fixed in the form of the first simple substance, it would remain alien to self-consciousness. But the externalization of this substance, and then its spirit, contain the moment of actuality and thereby participate in 1807 482 believing self-consciousness, or believing consciousness belongs to the real world.

534 According to this second relationship, believing consciousness partly has its own actuality in the real world of cultivation and constitutes the spirit and existence of that world already considered; partly, however, it confronts this its actuality as something vain, and is the movement of sublating it. This movement does not consist in its having a witty consciousness of the world's inversion; for it is simple consciousness, which counts wit among vain things because wit still has the real world as its purpose. Rather, actuality confronts the tranquil realm of its thought as a spiritless existence that must therefore be overcome externally. Through sublating sensuous knowing and action, this obedience of service and praise produces consciousness of unity with essence existing in and for itself, but not as an intuited actual unity. Rather, this service is only a continual production that does not completely attain its goal in the present. The congregation does indeed attain it, for it is universal self-consciousness; but for individual self-consciousness the realm of pure thought necessarily remains a beyond of its actuality. Or, when this realm has entered actuality through the externalization of eternal essence, it is an uncomprehended 1807 483 sensuous actuality; but one sensuous actuality remains indifferent to the other, and the beyond has merely acquired the additional determination of remoteness in space and time.—The concept, however, spirit's actuality present to itself, remains in believing consciousness the inward element that is and effects everything, but does not itself emerge.

535 In pure insight, however, the concept is the sole actuality; and this third side of faith, being an object for pure insight, is the essential relation in which faith appears here.—Pure insight itself must likewise be considered partly in and for itself, partly in relation to the actual world insofar as it still exists positively, namely as vain consciousness, and finally in that relationship to faith.

536 We have seen what pure insight is in and for itself. Just as faith is the tranquil, pure consciousness of spirit as essence, so insight is spirit's self-consciousness; it therefore knows essence not as essence, but as absolute self. It thus aims to sublate every independence other than self-consciousness, whether of the actual or of what exists in itself, and to make it the concept. It is not merely the certainty of self-conscious reason that it is all truth; it knows that it is this.

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537 But as its concept appears, it is not yet realized. Its consciousness accordingly still appears as a contingent, individual consciousness, and what is essence for it appears as a purpose it must actualize. It initially has only the intention of making pure insight universal, that is, making everything actual into the concept, and into a concept in all self-consciousnesses. The intention is pure, for its content is pure insight; and this insight is likewise pure, for its content is only the absolute concept, which has no opposition in an object and is not limited within itself. The unlimited concept immediately contains both sides: that everything objective should have only the significance of being-for-itself, of self-consciousness, and that self-consciousness should have the significance of a universal, that pure insight should become the property of all self-consciousnesses. This second side of the intention is the result of cultivation insofar as in cultivation not only the differences of objective spirit, the parts and determinations of judgment of its world, but also the differences appearing as originally determinate natures have perished. Genius, talent, particular capacities generally belong to the world of actuality insofar as it still has the side of being a spiritual animal kingdom, which in mutual violence and confusion fights and deceives over the essences of the real world.—Differences 1807 485 indeed have no place in it as honest specimens; individuality neither contents itself with the unactual matter itself, nor has a particular content and purposes of its own. Rather, it counts only as something universally valid, namely as cultivated, and difference reduces to greater or lesser energy—a difference of magnitude, that is, an inessential one. But this last diversity has perished, because in the complete dismemberment of consciousness difference turned into an absolutely qualitative one. What is other to the I in this is only the I itself. In this infinite judgment every one-sidedness and peculiarity of original being-for-itself is erased; the self knows itself as pure self to be its object, and this absolute equality of the two sides is the element of pure insight.—Pure insight is therefore the simple essence undifferentiated within itself, and equally the universal work and universal possession. In this simple spiritual substance, self-consciousness gives and preserves for itself in every object consciousness of this individuality of its own, or of action, just as, conversely, its individuality is therein equal to itself and universal.—This pure insight is therefore the spirit that calls to every consciousness: be for yourselves what you all are in yourselves—rational.

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II. *The Enlightenment*.

538 The distinctive object against which pure insight directs the force of the concept is faith, as the form of pure consciousness confronting it in the same element. But it also has a relation to the actual world, for, like faith, it is the return from this world into pure consciousness. We must first see the nature of its activity against the world's impure intentions and perverted insights.

539 We have already mentioned the tranquil consciousness that confronts this whirlpool dissolving and reproducing itself within itself; it constitutes the side of pure insight and intention. But as we saw, this tranquil consciousness contains no particular insight into the world of cultivation. Rather, that world itself has the most painful feeling and truest insight concerning itself—the feeling of being the dissolution of everything establishing itself, broken on the wheel through all the moments of its existence and shattered in every bone. It is equally the language of this feeling and the judging, 1807 487 witty discourse concerning every side of its condition. Pure insight can therefore have no activity and content of its own here, and can thus relate only as the formal, faithful apprehension of this world's own witty insight and its language. Since this language is dispersed, its judgment a momentary rambling that immediately forgets itself again and is a whole only for a third consciousness, this third consciousness can distinguish itself as pure insight only by gathering those scattered traits into a universal picture and then making them an insight shared by all.

540 Through this simple means it will bring the confusion of this world to dissolution. For it has emerged that neither the spheres, nor the determinate concepts and individualities, are the essence of this actuality, but that it has its substance and support solely in spirit existing as judging and discussing, and that the interest in having a content for this reasoning and chatter alone preserves the whole and the spheres of its articulation. In this language of insight its self-consciousness is still for itself this individual existing for itself; but the vanity of the content is at the same time the vanity of the self that knows it as vain. Now when the tranquilly apprehending consciousness brings into a collection the most incisive formulations from this whole witty chatter of vanity, those that cut to the heart of the matter, then, along with the 1807 488 remaining vanity of existence, the soul still preserving the whole—the vanity of witty judgment—perishes. The collection shows most people a better wit, or everyone at least a more varied wit, than their own, and superior knowledge and judging generally as something universal and now universally known. The only remaining interest is thereby erased, and individual insight dissolves into universal insight. Yet above vain knowing, knowledge of essence still stands firm, and pure insight first appears in its proper activity insofar as it acts against faith.

a. *The Struggle* of Enlightenment with Superstition.

541 The various modes of consciousness's negative relation—skepticism, on the one hand, and theoretical and practical idealism, on the other—are subordinate shapes compared with this shape of pure insight and its dissemination, the Enlightenment. For pure insight is born from substance, knows the pure self of consciousness as absolute, and takes its stand together with pure consciousness of the absolute essence of all actuality.—Since faith and 1807 489 insight are the same pure consciousness but opposed in form—essence being for faith thought, not concept, and therefore something utterly opposed to self-consciousness, while for pure insight essence is the self—each is for the other its absolute negative.—As the two confront one another, all content belongs to faith, since in its tranquil element of thought every moment gains subsistence; pure insight, however, is initially without content and is instead its pure disappearance. Yet through its negative movement against what is negative to it, insight will realize itself and give itself a content.

542 It knows faith as opposed to itself, to reason and truth. Just as faith is for it generally a fabric of superstition, prejudices, and errors, so, further, consciousness of this content organizes itself for insight into a realm of error. In this realm false insight exists, on the one hand, as the universal mass of consciousness, immediate, unsuspecting, and without reflection into itself; but it also contains the moment of reflection into itself, or self-consciousness, separated from that unsuspectingness, as an insight remaining for itself in the background and an evil intention by which the mass is deluded. This mass is the victim of deception by a priesthood that pursues both its jealous vanity of remaining alone in possession of insight 1807 490 and its other self-interest. At the same time this priesthood conspires with despotism, which, as the synthetic, conceptless unity of the real and this ideal realm—a strangely inconsistent essence—stands above the bad insight of the multitude and the bad intention of the priests, and also unites both within itself. Through the means of the deceiving priesthood, and despising both, it draws from the people's stupidity and confusion the advantage of tranquil domination and the fulfillment of its desires and arbitrary will, while at the same time itself being this same dullness of insight, this same superstition and error.

543 Enlightenment does not engage these three sides of the enemy without distinction. Since its essence is pure insight, the universal in and for itself, its true relation to the other extreme is the one in which it addresses what is common and equal in both. The side of individuality isolating itself from universal, unsuspecting consciousness is what is opposed to insight, which cannot touch it immediately. The will of the deceiving priesthood and oppressive despot is therefore not the immediate object of its action, but rather the insight that has no will and does not individuate itself into being-for-itself: the concept of rational self-consciousness, which has its existence in the mass but is not yet present in it as concept. But 1807 491 by rescuing this honest insight and its unsuspecting essence from prejudices and errors, pure insight wrests from evil intention the reality and power of its deception. That intention's realm has its ground and material in the conceptless consciousness of the universal mass, just as being-for-itself has its substance in simple consciousness generally.

544 The relation of pure insight to unsuspecting consciousness of absolute essence now has a doubled side: on the one hand, pure insight is in itself the same as this consciousness; on the other, this consciousness, in the simple element of its thought, lets absolute essence and its parts have their way and give themselves subsistence, and lets them count only as its in-itself, and thus objectively, while denying its being-for-itself in this in-itself.—Insofar as, on the first side, this faith is in itself pure self-consciousness for pure insight, and needs only to become this for itself, insight has in this concept of faith the element in which it realizes itself in place of false insight.

545 From this side, since both are essentially the same and the relation of pure insight occurs through and in the same element, its communication is immediate, and its giving and receiving an undisturbed flowing into one another. Whatever other stakes may have been driven into consciousness, it is in itself this simplicity 1807 492 in which everything is dissolved, forgotten, and without reserve, and which is therefore utterly receptive to the concept. The communication of pure insight is therefore comparable to a tranquil expansion, or a spreading like that of a fragrance in the unresisting atmosphere. It is a penetrating contagion that does not beforehand announce itself as opposed to the indifferent element into which it insinuates itself, and therefore cannot be warded off. Only when the contagion has spread does it exist for consciousness, which surrendered itself to it without concern. For what consciousness received into itself was indeed the simple essence equal to itself and to consciousness, but also the simplicity of negativity reflected into itself, which afterward unfolds according to its nature as something opposed, thereby reminding consciousness of its previous mode. It is the concept, the simple knowing that knows itself and also its opposite, but knows this opposite within it as sublated. Thus, as soon as pure insight exists for consciousness, it has already spread; the struggle against it betrays the infection that has occurred. The struggle is too late, and every remedy only worsens the sickness, for it has seized the marrow of spiritual life, namely consciousness in its concept, or its pure essence itself. Hence there is no force within consciousness superior to it. Because it is in essence itself, its still 1807 493 isolated expressions can be driven back and its superficial symptoms subdued. This is highly advantageous to it; for it now neither wastes its force uselessly nor shows itself unworthy of its essence, as happens when it erupts in symptoms and isolated outbreaks against the content of faith and the connected structure of its external actuality. Instead, now an invisible and unnoticed spirit, it creeps through and through the vital parts and has soon taken thorough possession of all the entrails and limbs of the unconscious idol; and “on one fine morning it gives its companion a nudge with its elbow, and bang! crash! the idol lies on the ground.”—On one fine morning, whose noon is not bloody, if the contagion has penetrated all the organs of spiritual life. Only memory then still preserves, as a history that has passed away one knows not how, the dead mode of spirit's previous shape; and in this way the new serpent of wisdom raised up for worship has merely shed a withered skin without pain.

546 But this silent weaving onward of spirit in the simple interior of its substance, concealing its action from itself, is only one side of the realization of pure insight. Its dissemination does not consist merely in like joining with like, and its actualization is not merely an expansion without opposition. Rather, the action of 1807 494 negative essence is just as essentially a developed movement differentiating itself within itself, which, as conscious action, must set forth its moments in determinate, manifest existence and must be present as a loud uproar and violent struggle with the opposed as such.

547 We must therefore see how pure insight and intention relate negatively to the other, opposed to them, that they find already present.—Since its concept is all essentiality and nothing is outside it, pure insight and intention in their negative relation can only be the negative of themselves. As insight, it therefore becomes the negative of pure insight: it becomes untruth and unreason; and as intention, the negative of pure intention: lying and impurity of purpose.

548 It entangles itself in this contradiction by entering into conflict and supposing itself to be combating something other.—It merely supposes this, for its essence as absolute negativity is to contain otherness within itself. The absolute concept is the category; it consists in knowing and the object of knowing being the same. Thus what pure insight pronounces as its other, as error or lie, can be nothing other than itself; it can condemn only what it is. What is not rational has no truth, or what is not comprehended is not; thus when reason speaks of an other 1807 495 than itself, it in fact speaks only of itself and does not step outside itself.—This struggle with the opposed therefore also contains the significance of being its actualization. For this actualization consists precisely in the movement of developing the moments and taking them back into itself. Part of this movement is the differentiation in which comprehending insight confronts itself as object; as long as it lingers in this moment, it is alienated from itself. As pure insight it is without all content; the movement of its realization consists in its own becoming content for itself, for no other content can become its content, since it is the self-consciousness of the category. But since it initially knows this content, in the opposition, only as content and not yet as itself, it fails to recognize itself in it. Its completion therefore means recognizing as its own the content that was initially objective to it. Its result will therefore be neither the restoration of the errors it combats nor merely its first concept, but an insight recognizing the absolute negation of itself as its own actuality, as itself—or its concept recognizing itself.—This nature of Enlightenment's struggle with errors, of combating itself in them and condemning in them what it affirms, is for us, or is what it and its struggle are in themselves. But the first side 1807 496 of this struggle, its contamination through admitting the negative relation into its self-equal purity, is how it is an object for faith. Faith therefore experiences it as lying, unreason, and evil intention, just as faith is for insight error and prejudice.—With regard to its content, pure insight is initially empty insight, to which its content appears as an other. It therefore finds this content in faith, in the shape of something not yet its own, as an existence entirely independent of it.

549 Enlightenment thus initially and generally apprehends its object by taking it as pure insight and, failing to recognize itself in it, declaring it error. In insight as such, consciousness grasps an object so that it becomes for it the essence of consciousness, or an object that it penetrates, in which it preserves itself, remains with itself and present to itself, and which it produces by thus being its movement. Enlightenment correctly expresses faith as precisely this when it says that what is absolute essence for faith is a being of its own consciousness, its own thought, something produced by consciousness. It thereby declares faith to be error and invention concerning the very thing that Enlightenment itself is.—Wishing to teach faith this new wisdom, it thereby tells faith nothing new; for faith's object is for faith precisely 1807 497 this: the pure essence of its own consciousness, so that consciousness does not posit itself as lost and negated in it, but instead trusts it—that is, finds itself in it as this consciousness, or as self-consciousness. The certainty of himself of the one I trust is for me certainty of myself; I recognize my being-for-myself in him, recognize that he acknowledges it and that it is his purpose and essence. But trust is faith because its consciousness relates immediately to its object and thus also intuits that it is one with it, within it.—Further, since that in which I recognize myself is an object for me, I am therein at the same time generally an other self-consciousness for myself—that is, one alienated therein from its particular individuality, namely its natural character and contingency, yet partly remaining self-consciousness therein, partly being precisely therein essential consciousness, like pure insight.—The concept of insight entails not merely that consciousness recognizes itself in the object it has insight into, and has itself immediately therein without leaving what is thought and only then returning from it into itself; it is also conscious of itself as the mediating movement, or of itself as action or production. Through this, the unity of itself as self and of the object is present for it in thought.—Faith too is precisely this consciousness: obedience 1807 498 and action are a necessary moment through which certainty of being in absolute essence comes about. This action of faith does not indeed appear as producing absolute essence itself. But faith's absolute essence is essentially not the abstract essence lying beyond believing consciousness; rather, it is the spirit of the congregation, the unity of abstract essence and self-consciousness. The action of the congregation is an essential moment in its being this spirit of the congregation; it is this only through consciousness's production—or rather, not without being produced by consciousness. For as essential as production is, it is just as essentially not the sole ground of essence, but only a moment. Essence is also in and for itself.

550 From the other side, the concept of pure insight is an other to itself as its object, for precisely this negative determination constitutes the object. From the other side it therefore also expresses the essence of faith as something alien to self-consciousness, something that is not its essence but has been foisted upon it like a changeling. Here, however, Enlightenment is utterly foolish; faith experiences it as speech that does not know what it says and does not understand the matter when it talks of priestly fraud and the deception of the people. 1807 499 It speaks as though the hocus-pocus of conjuring priests foisted something absolutely alien and other upon consciousness as its essence; and at the same time it says that this is an essence of consciousness, that consciousness believes in it, trusts it, and seeks to win its favor—that is, that it intuits therein its pure essence just as much as its individual and universal individuality, and through its action produces this unity of itself with its essence. What it pronounces as something alien to consciousness it immediately pronounces as consciousness's ownmost.—How, then, can it speak of fraud and deception? By itself immediately saying of faith the opposite of what it asserts about it, it instead shows itself to faith as the conscious lie. How could deception and fraud occur where consciousness immediately has in its truth the certainty of itself, where it possesses itself in its object, finding itself therein as much as producing itself? The difference is no longer present even in the words.—If the general question has been posed, whether it is permissible to deceive a people, the answer would in fact have to be that the question is worthless, because it is impossible to deceive a people in this matter.—Brass instead of gold, counterfeit bills of exchange instead of genuine ones, may indeed be sold to individuals; a lost battle palmed off on 1807 500 many as a victory; and other lies about sensuous things and particular events made credible for a time. But in knowledge of essence, in which consciousness has immediate certainty of itself, the thought of deception falls away entirely.

551 Let us see further how faith experiences Enlightenment in the different moments of its consciousness, to which the view exhibited above initially applied only generally. These moments are pure thought, or, as object, absolute essence in and for itself; then faith's relation to it as a knowing, the ground of its faith; and finally its relation to it in its action, or its service. Just as pure insight has failed to recognize and has denied itself in faith generally, so it will conduct itself perversely in these moments as well.

552 Pure insight relates negatively to the absolute essence of believing consciousness. This essence is pure thought, and pure thought posited within itself as object, or as essence. In believing consciousness this in-itself of thought acquires at the same time, for consciousness existing for itself, the form—but also only the empty form—of objectivity; it has the determination of something represented. But to pure insight, since it is pure consciousness on the side of the self existing for itself, the other appears as a negative of 1807 501 self-consciousness. This could still be taken either as the pure in-itself of thought or as the being of sense-certainty. But since it is at the same time for the self, and this self as a self having an object is actual consciousness, insight's distinctive object as such is an existing ordinary thing of sense-certainty. This object of its own appears to it in faith's representation. It condemns this representation and, in it, its own object. But it already wrongs faith by apprehending faith's object in such a way that it is its own. It accordingly says of faith that its absolute essence is a piece of stone, a block of wood that has eyes and does not see, or some bread dough grown in the field, transformed by human beings and sent back there—or in whatever other ways faith anthropomorphizes essence, making it an object and representing it to itself.

553 Enlightenment, which claims to be pure, here makes what for spirit is eternal life and holy spirit into an actual transient thing and soils it with the intrinsically null view of sense-certainty—a view entirely absent from worshiping faith, so that Enlightenment simply lies to faith in imputing it. What faith reveres is for it by no means stone, or wood, or bread dough, or any other temporal, sensuous thing. If it occurs to Enlightenment to say that faith's object 1807 502 is also this, or even that it is this in itself and in truth, then, on the one hand, faith knows that Also just as well, but it lies outside its worship; on the other, for faith nothing like a stone and so forth exists in itself at all, but only the essence of pure thought is in itself for it.

554 The second moment is the relation of faith as knowing consciousness to this essence. As thinking, pure consciousness, faith has this essence immediately; but pure consciousness is equally the mediated relation of certainty to truth—a relation constituting the ground of faith. For Enlightenment this ground likewise becomes a contingent knowledge of contingent events. But the ground of knowing is the knowing universal, and in its truth absolute spirit, which in abstract pure consciousness, or thought as such, is only absolute essence, but as self-consciousness is knowledge of itself. Pure insight likewise posits this knowing universal, simple spirit knowing itself, as the negative of self-consciousness. It is indeed itself pure mediated thought, that is, thought mediating itself with itself; it is pure knowing. But since it is pure insight, pure knowing, that does not yet know itself—that is, for which it is not yet the case that it is this pure mediating movement—this movement, like everything it itself is, appears to it as another. Thus, engaged in its actualization, it develops this essential 1807 503 moment of its own, but this appears to it as belonging to faith and, in its determinacy of being external to insight, as contingent knowledge of just such ordinarily actual histories. It therefore invents the charge against religious faith that its certainty rests on a few individual historical testimonies which, considered as historical testimonies, would admittedly not afford the degree of certainty about their content that newspaper reports give us about some event;—that its certainty further rests on the chance of the preservation of these testimonies, preservation through paper on the one hand, and on the other through the skill and honesty of transferring them from one paper to another, and finally on correctly apprehending the meaning of dead words and letters. In fact, however, it does not occur to faith to tie its certainty to such testimonies and contingencies. In its certainty it is an ingenuous relation to its absolute object, a pure knowledge of it that mixes no letters, paper, or copyists into its consciousness of absolute essence, and does not mediate itself with essence through such things. Rather, this consciousness is the self-mediating ground of its knowing; it is spirit itself that is its own testimony, both within the inwardness of individual consciousness and through the universal presence of the faith of all in it. If faith also wishes to supply itself from history with that kind of 1807 504 grounding, or at least confirmation, of its content of which Enlightenment speaks, and seriously thinks and acts as though this mattered, it has already let Enlightenment seduce it; and its efforts to ground or secure itself in this way are only testimonies it gives of its infection.

555 There remains the third side: the relation of consciousness to absolute essence as an action. This action is the sublation of the individual's particularity, or of the natural mode of its being-for-itself, from which arises for it the certainty of being pure self-consciousness, of being, according to its action—that is, as individual consciousness existing for itself—one with essence.—Since in action purposiveness and purpose are distinguished, and pure insight likewise relates negatively to this action and, as in the other moments, denies itself, it must show itself, in regard to purposiveness, as a lack of understanding. For insight joined with intention, the agreement of purpose and means, appears to it as another, indeed as the opposite. In regard to purpose, however, it must make the bad, enjoyment and possession, its purpose, and thus prove itself the most impure intention, since pure intention likewise, as another, is impure intention.

556 Accordingly, with regard to purposiveness, we see Enlightenment finding it foolish when the believing individual gives itself the higher consciousness of not 1807 505 being fettered to natural enjoyment and pleasure by actually denying itself natural enjoyment and pleasure, and demonstrating through the deed that it does not lie about its contempt for them, but that this contempt is true.—It likewise finds it foolish that the individual absolves itself of its determination to be absolutely individual, excluding all others and possessing property, by relinquishing its property itself. Through this the individual shows in truth that it is not serious about its isolation, but is raised above the natural necessity of individuating itself and, in this absolute individuation of being-for-itself, denying others as the same as itself.—Pure insight finds both acts unpurposive as well as wrong: unpurposive to deny oneself pleasure and give away a possession in order to prove oneself free of pleasure and possession. It will therefore, conversely, declare a person a fool who, in order to eat, adopts the means of actually eating.—It also finds it wrong to deny oneself a meal, and to give away butter and eggs not for money, or money not for butter and eggs, but outright, without receiving anything in return. It declares a meal or the possession of such things to be an end in itself, and thereby in fact declares itself a very impure intention, for which such enjoyment and possession are utterly essential concerns. As pure intention it also again asserts the necessity of rising 1807 506 above natural existence and above greed for its means; it merely finds it foolish and wrong that this elevation should be demonstrated through the deed. Or, this pure intention is in truth fraud, which professes and demands an inward elevation, but declares it superfluous, foolish, and even wrong to take this seriously, to actually put it into effect and prove its truth.—It therefore denies itself both as pure insight, since it denies immediately purposive action, and as pure intention, since it denies the intention of proving oneself freed from the purposes of individuality.

557 This is how Enlightenment offers itself to faith's experience. It appears in this bad guise because, precisely through its relation to another, it gives itself a negative reality, or presents itself as the opposite of itself; but pure insight and intention must give themselves this relation, for it is their actualization.—This initially appeared as negative reality. Perhaps its positive reality is better constituted; let us see how matters stand with it.—When all prejudice and superstition have been banished, the question arises: what next? What is the truth Enlightenment has spread in their place?—It has already expressed this positive content in its eradication of error, for that alienation of itself is equally its positive reality.—In what for faith is absolute 1807 507 spirit, it apprehends whatever determination it discovers as wood, stone, and so forth, as individual actual things. Since it generally comprehends every determinacy, that is, all spirit's content and fulfillment, in this way as a finitude, as human essence and representation, absolute essence becomes for it a vacuum to which no determinations, no predicates, can be ascribed. Such a coupling would in itself be culpable, and it is precisely the coupling in which the monsters of superstition have been begotten. Reason, pure insight, is indeed not itself empty, since the negative of itself exists for it and is its content; rather, it is rich, but only in individuality and limitation. To let nothing of this kind belong to absolute essence, or be ascribed to it, is its insightful good breeding, which knows how to put itself and its wealth of finitude in their proper place and treat the absolute worthily.

558 Confronting this empty essence as the second moment of Enlightenment's positive truth stands individuality in general, of consciousness and all being, excluded from absolute essence, as absolute being-in-and-for-itself. Consciousness, which in its very first actuality is sense-certainty and meaning, returns here from the whole course of its experience to this point, and is again knowledge of what is purely negative to itself, or of sensuous things, that is, beings standing indifferently opposed to its being-for-itself. Here, however, it is not 1807 508 immediate natural consciousness; rather, it has become this for itself. Initially surrendered to every entanglement into which its unfolding plunged it, now brought back by pure insight to its first shape, it has experienced that shape as the result. Grounded on insight into the nullity of all other shapes of consciousness, and thus of everything beyond sense-certainty, this sense-certainty is no longer meaning, but is instead absolute truth. This nullity of everything going beyond sense-certainty is admittedly only a negative proof of this truth; but it is capable of no other, for the positive truth of sense-certainty within itself is precisely the unmediated being-for-itself of the concept itself as object, and indeed in the form of otherness: that every consciousness is absolutely certain that it is, and that other actual things exist outside it, and that in its natural being it, like these things, is in and for itself, or absolute.

559 Finally, the third moment of Enlightenment's truth is the relation of individual essences to absolute essence, the relation of the first two moments. As pure insight into the equal or unlimited, insight also goes beyond the unequal, namely finite actuality, or beyond itself as mere otherness. As the beyond of this it has the void, to which it therefore relates sensuous 1807 509 actuality. The two sides do not enter the determination of this relation as content, since one is the void, and content is therefore present only through the other, sensuous actuality. But the form of the relation, in whose determination the side of the in-itself participates, can be made as one pleases; for form is the intrinsically negative, and therefore what is opposed to itself: being as well as nothing; in-itself as well as its opposite. Or, what is the same, the relation of actuality to the in-itself as the beyond is as much a negating as a positing of actuality. Finite actuality can therefore actually be taken just as one happens to need it. The sensuous is thus now related positively to the absolute as to the in-itself, and sensuous actuality is itself in itself; the absolute makes, shelters, and nurtures it. Again, it is also related to the absolute as to the opposite, as to its nonbeing; according to this relation it is not in itself, but only for another. Whereas in the previous shape of consciousness the concepts of the opposition determined themselves as good and bad, for pure insight they instead become the purer abstractions of being in itself and being for another.

560 But both ways of considering the finite, in its positive and its negative relation to the in-itself, are in fact equally necessary, and everything is therefore as much in itself as it is for another; or everything is 1807 510 *useful.—Everything surrenders itself to others, now allows others to use it and is for them, and now, so to speak, rears up on its hind legs again, acts unyieldingly toward another, is for itself, and uses the other in turn.—For the human being, as the thing conscious of this relation, its essence and position follow from this. As immediately existing, as natural consciousness, the human being is in itself, good, as individual absolute, and other things are for it. Indeed, since for it as the animal conscious of itself the moments have the significance of universality, everything is for its pleasure and delight, and, just as it came from God's hand, it walks about the world as a garden planted for it.—It must also have plucked from the tree of the knowledge of good and evil; in this it possesses a benefit distinguishing it from everything else, for its intrinsically good nature happens also to be so constituted that an excess of delight harms it. Or rather, its individuality also has its beyond within it, can go beyond itself and destroy itself. Against this, reason is a useful means for properly limiting this going beyond, or rather for preserving itself in going beyond the determinate; for this is the force of consciousness. The enjoyment of the conscious essence, universal in itself, must itself be not determinate but universal in variety and duration. Measure therefore has the determination of 1807 511 preventing pleasure from being cut short in its variety and duration; that is, the determination of measure is immoderation.—Just as everything is useful to the human being, so it too is useful, and its determination is just as much to make itself a publicly useful and universally serviceable member of the troop. As much as it cares for itself, so much must it also give itself for others, and as much as it gives itself, so much does it care for itself: one hand washes the other. But wherever it finds itself, it is in the right place; it benefits others and is used.

561 Different things are useful to one another in different ways; but all things have this useful reciprocity through their essence, namely, through being related to the absolute in the doubled way: positively, thereby being in and for themselves; negatively, thereby being for others. The relation to absolute essence, or religion, is therefore the most useful of all useful things; for it is pure utility itself, this subsistence of all things, or their being-in-and-for-themselves, and the falling of all things, or their being-for-another.

562 To faith, of course, this positive result of Enlightenment is as much an abomination as its negative conduct toward faith. This insight into absolute essence, seeing in it nothing but absolute essence itself, the être suprême, or the void; this intention that everything in its immediate existence is in itself, or 1807 512 good; and finally that the concept of utility exhaustively expresses the relation of individual conscious being to absolute essence, religion—all this is utterly abhorrent to faith. This wisdom of Enlightenment's own necessarily appears to it at the same time as banality itself and the confession of banality; for it consists in knowing nothing of absolute essence, or, what is the same, knowing this utterly flat truth of it, that it is simply absolute essence, while knowing only finitude, and indeed knowing it as the true, and this knowledge of it as the true, as the highest.

563 Against Enlightenment, faith has divine right, the right of absolute self-equality, or pure thought, and experiences nothing but wrong from it; for Enlightenment distorts faith in all its moments and makes them something other than what they are in faith. Enlightenment, however, has only human right against faith and for its truth; for the wrong it commits is the right of inequality and consists in inverting and altering, a right belonging to the nature of self-consciousness as opposed to simple essence or thought. But since its right is the right of self-consciousness, it will not merely also retain its right, leaving two equal rights of spirit confronting one another, neither able to satisfy the other. Rather, it will assert absolute right, because self-consciousness is the negativity 1807 513 of the concept, which is not only for itself but also reaches over its opposite; and faith itself, because it is consciousness, will not be able to deny Enlightenment its right.

564 For Enlightenment confronts believing consciousness not with principles of its own, but with principles this consciousness itself contains. It merely brings together for faith its own thoughts, which fall apart unconsciously for faith; at one of its modes it merely reminds faith of the others it also has, but of which it always forgets one in the presence of another. Enlightenment proves itself pure insight against faith precisely by seeing the whole in a determinate moment, thus bringing forward the opposite related to that moment and, inverting one in the other, driving forth the negative essence of both thoughts, the concept. It therefore appears to faith as distortion and lie, because it exhibits the otherness of faith's moments; it thereby seems to faith immediately to make them something other than what they are in their individuality. But this other is equally essential, and is in truth present in believing consciousness itself; it is simply that this consciousness does not think of it, but has it somewhere else. It is therefore neither alien to faith nor something faith can deny.

565 But Enlightenment itself, which reminds faith of the opposite of its isolated moments, 1807 514 is equally unenlightened about itself. It relates purely negatively to faith insofar as it excludes its content from its own purity and takes it as the negative of itself. It therefore neither recognizes itself in this negative, in faith's content, nor, for this reason, brings together the two thoughts—the one it brings forward and the one against which it brings it forward. Since it does not recognize that what it condemns in faith is immediately its own thought, it is itself within the opposition of the two moments, acknowledging only one of them, namely whichever is opposed to faith, while separating the other from it, just as faith does. It therefore does not produce the unity of the two as their unity, that is, the concept; rather, the concept arises for it on its own, or it merely finds it already present. For in itself this is precisely the realization of pure insight: that insight, whose essence is the concept, first becomes for itself an absolute other and denies itself—for the opposition of the concept is absolute—and from this otherness comes to itself, or to its concept.—But Enlightenment merely is this movement; it is the still unconscious activity of the pure concept, which indeed comes to itself as object, but takes this object for an other, and also does not know the nature of the concept: that what is undifferentiated is what absolutely divides itself.—Against faith, then, insight 1807 515 is the power of the concept insofar as it is the movement and relating of the moments lying apart in faith's consciousness, a relating in which their contradiction comes to light. Here lies the absolute right of the force it exercises over faith; but the actuality to which it brings this force lies precisely in believing consciousness itself being the concept, and thus itself acknowledging the opposite that insight brings before it. Insight therefore retains its right against faith because it asserts in faith what is necessary to faith itself and what faith contains within itself.

566 First, Enlightenment asserts the moment of the concept as an action of consciousness. It asserts against faith that faith's absolute essence is the essence of its consciousness as a self, or that it is produced by consciousness. For believing consciousness, its absolute essence, just as it is its in-itself, is also not like an alien thing standing within it, no one knows how or from where. Rather, its trust consists precisely in finding itself within it as this personal consciousness, and its obedience and service in producing essence as its absolute essence through its action. Enlightenment properly only reminds faith of this when faith pronounces purely the in-itself of absolute essence beyond the action of consciousness.—But while it does bring the 1807 516 opposed moment of faith's action against faith's one-sidedness, against the being of which faith alone thinks here, it equally fails to bring its own thoughts together. It isolates the pure moment of action and pronounces faith's in-itself to be only something produced by consciousness. But isolated action opposed to the in-itself is contingent action and, as representing, a production of fictions—representations that are not in themselves; and this is how it regards faith's content.—Conversely, however, pure insight equally says the opposite. In asserting the moment of otherness contained in the concept, it pronounces faith's essence to be something that has nothing to do with consciousness, lies beyond it, and is alien and unknown to it. For faith, just as on one side it trusts essence and has within it the certainty of itself, so on the other side essence is inscrutable in its ways and unattainable in its being.

567 Further, Enlightenment asserts against believing consciousness a right that this consciousness itself concedes when it considers the object of faith's worship as stone and wood, or otherwise as a finite anthropomorphic determinacy. For since faith is this divided consciousness, having a beyond of actuality and a pure this world apart from that beyond, there is in it in fact also this view of the sensuous thing 1807 517 according to which it holds good in and for itself. But faith does not bring together these two thoughts of what exists in and for itself, which for it is at one time pure essence, at another an ordinary sensuous thing.—Even its pure consciousness is affected by the latter view; for, lacking the concept, the differences of its supersensible realm are a series of independent shapes, and their movement an occurrence; that is, they exist only in representation and have within them the mode of sensuous being.—Enlightenment, for its part, likewise isolates actuality as an essence abandoned by spirit, and determinacy as an immovable finitude that would not be a moment in the spiritual movement of essence itself—not nothing, nor something existing in and for itself, but something vanishing.

568 It is clear that the same holds for the ground of knowing. Believing consciousness itself acknowledges a contingent knowing, for it has a relation to contingencies, and absolute essence itself exists for it in the form of a represented ordinary actuality. Believing consciousness is thus also a certainty that does not contain truth within itself, and it confesses itself to be such an inessential consciousness, on this side of spirit that assures and confirms itself.—But it forgets this moment in its spiritual, immediate knowledge of absolute 1807 518 essence.—Enlightenment, however, in reminding it of this, thinks again only of contingent knowing and forgets the other kind; it thinks only of mediation occurring through an alien third, not of mediation in which the immediate is itself the third through which it mediates itself with the other, namely with itself.

569 Finally, in its view of faith's action, Enlightenment finds the casting away of enjoyment and possessions wrong and unpurposive.—As regards the wrong, it obtains believing consciousness's agreement, since this consciousness itself acknowledges the actuality of possessing, holding fast to, and enjoying property. It conducts itself all the more in isolation, and all the more obstinately, in asserting property, and abandons itself all the more crudely to its enjoyment, because its religious action—relinquishing possession and enjoyment—lies beyond this actuality and purchases for it freedom on that side. Through this opposition, this service of sacrificing natural pursuits and enjoyment in fact has no truth; retention takes place alongside sacrifice. Sacrifice is only a sign that accomplishes actual sacrifice only in a small part and therefore in fact merely represents it.

570 With regard to purposiveness, Enlightenment finds it inept to cast away a possession in order to know and prove oneself freed from possessions, and to deny oneself an enjoyment in order to know and prove oneself freed from 1807 519 *enjoyment. Believing consciousness itself grasps absolute action as universal action; not only is the action of its absolute essence as its object universal for it, but individual consciousness too ought to prove itself entirely and universally freed from its sensuous essence. Yet casting away an individual possession or renouncing an individual enjoyment is not this universal action. And since in the action the purpose, which is universal, and the execution, which is individual, should essentially confront consciousness in their inadequacy to one another, this action proves to be an activity in which consciousness has no part, and thus the activity is properly too naive to be an action. It is too naive to fast in order to prove oneself freed from the pleasure of a meal—too naive to remove other pleasure from one's body, like Origen, in order to prove it abolished. The action itself proves an external and individual activity, but desire is inwardly rooted and universal; its pleasure disappears neither with the instrument nor through individual abstention.

571 Enlightenment, however, for its part isolates here the inward, unactual against actuality, just as against faith's inwardness in its intuition and devotion it held fast to the externality of 1807 520 thinghood. It places the essential in intention, in thought, and thereby spares itself the actual accomplishment of liberation from natural purposes. On the contrary, this inwardness is itself the formal element that finds its fulfillment in natural impulses, which are justified precisely by being inward, by belonging to universal being, to nature.

572 Enlightenment thus has irresistible force over faith because the moments it asserts are found within faith's own consciousness. Considered more closely, the effect of this force seems to be that its conduct toward faith tears apart the beautiful unity of trust and immediate certainty, contaminates faith's spiritual consciousness with low thoughts of sensuous actuality, and destroys its heart, tranquil and secure in submission, through the vanity of understanding and of its own will and accomplishment. But in fact Enlightenment instead initiates the sublation of the thoughtless, or rather conceptless separation present in faith. Believing consciousness uses double measures and weights; it has two kinds of eyes, ears, tongue, and language; it has doubled all its representations without comparing this ambiguity. Or, faith lives in two kinds of perception: one, the perception of sleeping consciousness living purely in 1807 521 conceptless thoughts; the other, that of waking consciousness living purely in sensuous actuality; and in each it maintains a household of its own.—Enlightenment illuminates that heavenly world with the representations of the sensuous world, and has shown the former this finitude, which faith cannot deny because it is self-consciousness and hence the unity to which both modes of representation belong and in which they do not fall apart. For they belong to the same inseparable simple self into which faith has passed.

573 Faith has thereby lost the content that filled its element and collapses into a dull weaving of spirit within itself. It is driven from its realm, or this realm is plundered, since waking consciousness seized all its differentiation and extension and claimed and returned all its parts to the earth as the earth's property. But faith is not thereby satisfied, for through this illumination only individual essence has everywhere arisen, so that nothing speaks to spirit but essenceless actuality and finitude abandoned by it.—Since faith is without content and cannot remain in this emptiness, or since, going beyond the finite, which is the only content, it finds only the void, it is a pure longing. Its truth is an empty beyond for which no fitting content can any longer be found, 1807 522 since everything has been put to another use.—Faith has thereby in fact become the same as Enlightenment, namely consciousness of the relation of the finite existing in itself to the absolute without predicates, unknown and unknowable; only Enlightenment is satisfied Enlightenment, while faith is unsatisfied Enlightenment. Yet it will become apparent whether Enlightenment can remain in its satisfaction; that longing of troubled spirit, mourning the loss of its spiritual world, lies in ambush. Enlightenment itself bears this stain of unsatisfied longing: as pure object, in its empty absolute essence; as action and movement, in its going beyond its individual essence toward the unfulfilled beyond; as fulfilled object, in the absence of a self in the useful. It will sublate this stain; a closer consideration of the positive result that is its truth will show that the stain is already sublated within it in itself.

b. The Truth of Enlightenment.

574 The dull weaving of spirit that no longer differentiates anything within itself has thus passed inwardly beyond consciousness, which, by contrast, has become clear to itself.—The first moment of this clarity is determined in its necessity and condition by 1807 523 pure insight—or insight that is in itself concept—actualizing itself. It does so by positing otherness, or determinacy, within itself. In this way it is negative pure insight, that is, negation of the concept; this negation is equally pure, and thus the pure thing, absolute essence with no further determination, has come to be. More precisely, as absolute concept insight is a differentiating of differences that are no longer differences, of abstractions or pure concepts that no longer sustain themselves but have support and distinction only through the whole of the movement. This differentiating of the undifferentiated consists precisely in the absolute concept making itself its object and positing itself as essence over against that movement. Essence thereby lacks the side on which the abstractions or differences are held apart, and therefore becomes pure thought as pure thing.—This, then, is precisely that dull, unconscious weaving of spirit within itself to which faith sank when it lost its differentiated content;—it is also that movement of pure self-consciousness to which it is supposed to be the utterly alien beyond. For because this pure self-consciousness is movement in pure concepts, in differences that are no differences, it in fact collapses into unconscious weaving, that is, into pure feeling or pure thinghood.—But the concept alienated from 1807 524 itself—for it still stands here at this stage of alienation—does not recognize this same essence of both sides, the movement of self-consciousness and its absolute essence; it does not recognize their same essence, which is in fact their substance and subsistence. Since it does not recognize this unity, essence counts for it only in the form of the objective beyond, while differentiating consciousness, which thus has the in-itself outside itself, counts as a finite consciousness.

575 Over that absolute essence Enlightenment itself enters into the conflict with itself that it previously had with faith, and divides into two parties. A party proves itself victorious only by splitting into two parties; for in this it shows that it possesses within itself the principle it combated, and has thus sublated the one-sidedness in which it previously appeared. The interest divided between it and the other party now falls wholly within it and forgets the other, because it finds within this party itself the opposition that occupies it. At the same time, however, this opposition has been raised into the higher, victorious element in which it presents itself purified. Thus the discord arising within a party, which seems a misfortune, proves instead its good fortune.

576 Pure essence itself contains no difference; difference therefore comes to it through two such pure essences emerging for consciousness, or 1807 525 a twofold consciousness of essence.—Pure absolute essence exists only in pure thought, or rather is pure thought itself, thus absolutely beyond finite consciousness, beyond self-consciousness, and only negative essence. But in this way it is precisely being, the negative of self-consciousness. As self-consciousness's negative, it is also related to self-consciousness: it is external being, which, related to self-consciousness, within which differences and determinations fall, acquires within itself the differences of being tasted, seen, and so forth; and the relation is sense-certainty and perception.

577 If the starting point is this sensuous being, into which that negative beyond necessarily passes, but abstraction is made from these determinate modes of consciousness's relation, then pure matter remains as the dull weaving and movement within itself. Here it is essential to consider that pure matter is only what remains when we abstract from seeing, feeling, tasting, and so forth; that is, it is not what is seen, tasted, felt, and so forth. It is not matter that is seen, felt, and tasted, but color, a stone, a salt, and so forth. Matter is instead pure abstraction; and thereby the pure essence of thought, or pure thought itself, is present as the absolute undifferentiated within itself, indeterminate, and without predicates.

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578 One Enlightenment calls absolute essence that absolute without predicates, existing in thought beyond actual consciousness, which was the starting point;—the other calls it matter. If they were distinguished as nature and spirit or God, then the unconscious weaving within itself would lack the wealth of unfolded life needed to be nature, while spirit or God would lack consciousness differentiating itself within itself. As we have seen, both are utterly the same concept; the difference lies not in the matter itself, but purely in the different starting points of the two formations, and in each stopping at a particular point in the movement of thought. If they went beyond this, they would meet and recognize as the same what one professes to find an abomination, the other a folly. For one has absolute essence in its pure thought, or immediately for pure consciousness, outside finite consciousness, as its negative beyond. If it reflected that, on the one hand, that simple immediacy of thought is nothing other than pure being, and, on the other, what is negative for consciousness is also related to it, that in the negative judgment the is (copula) equally holds the two separated terms together, then the relation of this beyond to consciousness would emerge in the determination of an external being, 1807 527 and thereby as the same as what is called pure matter; the missing moment of presence would have been gained.—The other Enlightenment starts from sensuous being, then abstracts from the sensuous relation of tasting, seeing, and so forth, and makes this being the pure in-itself, absolute matter, what is neither felt nor tasted. This being has in this way become the simple, predicateless essence of pure consciousness; it is the pure concept as existing in itself, or pure thought within itself. This insight does not make in its consciousness the opposite step from being that is pure being to what is thought, which is the same as pure being, or from the purely positive to the purely negative. Yet the positive is pure only through negation, while the purely negative, as pure, is equal to itself within itself and precisely thereby positive.—Or, neither has arrived at the concept of Cartesian metaphysics that being-in-itself and thought are the same; neither at the thought that being, pure being, is not something concretely actual but pure abstraction; and conversely that pure thought, self-equality, or essence is partly the negative of self-consciousness and hence being, and partly, as immediate simplicity, equally nothing other than being: thought is thinghood, or thinghood is thought.

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579 Essence here initially contains division only in belonging to two kinds of consideration. On the one hand, essence must contain difference within itself; on the other, precisely in this the two ways of considering it come together into one, for the abstract moments of pure being and the negative through which they differ are then united in the object of these ways of considering it.—The universal common to both is the abstraction of pure trembling within itself, or of purely thinking itself. This simple movement rotating on its axis must cast itself apart, because it is itself movement only by differentiating its moments. This differentiation of the moments leaves behind the unmoved as the empty shell of pure being, which is no longer actual thought or life within itself; for differentiation, as difference, is all content. But in positing itself outside that unity, it is thereby the alternation of the moments—being-in-itself, being-for-another, and being-for-itself—that does not return into itself: actuality as it is the object for the actual consciousness of pure insight—utility.

580 However bad utility may look to faith, or to sentimentality, or even to the abstraction calling itself speculation that fixes the in-itself for itself, utility is where pure insight completes its realization and is itself its 1807 529 *object, which it now no longer denies, and which no longer has for it the value of the void or the pure beyond. For pure insight, as we saw, is the existing concept itself, or self-equal pure personality, differentiating itself within itself so that each differentiated element is itself pure concept, that is, immediately undifferentiated. It is simple pure self-consciousness, which is as much for itself as in itself in an immediate unity. Its being-in-itself is therefore not enduring being, but immediately ceases to be something in its difference. But such being, which immediately has no support, is not in itself, but essentially for another, which is the power absorbing it. Yet this second moment, opposed to the first, being-in-itself, vanishes just as immediately as the first; or as being only for another, it is instead vanishing itself, and being-returned-into-itself, being-for-itself, is posited. But as self-equality this simple being-for-itself is instead a being, or thereby for another.—The useful expresses this nature of pure insight in the unfolding of its moments, or insight as object. It is something subsisting in itself, or a thing; this being-in-itself is at the same time only a pure moment, and it is thus absolutely for another. Yet it is only for another just as much as it is in itself; these opposed moments have returned into the inseparable unity of 1807 530 being-for-itself. But although the useful expresses the concept of pure insight, it is not insight as such, but insight as representation, or as its object. It is only the restless alternation of those moments, one of which is indeed being-returned-into-itself, though only as being-for-itself—that is, as an abstract moment stepping to one side over against the others. The useful is not itself the negative essence containing these moments in their opposition at the same time undivided in one and the same respect, or as a thinking, as they exist as pure insight. The moment of being-for-itself is indeed present in the useful, but not in such a way that it reaches over the other moments, the in-itself and being-for-another, and thus would be the self. In the useful, therefore, pure insight has its own concept in its pure moments as its object. It is consciousness of this metaphysics, but not yet its comprehension; it has not yet reached the unity of being and the concept itself. Because the useful still has for it the form of an object, it has a world which, though no longer existing in and for itself, it still distinguishes from itself. But since the oppositions have emerged at the pinnacle of the concept, the next stage will be their collapse into one another, and Enlightenment's experience of the fruits of its deeds.

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581 Considering the object attained in relation to this entire sphere, the actual world of cultivation had gathered itself into the vanity of self-consciousness—into being-for-itself, which still has the world's confusion as its content and is still the individual concept, not yet the concept universal for itself. But returned into itself it is pure insight: pure consciousness as the pure self, or negativity, just as faith is this same consciousness as pure thought, or positivity. In that self faith has the moment that completes it;—but since faith perishes through this completion, it is now in pure insight that we see the two moments: as absolute essence, which is purely thought, or negative, and as matter, which is positive being.—This completeness still lacks that actuality of self-consciousness belonging to vain consciousness—the world from which thought rose into itself. This missing element is attained in utility insofar as pure insight gained positive objectivity in it; it is thereby actual consciousness satisfied within itself. This objectivity now constitutes its world; it has become the truth of the whole preceding world, both ideal and real. The first world of spirit is the extended realm of its dispersed existence and of its individualized certainty of itself, just as nature disperses its life into 1807 532 infinitely manifold shapes without their genus being present. The second contains the genus and is the realm of being-in-itself, or of truth opposed to that certainty. The third, however, the useful, is truth that is equally certainty of itself. The realm of the truth of faith lacks the principle of actuality, or certainty of itself as this individual. But actuality, or certainty of itself as this individual, lacks the in-itself. In the object of pure insight the two worlds are united. The useful is the object insofar as self-consciousness sees through it and has in it individual certainty of itself, its enjoyment (its being-for-itself); in this way it has insight into the object, and this insight contains the object's true essence: being something seen through, or for another. Insight is therefore itself true knowledge, and in this relation self-consciousness equally immediately has universal certainty of itself, its pure consciousness. In this relation, therefore, truth, presence, and actuality are united. Both worlds are reconciled, and heaven is transplanted down to earth.

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III. *Absolute Freedom and Terror*.

582 In utility consciousness has found its concept. But the concept is partly still object, and partly, for that very reason, still purpose, of which consciousness is not yet immediately in possession. Utility is still a predicate of the object, not subject itself, or consciousness's immediate and sole actuality. This is the same as what appeared earlier: being-for-itself had not yet proved itself the substance of the remaining moments, through which the useful would immediately be nothing other than the self of consciousness, and consciousness would thereby possess it.—But this taking back of the useful's form of objectivity has already occurred in itself, and from this inner revolution there emerges the actual revolution of actuality, the new shape of consciousness: absolute freedom.

583 For in fact no more than an empty semblance of objectivity remains to separate 1807 534 self-consciousness from possession. On the one hand, all subsistence and validity of the determinate members of the organization of the actual world and the world of faith have generally returned into this simple determination as into their ground and spirit. On the other hand, however, this determination no longer has anything of its own for itself, but is instead pure metaphysics, pure concept or knowing of self-consciousness. For regarding the being-in-and-for-itself of the useful as object, consciousness recognizes that its being-in-itself is essentially being-for-another; being-in-itself, as what is without a self, is in truth the passive, or what is for another self. But the object exists for consciousness in this abstract form of pure being-in-itself, for consciousness is pure insight, whose differences have the pure form of concepts.—But the being-for-itself into which being-for-another returns, the self, is not a self peculiar to what is called the object and different from the I. For consciousness as pure insight is not an individual self confronting an object likewise as a self of its own; rather, it is the pure concept, the self's looking into the self, the absolute seeing of itself doubled. Its certainty of itself is the universal subject, and its knowing concept the essence of all actuality. Thus, if the useful was only the alternation of moments not returning into its own unity, and was therefore still an object for knowing, it ceases to be this; for knowing 1807 535 is itself the movement of those abstract moments. It is the universal self, the self both of itself and of the object, and, as universal, the unity of this movement returning into itself.

584 Spirit is thereby present as absolute freedom. It is self-consciousness grasping that its certainty of itself is the essence of all the spiritual spheres of the real and supersensible worlds; or conversely, that essence and actuality are consciousness's knowledge of itself.—It is conscious of its pure personality and therein of all spiritual reality, and all reality is only spiritual. The world is for it absolutely its will, and this is universal will. Indeed, it is not the empty thought of will posited in tacit or represented consent, but really universal will, the will of all individuals as such. For will is in itself consciousness of personality, or of each person, and it ought to exist as this true actual will, as the self-conscious essence of all and every personality, so that each always does everything undividedly, and what appears as the action of the whole is the immediate and conscious action of each.

585 This undivided substance of absolute freedom ascends the throne of the world without any power being able to resist it. For since in truth consciousness alone is the element in which spiritual essences or 1807 536 powers have their substance, their entire system, which organized and maintained itself through division into spheres, has collapsed once individual consciousness has grasped the object as having no other essence than self-consciousness itself, or as being absolutely the concept. What made the concept an existing object was its differentiation into separate subsisting spheres; but since the object becomes the concept, nothing subsistent remains in it: negativity has penetrated all its moments. The concept enters existence in this way: every individual consciousness rises from the sphere assigned to it and no longer finds its essence and work in this particularized sphere, but grasps its self as the concept of will and all spheres as the essence of this will, and can therefore actualize itself only in a labor that is entire labor. In this absolute freedom all estates—the spiritual essences into which the whole articulates itself—are therefore erased. Individual consciousness, which belonged to such a member and willed and accomplished within it, has sublated its limit; its purpose is the universal purpose, its language universal law, its work the universal work.

586 Here the object and difference have lost the significance of utility, which was the predicate of all real being. Consciousness does not begin its movement with the object as something alien from which it 1807 537 would only then return into itself; rather, its object is consciousness itself. The opposition thus consists solely in the difference between individual and universal consciousness; but individual consciousness is immediately for itself that which had only the semblance of opposition: it is universal consciousness and will. The beyond of this its actuality floats over the corpse of the vanished independence of real being or the being of faith only as the exhalation of an insipid gas, the empty être suprême.

587 After the sublation of the differentiated spiritual spheres and the limited life of individuals, as well as of its two worlds, there is therefore only the movement of universal self-consciousness within itself, as an interaction of itself in the forms of universality and personal consciousness. Universal will goes into itself and is individual will, confronted by universal law and work. But this individual consciousness is just as immediately conscious of itself as universal will; it is conscious that its object is law given by itself and work accomplished by itself. Passing into activity and creating objectivity, it therefore makes nothing individual, but only laws and actions of state.

588 This movement is thus the interaction of consciousness with itself, in which it releases nothing in the shape of a free object confronting 1807 538 it. It follows that it can arrive at no positive work, neither universal works of language nor of actuality, neither laws and universal institutions of conscious freedom nor deeds and works of willing freedom.—The work into which freedom giving itself consciousness could make itself would consist in making itself, as universal substance, an object and enduring being. This otherness would be the difference within it through which it divided into subsisting spiritual spheres and into the members of different powers: partly these spheres would be the thought-things of separate legislative, judicial, and executive powers; partly, however, the real essences that emerged in the real world of cultivation and, if the content of universal action were more closely considered, the particular spheres of labor further distinguished as more specific estates.—Universal freedom that had thus separated itself into its members, and precisely thereby made itself existing substance, would thereby be free of single individuality and would distribute the multitude of individuals among its different members. But the action and being of personality would thereby find itself limited to a branch of the whole, to one kind of action and being; placed in the element of being, personality would acquire the significance of a determinate personality and cease in truth to be universal self-consciousness. This self-consciousness does not 1807 539 let itself be cheated of actuality either by the representation of obedience under self-given laws assigning it a part, or by its representation in lawgiving and universal action—not of the actuality of giving the law itself and accomplishing not an individual work but the universal work itself. For where the self is merely represented and presented in thought, it is not actual; where it is represented by another, it is not.

589 Just as individual self-consciousness does not find itself in this universal work of absolute freedom as existing substance, so neither does it find itself in the proper deeds and individual actions of its will. For the universal to achieve a deed, it must gather itself into the one of individuality and place an individual self-consciousness at its head; for universal will is actual will only in a self that is one. But thereby all other individuals are excluded from the whole of this deed and have only a limited share in it, so that the deed would not be the deed of actual universal self-consciousness.—Universal freedom can therefore produce no positive work or deed; only negative action remains to it. It is only the Fury of vanishing.

590 But the highest actuality, most opposed to universal freedom—or rather the only object that still comes to be for it—is the 1807 540 freedom and individuality of actual self-consciousness itself. For that universality, which does not let itself attain the reality of organic articulation and aims to preserve itself in undivided continuity, at the same time differentiates itself within itself, because it is movement, or consciousness generally. Indeed, because of its own abstraction, it separates into equally abstract extremes: simple, inflexible, cold universality, and the discrete, absolutely hard rigidity and obstinate pointlikeness of actual self-consciousness. Once it has finished eradicating real organization and now subsists for itself, this is its sole object—an object that no longer has any other content, possession, existence, or external extension, but is only this knowledge of itself as an absolutely pure and free individual self. The only place where it can be seized is its abstract existence in general.—Since these two are indivisibly and absolutely for themselves and therefore can send no part into the middle through which they might connect, their relation is entirely unmediated pure negation: specifically, the negation of the individual as existing within the universal. The sole work and deed of universal freedom is therefore death, and indeed a death having no inner scope or fulfillment, for what is negated is the unfulfilled point of the absolutely free self. It is thus the 1807 541 coldest, flattest death, with no more significance than cutting through a head of cabbage or swallowing a mouthful of water.

591 In the flatness of this syllable consists the wisdom of the government, the understanding of universal will concerning its accomplishment of itself. Government is itself nothing other than the point establishing itself, or the individuality of universal will. As a willing and accomplishing that proceeds from one point, it at the same time wills and accomplishes a determinate order and action. It thereby excludes the remaining individuals from its deed, on the one hand, and on the other constitutes itself as a determinate will, and thus as opposed to universal will. It can therefore absolutely not present itself otherwise than as a faction. Only the victorious faction is called government, and precisely in its being a faction lies the immediate necessity of its downfall; conversely, its being government makes it a faction and guilty. Whereas universal will holds to the government's actual action as the crime it commits against universal will, the government, by contrast, has nothing determinate and external through which the guilt of the will opposed to it would present itself. For it, as actual universal will, is confronted only by unactual pure will, intention. Coming under suspicion therefore takes the place of, or has the significance and effect 1807 542 of, being guilty. The external reaction against this actuality lying in the simple interior of intention consists in the bare eradication of this existing self, from which nothing else can be taken away but its being itself.

592 In this distinctive work of its own, absolute freedom becomes its own object, and self-consciousness experiences what freedom is. In itself, freedom is precisely this abstract self-consciousness that eradicates within itself every difference and every subsistence of difference. As this, it is its own object; the terror of death is the intuition of this its negative essence. But absolutely free self-consciousness finds this reality of its own quite different from its concept of itself: that universal will is only the positive essence of personality, and personality knows itself in universal will only positively, or as preserved. Rather, for self-consciousness—which as pure insight absolutely separates its positive and negative essence, the absolute without predicates as pure thought and as pure matter—the absolute transition from one into the other is here present in its actuality.—Universal will, as absolutely positive actual self-consciousness, turns into negative essence because it is this self-conscious actuality raised to pure thought or abstract matter, and proves itself equally to be the sublation of thinking itself, or of self-consciousness.

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593 Thus absolute freedom, as the pure self-equality of universal will, contains negation, and thereby difference in general, and develops this again as actual difference. For in self-equal universal will, pure negativity has the element of subsistence, or the substance in which its moments realize themselves; it has the matter it can employ in its determinacy. And insofar as this substance has shown itself as the negative for individual consciousness, the organization of spiritual spheres to which the multitude of individual consciousnesses is assigned therefore forms itself again. These consciousnesses, which have felt the fear of their absolute master, death, again submit to negation and differences, order themselves under the spheres, and return to a divided and limited work, but thereby to their substantial actuality.

594 From this tumult spirit would have been hurled back to its starting point, the ethical and real world of cultivation, which would only have been refreshed and rejuvenated by the fear of the master returning into people's hearts. Spirit would have to traverse this cycle of necessity anew and repeat it continually if the result were only the complete interpenetration of self-consciousness and substance—an interpenetration in which self-consciousness, having experienced the force of its universal essence as negative against 1807 544 itself, wished to know and find itself not as this particular, but only as universal, and could therefore also endure the objective actuality of universal spirit excluding it as a particular.—But in absolute freedom it was not consciousness immersed in manifold existence, or fixing determinate purposes and thoughts for itself, and an external valid world, whether of actuality or of thought, that stood in interaction with each other. Rather, it was the world absolutely in the form of consciousness, as universal will, and likewise self-consciousness contracted from all extended existence or manifold purpose and judgment into the simple self, that stood in interaction. The cultivation it attains in interaction with that essence is therefore the most sublime and final: to see its pure simple actuality vanish immediately and pass into empty nothingness. In the world of cultivation itself, self-consciousness does not reach the point of intuiting its negation or alienation in this form of pure abstraction; rather, its negation is fulfilled: either the honor or wealth it gains in place of the self it alienated, or the language of spirit and insight attained by dismembered consciousness, or the heaven of faith, or the useful of Enlightenment. All these determinations are lost in the loss the self experiences in absolute 1807 545 freedom; its negation is meaningless death, the pure terror of the negative that contains nothing positive, nothing fulfilling.—Yet at the same time this negation in its actuality is not something alien: it is neither the universal necessity lying beyond, in which the ethical world perishes, nor the individual contingency of one's own possession or of the possessor's mood, on which dismembered consciousness sees itself dependent. Rather, it is universal will, which in this final abstraction has nothing positive and therefore can give nothing back for sacrifice—but for that very reason is unmediatedly one with self-consciousness, or is the purely positive because it is the purely negative. And meaningless death, the unfulfilled negativity of the self, turns within the inner concept into absolute positivity. For consciousness, its immediate unity with universal will, its demand to know itself as this determinate point within universal will, turns into the utterly opposite experience. What vanishes for it therein is abstract being, or the immediacy of the substanceless point; and this vanished immediacy is universal will itself, as which consciousness now knows itself, insofar as it is sublated immediacy, insofar as it is pure knowing or pure will. Through this it knows universal will as itself, and itself as essence, but not 1807 546 as immediately existing essence: neither universal will as revolutionary government or as the anarchy striving to constitute anarchy, nor itself as the center of this faction or its opposite. Rather, universal will is its pure knowing and willing, and it is universal will as this pure knowing and willing. It does not lose itself therein, for pure knowing and willing is more truly itself than the atomic point of consciousness. It is thus the interaction of pure knowing with itself: pure knowing as essence is universal will, but this essence is absolutely only pure knowing. Self-consciousness is therefore pure knowledge of essence as pure knowing. Further, as individual self, it is only the form of the subject, or actual action, which it knows as form; likewise, objective actuality, being, is for it form absolutely without a self, for such actuality would be what is not known, whereas this knowing knows knowing as essence.

595 Absolute freedom has thus reconciled with itself the opposition of universal and individual will. Self-alienated spirit, driven to the pinnacle of its opposition, in which pure willing and what purely wills are still distinguished, reduces this opposition to transparent form and finds itself within it.—Just as the realm of the actual world passes into the realm of faith and insight, so absolute freedom passes from its 1807 547 self-destroying actuality into another land of self-conscious spirit, where in this unactuality it counts as the true, in the thought of which spirit refreshes itself insofar as it is and remains thought, and knows this being enclosed within self-consciousness as perfect and complete essence. The new shape of moral spirit has arisen.

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C. *Spirit Certain of Itself: Morality*.

596 The ethical world showed the spirit merely departed within it, the individual self, as its fate and truth. But this person of right has its substance and fulfillment outside itself. The movement of the world of cultivation and faith sublates this abstraction of the person, and through completed alienation, through the highest abstraction, substance becomes for spirit's self first universal will and finally its property. Here, therefore, knowing seems at last to have become perfectly equal to its truth; for its truth is this knowing itself, and all opposition between the two sides has vanished—not for us, or in itself, but for self-consciousness itself. For it has mastered the opposition of consciousness itself. Consciousness rests on the opposition of certainty of itself and the object; but now the object is for it itself certainty of itself, knowing—just as certainty of itself 1807 549 as such no longer has purposes of its own, and thus no longer exists in determinacy, but is pure knowing.

597 Self-consciousness's knowing is therefore for it substance itself. Substance is for it equally immediate and absolutely mediated in an undivided unity. Immediate: like ethical consciousness, it itself knows and performs duty and belongs to duty as its nature; but it is not character, like ethical consciousness, which because of its immediacy is a determinate spirit, belongs to only one of the ethical essentialities, and has the side of not knowing.—It is absolute mediation, like self-cultivating and believing consciousness; for it is essentially the movement of the self that sublates the abstraction of immediate existence and becomes universal for itself—but neither through pure alienation and dismemberment of its self and actuality, nor through flight. Rather, it is immediately present to itself in its substance, for substance is its knowing, its intuited pure certainty of itself; and precisely this immediacy, which is its own actuality, is all actuality. For the immediate is being itself, and as pure immediacy purified through absolute negativity, it is pure being, being in general, or all being.

598 Absolute essence is therefore not exhausted in the determination of being the simple essence of thought 1807 550; rather, it is all actuality, and this actuality exists only as knowing. What consciousness did not know would have no sense and could be no power for it; all objectivity and world have withdrawn into its knowing will. It is absolutely free in knowing its freedom, and precisely this knowledge of its freedom is its substance and purpose and sole content.

a. The Moral Worldview.

599 Self-consciousness knows duty as absolute essence; it is bound only by duty, and this substance is its own pure consciousness. Duty cannot acquire for it the form of something alien. Yet, enclosed within itself in this way, moral self-consciousness is not yet posited and considered as consciousness. The object is immediate knowing, and so purely permeated by the self it is not an object. But essentially mediation and negativity, self-consciousness contains in its concept the relation to an otherness and is consciousness. On the one hand, because duty constitutes its sole essential purpose and object, this otherness is for it an entirely meaningless actuality. Yet because this consciousness is so completely enclosed within itself, it relates to this otherness with complete freedom and 1807 551 indifference; on the other hand, existence is therefore an existence completely released by self-consciousness, likewise relating only to itself. The freer self-consciousness becomes, the freer too the negative object of its consciousness. This object is thereby a world completed within itself into its own individuality, an independent whole of laws of its own, as well as an independent course and free actualization of those laws—a nature in general whose laws and action belong to itself as an essence as unconcerned with moral self-consciousness as moral self-consciousness is with it.

600 From this determination a moral worldview develops, consisting in the relation of moral being-in-and-for-itself and natural being-in-and-for-itself. This relation is grounded both in the complete mutual indifference and separate independence of nature and moral purposes and activity, and, on the other side, in consciousness of duty's being the one and only essentiality and of nature's complete lack of independence and essentiality. The moral worldview contains the development of the moments contained in this relation of such wholly conflicting presuppositions.

601 First, then, moral consciousness in general is presupposed. For this consciousness, which is actual and active and fulfills duty in its actuality and deed, duty counts as essence. But for this 1807 552 moral consciousness there is also the presupposed freedom of nature; or it experiences that nature is unconcerned with giving it consciousness of the unity of its actuality with nature's, and thus perhaps lets it become happy, and perhaps not. Immoral consciousness, by contrast, perhaps happens to find its actualization where moral consciousness sees only an occasion for action, but through its action sees neither the happiness of execution nor the enjoyment of accomplishment fall to its share. Moral consciousness therefore instead finds reason to complain of this condition of inadequacy between itself and existence, and of the injustice that limits it to having its object only as pure duty, but denies it the sight of that object, and of itself, actualized.

602 Moral consciousness cannot renounce happiness and omit this moment from its absolute purpose. The purpose expressed as pure duty essentially contains this individual self-consciousness; individual conviction and the knowledge of it constituted an absolute moment of morality. This moment in the purpose that has become objective, in fulfilled duty, is individual consciousness intuiting itself as actualized, or enjoyment, which is thus contained not immediately in the concept of morality considered as disposition 1807 553, but in the concept of its actualization. Yet through this it is also contained in morality as disposition, for disposition aims not to remain disposition opposed to action, but to act, or actualize itself. The purpose, expressed as the whole with consciousness of its moments, is therefore this: fulfilled duty should be as much a purely moral action as realized individuality, and nature, as the side of individuality opposed to the abstract purpose, should be one with this purpose.—As necessary as the experience of disharmony between both sides is, because nature is free, equally duty alone is essential and nature, opposed to duty, without a self. That whole purpose, constituted by harmony, contains actuality itself within it. It is at the same time the thought of actuality. The harmony of morality and nature—or, since nature is considered only insofar as consciousness experiences nature's unity with it, the harmony of morality and happiness—is thought as necessarily existing, or is postulated. For demanding expresses that something not yet actual is thought as existing: a necessity not of the concept as concept, but of being. Yet necessity is at the same time essentially relation through the concept. The demanded being therefore does not belong to the representation of contingent consciousness, but lies in the concept of morality itself, whose 1807 554 true content is the unity of pure and individual consciousness. To the latter belongs this: that this unity should exist for it as an actuality, which in the content of the purpose is happiness, but in its form is existence generally.—This demanded existence, or unity of the two, is therefore not a wish, nor, considered as a purpose, one whose attainment would still be uncertain; rather, it is a demand of reason, or reason's immediate certainty and presupposition.

603 That first experience and this postulate are not the only ones; rather, a whole circle of postulates opens up. For nature is not merely this entirely free external mode in which, as in a pure object, consciousness would have to realize its purpose. Consciousness is essentially within itself something for which this other free actuality exists; that is, it is itself contingent and natural. This nature, which is its own for it, is sensibility, which in the shape of willing, as drives and inclinations, has for itself a determinate essentiality of its own, or individual purposes, and is thus opposed to pure will and its pure purpose. Against this opposition, however, for pure consciousness the essential is instead the relation of sensibility to it, sensibility's absolute unity with it. The two, pure thought and consciousness's sensibility, are in themselves one consciousness, and pure thought is precisely that for 1807 555 which and in which this pure unity exists; but for it as consciousness there is the opposition between itself and the drives. In this conflict between reason and sensibility, the essential for reason is that the conflict should dissolve and the unity of the two emerge as the result: not their original unity, that both exist in one individual, but a unity arising from the known opposition between them. Only such unity is actual morality, for it contains the opposition through which the self is consciousness, or first becomes actual and in fact self, and at the same time universal; or it expresses that mediation which, as we see, is essential to morality.—Since, of the two moments of the opposition, sensibility is simply otherness, or the negative, whereas pure thought of duty is the essence of which nothing can be relinquished, the unity produced seems achievable only through sublating sensibility. But since sensibility is itself a moment of this becoming, the moment of actuality, we must initially content ourselves with expressing the unity as sensibility's conformity to morality.—This unity too is a postulated being; it does not exist, for what exists is consciousness, or the opposition of sensibility and pure consciousness. Yet it is also not an in-itself like 1807 556 the first postulate, in which free nature constitutes one side and its harmony with moral consciousness therefore falls outside this consciousness. Rather, nature here is the nature within consciousness itself, and what is at issue is morality as such, a harmony that belongs to the acting self itself. Consciousness must therefore itself bring this harmony about and continually advance in morality. But morality's completion must be deferred to infinity, for if it actually occurred, moral consciousness would sublate itself. For morality is moral consciousness only as negative essence, for whose pure duty sensibility has only a negative significance, is only nonconforming. In harmony, however, morality as consciousness, or its actuality, disappears, just as in moral consciousness, or actuality, its harmony disappears. Completion is therefore not actually to be attained, but only to be thought as an absolute task, that is, one that remains absolutely a task. Yet at the same time its content must be thought as something that absolutely must be, and does not remain a task—whether one represents consciousness as wholly sublated in this goal, or not. How this is properly to be understood can no longer be 1807 557 clearly distinguished in the dark distance of infinity, into which the attainment of the goal must for that very reason be pushed. Properly speaking, it will have to be said that the determinate representation ought neither to interest us nor be sought, because this leads to contradictions: of a task that should remain a task yet be fulfilled; of a morality that should no longer be consciousness, no longer actual. But the consideration that completed morality would contain a contradiction would injure the holiness of moral essentiality and make absolute duty appear something unactual.

604 The first postulate was the harmony of morality and objective nature, the final purpose of the world; the other, the harmony of morality and sensuous will, the final purpose of self-consciousness as such. The first, then, was harmony in the form of the in-itself, the other in the form of being-for-itself. But what connects these two thought extremes of final purpose as their middle is the movement of actual action itself. They are harmonies whose moments, in their abstract differentiation, have not yet become objects; this happens in actuality, where the sides appear in consciousness proper, each as the other of the other. The postulates thereby arising now contain harmonies existing in and for themselves, where previously they contained only the separate harmonies existing in themselves and for themselves.

605 As the simple knowing and willing of pure duty, moral consciousness in action 1807 558 is related to the object opposed to its simplicity—to the actuality of the manifold case—and thereby has a manifold moral relation. Here there arise, in content, the many laws generally, and, in form, the contradictory powers of knowing consciousness and the unconscious.—As regards, first, the many duties, only pure duty in them counts for moral consciousness generally; the many duties as many are determinate, and therefore as such are nothing holy for moral consciousness. Yet at the same time, being necessary through the concept of action, which encompasses a manifold actuality and therefore a manifold moral relation, they must be regarded as existing in and for themselves. Further, since they can exist only in a moral consciousness, they exist at the same time in a consciousness other than the one for which only pure duty as pure exists in and for itself and is holy.

606 It is therefore postulated that there should be an other consciousness that sanctifies them, or knows and wills them as duties. The first keeps pure duty indifferent to all determinate content, and duty is only this indifference to content. The other, however, contains the equally essential relation to action and the necessity of determinate content. Since duties count for it as determinate duties, content as 1807 559 such is thereby just as essential for it as the form through which content is duty. This consciousness is thus one in which the universal and particular are absolutely one, and its concept is therefore the same as the concept of the harmony of morality and happiness. For this opposition likewise expresses the separation of self-equal moral consciousness from actuality, which, as manifold being, conflicts with the simple essence of duty. But whereas the first postulate expresses only the existing harmony of morality and nature, because nature therein is this negative of self-consciousness, the moment of being, this in-itself is now, by contrast, essentially posited as consciousness. For what exists now has the form of the content of duty, or is determinacy in determinate duty. The in-itself is therefore the unity of elements that, as simple essentialities, are essentialities of thought and hence exist only in a consciousness. This consciousness is now therefore a lord and ruler of the world who produces the harmony of morality and happiness and at the same time sanctifies duties as many. The latter means that determinate duty cannot be immediately holy for consciousness of pure duty; yet because determinate duty is likewise necessary for actual action, which is determinate, its necessity falls outside that consciousness into another, which is thus the mediator of determinate and pure duty and the ground of determinate duty's also holding good.

1807 560

607 In actual action, however, consciousness conducts itself as this self, as a completely individual self; it is directed toward actuality as such and has actuality as its purpose, for it wishes to accomplish. Duty in general therefore falls outside it into another essence, which is consciousness and the holy lawgiver of pure duty. For the acting consciousness, precisely because it acts, the other of pure duty holds good immediately; pure duty is therefore the content of another consciousness, and is holy for the acting consciousness only mediately, namely in this other consciousness.

608 Since it is thereby posited that the validity of duty as holy in and for itself falls outside actual consciousness, this consciousness thus stands generally on one side as imperfect moral consciousness. In its knowing, it therefore knows itself as a consciousness whose knowledge and conviction are incomplete and contingent; equally, in its willing, as one whose purposes are affected by sensibility. Because of its unworthiness, it can therefore regard happiness not as necessary but as something contingent, and expect it only from grace.

609 Yet although its actuality is imperfect, duty nevertheless counts as essence for its pure will and knowing; in the concept, insofar as this is opposed to reality, or in thought, consciousness is therefore perfect. But absolute essence is precisely this thought essence postulated beyond actuality 1807 561; it is therefore the thought in which morally imperfect knowing and willing count as perfect, and which thus, taking them at their full value, also grants happiness according to worthiness, namely according to the merit ascribed to consciousness.

610 In this the worldview is completed; for in the concept of moral self-consciousness the two sides, pure duty and actuality, are posited in one unity, and thereby neither is posited as existing in and for itself, but as a moment, or as sublated. In the final part of the moral worldview this comes to be for consciousness. For consciousness places pure duty in another essence than itself; that is, it posits duty partly as something represented, partly as something that is not what holds good in and for itself, while the nonmoral instead counts as perfect. Likewise, it posits itself as a consciousness whose actuality, inadequate to duty, is sublated, and as sublated, or in the representation of absolute essence, no longer contradicts morality.

611 For moral consciousness itself, however, its moral worldview does not mean that in it consciousness develops its own concept and makes this its object. It is conscious neither of this opposition of form nor of the opposition in content, 1807 562 whose parts it does not relate and compare with one another, but rolls onward in its development without being the concept holding the moments together. For it knows only pure essence, or the object insofar as it is duty, insofar as it is the abstract object of its pure consciousness, as pure knowing or as itself. It therefore relates only in thought, not in comprehension. Hence the object of its actual consciousness is not yet transparent to it; it is not the absolute concept, which alone grasps otherness as such, or its absolute opposite, as itself. Its own actuality, like all objective actuality, indeed counts for it as the inessential; but its freedom is the freedom of pure thought, over against which nature has therefore at the same time arisen as something equally free. Because both are equally present in consciousness—the freedom of being and being's enclosure within consciousness—its object comes to be as something existing that is at the same time only thought. In the final part of its view, the content is essentially posited so that its being is represented being, and this connection of being and thought is expressed as what it in fact is: representation.

612 If we consider the moral worldview in such a way that this objective mode is nothing other than the concept of moral self-consciousness itself, which it makes objective to itself, 1807 563 then through this consciousness of the form of its origin another shape of its presentation emerges.—The first starting point is actual moral self-consciousness, or that such a consciousness exists. For the concept posits it with the determination that all actuality in general has essence for it only insofar as actuality conforms to duty, and the concept posits this essence as knowing, that is, in immediate unity with the actual self. This unity is thus itself actual: it is an actual moral consciousness.—Now, as consciousness, it represents its content to itself as an object, namely as the final purpose of the world, as the harmony of morality and all actuality. But since it represents this unity as object and is not yet the concept having power over the object as such, this unity is for it a negative of self-consciousness, or falls outside it as a beyond of its actuality, yet at the same time as something also thought as existing, but only thought.

613 What remains for it, then, as a self-consciousness that is other than the object, is the disharmony between consciousness of duty and actuality—indeed, its own actuality. The proposition now reads: there is no actual self-consciousness that is morally perfect; and since the moral exists at all only insofar as it is perfect—for duty is the pure, unmixed in-itself, and morality consists solely in conformity to 1807 564 this purity—the second proposition means, in general, that there is nothing morally actual.

614 But since, third, it is one self, it is in itself the unity of duty and actuality. This unity therefore becomes its object as perfected morality—but as a beyond of its actuality, which nevertheless is to be actual.

615 In this goal, the synthetic unity of the first two propositions, self-conscious actuality as well as duty is posited only as a sublated moment. Neither exists separately; yet since their essential determination is to be free of the other, in their unity each is no longer free of the other, and thus each is sublated. Accordingly, in terms of content, they become objects as things of which each counts as the other; in terms of form, this exchange between them is at the same time only represented.—Or what is not actually moral, because it is equally pure thought and elevated above its actuality, is nevertheless moral in representation and is accepted as fully valid. The first proposition, that there is a moral self-consciousness, is thereby restored, but joined to the second, that there is none: namely, there is one, but only in representation; or there is indeed none, but another nevertheless allows it to count as one.

1807 565

b. *Dissemblance*.

616 In the moral worldview we see, on the one hand, consciousness itself consciously producing its object. We see it neither finding this object as something alien nor having it arise for it unconsciously; instead, it proceeds everywhere on a ground from which it posits the objective essence. It therefore knows this essence as itself, for it knows itself as the active agent that produces it. Here, then, it seems to arrive at rest and satisfaction, for it can find these only where it no longer needs to go beyond its object, because the object no longer goes beyond it. On the other hand, however, consciousness itself instead posits the object outside itself, as something beyond it. Yet this being-in-and-for-itself is equally posited as something that is not free of self-consciousness but exists for its sake and through it.

617 The moral worldview is therefore in fact nothing but the development of this underlying contradiction in its various aspects. To use a Kantian expression here, where it is most appropriate, it is a whole nest of thoughtless contradictions. In this development consciousness behaves by fixing one moment and 1807 566 passing immediately from it to the other, sublating the first; but once it has set up this second moment, it also displaces it again, making its opposite the essence instead. At the same time it is conscious of its contradiction and dissemblance, for it passes from one moment immediately, in relation to that very moment, into its opposite. Because a moment has no reality for it, it posits precisely that moment as real; or, what is the same, in order to maintain one moment as being in itself, it maintains the opposite as being in itself. It thereby admits that in fact it is serious about neither. We must examine this more closely in the moments of this dizzying movement.

618 Let us initially leave aside the presupposition that an actual moral consciousness exists, since it is not immediately made in relation to anything preceding it, and turn to the harmony of morality and nature, the first postulate. This harmony is to exist in itself, not for actual consciousness, not in the present; rather, the present is only the contradiction between the two. In the present, morality is assumed to be there, while actuality is placed in a position of disharmony with it. But actual moral consciousness is an acting consciousness; precisely in this consists the actuality of its morality. In action itself, however, that position is immediately displaced; for action is nothing 1807 567 other than the actualization of the inner moral purpose, nothing other than the production of an actuality determined by the purpose, or of the harmony of moral purpose and actuality itself. At the same time, the accomplishment of the action exists for consciousness: it is the presence of this unity of actuality and purpose. And because in the accomplished action consciousness intuits itself as actualized as this individual, or intuits existence as having returned into itself, and enjoyment consists in this, the actuality of the moral purpose also contains that form of actuality called enjoyment and happiness.—In fact, then, action immediately fulfills what had been declared not to take place, what was supposed to be only a postulate, only a beyond. Through its deed, consciousness thus declares that it is not serious about postulating, because the meaning of action is rather to make present what was not supposed to be in the present. And since harmony is postulated for the sake of action—namely, what is to become actual through action must be so in itself, otherwise its actuality would not be possible—the connection between action and the postulate is such that, for the sake of action, that is, for the sake of the actual harmony of purpose and actuality, this harmony is posited as not actual, as beyond.

1807 568

619 Insofar as one acts, then, one is not at all serious about the inadequacy of actuality to the purpose; instead, one seems serious about action itself. But in fact actual action is only the action of an individual consciousness, and so is itself only something individual, its work contingent. The purpose of reason, however, as the universal, all-embracing purpose, is nothing less than the whole world: a final purpose extending far beyond the content of this individual action, and therefore to be placed altogether beyond all actual action. Because the universal good is to be accomplished, nothing good is done. In fact, however, the nullity of actual action and the reality of the whole purpose alone, which have now been set up, are in every respect displaced once again. Moral action is not something contingent and limited, for its essence is pure duty. This constitutes the one whole purpose; and thus action, as its actualization, is the accomplishment of the whole absolute purpose, however limited its content may otherwise be. Or if actuality is again taken as nature, which has its own laws and is opposed to pure duty, so that duty cannot realize its law within it, then, since duty as such is the essence, what matters is in fact not the accomplishment of pure duty, which is the whole 1807 569 purpose. For accomplishment would have as its purpose not pure duty but its opposite, actuality. Yet the claim that actuality is not at issue is again dissemblance; for according to the concept of moral action, pure duty is essentially active consciousness. Action is therefore indeed to take place, absolute duty is to be expressed in all of nature, and the moral law is to become the law of nature.

620 If, then, we accept this highest good as the essence, consciousness is not serious about morality at all. For in this highest good nature has no law other than morality's. Moral action itself thus falls away, for action exists only on the presupposition of something negative that is to be sublated through action. But if nature conforms to the moral law, this law would be violated by action, by the sublation of what is.—That assumption therefore acknowledges as the essential condition one in which moral action is superfluous and does not take place at all. The postulate of the harmony of morality and actuality—a harmony posited through the concept of moral action, which is to bring the two into agreement—thus also expresses itself from this side as follows: because moral action is the absolute purpose, the absolute purpose is that moral action should not exist at all.

1807 570

621 If we gather together these moments through which consciousness rolled onward in its moral representation, it becomes clear that it sublates each in its opposite. It begins from the claim that for it morality and actuality are not in harmony; but it is not serious about this, since in action this harmony is present for it. Nor is it serious about this action, however, since action is something individual, whereas it has so lofty a purpose, the highest good. Yet this again merely disguises the matter, for in that good all action and all morality would fall away. Or, what it is not really serious about is moral action; rather, what is absolutely most desirable is that the highest good should be accomplished and moral action become superfluous.

622 From this result consciousness must roll further onward in its contradictory movement, and must necessarily disguise once again the sublation of moral action. Morality is the in-itself; for morality to take place, the world's final purpose cannot have been accomplished. Rather, moral consciousness must be for itself and find a nature opposed to it. But in its own self it must be perfect. This leads to the second postulate, the harmony between consciousness and the nature immediately present in it: sensibility. Moral self-consciousness sets up its purpose as pure, as independent of inclinations and drives, so that it 1807 571 has eradicated the purposes of sensibility within itself.—Yet it again disguises this proposed sublation of the sensuous essence. It acts, brings its purpose into actuality, and self-conscious sensibility, which is supposed to be sublated, is precisely this middle term between pure consciousness and actuality: it is the instrument or organ of the former's actualization, and is what is called drive or inclination. There is therefore no seriousness in sublating inclinations and drives, for these are precisely self-consciousness actualizing itself. But they are not to be suppressed, either, only made conformable to reason. They do conform to it, too, for moral action is nothing other than consciousness actualizing itself, and thus giving itself the shape of a drive; that is, it is immediately the present harmony of drive and morality. In fact, however, drive is not merely this empty shape, capable of containing a spring other than itself and being impelled by it. For sensibility is a nature that has its own laws and motive springs within itself. Morality therefore cannot seriously mean to be the driving force of drives, the angle of inclination of inclinations. For since these have their own fixed determinacy and distinctive content, the consciousness to which they conformed would, rather, conform to them—a conformity that moral self-consciousness refuses to accept. The 1807 572 harmony of the two thus exists only in itself and is postulated.—In moral action, the present harmony of morality and sensibility had just been set up, but now this is displaced: harmony lies beyond consciousness in a misty distance, where nothing can any longer be precisely distinguished or comprehended; for the attempt we just made to comprehend this unity did not succeed.—But in this in-itself consciousness gives itself up altogether. This in-itself is its moral perfection, in which the struggle between morality and sensibility has ceased, and the latter conforms to the former in a way that cannot be grasped.—This perfection is therefore again merely a disguise of the matter, for in it morality itself would in fact give itself up. Morality is only consciousness of the absolute purpose as pure, and therefore in opposition to all other purposes; it is equally the activity of this pure purpose insofar as it is conscious of rising above sensibility, of sensibility's interference, and of its opposition to and struggle with sensibility.—Consciousness itself directly declares that it is not serious about moral perfection by displacing it into infinity, that is, by asserting that it is never perfected.

623 What alone has validity for it, then, is rather this intermediate condition of imperfection—a condition that is at least supposed to be a progression toward perfection. Yet it cannot be this either, for 1807 573 progress in morality would instead be an advance toward its destruction. The goal would be the nothingness mentioned above, or the sublation of morality and consciousness itself; but to come closer and closer to nothingness means to diminish. Moreover, progression in general, like diminution, would assume differences of magnitude in morality; yet there can be no question of these within it. In morality, as the consciousness for which the ethical purpose is pure duty, no difference at all is conceivable, least of all the superficial difference of magnitude. There is only one virtue, only one pure duty, only one morality.

624 Since, then, it is not moral perfection that is taken seriously, but rather the intermediate condition—that is, as just discussed, nonmorality—we return from another side to the content of the first postulate. For it is impossible to see how happiness can be demanded for this moral consciousness on account of its worthiness. It is conscious of its imperfection and therefore cannot in fact demand happiness as a merit, as something of which it is worthy, but only through a freely bestowed grace. That is, it can demand happiness as such, in and for itself, and expect it not on that absolute ground but according to chance and caprice.—In precisely this, nonmorality declares what it is: that what matters is not morality but 1807 574 happiness in and for itself, without reference to morality.

625 This second side of the moral worldview also sublates the other assertion of the first side, in which the disharmony of morality and happiness is presupposed.—The claim is that experience shows how, in this present world, things often go badly for the moral person, while the immoral person often prospers. Yet the intermediate condition of imperfect morality, which has emerged as essential, plainly shows that this perception and supposed experience merely disguise the matter. For since morality is imperfect—that is, since morality in fact does not exist—what substance can there be in the experience that it fares badly?—Since it has also emerged that happiness in and for itself is what matters, it becomes clear that the judgment that the immoral person prospers did not mean that an injustice takes place here. The designation of an individual as immoral falls away in itself, since morality is imperfect altogether, and therefore has only an arbitrary ground. The meaning and content of the judgment of experience is thus solely this: that some people ought not to receive happiness in and for itself. That is, it is envy taking morality for its cloak. The ground for supposing that others ought to receive so-called good fortune, however, is 1807 575 good friendship, which wishes this grace—that is, this chance—for them and itself, and gladly sees it bestowed.

626 Morality in moral consciousness is therefore imperfect: this is what is now set up. Yet its essence is solely to be perfect and pure; imperfect morality is therefore impure, or it is immorality. Morality itself thus resides in a being other than actual consciousness: a holy moral legislator.—The imperfect morality in consciousness, which is the ground of this postulating, means in the first instance that morality, insofar as it is posited as actual in consciousness, stands in relation to an other, to an existence, and therefore itself acquires otherness or difference. Through this, a manifold multitude of moral commandments arises. Yet moral self-consciousness at the same time regards these many duties as inessential, for what matters is only the one pure duty, and for it they have no truth insofar as they are determinate. They can therefore have their truth only in an other, and are holy through a holy legislator—which they are not for moral self-consciousness.—Yet this itself is again merely a disguise of the matter. For moral self-consciousness is the absolute to itself, and duty is simply and solely what it knows as duty. But it knows only pure duty as duty. What is not holy to it is not holy in itself; and what is not holy in itself cannot be 1807 576 sanctified by the holy being. Nor, in general, is moral consciousness serious about allowing something to be sanctified by a consciousness other than itself; for only what is holy to it through itself and within it is holy to it at all.—It is therefore just as little serious in asserting that this other being is holy, for in that being something was supposed to attain essential status which has no essential status for moral consciousness—that is, in itself.

627 If the holy being was postulated so that duty might have validity in it not as pure duty but as a plurality of determinate duties, this too must therefore be displaced again: the other being is to be holy only insofar as pure duty alone has validity in it. Pure duty does in fact have validity only in another being, not in moral consciousness. Although pure morality alone seems to count within moral consciousness, this must nevertheless be presented differently, for it is at the same time natural consciousness. In it, morality is affected and conditioned by sensibility, and thus is not in and for itself, but a contingency of free will; while in consciousness as pure will, it is a contingency of knowledge. Morality in and for itself therefore resides in another being.

628 This being is therefore pure, perfected morality here because in it morality does not stand in 1807 577 relation to nature and sensibility. Yet the reality of pure duty is its actualization in nature and sensibility. Moral consciousness locates its imperfection in morality's having a positive relation to nature and sensibility within it, since it regards it as an essential moment of morality that its relation to them should be exclusively negative. Pure moral being, by contrast, because it is elevated above the struggle with nature and sensibility, does not stand in a negative relation to them. In fact, then, only the positive relation to them remains for it—that is, precisely what was just counted as imperfect, as immoral. But pure morality entirely separated from actuality, so that it would equally have no positive relation to actuality, would be an unconscious, nonactual abstraction in which the concept of morality—being the thought of pure duty, and a willing and doing—would be utterly sublated. This purely moral being is therefore once again a disguise of the matter, and must be abandoned.

629 In this purely moral being, however, the moments of the contradiction in which this synthetic representation moves about draw so close together—as do the opposed alsos which it allows to follow one another, always replacing one opposite with the other without bringing these thoughts together—that 1807 578 consciousness must here abandon its moral worldview and flee back into itself.

630 It recognizes its morality as imperfect because it is affected by a sensibility and nature opposed to morality. These partly cloud morality itself as such, and partly give rise to a multitude of duties that leave consciousness perplexed in the concrete case of actual action. For each case is the concretion of many moral relations, just as an object of perception in general is a thing of many properties; and since determinate duty is the purpose, it has a content, and its content is part of the purpose, so morality is not pure.—Morality therefore has its reality in another being. But this reality means nothing other than that morality here exists in and for itself: for itself, that is, as the morality of a consciousness; in itself, that is, possessing existence and actuality.—In that first, imperfect consciousness, morality is not carried out; there it is the in-itself in the sense of a thing of thought. For it is associated with nature and sensibility, with the actuality of being and consciousness, which constitutes its content; and nature and sensibility are morally null.—In the second, morality exists as perfected, and not as an unexecuted thing of thought. But this perfection consists precisely in morality's having actuality in a consciousness, as well as free 1807 579 actuality, existence in general: in its being not empty but fulfilled and full of content.—That is, the perfection of morality is located in the presence within it and as part of it of what was just defined as morally null. At one moment morality is to have validity solely as the nonactual thing of thought of pure abstraction, yet equally it is to have no validity in this form. Its truth is to consist in being opposed to actuality and entirely free and empty of it, and then again in being actuality.

631 The syncretism of these contradictions, spread out in the moral worldview, collapses into itself when the distinction on which it rests—between what must necessarily be thought and posited and yet is at the same time inessential—becomes a distinction that no longer exists even in the words. What is ultimately posited as different, both as the null and as the real, is one and the same: existence and actuality. And what is supposed to exist absolutely only as the beyond of actual being and consciousness, yet equally only within it and to be null as a beyond, is pure duty and the knowledge of it as the essence. The consciousness that makes this distinction, which is no distinction, declaring actuality both null and real, and pure morality both the true 1807 580 essence and the essenceless, pronounces together the thoughts it previously separated. It itself declares that it is not serious about this determination and separation of the moments of the self and the in-itself. Rather, what it declares to be the absolute being outside consciousness it keeps enclosed within the self of self-consciousness; and what it declares to be the absolutely thought, or the absolute in-itself, it takes for that very reason to possess no truth.—Consciousness comes to see that separating these moments is a dissemblance, and that it would be hypocrisy to retain it nevertheless. But as morally pure self-consciousness it recoils in abhorrence into itself from this inequality between its representation and its essence, from this untruth that declares true what it regards as untrue. It is pure conscience, which scorns such a moral representation of the world; within itself it is the simple spirit certain of itself, acting conscientiously and immediately, without the mediation of those representations, and having its truth in this immediacy.—But if this world of dissemblance is nothing other than the development of moral self-consciousness in its moments, and thus its reality, then by returning into itself it will not become anything different in its essence. Its return into itself is instead merely the consciousness it has attained that 1807 581 its truth is a pretense. It would still have to pass this off as its truth, for it would have to express and present itself as an objective representation, but it would know that this was only dissemblance. It would therefore in fact be hypocrisy, and that scorn for dissemblance would already be hypocrisy's first utterance.

c. *Conscience, the beautiful soul, evil and its forgiveness*.

632 The antinomy of the moral worldview—that there is a moral consciousness and that there is none, or that duty's validity lies beyond consciousness and, conversely, takes place only within it—had been gathered into the representation in which the nonmoral consciousness counts as moral, its contingent knowing and willing is accepted as fully valid, and happiness is granted it through grace. Moral self-consciousness did not take this self-contradictory representation upon itself, but transferred it to a being other than itself. Yet this placing outside itself of what it must think as necessary is just as much a contradiction in form as the former is in content 1807 582. But because, in itself, precisely what appears contradictory, and in whose separation and repeated dissolution the moral worldview moves about, is the same—namely, pure duty as pure knowledge is nothing other than the self of consciousness, and the self of consciousness is being and actuality; and likewise what is supposed to be beyond actual consciousness is nothing other than pure thought, thus in fact the self—self-consciousness, for us or in itself, returns into itself and knows as itself that essence in which the actual is at the same time pure knowledge and pure duty. It is to itself what is fully valid in its contingency, knowing its immediate singularity as pure knowing and acting, as true actuality and harmony.

633 This self of conscience, spirit immediately certain of itself as absolute truth and being, is the third self to have emerged for us from the third world of spirit, and must be briefly compared with the preceding selves. The totality or actuality that presents itself as the truth of the ethical world is the self of the person; its existence is being-recognized. Just as the person is the self empty of substance, so this existence of the person is likewise abstract actuality. The person counts, and does so immediately; the self is the point immediately at rest in the element of its being. It is not severed from its universality, so the two are not 1807 583 in movement or relation to one another. The universal is undifferentiated within it, and is neither the content of the self, nor is the self filled through itself.—The second self is the world of cultivation that has arrived at its truth, or the spirit of estrangement restored to itself: absolute freedom. In this self that first immediate unity of singularity and universality separates. The universal, which likewise remains purely spiritual essence, being-recognized, or universal will and knowledge, is the object and content of the self and its universal actuality. But it does not have the form of existence free of the self; hence in this self it reaches no fulfillment and no positive content, no world. Moral self-consciousness does indeed let its universality go free, so that it becomes a nature of its own, and equally holds it fast within itself as sublated. But it is only the dissembling play of alternation between these two determinations. Only as conscience does it have, in its self-certainty, the content for previously empty duty, as also for empty right and the empty universal will; and because this self-certainty is equally immediate, it has existence itself.

634 Having reached this truth of itself, moral self-consciousness thus abandons—or rather sublates within itself—the separation from which dissemblance arose: the separation of the in-itself and the self, of pure duty as pure purpose 1807 584 and actuality as a nature and sensibility opposed to pure purpose. Thus returned into itself, it is concrete moral spirit, which does not give itself, in the consciousness of pure duty, an empty standard opposed to actual consciousness. Rather, pure duty as well as the nature opposed to it are sublated moments. It is moral essence actualizing itself in immediate unity, and its action is immediately a concrete moral shape.

635 A case for action is at hand; it is an objective actuality for knowing consciousness. As conscience, consciousness knows it in an immediately concrete way, and at the same time it is only as consciousness knows it. Knowledge is contingent insofar as it is other than its object; but spirit certain of itself is no longer such contingent knowledge, no longer a creation of thoughts within itself from which actuality differs. Rather, since the separation of the in-itself and the self is sublated, the case is immediately in the sensuous certainty of knowledge as it is in itself, and it is in itself only as it is in this knowledge.—Action as actualization is thereby the pure form of will: the mere conversion of actuality as a case that is into an actuality that is done, of the mere mode of objective knowledge into the mode of knowledge 1807 585 of actuality as something produced by consciousness. Just as sensuous certainty is immediately taken up into, or rather converted into, the in-itself of spirit, so this conversion too is simple and unmediated: a transition through the pure concept without alteration of the content, which is determined by the interest of the consciousness that knows it.—Furthermore, conscience does not separate the circumstances of the case into different duties. It does not behave as a positive universal medium in which the many duties, each for itself, would acquire an immovable substantiality, so that either no action could take place at all—because every concrete case contains opposition in general, and as a moral case contains the opposition of duties, so that in determining an action one side, one duty, would always be violated—or, if action took place, one of the opposed duties would actually be violated. Conscience is rather the negative one, or absolute self, which eradicates these different moral substances. It is simple action in accordance with duty, which does not fulfill this or that duty, but knows and does what is concretely right. It is therefore the first instance of moral action as action, into which the preceding inactive consciousness of morality has passed.—The concrete shape of the deed may be analyzed by a distinguishing consciousness into different properties—that is, here 1807 586, into different moral relations—and these may either each be declared absolutely valid, as they must be if they are to be duties, or be compared and examined. In the simple moral action of conscience, duties are so buried that all these individual essences are immediately encroached upon, and the testing and shaking of duty has no place at all in the unshakable certainty of conscience.

636 Just as little does conscience contain that wavering uncertainty of consciousness which now places so-called pure morality outside itself in another, holy being and regards itself as unholy, but then again places moral purity within itself and the linkage of the sensuous with the moral within the other being.

637 It renounces all these positions and displacements of the moral worldview by renouncing the consciousness that conceives duty and actuality as contradictory. According to the latter, I act morally insofar as I am conscious of accomplishing pure duty alone, not anything else—which in fact means insofar as I do not act. But insofar as I actually act, I am conscious of an other, of an actuality already present and one I intend to produce; I have a determinate purpose and fulfill a determinate duty. There 1807 587 is something other in this than pure duty, which alone was supposed to be intended.—Conscience, by contrast, is the consciousness that when moral consciousness declares pure duty to be the essence of its action, this pure purpose disguises the matter. For the matter itself is that pure duty consists in the empty abstraction of pure thought and has its reality and content only in a determinate actuality—an actuality that is the actuality of consciousness itself, not as a thing of thought but as an individual. For itself, conscience has its truth in the immediate certainty of itself. This immediate, concrete certainty of itself is the essence; considered in terms of the opposition belonging to consciousness, its own immediate singularity is the content of moral doing, while its form is this very self as pure movement: namely, as knowledge or its own conviction.

638 To consider this more closely in its unity and in the meaning of its moments: moral consciousness grasped itself only as the in-itself or essence; as conscience, however, it grasps its being-for-itself, or its self.—The contradiction of the moral worldview dissolves: that is, the difference underlying it proves to be no difference, and it converges into pure negativity. But this is precisely the self: a simple self 1807 588 that is both pure knowledge and knowledge of itself as this individual consciousness. This self therefore constitutes the content of the previously empty essence, for it is the actual, which no longer means a nature alien to essence and independent in its own laws. As the negative, it is the difference of pure essence—a content, and indeed one valid in and for itself.

639 Furthermore, as pure knowledge equal to itself, this self is the absolutely universal, so that precisely this knowledge as its own knowledge, as conviction, is duty. Duty is no longer the universal confronting the self; rather, it is known to have no validity in this separation. The law now exists for the sake of the self, not the self for the sake of the law. Yet law and duty therefore have not only the meaning of being-for-itself, but also that of being-in-itself, for this knowledge, by virtue of its equality with itself, is precisely the in-itself. In consciousness, this in-itself also separates itself from that immediate unity with being-for-itself; confronting it in this way, it is being, being-for-another.—Duty, precisely as duty abandoned by the self, is now known to be only a moment. From its significance as absolute essence, it has sunk to being that is not self, not for itself, and thus is being-for-another. But this being-for-another remains an essential moment for that very reason: because the self as consciousness constitutes the opposition between being-for-itself and 1807 589 being-for-another, and duty is now immediately actual consciousness in itself, no longer merely abstract pure consciousness.

640 This being-for-another is therefore the substance that is in itself, distinct from the self. Conscience has not abandoned pure duty or the abstract in-itself; rather, duty is the essential moment of relating to others as universality. It is the common element of self-consciousnesses, and this is the substance in which the deed has subsistence and actuality: the moment of being recognized by others. Moral self-consciousness does not possess this moment of being-recognized, of pure consciousness that exists, and consequently is not an acting, actualizing consciousness at all. Its in-itself is for it either the abstract, nonactual essence, or being as an actuality that is not spiritual. The existent actuality of conscience, however, is one that is self: that is, self-conscious existence, the spiritual element of being recognized. Doing is therefore only the transposition of its individual content into the objective element, in which that content is universal and recognized; and precisely its being recognized makes the action actual. The action is recognized and thereby actual because existent actuality is immediately linked with conviction or knowledge, or because knowledge of its purpose is immediately the element of existence, universal recognition. For 1807 590 the essence of the action, duty, consists in conscience's conviction about it; this conviction is precisely the in-itself itself. It is self-consciousness universal in itself, or being-recognized, and thus actuality. What is done with the conviction of duty is therefore immediately something possessing subsistence and existence. There can therefore no longer be any question here of good intentions failing to come about, or of the good faring badly. Rather, what is known as duty is accomplished and attains actuality, because what accords with duty is precisely what is universal to all self-consciousnesses, what is recognized and therefore exists. But taken separately and alone, without the content of the self, this duty is being-for-another, the transparent element that has only the significance of an essence devoid of content in general.

641 If we look back to the sphere with which spiritual reality first entered, its concept was that the expression of individuality is being-in-and-for-itself. But the shape that immediately expressed this concept was honest consciousness, which busied itself with the abstract matter itself. There this matter itself was predicate; only in conscience, however, is it subject, which has posited all the moments of consciousness within itself, and for which all these moments—substantiality in general, external existence, and the essence of thought—are contained in this certainty of itself. The matter itself has substantiality in general in ethical life, external existence in 1807 591 cultivation, and the self-knowing essence of thought in morality; and in conscience it is the subject that knows these moments within itself. Whereas honest consciousness always grasps only the empty matter itself, conscience, by contrast, attains it in the fulfillment it gives to it through itself. It is this power because it knows the moments of consciousness as moments and, as their negative essence, masters them.

642 Considered in relation to the individual determinations of the opposition that appears in action, and in terms of its consciousness of their nature, conscience first relates as knowing to the actuality of the case in which action is required. Insofar as this knowledge contains the moment of universality, knowledge belonging to conscientious action must embrace the actuality before it without restriction, and thus know precisely and take into consideration the circumstances of the case. But because this knowledge knows universality as a moment, it is therefore a knowledge of these circumstances conscious of not embracing them, or of not being conscientious in this regard. The truly universal and pure relation of knowledge would be a relation to something not opposed to it, to itself; but action, through the opposition essential to it, relates to a negative of consciousness, to an actuality that is in itself. As against the simplicity of 1807 592 pure consciousness, this actuality is the absolutely other, or manifoldness in itself: an absolute multiplicity of circumstances dividing and extending infinitely backward into their conditions, sideways in their coexistence, and forward in their consequences.—Conscientious consciousness is aware of this nature of the matter and of its relation to it. It knows that it does not know the case in which it acts according to this required universality, and that its claim to a conscientious consideration of all the circumstances is null. Yet this knowledge and consideration of all the circumstances is not entirely absent; it is present only as a moment, as something that is only for others. And its incomplete knowledge, because it is its knowledge, counts for it as sufficient and complete knowledge.

643 The same holds for the universality of essence, or the determination of content through pure consciousness.—Conscience proceeding to action relates to the many aspects of the case. The case divides, as does pure consciousness's relation to it, through which the manifoldness of the case becomes a manifoldness of duties.—Conscience knows that it must choose and decide among them; for none is absolute in its determinacy or content, but only pure duty. Yet in its reality this abstraction has acquired the significance of the self-conscious I. Spirit 1807 593 certain of itself rests within itself as conscience, and its real universality, or its duty, lies in its pure conviction of duty. This pure conviction is as such as empty as pure duty: pure in the sense that nothing within it, no determinate content, is duty. Yet action is to take place; the individual must determine. And spirit certain of itself, in which the in-itself has acquired the significance of the self-conscious I, knows that it possesses this determination and content in the immediate certainty of itself. As determination and content, this is natural consciousness, that is, drives and inclinations.—Conscience recognizes no content as absolute for it, for it is the absolute negativity of everything determinate. It determines from itself; but the sphere of the self within which determinacy as such falls is so-called sensibility. When a content is to be had from the immediate certainty of itself, nothing but sensibility lies ready to hand.—Everything that in earlier shapes presented itself as good or bad, as law and right, is an other than the immediate certainty of itself. It is a universal, which is now a being-for-another; or, viewed differently, an object that, mediating consciousness with itself, comes between it and its own truth, and separates it from itself rather than being its immediacy.—For conscience, however, certainty of itself is pure, immediate 1807 594 truth; and this truth is therefore its immediate certainty of itself represented as content: that is, in general, the individual's caprice and the contingency of its unconscious natural being.

644 At the same time this content counts as moral essence, or duty. For pure duty, as already emerged in the examination of laws, is utterly indifferent to every content and accommodates every content. Here it also has the essential form of being-for-itself, and this form of individual conviction is nothing other than consciousness of the emptiness of pure duty, of its being only a moment, and of its substantiality being a predicate whose subject is the individual. The individual's caprice gives duty its content, can attach any content to this form and fasten its conscientiousness upon it.—An individual increases his property in a certain way. It is a duty that everyone provide for his own preservation and that of his family, and no less for the possibility of becoming useful to his fellow human beings and doing good to those in need. The individual is conscious that this is duty, for this content is immediately contained in his certainty of himself; he further sees that he fulfills this duty in this case. Others perhaps regard this particular manner of proceeding as fraud; they hold to other aspects of the concrete case, while he 1807 595 holds fast to this aspect by being conscious of the increase of property as pure duty.—Thus what others call violence and injustice fulfills the duty of asserting one's independence against others; what they call cowardice fulfills the duty of preserving one's life and the possibility of being useful to one's fellow human beings. What they call courage, however, violates both duties. But cowardice must not be so inept as not to know that preserving life and the possibility of being useful to others are duties, not to be convinced that its action accords with duty, and not to know that conformity to duty consists in knowing; otherwise it would commit the ineptitude of being immoral. Since morality lies in the consciousness of having fulfilled duty, this consciousness will be lacking no more in the action called cowardice than in that called courage. The abstraction called duty is capable of this content as of any other; the individual therefore knows what he does as duty, and since he knows this, and conviction of duty is conformity to duty itself, he is recognized by others. The action thereby has validity and actual existence.

645 Against this freedom, which places any content it pleases into the universal passive medium of pure duty and knowledge just as readily as any other, it is no help to assert that another 1807 596 content ought to be placed there. For whatever the content, each bears the stain of determinacy, from which pure knowledge is free, and which it can disdain just as it can accept any content. Every content, in being determinate, stands on the same footing as every other, even if it seems to have precisely the character of having sublated the particular within it. It may seem that, since in an actual case duty divides into opposition in general, and thereby into the opposition of singularity and universality, the duty whose content is the universal itself immediately possesses the nature of pure duty, and form and content thus become wholly conformable to one another; so that, for example, action for the universal good ought to be preferred to action for the individual's good. Yet this universal duty is in general what exists as substance being in and for itself, as right and law, and has validity independently of the individual's knowledge and conviction as well as his immediate interest. It is therefore precisely that against whose form morality in general is directed. As for its content, this too is determinate, insofar as the universal good is opposed to the individual's good; hence its law is one from which conscience knows itself to be utterly free, granting itself absolute authority to add to it and subtract from it, to omit it as well as to fulfill it.—Furthermore, that 1807 597 distinction between duty toward the individual and duty toward the universal is, by the nature of opposition in general, nothing fixed. Rather, what the individual does for himself also benefits the universal. The more he has provided for himself, the greater not only is his possibility of benefiting others; his actuality itself consists solely in being and living in connection with others. His individual enjoyment essentially means giving up what is his to others and helping them acquire their enjoyment. Thus in fulfilling duty toward the individual, and so toward oneself, duty toward the universal is also fulfilled.—The consideration and comparison of duties that would enter here would amount to calculating the advantage that the universal would derive from an action. But on the one hand morality would thereby fall prey to the necessary contingency of insight; on the other, it is precisely the essence of conscience to cut off this calculation and deliberation, and decide from itself without such grounds.

646 In this way, then, conscience acts and maintains itself in the unity of being-in-itself and being-for-itself, in the unity of pure thought and individuality, and is spirit certain of itself, possessing its truth within itself, in its self, in its knowledge, and in this as knowledge of duty. It maintains itself precisely through the fact that whatever is positive in the action—both its 1807 598 content and the form of duty and knowledge of it—belongs to the self, to certainty of itself; whereas whatever seeks to confront the self as an in-itself of its own counts as untrue, only as sublated, only as a moment. Hence what counts is not universal knowledge in general but its acquaintance with the circumstances. Into duty as universal being-in-itself it places the content it takes from its natural individuality, for this is the content present within itself. Through the universal medium in which it exists, this content becomes the duty it performs, and empty pure duty is thereby posited as sublated, or as a moment. This content is duty's sublated emptiness, or its fulfillment.—But conscience is equally free of any content whatsoever. It absolves itself from every determinate duty that is supposed to count as law; in the force of its certainty of itself it has the majesty of absolute self-sufficiency, to bind and to loose.—This self-determination is therefore immediately what absolutely accords with duty. Duty is knowledge itself; but this simple selfhood is the in-itself, for the in-itself is pure equality with itself, and this is present in this consciousness.—

647 This pure knowledge is immediately being-for-another; for as pure equality with itself it is immediacy, or being. But this being is at the same time the purely universal, the selfhood of all; or, action is recognized and therefore actual. 1807 599 This being is the element through which conscience immediately stands in a relation of equality with all self-consciousnesses; and the meaning of this relation is not selfless law, but the self of conscience.

648 Yet because this right that conscience does is at the same time being-for-another, an inequality seems to enter it. The duty it accomplishes is a determinate content; this is indeed the self of consciousness, and therein its knowledge of itself, its equality with itself. But accomplished, placed in the universal medium of being, this equality is no longer knowledge, no longer this distinguishing that equally sublates its differences immediately. Rather, in being, difference is posited as subsisting, and the action is determinate, unequal to the element of the self-consciousness of all, and thus not necessarily recognized. Both sides—the acting conscience and the universal consciousness recognizing this action as duty—are equally free of the determinacy of this deed. Because of this freedom, their relation in the common medium of connection is instead a relation of complete inequality; hence the consciousness for which the action exists finds itself in complete uncertainty about the acting spirit certain of itself. Spirit acts; it posits a determinacy as being. The others hold to this being as its 1807 600 truth and are certain of it therein: in it, spirit has declared what counts as duty for it. Yet it is free of any determinate duty. It has left the place where they suppose it actually to be; and this medium of being itself, and duty as being in itself, count for it only as a moment. What it thus sets before them, it displaces again—or rather, it has immediately displaced it. For its actuality is not this duty and determination set outside itself, but the actuality it possesses in absolute certainty of itself.

649 They therefore do not know whether this conscience is morally good or evil; or rather, not only can they not know, they must also take it to be evil. For just as it is free of the determinacy of duty and of duty as being in itself, so are they. They themselves know how to displace what it sets before them: it is something through which only the self of another is expressed, not their own. They not only know themselves to be free of it, but must dissolve it within their own consciousness, nullify it through judgment and explanation, in order to preserve their self.

650 Yet the action of conscience is not merely this determination of being abandoned by the pure self. What is to count and be recognized as duty is so solely through knowledge and conviction of it as duty, through the 1807 601 knowledge of oneself in the deed. If the deed ceases to have this self within it, it ceases to be what alone is its essence. Its existence, abandoned by this consciousness, would be an ordinary actuality, and the action would appear to us as a fulfillment of pleasure and desire. What is to exist here is essential only through being known as individuality expressing itself; and this being-known is what is recognized, and what is to have existence as such.

651 The self enters existence as self; spirit certain of itself exists as such for others. Its immediate action is not what has validity and actuality; not the determinate, not what is in itself, is recognized, but solely the self-knowing self as such. The element of subsistence is universal self-consciousness. What enters this element cannot be the effect of the action, which does not endure in it or gain permanence. Rather, self-consciousness alone is recognized and attains actuality.

652 Here we see language once again as the existence of spirit. It is self-consciousness existing for others, immediately present as such and, as this self-consciousness, universal. It is the self separating itself from itself, becoming objective to itself as pure I—I, and in this objectivity preserving itself as this self just as immediately as it flows together with the others and is their 1807 602 self-consciousness. It hears itself just as it is heard by the others, and this hearing is precisely existence that has become self.

653 The content language has acquired here is no longer the inverted, inverting, and torn self of the world of cultivation, but spirit returned into itself, certain of itself and, in its self, of its truth or recognition, and recognized as this knowledge. The language of ethical spirit is law and simple command, and lament, which is more a tear shed over necessity; moral consciousness, by contrast, is still mute, shut up within its own inwardness. For in it the self does not yet have existence; existence and the self stand as yet only in an external relation to one another. Language, however, emerges only as the middle term between independent and recognized self-consciousnesses, and the existent self is immediately universal, manifold being-recognized, simple in this manifoldness. The content of the language of conscience is the self knowing itself as essence. This alone it expresses, and this expression is the true actuality of doing and the validity of the action. Consciousness expresses its conviction; only in this conviction is the action duty, and it counts as duty only through the conviction's being expressed. For universal self-consciousness is free of the determinate action that merely exists; the action as existence 1807 603 counts for nothing to it, but rather the conviction that it is duty; and this conviction is actual in language.—To actualize the action here means not to transpose its content from the form of purpose or being-for-itself into the form of abstract actuality, but from the form of immediate certainty of itself, which knows its knowledge or being-for-itself as the essence, into the form of the assurance that consciousness is convinced of duty and, as conscience, knows duty from itself. This assurance thus assures us that consciousness is convinced that its conviction is the essence.

654 Whether the assurance of acting from conviction of duty is true, whether what is done is actually duty—these questions or doubts have no meaning against conscience.—The question whether the assurance is true would presuppose that the inner intention differs from the professed intention: that is, that the willing of the individual self can separate itself from duty, from the will of universal and pure consciousness. The latter would be placed in the speech, while the former would really be the true mainspring of the action. Yet precisely this difference between universal consciousness and the individual self has sublated itself, and conscience is its sublation. The immediate knowledge of the self certain of itself is law and duty; its intention is right because it is its intention. All that is required 1807 604 is that it know this and say that it is convinced its knowing and willing is right. The expression of this assurance in itself sublates the form of its particularity; in it, consciousness acknowledges the necessary universality of the self. By calling itself conscience, it calls itself pure self-knowledge and pure abstract willing; that is, it calls itself a universal knowing and willing that recognizes the others and is equal to them—for they are precisely this pure self-knowing and willing—and is therefore also recognized by them. In the willing of the self certain of itself, in this knowledge that the self is the essence, lies the essence of right.—Anyone, therefore, who says he acts in this way from conscience speaks truly, for his conscience is the knowing and willing self. But he must essentially say this, for this self must at the same time be a universal self. It is not universal in the content of the action, for because of its determinacy that content is in itself indifferent; rather, universality lies in the action's form. This form is what must be posited as actual: it is the self, which as such is actual in language, declares itself the true, and precisely therein recognizes all selves and is recognized by them.

655 Thus conscience, in the majesty of its elevation above determinate law and every content of duty, places whatever content it pleases into its knowing and willing. It is moral genius 1807 605, which knows the inner voice of its immediate knowledge as the divine voice; and since in this knowledge it equally immediately knows existence, it is the divine creative power that has living force in its concept. It is equally worship within itself, for its action is the intuition of this divinity of its own.

656 This solitary worship is at the same time essentially the worship of a community, and pure inner self-knowing and self-hearing advances to the moment of consciousness. Its intuition of itself is its objective existence, and this objective element is the expression of its knowing and willing as something universal. Through this expression the self becomes valid and the action becomes an effective deed. The actuality and subsistence of its doing is universal self-consciousness; but the expression of conscience posits certainty of itself as pure, and thereby as universal, self. The others accept the action on account of this speech, in which the self is expressed and recognized as the essence. The spirit and substance of their association is therefore their mutual assurance of their conscientiousness and good intentions, their delight in this reciprocal purity, and their refreshment in the glory of knowing and expressing, of cherishing and fostering such excellence.—Insofar as this conscience still distinguishes its abstract 1807 606 consciousness from its self-consciousness, its life is only hidden in God. God is indeed immediately present to its spirit and heart, to its self; but what is manifest—its actual consciousness and the mediating movement of that consciousness—is for it other than that hidden interior and the immediacy of the present essence. Yet in the perfection of conscience the distinction between its abstract consciousness and its self-consciousness is sublated. It knows that abstract consciousness is precisely this self, this being-for-itself certain of itself; that in the immediacy of the relation of the self to the in-itself—which, posited outside the self, is abstract essence and what is hidden from it—precisely the difference is sublated. For a mediating relation is one in which the related terms are not one and the same, but are an other for one another and are one only in a third; an immediate relation, however, in fact means nothing other than unity. Consciousness, raised above the thoughtlessness of still taking these distinctions that are none to be distinctions, knows the immediate presence of essence within it as the unity of essence and its self, and thus knows its self as the living in-itself, and this knowledge of its own as religion. As intuited or existent knowledge, religion is the community's speaking about its spirit.

1807 607

657 Here, then, we see self-consciousness returned into its innermost depths, where all externality as such vanishes for it—into the intuition of I = I, in which this I is all essence and existence. It founders in this concept of itself, for it has been driven to the utmost point of its extremes, and in such a way that the distinct moments through which it is real, or is still consciousness, are these pure extremes not merely for us. Rather, what it is for itself, what for it is in itself, and what for it is existence, have evaporated into abstractions that no longer have any support, any substance, for this consciousness itself; and everything that hitherto was essence for consciousness has returned into these abstractions.—Refined to this purity, consciousness is its poorest shape, and the poverty constituting its sole possession is itself a vanishing. This absolute certainty into which substance has dissolved is absolute untruth, collapsing into itself; it is absolute self-consciousness, in which consciousness founders.

658 Considered within itself, this foundering means that for consciousness the substance that is in itself is knowledge as its knowledge. As consciousness, it is divided into the opposition of itself and the object that is the essence for it; but this very object is perfectly transparent: it is its self, and its consciousness is only knowledge of itself. All life and all spiritual essence have returned into this 1807 608 self and lost their difference from the I itself. The moments of consciousness are therefore these extreme abstractions, none of which stands, but loses itself in the other and produces it. It is the interchange of unhappy consciousness with itself, but an interchange that for this consciousness itself takes place within it and is conscious of being the concept of reason, which unhappy consciousness is only in itself. As consciousness, then, its absolute certainty of itself immediately turns into a sounding-out, into the objectivity of its being-for-itself; but this created world is its speech, which it has equally immediately heard, and whose echo alone returns to it. This return therefore does not mean that it is in and for itself therein; for the essence is for it not an in-itself but itself. Just as little does it have existence, for the objective does not attain the status of a negative of the actual self, just as the self does not attain actuality. It lacks the power of externalization, the power to make itself a thing and endure being. It lives in dread of staining the glory of its inwardness through action and existence; and to preserve the purity of its heart it flees contact with actuality and persists in its obstinate inability to renounce its self, sharpened to the ultimate abstraction, and give itself substantiality, or turn its thought into being and entrust itself to absolute difference. The hollow 1807 609 object it produces for itself therefore now fills it with the consciousness of emptiness. Its doing is a yearning that merely loses itself in its becoming an essenceless object and, falling back to itself beyond this loss, finds itself only as lost.—In this transparent purity of its moments, an unhappy so-called beautiful soul, it burns itself out within itself and vanishes like a shapeless vapor dissolving into air.

659 But this silent confluence of the marrowless essences of evaporated life must also be taken in the other meaning of the actuality of conscience and in the appearance of its movement, and conscience must be considered as acting.—The objective moment in this consciousness was determined above as universal consciousness. Self-knowing knowledge, as this self, is distinct from other selves. The language in which all reciprocally recognize one another as acting conscientiously, this universal equality, breaks apart into the inequality of individual being-for-itself; each consciousness is equally reflected completely out of its universality into itself. Through this, the opposition of singularity to other individuals and to the universal necessarily enters, and this relation and its movement must be considered.—Or, this universality and duty has the directly opposite meaning of determinate singularity exempting 1807 610 itself from the universal, for which pure duty is only the universality that has come to the surface and turned outward. Duty lies only in the words and counts as a being-for-another. Conscience, initially directed only negatively against duty as this determinate, given duty, knows itself to be free of it; but in filling empty duty with a determinate content from itself, it has the positive consciousness that as this self it makes the content for itself. Its pure self, as empty knowledge, is without content and determination; the content it gives this self is taken from its self as this determinate self, from itself as natural individuality. In speaking of the conscientiousness of its action, it is indeed conscious of its pure self; but in the purpose of its action as actual content, it is conscious of itself as this particular individual and of the opposition between what it is for itself and what it is for others, the opposition of universality or duty and its reflectedness out of universality.

660 If the opposition into which conscience enters as acting thus expresses itself within it, it is at the same time outward inequality in the element of existence: the inequality of its particular singularity with another individual.—Its particularity consists in the fact that the two moments constituting its consciousness, the self and the in-itself, have unequal value within it, with the determination that certainty of its 1807 611 self is the essence as against the in-itself or the universal, which counts only as a moment. This inner determination is therefore confronted by the element of existence, or universal consciousness, for which universality, duty, is instead the essence, while singularity that is for itself against the universal counts only as a sublated moment. For this adherence to duty, the first consciousness counts as evil, because it is the inequality of its being-within-itself with the universal; and since at the same time it declares its doing to be equality with itself, duty and conscientiousness, it counts as hypocrisy.

661 The movement of this opposition is initially the formal establishment of equality between what evil is within itself and what it expresses. It must become apparent that it is evil, and its existence must thus become equal to its essence: hypocrisy must be unmasked.—This return of the inequality present in it into equality is not already accomplished by hypocrisy's demonstrating, as people commonly say, its respect for duty and virtue precisely by adopting their semblance and using it as a mask for its own consciousness no less than for another's, as though equality and agreement were implicitly contained in this recognition of the opposite.—Rather, hypocrisy is at the same time just as much withdrawn from this recognition in language 1807 612 and reflected into itself. And in using what is in itself only as a being-for-another, it instead contains its own contempt for it and the display of its essencelessness for all. For what allows itself to be used as an external instrument proves to be a thing possessing no weight of its own.

662 Nor does this equality come about either through evil consciousness's one-sided persistence in itself or through the judgment of universal consciousness.—If the former disavows itself before the consciousness of duty, maintaining that what the latter declares to be badness, absolute inequality with the universal, is an action according to inner law and conscience, then in this one-sided assurance of equality its inequality with the other remains, since the other neither believes nor recognizes that equality.—Or, since one-sided persistence in one extreme dissolves itself, evil would indeed thereby admit itself to be evil, but in doing so would immediately sublate itself, and would neither be hypocrisy nor unmask itself as such. In fact, it admits itself to be evil by maintaining that, opposed to the recognized universal, it acts according to its inner law and conscience. For if this law and conscience were not the law of its singularity and caprice, it would not be something inward and its own, but the universally recognized. Anyone, therefore, who says he acts against others according to his law and 1807 613 conscience in fact says that he mistreats them. But actual conscience is not this persistence in a knowledge and will that opposes itself to the universal. Rather, the universal is the element of its existence, and its language declares its doing to be recognized duty.

663 Just as little is universal consciousness's persistence in its judgment an unmasking and dissolution of hypocrisy.—By crying out against it, “Bad! Base!” and the like, it appeals in such a judgment to its law, just as evil consciousness appeals to its own. For the former law emerges in opposition to the latter, and thereby as a particular law. Universal consciousness thus has no advantage over the other, but rather legitimizes it; and this zeal does precisely the opposite of what it thinks it does—namely, it shows what it calls true duty, which is supposed to be universally recognized, to be something unrecognized, and thereby grants the other an equal right to being-for-itself.

664 Yet this judgment also has another side, from which it becomes the introduction to the dissolution of the existing opposition.—The consciousness of the universal does not behave toward the first consciousness as actual and acting, for it is rather the first that is actual. Instead, it opposes the first as that which is not caught in the opposition of singularity and universality that enters into 1807 614 action. It remains in the universality of thought, behaves as apprehending, and its first action is only judgment.—Through this judgment it now places itself, as just noted, alongside the first consciousness; and through this equality the first comes to intuit itself in this other consciousness. For the consciousness of duty behaves receptively, passively; but it thereby contradicts itself as the absolute will of duty, as that which determines wholly from itself. It has an easy time preserving itself in purity, for it does not act. It is the hypocrisy that wants its judging to be taken for an actual deed and proves its rectitude not through action but through the expression of excellent sentiments. It is therefore constituted exactly like the consciousness it reproaches for placing duty only in its speech. In both, the side of actuality is equally distinct from speech: in the one through the self-interested purpose of the action, in the other through the absence of action altogether, whose necessity lies in the very speaking of duty, for duty has no meaning at all without the deed.

665 But judging must also be considered as a positive action of thought, and has a positive content. From this side, the contradiction present in apprehending consciousness, and its equality with the first consciousness, becomes still 1807 615 more complete.—Acting consciousness declares this determinate doing of its to be duty, and judging consciousness cannot deny it this; for duty itself is the contentless form capable of every content. Or, the concrete action, differentiated within itself in its many aspects, has the universal side that is taken as duty just as much as the particular side constituting the individual's share and interest. Judging consciousness now does not stop at that side of duty and at the agent's knowledge that this is his duty, the relation and station of his actuality. Rather, it holds to the other side, shifts the action into inwardness, and explains it from an intention distinct from the action itself and a self-interested motive. Every action admits of this other consideration of particularity just as it admits of consideration in terms of its conformity to duty; for as action it is the actuality of the individual.—This judging thus removes the action from its existence and reflects it into inwardness, or into the form of its own particularity.—If it is accompanied by fame, judgment knows this inwardness as the craving for fame; if it conforms to the individual's station in general without going beyond it, and is so constituted that individuality does not have its station attached to it as an external determination but fills this universality through 1807 616 itself, thereby showing itself capable of a higher station, judgment knows its inwardness as ambition, and so on. Since in action generally the agent attains the intuition of himself in objectivity, or a feeling of himself in his existence, and thus enjoyment, judgment knows the inwardness as a drive toward one's own happiness, even if this consists only in inner moral vanity, enjoyment of the consciousness of one's own excellence, and the foretaste of the hope of future happiness.—No action can escape such judging, for duty for duty's sake, this pure purpose, is the nonactual. It has its actuality in the doing of individuality, and the action thereby possesses the side of particularity.—There is no hero for his valet—not, however, because the former is not a hero, but because the latter is the valet, with whom the hero deals not as a hero but as someone eating, drinking, dressing, and in general in the singularity of need and representation. Similarly, for judging there is no action in which it could not oppose the side of individuality's singularity to the action's universal side and play the moral valet to the agent.

666 This judging consciousness is therefore itself base, because it divides the action and produces and holds fast its 1807 617 inequality with itself. It is further hypocrisy, because it passes off such judging not as another manner of being evil but as the correct consciousness of the action; in this nonactuality and vanity of knowing well and knowing better, it raises itself above the deeds it disparages and wants its deedless talk to be taken for an excellent actuality.—Thus making itself equal to the agent it judges, it is recognized by him as the same as himself. He finds himself not merely apprehended by it as something alien and unequal to it, but finds that the other, by its own constitution, is equal to him. Intuiting this equality and expressing it, he confesses himself to the other and likewise expects that, just as the other has in fact placed itself on an equal footing with him, it will also reciprocate his speech, express its equality in it, and bring about the existence of mutual recognition. His confession is not an abasement, humiliation, or self-degradation in relation to the other; for this expression is not the one-sided expression that would posit his inequality with the other. Rather, he expresses himself solely because he intuits the equality of the other with himself. In his confession he expresses their equality from his side, and does so because language is the existence of spirit as immediate self. He therefore expects the other to contribute its part to this existence.

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667 Yet the confession of evil, “I am so,” receives no reciprocal, equal confession. That was not what the other's judgment meant—on the contrary! It rejects this community and is the hard heart that is for itself and repudiates continuity with the other.—Here the scene reverses. The one who confessed sees himself repulsed and the other in the wrong: the other refuses to let its inwardness emerge into the existence of speech, and opposes the beauty of its soul to evil, while opposing to confession the stiff neck of a character remaining equal to itself and the silence of keeping itself within itself and not abasing itself before another. Here spirit certain of itself is brought to its highest revolt. For it intuits itself as this simple knowledge of the self in the other, and indeed in such a way that even the external shape of this other is not something essenceless, as wealth is, not a thing. Rather, it is thought, knowledge itself, that is held up against it; it is this absolutely fluid continuity of pure knowledge that refuses to establish its communication with it—with the one who, already in his confession, renounced isolated being-for-itself and posited himself as sublated particularity and thereby as continuity with the other, as universal. The other, however, reserves within itself its uncommunicative being-for-itself; in the confessing consciousness it retains 1807 619 precisely the same thing, although the latter has already cast it off. It thereby shows itself to be a consciousness abandoned by spirit and denying spirit, for it does not recognize that, in the absolute certainty of itself, spirit is master of every deed and actuality and can cast them off and make them undone. At the same time, it does not recognize the contradiction it commits in refusing to accept the casting-off accomplished in speech as a true casting-off, while it itself has the certainty of its spirit not in an actual action but in its inwardness and the existence of that inwardness in the speech of its judgment. It is therefore itself what obstructs the other's return from the deed into the spiritual existence of speech and into the equality of spirit, and through this hardness produces the inequality that still remains.

668 Now insofar as spirit certain of itself, as a beautiful soul, does not possess the power to externalize its self-knowledge that holds fast to itself, it cannot attain equality with the repulsed consciousness, and therefore cannot attain the intuited unity of itself in the other, cannot attain existence. Equality therefore comes about only negatively, as a spiritless being. The beautiful soul devoid of actuality, caught in the contradiction of its pure self and that self's necessity of externalizing itself into being and turning into actuality, in the immediacy of this opposition held fast—an immediacy that alone is the middle term and 1807 620 reconciliation of the opposition raised to its pure abstraction, and that is pure being or empty nothingness—is thus, as consciousness of this contradiction in its unreconciled immediacy, shattered into madness and melts away in yearning consumption. It thereby in fact gives up its hard adherence to its being-for-itself, but produces only the spiritless unity of being.

669 The true reconciliation, namely the self-conscious and existent one, is already contained in its necessity in what precedes. The breaking of the hard heart and its elevation to universality is the same movement that was expressed in the consciousness that confessed itself. The wounds of spirit heal without leaving scars; the deed is not imperishable, but is taken back by spirit into itself, and the side of singularity present in it—whether as intention or as its existent negativity and limitation—is what immediately vanishes. The actualizing self, the form of its action, is only a moment of the whole; and so too is the knowledge that determines through judgment and fixes the difference between the individual and universal sides of action. That evil consciousness posits this externalization of itself, or posits itself as a moment, drawn into confessing existence by the intuition of itself in the other. But just as its one-sided, unrecognized existence of particular 1807 621 being-for-itself must break, so must this other's one-sided, unrecognized judgment break; and just as the former displays the power of spirit over its actuality, so the latter displays its power over its determinate concept.

670 The latter renounces divisive thought and the hardness of the being-for-itself that holds fast to it, because in fact it intuits itself in the first consciousness. By casting away its actuality and making itself a sublated this, the first in fact presents itself as universal; it returns out of its external actuality into itself as essence. Universal consciousness therefore recognizes itself in it.—The forgiveness it grants the first consciousness is a renunciation of itself, of its nonactual essence, to which it equates that other consciousness which was actual action. It recognizes as good what was called evil on account of the determination that action received in thought; or rather, it lets go of this distinction of determinate thought and of its determining judgment existing for itself, just as the other lets go of its determination of action existing for itself.—The word of reconciliation is existent spirit, which intuits pure knowledge of itself as universal essence in its opposite, in the pure knowledge of itself as singularity absolutely within itself—a reciprocal recognition that is absolute spirit.

671 Spirit enters existence only at the summit where its pure knowledge of itself is opposition to and interchange with itself. Knowing that its 1807 622 pure knowledge is abstract essence, it is this knowing duty in absolute opposition to the knowledge that knows itself, as absolute singularity of the self, to be the essence. The former is the pure continuity of the universal, which knows the singularity that knows itself as essence to be null in itself, to be evil. The latter, however, is absolute discreteness, which knows itself in its pure oneness to be absolute, and that universal to be the nonactual, existing only for others. Both sides are refined to this purity, in which they no longer contain any selfless existence, any negative of consciousness. Rather, that duty is the self-identical character of its self-knowing, and this evil equally has its purpose in its being-within-itself and its actuality in its speech. The content of this speech is the substance of its subsistence; it is the assurance of spirit's certainty within itself.—Both spirits certain of themselves have no other purpose than their pure self and no other reality and existence than precisely this pure self. Yet they are still different, and the difference is absolute because it is posited in this element of the pure concept. Nor is it so only for us, but for the concepts themselves standing in this opposition. For although these concepts are determinate against one another, they are at the same time universal in themselves, so that they fill the self's entire compass, and this self has no content other than this 1807 623 determinacy of its, which neither extends beyond it nor is more limited than it. For the one, the absolutely universal, is just as much pure self-knowledge as the other, the absolute discreteness of singularity, and both are only this pure self-knowledge. Both determinations are therefore knowing pure concepts whose determinacy is itself immediately knowledge, or whose relation and opposition is the I. Through this they are for one another these absolute opposites. It is the completely inward that has thus confronted itself and entered existence; they constitute pure knowledge, which through this opposition is posited as consciousness. But it is not yet self-consciousness. It has this actualization in the movement of this opposition. For this opposition is rather itself the indiscrete continuity and equality of I = I; and each for itself, precisely through the contradiction of its pure universality—which at the same time still resists its equality with the other and separates itself from it—sublates itself within itself. Through this externalization, this knowledge divided in its existence returns into the unity of the self. It is the actual I, the universal knowledge of itself in its absolute opposite, in the knowledge being within itself which, because of the purity of its isolated being-within-itself, is itself completely universal. The reconciling Yes, in which both I's relinquish their opposed 1807 624 *existence, is the existence of the I extended into duality, which therein remains equal to itself and, in its complete externalization and opposite, possesses certainty of itself. It is God appearing in the midst of those who know themselves as pure knowledge.

VII. Religion

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VII. *Die Religion*.

672 In den bisherigen Geſtaltungen, die sich im allgemeinen als Bewuſstseyn, Selbſtbewuſstseyn, Vernunft und Geiſt unterſcheiden, ist zwar auch die Religion, als Bewuſstseyn des abſoluten Weſens überhaupt vorgekommen; allein vom Standpunkte des Bewuſstseyns aus, das ſich des abſoluten Weſens bewuſst ist; nicht aber ist das abſolute Weſen an und für sich ſelbſt, nicht das Selbſtbewuſstseyn des Geiſtes in jenen Formen erſchienen.

673 Schon das Bewuſstseyn wird, insofern es Verſtand iſt, Bewuſstſeyn des Uebersinnlichen oder Innern des gegenſtändlichen Daſeyns. Aber das Uebersinnliche, Ewige, oder wie man es ſonſt nennen mag, ist ſelbſtlos; es ist nur erſt das Allgemeine, das noch weit entfernt ist, der sich als Geiſt wiſſchde Geiſt zu ſeyn. — Alsdenn war das Selbſtbewuſstseyn, das in der Geſtalt des unglücklichen Bewuſstſeyns ſeine Vollendung hat, nur der sich zur Gegenſtändlichkeit wieder herausringende aber sie nicht erreichende Schmerz des Geiſtes. Die Einheit des einzelnen Selbſtbewuſstseyns und 1807 626 ſeines unwandelbaren Weſens, zu der jenes sich bringt, bleibt daher ein Jenſeits deſſelben. — Das unmittelbare Daſeyn der Vernunft, die für uns aus jenem Schmerz hervorging, und ihre eigenthümlichen Geſtalten haben keine Religion, weil das Selbſtbewuſstseyn derſelben sich in der unmittelbaren Gegenwart weiſs oder ſucht.

674 Hingegen in der sittlichen Welt ſahen wir eine Religion, und zwar die Religion der Unterwelt; sie iſt der Glauben an die furchtbare unbekannte Nacht des Schickſals, und an die Eumenide des abgeſchiednen Geiſtes; — jene die reine Negativität in der Form der Allgemeinheit, dieſe dieſelbe in der Form der Einzelnheit. Das abſolute Weſen ist in der letztern Form alſo zwar das Selbſt, und gegenwärtiges, wie das Selbſt nicht anders ist; allein das Einzelne Selbst ist dieſer einzelne Schatten, der die Allgemeinheit, welche das Schickſal ist, getrennt von sich hat. Er ist zwar Schatten, aufgehobner Dieſer, und ſomit allgemeines Selbſt; aber noch ist jene negative Bedeutung nicht in dieſe poſitive umgeſchlagen, und daher bedeutet zugleich das aufgehobne Selbſt noch unmittelbar dieſen beſondern und weſenloſen. — Das Schickſal aber ohne das Selbſt bleibt die bewuſstloſe Nacht, die nicht zur Unterſcheidung in ihr noch zur Klarheit des ſich ſelbſt Wiſſens kommt.

675 Dieſer Glauben an das Nichts der Nothwendigkeit und an die Unterwelt wird zum Glauben an den Himmel, weil das abgeſchiedne Selbſt mit ſeiner 1807 627 Allgemeinheit sich vereinen, in ihr das, was es enthält, auseinanderſchlagen und ſo ſich klar werden muſs. Dieſes Reich des Glaubens aber ſahen wir nur im Elemente des Denkens ſeinen Inhalt ohne den Begriff entfalten, und es darum in ſeinem Schickſale, nemlich in der Religion der Aufklärung, untergehen. In dieſer ſtellt sich das übersinnliche Jenſeits des Verſtandes wieder her, aber ſo daſs das Selbſtbewuſstſeyn diſſeits befriedigt ſteht, und das übersinnliche, das leere nicht zu erkennende noch zu fürchtende Jenſeits weder als Selbſt noch als Macht weiſs.

676 In der Religion der Moralität ist endlich diſs wiederhergeſtellt, daſs das abſolute Weſen ein poſitiver Inhalt ist, aber er ist mit der Negativität der Aufklärung vereinigt. Er iſt ein Seyn, das ebenſo ins Selbſt zurückgenommen und darin eingeſchloſſen bleibt, und ein unterſchiedner Inhalt, deſſen Theile ebenſo unmittelbar negirt, als sie aufgeſtellt ſind. Das Schickſal aber, worin dieſe widerſprechende Bewegung verſinkt, ist das ſeiner, als des Schickſals der Weſenheit und Wirklichkeit, bewuſste Selbſt.

677 Der sich selbſt wiſſende Geiſt iſt in der Religion unmittelbar sein eignes reines Selbſtbewuſstseyn. Diejenigen Geſtalten deſſelben, die betrachtet worden, — der wahre, der ſich entfremdete, und der ſeiner ſelbſt gewiſſe Geiſt, — machen zuſammen ihn in seinem Bewuſstseyn aus, das seiner Welt gegenübertretend in ihr ſich nicht erkennt. Aber im Gewiſſen unterwirft er ſich wie seine gegenſtändliche Welt 1807 628 überhaupt, ſo auch seine Vorſtellung und seine beſtimmten Begriffe, und ist nun bey sich seyendes Selbstbewuſstseyn. In diesem hat er für sich, als Gegenſtand vorgeſtellt, die Bedeutung, der allgemeine Geiſt zu seyn, der alles Wesen und alle Wirklichkeit in sich enthält; ist aber nicht in der Form freyer Wirklichkeit oder der selbſtständig erscheinenden Natur. Er hat zwar Geſtalt oder die Form des Seyns, indem er Gegenſtand seines Bewuſstſeyns ist, aber weil dieses in der Religion in der wesentlichen Beſtimmung Selbſtbewuſstſeyn zu seyn, geſetzt ist, ist die Geſtalt sich vollkommen durchsichtig; und die Wirklichkeit, die er enthält, ist in ihm eingeschloſſen oder in ihm aufgehoben, gerade auf die Weise, wie wenn wir alle Wirklichkeit sprechen; sie ist die gedachte, allgemeine Wirklichkeit.

678 Indem also in der Religion die Beſtimmung des eigentlichen Bewuſstſeyns des Geiſtes nicht die Form des freyen Andersſeyns hat, so ist sein Daſeyn von seinem Selbſtbewuſstseyn unterschieden, und seine eigentliche Wirklichkeit fallt auſſer der Religion; es ist wohl Ein Geiſt beyder, aber sein Bewuſstseyn umfaſst nicht beyde zumal, und die Religion erscheint als ein Theil des Daſeyns und Thuns und Treibens, deſſen anderer Theil das Leben in seiner wirklichen Welt ist. Wie wir nun es wiſſen, daſs der Geiſt in seiner Welt und der seiner als Geiſt bewuſste Geiſt oder der Geiſt in der Religion daſſelbe sind, so beſteht die Vollendung der Religion darin, daſs 1807 629 beydes einander gleich werde, nicht nur daſs ſeine Wirklichkeit von der Religion befaſst ist, sondern umgekehrt, daſs er ſich als seiner selbstbewuſster Geiſt wirklich und Gegenſtand ſeines Bewuſstseyns werde. — Insofern der Geiſt in der Religion sich ihm selbſt vorſtellt, ist er zwar Bewuſstseyn, und die in ihr eingeſchloſſne Wirklichkeit ist die Geſtalt und das Kleid seiner Vorſtellung. Der Wirklichkeit widerfährt aber in dieser Vorſtellung nicht ihr vollkommnes Recht, nemlich nicht nur Kleid zu ſeyn, sondern selbſtständiges freyes Daſeyn; und umgekehrt ist sie, weil ihr die Vollendung in ihr selbſt mangelt, eine beſtimmte Geſtalt, die nicht dasjenige erreicht, was sie darſtellen ſoll, nemlich den seiner selbſtbewuſsten Geiſt. Daſs seine Geſtalt ihn selbſt ausdrückte, müſste sie selbst nichts anderes ſeyn als er, und er sich so erſchienen oder wirklich ſeyn, wie er in seinem Wesen ist. Dadurch allein würde auch das erreicht, was die Foderung des Gegentheils zu seyn ſcheinen kann, nemlich daſs der Gegenſtand seines Bewuſstseyns die Form freyer Wirklichkeit zugleich hat; aber nur der Geiſt, der sich als abſoluter Geiſt Gegenſtand iſt, iſt ſich eine ebenso freye Wirklichkeit, als er darin seiner selbſt bewuſst bleibt.

679 Indem zunächst das Selbstbewuſstseyn und das eigentliche Bewuſstseyn, die Religion und der Geiſt in seiner Welt oder das Daſeyn des Geistes unterſchieden wird, ſo beſteht das letztere in dem Ganzen des Geiſtes, 1807 630 insofern ſeine Momente als auseinandertretend und jedes für sich sich darſtellt. Die Momente aber ſind das Bewuſstseyn, das Selbſtbewuſstseyn, die Vernunft und der Geiſt; — der Geiſt nemlich als unmittelbarer Geiſt, der noch nicht das Bewuſstseyn des Geiſtes iſt. Ihre zusammengefaſste Totalitat macht den Geiſt in seinem weltlichen Daſeyn überhaupt aus; der Geiſt als solcher enthält die bisherigen Geſtaltungen in den allgemeinen Beſtimmungen, den so eben genannten Momenten. Die Religion ſetzt den ganzen Ablauf derselben voraus, und ist die einfache Totalität oder das abſolute Selbſt derſelben. — Der Verlauf derſelben ist übrigens im Verhältniſſe zur Religion nicht in der Zeit vorzuſtellen. Der ganze Geiſt nur iſt in der Zeit, und die Geſtalten, welche Geſtalten des ganzen Geiſtes als ſolchen sind, ſtellen ſich in einer Aufeinanderfolge dar; denn nur das Ganze hat eigentliche Wirklichkeit, und daher die Form der reinen Freyheit gegen anderes, die ſich als Zeit ausdrückt. Aber die Momente deſſelben, Bewuſstseyn, Selbstbewuſstseyn, Vernunft und Geiſt haben, weil ſie Momente ſind, kein von einander verſchiednes Daſeyn. — Wie der Geiſt von ſeinen Momenten unterſchieden wurde, ſo ist noch drittens von dieſen Momenten ſelbſt ihre vereinzelnte Beſtimmung zu unterſcheiden. Jedes jener Momente ſahen wir nemlich wieder an ihm selbst sich in einem eignen Verlauffe unterscheiden und verschieden geſtalten; wie z. B. am Bewuſstseyn, die ſinnliche Gewiſsheit 1807 631 Wahrnehmung sich unterschied. Diese letztern Seiten treten in der Zeit auseinander, und gehören einem beſondern Ganzen an. — Denn der Geiſt ſteigt aus ſeiner Allgemeinheit durch die Beſtimmung zur Einzelnheit herab. Die Beſtimmung oder Mitte ist Bewuſstseyn, Selbſtbewuſstseyn u. ſ. f. Die Einzelnheit aber machen die Geſtalten dieser Momente aus Diese stellen daher den Geist in seiner Einzelnheit oder Wirklichkeit dar, und unterscheiden sich in der Zeit, so jedoch, daſs die folgende die vorhergehenden an ihr behält.

680 Wenn daher die Religion die Vollendung des Geistes ist, worin die einzelnen Momente deſſelben, Bewuſstseyn, Selbſtbewuſstseyn, Vernunft und Geiſt, als in ihren Grund zurückgehen und zurückgegangen sind, so machen sie zuſammen die daſeyende Wirklichkeit des ganzen Geiſtes aus, welcher nur ist, als die unterſcheidende und in sich zurückgehende Bewegung dieſer seiner Seiten. Das Werden der Religion überhaupt ist in der Bewegung der allgemeinen Momente enthalten. Indem aber jedes dieser Attribute, wie es nicht nur im allgemeinen sich beſtimmt, sondern wie es an und für sich ist, d. h. wie es in sich selbst sich als Ganzes verlaufft, dargeſtellt wurde, so ist damit auch nicht nur das Werden der Religion überhaupt entſtanden, sondern jene vollſtändigen Verläuffe der einzelnen Seiten enthalten zugleich die Beſtimmtheiten der Religion selbſt. Der ganze Geist, der Geiſt der Religion, ist wieder die Bewegung, 1807 632 aus seiner Unmittelbarkeit zum Wiſſen deſſen zu gelangen, was er an sich oder unmittelbar ist, und es zu erreichen, daſs die Geſtalt, in welcher er für sein Bewuſstseyn erscheint, seinem Wesen vollkommen gleiche, und er sich anschaue, wie er ist — In diesem Werden ist er also ſelbſt in beſtimmten Geſtalten, welche die Unterschiede dieser Bewegung ausmachen; zugleich hat damit die bestimmte Religion ebenso einen bestimmten wirklichen Geist. Wenn alſo dem sich wiſſenden Geiste überhaupt Bewuſstseyn, Selbstbewuſstseyn, Vernunft und Geist angehören, so gehören den beſtimmten Gestalten des sich wiſſenden Geistes die beſtimmten Formen an, welche sich innerhalb des Bewuſstseyns, Selbstbewuſstſeyns der Vernunft und des Geistes an jedem besonders entwickelten. Die beſtimmte Gestalt der Religion greifft für ihren wirklichen Geist aus den Gestalten eines jeden seiner Momente diejenige heraus, welche ihr entspricht. Die Eine Bestimmtheit der Religion greifft durch alle Seiten ihres wirklichen Daseyns hindurch und drückt ihnen diſs gemeinschafftliche Gepräge auf.

681 Auf diese Weise ordnen sich nun die Gestalten, die bis hieher auftraten, anders, als sie in ihrer Reihe erschienen, worüber vorher noch das nöthige kurz zu bemerken ist. — In der betrachteten Reihe bildete sich jedes Moment, sich in sich vertiefend, zu einem Ganzen in ſeinem eigenthümlichen Princip aus; und das Erkennen war die Tiefe, oder der 1807 633 Geist, worin sie, die für sich kein Beſtehen haben, ihre Subſtanz hatten. Diese Substanz ist aber nunmehr herausgetreten; sie ist die Tiefe des seiner selbst gewiſſen Geiſtes, welche es dem einzelnen Princip nicht gestattet, ſich zu isoliren und in sich selbst zum Ganzen zu machen, sondern diese Momente alle in sich versammelnd und zusammenhaltend, schreitet sie in diesem gesammten Reichthum ihres wirklichen Geistes fort, und alle seine besondern Momente nehmen und empfangen gemeinschaftlich die gleiche Bestimmtheit des Ganzen in sich. — Dieser seiner ſelbſt gewiſſe Geist und seine Bewegung ist ihre wahrhaffte Wirklichkeit, und das an und für sichſeyn, das jedem einzelnen zukommt. — Wenn alſo die bisherige Eine Reihe in ihrem Fortſchreiten durch Knoten die Rückgänge in ihr bezeichnete, aber aus ihnen sich wieder in Eine Länge fortsetzte, so ist sie nunmehr gleichſam an dieſen Knoten, den allgemeinen Momenten, gebrochen und in viele Linien zerfallen, welche in Einen Bund zusammengefaſst, sich zugleich ſymmetrisch vereinen, so daſs die gleichen Unterſcheide, in welche jede beſondre innerhalb ihrer sich gestaltete, zusammentreffen. — Es erhellt übrigens aus der ganzen Darstellung von selbſt, wie diese hier vorgestellte Beyordnung der allgemeinen Richtungen zu verſtehen ist, daſs es überflüſsig wird, die Bemerkung zu machen, daſs diese Unterschiede wesentlich nur als Momente des Werdens nicht als Theile zu faſſen sind; 1807 634 an dem wirklichen Geiſte sind sie Attribute seiner Substanz; an der Religion aber vielmehr nur Prädicate des Subjects. — Ebenso sind an sich oder für uns wohl alle Formen überhaupt im Geiste und in jedem enthalten; aber es kommt bey seiner Wirklickkeit überhaupt allein darauf an, welche Beſtimmtheit für ihn in seinem Bewuſstſeyn ist, in welcher er sein Selbst ausgedrückt oder in welcher Gestalt er sein Wesen weiſs.

682 Der Unterschied, der zwischen dem wirklichen Geiſte und ihm der sich als Geist weiſs, oder zwischen sich selbst als Bewuſstseyn und als Selbstbewuſstseyn gemacht wurde, ist in dem Geiſte aufgehoben, der sich nach seiner Wahrheit weiſs; sein Bewuſstseyn und sein Selbstbewuſstseyn sind ausgeglichen. Wie aber hier die Religion erst unmittelbar ist, ist dieser Unterschied noch nicht in den Geiſt zurückgegangen Es ist nur der Begriff der Religion gesetzt; in diesem ist das Wesen das Selbstbewuſstseyn, das sich alle Wahrheit ist, und in dieser alle Wirklichkeit enthält. Dieses Selbstbewuſstseyn hat als Bewuſstſeyn sich zum Gegenstande; der erst sich unmittelbar wiſſende Geist ist sich alſo Geist in der Form der Unmittelbarkeit, und die Bestimmtheit der Gestalt, worin er sich erscheint, ist die des Seyns. Diſs Seyn ist zwar weder mit der Empfindung oder dem mannichfaltigen Stoffe, noch mit sonstigen einseitigen Momenten, Zwecken und Bestimmungen erfüllt, sondern mit dem Geiste, und wird von sich 1807 635 als alle Wahrheit und Wirklichkeit gewuſst. Dieſe Erfüllung ist auf diese Weise ihrer Geſtalt, er als Wesen seinem Bewuſstſeyn nicht gleich. Er ist erst als absoluter Geist wirklich, indem er, wie er in der Gewiſsheit ſeiner ſelbſt, sich auch in seiner Wahrheit ist, oder die Extreme, in die er sich als Bewuſstſeyn theilt, in Geistsgestalt für einander sind. Die Gestaltung, welche der Geist als Gegenstand seines Bewuſstseyns annimmt, bleibt von der Gewiſsheit des Geistes, als von der Substanz erfüllt; durch diesen Inhalt verschwindet diſs, daſs der Gegenſtand zur reinen Gegenständlichkeit, zur Form der Negativität des Selbstbewuſstseyns herabsänke. Die unmittelbare Einheit des Geistes mit sich selbst ist die Grundlage oder reines Bewuſstſeyn, innerhalb deſſen das Bewuſstſeyn auseinander tritt. Auf diese Weiſe in sein reines Selbstbewuſstseyn eingeschloſſen, existirt er in der Religion nicht als der Schöpfer einer Natur überhaupt; sondern was er in dieser Bewegung hervorbringt, sind seine Gestalten als Geister, die zusammen die Vollständigkeit seiner Erscheinung ausmachen, und diese Bewegung selbst ist das Werden seiner vollkommnen Wirklichkeit durch die einzelnen Seiten derselben, oder seine unvollkommnen Wirklichkeiten.

683 Die erste Wirklichkeit deſſelben ist der Begriff der Religion selbst, oder sie als unmittelbare und also natürliche Religion; in ihr weiſs der Geist sich als seinen Gegenstand in natürlicher oder unmittelbarer 1807 636 Gestalt. Die Zweyte aber ist nothwendig diese, sich in der Geſtalt der aufgehobnen Natürlichkeit oder des Selbſts zu wiſſen. Sie ist also die künſtliche Religion; denn zur Form des Selbſts erhebt sich die Gestalt durch das Hervorbringen des Bewuſstseyns, wodurch dieses in seinem Gegenſtande sein Thun oder das Selbst anschaut. Die dritte endlich hebt die Einseitigkeit der beyden erſten auf; das Selbſt ist ebensowohl ein unmittelbares als die Unmittelbarkeit Selbſt ist. Wenn in der erſten der Geiſt überhaupt in der Form des Bewuſstseyns, in der Zweyten — des Selbstbewuſstseyns iſt, so iſt er in der dritten in der Form der Einheit beyder; er hat die Geſtalt des an und fürſichſeyns; und indem er also vorgeſtellt iſt, wie er an und für sich ist, so iſt diſs die offenbare Religion. Ob er aber in ihr wohl zu seiner wahren Geſtalt gelangt, so ist eben die Geſtalt selbſt und die Vorſtellung noch die unüberwundne Seite, von der er in den Begriff übergehen muſs, um die Form der Gegenſtändlichkeit in ihm ganz aufzulösen, in ihm, der ebenso diſs sein Gegentheil in sich schlieſst. Alsdann hat der Geiſt den Begriff seiner selbſt erfaſst, wie wir nur erſt ihn erfaſst haben, und seine Geſtalt oder das Element seines Daseyns, indem sie der Begriff iſt, iſt er ſelbſt.

1807 637

A. *Natürliche Religion*.

684 Der den Geist wiſſende Geist ist Bewuſstseyn seiner selbst, und ist sich in der Form des Gegenſtändlichen, er iſt; und ist zugleich das Fürſichseyn. Er ist für sich, er ist die Seite des Selbſtbewuſstseyns, und zwar gegen die Seite seines Bewuſstſeyns, oder des sich auf sich als Gegenſtand beziehens. In seinem Bewuſstseyn ist die Entgegensetzung und hiedurch die Beſtimmtheit der Gestalt, in welcher er sich erscheint und weiſs. Um diese ist es in dieser Betrachtung der Religion allein zu thun, denn sein ungestaltetes Wesen, oder sein reiner Begriff hat sich schon ergeben. Der Unterschied des Bewuſstseyns und Selbstbewuſstseyns fällt aber zugleich innerhalb des letztern; die Gestalt der Religion enthält nicht das Daseyn des Geistes, wie er vom Gedanken freye Natur, noch wie er vom Daseyn freyer Gedanke ist; sondern sie ist das im Denken erhaltne Daseyn, so wie ein Gedachtes, das sich da ist. — Nach der Beſtimmtheit dieser Gestalt, in welcher der Geist sich weiſs, unterscheidet sich eine 1807 638 Religion von einer andern; allein es ist zugleich zu bemerken, daſs die Darſtellung dieses seines Wiſſens von sich nach dieser einzelnen Beſtimmtheit in der That nicht das Ganze einer wirklichen Religion erschöpft. Die Reihe der verschiednen Religionen, die sich ergeben werden, stellt ebensosehr wieder nur die verschiednen Seiten einer einzigen, und zwar jeder einzelnen dar, und die Vorſtellungen, welche eine wirkliche Religion vor einer andern auszuzeichnen scheinen, kommen in jeder vor. Allein zugleich muſs die Verschiedenheit auch als eine Verschiedenheit der Religion betrachtet werden. Denn indem der Geist sich im Unterschiede seines Bewuſstseyns und seines Selbstbewuſstseyns befindet, so hat die Bewegung das Ziel, diesen Hauptunterschied aufzuheben, und der Geſtalt, die Gegenſtand des Bewuſstſeyns iſt, die Form des Selbstbewuſstseyns zu geben. Dieser Unterschied ist aber nicht dadurch schon aufgehoben, daſs die Geſtalten, die jenes enthält, auch das Moment des Selbsts an ihnen haben, und der Gott als Selbſtbewuſstseyn vorgeſtellt wird. Das vorgeſtellte Selbst ist nicht das wirkliche; daſs es, wie jede andre nähere Bestimmung der Gestalt, dieser in Wahrheit angehöre, muſs es theils durch das Thun des Selbstbewuſstseyns in sie gesetzt werden, theils muſs die niedrige Bestimmung von der höhern aufgehoben und begriffen zu seyn sich zeigen. Denn das Vorgestellte hört nur dadurch auf, vorgestelltes und seinem Wiſſen fremd zu seyn, daſs das Selbst es hervorgebracht hat, und also die 1807 639 Bestimmung des Gegenstandes als die seinige, somit sich in ihm anschaut. — Durch diese Thätigkeit ist die niedrigere Bestimmung zugleich verschwunden; denn das Thun ist das negative, das sich auf Kosten eines Andern ausführt; insofern sie auch noch vorkommt, so ist sie in die Unwesentlichkeit zurückgetreten; so wie dagegen, wo die niedrigere noch herrschend ist, die höhere aber auch vorkommt, die eine selbstlos neben der andern Platz hat. Wenn daher die verschiednen Vorstellungen innerhalb einer einzelnen Religion zwar die ganze Bewegung ihrer Formen darstellen, so iſt der Charakter einer jeden durch die besondre Einheit des Bewuſstseyns und des Selbstbewuſstseyns bestimmt, das ist, dadurch daſs das letztere die Bestimmung des Gegenstands des erstern in sich gefaſst, sie durch sein Thun sich vollkommen angeeignet und sie als die wesentliche gegen die andern weiſs. — Die Wahrheit des Glaubens an eine Bestimmung des religiösen Geistes zeigt sich darin, daſs der wirkliche Geist so beschaffen ist, wie die Gestalt, in der er sich in der Religion anschaut, — wie z. B. die Menschwerdung Gottes, die in der morgenländischen Religion vorkommt, keine Wahrheit hat, weil ihr wirklicher Geist ohne diese Versöhnung ist. — Hieher gehört es nicht, von der Totalität der Bestimmungen zu der einzelnen zurückzukehren, und zu zeigen, in welcher Gestalt innerhalb ihrer und ihrer besondern Religion die Vollständigkeit der übrigen enthalten iſt. Die höhere Form unter eine niedrigere zurückgestellt 1807 640 entbehrt ihrer Bedeutung für den selbstbewuſsten Geist, gehört ihm nur oberflächlich und seiner Vorstellung an. Sie ist in ihrer eigenthümlichen Bedeutung und da zu betrachten, wo sie Prineip dieser besondern Religion und durch ihren wirklichen Geist bewährt ist.

a, *Das Lichtwesen*.

685 Der Geist, als das Wesen, welches Selbſtbewuſstseyn ist, — oder das selbſtbewuſste Wesen, welches alle Wahrheit ist und alle Wirklichkeit als sich ſelbst weiſs, ist gegen die Realität, die er in der Bewegung seines Bewuſstseyns sich gibt, nur erst sein Begriff, und dieser Begriff ist gegen den Tag dieser Entfaltung die Nacht seines Wesens, gegen das Daseyn seiner Momente als selbstständiger Gestalten das schöpferische Geheimniſs seiner Geburt. Diſs Geheimniſs hat in sich selbst seine Offenbarung; denn das Daseyn hat in diesem Begriffe seine Nothwendigkeit, weil er der sich wiſſende Geist ist, also in seinem Wesen das Moment hat, Bewuſstseyn zu seyn und sich gegenständlich vorzustellen. — Es ist das reine Ich, das in seiner Entäuſſerung, in sich als allgemeinem Gegenſtande die Gewiſsheit seiner selbst hat, oder dieser Gegenstand ist für es die Durchdringung alles Denkens und aller Wirklichkeit.

1807 641

686 In der unmittelbaren ersten Entzweyung des sich wissenden absoluten Geistes hat seine Gestalt diejenige Bestimmung, welche dem unmittelbaren Bewuſstseyn oder der sinnlichen Gewiſsheit zukommt. Er schaut sich in der Form des Seyns an, jedoch nicht des geistlosen mit zufälligen Bestimmungen der Empfindung erfüllten Seyns, das der sinnlichen Gewiſsheit angehört, sondern es ist das mit dem Geiste erfüllte Seyn. Es schlieſst ebenso die Form in sich, welche an dem unmittelbaren Selbſtbewuſstseyn vorkam, die Form des Herrn gegen das von seinem Gegenstande zurücktretende Selbstbewuſstseyn des Geistes. — Diſs mit dem Begriffe des Geistes erfüllte Seyn ist also die Geſtalt der einfachen Beziehung des Geistes auf sich selbst, oder die Gestalt der Gestaltlosigkeit. Sie ist vermöge dieser Bestimmung das reine, alles enthaltende und erfüllende Lichtwesen des Aufgangs, das sich in seiner formlosen Substantialität erhält. Sein Andersseyn ist das ebenso einfache Negative, die Finſterniſs; die Bewegungen seiner eignen Entäuſſerung, seine Schöpfungen in dem widerstandslosen Elemente seines Andersſeyns sind Lichtgüſſe, sie sind in ihrer Einfachhett zugleich sein Fürsichwerden und Rückkehr aus seinem Daseyn, die Gestaltung verzehrende Feuerströme. Der Unterschied, den es sich gibt, wuchert zwar in der Subſtanz des Daseyns fort und geſtaltet sich zu den Formen der Natur; aber die wesentliche Einfachheit seines Denkens schweift bestandlos und unverständig in ihnen umher, 1807 642 erweitert ihre Gräutzen zum Maſslosen, und löſst ihre zur Pracht geſteigerte Schönheit in ihrer Erhabenheit auf.

687 Der Inhalt, den diſs reine Seyn entwickelt, oder sein Wahrnehmen iſt daher ein wesenloses Beyherspielen an dieser Substanz, die nur aufgeht, ohne in sich niederzugehen, Subject zu werden und durch das Selbst ihre Unterschiede zu befestigen Ihre Bestimmungen sind nur Attribute, die nicht zur Selbstständigkeit gedeihen, sondern nur Nahmen des vielnahmigen Einen bleiben. Dieses ist mit den mannichfachen Kräfften des Daseyns und den Geſtalten der Wirklichkeit als mit einem selbstlosen Schmucke angekleidet; sie sind nur eignen Willens entbehrende Boten seiner Macht, Anschauungen seiner Herrlichkeit und Stimmen seines Preises.

688 Diſs taumelnde Leben aber muſs sich zum Fürſichseyn beſtimmen, und seinen verschwindenden Gestalten Bestehen geben. Das unmittelbare Seyn, in welchem es sich seinem Bewuſstseyn gegenüberſtellt, iſt selbſt die negative Macht, die seine Unterschiede auflöst. Es ist also in Wahrheit das Selbſt; und der Geist geht darum dazu über, sich in der Form des Selbsts zu wiſſen. Das reine Licht wirft seine Einfachheit als eine Unendlichkeit von Formen auseinander und gibt sich dem Fürsichseyn zum Opfer dar, daſs das Einzelne sich das Bestehen an seiner Substanz sich nehme.

1807 643

b. *Die Pflanze und das Thier*.

689 Der selbstbewuſste Geist, der aus dem gestaltlosen Wesen in sich gegangen, oder seine Unmittelbarkeit zum Selbst überhaupt erhoben, bestimmt seine Einfachheit als eine Mannichfaltigkeit des Fürsichseyns, und ist die Religion der geistigen Wahrnehmung, worin er in die zahllose Vielheit schwächerer und kräftigerer, reicherer und ärmerer Geister zerfällt. Dieser Pantheismus, zunächst das ruhige Bestehen dieser Geisteratomen, wird zur feindseligen Bewegung in sich selbst. Die Unschuld der Blumenreligion, die nur selbstlose Vorstellung des Selbsts ist, geht in den Ernst des kämpfenden Lebens, in die Schuld der Thierreligion, die Ruhe und Ohnmacht der anschauenden Individualität in das zerstörende Fürsichseyn über. — Es hilft nichts, den Dingen der Wahrnehmung den Tod der Abſtraction genommen, und sie zu Wesen geistiger Wahrnehmung erhoben zu haben; die Beseelung dieses Geisterreichs hat ihn durch die Bestimmtheit und die Negativität an ihr, die über die unschuldige Gleichgültigkeit derselben übergreifft. Durch sie wird die Zerstrenung in die Mannichfaltigkeit der ruhigen Pflanzen Gestalten eine feindselige Bewegung, worin sie der Haſs ihres Fürsichseyns aufreibt. — Das wirkliche Selbſtbewuſstseyn dieses zerstreuten Geistes 1807 644 ist eine Menge vereinzelnter ungeselliger Völkergeister, die in ihrem Haffe sich auf den Tod bekämpfen, und bestimmter Thiergestalten als ihres Wesens sich bewuſst werden, denn sie sind nichts anderes als Thiergeister, sich absondernde ihrer ohne Allgemeinheit bewuſste Thierleben.

690 In diesem Haffe reibt sich aber die Bestimmtheit des rein negativen Fürsichseyns auf, und durch diese Bewegung des Begriffs tritt der Geist in eine andere Gestalt. Das aufgehobne Fürsichseyn ist die Form des Gegenstandes, die durch das Selbst hervorgebracht oder die vielmehr das hervorgebrachte, sich aufreibende d. h. zum Dinge werdende Selbst ist. Ueber die nur zerreiffenden Thiergeister behält daher der Arbeitende die Oberhand, deſſen Thun nicht nur negativ, sondern beruhigt und positiv ist. Das Bewuſstseyn des Geistes ist also nunmehr die Bewegung, die über das unmittelbare Ansichseyn wie über das abstrachte Fürsichseyn hinaus ist. Indem das Ansich zur einer Bestimmtheit durch den Gegensatz herabgesetzt ist, ist es nicht mehr die eigne Form des absoluten Geistes, sondern eine Wirklichkeit, die sein Bewuſstseyn sich entgegengesetzt als das gemeine Daseyn vorfindet, sie aufhebt, und ebenso nicht nur diſs aufhebende Fürsichseyn ist, sondern auch seine Vorstellung, das zur Form eines Gegenstandes herausgesetzte Fürsichseyn hervorbringt. Diſs Hervorbringen ist jedoch noch nicht das vollkommne, sondern eine bedingte Thätigkeit und das Formiren eines Vorhandnen.

1807 645

c. *Der Werkmeister*.

691 Der Geist erscheint also hier als der Werkmeister, und sein Thun, wodurch er sich selbst als Gegenstand hervorbringt, aber den Gedanken seiner noch nicht erfaſst hat, ist ein instinctartiges Arbeiten, wie die Bienen ihre Zellen bauen.

692 Die erste Form, weil sie die unmittelbare ist, ist sie die abstracte des Verstandes, und das Werk noch nicht an ihm selbst vom Geiste erfüllt. Die Kryſtalle der Pyramiden und Obelisken, einfache Verbindungen gerader Linien, mit ebnen Oberflächen und gleichen Verhältniſſen der Theile, an denen die Incommensurabilität des Runden vertilgt ist, sind die Arbeiten dieses Werkmeisters der strengen Form. Um der bloſsen Verständigkeit der Form willen ist sie nicht ihre Bedeutung an ihr selbst, nicht das geistige Selbst. Die Werke empfangen also nur den Geist entweder in sich, als einen fremden abgeschiednen Geist, der seine lebendige Durchdringung mit der Wirklichkeit verlaffen, selbst todt in diese des Lebens entbehrende Kryſtallc einkehrt; — oder sie beziehen sich äufferlich auf ihn als auf einen solchen, der selbst äuſſerlich und nicht als Geist da ist — als auf das aufgehende Licht, das seine Bedeutung auf sie wirft.

693 Die Trennung, von welcher der arbeitende Geist ausgeht, des Ansichseyns, das zum Stoffe wird, den er 1807 646 verarbeitet, — und des Fürsichseyns, welche die Seite des arbeitenden Selbstbewuſstseyns ist, ist ihm in seinem Werke gegenständlich geworden. Seine fernere Bemühung muſs dahin gehen, diese Trennung der Seele und des Leibs aufzuheben, jene an ihr selbst zu bekleiden und zu gestalten, diesen aber zu beseelen. Beide Seiten, indem sie einander näher gebracht werden, behalten dabey die Bestimmtheit des vorgestellten Geistes, und seiner umgebenden Hülle gegeneinander; seine Einigkeit mit sich selbst enthält diesen Gegensatz der Einzelnheit und Allgemeinheit. Indem das Werk in seinen Seiten sich selbst nähert, so geschieht dadurch zugleich auch das andre, daſs es dem arbeitenden Selbſtbewuſstseyn naher tritt, und dieses zum Wiſſen seiner, wie es an und für sich ist, in dem Werke gelangt. So aber macht es nur erst die abstracte Seite der Thätigkeit des Geistes aus, welche nicht in sich selbst noch ihren Inhalt, sondern an seinem Werke, das ein Ding ist, weiſs. Der Werkmeister selbst der ganze Geist, ist noch nicht erschienen, sondern ist das noch innre verborgne Wesen, welches als Ganzes, nur zerlegt in das thätige Selbstbewuſstseyn und in seinen hervorgebrachten Gegenstand, vorhanden ist.

694 Die umgebende Behausung also, die äuſſere Wirklichkeit, die nur erst in die abstracte Form des Verstandes erhoben ist, arbeitet der Werkmeister zur beseeltern Form aus. Er verwendet das Pflanzenleben dazu, das nicht mehr, wie dem frühern unmächtigen 1807 647 Pantheismus heilig ist, sondern von ihm, der sich als das fürsichseyende Wesen erfaſst, als etwas brauchbares genommen und zur Auffenseite und Zierde zu rückgesetzt wird. Es wird aber nicht unverändert verwendet, sondern der Arbeiter der selbstbewuſsten Form vertilgt zugleich die Vergänglichkeit, welche die unmittelbare Existenz dieses Lebens an ihm hat, und nähert seine organischen Formen den strengern und allgemeinern des Gedankens. Die organische Form, die freygelaſſen in der Besonderheit fortwuchert, ihrerseits von der Form des Gedankens unterjocht, erhebt andererseits diese geradlmigten und ebnen Gestalten zur beseeltern Rundung, — eine Vermischung, welche die Wurzel der freyen Architectur wird.

695 Diese Wohnung, die Seite des allgemeinen Elements oder der unorganischen Natur des Geistes schlieſst nun auch eine Gestalt der Einzelnheit in sich, die den vorher von dem Daseyn abgeschiednen ihm innern oder äuſſerlichen Geist der Wirklichkeit näher bringt, und dadurch das Werk dem thätigen Selbſtbewuſstseyn gleicher macht. Der Arbeiter greift zuerst zur Form des Fürsichseyns überhaupt, zur Thiergestalt. Daſs er sich seiner nicht mehr unmittelbar im Thierleben bewuſst ist, beweiſst er dadurch, daſs er gegen dieses sich als die hervorbringende Kraft constituirt und in ihm als seinem Werke sich weiſs; wodurch sie zugleich eine aufgehobne und die Hieroglyphe einer andern Bedeutung, eines 1807 648 Gedankens wird. Daher wird sie auch nicht mehr allein und ganz vom Arbeiter gebraucht, sondern mit der Gestalt des Gedankens, mit der menschlichen, vermischt. Noch fehlt dem Werke aber die Gestalt und Daseyn, worin das Selbst als Selbst existirt; — es fehlt ihm noch diſs, an ihm selbst es auszusprechen, daſs es eine innre Bedeutung in sich schlieſst, es fehlt ihm die Sprache, das Element, worin der erfüllende Sinn selbst vorhanden ist. Das Werk daher, wenn es sich von dem Thierischen auch ganz gereinigt, und die Gestalt des Selbstbewuſstseyns allein an ihm trägt, ist die noch tonlose Gestalt, die des Strahls der aufgehenden Sonne bedarf, um Ton zu haben, der vom Lichte erzeugt, auch nur Klang und nicht Sprache ist, nur ein äusseres Selbst, nicht das innre zeigt.

696 Diesem äuſſern Selbst der Gestalt steht die andere gegenüber, welche anzeigt, ein Innres an ihr zu haben. Die in ihr Wesen zurückgehende Natur setzt ihre lebendige sich vereinzelnde und in ihrer Bewegung sich verwirrende Mannichfaltigkeit zu einem unwesentlichen Gehäuse herab, das die Decke des Innern ist; und dieses Innre ist zunächst noch die einfache Finsterniſs, das Unbewegte, der schwarze formlose Stein.

697 Beyde Darstellungen enthalten die Innerlichkeit und das Daseyn, — die beyden Momente des Geistes; und beyde Darstellungen beyde zugleich in entgegengesetztem Verhältniſſe, das Selbst sowohl als 1807 649 Inres wie als Aeuſſeres. Beydes ist zu vereinigen. — Die Seele der menschlich geformten Bildsäule kommt noch nicht aus dem Innern, ist noch nicht die Sprache, das Daseyn, das an ihm selbst innerlich ist, — und das Innre des vielformigen Daseyns ist noch das tonlose sich nicht in sich selbst unterscheidende, und von seinem Aeuffern, dem alle Unterschiede gehören, noch getrennte. — Der Werkmeister vereint daher beydes in der Vermischung der natürlichen und der selbstbewuſsten Gestalt, und diese zweydeutigen sich selbst räthselhaften Wesen, das bewuſste ringend mit dem bewuſstlosen, das einfache Innre mit dem vielgestalteten Aeuſſern, die Dunkelheit des Gedankens mit der Klarheit der Aeuſſerung paarend, brechen in die Sprache tiefer schwerverständlicher Weisheit aus.

698 In diesem Werke hört die instinctartige Arbeit auf, die dem Selbstbewuſstſeyn gegenüber das bewuſstlose Werk erzeugte; denn in ihm kommt der Thätigkeit des Werkmeisters, welche das Selbstbewuſstseyn ausmacht, ein ebenso selbstbewuſstes, sich ausſprechendes Innres entgegen. Er hat sich darin zu der Entzweyung seines Bewuſstseyns emporgearbeitet, worin der Geist dem Geiste begegnet. In dieser Einheit des selbstbewuſsten Geistes, mit sich selbst, insofern er sich Gestalt und Gegenstand seines Bewuſstſeyns ist, reinigen sich also seine Vermischungen mit der bewuſstlosen Weise der unmittelbaren Naturgestalt. Diese Ungeheuer an Gestalt 1807 650 Rede und That lösen sich zur geistigen Gestaltung auf, — einem Aeuſſern das in sich gegangen, — einem Innern das sich aus sich und an sich selbst äussert; zum Gedanken, der sich gebährendes und seine Gestalt ihm gemäſs erhaltendes und klares Daseyn ist. Der Geist ist Künſtler.

1807 651

B. *Die Kunst-Religion*.

699 Der Geist hat seine Gestalt, in welcher er für sein Bewuſstseyn ist, in die Form des Bewuſstſeyns selbst erhoben, und bringt eine solche sich hervor. Der Werkmeister hat das synthetische Arbeiten, das Vermischen der fremdartigen Formen des Gedankens und des Natürlichen aufgegeben; indem die Gestalt die Form der selbstbewuſsten Thätigkeit gewonnen, ist er geistiger Arbeiter geworden.

700 Fragen wir darnach, welches der wirkliche Geist ist, der in der Kunstreligion das Bewuſstseyn seines absoluten Wesens hat, so ergibt sich, daſs es der sittliche oder der wahre Geist ist. Er ist nicht nur die allgemeine Substanz aller Einzelnen, sondern indem sie für das wirkliche Bewuſstſeyn die Gestalt des Bewuſstſeyns hat, so heiſst diſs soviel, daſs sie, die Individualisation hat, von ihnen als ihr eignes Wesen und Werk gewuſst wird. Weder ist sie so für sie das Lichtwesen, in deſſen Einheit das Fürsichseyn des Selbstbewuſstseyns nur negativ, nur 1807 652 vergehend enthalten ist, und den Herrn seiner Wirklichkeit auschaut, — noch ist sie das rastlose Verzehren sich haſſender Völker, — noch die Unterjochung derselben zu Kasten, die zusammen den Schein der Organisation eines vollendeten Ganzen ausmachen, dem aber die allgemeine Freyheit der Individuen fehlt. Sondern er ist das freye Volk, worin die Sitte die Substanz aller ausmacht, deren Wirklichkeit und Daseyn alle und jeder einzelne als seinen Willen und That weiſs.

701 Die Religion des sittlichen Geistes ist aber seine Erhebung über seine Wirklichkeit, das Zurückgehen aus seiner Wahrheit in das reine Wiſſen seiner selbſt. Indem das sittliche Volk in der unmittelbaren Einheit mit seiner Substanz lebt, und das Princip der reinen Einzelnheit des Selbstbewuſstseyns nicht an ihm hat, so tritt seine Religion in ihrer Vollendung erst im Scheiden von seinem Bestehen auf. Denn die Wirklichkeit der sittlichen Substanz beruht theils auf ihrer ruhigen Unwandelbarkeit gegen die absolute Bewegung des Selbstbewuſstseyns, und hiemit darauf daſs dieses noch nicht aus seiner ruhigen Sitte und seinem festen Vertrauen in sich gegangen ist; — theils auf seiner Organisation in eine Vielheit von Rechten und Pflichten, so wie in die Vertheilung in die Maſſen der Stände und ihres besondern Thuns, das zum Ganzen zusammenwirkt; — hiemit darauf daſs der Einzelne mit der Beschrankung seines Daseyns zufrieden ist, und den schrankenlosen 1807 653 Gedanken seines freyen Selbsts noch nicht erfaſst hat. Aber jenes ruhige unmittelbare Vertrauen zur Substanz geht in das Vertrauen zu sich und in die Gewiſsheit seiner selbst zurück, und die Vielheit der Rechte und Pflichten wie das beschränkte Thun ist dieselbe dialektische Bewegung des Sittlichen, als die Vielheit der Dinge und ihrer Bestimmungen, — eine Bewegung, die nur in der Einfachheit des seiner gewiſſen Geistes ihre Ruhe und Festigkeit findet. — Die Vollendung der Sittlichkeit zum freyen Selbstbewuſstseyn und das Schicksal der sittlichen Welt ist daher die in sich gegangene Individualität, der absolute Leichtsinn des sittlichen Geistes, der alle festen Unterschiede seines Bestehens und die Maſſen seiner organischen Gegliederung in sich aufgelöst, und vollkommen seiner sicher zur schrankenlosen Freudigkeit und zum freysten Genuſſe seiner selbst gelangt ist. Diese einfache Gewiſsheit des Geistes in sich ist das Zweydeutige, ruhiges Bestehen und feste Wahrheit, — so wie absolute Unruhe und das Vergehen der Sittlichkeit zu seyn. Sie schlägt aber in das letztre um, denn die Wahrheit des sittlichen Geistes ist nur erst noch diſs substantielle Wesen und Vertrauen, worin das Selbst sich nicht als freye Einzelheit weiſs, und das daher in dieser Innerlichkeit oder in dem Freywerden des Selbsts zu Grunde geht. Indem also das Vertrauen gebrochen, die Substanz des Volks in sich geknickt ist, so ist der Geist, der die Mitte von bestandlosen Extremen war, nunmehr 1807 654 in das Extrem des sich als Wesen erfaſſenden Selbstbewuſstseyns herausgetreten. Dieses ist der in sich gewiſſe Geist, der über den Verlust seiner Welt trauert und sein Wesen, über die Wirklichkeit erhoben, nun aus der Reinheit des Selbsts hervorbringt.

702 In solcher Epoche tritt die absolute Kunst hervor; früher ist sie das instinctartige Arbeiten, das ins Daseyn versenkt aus ihm heraus und in es hineinarbeitet, nicht an der freyen Sittlichkeit seine Substanz, und daher auch zum arbeitenden Selbst nicht die freye geistige Thätigkeit hat. Später ist der Geist über die Kunst hinaus, um seine höhere Darstellung zu gewinnen; — neinlich nicht nur die aus dem Selbst geborne Substanz, sondern in seiner Darstellung als Gegenstand, dieses Selbst zu seyn, nicht nur aus seinem Begriffe sich zu gebähren, sondern seinen Begriff selbst zur Gestalt zu haben, so daſs der Begriff und das erzeugte Kunstwerk sich gegenseitig als ein und daſſelbe wiſſen.

703 Indem also die sittliche Substanz aus ihrem Daseyn sich in ihr reines Selbstbewuſstseyn zurückgenommen, so ist dieses die Seite des Begriffs oder der Thätigkeit, mit welcher der Geist sich als Gegenstand hervorbringt. Sie ist reine Form, weil der Einzelne im sittlichen Gehorsam und Dienste sich alles bewuſstlose Daseyn und feste Bestimmung so abgearbeitet hat, wie die Substanz selbst diſs flüſſige Wesen geworden ist. Diese Form ist die Nacht, worin die Substanz verrathen ward, und sich zum Subjecte machte; aus 1807 655 dieser Nacht der reinen Gewiſsheit seiner selbst ist es, daſs der sittliche Geist als die von der Natur und seinem unmittelbaren Daseyn befreyte Gestalt aufersteht.

704 Die Exiſtenz des reinen Begriffs, in den der Geiſt aus seinem Körper geflohen, ist ein Individuum, das er sich zum Gefäſſe seines Schmerzens erwählt. Er ist an diesem, als sein Allgemeines und seine Macht, von welcher es Gewalt leidet, — als sein Pathos, dem hingegeben sein Selbstbewuſstseyn die Freyheit verliert. Aber jene positive Macht der Allgemeinheit wird vom reinen Selbst des Individuums, als der negativen Macht, bezwungen. Diese reine Thätigkeit, ihrer unverlierbaren Krafft bewuſst, ringt mit dem ungestalteten Wesen; Meister darüber werdend hat sie das Pathos zu ihrem Stoffe gemacht und sich ihren Inhalt gegeben, und diese Einheit tritt als Werk heraus, der allgemeine Geist individualisirt und vorgestellt.

a. *Das abstracte Kunstwerk*.

705 Das erste Kunstwerk ist als das unmittelbare, das abstracte und einzelne. Seinerseits hat es sich aus der unmittelbaren und gegenständlichen Weise dem Selbſtbewuſstseyn entgegen zu bewegen, wie andererseits dieses für sich im Cultus darauf geht, die 1807 656 Unterscheidung aufzuheben, die es sich zuerst gegen seinen Geist gibt, und hiedurch das an ihm selbst belebte Kunstwerk hervorzubringen.

706 Die erste Weiſe, in welcher der künstlerische Geist seine Gestalt und sein thätiges Bewuſstſeyn am weitesten voneinander entfernt, ist die unmittelbare, daſs jene als Ding überhaupt da ist. — Sie zerfällt an ihr in den Unterschied der Einzelnheit, welche die Gestalt des Selbsts an ihr hat, — und der Allgemeinheit, welche das unorganische Wesen in Bezug auf die Gestalt, als seine Umgebung und Behausung, darstellt. Diese gewinnt durch die Erhebung des Ganzen in den reinen Begriff, ihre reine dem Geiste angehörige Form. Sie ist weder der verständige Krystall, der das todte behauſst, oder von der äuſſerlichen Seele beschienen wird, — noch die aus der Pflanze erst hervorgehende Vermischung der Formen der Natur und des Gedankens, deſſen Thätigkeit hierin noch ein Nachahmen ist. Sondern der Begriff streifft das ab, was von der Wurzel, dem Geäſte und Geblätter den Formen noch anklebt, und reinigt sie zu Gebilden, worin das Geradlinigte und Ebne des Krystalls in incommensurable Verhältniſſe erhoben ist, so daſs die Beseelung des Organischen in die abstracte Form des Verstandes aufgenommen und zugleich ihr Wesen, die Incommensurabilität für den Verstand erhalten wird.

707 Der innwohnende Gott aber ist der aus dem Thiergehäuse hervorgezogne schwarze Stein, der mit dem 1807 657 Lichte des Bewuſstseyns durchdrungen ist. Die menschliche Gestalt ſtreifft das thierische. mit der ſie vermischt war, ab; das Thier ist für den Gott nur eine zufällige Verkleidung; es tritt neben seine wahre Gestalt, und gilt für sich nichts mehr, sondern ist zur Bedeutung eines andern, zum bloſſen Zeichen, herabgesunken. Die Geſtalt des Gottes ſtreift ebendadurch an ihr ſelbſt auch die Bedürftigkeit der natürlichen Bedingungen des thieriſchen Daseyns ab, und deutet die innerlichen Anſtalten des organischen Lebens in ihre Oberfläche verſchmolzen und nur dieser angehörig an. — Das Weſen des Gottes aber iſt die Einheit des allgemeinen Daſeyns der Natur und des ſelbſtbewuſsten Geiſtes, der in ſeiner Wirklichkeit jenem gegenüberſtehend erſcheint. Zugleich zunächſt eine einzelne Geſtalt, iſt ſein Daſeyn eines der Elemente der Natur, ſo wie ſeine ſelbſtbewuſste Wirklichkeit ein einzelner Volksgeiſt. Aber jenes iſt in dieſer Einheit das in den Geiſt reflectirte Element, die durch den Gedanken verklärte, mit dem ſelbſtbewuſsten Leben geeinte Natur. Die Göttergeſtalt hat darum ihr Naturelement als ein aufgehobnes, als eine dunkle Erinnerung in ihr. Das wüſte Weſen und der verworrene Kampf des freyen Daſeyns der Elemente, das unſittliche Reich der Titanen, iſt beſiegt, und an den Saum der ſich klar gewordnen Wirklichkeit, an die trüben Gräntzen der ſich im Geiſte findenden und beruhigten Welt verwieſen. Diese 1807 658 alten Götter, in welche das Lichtwesen, mit der Finſterniſs zeugend, ſich zunächſt beſondert, der Himmel, die Erde, der Ocean, die Sonne, das blinde typhoniſche Feuer der Erde u. s. f. ſind durch Geſtalten erſetzt, die an ihnen nur noch den dunkel erinnernden Anklang an jene Titanen haben, und nicht mehr Naturweſen, ſondern klare ſittliche Geiſter der ſelbſtbewuſsten Völker sind.

708 Dieſe einfache Geſtalt hat alſo die Unruhe der unendlichen Vereinzelung — ihrer ſowohl als des Naturelements, das nur als allgemeines Weſen nothwendig, in ſeinem Daſeyn und Bewegung aber ſich zufällig verhält, — wie ihrer als des Volks, das in die beſondere Maſſen des Thuns und in die individuellen Punkte des Selbſtbewuſstseyns zerſtreut ein Daſeyn mannichfaltigen Sinnes und Thuns hat — an ſich vertilgt und in ruhige Individualität zuſammenbefaſst. Es ſteht ihr daher das Moment der Unruhe, ihr — dem Weſen das Selbſtbewuſstſeyn gegenüber, das als die Geburtsſtätte derſelben für ſich nichts übrig behielt, als die reine Thätigkeit zu ſeyn. Was der Subſtanz angehört, gab der Künſtler ganz ſeinem Werke mit, ſich ſelbſt aber als einer beſtimmten Individualität in ſeinem Werke keine Wirklichkeit; er konnte ihm die Vollendung nur dadurch ertheilen, daſs er ſeiner Beſonderheit ſich entäuſſerte, und zur Abſtraction des reinen Thuns ſich entkörperte und ſteigerte. — In dieſer erſten unmittelbaren Erzeugung iſt die Trennung des Werks, und ſeiner 1807 659 ſelbſtbewuſsten Thätigkeit noch nicht wieder vereinigt; das Werk iſt daher nicht für ſich das wirklich beſeelte, ſondern es iſt Ganzes nur mit ſeinem Werden zuſammen. Das gemeine an dem Kunſtwerke, daſs es im Bewuſstseyn erzeugt, und von Menſchenhänden gemacht iſt, iſt das Möment des als Begriff exiſtirenden Begriffes, der ihm gegenübertritt. Und wenn dieſer, als Künſtler oder als Betrachter, das Kunſtwerk als an ihm ſelbſt abſolnt beſeelt auszuſprechen, und ſich; den thuenden oder ſchauenden, zu vergeſſen uneigennützig genug iſt, ſo muſs hiegegen der Begriff des Geiſtes feſtgehalten werden, der des Moments nicht entbehren kann, ſeiner ſelbſt bewuſst zu ſeyn. Diſs Moment aber ſteht dem Werke gegenüber, weil er in dieſer ſeiner erſten Entzweyung beyden Seiten ihre abſtracten Beſtimmungen des Thuns und Dingſeyns gegeneinander gibt, und ihre Rückkehr in die Einheit, von der ſie ausgingen, noch nicht zu Stande gekommen iſt.

709 Der Künſtler erfährt alſo an ſeinem Werke, daſs er kein ihm gleiches Weſen hervorbrachte. Es kommt ihm zwar daraus ein Bewuſstseyn ſo zurück, daſs eine bewundernde Menge es als den Geiſt, der ihr Weſen iſt, verehrt. Aber dieſe Beſeelung, indem ſie ihm ſein Selbſtbewuſstſeyn nur als Bewunderung erwiedert, iſt vielmehr ein Bekenntniſs, das dieſe Beſeelung an den Künſtler ablegt, nicht ſeines gleichen zu ſeyn. Indem es ihm als Freudigkeit überhaupt 1807 660 zurückkommt, findet er darin nicht den Schmerz ſeiner Bildung und Zeugung, nicht die Anſtrengung ſeiner Arbeit. Sie mögen das Werk auch noch beurtheilen, oder ihm Opfer bringen, auf welche Art es ſey, ihr Bewuſstseyn darein legen, — wenn ſie ſich mit ihrer Kenntniſs darüber ſetzen, weiſs er, wie viel mehr ſeine That als ihr Verſtehen und Reden iſt; — wenn ſie ſich darunter ſetzen und ihr ſie beherrſchendes Weſen darin erkennen, weiſs er ſich als den Meiſter desſelben.

710 Das Kunſtwerk erfodert daher ein anderes Element ſeines Daſeyns, der Gott einen andern Hervorgang, als dieſen, worin er aus der Tiefe ſeiner ſchöpferiſchen Nacht in das Gegentheil in die Aeuſſerlichkeit, die Beſtimmung des ſelbſtbewuſstlosen Dinges herabfällt. Diſs höhere Element iſt die Sprache, — ein Daſeyn, das unmittelbar ſelbſtbewuſste Exiſtenz iſt. Wie das einzelne Selbſtbewuſstſeyn in ihr da iſt, iſt es ebenſo unmittelbar als eine allgemeine Anſteckung; die vollkommne Beſonderung des Fürſichſeyns iſt zugleich die Flüſſigkeit und die allgemein mitgetheilte Einheit der vielen Selbſt; ſie iſt die als Seele exiſtirende Seele. Der Gott alſo, der die Sprache zum Elemente ſeiner Geſtalt hat, iſt das an ihm ſelbſt beſeelte Kunſtwerk, das die reine Thätigkeit, die ihm, der als Ding exiſtirte, gegenüber war, unmittelbar in ſeinem Daſeyn hat. Oder das Selbſtbewuſstseyn bleibt in dem gegenſtändlich werden ſeines Weſens unmittelbar bey ſich. Es iſt, ſo 1807 661 in ſeinem Weſen bey ſich ſelbſt ſeyend, reines Denken oder die Andacht, deren Innerlichkeit in der Hymne zugleich Daſeyn hat. Sie behält die Einzelnheit des Selbſtbewuſstseyns in ihr, und vernommen iſt dieſe Einzelnheit zugleich als allgemeine da; die Andacht in allen angezündet iſt der geiſtige Strom, der in der Vielfachheit des Selbſtbewuſstſeyns, ſeiner als eines gleichen Thuns Aller, und als einfaches Seyn bewuſst iſt; der Geiſt hat als dieſes allgemeine Selbſtbewuſstseyn Aller ſeine reine Innerlichkeit ebenſowohl als das Seyn für Andre und das Fürſichſeyn der Einzelnen in Einer Einheit.

711 Dieſe Sprache unterſcheidet ſich von einer andern Sprache des Gottes, die nicht die des allgemeinen Selbſtbewuſstseyns iſt. Das Orakel ſowohl des Gottes der künſtleriſchen, als der vorhergehenden Religionen iſt die nothwendige erſte Sprache deſſelben, denn in ſeinem Begriffe liegt ebenſowohl, daſs er das Weſen der Natur als des Geiſtes iſt, und daher nicht nur natürliches ſondern auch geiſtiges Daſeyn hat. Inſofern diſs Moment erſt in ſeinem Begriffe liegt, und noch nicht in der Religion realiſirt iſt, ſo iſt die Sprache für das religiöſe Selbſtbewuſstseyn Sprache eines fremden Selbſtbewuſstseyns. Das ſeiner Gemeine noch fremde Selbſtbewuſstſeyn iſt noch nicht so da, wie ſein Begriff fodert. Das Selbſt iſt das einfache und dadurch ſchlechthin allgemeine Fürſichſeyn; jenes aber, das von dem Selbſtbewuſstſeyn der Gemeine getrennt iſt, iſt nur erſt ein einzelnes. — Der Inhalt dieſer eignen und 1807 662 einzelnen Sprache ergibt ſich aus der allgemeinen Beſtimmtheit, in welcher der abſolute Geiſt überhaupt in ſeiner Religion geſetzt iſt. — Der allgemeine Geiſt des Aufgangs, der ſein Daſeyn noch nicht beſondert hat, ſpricht alſo ebenſo einfache und allgemeine Sätze vom Weſen aus, deren ſubſtantieller Inhalt in ſeiner einfachen Wahrheit erhaben iſt, aber um dieſer. Allgemeinheit willen, dem weiter ſich fortbildenden Selbſtbewuſstseyn zugleich trivial erſcheint.

712 Das weiter gebildete Selbſt, das ſich zum Fürſichſeyn erhebt, iſt über das reine Pathos der Subſtanz, über die Gegenſtändlichkeit des aufgehenden Lichtweſens Meiſter, und weiſs jene Einfachheit der Wahrheit, als das anſichſeyende, das nicht die Form des zufälligen Daſeyns durch eine fremde Sprache hat, ſondern als das ſichre und ungeſchriebene Geſetze der Götter das ewig lebt, und von dem niemand weiſs, von wannen es erſchien. — Wie die allgemeine Wahrheit, die vom Lichtweſen geoffenbart wurde, hier ins Innre oder Untre zurückgetreten, und damit der Form der zufälligen Erſcheinung enthoben iſt, ſo iſt dagegen in der Kunſtreligion, weil die Geſtalt des Gottes das Bewuſstseyn und damit die Einzelnheit überhaupt angenommen hat, die eigne Sprache des Gottes, der der Geiſt des ſittlichen Volkes iſt, das Orakel, das die beſondern Angelegenheiten deſſelben weiſs, und das Nützliche darüber kund thut. Die allgemeinen Wahrheiten aber, weil ſie als das anſichſeyende gewuſst werden, vindicirt ſich das wiſſende Denken, und die Sprache derſelben iſt 1807 663 ihm nicht mehr eine fremde, ſondern die eigne. Wie, jener Weiſe des Alterthums, was gut und schön ſey in ſeinem eignen Denkenſuchte, dagegen den ſchlechten zufälligen Inhalt des Wiſſens, ob es ihm gut ſey mit dieſem oder jenem umzugehen, oder einem Bekannten gut, dieſe Reiſe zu machen und dergleichen bedeutungsloſe Dinge, dem Dämon zu wiſſen überlieſs, ebenſo hohlt das allgemeine Bewuſstseyn das Wiſſen vom Zufälligen von den Vögeln, oder von den Bäumen oder von der gährenden Erde, deren Dampf dem Selbſtbewuſstseyn ſeine Beſonnenheit nimmt; denn das Zufällige iſt das Unbeſonnene und Fremde, und das ſittliche Bewuſstseyn läſst ſich alſo auch, wie durch ein Würfeln, auf eine unbeſonnene und fremde Weiſe darüber beſtimmen. Wenn der Einzelne durch ſeinen Verſtand ſich beſtimmt und mit Ueberlegung das wählt, was ihm nützlich ſey, ſo liegt dieſer Selbſtbeſtimmung die Beſtimmtheit des beſondern Charakters zum Grunde; ſie iſt ſelbſt das Zufällige; und jenes Wiſſen des Verſtands, was dem Einzelnen nützlich iſt, daher ein eben ſolches Wiſſen als das jener Orakel oder des Looſes; nur daſs der das Orakel oder Loos befragt, damit die ſittliche Geſinnung der Gleichgültigkeit gegen das Zufällige ausdrückt, da jenes hingegen das an ſich zufällige als weſentliches Intereſſe ſeines Denkens und Wiſſens behandelt. Das höhere als beyde aber iſt zwar die Ueberlegung, zum Orakel des zufalligen Thuns zu machen, aber dieſe überlegte Hand lung selbſt wegen ihrer Seite der Beziehung auf das 1807 664 Beſondre und ihrer Nützlichkeit als etwas Zufälliges zu wiſſen.

713 Das wahre ſelbſtbewuſste Daſeyn, das der Geiſt in der Sprache, die nicht die Sprache des fremden, und alſo zufälligen, nicht allgemeinen Selbſtbewuſstſeyns iſt, erhält, iſt das Kunſtwerk, das wir vorhin geſehen. Es ſteht dem dinglichen der Bildſäule gegenüber. Wie dieſe das ruhende, ſo iſt jenes das verſchwindende Daſeyn; wie in dieſem die Gegenſtändlichkeit frey entlaſſen des eignen unmittelbaren Selbſts entbehrt, ſo bleibt ſie dagegen in jenem zu ſehr in das Selbſt eingeſchloſſen, kommt zu wenig zur Geſtaltung, und iſt, wie die Zeit, unmittelbar nicht mehr da, indem ſie da iſt.

714 Die Bewegung beyder Seiten, in der die im reinen empfindenden Elemente des Selbſtbewuſstseyns bewegte, und die im Elemente der Dingheit ruhende göttliche Geſtalt gegenſeitig ihre verſchiedne Beſtimmung aufgeben und die Einheit zum Daſeyn kommt, die der Begriff ihres Weſens iſt, macht der Cultus äus. In ihm gibt ſich das Selbſt das Bewuſstſeyn des Herabſteigens des göttlichen Weſens aus ſeiner Jenſeitigkeit zu ihm, und dieſes, das vorher das unwirkliche und nur gegenſtändliche iſt, erhält dadurch die eigentliche Wirklichkeit des Selbſtbewuſstſeyns.

715 Dieſer Begriff des Cultus iſt an ſich ſchon in dem Strome des hymniſchen Geſänges enthalten und vorhanden. Dieſe Andacht iſt die unmittelbare reine Befriedigung des Selbſts durch und in ſich ſelbſt. Es 1807 665 iſt die gereinigte Seele, welche in dieſer Reinheit unmittelbar nur Weſen und eins mit dem Weſen iſt. Sie iſt um ihrer Abſtraction willen, nicht das ſeinen Gegenſtand von ſich unterſcheidende Bewuſstſeyn, und alſo nur die Nacht ſeines Daſeyns und die bereitete Stätte ſeiner Geſtalt. Der abſtracte Cultus erhebt daher das Selbſt dazu, dieſes reine göttliche Element zu ſeyn. Die Seele vollbringt dieſe Läuterung mit Bewuſstseyn; doch iſt ſie noch nicht das Selbſt, das in ſeine Tiefen hinabgeſtiegen, ſich als das Böſe weiſs, ſondern es iſt ein ſeyendes, eine Seele, welche ihre Aeuſſerlichkeit mit Waſchen reinigt, ſie mit weiſſen Kleidern anthut, und ihre Innerlichkeit den vorgeſtellten Weg der Arbeiten, Straffen und Belohnungen, den Weg der die Beſonderheit entäuſſernden Bildung überhaupt durchführt, durch welchen ſie in die Wohnungen und die Gemeinſchaft der Seeligkeit gelangt.

716 Dieſer Cultus iſt nur erſt ein geheimes, d. h. ein nur vorgeſtelltes, unwirkliches Vollbringen; er muſs wirkliche Handlung ſeyn, eine unwirkliche Handlung widerſpricht ſich ſelbſt. Das eigentliche Bewuſstſeyn erhebt ſich dadurch in ſein reines Selbſtbewuſstſeyn. Das Weſen hat in ihm die Bedeutung eines freyen Gegenſtands, durch den wirklichen Cultus kehrt dieſer in das Selbſt zurück — und inſofern er im reinen Bewuſstseyn die Bedeutung des reinen jenſeits der Wirklichkeit wohnenden Weſens hat, ſteigt diſs Wesen von ſeiner Allgemeinheit durch dieſe 1807 666 Vermittlung zur Einzelnheit herunter und ſchlieſst ſich ſo mit der Wirklichkeit zuſammen.

717 Wie beyde Seiten in die Handlung eintreten, beſtimmt ſich ſo, daſs für die ſelbſtbewuſste Seite, inſofern ſie wirkliches Bewuſstseyn iſt, das Weſen ſich als die wirkliche Natur darſtellt; einestheils gehört ſie ihm als Beſitz und Eigenthum und gilt als das nicht-anſichſeyende Daſeyn; — anderntheils iſt ſie ſeine eigne unmittelbare Wirklichkeit und Einzelnheit, die von ihm ebenſo als Nichtweſen betrachtet und aufgehoben wird. Zugleich aber hat für ſein reines Bewuſstſeyn jene äuſſere Natur die entgegengeſetzte Bedeutung, nemlich das anſichſeyende Weſen zu ſeyn, gegen welches das Selbſt ſeine Unweſentlichkeit aufopfert, wie es umgekehrt die unweſentliche Seite der Natur ſich ſelbſt aufopfert. Die Handlung iſt dadurch geiſtige Bewegung, weil ſie diſs doppelſeitige iſt, die Abſtraction des Weſens, wie die Andacht den Gegenſtand beſtimmt, aufzuheben und es zum Wirklichen zu machen, und das Wirkliche, wie das Handelnde den Gegenſtand und ſich beſtimmt, auf- und in die Allgemeinheit zu erheben.

718 Die Handlung des Cultus ſelbſt beginnt daher mit der reinen Hingabe eines Beſitzes, das der Eigenthümer ſcheinbar für ihn ganz nutzlos vergieſst oder in Rauch aufſteigen läſst. Er thut hierin vor dem Weſen ſeines reinen Bewuſstseyns auf Beſitz und Recht des Eigenthumes und des Genuſſes deſſelben, auf die Perſönlichkeit und die Rückkehr des Thuns 1807 667 in das Selbſt Verzicht, und reflectirt die Handlung vielmehr in das Allgemeine oder in das Weſen, als in ſich. — Umgekehrt aber geht darin ebenſo das ſeyende Weſen zu Grunde. Das Thier, das aufgeopfert wird, iſt das Zeichen eines Gottes; die Früchte, die verzehrt werden, ſind die lebendige Ceres und Bacchus ſelbſt; — in jenem ſterben die Mächte des obern Rechts, welches Blut und wirkliches Leben hat; in dieſen aber die Mächte des untern Rechts, das blutlos die geheime liſtige Macht beſitzt. — Die Aufopferung der göttlichen Subſtanz gehört, inſofern ſie Thun iſt, der ſelbſtbewuſsten Seite an; daſs dieſes wirkliche Thun möglich ſey, muſs das Weſen ſich ſelbſt ſchon an ſich aufgeopfert haben. Diſs hat es darin gethan, daſs es ſich Daſeyn gegeben und zum einzelnen Thiere und zur Frucht gemacht hat. Dieſe Verzichtleiſtung, die alſo das Weſen ſchon an ſich vollbracht, ſtellt das handelnde Selbſt im Daſeyn, und für ſein Bewuſstseyn dar, und erſetzt jene unmittelbare Wirklichkeit des Weſens durch die höhere, nemlich die ſeiner ſelbſt. Denn die entſtandne Einheit, die das Reſultat der aufgehobnen Einzelnheit und Trennung beyder Seiten iſt, iſt nicht das nur negative Schikſal, ſondern hat poſitive Bedeutung. Nur dem abſtracten unterirdiſchen Weſen wird das ihm aufgeopferte ganz hingegeben, und da mit die Reflexion des Beſitzes und des Fürſichſeyns in das Allgemeine, von dem Selbſt als ſolchem unterſchieden bezeichnet. Zugleich aber iſt diſs nur 1807 668 ein geringer Theil, und das andre Opfern iſt nur die Zerſtörung des Unbrauchbaren und vielmehr die Zubereitung des Geopferten zum Mahle, deſſen Schmauſs die Handlung um ihre negative Bedeutung betriegt. Der Opfernde behält bey jenem erſten Opfer das Meiſte, und von dieſem das Nutzbare ſeinem Genuſſe auf. Dieſer Genuſs iſt die negative Macht, welche das Weſen ſowie die Einzelnheit aufhebt, und zugleich iſt er die poſitive Wirklichkeit, worin das gegenſtändliche Daſeyn des Weſens in ſelbſtbewuſstes verwandelt, und das Selbſt das Bewuſstſeyn ſeiner Einheit mit dem Weſen hat.

719 Dieſer Cultus iſt übrigens zwar eine wirkliche Handlung, ihre Bedeutung liegt jedoch mehr nur in der Andacht; was dieſer angehört, iſt nicht gegenſtändlich hervorgebracht, ſo wie das Reſultat, im Genuſſe ſich ſelbſt ſeines Daſeyns beraubt. Der Kultus geht daher weiter, und erſetzt dieſen Mangel zunächſt dadurch, daſs er ſeiner Andacht ein gegenſtändliches Beſtehen gibt, indem er die gemeinſame oder einzelne jedem thunliche Arbeit iſt, welche die Wohnung und den Putz des Gottes, ihm zu Ehren hervorbringt. — Es wird dadurch theils die Gegenſtändlichkeit der Bildſäule aufgehoben, denn durch dieſe Weyhung ſeiner Geſchenke und Arbeiten macht der Arbeitende den Gott ſich geneigt, und ſchaut ſein Selbſt ihm angehörig an; theils auch iſt diſs Thun nicht das einzelne Arbeiten des Künſtlers, ſondern dieſe Beſonderheit iſt in der Allgemeinheit aufgelöſt. Es iſt aber nicht nur die Ehre des 1807 669 Gottes, die zu Stande kommt, und der Segen ſeiner Geneigtheit flieſst nicht nur in der Vorſtellung auf den Arbeiter, ſondern die Arbeit hat auch die umgekehrte Bedeutung gegen die erſte der Entäuſſerung und der fremden Ehre. Die Wohnungen und Hallen des Gottes ſind für den Gebrauch des Menſchen, die Schätze, die in jenen aufbewahrt ſind, im Nothfalle die Seinigen; die Ehre, die jener in ſeinem Schmucke genieſst, iſt die Ehre des kunſtreichen und groſsmüthigen Volkes. Am Feſte ſchmückt dieſes ebenſo ſeine eignen Wohnungen und Bekleidungen, ſo wie ſeine Verrichtungen mit zierlichem Geräthe. Es empfängt auf dieſe Weiſe für ſeine Gaben die Erwiederung von dem dankbaren Gotte und die Beweiſe ſeiner Geneigtheit, in der es ſich mit ihm durch die Arbeit verband, nicht in der Hoffnung und einer ſpäten Wirklichkeit, ſondern hat in der Ehrenbezeugung und Darbringung der Gaben unmittelbar den Genuſs ſeines eignen Reichthumes und Putzes.

b. *Das lebendige Kunſtwerk*.

720 Das Volk, das in dem Cultus der Kunſtreligion ſich ſeinem Gotte naht, iſt das ſittliche Volk, das ſeinen Staat und die Handlungen deſſelben als den Willen und das Vollbringen ſeiner ſelbſt weiſs. Dieſer Geiſt, dem ſelbſtbewuſsten Volke 1807 670 gegenübertretend, iſt daher nicht das Lichtweſen, das ſelbſtlos nicht die Gewiſsheit der Einzelnen in ſich enthält; ſondern vielmehr nur ihr allgemeines Weſen und die herriſche Macht iſt, worin ſie verſchwinde… Der Cultus der Religion dieſes einfachen geſtaltloſen Weſens gibt ſeinen Angehörigen daher nur diſs im Allgemeinen zurück, daſs ſie das Volk ihres Gottes ſind; er erwirbt ihnen nur ihr Beſtehen und einfache Subſtanz überhaupt, nicht aber ihr wirkliches Selbſt, das vielmehr verworfen iſt. Denn ſie verehren ihren Gott als die leere Tiefe, nicht als Geiſt. Der Cultus aber der Kunſtreligion entbehrt andererſeits jener abſtracten Einfachheit des Weſens, und daher der Tiefe deſſelben. Das Weſen aber, das mit dem Selbſt unmittelbar geeinigt iſt, iſt an ſich der Geiſt und die wiſſende Wahrheit, ob zwar noch nicht die gewuſste, oder die ſich ſelbſt in ihrer Tiefe wiſſende. Weil das Weſen alſo hier das Selbſt an ihm hat, ſo iſt ſeine Erſcheinung dem Bewuſstseyn freundlich, und im Cultus erhält dieſes nicht nur die allgemeine Berechtigung ſeines Beſtehens, ſondern auch ſein in ihm ſelbſtbewuſstes Daſeyn; ſo wie umgekehrt das Weſen nicht in einem verworfnen Volke, deſſen Subſtanz nur anerkannt wird, ſelbſtloſe Wirklichkeit hat, ſondern in dem Volke, deſſen Selbſt in ſeiner Subſtanz anerkannt iſt.

721 Aus dem Cultus tritt alſo das in ſeinem Weſen befriedigte Selbſtbewuſstſeyn und der Gott eingekehrt in es als in ſeine Stätte. Dieſe Stätte iſt für ſich die Nacht der Subſtanz oder ihre reine Individualität, 1807 671 aber nicht mehr die geſpannte des Künſtlers, die noch nicht mit ihrem gegenſtändlich werdenden Weſen ſich ausgeſöhnt hat, ſondern die befriedigte Nacht, welche ihr Pathos unbedürftig an ihr hat, weil sie aus der Anſchauung, der aufgehobnen Gegenſtändlichkeit zurückkehrt. — Dieſes Pathos iſt für ſich das Weſen des Aufgangs, das aber nunmehr in ſich untergegangen iſt, und ſeinen Untergang, das Selbſtbewuſstſeyn und damit Daſeyn und Wirklichkeit an ihm ſelbſt hat. — Es hat hier die Bewegung ſeiner Verwirklichung durchlaufen. Sich aus ſeiner reinen Weſenheit herabſetzend zu einer gegenſtändlichen Naturkraft und deren Aeuſſerungen, iſt es ein Daſeyn für das Andere, für das Selbſt, von dem es verzehrt wird. Das ſtille Weſen der ſelbſtloſen Natur gewinnt in ſeiner Frucht die Stuffe, worin ſie, ſich ſelbſt zubereitend und verdaut, ſich dem ſelbſtiſchen Leben darbietet; ſie erreicht in der Nützlichkeit, gegeſſen und getrunken werden zu können, ihre höchſte Vollkommenheit; denn ſie iſt darin die Möglichkeit einer höhern Exiſtenz, und berührt das geiſtige Daſeyn; — theils zur ſtillkräftigen Subſtanz theils aber zur geiſtigen Gährung, iſt der Erdgeiſt in ſeiner Metamorphoſe dort zum weiblichen Principe der Ernährung, hier zum männlichen Principe der ſich treibenden Krafft des ſelbſtbewuſsten Daſeyns gediehen.

722 In dieſem Genuſſe iſt alſo jenes aufgehende Lichtweſen verrathen, was es iſt; er iſt das Myſterium 1807 672 deſſelben. Denn das Myſtiſche iſt nicht Verborgenheit eines Geheimniſſes oder Unwiſſenheit, ſondern beſteht darin, daſs das Selbſt ſich mit dem Weſen Eins weiſs, und dieſes alſo geoffenbart iſt. Nur das Selbſt iſt ſich offenbar, oder was offenbar iſt, iſt es nur in der unmittelbaren Gewiſsheit ſeiner. In dieſer aber iſt durch den Cultus das einfache Weſen geſetzt worden; es hat als brauchbares Ding nicht nur das Daſeyn, das geſehen, gefühlt, gerochen geſchmeckt wird, ſondern iſt auch Gegenſtand der Begierde, und wird durch den wirklichen Genuſs eins mit dem Selbſt und dadurch vollkommen an dieſes verrathen und ihm offenbar. — Dasjenige, von dem geſagt wird, es ſey der Vernunft, dem Herzen offenbar, iſt in der That noch geheim, denn es fehlt noch die wirkliche Gewiſsheit des unmittelbaren Daſeyns ſowohl die gegenſtändliche als die genieſſende welche in der Religion aber nicht nur die gedankenloſe unmittelbare, ſondern zugleich die rein wiſſende des Selbſts iſt.

723 Was hiemit durch den Cultus dem ſelbſtbewuſsten Geiſte in ihm ſelbſt offenbar geworden, iſt das einfache Weſen, als die Bewegung, theils aus ſeiner nächtlichen Verborgenheit herauf in das Bewuſstſeyn zu treten, deſſen ſtillernährende Subſtanz zu ſeyn, theils aber ſich ebenſo wieder in die unterirdiſche Nacht, in das Selbſt, zu verlieren und oben nur mit ſtiller Mutterſehnſucht zu verweilen. — Der lautre Trieb aber iſt das vielnahmige Lichtweſen des Aufgangs 1807 673 und ſein taumelndes Leben das von ſeinem abſtracten Seyn ebenso abgelaſſen, ſich zuerſt in das gegenſtändliche Daſeyn der Frucht befaſst, dann dem Selbſtbewuſstſeyn ſich hingebend, in ihm zur eigentlichen Wirklichkeit gelangt, — nun als ein Hauffen ſchwärmender Weiber umherſchweift, der ungebändigte Taumel der Natur in ſelbſtbewuſster Geſtalt.

724 Noch iſt aber dem Bewuſstſeyn nur der abſolute Geiſt, der dieſes einfache Weſen, und nicht der als der Geiſt an ihm ſelbſt iſt, verrathen, oder nur der unmittelbare Geiſt, der Geiſt der Natur. Sein ſelbſtbewuſstes Leben iſt daher nur das Myſterium des Brodes und des Weines, der Ceres und des Bacchus, nicht der andern, der eigentlich obern Götter, deren Individualität als weſentliches Moment das Selbſtbewuſstſeyns als ſolches in ſich ſchlieſst. Noch hat ſich ihm alſo der Geiſt als ſelbſtbewuſster Geiſt nicht geopfert, und das Myſterium des Brods und Weins iſt noch nicht Myſterium des Fleiſches und Blutes.

725 Dieſer unbefeſtigte Taumel des Gottes muſs ſich zum Gegenſtande beruhigen, und die Begeiſterung, die nicht zum Bewuſstseyn kam, ein Werk hervorbringen, das ihr, wie der Begeiſterung des vorhergehenden Künſtlers die Bildſäule, zwar als ein ebenſo vollendetes Werk gegenübertritt, aber nicht als ein an ihm lebloſes, ſondern als ein lebendiges Selbſt. — Ein ſolcher Cultus iſt das Feſt, das der Menſch zu ſeiner eignen Ehre ſich gibt, jedoch in 1807 674 einen ſolchen noch nicht die Bedeutung des abſoluten Weſens legt; denn das Weſen iſt ihm erſt offenbar, noch nicht der Geiſt; nicht als ſolches, das weſentlich menſchliche Geſtalt annimmt. Aber dieſer Cultus legt den Grund zu dieſer Offenbarung, und legt ihre Momente einzeln auseinander. So hier das abſtracte Moment der lebendigen Körperlichkeit des Weſens, wie vorhin die Einheit beyder in bewuſstloſer Schwärmerey. Der Menſch ſtellt alſo an die Stelle der Bildfäule ſich ſelbſt, als zur vollkommen freyen Bewegung erzogene und ausgearbeitete Geſtalt, wie jene die vollkommen freye Ruhe iſt. Wenn jeder einzelne wenigſtens als Fackelträger ſich darzuſtellen weiſs, ſo hebt ſich Einer aus ihnen hervor, der die geſtaltete Bewegung, die glatte Ausarbeitung und flüſſige Krafft aller Glieder iſt; — ein beſeeltes lebendiges Kunſtwerk, das mit ſeiner Schönheit die Stärke paart und dem der Schmuck, womit die Bildſäule geehrt wurde, als Preis ſeiner Krafft, und die Ehre unter ſeinem Volke, ſtatt des ſteinernen Gottes, die höchſte leibliche Darſtellung ihres Weſens zu ſeyn, zu Theil wird.

726 In den beyden Darſtellungen, die ſo eben vorkamen, iſt die Einheit des Selbſtbewuſstseyns und des geiſtigen Weſens vorhanden, es fehlt ihnen aber noch ihr Gleichgewicht. In der bacchiſchen Begeiſterung iſt das Selbſt auſſer ſich, in der ſchönen Körperlichkeit aber das geiſtige Weſen. Jene Dumpfheit des Bewuſstſeyns und ihr wildes Stammeln muſs in das 1807 675 klare Daſeyn der letztern, und die geiſtloſe Klarheit des letztern in die Innerlichkeit der Erſtern aufgenommen werden. Das vollkommne Element, worin die Innerlichkeit ebenſo äuſſerlich, als die Aeuſſerlichkeit innerlich iſt, iſt wieder die Sprache, aber weder die in ihrem Inhalte ganz zufällige und einzelne des Orakels, noch die empfindende und nur den einzelnen Gott preiſende Hymne, noch das inhaltslose Stammeln der bacchischen Raſerey. Sondern ſie hat ihren klaren und allgemeinen Inhalt gewonnen; ihren klaren Inhalt, denn der Künſtler hat ſich aus der erſten ganz ſubſtantiellen Begeiſterung heraus zur Geſtalt gearbeitet, die eignes in allen ſeinen Regungen von der ſelbſtbewuſsten Seele durchdrungenes und mitlebendes Daſeyn iſt; — ihren allgemeinen Inhalt, denn in dieſem Feſte, das die Ehre des Menſchen iſt, verschwindet die Einſeitigkeit der Bildſäulen, die nur einen Nationalgeiſt, einen beſtimmten Charakter der Göttlichkeit enthalten. Der ſchöne Fechter iſt zwar die Ehre ſeines beſondern Volkes, aber er iſt eine körperliche Einzelnheit, worin die Ausführlichkeit und Ernſt der Bedeutung, und der innere Charakter des Geiſtes, der das beſondere Leben, Anliegen, Bedürfniſſe und Sitten ſeines Volkes trägt, untergegangen iſt. In dieſer Entäuſſerung zur völligen Körperlichkeit hat der Geiſt die beſondern Eindrücke und Anklänge der Natur abgelegt, die er als der wirkliche Geiſt des Volks in ſich ſchloſs. Sein Volk iſt ſich 1807 676 daher nicht mehr ſeiner Beſonderheit in ihm, ſondern vielmehr der Ablegung derſelben und der Allgemeinheit ſeines menſchlichen Daſeyns bewuſst.

c. *Das geiſtige Kunſtwerk*.

727 Die Volksgeiſter, die der Geſtalt ihres Weſens in einem beſondern Thiere bewuſst werden, gehen in Einen zuſammen; ſo vereinigen ſich die beſondern ſchönen Volksgeiſter in Ein Pantheon, deſſen Element und Behausung die Sprache iſt. Die reine Anſchauung seiner ſelbſt als allgemeiner Menſchlichkeit hat an der Wirklichkeit des Volksgeiſtes die Form, daſs er ſich mit den andern, mit denen er durch die Natur Eine Nation ausmacht, zu einer gemeinſchaftlichen Unternehmung verbindet, und für dieſes Werk ein Geſammtvolk, und damit einen Geſammthimmel bildet. Dieſe Allgemeinheit, zu der der Geiſt in seinem Daseyn gelangt, iſt jedoch nur diese erſte, die von der Individualität des Sittlichen erſt ausgeht, ihre Unmittelbarkeit noch nicht überwunden, nicht Einen Staat aus diesen Völkerschaften gebildet hat. Die Sittlichkeit des wirklichen Volksgeiſtes beruht theils auf dem unmittelbaren Vertrauen der Einzelnen zu dem Ganzen ihres Volkes, theils auf dem unmittelbaren Antheil, den Alle, des Unterſchiedes von Ständen unerachtet, an den 1807 677 Entſchlüſſen und Handlungen der Regierung nehmen. In der Vereinigung, zunächſt nicht in eine bleibende Ordnung ſondern nur zu einer gemeinſamen Handlung, iſt jene Freyheit des Antheils Aller und Jeder einſtweilen auf die Seite geſtellt. Diese erſte Gemeinschaftlichkeit iſt daher mehr eine Versammlung der Individualitäten als die Herrschaft des abstracten Gedankens, der die Einzelnen ihres selbstbewuſsten Antheils an Willen und That des Ganzen berauben würde.

728 Die Versammlung der Volksgeister macht einen Kreis von Gestalten aus, der itzt die ganze Natur wie die ganze ſittliche Welt befaſst. Auch sie stehen unter dem Oberbefehl mehr des Einen, als seiner Oberherrschafft. Für sich sind sie die allgemeinen Substanzen deſſen, was das selbstbewuſste Wesen ansich ist und thut. Dieses aber macht die Krafft und zunächst den Mittelpunkt wenigstens aus, um den jene allgemeinen Wesen sich bemühen, der nur erst zufälligerweise ihre Geschäfte zu verbinden scheint. Aber die Rückkehr des göttlichen Wesens in das Selbstbewuſstſeyn ist es, die schon den Grund enthält, daſs dieses den Mittelpunkt für jene göttlichen Kräffte bildet, und die wesentliche Einheit zunächst unter der Form einer freundlichen äuſſerlichen Beziehung beyder Welten verbirgt.

729 Dieſelbe Allgemeinheit, welche diesem Inhalte zukommt, hat nothwendig auch die Form des 1807 678 Bewuſstseyns, in welcher er auftritt. Es ist nicht mehr das wirkliche Thun des Cultus, sondern ein Thun, das zwar noch nicht in den Begriff, sondern erst in die Vorstellung, in die synthetische Verknüpfung des selbstbewuſsten und des äuſſern Daseyns erhoben iſt. Das Daseyn dieser Vorstellung, die Sprache, iſt die erste Sprache, das Epos als ſolches, das den allgemeinen Inhalt, wenigstens als Vollſtändigkeit der Well, ob zwar nicht als Allgemeinheit des Gedankens enthält. Der Sänger ist der Einzelne und Wirkliche, aus dem als Subject dieser Welt sie erzeugt und getragen wird. Sein Pathos ist nicht die betäubende Naturmacht ſondern die Mnemosne, die Besinnung und gewordne Innerlichkelt, die Erinnerung des vorhin unmittelbaren Wesens. Er ist das in seinem Inhalte verschwindende Organ, nicht sein eignes Selbst gilt, sondern seine Muse, sein allgemeiner Gesang. Was aber in der That vorhanden ist, ist der Schluſs, worin das Extrem der Allgemeinheit, die Götterwelt, durch die Mitte der Besonderheit mit der Einzelnheit, dem Sänger, verknüpft ist. Die Mitte ist das Volk in seinen Helden, welche einzelne Menschen sind, wie der Sänger, aber nur vorgestellte und dadurch zugleich allgemeine, wie das freye Extrem der Allgemeinheit, die Götter.

730 In diesem Epos stellt sich also überhaupt dem Bewuſstseyn dar, was im Cultus an sich zu Stande kommt, die Beziehung des Göttlichen auf das Menschliche. Der Inhalt ist eine Handlung des seiner selbstbewuſsten Wesens. Das Handeln stört die Ruhe der 1807 679 Substanz und erregt das Wesen, wodurch seine Einfachheit getheilt und in die mannichfaltige Welt der natürlichen und sittlichen Kräffte aufgeschloſſen ist. Die Handlung ist die Verletzung der ruhigen Erde, die Grube, die durch das Blut beseelt, die abgeschiednen Geister hervorrufft, welche nach Leben durstend, es in dem Thun des Selbstbewuſstseyns erhalten. Das Geschäſſte, um welches die allgemeine Bemühung geht, bekommt die zwey Seiten, die selbstische, von einer Gesammtheit wirklicher Völker und den an ihrer Spitze stehenden Individualitäten, und die allgemeine, von ihren substantiellen Mächten voll bracht zu werden. Die Beziehung beyder aber bestimmte sich vorhin so, daſs sie die synthetische Verbindung des Allgemeinen und Einzelnen, oder das Vorſtellen ist. Von dieser Bestimmtheit hängt die Beurtheilung dieser Welt ab. — Das Verhältniſs beyder ist dadurch eine Vermischung, welche die Einheit des Thuns inconsequent vertheilt, und die Handlung überflüſſigerweise von der einen Seite zur andern herüberwirft. Die allgemeinen Mächte haben die Gestalt der Individualität und damit das Princip des Handelns an ihnen; ihr Wirken erscheint daher als ein ebenso freyes von ihnen ganz ausgehendes Thun, als das der Menschen. Ein und daſſelbe haben daher ebensowohl die Götter als die Menschen gethan. Der Ernst jener Mächte ist ein lächerlicher Ueberfluſs, da diese in der That die Krafft der handelnden Individualität sind; — und die Anstrengung und 1807 680 Arbeit dieser ist eine ebenso unnütze Bemühung, da jene vielmehr alles lenken. — Die übertägigen Sterblichen, die das Nichts sind, sind zugleich das mächtige Selbst, das die allgemeinen Wesen sich unterwirft, die Götter verletzt und ihnen überhaupt die Wirklichkeit und ein Intereſſe des Thuns verschafft; wie umgekehrt diese unmächtigen Allgemeinheiten, die sich von den Gaben der Menschen nähren und durch sie erst etwas zu thun bekommen, das natürliche Wesen und der Stoff aller Begebenheiten, und ebenso die sittliche Materie und das Pathos des Thuns sind. Wenn ihre elementarischen Naturen durch das freye Selbſt der Individualität erst in Wirklichkeit und bethätigtes Verhältniſs gebracht werden, so sind sie ebensosehr das Allgemeine, das sich dieser Verbindung entzieht, in seiner Bestimmung unbeschränkt bleibt und durch die unüberwindliche Elasticität seiner Einheit die Punctualität des Thatigen und seine Figurationen auslöscht, sich selbst rein erhält, und alles individuelle in seiner Flüſſigkeit auflöst.

731 Wie sie mit der entgegenstehenden selbstischen Natur in diese wiedersprechende Beziehung fallen, ebenso geräth ihre Allgemeinheit mit ihrer eignen Bestimmung und deren Verhältniſs zu andern in Widerstreit. Sie sind die ewigen schönen Individuen, die in ihrem eignen Daseyn ruhend, der Vergänglichkeit und fremder Gewalt enthoben sind. — Abei sie sind zugleich bestimmte Elemente, besondre 1807 681 Götter, die sich also zu andern verhalten. Aber das Verhältniſs zu andern, das nach seiner Entgegensetzung ein Streit mit ihnen ist, ist eine komische Selbstvergeſſenheit ihrer ewigen Natur. — Die Bestimmtheit ist in das göttliche Bestehen eingewurzelt und hat in seiner Begräntzung, die Selbstständigkeit der ganzen Individualität; durch diese verlieren ihre Charaktere zugleich die Schärfe der Eigenthümlichkeit und vermischen sich in ihrer Vieldeutigkeit. — Ein Zweck der Thätigkeit und ihre Thätigkeit selbst, da sie gegen ein Anderes, und somit gegen eine unbesiegbare göttliche Kraft gerichtet ist, ist ein zufälliges leeres Aufspreitzen, das ebenso zerflieſst und den anscheinenden Ernst der Handlung in ein gefahrloses, seiner selbst sichres Spiel ohne Resultat und Erfolg verwandelt. Wenn aber an der Natur ihrer Göttlichkeit das Negative oder die Bestimmtheit derselben nur als die Inconsequenz ihrer Thätigkeit und der Widerspruch des Zwecks und des Erfolgs erscheint, und jene selbstständige Sicherheit über das Bestimmte das Uibergewicht behält, so tritt ihr ebendadurch die reine Krafft des Negativen gegenüber und zwar als ihre letzte Macht, über welche sie nichts vermögen. Sie sind das Allgemeine und Positive gegen das einzelne Selbſt der Sterblichen, das nicht gegen ihre Macht aushält; aber das allgemeine Selbst schwebt darum über ihnen und über dieser ganzen Welt der Vorstellung, welcher der ganze Inhalt angehört; als die begrifflose Leere der Nothwendigkeit, — ein Geschehen, gegen 1807 682 das sie sich selbstlos und traurend verhalten, denn diese beſtimmten Naturen finden sich nicht in dieser Reinheit.

732 Diese Nothwendigkeit aber ist die Einheit des Begriffes, der die widersprechende Substantialität der einzelnen Momente unterworfen ist, worin die Inconsequenz und Zufälligkeit ihres Thuns sich ordnet und das Spiel ihrer Handlungen seinen Ernst und Werth an ihnen selbst erhält. Der Inhalt der Welt der Vorstellung spielt losgebunden für sich in der Mitte seine Bewegung, versammelt um die Individualität eines Helden, der aber in seiner Krafft und Schönheit sein Leben gebrochen fühlt und einem frühen Tod entgegensehend trauert. Denn die in sich feste und wirkliche Einzelnheit ist an die Extremität ausgeschloſſen, und in ihre Momente entzweyt, die sich noch nicht gefunden und vereint. Das eine Einzelne, das abstracte unwirkliche ist die Nothwendigkeit, die an dem Leben der Mitte nicht Antheil hat, so wenig als das andre, das wirkliche Einzelne, der Sänger, der sich auſſer ihm halt, und in seiner Vorstellung untergeht. Beyde Extreme müſſen sich dem Inhalte nähern; das eine, die Nothwendigkeit hat sich mit dem Inhalte zu erfüllen, das andre, die Sprache des Sängers, muſs Antheil an ihm haben; und der sich selbst vorher überlaſſene Inhalt, die Gewiſsheit und feste Bestimmung des Negativen an ihm erhalten.

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733 Diese höhere Sprache, die Tragödie, faſst also die Zerstreuung der Momente der wesentlichen und handelnden Welt näher zusammen; die Substanz des Göttlichen tritt nach der Natur des Begriffes in ihre Gestalten auseinander, und ihre Bewegung ist gleichfalls ihm gemäſs. In Ansehung der Form, hört die Sprache, dadurch daſs sie in den Inhalt hereintritt, auf, erzählend zu seyn, wie der Inhalt ein vorgestellter. Der Held ist selbst der sprechende, und die Vorstellung zeigt dem Zuhörer, der zugleich Zuschauer ist, selbstbewuſste Menschen, die ihr Recht und ihren Zweck, die Macht und den Willen ihrer Bestimmtheit wiſſen und zu sagen wiſſen. Sie sind Künstler, die nicht wie die das gemeine Thun im wirklichen Leben begleitende Sprache, bewuſstlos, natürlich und naiv das Aeuſſere ihres Entschluſſes und Beginnens ausſprechen, sondern das innre Wesen äuſſern, das Recht ihres Handelns beweisen, und das Pathos, dem ſie angehören, frey von zufälligen Umständen und von der Besonderheit der Persönlichkeiten in seiner allgemeinen Individualität, besonnen behaupten und bestimmt aussprechen. Das Daseyn dieser Charaktere sind endlich wirkliche Menschen, welche die Personen der Helden anlegen, und diese in wirklichem nicht erzählendem, sondern eignem Sprechen darstellen. So wesentlich es der Bildsäule ist, von Menschenhänden gemacht zu seyn, eben so wesentlich ist der Schauspieler seiner Maske, — nicht als äuſſerliche Bedingung, von der die Kunstbetrachtung abstrahiren müſſe, — oder insofern 1807 684 davon in ihr allerdings zu abstrahiren ist, so ist ebendiſs damit gesagt, daſs die Kunſt das wahre eigentliche Selbſt noch nicht in ihr enthält.

734 Der allgemeine Boden, worauf die Bewegung dieser aus dem Begriffe erzeugten Gestalten vorgeht, ist das Bewuſstſeyn der ersten vorstellenden Sprache und ihres selbstlosen auseinandergelaſſnen Inhalts. Es ist das gemeine Volk überhaupt, deſſen Weisheit in dem Chore des Alters zur Sprache kömmt; es hat an deſſen Krafftlosigkeit seinen Representanten, weil es selbst nur das positive und paſſive Material der ihm gegenübertretenden Individualität der Regierung ausmacht. Der Macht des Negativen entbehrend, vermag es den Reichthum und die bunte Fülle des göttlichen Lebens nicht zusammen zu halten und zu bändigen, sondern läſst es auseinanderlauffen, und preiſst jedes einzelne Moment als einen selbstſtändigen Gott, bald diesen, bald wieder einen andern, in seinen verehrenden Hymnen. Wo es aber den Ernst des Begriffes, wie er über diese Gestalten sie zertrümmernd einherschreitet, verspürt, und es zu sehen bekömmt, wie schlecht es seinen gepriesenen Göttern geht, die sich auf diesen Boden, worauf der Begriff herrscht, wagen, ist es nicht selbst die negative Macht, die handelnd eingreifft, sondern hält sich im selbstlosen Gedanken derselben, im Bewuſstseyn des fremden Schicksals, und bringt den leeren Wunsch der Beruhigung und die schwache Rede der Besänftigung herbey. In der Furcht vor den höhern Mächten, welche die unmittelbaren Arme der 1807 685 Substanz sind, vor ihrem Kampfe miteinander, und vor dem einfachen Selbst der Nothwendigkeit, das auch sie wie die Lebendigen, die an sie geknüpft sind, zermalmt; — in dem Mitleiden mit diesen, die es zugleich als daſſelbe mit sich selbst weiſs, ist für es nur der unthätige Schrecken dieser Bewegung, das ebenso hilflose Bedauern, und als Ende die leere Ruhe der Ergebung in die Nothwendigkeit, deren Werk nicht als die nothwendige Handlung des Charakters, und nicht als das Thun des absoluten Wesens in sich selbst erfaſst wird.

735 Auf diesem zuschauenden Bewuſstseyn als auf dem gleichgültigen Boden des Vorstellens tritt der Geist in seiner nicht zerstreuten Mannichfaltigkeit, sondern in der einfachen Entzweyung des Begriffes auf Seine Substanz zeigt sich daher nur in ihre zwey extremen Mächte auseinandergeriſſen. Diese elementarischen allgemeinen Wesen sind zugleich selbstbewuſste Individualitäten, — Helden, welche in eine dieser Mächten ihr Bewuſstseyn setzen, an ihr die Bestimmtheit des Charakters haben, und ihre Bethätigung und Wirklichkeit ausmachen. — Diese allgemeine Individualisirung steigt, wie erinnert, noch zur unmittelbaren Wirklichkeit des eigentlichen Daseyns herunter, und stellt sich einer Menge von Zuschauern dar, die an dem Chore ihr Gegenbild oder vielmehr ihre eigne sich ausſprechende Vorstellung hat.

736 Der Inhalt und die Bewegung des Geistes, der sich hier Gegenstand ist, ist bereits als die Natur und 1807 686 Realisirung der sittlichen Substanz betrachtet worden. In seiner Religion erlangt er das Bewuſstseyn über sich, oder stellt sich seinem Bewuſstseyn in seiner reinern Form und einfachern Gestaltung dar. Wenn also die sittliche Substanz sich durch ihren Begriff, ihrem Inhalte nach, in die beyden Mächte entzweytedie als göttliches und menschliches, oder unterirdisches und oberes Recht bestimmt wurden, — jenes die Familie, diſs die Staatsmacht, — und deren das erstere der weibliche, das andre der männliche Charakter war, so schränkt sich der vorher vielformige und in seinen Bestimmungen schwankende Götterkreis auf diese Mächte ein, die durch diese Bestimmung der eigenlichen Individualität genähert sind. Denn die frühere Zerstreuung des Ganzen in die vielfachen und abstracten Kräfte, die substantiirt erscheinen, ist die Auflösung des Subjects, das sie nur als Momente in seinem Selbst begreifft, und die Individualität iſt daher nur die oberflächliche Form jener Wesen. Umgehehrt iſt ein weiterer Unterschied der Charaktere, als der genannte, zur zufälligen und an sich äuſſerlichen Persönlichkeit zu rechnen.

737 Zugleich theilt sich das Wesen seiner Form oder dem Wiſſen nach. Der handelnde Geist tritt als Bewuſstseyn dem Gegenstande gegenüber, auf den es thätig, und der somit als das negative des Wiſſenden bestimmt ist; der handelnde befindet sich dadurch im Gegensatze des Wiſſens und Nichtwiſſens. Er nimmt aus seinem Charakter seinen Zweck und weiſs ihn 1807 687 als die sittliche Wesenheit; aber durch die Bestimmtheit des Charakters weiſs er nur die Eine Macht der Substanz, und die andre ist für ihn verborgen. Die gegenwärtige Wirklichkeit ist daher ein anderes anſich, und ein anderes für das Bewuſstseyn; das obere und das untere Recht erhalten in dieser Beziehung die Bedeutung der wiſſenden und dem Bewuſstseyn sich offenbarenden, und der sich verbergenden und im Hinterhalte lauernden Macht. Die Eine ist die Lichtseite, der Gott des Orakels, der nach seinem natürlichen Momente aus der alles beleuchtenden Sonne entsprungen, älles weiſs und offenbart, — Phöbus, und Zevs, der deſſen Vater iſt. Aber die Befehle dieses wahrredenden Gottes, und seine Bekanntmachungen deſſen, was ist, sind vielmehr trügerisch. Denn diſs Wiſſen iſt in seinem Begriffe unmittelbar das Nichtwiſſen, weil das Bewuſstseyn an sich selbst im Handeln dieser Gegensatz ist. Der, welcher die räthselhafte Sphinx selbſt aufzuschlieſsen vermochte, wie der kindlich Vertrauende, werden darum durch das, was der Gott ihnen offenbart, ins Verderben geschickt. Diese Prieſterin, aus der der schöne Gott spricht, ist nichts anders als die doppelſinnigen Schicksalsschweſtern, die durch ihre Verheiſſungen zum Verbrechen treiben, und in der Zweyzüngigkeit deſſen, was sie als Sicherheit angaben, den, der sich auf den offenbaren Sinn verlieſs, betriegen. Daher das Bewuſstseyn, das reiner iſt, als das letztere, das den Hexen glaubt, und besonnener 1807 688 und gründlicher als das erstere, das der Prieſterin und dem schönen Gotte traut, auf die Offenbarung, die der Geiſt des Vaters selbſt über das Verbrechen, das ihn mordete, machte, mit der Rache zaudert, und andre Beweise noch veranſtaltet, — aus dem Grunde, weil dieser offenbarende Geiſt auch der Teufel seyn könnte.

738 Diſs Miſstrauen iſt darum gegründet, weil das wiſſende Bewuſstseyn sich in den Gegensatz der Gewiſsheit seiner selbſt und des gegenſtändlichen Wesens setzt. Das Recht des sittlichen, daſs die Wirklichkeit nichts an ſich iſt im Gegensatze gegen das absolute Gesetz, erfährt, daſs sein Wiſſen einseitig, sein Gesetz nur Gesetz seines Charakters iſt, daſs es nur die eine Macht der Substanz ergriff. Die Handlung selbſt iſt diese Verkehrung des gewuſsten in sein Gegentheil, das Seyn, ist das Umschlagen des Rechts des Charakters und des Wiſſens in das Recht des entgegengesetzten, mit dem jenes im Wesen der Subſtanz verknüpft iſt, — in die Erinnye der andern feindlich erregten. Macht und Charakters. Diſs untre Recht sitzt mit Zevs auf dem Throne, und genieſst mit dem offenbaren Rechte und dem wiſſenden Gotte gleiches Ansehen.

739 Auf diese drey Wesen wird von der handelnden Individualität die Götterwelt des Chors eingeschränkt. Das Eine iſt die Subſtanz, ebensowohl die Macht des Heerdes und der Geiſt der Familienpietät, wie die allgemeine Macht des Staats und der 1807 689 Regierung. Indem der Subſtanz als solcher dieser Unterschied angehört, individualisirt er sich der Vorstellung nicht zu zwey unterschiednen Gestalten, sondern hat in der Wirklichkeit die zwey Personen seiner Charaktere. Hingegen der Unterschied des Wiſſens und Nichtwiſſens fällt in ein jedes der wirklichen Selbstbewuſstseyn — und nur in der Abſtraction, im Elemente der Allgemeinheit vertheilter sich an zwey individuelle Gestalten. Denn das Selbſt der Heros, hat nur Daseyn als ganzes Bewuſstseyn und iſt daher wesentlich der ganze Unterschied, der der Form angehört; aber seine Subſtanz iſt beſtimmt, und es gehört ihm nur die eine Seite des Unterschieds des Inhalts an. Daher erhalten die beyden Seiten des Bewuſstseyns, die in der Wirklichkeit keine getrennte, einer jeden eigne Individualität haben, in der Vorſtellung jede ihre besondere Geſtalt; die eine die des offenbarenden Gottes, die andre der sich verborgen haltenden Erinnye. Beyde genieſſen theils gleicher Ehre, theils iſt die Geſtalt der Subſtanz, Zevs, die Nothwendigkeit der Beziehung beyder aufeinander. Die Subſtanz iſt die Beziehung, daſs das Wiſſen für ſich iſt, aber seine Wahrheit an dem Einfachen, der Unterschied, wodurch das wirkliche Bewuſstseyn iſt, seinen Grund an dem ihn tilgenden innern Wesen, die sich klare Verſicherung der Gewiſsheit ihre Beſtätigung an der Vergeſſenheit hat.

740 Das Bewuſstseyn schloſs diesen Gegensatz durch das Handeln auf; nach dem offenbaren Wiſſen 1807 690 handelnd, erfährt es den Betrug deſſelben, und dem Inhalte nach dem Einen Attribute der Subſtanz ergeben, verletzte es das andre und gab diesem dadurch das Recht gegen sich. Dem wiſſenden Gotte folgend, ergriff es vielmehr das nicht offenbare, und büſst dafür, dem Wiſſen vertraut zu haben, deſſen Zweydeutigkeit, da sie seine Natur iſt, auch für es, und eine Warnung dafür vorhanden seyn muſste. Die Raserey der Prieſterin, die unmenschliche Geſtalt der Hexen, die Stimme des Baumes, des Vogels, der Traum u. ſ. f. sind nicht die Weisen, in welchen die Wahrheit erscheint, sondern warnende Zeichen des Betrugs, der Nichtbesonnenheit, der Einzelnheit und Zufälligkeit des Wiſſens. Oder was daſſelbe iſt, die entgegengesetzte Macht, die von ihm verletzt wird, iſt als ausgesprochenes Gesetz und geltendes Recht vorhanden; es sey das Gesetz der Familie oder des Staats; das Bewuſstseyn folgte dagegen dem eignen Wiſſen, und verbarg sich selbst das offenbare Die Wahrheit aber der gegeneinander auftretenden Mächte des Inhalts und Bewuſstſeyns iſt das Resultat, daſs beyde gleiches Recht und darum in ihrem Gegensatz, den das Handeln hervorbringt, gleiches Unrecht haben. Die Bewegung des Thuns erweiſt ihre Einheit in dem gegenseitigen Untergange beyder Mächte und der selbſtbewuſsten Charaktere. Die Versöhnung des Gegensatzes mit sich iſt die Lethe der Unterwelt im Tode, — oder die Lethe der Oberwelt, als Freysprechung, nicht von der Schuld, denn diese kann das Bewuſstſeyn, weil es 1807 691 handelte, nicht verlängnen, sondern vom Verbrechen und seine sühnende Beruhigung. Beyde sind die Vergeſſenheit, das Verschwundenseyn der Wirklichkeit und des Thuns der Mächte der Subſtanz, ihrer Individualitäten, und der Mächte des abſtracten Gedankens des Guten und des Bösen, denn keine für sich iſt das Wesen, sondern dieses iſt die Ruhe des Ganzen in sich selbſt, die unbewegte Einheit des Schicksals, das ruhige Daseyn und damit die Unthätigkeit und Unlebendigkeit der Familie und der Regierung, und die gleiche Ehre und damit die gleichgültige Unwirklichkeit Apolls und der Erinnye, und die Rückkehr ihrer Begeiſtung und Thätigkeit in den einfachen Zevs.

741 Dieses Schicksal vollendet die Entvölkerung des Himmels, — der gedankenlosen Vermischung der Individualität und des Wesens, — einer Vermischung, wodurch das Thun des Wesens als ein inconsequentes, zufälliges, seiner unwürdiges erscheint; denn dem Wesen nur oberflächlich anhängend iſt die Individualität die unwesentliche. Die Vertreibung solcher wesenlosen Vorſtellungen, die von Philosophen des Alterthums gefodert wurde, beginnt also schon in der Tragödie überhaupt dadurch, daſs die Eintheilung der Subſtanz von dem Begriffe beherrscht, die Individualität hiemit die wesentliche und die Beſtimmungen die absoluten Charaktere sind. Das Selbſtbewuſstſeyn, das in ihr vorgeſtellt iſt, kennt und anerkennt 1807 692 deſswegen nur Eine höchſte Macht, und diesen Zevs nur als die Macht des Staats oder des Heerdes, und im Gegensatze des Wiſſens nur als den Vater des zur Geſtalt werdenden Wiſſens des Besondern, — und als den Zevs des Eydes und der Erinnye, des Allgemeinen, im Verborgnen wohnenden Innern. Die weiter aus dem Begriffe in die Vorſtellung sich zerſtreuenden Momente, die der Chor nacheinander gelten läſst, sind hingegen nicht das Pathos des Helden, sondern sinken ihm zur Leidenschafft herunter, — zu zufälligen, wesenlosen Momenten, die der selbſtlose Chor wohl preiſst, aber die nicht fähig sind, den Charakter der Helden auszumachen, noch von ihnen als ihr Wesen ausgesprochen und geachtet zu werden.

742 Aber auch die Persönen des göttlichen Wesens selbſts, so wie die Charaktere seiner Subſtanz, gehen in die Einfachheit des Bewuſstlosen zusammen. Diese Nothwendigkeit hat gegen das Selbſtbewuſstseyn die Beſtimmung, die negative Macht aller auftretenden Geſtalten zu seyn, in ihr sich selbſt nicht zu erkennen, sondern darin vielmehr unterzugehen. Das Selbſt tritt nur den Charakteren zugetheilt auf, nicht als die Mitte der Bewegung. Aber das Selbſtbewuſstseyn, die einfache Gewiſsheit seiner, ist in der That die negative Macht, die Einheit des Zevs, des subſtantiellen Wesens, und der abſtracten Nothwendigkeit, es iſt die geiſtige Einheit, worein alles zurückgeht. Weil das wirkliche Selbſtbewuſstſeyn noch von der Subſtanz und dem Schicksale unterschieden wird, iſt es theils der Chor 1807 693 oder vielmehr die zuschauende Menge, welche diese Bewegung des göttlichen Lebens als ein Fremdes mit Furcht erfüllt, oder in der ſie als ein Nahes nur die Rührung des nicht handelnden Mitleidens hervorbringt. Theils insofern das Bewuſstseyn mithandelt und den Charakteren angehört, iſt diese Vereinigung, weil die wahre, die des Selbſts, des Schickſals und der Subſtanz noch nicht vorhanden iſt, eine äuſſerliche, eine Hyprokriſie; der Held, der vor dem Zuſchauer auftritt, zerfällt in seine Maske und in den Schauspieler, in die Person und das wirkliche Selbſt.

743 Das Selbſtbewuſstseyn der Helden muſs aus seiner Maske hervor treten, und sich darſtellen, wie es ſich als das Schickſal ſowohl der Götter des Chors, als der absoluten Mächte selbſt weiſs, und von dem Chore, dem allgemeinen Bewuſstseyn nicht mehr getrennt iſt.

744 Die Komödie hat also vorerſt die Seite, daſs das wirkliche Selbstbewuſstseyn ſich als das Schicksal der Götter darſtellt. Diese elementarischen Wesen sind als allgemeine Momente, kein Selbſt und nicht wirklich. Sie sind zwar mit der Form der Individualität ausgeſtattet, aber diese iſt ihnen nur eingebildet, und kommt ihnen nicht an und für sich selbſt zu; das wirkliche Selbſt hat nicht ein solches abſtractes Moment zu seiner Subſtanz und Inhalt. Es, das Subject, iſt daher über ein solches Moment, als über eine einzelne Eigenschafft erhoben, und angethan mit dieser Maske spricht es die Ironie derselben aus, die für sich etwas 1807 694 seyn will. Das Aufspreitzen der allgemeinen Wesenheit iſt an das Selbſt verrathen; es zeigt sich in einer Wirklichkeit gefangen und läſst die Maske fallen, eben indem es etwas rechtes seyn will. Das Selbſt hier in seiner Bedeutung als Wirkliches auftretend, spielt es mit der Maske, die es einmal anlegt, um seine Person zu seyn, — aber aus diesem Scheine thut es sich ebenso bald wieder in seiner eignen Nacktheit und Gewöhnlichkeit hervor, die es von dem eigentlichen Selbſt, dem Schauspieler so wie von dem Zuschauer, nicht unterschieden zu seyn zeigt.

745 Diese allgemeine Auflösung der geſtalteten Wesenheit überhaupt in ihrer Individualität wird in ihrem Inhalte ernſthafter und dadurch muthwilliger und bittrer, insofern er seine ernſtere und nothwendigere Bedeutung hat. Die göttliche Subſtanz vereinigt in ihr die Bedeutung der natürlichen und sittlichen Wesenheit. In Ansehung des Natürlichen zeigt das wirkliche Selbſtbewuſstseyn schon in der Verwendung deſſelben zu seinem Putze, Wohnung u. s. f. und im Schmauſſe seines Opfers sich als das Schicksal, dem das Geheimniſs verrathen iſt, welche Bewandniſs es mit der Selbſtwesenheit der Natur hat; in dem Myſterium des Brodes und Weines macht es dieselbe zusammen mit der Bedeutung des innern Wesens sich zu eigen, und in der Komödie iſt es sich der Ironie dieser Bedeutung überhaupt bewuſst. — Insofern nun diese Bedeutung die sittliche Wesenheit enthält, iſt sie theils das Volk, in seinen 1807 695 beyden Seiten, des Staats oder eigentlichen Demos, und der Familien-Einzelnheit; — theils aber das selbſtbewuſste reine Wiſſen, oder das vernünftige Denken des Allgemeinen. — Jener Demos, die allgemeine Maſſe, die sich als Herrn und Regent, so wie als den zu reſpectirenden Verſtand und Einsicht weiſs, zwingt und bethört sich durch die Besonderheit seiner Wirklichkeit, und ſtellt den lächerlichen Contraſt seiner Meynung von sich und seines unmittelbaren Daseyns, seiner Nothwendigkeit und Zufälligkeit, seiner Allgemeinheit und Gemeinheit dar. Wenn das Princip seiner vom Allgemeinen getrennten Einzelnheit, in der eigentlichen Geſtalt der Wirklichkeit, sich hervorthut und des Gemeinwesens’ deſſen geheimer Schaden es iſt, sich offenbar anmaſst und es einrichtet, so verräth sich unmittelbarer der Contraſt des Allgemeinen als einer Theorie und dessen, um was es in der Praxis zu thun iſt, die gänzliche Befreyung der Zwecke der unmittelbaren Einzelnheit von der allgemeinen Ordnung und der Spott jener über dieſe.

746 Das vernünftige Denken enthebt das göttliche Wesen seiner zufälligen Geſtalt, und entgegengesetzt der begrifflosen Weisheit des Chors, die mancherley Sittensprüche vorbringt, und eine Menge von Gesetzen und beſtimmten Pflicht- und Rechtsbegriffen gelten läſst, hebt es sie in die einfachen Ideen des Schönen und Guten empor. — Die Bewegung dieser 1807 696 Abſtraction iſt das Bewuſstseyn der Dialectik, welche diese Maximen und Gesetze an ihnen haben, und hiedurch des Verschwindens der absoluten Gültigkeit, in der sie vorher erschienen. Indem die zufällige Beſtimmung und oberflächliche Individualität, welche die Vorſtellung den göttlichen Wesenheiten lieh, verschwindet, haben sie nach ihrer natürlichen Seite nur noch die Naktheit ihres unmittelbaren Daseyns, sie sind Wolken, ein verschwindender Dunſt, wie jene Vorſtellungen. Nach ihrer gedachten Wesentlichkeit zu den einfachen Gedanken des Schönen und Guten geworden, vertragen diese es. mit jedem beliebigen Inhalt erfüllt zu werden. Die Krafft des dialektischen Wiſſens gibt die beſtimmten Gesetze und Maximen des Handelns, der Luſt und dem Leichtsinne der — hiemit — verführten Jugend Preis, und der Aengſtlichkeit und Sorge des auf die Einzelnheit des Lebens beschränkten Alters Waffen zum Betrug an die Hand. Die reinen Gedanken des Schönen und Guten zeigen also das komische Schauspiel, durch die Befreyung von der Meynung, welche sowohl ihre Beſtimmtheit als Inhalt, wie ihre absolute Beſtimmtheit, das Feſthalten des Bewuſstseyns enthält, leer, und ebendadurch das Spiel der Meynung und der Willkühr der zufälligen Individualität zu werden.

747 Hier iſt also das vorher bewuſstlose Schicksal, das in der leeren Ruhe und Vergeſſenheit beſteht, 1807 697 und von dem Selbstbewuſstseyn getrennt iſt, mit diesem vereint. Das einzelne Selbſt iſt die negative Kraft, durch und in welcher die Götter, so wie deren Momente, die daseyende Natur und die Gedanken ihrer Beſtimmungen, verschwinden; zugleich iſt es nicht die Leerheit des Verschwindens, sondern erhält sich in dieser Nichtigkeit selbſt, iſt bey sich und die einzige Wirklichkeit. Die Religion der Kunſt hat sich in ihm vollendet und iſt vollkommen in sich zurückgegangen. Dadurch daſs das einzelne Bewuſstseyn in der Gewiſsheit seiner selbſt es iſt, das als diese absolute Macht sich darſtellt, hat diese die Form eines Vorgeſtellten, von dem Bewuſstseyn überhaupt getrennten und ihm fremden, verloren, wie die Bildsäule, auch die lebendige schöne Körperlichkeit oder der Inhalt des Epos und die Mächte und Personen der Tragödie waren; — auch iſt die Einheit nicht die bewuſstlose des Cultus und der Myſterien; — sondern das eigentliche Selbſt des Schauspielers fällt mit seiner Person zusammen, so wie der Zuschauer, der in dem, was ihm vorgeſtellt wird, vollkommen zu Hause iſt und sich selbſt spielen sieht. Was diſs Selbſtbewuſstſeyn anschaut, iſt, daſs in ihm, was die Form von Wesenheit gegen es annimmt, in seinem Denken, Daseyn und Thun sich vielmehr auflöſt und preisgegeben iſt, es iſt die Rükkehr alles Allgemeinen in die Gewiſsheit seiner selbſt, die hiedurch diese vollkommne Furcht- und 1807 698 Wesenlosigkeit alles Fremden, und ein Wohlseyn und Sich-wohlseyn-laſſen des Bewuſstseyns iſt, wie sich auſſer dieser Komödie keins mehr findet.

1807 699

C. *Die offenbare Religion*.

748 Durch die Religion der Kunſt iſt der Geiſt aus der Form der Subſtanz in die des Subjects getreten, denn sie bringt seine Geſtalt hervor, und setzt also in ihr das Thun oder das Selbſtbewuſstseyn, das in der furchtbaren Subſtanz nur verschwindet, und im Vertrauen sich nicht selbſt erfaſst. Diese Menschwerdung des göttlichen Wesens geht von der Bildsäule aus, die nur die äuſſere Geſtalt des Selbſts an ihr hat, das innre aber, ihre Thätigkeit, fällt auſſer ihr; im Cultus aber sind beyde Seiten eins geworden, in dem Resultate der Religion der Kunſt iſt diese Einheit in ihrer Vollendung zugleich auch auf das Extrem des Selbſts herübergegangen; in dem Geiſte, der in der Einzelnheit des Bewuſstseyns seiner vollkommen gewiſs iſt, iſt alle Wesenheit versunken. Der Satz, der diesen Leichtsinn ausſpricht, lautet so: das Selbſt iſt das absolute Wesen; das Wesen, das Subſtanz und an 1807 700 dem das Selbst die Accidentalität war, iſt zum Prädicate heruntergesunken, und der Geiſt hat in diesem Selbſtbewuſstseyn, dem nichts in der Form des Wesens gegenübertritt, sein Bewuſstseyn verloren.

749 Dieser Satz: das Selbſt iſt das absolute Wesen, gehört, wie von selbſt erhellt, dem nichtreligiösen, dem wirklichen Geiſte an, und es iſt sich zu erinnern, welches die Geſtalt deſſelben iſt, die ihn ausdrückt. Sie wird zugleich die Bewegung und die Umkehrung desselben enthalten, welche das Selbſt zum Prädicate herunterſtimmt, und die Subſtanz zum Subjecte erhebt. So nämlich, daſs der umgekehrte Satz nicht an sich oder für uns die Subſtanz zum Subjecte macht, oder was daſſelbe iſt, die Subſtanz so wieder herſtellt, daſs das Bewuſstseyn des Geiſtes zu seinem Anfange, der natürlichen Religion zurückgeführt wird, sondern so daſs diese Umkehrung für und durch das Selbſtbewuſstseyn selbſt zu Stande gebracht wird. Indem dieses sich mit Bewuſstseyn aufgibt, so wird es in seiner Entäusserung erhalten, und bleibt das Subject der Subſtanz, aber als sich ebenso entäuſſertes hat es zugleich das Bewuſstseyn derselben; oder indem es durch seine Aufopferung die Subſtanz als Subject hervorbringt, bleibt dieses sein eignes Selbſt. Es wird hiedurch erreicht, daſs, wenn in den beyden Sätzen, — in dem der erſten Subſtantialität das Subject nur verschwindet, — und in dem zweyten die Subſtanz nur Prädicat iſt, und beyde Seiten also in jedem mit der entgegengesetzten Ungleichheit des Werthes vorhanden sind, — daſs die 1807 701 Vereinigung und Durchdringung beyder Naturen hervorgeht, in der beyde mit gleichem Werthe ebenso wesentlich, als auch nur Momente sind; hiedurch iſt also der Geiſt ebenso Bewuſstseyn seiner als seiner gegenſtändlichen Subſtanz, wie einfaches in sich bleibendes Selbſtbewuſstseyn.

750 Die Religion der Kunſt gehört dem sittlichen Geiſte an, den wir früher in dem Rechtszuſtande untergehen sahen, d. h. in dem Satze: das Selbſt als solches, die abſtracte Person iſt absolutes Wesen. Im sittlichen Leben iſt das Selbſt in dem Geiſte seines Volks versenkt, es iſt die erfüllte Allgemeinheit. Die einfache Einzelnheit aber erhebt sich aus diesem Inhalte, und ihr Leichtsinn reinigt sie zur Person zur abſtracten Allgemeinheit des Rechts. In dieser iſt die Realität des sittlichen Geiſts verloren, die inhaltsleeren Geiſter der Völkerindividuen sind in Ein Pantheon versammelt, nicht in ein Pantheon der Vorſtellung, deren unmächtige Form jeden gewähren läſst, sondern in das Pantheon der abſtracten Allgemeinheit, des reinen Gedankens, der sie entleibt, und dem geiſtlosen Selbſt, der einzelnen Person das an und fürsichseyn ertheilt.

751 Aber diſs Selbſt hat durch seine Leerheit den Inhalt freygelaſſen; das Bewuſstseyn iſt nur in sich das Wesen; sein eignes Daseyn, das rechtliche Anerkanntseyn der Person, iſt die unerfüllte Abſtraction; es besitzt also vielmehr nur den Gedanken seiner selbſt, oder wie es da iſt und sich als Gegenſtand weiſs, iſt es das unwirkliche. Es iſt daher nur die ſtoische 1807 702 *Selbſtſtändigkeit des Denkens, und diese findet durch die Bewegung des skeptischen Bewuſstseyns hindurchgehend, seine Wahrheit in derjenigen Geſtalt, die das unglückliche Selbſtbewuſstseyn genannt wurde.

752 Dieses weiſs, welche Bewandniſs es mit dem wirklichen Gelten der abſtracten Person und ebenso mit dem Gelten derselben in dem reinen Gedanken hat. Es weiſs ein solches Gelten vielmehr als den vollkommnen Verluſt, es selbſt iſt dieser seiner bewuſste Verluſt und die Entäuſſerung seines Wiſſens von sich. — Wir sehen, daſs diſs unglückliche Bewuſstseyn die Gegenseite und Vervollſtändigung des in sich vollkommen glücklichen, des komischen Bewuſstſeyns ausmacht. In das letztere geht alles göttliche Wesen zurück, oder es ist die vollkommne Entäuſſerung der Subſtanz. Jenes hingegen ist umgekehrt, das tragische Schicksal der an und fürsichseyn sollenden Gewiſsheit seiner selbſt. Es iſt das Bewuſstseyn des Verluſtes aller Wesenheit in dieser Gewiſsheit seiner und des Verluſtes eben dieses Wissens von sich — der Subſtanz wie des Selbſts, es iſt der Schmerz, der sich als das harte Wort ausspricht, daſs Gott geſtorben iſt.

753 In dem Rechtszuſtande iſt also die sittliche Welt und die Religiou derselben in dem komischen Bewuſstseyn versunken, und das unglückliche das Wissen dieses ganzen Verluſts. Sowohl der Selbſtwerth seiner unmittelbaren Persönlichkeit, iſt ihm verloren, als seiner vermittelten, der gedachten. Ebenso 1807 703 iſt das Vertrauen in die ewigen Gesetze der Götter, wie die Orakel, die das Besondre zu wiſſen thaten, verſtummt. Die Bildsäulen sind nun Leichname, denen die belebende Seele, so wie die Hymne Worte, deren Glauben entflohen iſt; die Tische der Götter ohne geiſtige Speise und Trank, und aus seinen Spielen und Feſten kommt dem Bewuſstseyn nicht die freudige Einheit seiner mit dem Wesen zurück. Den Werken der Muse fehlt die Krafft des Geiſtes, dem aus der Zermalmung der Götter und Menschen die Gewiſsheit seiner selbſt hervorging. Sie sind nun das, was ſie für uns sind, — vom Baume gebrochne schöne Früchte, ein freundliches Schicksal reichte sie uns dar, wie ein Mädchen jene Früchte präsentirt; es gibt nicht das wirkliche Leben ihres Daseyus, nicht den Baum, der sie trug, nicht die Erde und die Elemente, die ihre Subſtanz, noch das Klima, das ihre Beſtimmtheit ausmachte; oder den Wechsel der Iahreszeiten, die den Proceſs ihres Werdens beherrschten. — So gibt das Schicksal uns mit den Werken jener Kunſt, nicht ihre Welt, nicht den Frühling und Sommer des sittlichen Lebens, worin sie blühten und reifften, sondern allein die eingehüllte Erinnerung dieser Wirklichkeit. — Unser Thun in ihrem Genuſſe iſt daher nicht das gottesdienſtliche, wodurch unserem Bewuſstseyn seine vollkommne es ausfüllende Wahrheit würde, sondern es iſt das äuſſerliche Thun, das von diesen Früchten etwa 1807 704 Regentropfen oder Stäubchen abwischt, und an die Stelle der innern Elemente der umgebenden, erzeugenden und begeiſtenden Wirklichkeit des Sittlichen, das weitläufige Gerüſte der todten Elemente ihrer äuſſerlichen Exiſtenz, der Sprache, des Geschichtlichen u. s. f. errichtet, nicht um sich in sie hinein zu leben, sondern nur um sie in sich vorzuſtellen. Aber wie das Mädchen, das die gepflückten Früchte darreicht, mehr iſt, als die in ihre Bedingungen und Elemente, den Baum, Lufft, Licht u. s. f. ausgebreitete Natur derselben, welche sie unmittelbar darbot, indem es auf eine höhere Weise diſs alles in den Strahl des selbſtbewuſsten Auges und der darreichenden Gebehrde zusammenfaſst, so iſt der Geiſt des Schicksals, der uns jene Kunſtwerke darbietet, mehr als das sittliche Leben und Wirklichkeit jenes Volkes, denn er iſt die Er-Innerung des in ihnen noch veräuſſerten Geiſtes, — er iſt der Geiſt des tragischen Schicksals, das alle jene individuelle Götter und Attribute der Subſtanz in das Eine Pantheon versammelt, in den seiner als Geiſt selbſtbewuſsten Geiſt.

754 Alle Bedingungen seines Hervorgangs sind vorhanden, und diese Totalität seiner Bedingungen macht das Werden, den Begriff, oder das ansichseyende Hervorgehen deſſelben aus. — Der Kreis der Hervorbringungen der Kunſt umfaſst die Formen der Entäuſſerungen der absoluten Subſtanz, sie iſt in der Form der Individualität, als ein Ding, als seyender Gegenſtand 1807 705 des sinnlichen Bewuſstseyns, — als die reine Sprache oder das Werden der Geſtalt, deren Daseyn nicht aus dem Selbſt heraustritt, und rein verschwindender Gegenſtand iſt; — als unmittelbare Einheit mit dem allgemeinen Selbſtbewuſstseyn in seiner Begeiſterung und als vermittelte in dem Thun des Cultus; — als schöne selbſtische Körperlichkeit, und endlich als das in die Vorſtellung erhobne Daseyn und die Ausbreitung deſſelben zu einer Welt, die sich zuletzt in die Allgemeinheit, die ebenso reine Gewiſsheit ihrer selbſt ist, zusammennimmt. — Dieſe Formen, und auf der andern die Welt der Person und des Rechts, die verwüſtende Wildheit der freygelaſſenen Elemente des Inhalts, ebenso die gedachte Person des Stoicismus und die baltlose Unruhe des ſkeptiſchen Bewuſstseyns, machen die Peripherie der Geſtalten aus, welche erwartend und drängend um die Geburtsſtätte des als Selbstbewuſstseyn werdenden Geiſtes umherſtehen, der alle durchdringende Schmerz und Sehnsucht des unglücklichen Selbstbewuſstseyns iſt ihr Mittelpunkt und das gemeinſchaftliche Geburtswehe ſeines Hervorgangs, — die Einfachheit des reinen Begriffs, der jene Geſtalten als ſeine Momente enthält.

755 Er hat die zwey Seiten an ihm, die oben als die beyden umgekehrten Sätze vorgeſtellt sind; die eine iſt dieſe, daſs die Subſtanz sich ihrer selbſt entäuſſert und zum Selbſtbewuſstſeyn wird, die andre umgekehrt, daſs das Selbſtbewuſstſeyn ſich ſeiner 1807 706 entäuſſert und zur Dingheit oder zum allgemeinen Selbſt macht. Beyde Seiten sind sich auf dieſe Weiſe entgegen gekommen, und hiedurch ihre wahre Vereinigung entſtanden. Die Entäuſſerung der Subſtanz, ihr Werden zum Selbſtbewuſstſeyn drückt den Uebergang ins Entgegengeſetzte, den bewuſsiloſen Uebergang der Nothwendigkeit, oder diſs aus, daſs sie an sich Selbſtbewuſstſeyn iſt. Umgekehrt, die Entäuſſerung des Selbſtbewuſsſeyns diſs, daſs es an sich das allgemeine Weſen ist, oder weil das Selbſt das reine Fürsichſeyn iſt, das in seinem Gegentheile bey sich bleibt, diſs, daſs für es es iſt, daſs die Subſtanz Selbſtbewuſstseyn, und ebendadurch Geiſt iſt. Es kann daher von dieſem Geiſte, der die Form der Subſtanz verlaſſen, und in der Geſtalt des Selbſtbewuſstseyns in das Daſeyn tritt, geſagt werden, — wenn man sich der aus der natürlichen Zeugung hergenommenen Verhältniſſe bedienen will, — daſs er eine wirkliche Mutter, aber einen anſichſeyenden Vater hat; denn die Wirklichkeit oder das Selbstbewuſstseyn, und das Anſich als die Substanz sind seine beyden Momente, durch deren gegenseitige Entäuſſerung, jedes zum andern werdend, er als diese ihre Einheit ins Daseyn tritt.

756 Inſofern das Selbſtbewuſstſeyn einſeitig nur seine eigne Entäuſſerung erfaſst, wenn ihm ſchon ſein Gegenstand alſo ebensowohl Seyn als Selbſt iſt und es alles Daſeyn als geiſtiges Wesen weiſs, ſo ist dadurch dennoch noch nicht für es der wahre Geiſt geworden, inſofern nemlich das Seyn überhaupt oder 1807 707 die Substanz nicht an ſich ebenso ihrerseits ſich ihrer ſelbst entäuſſerte und zum Selbſtbewuſstſeyn wurde. Denn alsdann ist alles Daſeyn nur vom Standpunkte des Bewuſstſeyns aus geiſtiges Weſen, nicht an sich selbſt. Der Geiſt iſt auf diese Weiſe dem Daſeyn nur eingebildet; dieſes Einbilden iſt die Schwärmerei, welche der Natur sowohl, als der Geschichte, wie der Welt so den mythiſchen Vorstellungen der vorhergehenden Religionen einen andern innern Sinn unterlegt, als sie in ihrer Erscheinung dem Bewuſstſeyn unmittelbar darbieten, und in Anſehung der Religionen, als das Selbstbewuſstseyn, deſſen Religionen sie waren, darin wuſste. Aber diese Bedeutung ist eine geliehene, und ein Kleid, das die Blöſſe der Erſcheinung nicht bedeckt und sich keinen Glauben und Verehrung erwirbt, ſondern die trübe Nacht und eigne Verzückung des Bewuſstſeyns bleibt.

757 Daſs diese Bedeutung des Gegenſtändlichen also nicht bloſſe Einbildung ſey, muſs sie an. ſich ſeyn, das heiſst, einmal dem Bewuſstſeyn aus dem Begriffe entſpringen und in ihrer Nothwendigkeit hervorgehen. So iſt uns durch das Erkennen des unmittelbaren Bewuſstſeyns, oder des Bewuſstſeyns des ſeyenden Gegenſtandes durch ſeine nothwendige Bewegung der ſich ſelbst wiſſende Geiſt entſprungen. Dieſer Begriff, der als unmittelbarer auch die Gestalt der Unmittelbarkeir für ſein Bewuſstſeyn hatte, hat ſich zweytens die Gestalt des Selbstbewuſstſeyns an ſich d. h. nach eben der 1807 708 Nothwendigkeit des Begriffes gegeben, als das Seyn oder die Unmittelbarkeit, die der innhaltslose Gegenstand des sinnlichen Bewuſstſeyns ist, sich ſeiner entäuſſert, und Ich für das Bewuſstſeyn wird. — Von dem denkenden Anſich oder dem Erkennen der Nothwendigkeit ist aber das unmittelbare Anſich oder die ſeyende Nothwendigkeit ſelbst unterſchieden; — ein Unterſchied, der zugleich aber nicht auſſer dem Begriffe liegt, denn die einfache Einheit des Begriffes ist das unmittelbare Seyn ſelbst; er ist ebenso das sich ſelbst entäuſſernde oder das Werden der angeſchauten Nothwendigkeit, als er in ihr bey sich ist und sie weiſs und begreift. — Das unmittelbare Anſich des Geistes, der sich die Gestalt des Selbstbewuſstſeyns gibt, heiſst nichts anderes, als daſs der wirkliche Weltgeist zu dieſem Wiſſen von ſich gelangt ist; dann erst tritt diſs Wiſſen auch in sein Bewuſstſeyn, und als Wahrheit ein. Wie jenes geſchehen, hat ſich oben ergeben.

758 Diſs daſs der absolute Geist sich die Gestalt des Selbstbewuſstſeyns an ſich und damit auch für sein Bewuſstſeyn gegeben, erſcheint nun so, daſs es der Glauben der Welt ist, daſs der Geist als ein Selbstbewuſstseyn d. h. als ein wirklicher Mensch da iſt, daſs er für die unmittelbare Gewiſsheit ist, daſs das glaubende Bewuſstseyn diese Göttlichkeit ſieht und fühlt und hört. So iſt es nicht Einbildung, ſondern es iſt wirklich an dem. Das Bewuſstseyn geht dann nicht aus ſeinem Innern, von dem Gedanken aus, und schlieſst in sich den Gedanken des Gottes mit dem 1807 709 Daseyn zuſammen, sondern es geht von dem unmittelbaren gegenwärtigen Daseyn aus, und erkennt den Gott in ihm. — Das Moment des unmittelbaren Seyns ist in dem Inhalte des Begriffes so vorhanden, daſs der religiöse Geist in der Rückkehr aller Wesenheit in das Bewuſstseyn, einfaches positives Selbſt geworden iſt, ebenso wie der wirkliche Geist als solcher im unglücklichen Bewuſstseyn eben diese einfache ſelbſtbewuſste Negativität. Das Selbſt des daseyenden Geistes hat dadurch die Form der vollkommnen Unmittelbarkeit; es iſt weder als gedachtes oder vorgestelltes noch hervorgebrachtes gesetzt, wie es mit dem unmittelbaren Selbst theils in der natürlichen theils in der Kunst-Religion der Fall ist. Sondern dieser Gott wird unmittelbar als Selbſt, als ein wirklicher einzelner Mensch, sinnlich angeschaut; ſo nur iſt er Selbſtbewuſstseyn.

759 Diese Menſchwerdung des göttlichen Weſens, oder daſs es weſentlich und unmittelbar die Gestalt des Selbſtbewuſstseyns hat, ist der einfache Inhalt der absoluten Religion. In ihr wird das Wesen als Geist gewuſst, oder sie ist sein Bewuſstseyn über sich, Geist zu seyn. Denn der Geist ist das Wiſſen seiner selbst in seiner Entäuſſerung; das Wesen, das die Bewegung ist, in seinem Andersſeyn die Gleichheit mit sich selbſt zu behalten. Diſs aber ist die Subſtanz, insoſern sie in ihrer Accidentalität ebenso in sich reflectirt, nicht dagegen als gegen ein unwesentliches und somit in einem fremden sich 1807 710 befindendes gleichgültig, sondern darin in sich, d. h. insofern sie Subject oder Selbſt iſt. — In dieser Religion ist deſswegen das göttliche Wesen geoffenbart. Sein Offenbarseyn besteht offenbar darin, daſs gewuſst wird, was es ist. Es wird aber gewuſst, eben indem es als Geist gewuſst wird, als Wesen, das wesentlich Selbſtbewuſstseyn iſt. — Dem Bewuſstseyn ist in seinem Gegenſtand dann etwas geheim, wenn er ein Anderes oder Fremdes für es ist, und wenn es ihn nicht als sich selbſt weiſs. Diſs Geheimseyn hört auf, indem das absolute Wesen als Geiſt Gegenstand des Bewuſstseyns iſt; denn so ist er als Selbſt in seinem Verhältniſſe zu ihm; d. h. dieses weiſs unmittelbar sich darin, oder es ist sich in ihm offenbar. Es selbst ist sich nur in der eignen Gewiſsheit seiner offenbar; jener sein Gegenstand iſt das Selbſt, das Selbſt aber iſt kein Fremdes, sondern die untrennbare Einheit mit sich, das unmittelbar allgemeine. Es iſt der reine Begriff, das reine Denken oder Fürſichſeyn, das unmittelbar Seyn, und damit Seyn für anderes, und als dieſes Seyn für anderes unmittelbar in sich zurückgekehrt, und bey sich ſelbſt; es iſt alſo das wahrhaft und allein offenbare. Das Gütige, Gerechte, Heilige, Schöpfer Himmels und der Erde u. s. f. sind Prädicate eines Subjects, — allgemeine Momente, die an diesem Puncte ihren Halt haben, und nur erſt im Rückgehen des Bewuſstseyns ins Denken sind. — Indem sie gewuſst werden, ist ihr Grund und Wesen, das Subject selbst, noch nicht offenbar 1807 711 und ebenſo ſind die Beſtimmungen des Allgemeinen, nicht diſs Allgemeine ſelbſt. Das Subject ſelbſt, und damit auch diſs reine Allgemeine iſt aber oſſenbar als Selbſt, denn diſs iſt eben diſs in ſich reflectirte Innre, das unmittelbar da, und die eigne Gewiſsheit desjenigen Selbſts iſt, für welches es da ist. Diſs — seinem Begriffe nach das offenbare zu ſeyn, — ist alſo die wahre Geſtalt des Geiſtes, und dieſe ſeine Geſtalt, der Begriff, iſt ebenso allein ſein Weſen und Subſtanz. Er wird gewuſst als Selbſtbewuſstseyn und iſt dieſem unmittelbar offenbar, denn er iſt dieſes ſelbſt; die göttliche Natur iſt daſſelbe, was die menschliche ist, und dieſe Einheit iſt es, die angeſchaut wird.

760 Hier alſo iſt in der That das Bewuſstſeyn oder die Weiſe, wie das Weſen für es ſelbſt iſt, ſeine Geſtalt, ſeinem Selbſtbewuſstſeyn gleich; dieſe Geſtalt iſt selbſt ein Selbſtbewuſstſeyn; ſie iſt damit zugleich ſeyender Gegenſtand und dieſes Seyn hat ebenso unmittelbar die Bedeutung des reinen Denkens, des abſoluten Weſens. — Das absolute Weſen, welches als ein wirkliches Selbſtbewuſstſeyn da iſt, ſcheint von ſeiner ewigen Einfachheit herabgeſtiegen zu ſeyn, aber in der That hat es damit erſt ſein höchſtes Weſen erreicht. Denn der Begriff des Weſens, erſt indem er ſeine einfache Reinheit erlangt hat, iſt er die abſolute Abſtraction welche reines Denken und damit die reine Einzelnheit des Selbſts, ſo wie um ſeiner Einfachheit willen das Unmittelbare oder Seyn ist. — Was das ſinnliche Bewuſstseyn genannt wird, iſt eben dieſe reine Abſtraction, 1807 712 es iſt diſs Denken, für welches das Seyn, das Unmittelbare iſt. Das niedrigſte iſt alſo zugleich das höchſte, das ganz an die Oberfläche herausgetretene Offenbare iſt eben darin das Tiefſte. Daſs das höchſte Weſen als ein ſeyendes Selbſtbewuſstſeyn geſehen, gehört u. s. f. wird, diſs iſt also in der That die Vollendung ſeines Begriffes; und durch dieſe Vollendung iſt das Weſen ſo unmittelbar da, als es Weſen iſt.

761 Diſs unmittelbare Daſeyn iſt zugleich nicht allein und bloſs unmittelbares Bewuſstſeyn, ſondern es iſt religiöſes Bewuſstſeyn; die Unmittelbarkeit hat ungetrennt die Bedeutung nicht nur eines ſeyenden Selbſtbewuſstſeyns, ſondern des rein gedachten oder abſoluten Weſens. Weſſen wir uns in unſerem Begriffe bewuſst ſind, daſs das Seyn Weſen iſt, iſt das religiöſe Bewuſstſeyn ſich bewuſst. Dieſe Einheit des Seyns und Weſens, des Denkens, das unmittelbar Daſeyn iſt, iſt wie es der Gedanke dieſes religiöſen Bewuſstſeyns oder ſein vermitteltes Wiſſen iſt, ebenſo ſein unmittelbares Wiſſen; denn dieſe Einheit des Seyns und Denkens iſt das Selbſtbewuſstſeyn, und iſt ſelbſt da, oder die gedachte Einheit hat zugleich dieſe Geſtalt deſſen, was ſie iſt. Gott iſt alſo hier offenbar, wie er iſt; er iſt ſo da, wie er an ſich iſt; er iſt da, als Geiſt. Gott iſt allein im reinen ſpeculativen Wiſſen erreichbar, und iſt nur in ihm und iſt nur es ſelbſt, denn er iſt der Geiſt; und dieſes ſpeculative Wiſſen iſt das Wiſſen der offenbaren Religion. Jenes weiſs ihn als Denken oder reines Weſen, und diſs Denken als Seyn und als 1807 713 Daſeyn, und das Daſeyn als die Negativität ſeiner ſelbſt hiemit als Selbſt, dieſes und allgemeines Selbſt; ebendiſs weiſs die offenbare Religion. — Die Hoffnungen und Erwartungen der vorhergehenden Welt drängten ſich allein auf dieſe Offenbarung hin, anzuſchauen, was das abſolute Weſen iſt, und ſich ſelbſt in ihm zu finden; dieſe Freude wird dem Selbſtbewuſstſeyn und ergreifſt die ganze Welt, im abſoluten Weſen ſich zu ſchauen, denn es iſt Geiſt, es iſt die einfache Bewegung jener reinen Momente, die diſs ſelbſt ausdrükt, daſs das Weſen dadurch erſt, daſs es als unmittelbares Selbſtbewuſstſeyn angeſchaut wird, als Geiſt gewuſst wird.

762 Dieſer Begriff des ſelbſt ſich ſelbſt als Geiſt wiſſenden Geiſtes iſt ſelbſt der unmittelbare, und noch nicht entwickelt. Das Weſen iſt Geiſt, oder es iſt erſchienen, es iſt offenbar; diſs erſte Offenbarſeyn iſt ſelbſt unmittelbar; aber die Unmittelbarkeit ist ebenso reine Vermittlung oder Denken; ſie muſs daher an ihr ſelbſt als ſolcher diſs darstellen. — Bestimmter diſs betrachtet, ſo ist der Geist in der Unmittelbarkeit des Selbſtbewuſstſeyns dieſes einzelne Selbſtbewuſstſeyn, dem allgemeinen entgegengeſetzt; er ist ausſchlieſſendes Eins, das für das Bewuſstſeyn, für welches es da ist, die noch unaufgelöste Form eines ſinnlichen Andern hat; dieſes weiſs den Geiſt noch nicht als den ſeinen, oder der Geist ist noch nicht wie er einzelnes Selbst ist, ebenſowohl als allgemeines, als Alles Selbſt da. Oder die Gestalt hat noch nicht die Form des Begriffs; d. h. des 1807 714 allgemeinen Selbſts, des Selbſts, das in seiner unmittelbaren Wirklichkeit ebenso aufgehobnes, Denken, Allgemeinheit iſt, ohne in dieſer jene zu verlieren. — Die nächste und selbſt unmittelbare Form dieſer Allgemeinheit ist aber nicht ſchon die Form des Denkens ſelbſts, des Begriffes als Begriffes, ſondern die Allgemeinheit der Wirklichkeit, die Allheit der Selbſt, und die Erhebung des Daſeyns in die Vorſtellung; wie überall, und um ein bestimmtes Beyſpiel anzuführen, das aufgehobne ſinnliche Dieſes, erſt das Ding der Wahrnehmung, noch nicht das Allgemeine des Verſtandes iſt.

763 Dieſer einzelne Menſch alſo, als welcher das abſolute Wesen offenbar iſt, vollbringt an ihm als Einzelnem die Bewegung des finnlichen Seyns. Er iſt der unmittelbar gegenwärtige Gott; dadurch geht ſein Seyn in Geweſenſeyn über. Das Bewuſstſeyn, für welches er dieſe ſinnliche Gegenwart hat, hört auf, ihn zu ſehen, zu hören; es hat ihn geſehen und gehört; und erſt dadurch, daſs es ihn nur geſehen, gehört hat, wird es ſelbſt geiſtiges Bewuſstſeyn oder wie er vorher als ſinnliches Daſeyn für es auſſtand, ist er itzt im Geiſte aufgestanden. — Denn als solches, das ihn ſinnlich ſieht und hört, ist es ſelbst nur unmittelbares Bewuſstseyn, das die Ungleichheit der Gegenständlichkeit nicht aufgehoben, nicht ins reine Denken zurückgenommen hat, ſondern dieſen gegenſtändlichen Einzelnen, nicht aber ſich ſelbst als Geist weiſs. In dem Verſchwinden des unmittelbaren Daſeyns des als 1807 715 abſoluten Weſens gewuſsten erhält das Unmittelbare ſein negatives Moment; der Geist bleibt unmittelbares Selbst der Wirklichkeit, aber als das allgemeine Selbſtbewuſstſeyn der Gemeine, das in ſeiner eignen Substanz ruht, ſo wie dieſe in ihm allgemeines Subject ist; nicht der Einzelne für ſich, sondern zusammen mit dem Bewuſstseyn der Gemeine, und das was er für dieſe ist, iſt das vollständige Ganze deſſelben.

764 Vergangenheit und Entfernung ſind aber nur die unvollkommne Form, wie die unmittelbare Weiſe vermittelt oder allgemein geſetzt ist; dieſe ist nur oberflächlich in das Element des Denkens getaucht, ist als ſinnliche Weiſe darin aufbewahrt, und mit der Natur des Denkens ſelbst nicht in Eins geſetzt. Es ist nur in das Vorſtellen erhoben, denn diſs ist die ſynthetiſche Verbindung der ſinnlichen Unmittelbarkeit, und ihrer Allgemeinheit oder des Denkens.

765 Diese Form des Vorſtellens macht die Bestimmtheit aus, in welcher der Geist in dieſer ſeiner Gemeine, ſeiner bewuſst wird. Sie iſt noch nicht das zu ſeinem Begriffe als Begriffe gediehene Selbſtbewuſstſeyn deſſelben; die Vermittelung ist noch unvollendet. Es ist alſo in dieſer Verbindung des Seyns und Denkens der Mangel vorhanden, daſs das geistige Wesen noch mit einer unversöhnten Entzweyung in ein Diſſeits und Jenſeits behaftet ist. Der Inhalt ist der wahre, aber alle seine Momente haben in dem Elemente des Vorstellens geſetzt, den Charakter, nicht begriffen zu ſeyn, ſondern als 1807 716 vollkommen ſelbstständige Seiten zu erscheinen, die sich äusserlich aufeinander beziehen. Daſs der wahre Inhalt auch ſeine wahre Form für das Bewuſstſeyn erhalte, dazu ist die höhere Bildung des letztern nothwendig, ſeine Anſchauung der abſoluten Substanz in den Begriff zu erheben, und für es ſelbſt ſein Bewuſstſeyn mit ſeinem Selbstbewuſstſeyn auszugleichen, wie diſs für uns oder an ſich geſchehen ist.

766 Dieſer Inhalt ist in der Weiſe, wie er in ſeinem Bewuſstſeyn ist, zu betrachten. — Der abſolute Geist ist Inhalt, ſo ist er in der Gestalt ſeiner Wahrheit. Aber ſeine Wahrheit ist nicht nur die Substanz der Gemeinde, oder das Anſich derſelben zu ſeyn, noch auch nur aus dieſer Innerlichkeit in die Gegenständlichkeit des Vorſtellens heraufzutreten, ſondern wirkliches Selbst zu werden, ſich in ſich zu reflectiren und Subject zu seyn. Diſs ist also die Bewegung, welche er in seiner Gemeine vollbringt, oder diſs ist das Leben deſſelben. Was dieſer ſich offenbarende Geist an und für ſich ist, wird daher nicht dadurch herausgebracht, daſs ſein reiches Leben in der Gemeine, gleichſam aufgedreht und auf ſeinen erſten Faden zurückgeführt wird, etwa auf die Vorstellungen der ersten unvollkommnen Gemeine, oder gar auf das, was der wirkliche Mensch gesprochen hat. Dieſer Zurückführung liegt der Instinct zu Grunde, auf den Begriff zu gehen; aber sie verwechselt den Ursprung als das unmittelbare Daseyn der ersten Erscheinung mit der Einfachheit des 1807 717 *Begriffes. Durch diese Verarmung des Lebens des Geistes, durch das Wegräumen der Vorstellung der Gemeine und ihres Thuns gegen ihre Vorstellung, entsteht daher statt des Begriffes vielmehr die bloſſe Aeuſſerlichkeit und Einzelnheit, die geschichtliche Weiſe der unmittelbaren Erscheinung und die geistlose Erinnerung einer einzelnen gemeynten Gestalt und ihrer Vergangenheit.

767 Der Geist ist Inhalt ſeines Bewuſstseyns zuerst in der Form der reinen Subſtanz, oder ist Inhalt seines reinen Bewuſstſeyns. Diſs Element des Denkens ist die Bewegung, zum Daſeyn oder der Einzelnheit herunter zu steigen. Die Mitte zwiſchen ihnen ist ihre ſynthetiſche Verbindung, das Bewuſstſeyn des Anderswerdens oder das Vorstellen als ſolches. Das dritte ist die Rückkehr aus der Vorstellung und dem Andersſeyn oder das Element des Selbstbewuſstſeyns ſelbst. — Dieſe drey Momente machen den Geist aus; ſein Auseinandertreten in der Vorstellung besteht darin, auf eine beſtimmte Weise zu seyn; dieſe Bestimmtheit aber ist nichts anderes, als eines ſeiner Momente. Seine ausführliche Bewegung ist alſo diese, in jedem seiner Momente, als in einem Elemente ſeine Natur auszubreiten; indem jeder dieſer Kreiſe ſich in ſich vollendet, ist diese seine Reflexion in ſich zugleich der Uebergang in den Andern. Die Vorſtellung macht die Mitte zwiſchen dem reinen Denken und dem Selbstbewuſsseyn als solchem aus, und ist nur eine der Bestimmtheiten; zugleich 1807 718 aber, wie ſich gezeigt, ist ihr Charakter, die ſynthetiſche Verbindung zu seyn, über alle dieſe Elemente ausgebreitet, und ihre gemeinſchaftliche Bestimmtheit.

768 Der Inhalt ſelbst, der zu betrachten ist, ist zum Theil ſchon als die Vorstellung des unglücklichen und glaubenden Bewuſstseyns vorgekommen; — in jenem aber in der Bestimmung des aus dem Bewuſstſeyn hervorgebrachten und erſehnten Inhalts, worin der Geiſt sich nicht erſättigen noch Ruhe finden kann, weil er noch nicht an ſich oder als ſeine Subſtanz ſein Inhalt iſt; — in dieſem dagegen iſt er als das ſelbſtloſe Weſen der Welt oder als weſentlich gegenſtändlicher Inhalt des Vorstellens betrachtet worden, — eines Vorſtellens, das der Wirklichkeit überhaupt entflieht, und daher ohne die Gewiſsheit des Selbſtbewuſstſeyns iſt, die ſich theils als Eitelkeit des Wiſſens theils als reine Einſicht von ihm trennt. — Das Bewuſstseyn der Gemeine hingegen hat ihn zu ſeiner Subſtanz, ebenſo als er ihre Gewiſsheit des eignen Geiſtes iſt.

769 Der Geist zuerst als Subſtanz im Elemente des reinen Denkens vorgeſtellt, iſt er hiemit unmittelbar das einfache ſich ſelbſtgleiche, ewige Weſen, das aber nicht dieſe abſtracte Bedeutung des Weſens, ſondern die Bedeutung des abſoluten Geiſtes hat. Allein der Geiſt iſt diſs, nicht Bedeutung, nicht das Innre, ſondern das Wirkllche zu ſeyn. Das einfache ewige Weſen daher würde nur dem leeren Worte nach Geiſt ſeyn, wenn es bey der Vorſtellung und dem Ausdrucke des 1807 719 einfachen ewigen Wesens bliebe. Das einfache Weſen aber, weil es die Abſtraction ist, ist es in der Tha das negative an ſich ſelbſt, und zwar die Negativität des Denkens oder ſie wie ſie im Weſen an ſich iſt; d. h. es iſt der abſolute Unterſchied von ſich, oder ſein reines Anderswerden. Als Weſen iſt es nur an ſich oder für uns; aber indem dieſe Reinheit eben die Abſtraction oder Negativität iſt, iſt es für ſich ſelbſt, oder das Selbſt, der Begriff. — Es iſt alſo gegenſtändlich; und indem die Vorſtellung die ſo eben ausgeſprochne Nothwendigkeit des Begriffs als ein Geſchehen auffaſst und ausſpricht, ſo wird geſagt werden, daſs das ewige Weſen ſich ein Anderes erzeugt. Aber in dieſem Andersſeyn iſt es ebenſo unmittelbar in ſich zurückgekehrt; denn der Unterſchied iſt der Unterſchied an ſich, d. h. er iſt unmittelbar nur von ſich ſelbſt unterſchieden, er iſt alſo die in ſich zurückgekehrte Einheit.

770 Es unterſcheiden ſich alſo die drey Momente, des Weſens, des Fürſichſeyns, welches das Andersſeyn des Weſens iſt und für welches das Weſen iſt, und des Fürſichſeyns oder ſich ſelbſt Wiſſens im Andern. Das Weſen ſchaut nur ſich ſelbſt in ſeinem Fürſichſeyn an; es iſt in dieſer Entäuſſerung nur bey ſich, das Fürſichſeyn, das ſich von dem Weſen ausſchlieſst, iſt das Wiſſen des Weſens ſeiner ſelbſt; es iſt das Wort, das ausgeſprochen den Ausſprechenden entäuſſert und ausgeleert zurückläſst, aber ebenſo unmittelbar vernommen iſt, und nur dieſes ſich 1807 720 ſelbſt Vernehmen iſt das Daſeyn des Wortes. So daſs die Unterſchiede, die gemacht ſind, ebenſo unmittelbar aufgelöst als ſie gemacht, und ebenſo unmittelbar gemacht als ſie aufgelöst ſind, und das Wahre und Wirkliche eben dieſe in ſich kreiſende Bewegung iſt.

771 Dieſe Bewegung in ſich ſelbſt ſpricht das abſolute Weſen als Geiſt aus; das abſolute Weſen, das nicht als Geiſt erfaſst wird, iſt nur das abſtracte Leere, ſo wie der Geiſt, der nicht als dieſe Bewegung erfaſst wird, nur ein leeres Wort iſt. Indem ſeine Momente in ihrer Reinheit gefaſst werden, ſind ſie die ruheloſen Begriffe, die nur ſind ihr Gegentheil an ſich ſelbſt zu ſeyn und ihre Ruhe im Ganzen zu haben. Aber das Vorſtellen der Gemeine iſt nicht diſs begreiffende Denken; ſondern hat den Inhalt ohne ſeine Nothwendigkeit, und bringt ſtatt der Form des Begriffes die natürlichen Verhältniſſe von Vater und Sohn in das Reich des reinen Bewuſstseyns. Indem es ſo im Denken ſelbſt ſich vorſtellend verhält, iſt ihm das Weſen zwar offenbar, aber die Momente deſſelben treten ihm um dieſer ſynthetiſchen Vorſtellung willen theils ſelbſt auseinander, ſo daſs ſie nicht durch ihren eiguen Begriff ſich aufeinander bezichen, theils tritt es von dieſem ſeinem reinen Gegenſtand zurück, bezieht ſich nur äuſſerlich auf ihn; er iſt ihm von einem Fremden geoffenbart, und in dieſem Gedanken des Geiſtes erkennt es nicht ſich ſelbſt, nicht die Natur des reinen Selbstbewuſstseyns. 1807 721 Inſofern über die Form des Vorſtellens und jener Verhältniſſe, die aus dem Natürlichen hergenommen ſind, und damit beſonders auch darüber hinausgegangen werden muſs, die Momente der Bewegung, die der Geiſt iſt, für iſolirte nichtwankende Substanzen oder Subjecte, statt für übergehende Momente zu nehmen, — ist diſs Hinausgehen, wie vorhin bey einer andern Seite erinnert wurde, für ein Drängen des Begriffes anzusehen; aber indem es nur Inſtinkt ist, verkennt es ſich, verwirft mit der Form auch den Inhalt, und, was daſſelbe ist, ſetzt ihn zu einer geſchichtlichen Vorstellung und einem Erbstücke der Tradition herab; hierin ist das rein Aeuſſerliche des Glaubens nur beybehalten, und damit als ein erkenntniſsloses Todtes, das Innerliche deſſelben aber ist verschwunden, weil diſs der Begriff wäre, der ſich als Begriff weiſs.

772 Der abſolute Geist, im reinen Weſen vorgestellt, ist zwar nicht das abſtracte reine Weſen, ſondern dieſes ist vielmehr ebendadurch, daſs es im Geiste nur Moment ist, zum Elemente herabgeſunken. Die Darstellung des Geistes aber in dieſem Elemente hat denſelben Mangel der Form nach an ſich, den das Weſen als Weſen hat. Das Weſen ist das abſtracte, und darum das negative ſeiner Einfachheit, ein anderes; ebenſo der Geiſt im Elemente des Weſens ist die Form der einfachen Einheit, die darum ebenſo weſentlich ein Anderswerden ist. — Oder was daſſelbe ist, die Beziehung des ewigen Weſens auf ſein Fürſichseyn ist 1807 722 die unmittelbar-einfache des reinen Denkens; in diesem einfachen Anſchauen ſeiner ſelbſt im Andern ist alſo das Andersſeyn nicht als ſolches geſetzt; es ist der Unterſchied, wie er im reinen Denken unmittelbar kein Unterſchied ist; ein Anerkennen der Liebe, worin die beyden nicht ihrem Weſen nach ſich entgegenſetzten. — Der Geist, der im Elemente des reinen Denkens ausgeſprochen ist, ist weſentlich ſelbst dieſes, nicht in ihm nur, ſondern Wirklicher zu ſeyn, denn in ſeinem Begriffe liegt ſelbst das andersſeyn, d. h. das Aufheben des reinen nur gedachten Begriffes.

773 Das Element des reinen Denkens, weil es das abstracte ist, ist ſelbst vielmehr das Andre ſeiner Einfachheit, und geht daher in das eigentliche Element des Vorſtellens über, — das Element, worin die Momente des reinen Begriffes ein ſubſtantielles Daſeyn ebenſo gegeneinander erhalten, als ſie Subjecte ſind, die nicht für ein drittes die Gleichgültigkeit des Seyns gegeneinander haben, ſondern in ſich reflectirt ſich ſelbst voneinander abſondern und entgegen ſtellen.

774 Der alſo nur ewige oder abstracte Geist wird ſich ein Anders oder tritt in das Daſeyn und unmittelbar in das unmittelbare Daſeyn. Er erſchafft alſo eine Welt. Dieſes Erſchaffen ist das Wort der Vorſtellung für den Begriff ſelbst nach ſeiner abſoluten Bewegung, oder dafür daſs das als abſolut ausgeſagte Einfache oder reine Denken, weil es das abstracte ist, vielmehr das negative und hiemit ſich entgegengeſetzte oder Andre ist; — oder weil um daſſelbe noch in einer andern 1807 723 Form zu ſagen, weil das als Weſen geſetzte die einfache Unmittelburkeit oder das Seyn ist, aber als Unmittelbarkeit oder Seyn, des Selbsts entbehrt, und alſo, der Innerlichkeit ermangelnd paſſiv oder Seyn für anderes ist. — Diſs Seyn für anderes ist zugleich eine Welt; der Geiſt, in der Bestimmung des Seyns für anderes ist das ruhige Bestehen der vorhin in das reine Denken eingeſchloſſenen Momente, alſo die Auflösung ihrer einfachen Allgemeinheit und das Auseinandergehen derſelben in ihre eigne Beſonderheit.

775 Die Welt ist aber nicht nur dieſer auseinander in die Vollständigkeit und deren auſſere Ordnung geworfene Geist, ſondern da er weſentlich das einfache Selbſt ist, ist dieſes an ihr ebenso vorhanden; der daſeyende Geist, der das einzelne Selbst ist, welches das Bewuſstſeyn hat, und ſich als Andres oder als Welt von ſich unterſcheidet. — Wie dieſes einzelne Selbst ſo unmittelbar erst geſetzt ist, ist es noch nicht Geist für ſich; es iſt alſo nicht als Geiſt, es kann unſchuldig, aber nicht wohl gut genannt werden. Daſs es in der That Selbst und Geist ſey, muſs es ebenſo, wie das ewige Wesen ſich als die Bewegung in ſeinem Andersſeyn ſich ſelbſt gleich zu ſeyn darstellt, zunächst ſich ſelbst ein Anderes werden. Indem dieſer Geist bestimmt ist, als erst unmittelbar daſeyend oder als in die Mannichfaltigkeit ſeines Bewuſstseyns zerstreut, so ist ſein Anderswerden das inſich gehen des Wiſſens überhaupt. Das unmittelbare Daſeyn ſchlägt in den Gedanken, oder das 1807 724 nur ſinnliche Bewuſstseyn in das Bewuſstseyn des Gedankens um, und zwar, weil er der aus der Unmittelbarkeit herkommende oder bedingte Gedanke ist, ist er nicht das reine Wiſſen, ſondern der Gedanke, der das Andersſeyn an ihm hat, und alſo der ſich ſelbſt entgegengeſetzte Gedanke des Guten und Böſen. Der Menſch wird ſo vorgestellt, daſs es geſchehen ist, als etwas nicht nothwendiges, — daſs er die Form der Sichſelbſtgleichheit durch das Pflücken vom Baume des Erkenntniſſes des Guten und Böſen verlor, und aus dem Zustande des unſchuldigen Bewuſstseyns, aus der arbeitlos ſich darbietenden Natur und dem Paradieſe, dem Garten der Thiere, vertrieben wurde.

776 Indem diſs Infichgehen des daſeyenden Bewuſstseyns ſich unmittelbar als das ſich ſelbst ungleich werden bestimmt, so erscheint das Böſe als das erste Daſeyn des in ſich gegangenen Bewuſstseyns; und weil die Gedanken des Guten und Böſen ſchlechthin entgegengeſetzte, und dieſe Entgegenſetzung noch nicht aufgelöst ist, ſo ist diſs Bewuſstseyn weſentlich nur das Böſe. Zugleich aber ist um eben dieſer Entgegenſetzung willen auch das gute Bewuſstseyn gegen es vorhanden, und ihr Verhältniſs zu einander. — Inſofern das unmittelbare Daſeyn in den Gedanken umſchlägt, und das inſichſeyn theils ſelbst Denken, theils das Moment des Anderswerdens des Weſens damit näher beſtimmt iſt, ſo kann das Böſewerden, weiter rückwärts aus der daseyenden Welt hinaus schon in das erste Reich des Denkens verlegt werden. Es kann alſo 1807 725 geſagt werden, daſs ſchon der erstgebohrne Lichtſohn, als in ſich gehend es ſey, der abgefallen aber an deſſen Stelle ſogleich ein anderer erzeugt worden. Solche bloſs der Vorstellung nicht dem Begriff angehörige Form, wie Abfallen; ebenſo wie Sohn, ſetzt übrigens die Momente des Begriffs ebenſo umgekehrt in das Vorstellen herab, oder trägt das Vorstellen in das Reich des Gedankens hinüber. — Ebenso gleichgültig ist es, dem einfachen Gedanken des Andersſeyns im ewigen Weſen noch eine Mannichfaltigkeit anderer Geſtalten beyzuordnen, und das Inſichgehen in dieſe zu verlegen. Dieſe Beyordnung muſs darum zugleich gut geheiſſen werden, weil dadurch diſs Moment des Andersſeyns, wie es ſoll, die Verſchiedenheit zugleich ausdrückt; und zwar nicht als Vielheit überhaupt, ſondern zugleich als beſtimmte Verſchiedenheit, ſo daſs der eine Theil, der Sohn, das einfache ſich ſelbſt als Weſen wiſſende iſt, der andre Theil aber, die Entäuſſerung des Fürſichſeyns, die nur im Preiſſe des Weſens lebt; in dieſen Theile kann dann auch wieder das Zurücknehmen des entäuſſerten Fürſichſeyns und das Inſichgehen des Böſen gelegt werden. Insofern das Andersſeyn in zwey zerfällt, wäre der Geist in ſeinen Momenten bestimmter, und wenn ſie gezählt werden, als Viereinigkeit, oder weil die Menge wieder ſelbſt in zwey Theile, nemlich in gutgebliebne und böſe gewordne zerfällt, gar als Fünfeinigkeit ausgedrückt. — Die Momente aber zu zählen kann überhaupt als unnütz angeſehen werden, indem theils das Unterſchiedne 1807 726 ſelbſt ebenſoſehr nur Eines iſt, nemlich eben der Gedanke des Unterſchiedes, der nur Ein Gedanke ist, als er dieſes Unterſchiedne, das zweyte gegen das Erſte iſt, — theils aber weil der Gedanke, der das Viele in Eines befaſst, aus ſeiner Allgemeinheit aufgelöst und in mehr als drey oder vier Unterſchiedne unterſchieden werden muſs; — welche Allgemeinheit gegen die abſolute Beſtimmtheit des abſtracten Eins, des Princips der Zahl, als Unbeſtimmtheit in der Beziehung auf die Zahl ſelbſt erſcheint, ſo daſs nur von Zahlen überhaupt, d. h, nicht von einer Anzahl der Unterſchiede die Rede ſeyn könnte, alſo hier überhaupt an Zahl und ans Zählen zu denken ganz überflüſſig, wie auch ſonſt der bloſſe Unterſchied der Gröſſe und Menge begrifflos und nichts ſagend iſt.

777 Das Gute und das Böſe waren die beſtimmten Unterſchiede des Gedankens, die ſich ergaben. Indem ihr Gegenſatz ſich noch nicht aufgelöſt, und ſie als Weſen des Gedankens vorgeſtellt werden, deren jedes für ſich ſelbſtſtändig iſt, ſo iſt der Menſch das weſenloſe Selbſt und der ſynthetiſche Boden ihres Daſeyns und Kampfs. Aber dieſe allgemeinen Mächte gehören ebenſoſehr dem Selbſt an oder das Selbſt iſt ihre Wirklichkeit. Nach dieſem Momente geſchieht es alſo, daſs wie das Böſe nichts anderes iſt, als das Inſichgehen des natürlichen Daſeyns des Geiſtes, umgekehrt das Gute in die Wirklichkeit tritt und als ein daſeyendes Selbſtbewuſstſeyn erſcheint. — Was im rein gedachten Geiſte als das Anderswerden des 1807 727 göttlichen Weſens überhaupt nur angedeutet iſt, tritt hier ſeiner Realiſirung für das Vorſtellen näher; ſie beſteht ihm in der Selbſterniedrigung des göttlichen Weſens, das auf ſeine Abſtraction und Unwirklichkeit Verzicht thut. — Die andere Seite, das Böſe, nimmt das Vorſtellen als ein dem göttlichen Wesen fremdes Geſchehen; es in demſelben ſelbſt, als ſeinen Zorn zu faſſen, iſt die höchſte, härteſte Anſtrengung des mit ſich ſelbſt ringenden Vorſtellens, die, da ſie des Begriffs entbehrt, fruchtlos bleibt.

778 Die Entfremdung des göttlichen Weſens ist alſo auf ihre gedoppelte Weiſe geſetzt; das Selbſt des Geiſtes und ſein einfacher Gedanke ſind die beyden Momente, deren abſolute Einheit der Geist ſelbſt iſt; ſeine Entfremdung beſteht darin, daſs ſie auseinandertreten und das eine einen ungleichen Werth gegen das andre hat. Dieſe Ungleichheit iſt darum die gedoppelte, und es entſtehen zwey Verbindungen, deren gemeinſchaftliche Momente die angegebnen ſind. In der einen gilt das göttliche Weſen als das Weſentliche, das natürliche Daſeyn aber und das Selbſt als das unweſentliche und aufzuhebende; in der andern gilt dagegen das Fürſichſeyn als das Weſentliche, und das einfache Göttliche als das unweſentliche. Ihre noch leere Mitte ist das Daſeyn überhaupt, die bloſſe Gemeinſchafftlichkeit der beyden Momente derſelben.

779 Die Auflöſung dieſes Gegenſatzes geſchieht nicht ſowohl durch den Kampf der beyden, die als 1807 728 getrennte und ſelbſtſtändige Weſen vorgeſtellt ſind. In ihrer Selbſtſtändigkeit liegt es, daſs an ſich, durch ſeinen Begriff, jedes an ihm ſelbſt ſich auflöſen muſs; der Kampf fällt erſt dahin, wo beyde aufhören, dieſe Vermiſchungen des Gedankens und des ſelbſtſtändigen Daſeyns zu ſeyn, und wo ſie nur als Gedanken einander gegenüberſtehen. Denn alsdenn ſind ſie als beſtimmte Begriffe weſentlich nur in der entgegengeſetzten Beziehung; als ſelbſtſtändige hingegen haben ſie auſſer der Entgegenſetzung ihre Weſentlichkeit; ihre Bewegung iſt alſo die freye und eigne ihrer ſelbſt. Wie alſo die Bewegung beyder, die Bewegung an ſich iſt, weil ſie an ihnen ſelbſt zu betrachten iſt, ſo fängt ſie auch dasjenige von beyden an, welches als das Anſichſeyende gegen das andre beſtimmt ist. Es wird diſs als ein freiwilliges Thun vorgeſtellt; aber die Nothwendigkeit ſeiner Entäuſſerung liegt in dem Begriffe, daſs das Anſichſeyende, welches nur im Gegenſatze ſo beſtimmt iſt, ebendarum nicht wahrhaftes Beſtehen hat; — dasjenige alſo, dem nicht das Fürſichſeyn, ſondern das Einfache als das Weſen gilt, ist es, das ſich ſelbst entäuſſert, in den Tod geht, und dadurch das abſolute Weſen mit ſich ſelbſt verſöhnt. Denn in dieſer Bewegung ſtellt es ſich als Geiſt dar; das abſtracte Weſen iſt ſich entfremdet, es bat natürliches Daſeyn und ſelbſtiſche Wirklichkeit; diſs ſein Andersſeyn oder ſeine ſinnliche Gegenwart wird durch das zweyte Anderswerden zurückgenommen, und als aufgehobne, als allgemeine geſetzt; dadurch iſt das Weſen in ihr 1807 729 ſich ſelbſt geworden; das unmittelbare Daſeyn der Wirklichkeit hat aufgehört ein ihm fremdes oder äuſſerliches zu ſeyn, indem es aufgehobnes, allgemeines ist; dieſer Tod ist daher ſein Erſtehen als Geiſt.

780 Die aufgehobne unmittelbare Gegenwart des ſelbſtbewuſsten Weſens iſt es als allgemeines Selbſtbewuſstſeyn; dieſer Begriff des aufgehobnen einzelnen Selbſts, das abſolutes Weſen iſt, drückt daher unmittelbar die Conſtituirung einer Gemeinde aus, die bisher im Vorſtellen verweilend itzt in ſich als in das Selbſt zurückkehrt; und der Geiſt geht ſomit aus dem zweiten Elemente ſeiner Beſtimmung, dem Vorſtellen, in das dritte, das Selbſtbewuſstseyn als ſolches über. — Betrachten wir noch die Art, wie jenes Vorſtellen ſich in ſeinem Fortgange benimmt, ſo ſehen wir zuerſt diſs ausgedrückt, daſs das göttliche Weſen die menſchliche Natur annimmt. Darin iſt es ſchon ausgeſprochen, daſs an ſich beyde nicht getrennt ſind; — wie darin, daſs das göttliche Weſen ſich ſelbſt von Anfang entäuſſert, ſein Daſeyn in ſich geht und böſe wird, es nicht ausgeſprochen, aber darin enthalten iſt, daſs anſich diſs böſe Daſeyn nicht ein ihm Fremdes iſt; das abſolute Weſen hätte nur dieſen leeren Nahmen, wenn es in Wahrheit ein ihm Anderes, wenn es einen Abfall von ihm gäbe; — das Moment des Inſichſeyns macht vielmehr das weſentliche Moment des Selbsts des Geistes aus. — Daſs das Inſichſeyn und damit erſt Wirklichkeit dem Weſen ſelbſt angehöre, diſs was für uns Begriff ist, und inſofern es Begriff iſt, 1807 730 erſcheint dem vorſtellenden Bewuſstſeyn als ein unbegreiffliches Geſchehen; das Anſich nimmt die Form des gleichgültigen Seyns für es an. Der Gedanke aber, daſs jene ſich zu fliehen ſcheinende Momente, des abſoluten Weſens und des fürſichſeyenden Selbſts, nicht getrennt ſind, erſcheint dieſem Vorſtellen auch, — denn es beſitzt den wahren Inhalt, — aber nachher, — in der Entäuſſerung des göttlichen Weſens, das Fleiſch wird. Dieſe Vorſtellung, die auf dieſe Weiſe noch unmittelbar und daher nicht geiſtig iſt, oder die menſchliche Geſtalt des Weſens nur erſt als eine beſondre, noch nicht allgemeine weiſs, wird für diſs Bewuſstſeyn geiſtig in der Bewegung des geſtalteten Weſens ſein unmittelbares Daſeyn wieder aufzuopfern, und zum Weſen zurückzukehren; das Weſen als in ſich reflectirtes iſt erſt der Geiſt. — Die Verſohnung des göttlichen Weſens mit dem Andern überhaupt und beſtimmt mit dem Gedanken deſſelben, dem Böſen, iſt alſo hierin vorgeſtellt. — Wenn dieſe Verſöhnung nach ihrem Begriffe ſo ausgedrückt wird, daſs ſie darin beſtehe, weil an ſich das Böſe daſſelbe ſey, was das Gute, oder auch das göttliche Weſen daſſelbe, was die Natur in ihrem ganzen Umfange, ſo wie die Natur getrennt vom göttlichen Weſen nur das Nichts, — ſo iſt diſs als eine ungeiſtige Weiſe ſich auszudrücken anzuſehen, die nothwendig Misverſtändniſſe erwecken muſs. — Indem das Böſe daſſelbe iſt, was das Gute, iſt eben das Böſe nicht Böſes noch das Gute Gutes, ſondern beyde ſind vielmehr aufgehoben, das Böſe überhaupt das 1807 731 inſichſeyende Fürſichſeyn, und das Gute das ſelbſtloſe Einfache. Indem ſo beyde nach ihrem Begriffe ausgeſprochen werden, erhellt zugleich ihre Einheit; denn das inſichſeyende Fürſichſeyn iſt das einfache Wiſſen; und das ſelbſtloſe Einfache iſt ebenſo das reine in ſich ſeyende Fürſichſeyn. — Soſehr daher geſagt werden muſs, daſs nach dieſem ihrem Begriffe das Gute und Böſe, d. h. inſofern ſie nicht das Gute und das Böſe ſind, daſſelbe ſeyen, ebenſoſehr muſs also geſagt werden, daſs ſie nicht daſſelbe, ſondern ſchlechthin verſchieden ſind, denn das einfache Fürſichſeyn, oder auch das reine Wiſſen ſind gleicherweiſe die reine Negativität, oder der abſolute Unterſchied an ihnen ſelbſt. — Erſt dieſe beyden Sätze vollenden das Ganze, und dem Behaupten und Verſichern des erſten muſs mit unüberwindlicher Hartnäckigkeit das Feſthalten an dem andern gegenübertreten; indem beyde gleich Recht haben, haben beyde gleich Unrecht, und ihr Unrecht beſteht darin, ſolche abſtracte Formen, wie daſſelbe, und nicht daſſelbe, die Identität und die Nichtidentität für etwas wahres, feſtes, wirkliches zu nehmen, und auf ihnen zu beruhen. Nicht das eine oder das andre hat Wahrheit, ſondern eben ihre Bewegung, daſs das einfache Daſſelbe die Abſtraction und damit der abſolute Unterſchied, dieſer aber als Unterſchied an ſich, von ſich ſelbſt unterſchieden alſo die Sichſelbſtgleichheit iſt. Ebendiſs iſt der Fall mit der Dieſelbigkeit des göttlichen Weſens und der Natur überhaupt und der 1807 732 meuſchlichen insbeſondre; jenes iſt Natur, inſofern es nicht Weſen iſt; dieſe iſt göttlich nach ihrem Weſen; — aber es iſt der Geiſt, worin beyde abſtracte Seiten wie ſie in Wahrheit ſind, nemlich als aufgehobne geſetzt ſind, — ein Setzen, das nicht durch das Urtheil, und das geiſtloſe iſt, die copula deſſelben, ausgedrückt werden kann. — Ebenso iſt die Natur Nichts auſſer ihrem Weſen; aber diſs Nichts ſelbſt iſt ebenſoſehr; es iſt die abſolute Abſtraction, alſo das reine Denken oder inſichſeyn, und mit dem Momente ſeiner Entgegenſetzung gegen die geiſtige Einheit iſt es das Böſe. Die Schwierigkeit, die in dieſen Begriffen ſtatt findet, iſt allein das Feſthalten am; iſt, und das Vergeſſen des Denkens, worin die Momeute ebenſo ſind als nicht ſind, — nur die Bewegung ſind, die der Geiſt iſt. — Dieſe geiſtige Einheit oder die Einheit, worin die Unterſchiede nur als Momente oder als aufgehobne ſind, iſt es, die für das vorſtellende Bewuſstseyn in jener Verſöhnung geworden, und indem ſie die Allgemeinheit des Selbſtbewuſstseyns iſt, hat dieſes aufgehört, vorſtellendes zu ſeyn; die Bewegung iſt in es zurückgegangen.

781 Der Geiſt iſt alſo in dem dritten Elemente, im allgemeinen Selbſtbewuſstseyn geſetzt; er iſt seine Gemeinde. Die Bewegung der Gemeinde als des Selbſtbewuſstſeyns, das ſich von ſeiner Vorſtellung unterſcheidet, iſt das hervorzubringen, was an ſich geworden iſt. Der geſtorbne göttliche Menſch, oder menſchliche Gott iſt an ſich das allgemeine 1807 733 Selbſtbewuſstſeyn; er hat diſs für diſs Selbſtbewuſstseyn zu werden. Oder indem es die Eine Seite des Gegenſatzes der Vorstellung ausmacht, nemlich die Böſe, der das natürliche Daſeyn und das einzelne Fürſichſeyn als das Wesen gilt, so hat diese, die als selbstständig, noch nicht als Moment vorgeſtellt ist, um ihrer Selbſtſtändigkeit willen an und für ſie ſelbſt ſich zum Geiſte zu erheben, oder die Bewegung deſſelben an ihr darzuſtellen.

782 Sie iſt der natürliche Geiſt; das Selbſt hat aus dieſer Natürlichkeit ſich zurückzuziehen und in ſich zu gehen, das hieſſe, böſe zu werden. Aber ſie iſt ſchon an ſich böſe; das inſichgehen beſteht daher darin ſich zu überzeugen, daſs das natürliche Daſeyn das Böse iſt. In das vorstellende Bewuſstſeyn fällt das daseyende Bösewerden und Böseseyn der Welt, so wie die daseyende Versöhnung des absoluten Wesens; in das Selbſtbewuſstseyn aber als solches, fällt der Form nach dieses Vorgestellte nur als aufgehobnes Moment, denn das Selbſt ist das Negative; also das Wiſſen, — ein Wissen, das ein reines Thun des Bewuſstseyns in sich selbst ist. — An dem Inhalte muſs diſs Moment des Negativen gleichfalls sich ausdrücken. Indem nemlich das Wesen an ſich mit sich schon versöhnt, und geistige Einheit ist, worin die Theile der Vorstellung aufgehobne oder Momente sind, so stellt sich diſs dar, daſs jeder Theil der Vorstellung hier die entgegengesetzte Bedeutung erhält, als er vorher hatte; jede Bedeutung vervollständigt sich dadurch an der andern, und der 1807 734 Inhalt ist erst dadurch ein geistiger; indem die Bestimmtheit ebensosehr ihre entgegengesetzte ist, ist die Einheit im Andersſeyn, das geistige, vollendet; wie sich für uns oder an ſich vorhin die entgegengesetzten Bedeutungen vereinigten, und selbst die abstracten Formen des deſſelben und des nicht deſſelben, der Identität und Nichtidentität aufhoben.

783 Wenn also in dem vorstellenden Bewuſstſeyn das Innerlichwerden des natürlichen Selbſtbewuſstseyns, das daseyende Böse war, so ist das Innerlichwerden im Elemente des Selbstbewuſstſeyns das Wiſſen von dem Bösen als einem solchen, das anſich im Daseyn ist, Diſs Wiſſen ist also allerdings ein Bösewerden, aber nur Werden des Gedankens des Bösen, und ist darum als das erste Moment der Versöhnung anerkannt. Denn als ein Zurückgehen in ſich aus der Unmittelbarkeit der Natur, die als das Böse bestimmt ist, ist es ein Verlaſſen derselben, und das Absterben der Sünde. Nicht das natürliche Daseyn als solches wird von dem Bewuſstſeyn verlaſſen, sondern es zugleich als ein solches, das als Böses gewuſst wird. Die unmittelbare Bewegung des insichgehens ist ebensosehr eine vermittelte; — sie setzt sich selbst voraus oder ist ihr eigner Grund; der Grund des insichgehens ist nemlich, weil die Natur schon an sich insichgegangen ist; um des Bösen willen muſs der Mensch in sich gehen, aber das Böse ist selbst das insichgehen. — Diese erste Bewegung ist eben darum selbst nur die unmittelbare, oder ihr einfacher Begriff, weil sie daſſelbe, was ihr 1807 735 Grund ist. Die Bewegung oder das Anderswerden muſs daher in seiner eigentlichern Form erst noch eintreten.

784 Auſſer dieser Unmittelbarkeit ist also die Vermittlung der Vorstellung nothwendig. Anſich ist das Wissen von der Natur als dem unwahren Daseyn des Geistes, und diese insich gewordne Allgemeinheit des Selbsts die Versöhnung des Geistes mit sich selbst. Diſs Anſich erhält für das nicht begreiffende Selbstbewuſstſeyn die Form eines Seyenden und ihm vorgeſtellten. Das Begreiffen also ist ihm nicht ein Ergreiſſen dieses Begriffes, der die aufgehobne Natürlichkeit als allgemeine also als mit sich selbst versöhnte weiſs, sondern ein Ergreiffen jener Vorstellung, daſs durch das Geschehen der eignen Entäuſſerung des göttlichen Wesens, durch seine geschehene Menschwerdung und seinen Tod das göttliche Wesen mit seinem Daseyn versöhnt ist. — Das Ergreiffen dieser Vorstellung drückt nun bestimmter dasjenige aus, was vorhin in ihr das geistige Auferstehen genannt wurde, oder das Werden seines einzelnen Selbſtbewuſstseyns zum allgemeinen oder zur Gemeinde. — Der Tod des göttlichen Menschen als Tod ist die abstracte Negativität, das unmittelbare Resultat der Bewegung, die nur in die natürliche Allgemeinheit sich endigt. Diese natürliche Bedeutung verliert er im geistigen Selbstbewuſstseyn, oder er wird sein so eben angegebner Begriff; der Tod wird von dem, was er unmittelbar bedeutet, von dem Nichtseyn dieses Einzelnen 1807 736 verklärt zur Allgemeinheit des Geistes, der in seiner Gemeine lebt, in ihr täglich stirbt und aufersteht.

785 Dasjenige, was dem Elemente der Vorstellung angehört, daſs der absolute Geist, als ein einzelner oder vielmehr als ein besonderer an seinem Daseyn die Natur des Geistes vorstellt, ist also hier in das Selbſtbewuſstseyn selbst versetzt, in das in seinem Andersseyn sich erhaltende Wiſſen; diſs ſtirbt daher nicht wirklich, wie der Besondere vorgeſtellt wird, wirklich gestorben zu seyn, sondern seine Besonderheit erstirbt in seiner Allgemeinheit, das heiſst, in seinem Wiſſen, welches das sich mit sich versöhnende Wesen ist. Das zunächst vorhergehende Element des Vorſtellens ist also hier als aufgehobnes gesetzt, oder es ist in das Selbst, in seinen Begriff, zurückgegangen; das in jenem nur Seyende ist zum Subjecte geworden. — Ebendamit ist auch das erſte Element, das reine Denken und der in ihm ewige Geist nicht mehr jenſeits des vorstellenden Bewuſstseyns noch des Selbſts, sondern die Rückkehr des Ganzen in sich ist ebendiſs alle Momente in sich zu enthalten. — Der vom Selbſt ergriffne Tod des Mittlers ist das Aufheben seiner Gegenſtändlichkeit oder seines besondern Fürſichseyns; diſs besondre Fürsichseyn ist allgemeines Selbſtbewuſstseyn geworden. — Auf der andern Seite ist das Allgemeine ebendadurch Selbſtbewuſstseyn, und der reine oder unwirkliche Geiſt des bloſſen Denkens wirklich geworden. — Der Tod des Mittlers ist Tod nicht nur der natürlichen Seite deſſelben oder seines 1807 737 besondern Fürſichſeyns, es ſtirbt nicht nur die vom Wesen abgezogne schon todte Hülle, sondern auch die Abſtraction des göttlichen Wesens. Denn er ist, inſofern ſein Tod die Verſöhnung noch nicht vollendet hat, das einseitige, welches das einfache des Denkens als das Wesen weiſs im Gegensatze gegen die Wirklichkeit; diſs Extrem des Selbſts hat noch nicht gleichen Werth mit dem Wesen; diſs hat das Selbſt erſt im Geiſte. Der Tod dieser Vorstellung enthält also zugleich den Tod der Abſtraction des göttlichen Weſens, das nicht als Selbst gesetzt iſt. Er iſt das schmerzliche Gefühl des unglücklichen Bewuſstſeyns, daſs Gott ſelbſt geſtorben ist. Dieser harte Ausdruck ist der Ausdruck des innerſten ſich einfach Wiſſens, die Rückkehr des Bewuſstſeyns in die Tiefe der Nacht des Ich = Ich, die nichts auſſer ihr mehr unterscheidet und weiſs. Diſs Gefühl ist also in der That der Verluſt der Subſtanz und ihres Gegenübertretens gegen das Bewuſstseyn; aber zugleich iſt es die reine Subjectivität der Subſtanz, oder die reine Gewiſsheit ſeiner ſelbst, die ihr als dem Gegenſtande oder dem Unmittelbaren oder dem reinen Wesen fehlte. Diſs Wiſſen also iſt die Begeiſtung, wodurch die Substanz Subject, ihre Abſtraction und Lebloſigkeit gestorben, ſie also wirklich und einfaches und allgemeines Selbſtbewuſstſeyn geworden iſt.

786 So ist also der Geiſt ſich ſelbſt wiſſender Geiſt; er weiſs ſich, das was ihm Gegenſtand iſt, iſt, oder seine 1807 738 Vorſtellung ist der wahre absolute Inhalt; er drückt, wie wir sahen, den Geist selbst aus. Er ist zugleich nicht nur Inhalt des Selbſtbewuſstseyns und nicht nur für es Gegenſtand, ſondern er ist auch wirklicher Geiſt. Er ist diſs, indem er die drey Elemente seiner Natur durchlaufft; diese Bewegung durch sich selbſt hindurch macht seine Wirklichkeit aus; — was sich bewegt, iſt er, er ist das Subject der Bewegung, und er ist ebenso das Bewegen ſelbſt, oder die Subſtanz, durch welche das Subject hindurchgeht. Wie uns der Begriff des Geistes geworden war, als wir in die Religion eintraten, nemlich als die Bewegung des seiner ſelbſt gewiſſen Geistes, der dem Bösen verzieht und darin zugleich von seiner eignen Einfachheit und harten Unwandelbarkeit abläſst, oder die Bewegung, daſs das absolut entgegengeſetzte ſich als daſſelbe erkennt und diſs Erkennen als das Ja zwischen dieſen Extremen hervorbricht, — dieſen Begriff schaut das religiöse Bewuſstseyn, dem das absolute Wesen offenbar, an, und hebt die Unterſcheidung ſeines Selbſts von ſeinem Angeſchauten auf, ist wie es das Subject ist, so auch die Substanz, und iſt also selbſt der Geiſt, eben weil und inſofern es diese Bewegung ist.

787 Vollendet aber ist diese Gemeinde noch nicht in diesem ihrem Selbſtbewuſstseyn; ihr Inhalt iſt überhaupt in der Form des Vorſtellens für ſie, und dieſe Entzweyung hat auch die wirkliche Geiſtigkeit derſelben, ihre Rückkehr aus ihrem Vorſtellen, noch an ihr, wie das Element des reinen Denkens ſelbſt damit behaftet 1807 739 war, Sie hat nicht auch das Bewuſstseyn über das, was ſie iſt; ſie iſt das geiſtige Selbſtbewuſstseyn, das ſich nicht als dieſes Gegenſtand iſt, oder ſich nicht zum Bewuſstſeyn ſeiner ſelbſt aufschlieſst; ſondern insofern ſie Bewuſstseyn iſt, hat sie Vorſtellungen, die betrachtet wurden. — Wir ſehen das Selbſtbewuſstseyn auf ſeinem letzten Wendungspunkte ſich innerlich werden und zum Wiſſen des Inſichſeyns gelangen; wir ſehen es sein natürliches Daseyn entäuſſern, und die reine Negativität gewinnen. Aber die poſitive Bedeutung, daſs nemlich diese Negativität oder reine Innerlichkeit des Wiſſens ebensosehr das ſichſelbſtgleiche Weſen iſt, — oder daſs die Subſtanz hierin dazu gelangt, abſolutes Selbſtbewuſstseyn zu seyn, diſs iſt ein anderes für das andächtige Bewuſstseyn. Es ergreifft diese Seite, daſs das reine Innerlichwerden des Wiſſens anſich die abſolute Einfachheit oder die Substanz ist, als die Vorstellung von Etwas, das nicht dem Begriffe nach so iſt, ſondern als die Handlung einer fremden Genugthuung. Oder es ist nicht diſs für es, daſs diese Tiefe des reinen Selbſts die Gewalt ist, wodurch das abſtracte Weſen aus seiner Abſtraction herabgezogen und durch die Macht dieſer reinen Andacht zum Selbſt erhoben wird. — Das Thun des Selbsts behält dadurch diese negative Bedeutung gegen es, weil die Entäuſſerung der Subſtanz von ihrer Seite ein Anſich für jenes iſt, das es nicht ebenso erfaſst und begreift, oder nicht in seinem Thun als solchem findet. — Indem anſich dieſe 1807 740 Einheit des Weſens und des Selbſts zu Stande gekommen, so hat das Bewuſstſeyn auch noch diese Vorſtellung seiner Verſöhnung, aber als Vorſtellung. Es erlangt die Befriedigung dadurch, daſs es seiner reinen Negativität die poſitive Bedeutung der Einheit ſeiner mit dem Wesen äuſſerlich hinzufügt; ſeine Befriedigung bleibt also ſelbſt mit dem Gegenſatze eines Jenſeits behafftet. Seine eigne Versöhnung tritt daher als ein Fernes in ſein Bewuſstseyn ein, als ein Fernes der Zukunft, wie die Verſöhnung, die das andere Selbſt vollbrachte, als eine Ferne der Vergangenheit erſcheint. So wie der einzelne göttliche Mensch, einen anſichſeyenden Vater, und nur eine wirkliche Mutter hat, ſo hat auch der allgemeine göttliche Menſch die Gemeinde, ihr eignes Thun und Wiſſen zu ihrem Vater, zu ihrer Mutter aber die ewige Liebe, die sie nur fühlt, nicht aber in ihrem Bewuſstseyn als wirklichen unmittelbaren Gegenſtand anschaut. Ihre Verſöhnung iſt daher in ihrem Herzen, aber mit ihrem Bewuſstseyn noch entzweyt, und ihre Wirklichkeit noch gebrochen. Was als das Anſich oder die Seite der reinen Vermittlung, in ihr Bewuſstſezu tritt, iſt die jenseits liegende Verſöhnung; was aber als gegenwärtig, als die Seite der Unmittelbarkeit und des Daſeyns, ist die Welt, die ihre Verklärung noch zu gewarten hat. Sie iſt wohl anſich versöhnt mit dem Weſen; und vom Weſen wird wohl gewuſst, daſs es den Gegenſtand nicht mehr als ſich entfremdet erkennt, ſondern in ſeiner Liebe als ſich gleich. Aber 1807 741 für das Selbſtbewuſstſeyn hat diese unmittelbare Gegenwart noch nicht Geiſtsgeſtalt. Der Geiſt der Gemeinde iſt so in seinem unmittelbaren Bewuſstsseyn getrennt von seinem religiösen, das zwar es ausspricht, daſs sie anſich nicht getrennt seyen, aber ein Anſich, das nicht realifirt, oder noch nicht ebenso abſolutes Fürſichseyn geworden.

1807 625

VII. *Religion*.

672 In the shapes considered hitherto, distinguished in general as consciousness, self-consciousness, reason, and spirit, religion has indeed also occurred as consciousness of absolute essence in general, but from the standpoint of the consciousness that is conscious of absolute essence. Absolute essence in and for itself, however, the self-consciousness of spirit, has not appeared in those forms.

673 Even consciousness, insofar as it is understanding, becomes consciousness of the supersensible, or the interior of objective existence. But the supersensible, the eternal, or whatever else it may be called, is selfless. It is as yet only the universal, still far from being spirit knowing itself as spirit.—Then self-consciousness, which reaches its completion in the shape of unhappy consciousness, was only the pain of spirit struggling to rise again to objectivity but failing to attain it. The unity of individual self-consciousness and 1807 626 its unchangeable essence, to which it brings itself, therefore remains a beyond for it.—The immediate existence of reason, which for us emerged from that pain, and its distinctive shapes have no religion, because their self-consciousness knows or seeks itself in the immediate present.

674 In the ethical world, by contrast, we saw a religion, specifically the religion of the underworld. It is faith in the terrible, unknown night of fate and in the Eumenid of the departed spirit: the former, pure negativity in the form of universality; the latter, the same negativity in the form of singularity. In the latter form absolute essence is therefore indeed the self, and a present self, as the self can be nothing else. Yet the individual self is this individual shade, with the universality that is fate separated from it. It is indeed a shade, a sublated this, and thus a universal self; but that negative meaning has not yet turned into this positive one, and therefore the sublated self still immediately means this particular and essenceless self.—Fate without the self, however, remains the unconscious night that attains neither distinction within itself nor the clarity of self-knowledge.

675 This faith in the nothingness of necessity and in the underworld becomes faith in heaven, because the departed self must unite with its 1807 627 universality, unfold within it what it contains, and thus become clear to itself. Yet we saw this realm of faith unfold its content only in the element of thought, without the concept, and therefore perish in its fate, namely the religion of enlightenment. In this, the supersensible beyond of understanding is restored, but in such a way that self-consciousness stands satisfied on this side and knows the supersensible—the empty beyond, neither to be known nor feared—neither as self nor as power.

676 Finally, in the religion of morality, absolute essence is restored as a positive content, but united with the negativity of enlightenment. It is a being that equally remains taken back into the self and enclosed within it, and a differentiated content whose parts are negated as immediately as they are posited. But the fate in which this contradictory movement founders is the self conscious of itself as the fate of essence and actuality.

677 In religion, self-knowing spirit is immediately its own pure self-consciousness. The shapes of spirit that have been considered—true spirit, self-alienated spirit, and spirit certain of itself—together constitute spirit in its consciousness, which confronts its world and does not recognize itself in it. But in conscience spirit subjugates not only its objective world 1807 628 in general but also its representation and its determinate concepts, and is now self-consciousness at home with itself. In this self-consciousness, represented as an object for itself, it has the meaning of being universal spirit, containing all essence and all actuality within itself; yet it does not exist in the form of free actuality, or of nature appearing independently. It indeed has shape, or the form of being, insofar as it is the object of its consciousness; but because in religion this consciousness is posited in the essential determination of being self-consciousness, the shape is perfectly transparent to itself. And the actuality spirit contains is enclosed or sublated within it, precisely as when we say all actuality: it is thought, universal actuality.

678 Since, then, in religion the determination of spirit's consciousness proper does not have the form of free otherness, its existence is distinct from its self-consciousness, and its actuality proper falls outside religion. The spirit of both is indeed one, but its consciousness does not embrace both at once, and religion appears as one part of its existence, doing, and activity, the other part being life in its actual world. Now just as we know that spirit in its world and spirit conscious of itself as spirit, or spirit in religion, are the same, so the perfection of religion consists in 1807 629 the two becoming equal to one another: not only in its actuality being embraced by religion, but conversely in its becoming actual to itself as self-conscious spirit and becoming the object of its consciousness.—Insofar as spirit represents itself to itself in religion, it is indeed consciousness, and the actuality enclosed within religion is the shape and clothing of its representation. But in this representation actuality does not receive its full due, namely to be not merely clothing but independent, free existence. Conversely, because it lacks completion within itself, it is a determinate shape that does not attain what it is supposed to present, namely self-conscious spirit. For its shape to express spirit itself, the shape would itself have to be nothing other than spirit, and spirit would have to appear to itself, or be actual, as it is in its essence. Only thereby would what may seem to be the opposite demand also be attained: namely, that the object of its consciousness at the same time have the form of free actuality. But only spirit that is its own object as absolute spirit is for itself an actuality as free as it remains self-conscious within it.

679 When self-consciousness and consciousness proper, religion and spirit in its world, or the existence of spirit, are initially distinguished, the latter consists in the whole of spirit 1807 630 insofar as its moments present themselves as separating and each existing for itself. These moments, however, are consciousness, self-consciousness, reason, and spirit—spirit, namely, as immediate spirit that is not yet consciousness of spirit. Their collected totality constitutes spirit in its worldly existence in general. Spirit as such contains the preceding shapes in the universal determinations, the moments just named. Religion presupposes their entire course and is their simple totality, or absolute self.—Their course, moreover, must not be represented in time in relation to religion. Only the whole spirit is in time, and the shapes that are shapes of the whole spirit as such present themselves in a succession. For only the whole has actuality proper, and therefore the form of pure freedom in relation to another that expresses itself as time. But its moments—consciousness, self-consciousness, reason, and spirit—have, because they are moments, no existence distinct from one another.—Just as spirit was distinguished from its moments, so, third, the isolated determination of these moments must be distinguished from the moments themselves. For we saw each of those moments again differentiate itself within itself in a course of its own and assume different shapes, as, for example, within consciousness sensuous certainty 1807 631 and perception were distinguished. These latter aspects separate in time and belong to a particular whole.—For spirit descends from its universality, through determination, to singularity. The determination or middle term is consciousness, self-consciousness, and so on. Singularity, however, is constituted by the shapes of these moments. These therefore present spirit in its singularity or actuality, and are distinguished in time, yet so that the succeeding shape retains the preceding ones within it.

680 If, therefore, religion is the perfection of spirit, in which its individual moments—consciousness, self-consciousness, reason, and spirit—return and have returned into their ground, then together they constitute the existent actuality of the whole spirit, which is only as the movement of differentiating these aspects of itself and returning into itself. The becoming of religion in general is contained in the movement of the universal moments. But since each of these attributes was presented not merely as it determines itself in general, but as it is in and for itself—that is, as it runs its course within itself as a whole—not only has the becoming of religion in general thereby emerged: those complete courses of the individual aspects also contain the determinations of religion itself. The whole spirit, the spirit of religion, is again the movement 1807 632 of attaining, from its immediacy, knowledge of what it is in itself or immediately, and of achieving a perfect equality between the shape in which it appears for its consciousness and its essence, so that it intuits itself as it is.—In this becoming, therefore, spirit itself exists in determinate shapes constituting the differences of this movement; at the same time, determinate religion thereby also has a determinate actual spirit. If, then, consciousness, self-consciousness, reason, and spirit belong to self-knowing spirit in general, the determinate shapes of self-knowing spirit have belonging to them the determinate forms that developed separately within consciousness, self-consciousness, reason, and spirit. For its actual spirit, the determinate shape of religion selects from the shapes of each of its moments the one corresponding to it. The one determinacy of religion penetrates all aspects of its actual existence and stamps them with this common character.

681 In this way the shapes that have appeared up to this point now arrange themselves differently from the sequence in which they appeared; a brief preliminary remark on this is still necessary.—In the sequence considered, each moment, deepening itself within itself, developed into a whole in its distinctive principle; and cognition was the depth, or 1807 633 spirit, in which these moments, which have no subsistence for themselves, had their substance. This substance, however, has now emerged. It is the depth of spirit certain of itself, which does not permit the individual principle to isolate itself and make itself a whole within itself. Instead, gathering and holding all these moments together within itself, it advances in this entire wealth of its actual spirit, and all its particular moments jointly take up and receive the same determinacy of the whole.—This spirit certain of itself and its movement are their true actuality and the being-in-and-for-itself belonging to each individual moment.—If, therefore, the previous single sequence marked its returns into itself by nodes as it advanced, but continued from them again in a single line, it is now, as it were, broken at these nodes, the universal moments, and divided into many lines. Gathered into one bundle, these at the same time unite symmetrically, so that the same distinctions into which each particular line shaped itself within itself coincide.—Moreover, the entire presentation makes clear of itself how this coordination of universal directions presented here is to be understood, so that it becomes superfluous to remark that these distinctions are essentially to be grasped only as moments of becoming, not as parts. 1807 634 In actual spirit they are attributes of its substance; in religion, rather, only predicates of the subject.—Likewise, in themselves or for us, all forms are indeed contained in spirit in general and in each spirit; but as regards its actuality, the sole issue is which determinacy exists for it in its consciousness, in which it has expressed its self, or in which shape it knows its essence.

682 The distinction made between actual spirit and spirit knowing itself as spirit, or between itself as consciousness and as self-consciousness, is sublated in spirit knowing itself in its truth: its consciousness and self-consciousness are reconciled. But since religion here is initially immediate, this distinction has not yet returned into spirit. Only the concept of religion is posited; in this, the essence is self-consciousness, which is all truth to itself and contains all actuality within this truth. As consciousness, this self-consciousness has itself as its object. Spirit initially knowing itself only immediately is therefore spirit to itself in the form of immediacy, and the determinacy of the shape in which it appears to itself is that of being. This being is indeed filled neither with sensation or manifold material nor with other one-sided moments, purposes, and determinations, but with spirit, and is known by itself 1807 635 as all truth and actuality. In this way, this filling is not equal to its shape, nor spirit as essence to its consciousness. Spirit is actual as absolute spirit only insofar as it is for itself in its truth as it is in its certainty of itself, or insofar as the extremes into which it divides itself as consciousness exist for one another in the shape of spirit. The shape that spirit assumes as the object of its consciousness remains filled with the certainty of spirit as its substance. Through this content, the possibility of the object sinking to pure objectivity, to the form of the negativity of self-consciousness, disappears. Spirit's immediate unity with itself is the foundation, or pure consciousness, within which consciousness separates. Thus enclosed within its pure self-consciousness, spirit does not exist in religion as the creator of a nature in general. Rather, what it produces in this movement are its shapes as spirits, which together constitute the completeness of its appearance; and this movement itself is the becoming of its perfect actuality through its individual aspects, or its imperfect actualities.

683 Its first actuality is the concept of religion itself, or religion as immediate and thus natural religion: in this, spirit knows itself as its object in natural or immediate 1807 636 shape. The second, however, is necessarily that of knowing itself in the shape of sublated naturalness, or of the self. It is therefore the religion of art; for the shape rises to the form of the self through consciousness's production, by which consciousness intuits its doing, or the self, in its object. Finally, the third sublates the one-sidedness of the first two: the self is just as much immediate as immediacy is self. If in the first spirit is in the form of consciousness in general, and in the second in that of self-consciousness, in the third it is in the form of the unity of both. It has the shape of being-in-and-for-itself; and since it is thus represented as it is in and for itself, this is revealed religion. Yet although in this it attains its true shape, precisely shape itself and representation remain the unsurmounted aspect from which it must pass over into the concept, in order entirely to dissolve the form of objectivity in the concept, which equally encloses this opposite of itself. Spirit has then grasped the concept of itself as we have so far alone grasped it, and its shape, or the element of its existence, being the concept, is spirit itself.

1807 637

A. *Natural religion*.

684 Spirit knowing spirit is consciousness of itself and exists for itself in the form of the objective: it is. And it is at the same time being-for-itself. It is for itself: it is the side of self-consciousness, indeed as against the side of its consciousness, or its relating to itself as object. Its consciousness contains opposition, and thereby the determinacy of the shape in which it appears to itself and knows itself. This alone concerns us in this consideration of religion, for its unshaped essence, or pure concept, has already emerged. Yet the distinction between consciousness and self-consciousness falls at the same time within the latter. The shape of religion contains the existence of spirit neither as nature free of thought nor as thought free of existence; rather, it is existence preserved in thought, as well as something thought that exists for itself.—One 1807 638 religion differs from another according to the determinacy of this shape in which spirit knows itself. But it must also be remarked that presenting its knowledge of itself according to this individual determinacy does not in fact exhaust the whole of an actual religion. The sequence of different religions that will emerge equally presents, once again, only the different aspects of a single religion—and indeed of each individual religion—and the representations that seem to distinguish one actual religion from another occur in each. Yet at the same time the difference must also be considered as a difference of religion. For since spirit finds itself in the distinction between its consciousness and its self-consciousness, the movement has as its goal to sublate this principal distinction and give the shape that is the object of consciousness the form of self-consciousness. But this distinction is not already sublated by the fact that the shapes contained in consciousness also possess the moment of the self, and that God is represented as self-consciousness. The represented self is not the actual self. For it, like any other closer determination of the shape, truly to belong to the shape, it must partly be posited within it through the doing of self-consciousness, and partly the lower determination must show itself to have been sublated and comprehended by the higher. For what is represented ceases to be represented and alien to its knowledge only through the self's having produced it, and thus intuiting the 1807 639 determination of the object as its own, and hence itself in the object.—Through this activity the lower determination has at the same time disappeared; for doing is the negative that carries itself out at the expense of an other. Insofar as the lower determination still occurs, it has receded into inessentiality; conversely, where the lower still rules but the higher also occurs, one has a selfless place alongside the other. Thus, although the different representations within a single religion present the entire movement of its forms, the character of each religion is determined by the particular unity of consciousness and self-consciousness: that is, by self-consciousness having grasped within itself the determination of the object of consciousness, having completely appropriated it through its doing, and knowing it as essential as against the others.—The truth of faith in a determination of religious spirit shows itself in actual spirit's being constituted like the shape in which it intuits itself in religion. Thus, for example, the incarnation of God that occurs in Eastern religion has no truth, because its actual spirit lacks this reconciliation.—It is not appropriate here to return from the totality of determinations to an individual one and show in what shape the completeness of the others is contained within it and its particular religion. The higher form, set back under a lower one, 1807 640 lacks its significance for self-conscious spirit and belongs to it only superficially and in its representation. It must be considered in its distinctive significance and where it is the principle of this particular religion and is borne out by its actual spirit.

a, *The being of light*.

685 Spirit as the essence that is self-consciousness—or the self-conscious essence that is all truth and knows all actuality as itself—is as yet, in comparison with the reality it gives itself in the movement of its consciousness, only its concept. Compared with the day of this unfolding, this concept is the night of its essence; compared with the existence of its moments as independent shapes, it is the creative mystery of its birth. This mystery has its revelation within itself; for existence has its necessity in this concept, because the concept is self-knowing spirit and thus has in its essence the moment of being consciousness and representing itself objectively.—It is the pure I that possesses certainty of itself in its externalization, in itself as universal object; or this object is for it the interpenetration of all thought and all actuality.

1807 641

686 In the immediate first division of self-knowing absolute spirit, its shape has the determination belonging to immediate consciousness, or sensuous certainty. It intuits itself in the form of being, yet not the spiritless being, filled with contingent determinations of sensation, that belongs to sensuous certainty, but being filled with spirit. This equally contains the form that occurred in immediate self-consciousness: the form of the lord confronting spirit's self-consciousness as it retreats from its object.—This being filled with the concept of spirit is therefore the shape of spirit's simple relation to itself, or the shape of shapelessness. By virtue of this determination, it is the pure being of light of the dawn, containing and filling everything, preserving itself in its formless substantiality. Its otherness is the equally simple negative, darkness. The movements of its own externalization, its creations in the unresisting element of its otherness, are outpourings of light; in their simplicity they are at the same time its becoming-for-itself and return from its existence, streams of fire consuming shape. The difference it gives itself does indeed proliferate in the substance of existence and shape itself into the forms of nature; but the essential simplicity of its thought ranges restlessly and without understanding through them, 1807 642 extends their bounds beyond measure, and dissolves their beauty, heightened into splendor, in its sublimity.

687 The content this pure being develops, or its perceiving, is therefore an insubstantial play alongside this substance, which only rises without descending into itself, becoming subject, and stabilizing its differences through the self. Its determinations are only attributes that do not mature into independence but remain merely names of the many-named One. This One is clothed with the manifold powers of existence and the shapes of actuality as with a selfless adornment. They are only messengers of its might, lacking a will of their own, intuitions of its glory and voices of its praise.

688 But this reeling life must determine itself as being-for-itself and give its vanishing shapes subsistence. The immediate being in which it confronts its consciousness is itself the negative power that dissolves its differences. In truth, therefore, it is the self; and spirit accordingly passes over to knowing itself in the form of the self. Pure light scatters its simplicity into an infinity of forms and offers itself as a sacrifice to being-for-itself, so that the individual may take subsistence for itself from its substance.

1807 643

b. *The plant and the animal*.

689 Self-conscious spirit, which has withdrawn from shapeless essence into itself, or raised its immediacy to self in general, determines its simplicity as a manifoldness of being-for-itself and is the religion of spiritual perception, in which it breaks apart into the countless multiplicity of weaker and stronger, richer and poorer spirits. This pantheism, initially the tranquil subsistence of these atoms of spirit, becomes hostile movement within itself. The innocence of the religion of flowers, which is only a selfless representation of the self, passes over into the seriousness of embattled life, into the guilt of the religion of animals; the repose and powerlessness of intuiting individuality passes into destructive being-for-itself.—It is no help to have taken the death of abstraction away from the things of perception and raised them to beings of spiritual perception: the animating life of this realm of spirits contains death through its determinacy and negativity, which encroaches upon their innocent indifference. Through this negativity, dispersion into the manifoldness of tranquil plant shapes becomes a hostile movement in which the hatred of their being-for-itself consumes them.—The actual self-consciousness of this dispersed spirit 1807 644 is a multitude of isolated, unsociable national spirits that in their hatred fight one another to the death and become conscious of determinate animal shapes as their essence. For they are nothing other than animal spirits, self-isolating animal lives conscious of themselves without universality.

690 In this hatred, however, the determinacy of purely negative being-for-itself wears itself away, and through this movement of the concept spirit enters another shape. Sublated being-for-itself is the form of the object produced through the self, or rather is the self produced and wearing itself away—that is, becoming a thing. The worker, whose doing is not merely negative but pacified and positive, therefore gains the upper hand over animal spirits that merely tear one another apart. The consciousness of spirit is thus now the movement that has gone beyond immediate being-in-itself as well as abstract being-for-itself. Since the in-itself has been reduced through opposition to a determinacy, it is no longer the proper form of absolute spirit, but an actuality that spirit's consciousness finds confronting it as ordinary existence and sublates. Consciousness is equally not merely this sublating being-for-itself, but also produces its representation, being-for-itself set outside itself in the form of an object. Yet this production is not yet perfect production, but a conditioned activity and the forming of something given.

1807 645

c. *The master craftsman*.

691 Spirit thus appears here as the master craftsman, and its doing, through which it produces itself as object without yet having grasped the thought of itself, is an instinctive working, like bees building their cells.

692 The first form, because it is immediate, is the abstract form of understanding, and the work is not yet filled with spirit in itself. The crystals of pyramids and obelisks—simple combinations of straight lines, with flat surfaces and equal proportions among their parts, in which the incommensurability of the round has been eradicated—are the works of this master craftsman of strict form. Because of the form's merely intellectual character, it does not possess its meaning within itself, is not the spiritual self. The works therefore either merely receive spirit within them as an alien, departed spirit that has abandoned its living interpenetration with actuality and, itself dead, enters these lifeless crystals; or they relate externally to spirit as something itself external, not existing as spirit—as the rising light that casts its meaning upon them.

693 The separation from which working spirit begins—between being-in-itself, which becomes the material it 1807 646 works upon, and being-for-itself, which is the side of working self-consciousness—has become objective to it in its work. Its further effort must aim to sublate this separation of soul and body, to clothe and shape the soul in itself and to animate the body. As the two sides are brought closer together, they retain against one another the determinacy of represented spirit and of its surrounding shell; spirit's unity with itself contains this opposition of singularity and universality. As the work draws nearer to itself in its sides, the other result also comes about: it draws nearer to working self-consciousness, and self-consciousness attains in the work knowledge of itself as it is in and for itself. Yet in this way it initially constitutes only the abstract side of spirit's activity, which does not yet know its content within itself, but in its work, which is a thing. The master craftsman himself, the whole spirit, has not yet appeared, but is the still inward, hidden essence that exists as a whole only divided into active self-consciousness and its produced object.

694 The surrounding habitation, then, the external actuality initially raised only to the abstract form of understanding, is worked by the master craftsman into a more animated form. For this he uses plant life, which is no longer holy as it was for the earlier powerless 1807 647 pantheism, but is taken by him, who grasps himself as the essence being-for-itself, as something usable, and reduced to an exterior and an ornament. Yet it is not used unchanged: the worker in self-conscious form at the same time eradicates the transience belonging to this life's immediate existence and brings its organic forms closer to the stricter and more universal forms of thought. Organic form, which when left free proliferates in particularity, is for its part subjugated by the form of thought, while on the other hand raising these straight-lined and flat shapes into more animated curves—a blending that becomes the root of free architecture.

695 This dwelling, the side of the universal element or spirit's inorganic nature, now also encloses a shape of singularity that brings spirit—previously separated from existence, inward or external to it—closer to actuality, and thereby makes the work more like active self-consciousness. The worker first reaches for the form of being-for-itself in general, the animal shape. He proves that he is no longer immediately conscious of himself in animal life by constituting himself against it as the productive power and knowing himself in it as his work; through this, the animal shape at the same time becomes sublated and the hieroglyph of another meaning, a 1807 648 thought. Accordingly, the worker no longer uses it alone and entire, but blends it with the shape of thought, the human shape. Yet the work still lacks the shape and existence in which the self exists as self. It still lacks the ability to express in itself that it encloses an inward meaning; it lacks language, the element in which the informing sense itself is present. Thus even when the work has purified itself entirely of the animal and bears only the shape of self-consciousness, it is the still soundless shape that needs the ray of the rising sun to have a tone—a tone which, produced by light, is also only sound and not language, showing only an external self, not the inward one.

696 Opposed to this external self of the shape stands the other shape, which indicates that it has an inwardness within it. Nature returning into its essence reduces its living manifoldness, which individuates itself and becomes entangled in its movement, to an inessential casing, the covering of the inward; and this inwardness is initially still simple darkness, the motionless, black, formless stone.

697 Both presentations contain inwardness and existence, the two moments of spirit; and both contain both at once in an opposite relation, the self as both 1807 649 inward and outward. The two must be united.—The soul of the human-shaped statue does not yet emerge from within; it is not yet language, the existence that is inward in itself. And the inwardness of multiform existence is still soundless, not differentiating itself within itself, and still separated from its exterior, to which all differences belong.—The master craftsman therefore unites the two in the blending of natural and self-conscious shape; and these ambiguous beings, riddles to themselves, in which the conscious wrestles with the unconscious, pairing simple inwardness with the multiform exterior, the darkness of thought with the clarity of expression, break into the language of profound, scarcely intelligible wisdom.

698 In this work the instinctive labor that produced the unconscious work confronting self-consciousness comes to an end; for in it an equally self-conscious, self-expressing inwardness comes to meet the master craftsman's activity that constitutes self-consciousness. He has worked his way up within it to the division of his consciousness in which spirit encounters spirit. In this unity of self-conscious spirit with itself, insofar as it is to itself the shape and object of its consciousness, its mixtures with the unconscious mode of immediate natural shape are therefore purified away. These monstrosities of shape, 1807 650 speech, and deed dissolve into spiritual shape—an exterior that has gone into itself, an inwardness expressing itself out of itself and in itself—into thought that is self-engendering, clear existence, preserving its shape in conformity with itself. Spirit is artist.

1807 651

B. *The religion of art*.

699 Spirit has raised the shape in which it exists for its consciousness into the form of consciousness itself, and produces such a shape for itself. The master craftsman has given up synthetic working, the blending of the heterogeneous forms of thought and nature. As the shape has acquired the form of self-conscious activity, he has become a spiritual worker.

700 If we ask which actual spirit has in the religion of art the consciousness of its absolute essence, it emerges that this is ethical, or true, spirit. It is not merely the universal substance of all individuals; rather, because this substance has the shape of consciousness for actual consciousness, this means that, possessing individualization, it is known by them as their own essence and work. Thus for them it is neither the being of light, in whose unity the being-for-itself of self-consciousness is contained only negatively, only 1807 652 as passing away, and intuits the lord of its actuality; nor the restless mutual devouring of peoples who hate one another; nor their subjugation into castes that together make up the semblance of the organization of a perfected whole, but a whole lacking the universal freedom of individuals. Rather, it is the free people among whom ethical custom constitutes the substance of all, whose actuality and existence everyone, and each individual, knows as his will and deed.

701 The religion of ethical spirit, however, is its elevation above its actuality, its return from its truth into pure knowledge of itself. Since the ethical people lives in immediate unity with its substance and does not contain the principle of the pure singularity of self-consciousness, its religion appears in its perfection only in its departure from its subsistence. For the actuality of ethical substance rests partly on its tranquil unchangeability against the absolute movement of self-consciousness, and thus on self-consciousness's not yet having withdrawn from its tranquil custom and firm trust into itself; partly on its organization into a multiplicity of rights and duties, as well as its distribution among the bodies of the estates and their particular activities that work together toward the whole; and thus on the individual's being satisfied with the limitation of his existence and not yet having grasped the unbounded 1807 653 thought of his free self. But that tranquil immediate trust in substance returns into trust in oneself and into certainty of oneself; and the multiplicity of rights and duties, like limited activity, is the same dialectical movement of the ethical as is the multiplicity of things and their determinations—a movement finding its rest and stability only in the simplicity of spirit certain of itself.—The perfection of ethical life into free self-consciousness, and the fate of the ethical world, is therefore individuality withdrawn into itself, the absolute lightheartedness of ethical spirit, which has dissolved within itself all the fixed distinctions of its subsistence and the bodies of its organic articulation, and, perfectly secure in itself, attained unbounded joy and the freest enjoyment of itself. This simple certainty of spirit within itself has the ambiguous character of being tranquil subsistence and firm truth, as well as absolute unrest and the passing away of ethical life. But it turns into the latter, for the truth of ethical spirit is still only this substantial essence and trust in which the self does not know itself as free singularity, and which therefore perishes in this inwardness, or in the self's becoming free. Thus, when trust is broken and the substance of the people is fractured within itself, spirit, which was the middle term of unstable extremes, has now 1807 654 emerged into the extreme of self-consciousness grasping itself as essence. This is spirit certain within itself, mourning the loss of its world and now producing its essence, elevated above actuality, from the purity of the self.

702 In such an epoch absolute art emerges. Earlier, it is the instinctive working that, immersed in existence, works out of existence and into it, not having its substance in free ethical life and therefore not having free spiritual activity as its working self. Later, spirit has gone beyond art to attain its higher presentation: namely, to be in its presentation as object not only the substance born from the self, but this self; not merely to engender itself out of its concept, but to have its concept itself as its shape, so that the concept and the artwork produced know one another as one and the same.

703 Since, then, ethical substance has withdrawn from its existence into its pure self-consciousness, this self-consciousness is the side of the concept, or of the activity through which spirit produces itself as object. It is pure form because, in ethical obedience and service, the individual has worked away all unconscious existence and fixed determination within himself, just as substance itself has become this fluid essence. This form is the night in which substance was betrayed and made itself subject. From 1807 655 this night of pure certainty of itself, ethical spirit rises again as the shape freed from nature and its immediate existence.

704 The existence of the pure concept into which spirit has fled from its body is an individual whom it chooses as the vessel of its sorrow. Spirit is present in this individual as his universal and his power, from which he suffers violence—as his pathos, surrendered to which his self-consciousness loses its freedom. But that positive power of universality is subdued by the pure self of the individual as the negative power. This pure activity, conscious of its inalienable force, wrestles with unshaped essence; mastering it, the activity has made pathos its material and given itself its content, and this unity emerges as a work: universal spirit individualized and represented.

a. *The abstract artwork*.

705 The first artwork, as immediate, is abstract and individual. On its side, it must move out of its immediate and objective mode toward self-consciousness, just as, on the other side, self-consciousness for itself works in worship to sublate the 1807 656 distinction it initially gives itself from its spirit, and thereby to produce the artwork animated within itself.

706 The first mode, in which artistic spirit sets its shape and its active consciousness farthest apart, is the immediate mode in which the shape exists as a thing in general.—Within it, this divides into the distinction between singularity, which has the shape of the self within it, and universality, which presents inorganic essence in relation to the shape, as its surroundings and habitation. Through the elevation of the whole into the pure concept, this habitation acquires its pure form belonging to spirit. It is neither the crystal of understanding that houses the dead or is illuminated by an external soul, nor the mixture of the forms of nature and thought that first emerges from the plant, in which thought's activity is still an imitation. Rather, the concept strips away what still clings to the forms from roots, branches, and foliage, and purifies them into structures in which the straight lines and flat planes of the crystal are raised into incommensurable proportions, so that the animation of the organic is taken up into the abstract form of understanding, while its essence, incommensurability for the understanding, is at the same time preserved.

707 The indwelling god, however, is the black stone drawn out of its animal casing and penetrated with the 1807 657 light of consciousness. The human shape strips off the animal with which it was mixed; for the god, the animal is only a contingent disguise. It takes its place beside his true shape and no longer counts for anything in itself, but has sunk to meaning an other, to a mere sign. Precisely thereby, the god's shape also strips away within itself dependence on the natural conditions of animal existence, and indicates the internal arrangements of organic life as fused into its surface and belonging only to it.—The essence of the god, however, is the unity of nature's universal existence and self-conscious spirit, which in its actuality appears confronting nature. Initially also an individual shape, his existence is one of the elements of nature, just as his self-conscious actuality is an individual national spirit. But in this unity the former is the element reflected into spirit, nature transfigured through thought and united with self-conscious life. The divine shape therefore has its natural element within it as sublated, as a dim memory. The savage essence and confused struggle of the elements' free existence, the unethical realm of the Titans, is vanquished and banished to the edge of actuality that has become clear to itself, to the murky borders of the world that has found and pacified itself in spirit. These 1807 658 ancient gods into which the being of light, begetting with darkness, first particularizes itself—heaven, earth, ocean, sun, the blind Typhonic fire of the earth, and so on—are replaced by shapes that retain only a dimly reminiscent echo of those Titans and are no longer natural beings but the clear ethical spirits of self-conscious peoples.

708 This simple shape has thus eradicated within itself the unrest of infinite individuation and gathered it into tranquil individuality: both its individuation as the natural element, which is necessary only as universal essence but contingent in its existence and movement, and its individuation as the people, which, dispersed into the particular bodies of activity and the individual points of self-consciousness, has an existence of manifold meaning and doing. The moment of unrest therefore confronts it: self-consciousness confronts it, the essence, self-consciousness that, as the birthplace of this shape, retained nothing for itself but being pure activity. Everything belonging to substance the artist gave entirely to his work, but gave no actuality in the work to himself as a determinate individuality. He could bestow perfection upon it only by externalizing his particularity, disembodying himself and raising himself to the abstraction of pure doing.—In this first immediate production, the separation of the work and his 1807 659 self-conscious activity has not yet been reunited; the work is therefore not for itself actually animated, but is a whole only together with its becoming. What is commonplace about the artwork—that it is produced in consciousness and made by human hands—is the moment of the concept existing as concept, which confronts the work. And if this concept, as artist or spectator, is selfless enough to declare the artwork absolutely animated in itself and to forget itself as the one doing or looking, then against this we must hold fast to the concept of spirit, which cannot dispense with the moment of being conscious of itself. This moment, however, stands opposed to the work, because in this first division spirit gives both sides their abstract determinations of doing and being a thing against one another, and their return into the unity from which they proceeded has not yet come about.

709 In his work, then, the artist experiences that he has produced no essence equal to himself. A consciousness does indeed return to him from it, in that an admiring crowd reveres it as the spirit that is their essence. Yet because this animation returns his self-consciousness to him only as admiration, it is rather a confession that this animation makes to the artist of not being his equal. As it returns to him as joy in general, 1807 660 he does not find in it the pain of his forming and begetting, nor the effort of his labor. They may also judge the work, or bring it sacrifices, or place their consciousness in it in whatever way: if they set themselves above it with their knowledge, he knows how much more his deed is than their understanding and talk; if they place themselves beneath it and recognize in it the essence that rules them, he knows himself as its master.

710 The artwork therefore requires another element of existence, the god another emergence than this one in which, out of the depths of his creative night, he falls into the opposite, into externality, the determination of the thing devoid of self-consciousness. This higher element is language: an existence that is immediately self-conscious existence. Just as individual self-consciousness exists in it, so it is immediately present as a universal contagion. The complete particularization of being-for-itself is at the same time the fluidity and universally communicated unity of the many selves; language is the soul existing as soul. The god, then, who has language as the element of his shape is the artwork animated in itself, possessing immediately in its existence the pure activity that stood opposed to it when it existed as a thing. Or, in the becoming-objective of its essence, self-consciousness remains immediately at home with itself. Thus 1807 661 at home with itself in its essence, it is pure thought, or devotion, whose inwardness at the same time has existence in the hymn. The hymn retains within itself the singularity of self-consciousness, and, when heard, this singularity is at the same time present as universal. Devotion, kindled in all, is the spiritual stream that, in the multiplicity of self-consciousness, is conscious of itself as the same doing of all and as simple being. As this universal self-consciousness of all, spirit possesses its pure inwardness, as well as being-for-others and the being-for-itself of individuals, in a single unity.

711 This language differs from another language of the god that is not the language of universal self-consciousness. The oracle, of the god of the religion of art as well as of earlier religions, is his necessary first language. For his concept contains equally that he is the essence of nature and of spirit, and therefore has not only natural but also spiritual existence. Insofar as this moment initially lies only in his concept and is not yet realized in religion, the language is for religious self-consciousness the language of an alien self-consciousness. The self-consciousness still alien to its community does not yet exist in the way its concept demands. The self is simple and thereby absolutely universal being-for-itself; but the self-consciousness separated from that of the community is as yet only an individual.—The content of this particular and 1807 662 individual language results from the universal determinacy in which absolute spirit is posited in its religion generally.—The universal spirit of the dawn, which has not yet particularized its existence, therefore utters equally simple and universal propositions about essence, whose substantial content is sublime in its simple truth, yet because of this universality at the same time appears trivial to self-consciousness developing further.

712 The further cultivated self, which rises to being-for-itself, masters the pure pathos of substance, the objectivity of the dawning being of light, and knows that simplicity of truth as what is in itself, which does not have the form of contingent existence through an alien language, but is the sure and unwritten law of the gods, which lives forever, and no one knows from where it appeared.—Just as the universal truth revealed by the being of light has here withdrawn into the inward or lower realm, and thereby been freed of the form of contingent appearance, so, conversely, in the religion of art, because the shape of the god has assumed consciousness and thereby singularity in general, the god's own language—the god who is the spirit of the ethical people—is the oracle that knows its particular affairs and declares what is useful concerning them. Universal truths, however, because they are known as what is in itself, are claimed by knowing thought, and their language is 1807 663 no longer alien to it but its own. Just as that sage of antiquity sought what is good and beautiful in his own thought, while leaving to his daemon knowledge of the paltry, contingent content—whether it was good for him to associate with this or that person, or good for an acquaintance to undertake this journey, and similarly insignificant things—so universal consciousness obtains knowledge of the contingent from birds, or trees, or the fermenting earth whose vapor deprives self-consciousness of its composure. For the contingent is what lacks reflection and is alien, and ethical consciousness accordingly lets itself be determined about it in an unreflective and alien way, as by a throw of dice. If the individual determines himself through his understanding and deliberately chooses what is useful to him, this self-determination is grounded in the determinacy of his particular character; this is itself contingent. Hence that knowledge of understanding concerning what is useful to the individual is a knowledge just like that of those oracles or of the lot, except that the one consulting the oracle or lot thereby expresses the ethical disposition of indifference toward the contingent, whereas the former treats what is in itself contingent as an essential interest of his thought and knowledge. Higher than both, however, is indeed to make deliberation the oracle of contingent doing, but to know this deliberate action itself, because of its relation to the 1807 664 particular and its usefulness, as something contingent.

713 The true self-conscious existence that spirit receives in language which is not the language of an alien, and thus contingent, nonuniversal self-consciousness is the artwork we saw above. It stands opposed to the thinglike artwork of the statue. Just as the latter is existence at rest, the former is vanishing existence; just as in the latter objectivity, set free, lacks its own immediate self, so in the former it remains too enclosed within the self, attains too little shape, and, like time, immediately no longer exists in the very act of existing.

714 Worship constitutes the movement of both sides in which the divine shape moving in the pure feeling element of self-consciousness and the divine shape resting in the element of thinghood reciprocally give up their different determinations, and the unity that is the concept of their essence comes into existence. In worship, the self gives itself the consciousness of divine essence descending to it from its beyond; and this essence, previously nonactual and merely objective, thereby receives the actuality proper to self-consciousness.

715 This concept of worship is already implicitly contained and present in the stream of hymnal song. This devotion is the immediate pure satisfaction of the self through and within itself. It 1807 665 is the purified soul, which in this purity is immediately only essence and one with essence. Because of its abstraction, it is not consciousness distinguishing its object from itself, and thus is only the night of the object's existence and the prepared place for its shape. Abstract worship therefore raises the self to being this pure divine element. The soul accomplishes this purification consciously; yet it is not the self that, having descended into its depths, knows itself as evil, but is a self that is: a soul that cleanses its exterior by washing, clothes it in white garments, and leads its inwardness along the represented path of labors, punishments, and rewards, the path of cultivation externalizing particularity in general, through which it attains the dwellings and community of the blessed.

716 This worship is as yet only a secret—that is, merely represented, nonactual—accomplishment. It must be actual action; a nonactual action contradicts itself. Through this, consciousness proper rises into its pure self-consciousness. Within it, essence has the meaning of a free object; through actual worship this object returns into the self. And insofar as in pure consciousness it has the meaning of pure essence dwelling beyond actuality, this essence descends from its universality through this 1807 666 mediation to singularity and thus joins itself with actuality.

717 The way both sides enter action is determined as follows: for the self-conscious side, insofar as it is actual consciousness, essence presents itself as actual nature. On the one hand, nature belongs to it as possession and property and counts as existence that is not in itself; on the other, nature is its own immediate actuality and singularity, likewise regarded by it as nonessence and sublated. At the same time, however, for its pure consciousness that external nature has the opposite meaning, namely of being the essence that is in itself, before which the self sacrifices its inessentiality, just as, conversely, it sacrifices nature's inessential side to itself. The action is spiritual movement because it is this twofold movement: to sublate the abstraction of essence, as devotion determines the object, and make it actual; and to sublate the actual, as the agent determines the object and itself, and elevate it into universality.

718 The action of worship itself therefore begins with the pure surrender of a possession, which the owner pours out or lets rise in smoke, apparently to no use for himself. In this he renounces, before the essence of his pure consciousness, possession and the right of property and its enjoyment, personality and the return of doing 1807 667 into the self, and reflects the action into the universal, or into essence, rather than into himself.—Conversely, however, existent essence equally perishes in this. The animal sacrificed is the sign of a god; the fruits consumed are the living Ceres and Bacchus themselves. In the former die the powers of the upper right, which has blood and actual life; in the latter die the powers of the lower right, which, bloodless, possesses secret, cunning power.—Insofar as the sacrifice of divine substance is doing, it belongs to the self-conscious side; for this actual doing to be possible, essence must already have sacrificed itself in itself. It has done so by giving itself existence and making itself the individual animal and the fruit. This renunciation, already accomplished in itself by essence, is presented by the acting self in existence and for its consciousness; and it replaces that immediate actuality of essence with the higher actuality, namely its own. For the unity that has arisen as the result of the sublation of the singularity and separation of both sides is not merely negative fate, but has positive meaning. Only to abstract subterranean essence is what is sacrificed wholly surrendered, thereby marking the reflection of possession and being-for-itself into the universal as distinct from the self as such. At the same time, however, this is only 1807 668 a small part, and the other sacrificing is merely the destruction of the unusable, and rather the preparation of the sacrifice for a meal whose feast cheats the action of its negative meaning. In that first sacrifice, the sacrificer reserves the greater part, and in this one the useful part, for his enjoyment. This enjoyment is the negative power that sublates essence as well as singularity, and at the same time it is the positive actuality in which the objective existence of essence is transformed into self-conscious existence, and the self has consciousness of its unity with essence.

719 This worship is indeed an actual action, yet its meaning lies more in devotion alone; what belongs to devotion is not objectively produced, just as the result deprives itself of existence in enjoyment. Worship therefore goes further and initially remedies this deficiency by giving its devotion an objective subsistence, as the common labor, or individual labor possible for everyone, that produces the dwelling and adornment of the god in his honor.—Through this the objectivity of the statue is partly sublated, for by this consecration of his gifts and labors the worker makes the god favorable to him and intuits his self as belonging to the god; partly, too, this doing is not the individual labor of the artist, but this particularity is dissolved in universality. Yet it is not only the 1807 669 god's honor that is brought about, nor does the blessing of his favor flow to the worker only in representation; rather, labor also has the reverse meaning to its first meaning of externalization and the honor of another. The god's dwellings and halls are for human use, the treasures preserved in them belong in times of need to human beings; the honor the god enjoys in his adornment is the honor of the people skilled in art and generous in spirit. At the festival this people likewise adorns its own dwellings and clothing, as well as its activities, with elegant equipment. In this way, for its gifts it receives recompense from the grateful god and proofs of his favor, in which it joined itself with him through labor—not in hope and a distant actuality, but in the honoring and offering of gifts it immediately enjoys its own wealth and adornment.

b. *The living artwork*.

720 The people that approaches its god in the worship of the religion of art is the ethical people, which knows its state and the state's actions as the will and accomplishment of itself. This spirit, confronting the self-conscious people, 1807 670 is therefore not the being of light, which, selfless, does not contain the certainty of individuals within itself, but is rather only their universal essence and the imperious power in which they vanish… The worship of the religion of this simple, shapeless essence therefore returns to its adherents only this in general: that they are the people of their god. It obtains for them only their subsistence and simple substance in general, not their actual self, which is instead rejected. For they revere their god as empty depth, not as spirit. Yet the worship of the religion of art, on the other hand, lacks that abstract simplicity of essence, and therefore its depth. But the essence that is immediately united with the self is in itself spirit and knowing truth, although not yet truth known, or knowing itself in its depths. Because essence here thus contains the self, its appearance is friendly to consciousness; and in worship consciousness receives not only the universal warrant for its subsistence but also its self-conscious existence within essence. Conversely, essence has its actuality not as a selfless actuality in a rejected people whose substance alone is recognized, but in the people whose self is recognized in its substance.

721 From worship, then, self-consciousness emerges satisfied in its essence, and the god has entered it as his dwelling. This dwelling is for itself the night of substance, or its pure individuality, 1807 671 but no longer the strained individuality of the artist, not yet reconciled with his essence becoming objective. Rather, it is the satisfied night that has its pathos within it without need, because it returns from intuition, from sublated objectivity.—This pathos is for itself the essence of dawn, but an essence that has now set within itself and has its setting—self-consciousness, and thereby existence and actuality—within itself.—Here it has traversed the movement of its actualization. Lowering itself from its pure essentiality to an objective power of nature and that power's manifestations, it is an existence for the other, for the self by which it is consumed. The silent essence of selfless nature attains in its fruit the stage at which, preparing and digesting itself, it offers itself to self-endowed life. In its usefulness, its capacity to be eaten and drunk, it reaches its highest perfection; for therein it is the possibility of a higher existence and touches spiritual existence. Partly as quietly potent substance, partly as spiritual fermentation, the spirit of earth has developed in its metamorphosis, in the former case into the feminine principle of nourishment, in the latter into the masculine principle of the self-impelling force of self-conscious existence.

722 In this enjoyment, then, that dawning being of light is disclosed for what it is; enjoyment is its mystery 1807 672. For the mystical is not the concealment of a secret, or ignorance, but consists in the self's knowing itself as one with essence, which is thus revealed. Only the self is manifest to itself, or what is manifest is so only in the immediate certainty of itself. But through worship simple essence has been posited in this certainty. As a useful thing it has not merely the existence that is seen, felt, smelled, and tasted, but is also the object of desire; through actual enjoyment it becomes one with the self and thereby wholly disclosed and manifest to it.—What is said to be manifest to reason or to the heart is in fact still secret, for it still lacks the actual certainty of immediate existence, both objective certainty and the certainty of enjoyment, which in religion is not merely thoughtless immediate certainty but at the same time the purely knowing certainty of the self.

723 What has thus become manifest within self-conscious spirit itself through worship is simple essence as the movement partly of emerging from its nocturnal concealment into consciousness, to be consciousness's quietly nourishing substance, and partly of losing itself again in the subterranean night, in the self, and lingering above only with a mother's silent yearning.—The more clamorous impulse, however, is the many-named being of light of the dawn 1807 673 and its reeling life, which likewise relinquishes its abstract being, first gathers itself into the objective existence of the fruit, then surrenders itself to self-consciousness and attains actuality proper within it—now roaming about as a throng of frenzied women, the unbridled revel of nature in self-conscious shape.

724 Yet what has been disclosed to consciousness is still only absolute spirit as this simple essence, not spirit as it is in itself as spirit: only immediate spirit, the spirit of nature. Its self-conscious life is therefore only the mystery of bread and wine, of Ceres and Bacchus, not of the other, properly higher gods, whose individuality contains self-consciousness as such as an essential moment. Spirit has therefore not yet sacrificed itself to consciousness as self-conscious spirit, and the mystery of bread and wine is not yet the mystery of flesh and blood.

725 This unsettled revel of the god must quiet itself into an object, and the inspiration that did not attain consciousness must produce a work confronting it—as the statue confronted the inspiration of the preceding artist—as an equally perfected work, but not as something lifeless within itself, rather as a living self.—Such a worship is the festival that the human being gives in his own honor, though 1807 674 he does not yet invest such a human being with the meaning of absolute essence. For essence alone is manifest to him as yet, not spirit—not as something that essentially assumes human shape. Yet this worship lays the ground for that revelation and lays out its moments separately: here the abstract moment of essence's living bodiliness, as previously the unity of both in unconscious frenzy. The human being therefore places himself in the position of the statue, as a shape trained and worked into perfectly free movement, just as the statue is perfectly free repose. While every individual knows how to present himself at least as a torchbearer, one among them stands out who is movement given shape, the polished finish and fluid strength of every limb—an animated living artwork that couples strength with its beauty and receives, as the prize of its strength, the adornment with which the statue was honored, and the honor among its people of being, in place of the stone god, the highest bodily presentation of their essence.

726 In the two presentations just encountered, the unity of self-consciousness and spiritual essence is present, but they still lack their equilibrium. In Bacchic inspiration the self is outside itself, while in beautiful bodiliness spiritual essence is outside itself. The former's stupor of consciousness and wild stammering must be taken up into the 1807 675 clear existence of the latter, and the latter's spiritless clarity into the inwardness of the former. The perfect element in which inwardness is as much outward as outwardness is inward is once again language—but neither the language of the oracle, wholly contingent and individual in content, nor the feeling hymn praising only the individual god, nor the contentless stammering of Bacchic frenzy. Rather, language has acquired its clear and universal content: its clear content, because the artist has worked his way out of the first wholly substantial inspiration into a shape that is an existence of its own, penetrated in all its movements by the self-conscious soul and living along with it; its universal content, because in this festival, which honors the human being, the one-sidedness of statues containing only one national spirit, one determinate character of divinity, disappears. The beautiful athlete is indeed the honor of his particular people, but he is a bodily singularity in which the fullness and seriousness of meaning, and the inward character of spirit bearing the particular life, concerns, needs, and customs of his people, have perished. In this externalization into complete bodiliness, spirit has laid aside the particular impressions and echoes of nature that it contained as the actual spirit of the people. Its people is 1807 676 therefore no longer conscious in him of its particularity, but rather of the laying aside of that particularity and of the universality of its human existence.

c. *The spiritual artwork*.

727 The national spirits that become conscious of the shape of their essence in a particular animal merge into one; so the particular beautiful national spirits unite into one pantheon whose element and dwelling is language. The pure intuition of itself as universal humanity takes, in the actuality of the national spirit, the form of its joining with the others, with whom it constitutes one nation by nature, in a common enterprise, and forming for this work a collective people and thereby a collective heaven. Yet this universality attained by spirit in its existence is only this first universality, which initially proceeds from the individuality of ethical life, has not yet overcome its immediacy, and has not formed one state out of these peoples. The ethical life of the actual national spirit rests partly on the immediate trust of individuals in the whole of their people, partly on the immediate share that all, regardless of differences of estate, take in the 1807 677 decisions and actions of government. In the union, initially not into a permanent order but merely for a common action, that freedom of participation of each and all is temporarily set aside. This first commonality is therefore more an assembly of individualities than the rule of abstract thought that would deprive individuals of their self-conscious share in the will and deed of the whole.

728 The assembly of national spirits constitutes a circle of shapes now embracing the whole of nature as well as the whole ethical world. They too stand more under the supreme command of one than under his sovereignty. For themselves they are the universal substances of what the self-conscious essence is and does in itself. This essence, however, constitutes the power and initially at least the center about which those universal beings busy themselves, a center that as yet seems to connect their affairs only contingently. Yet the return of divine essence into self-consciousness already contains the ground for self-consciousness's constituting the center for those divine powers, and initially conceals the essential unity beneath the form of a friendly external relation between the two worlds.

729 The same universality belonging to this content necessarily also belongs to the form of 1807 678 consciousness in which it appears. It is no longer the actual doing of worship, but a doing raised, though not yet into the concept, at least into representation, into the synthetic connection of self-conscious and external existence. The existence of this representation, language, is the first language, the epic as such, containing the universal content at least as the completeness of the world, though not as the universality of thought. The singer is the individual and actual being from whom, as the subject of this world, it is produced and sustained. His pathos is not the stupefying power of nature but Mnemosyne, recollection and inwardness that has come to be, the remembrance of the previously immediate essence. He is the organ that vanishes in its content; what counts is not his own self but his Muse, his universal song. Yet what is in fact present is the syllogism in which the extreme of universality, the world of the gods, is linked through the middle term of particularity with singularity, the singer. The middle term is the people in its heroes, who are individual human beings like the singer, but only represented and thereby at the same time universal, like the free extreme of universality, the gods.

730 In this epic, then, what comes about in itself in worship is in general presented to consciousness: the relation of the divine to the human. The content is an action of self-conscious essence. Acting disturbs the repose of 1807 679 substance and stirs essence, through which its simplicity is divided and opened into the manifold world of natural and ethical powers. Action is the violation of the tranquil earth, the pit that, animated by blood, summons the departed spirits, which, thirsting for life, receive it in the doing of self-consciousness. The undertaking about which the universal effort turns acquires two sides: the self-endowed side of being accomplished by a totality of actual peoples and the individualities standing at their head, and the universal side of being accomplished by their substantial powers. But the relation between the two was determined above as the synthetic connection of universal and individual, or as representation. The judgment of this world depends on this determinacy.—The relation between the two is consequently a mixture that inconsistently divides the unity of doing and needlessly tosses the action from one side to the other. The universal powers possess the shape of individuality and thereby the principle of action; their operation therefore appears as a doing as free and wholly originating from themselves as human doing. One and the same thing has therefore been done by gods and human beings alike. The seriousness of those powers is a ridiculous excess, since human beings are in fact the force of acting individuality; and the exertion and 1807 680 labor of the latter is an equally useless effort, since the former instead direct everything.—The mortals of a day, who are nothing, are at the same time the mighty self that subjects universal beings to itself, wounds the gods, and in general provides them with actuality and an interest in doing. Conversely, these powerless universalities, which feed on human gifts and only thereby receive something to do, are the natural essence and material of all events, and likewise the ethical material and pathos of doing. If their elemental natures are first brought into actuality and active relation through the free self of individuality, they are just as much the universal withdrawing from this connection, remaining unlimited in its determination, and through the invincible elasticity of its unity effacing the punctuality of the agent and its configurations, maintaining itself in purity, and dissolving everything individual in its fluidity.

731 Just as they fall into this contradictory relation with the opposing self-endowed nature, so their universality comes into conflict with their own determination and its relation to others. They are the eternal, beautiful individuals that, resting in their own existence, are removed from transience and alien violence.—Yet at the same time they are determinate elements, particular 1807 681 gods, and thus relate to others. But relation to others, which in its opposition is a conflict with them, is a comic self-forgetting of their eternal nature.—Determinacy is rooted in divine subsistence and has, in its limitation, the independence of the whole individuality; through this their characters at the same time lose the sharpness of their distinctive traits and mingle in their ambiguity.—A purpose of their activity, and their activity itself, since it is directed against an other and thus against an invincible divine power, is a contingent, empty swagger that equally dissolves, turning the apparent seriousness of the action into a harmless, self-assured play without result or success. Yet if, in the nature of their divinity, the negative or their determinacy appears only as the inconsistency of their activity and the contradiction of purpose and outcome, and that independent security retains the upper hand over determinacy, then precisely thereby the pure force of the negative confronts them as their ultimate power, over which they have no power. They are the universal and positive against the individual self of mortals, which cannot withstand their might; but the universal self therefore hovers over them and over this entire world of representation to which the whole content belongs, as the conceptless emptiness of necessity: an event before 1807 682 which they behave selflessly and mournfully, for these determinate natures do not find themselves in this purity.

732 This necessity, however, is the unity of the concept to which the contradictory substantiality of individual moments is subject, in which the inconsistency and contingency of their doing is ordered and the play of their actions receives its seriousness and worth within those actions themselves. The content of the world of representation plays out its movement, released and for itself, in the middle, gathered about the individuality of a hero who, however, in his strength and beauty feels his life broken and mourns as he looks toward an early death. For singularity stable within itself and actual is excluded to the extremity and divided into its moments, which have not yet found and united with one another. The one individual, the abstract, nonactual individual, is necessity, which has no share in the life of the middle, any more than the other, the actual individual, the singer, who keeps himself outside it and disappears in his representation. Both extremes must approach the content: the one, necessity, must fill itself with the content; the other, the singer's language, must share in it; and the content, previously left to itself, must acquire within itself the certainty and firm determination of the negative.

1807 683

733 This higher language, tragedy, thus draws closer together the dispersion of the moments of the essential and acting world. The substance of the divine separates into its shapes according to the nature of the concept, and its movement likewise conforms to the concept. As regards form, language, by entering into the content, ceases to be narrative, just as the content ceases to be represented. The hero is himself the speaker, and the representation shows the listener, who is at the same time a spectator, self-conscious human beings who know their right and their purpose, the power and will of their determinacy, and know how to say it. They are artists who do not, like the language accompanying ordinary doing in actual life, unconsciously, naturally, and naively express the exterior of their decision and enterprise. Rather, they utter the inner essence, demonstrate the right of their action, and thoughtfully maintain and determinately express the pathos to which they belong in its universal individuality, free of contingent circumstances and the particularity of personalities. Finally, the existence of these characters is actual human beings who assume the persons of the heroes and present them in actual speech that is not narrative but their own. Just as it is essential to the statue to be made by human hands, so the actor is essential to his mask—not as an external condition from which the contemplation of art must abstract; or, insofar 1807 684 as it must indeed abstract from it, this says precisely that art does not yet contain within itself the true, proper self.

734 The universal ground on which the movement of these shapes produced from the concept takes place is the consciousness of the first representational language and its selfless content left dispersed. It is the common people in general, whose wisdom finds speech in the chorus of old age. The people has its representative in the chorus's powerlessness, because it itself constitutes only the positive and passive material of the individuality of government confronting it. Lacking the power of the negative, it cannot hold together and tame the wealth and colorful fullness of divine life, but lets it scatter, praising each individual moment as an independent god, now this one, now another, in its reverent hymns. But where it senses the seriousness of the concept striding over these shapes and shattering them, and sees how badly its praised gods fare when they venture onto this ground where the concept rules, it is not itself the negative power intervening in action. Rather, it remains in the selfless thought of that power, in the consciousness of alien fate, and contributes the empty wish for peace and the weak speech of appeasement. In fear before the higher powers, the immediate arms of 1807 685 substance, before their conflict with one another and before the simple self of necessity that crushes them too, like the living beings bound to them; in pity for these beings, whom it knows at the same time to be the same as itself, there is for it only inactive terror at this movement, equally helpless lament, and, as the end, the empty repose of resignation to necessity. Necessity's work is grasped neither as the necessary action of character nor as the doing of absolute essence within itself.

735 Upon this observing consciousness, as upon the indifferent ground of representation, spirit appears not in its dispersed manifoldness but in the simple division of the concept. Its substance therefore shows itself torn apart only into its two extreme powers. These elemental universal essences are at the same time self-conscious individualities: heroes who place their consciousness in one of these powers, have in it the determinacy of their character, and constitute its activity and actuality.—This universal individualization, as noted, descends still further to the immediate actuality of existence proper and presents itself to a crowd of spectators that has in the chorus its counterpart, or rather its own self-expressing representation.

736 The content and movement of spirit that is here its own object have already been considered as the nature and 1807 686 realization of ethical substance. In its religion spirit attains consciousness of itself, or presents itself to its consciousness in its purer form and simpler shape. Thus, if ethical substance divided through its concept, according to its content, into the two powers determined as divine and human, or subterranean and upper right—the former the family, the latter state power, the first having the female, the other the male character—then the circle of gods, previously multiform and wavering in its determinations, is restricted to these powers, which through this determination have been brought nearer to individuality proper. For the earlier dispersion of the whole into manifold, abstract powers appearing as substantialized is the dissolution of the subject, which comprehends them only as moments within its self, and individuality is therefore merely the superficial form of those beings. Conversely, any further distinction of characters beyond the one named must be reckoned as contingent personality, external in itself.

737 At the same time, essence divides according to its form, or knowledge. Acting spirit, as consciousness, confronts the object upon which it acts and which is thus determined as the negative of the knower. The agent thereby finds himself in the opposition of knowing and not-knowing. He takes his purpose from his character and knows it 1807 687 as ethical essence; but through the determinacy of his character he knows only the one power of substance, while the other is hidden from him. Present actuality is therefore one thing in itself and another for consciousness. In this relation upper and lower right acquire the meaning of the power that knows and reveals itself to consciousness and the power that conceals itself and lies in ambush. The one is the side of light, the god of the oracle who, in his natural moment sprung from the sun that illuminates everything, knows and reveals all—Phoebus, and Zeus, his father. Yet the commands of this truth-speaking god and his announcements of what is are, rather, deceptive. For in its concept this knowledge is immediately not-knowing, because consciousness in action is this opposition within itself. The one who could himself solve the riddle of the enigmatic Sphinx, as well as the one who trusts with a child's confidence, is therefore sent to ruin by what the god reveals to him. This priestess through whom the beautiful god speaks is nothing other than the equivocal sisters of fate, who drive to crime through their promises and, through the double meaning of what they offered as security, deceive whoever relied on the obvious sense. Thus the consciousness purer than the latter, which believes the witches, and more reflective 1807 688 and thorough than the former, which trusts the priestess and the beautiful god, hesitates over revenge after the revelation made by his father's spirit itself concerning the crime that murdered him, and arranges for further proofs—on the ground that this revealing spirit might also be the devil.

738 This mistrust is grounded because knowing consciousness places itself in the opposition between certainty of itself and objective essence. The right asserted by ethical consciousness—that actuality is nothing in itself as opposed to absolute law—meets with the experience that its knowledge is one-sided, its law only the law of its character, and that it has grasped only one power of substance. Action itself is this inversion of the known into its opposite, being; it is the overturning of the right of character and knowledge into the right of the opposite, with which the former is linked in the essence of substance—into the Erinys of the other power and character, stirred to hostility. This lower right sits on the throne with Zeus and enjoys equal standing with manifest right and the knowing god.

739 Acting individuality restricts the chorus's world of gods to these three essences. The one is substance, equally the power of the hearth and the spirit of familial piety and the universal power of state and 1807 689 government. Since this distinction belongs to substance as such, it does not individualize itself for representation into two distinct shapes, but has in actuality the two persons of its characters. By contrast, the distinction between knowing and not-knowing falls within each actual self-consciousness, and only in abstraction, in the element of universality, is it distributed between two individual shapes. For the self of the hero has existence only as whole consciousness and is therefore essentially the whole distinction belonging to form; but his substance is determinate, and only one side of the distinction of content belongs to him. Thus the two sides of consciousness, which in actuality have no separate individuality of their own, each receive their particular shape in representation: the one that of the revealing god, the other of the Erinys who keeps herself hidden. The two partly enjoy equal honor; partly, the shape of substance, Zeus, is the necessity of their relation to one another. Substance is the relation in which knowledge is for itself but has its truth in the simple; the difference through which actual consciousness exists has its ground in the inner essence that effaces it; and the self-clear assurance of certainty has its confirmation in forgetfulness.

740 Consciousness opened up this opposition through action. Acting according to manifest knowledge, 1807 690 it experiences that knowledge's deception; and, devoted in content to one attribute of substance, it violated the other and thereby gave it a right against itself. Following the knowing god, it grasped instead the unmanifest, and pays for having trusted knowledge, whose ambiguity, since it is knowledge's nature, had also to be present for it as a warning. The priestess's frenzy, the witches' inhuman shape, the voice of the tree or bird, the dream, and so on, are not the modes in which truth appears but warning signs of deception, thoughtlessness, the singularity and contingency of knowledge. Or, what is the same, the opposing power it violates is present as expressed law and valid right, whether the law of the family or of the state; against this, consciousness followed its own knowledge and concealed the manifest from itself. But the truth of the powers of content and consciousness confronting one another is the result that both have equal right and therefore, in their opposition produced by action, equal wrong. The movement of doing demonstrates their unity in the mutual downfall of both powers and of the self-conscious characters. The opposition's reconciliation with itself is the Lethe of the underworld in death, or the Lethe of the upper world as acquittal—not from guilt, for consciousness, because it 1807 691 acted, cannot deny this, but from crime—and its atoning peace. Both are forgetfulness, the vanishedness of the actuality and doing of the powers of substance, of their individualities, and of the powers of the abstract thought of good and evil. For neither power for itself is the essence; rather, essence is the repose of the whole within itself, the motionless unity of fate, tranquil existence and thereby the inactivity and lifelessness of family and government, the equal honor and thereby indifferent nonactuality of Apollo and the Erinys, and the return of their inspiration and activity into simple Zeus.

741 This fate completes the depopulation of heaven—the thoughtless mixture of individuality and essence, a mixture through which the doing of essence appears inconsistent, contingent, and unworthy of it; for individuality, attached to essence only superficially, is inessential. The expulsion of such essenceless representations demanded by philosophers of antiquity therefore begins already in tragedy in general, insofar as the division of substance is governed by the concept, individuality is thus essential, and the determinations are absolute characters. The self-consciousness represented in tragedy therefore knows and recognizes 1807 692 only one highest power, and this Zeus only as the power of state or hearth, and, in the opposition of knowledge, only as the father of the knowledge of the particular taking shape, and as the Zeus of the oath and of the Erinys, of the universal, inwardness dwelling in concealment. By contrast, the moments that disperse further out of the concept into representation and that the chorus successively accepts are not the hero's pathos but sink for him into passion—into contingent, essenceless moments that the selfless chorus indeed praises, but that are incapable of constituting the heroes' character or of being expressed and esteemed by them as their essence.

742 Yet the persons of divine essence itself, like the characters of its substance, also converge into the simplicity of the unconscious. In relation to self-consciousness, this necessity has the determination of being the negative power of all appearing shapes, in which self-consciousness does not recognize itself but instead perishes. The self appears only as allotted to the characters, not as the middle term of the movement. But self-consciousness, the simple certainty of itself, is in fact the negative power, the unity of Zeus, the substantial essence, and abstract necessity; it is the spiritual unity into which everything returns. Because actual self-consciousness is still distinguished from substance and fate, it is partly the chorus 1807 693, or rather the observing crowd, which this movement of divine life fills with fear as something alien, or in which, as something close at hand, it produces only the emotion of inactive pity. Partly, insofar as consciousness participates in action and belongs to the characters, this union—because the true union of self, fate, and substance is not yet present—is external, a playacting. The hero appearing before the spectator divides into his mask and the actor, into the person and the actual self.

743 The self-consciousness of the heroes must emerge from its mask and present itself as it knows itself to be the fate both of the gods of the chorus and of the absolute powers themselves, and as no longer separated from the chorus, universal consciousness.

744 Comedy, then, has first of all the aspect that actual self-consciousness presents itself as the fate of the gods. As universal moments, these elemental essences are neither self nor actual. They are indeed equipped with the form of individuality, but this is only imagined for them and does not belong to them in and for themselves. The actual self does not have such an abstract moment as its substance and content. It, the subject, is therefore raised above such a moment as above an individual property; and, wearing this mask, it expresses the irony of that property which wants to be something 1807 694 for itself. The pretensions of universal essence are exposed to the self: it shows itself caught in an actuality and drops its mask precisely when it wants to be something proper. Appearing here in its meaning as actual, the self plays with the mask it once puts on to be its person—but just as quickly emerges again from this semblance in its own nakedness and ordinariness, which it shows to be indistinguishable from the proper self, the actor, as well as from the spectator.

745 This universal dissolution of shaped essence in general in its individuality becomes more serious in its content, and thereby more mischievous and bitter, insofar as the content has its more serious and necessary meaning. Divine substance unites within itself the meaning of natural and ethical essence. As regards the natural, actual self-consciousness already shows itself, in using nature for its adornment, dwelling, and so on, and in the feast of its sacrifice, to be the fate to which the secret of nature's selfhood has been disclosed. In the mystery of bread and wine, self-consciousness appropriates nature together with the meaning of inner essence, and in comedy it is conscious of the irony of this meaning in general.—Now insofar as this meaning contains ethical essence, it is partly the people in its 1807 695 two aspects, the state or demos proper and familial singularity; partly, however, self-conscious pure knowledge, or rational thought of the universal.—That demos, the universal mass that knows itself as lord and ruler and as the understanding and insight to be respected, constrains and deludes itself through the particularity of its actuality, presenting the ridiculous contrast between its opinion of itself and its immediate existence, its necessity and contingency, its universality and vulgarity. When the principle of its singularity separated from the universal emerges in actuality's proper shape and openly lays claim to and organizes the commonwealth whose secret injury it is, the contrast is more immediately disclosed between the universal as a theory and what matters in practice: the complete liberation of the purposes of immediate singularity from universal order and the mockery of the latter by the former.

746 Rational thought frees divine essence from its contingent shape and, opposed to the chorus's conceptless wisdom, which brings forth various moral sayings and accepts a multitude of laws and determinate concepts of duty and right, raises them to the simple ideas of the beautiful and the good.—The movement of this 1807 696 abstraction is consciousness of the dialectic these maxims and laws have within themselves, and thereby of the disappearance of the absolute validity in which they previously appeared. As the contingent determination and superficial individuality that representation lent divine essences disappears, on their natural side they retain only the nakedness of their immediate existence: they are clouds, a vanishing vapor, like those representations. In their thought essentiality, having become the simple thoughts of the beautiful and the good, they permit themselves to be filled with any content at will. The force of dialectical knowledge hands determinate laws and maxims of action over to the pleasure and frivolity of youth, which is thereby led astray, and places weapons of deception in the hands of the anxiety and care of old age, confined to life's singularity. The pure thoughts of the beautiful and the good thus offer the comic spectacle of becoming empty through liberation from opinion—which contains both their determinacy as content and their absolute determinacy, consciousness's holding fast—and thereby becoming the plaything of opinion and the caprice of contingent individuality.

747 Here, then, the previously unconscious fate, which consists in empty repose and forgetfulness 1807 697 and is separated from self-consciousness, is united with it. The individual self is the negative power through and in which the gods and their moments, existent nature and the thoughts of its determinations, disappear. At the same time it is not the emptiness of vanishing, but preserves itself in this nullity, is at home with itself, and is the sole actuality. The religion of art has perfected itself in this self and returned completely into itself. Because it is individual consciousness in its certainty of itself that presents itself as this absolute power, this power has lost the form of something represented, separated from consciousness in general and alien to it, as were the statue, the living beautiful body, the content of the epic, and the powers and persons of tragedy. Nor is the unity the unconscious unity of worship and the mysteries; rather, the actor's proper self coincides with his person, as does the spectator, who is completely at home in what is presented to him and sees himself playing. What this self-consciousness intuits is that whatever assumes the form of essence against it instead dissolves and is surrendered within its thinking, existence, and doing. It is the return of everything universal into certainty of itself, which is thereby complete fearlessness, the 1807 698 essencelessness of everything alien, and a well-being and ease of consciousness unlike any to be found outside this comedy.

1807 699

C. *Revealed religion*.

748 Through the religion of art spirit has passed from the form of substance into that of the subject, for this religion produces its shape and thus posits within it doing, or self-consciousness, which merely vanishes in the terrible substance and does not grasp itself in trust. This incarnation of divine essence begins with the statue, which has only the external shape of the self, while the inward, its activity, falls outside it. In worship, however, both sides have become one; in the result of the religion of art, this unity in its perfection has also passed over to the extreme of the self. In spirit perfectly certain of itself in the singularity of consciousness, all essence has submerged. The proposition expressing this lightheartedness reads: the self is absolute essence. The essence that was substance, and in 1807 700 which the self was accidentality, has sunk to a predicate; and in this self-consciousness, confronted by nothing in the form of essence, spirit has lost its consciousness.

749 This proposition, the self is absolute essence, belongs, as is evident, to nonreligious, actual spirit, and we must recall the shape of spirit that expresses it. This shape will also contain the movement and reversal of the proposition, which lowers the self to a predicate and elevates substance to subject. This occurs in such a way that the reversed proposition does not make substance into subject in itself or for us—or, what is the same, restore substance so that spirit's consciousness is led back to its beginning, natural religion—but brings about this reversal for and through self-consciousness itself. By giving itself up consciously, self-consciousness is preserved in its externalization and remains the subject of substance; but, as equally externalized, it has at the same time consciousness of substance. Or, by producing substance as subject through its sacrifice, this subject remains its own self. Thus, whereas in the two propositions—in the first, that of substantiality, the subject merely vanishes, and in the second substance is only a predicate, so that both sides are present in each with an opposite inequality of value—the 1807 701 union and interpenetration of both natures emerges, in which both, with equal value, are equally essential and yet only moments. Spirit is thereby equally consciousness of itself as its objective substance and simple self-consciousness remaining within itself.

750 The religion of art belongs to ethical spirit, which we earlier saw perish in the condition of right: that is, in the proposition that the self as such, the abstract person, is absolute essence. In ethical life the self is immersed in the spirit of its people; it is fulfilled universality. But simple singularity rises out of this content, and its lightheartedness purifies it into the person, into the abstract universality of right. In this, the reality of ethical spirit is lost; the contentless spirits of individual peoples are assembled into one pantheon—not a pantheon of representation, whose powerless form lets each have its way, but the pantheon of abstract universality, of pure thought, which disembodies them and bestows being-in-and-for-itself upon the spiritless self, the individual person.

751 Yet through its emptiness this self has let the content go free. Consciousness is the essence only within itself; its own existence, the legal recognition of the person, is unfulfilled abstraction. It therefore possesses rather only the thought of itself; or, as it exists and knows itself as object, it is the nonactual. It is therefore only the Stoic 1807 702 *independence of thought; and this, passing through the movement of skeptical consciousness, finds its truth in the shape called unhappy self-consciousness.

752 This consciousness knows what the actual validity of the abstract person amounts to, and likewise its validity in pure thought. It knows such validity, rather, as complete loss; it is itself this loss conscious of itself and the externalization of its knowledge of itself.—We see that this unhappy consciousness constitutes the counterpart and completion of comic consciousness, which is perfectly happy within itself. Into the latter all divine essence returns, or it is the complete externalization of substance. The former, conversely, is the tragic fate of the certainty of itself that is supposed to be in and for itself. It is the consciousness of the loss of all essence in this certainty of itself, and of the loss of this very knowledge of itself—of substance as well as self. It is the pain that expresses itself in the harsh words, God has died.

753 In the condition of right, then, the ethical world and its religion have sunk into comic consciousness, and unhappy consciousness is the knowledge of this entire loss. It has lost the intrinsic worth both of its immediate personality and of its mediated, thought personality. Likewise 1807 703 trust in the eternal laws of the gods has fallen silent, as have the oracles that claimed to know the particular. The statues are now corpses from which the animating soul has fled, just as the hymn is words from which faith has fled. The tables of the gods lack spiritual food and drink, and from its games and festivals consciousness no longer receives the joyful unity of itself with essence. The works of the Muse lack the power of spirit for which certainty of itself emerged from the crushing of gods and human beings. They are now what they are for us—beautiful fruits broken from the tree; a friendly fate offered them to us as a girl presents those fruits. It does not give the actual life of their existence, not the tree that bore them, not the earth and the elements that constituted their substance, nor the climate that constituted their determinacy, or the change of seasons that governed the process of their becoming.—So, with the works of that art, fate gives us not their world, not the spring and summer of ethical life in which they blossomed and ripened, but only the veiled remembrance of that actuality.—Our doing in enjoying them is therefore not worship, through which our consciousness would attain its perfect truth filling it completely. Rather, it is external doing that perhaps wipes 1807 704 raindrops or specks of dust from these fruits and, in place of the inner elements of the ethical actuality that surrounded, produced, and inspired them, erects the elaborate scaffolding of the dead elements of their external existence—language, history, and so on—not to live its way into them, but merely to represent them within itself. Yet just as the girl offering the plucked fruits is more than their nature spread out into its conditions and elements—the tree, air, light, and so on—which immediately offered them, because in a higher manner she gathers all this into the ray of the self-conscious eye and the offering gesture, so the spirit of fate offering us those artworks is more than the ethical life and actuality of that people. For it is the inward re-collection of spirit still externalized in them; it is the spirit of tragic fate gathering all those individual gods and attributes of substance into the one pantheon, into spirit conscious of itself as spirit.

754 All the conditions of its emergence are present, and this totality of its conditions constitutes its becoming, its concept, or its emergence in itself.—The circle of art's productions embraces the forms of the externalizations of absolute substance. Substance exists in the form of individuality as a thing, as an existent object 1807 705 of sensuous consciousness; as pure language, or the becoming of the shape whose existence does not step outside the self and which is a purely vanishing object; as immediate unity with universal self-consciousness in its inspiration and as mediated unity in the doing of worship; as beautiful self-endowed bodiliness; and finally as existence raised into representation and expanded into a world that ultimately gathers itself into universality, which is equally pure certainty of itself.—These forms, and on the other side the world of the person and of right, the devastating savagery of the elements of content set free, likewise the thought person of Stoicism and the unstable unrest of skeptical consciousness, constitute the circumference of shapes that stand expectantly and urgently about the birthplace of spirit becoming self-consciousness. The all-pervading pain and yearning of unhappy self-consciousness is their center and the common birth pang of spirit's emergence—the simplicity of the pure concept containing those shapes as its moments.

755 Spirit has within it the two sides presented above as the two reversed propositions. One is that substance externalizes itself and becomes self-consciousness; the other, conversely, that self-consciousness externalizes 1807 706 itself and makes itself thinghood, or universal self. Both sides have thus approached one another, and their true union has thereby arisen. Substance's externalization, its becoming self-consciousness, expresses the transition into the opposite, the unconscious transition of necessity, or the fact that substance is self-consciousness in itself. Conversely, self-consciousness's externalization expresses its being universal essence in itself; or, because the self is pure being-for-itself that remains at home with itself in its opposite, it expresses that for it substance is self-consciousness, and precisely thereby spirit. Of this spirit, therefore, which has left the form of substance and enters existence in the shape of self-consciousness, it may be said—if one wishes to use relations taken from natural generation—that it has an actual mother but a father being in himself. For actuality, or self-consciousness, and the in-itself as substance are its two moments, through whose reciprocal externalization, each becoming the other, spirit enters existence as their unity.

756 Insofar as self-consciousness one-sidedly grasps only its own externalization, even though its object is thus being as well as self and it knows all existence as spiritual essence, true spirit has nevertheless not yet come to be for it: namely, insofar as being in general, or 1807 707 substance, has not equally for its part externalized itself in itself and become self-consciousness. For then all existence is spiritual essence only from the standpoint of consciousness, not in itself. Spirit is in this way merely imagined into existence. This imagining is the enthusiasm that supplies nature and history, the world and the mythical representations of preceding religions, with an inner sense other than what they immediately offer to consciousness in their appearance, and, as regards religions, other than what the self-consciousness whose religions they were knew in them. Yet this meaning is borrowed, a garment that does not cover the nakedness of appearance or win faith and reverence, but remains the murky night and private ecstasy of consciousness.

757 For this meaning of the objective not to be mere imagination, it must be in itself: that is, first, it must spring for consciousness from the concept and emerge in its necessity. Thus, through cognition of immediate consciousness, or consciousness of the existent object, self-knowing spirit has arisen for us through consciousness's necessary movement. Second, this concept, which as immediate also had the shape of immediacy for its consciousness, has given itself the shape of self-consciousness in itself: that is, according to precisely the 1807 708 necessity of the concept by which being or immediacy, the contentless object of sensuous consciousness, externalizes itself and becomes I for consciousness.—But the thinking in-itself, or the cognition of necessity, differs from the immediate in-itself, or existent necessity itself—a distinction that nevertheless does not lie outside the concept, for the simple unity of the concept is immediate being itself. The concept is just as much self-externalization, or the becoming of intuited necessity, as it is at home with itself in that necessity, knowing and comprehending it.—The immediate in-itself of spirit giving itself the shape of self-consciousness means nothing other than that the actual world-spirit has attained this knowledge of itself; only then does this knowledge also enter its consciousness, and enter as truth. How that happened has emerged above.

758 That absolute spirit has given itself the shape of self-consciousness in itself, and thereby also for its consciousness, now appears as the faith of the world that spirit exists as a self-consciousness, that is, as an actual human being; that it is present for immediate certainty; that believing consciousness sees and feels and hears this divinity. Thus it is not imagination, but actually so. Consciousness then does not proceed from its inwardness, from thought, and join within itself the thought of God with 1807 709 existence, but proceeds from immediate, present existence and recognizes God in it.—The moment of immediate being is present in the content of the concept in such a way that religious spirit, in the return of all essence into consciousness, has become a simple positive self, just as actual spirit as such in unhappy consciousness is precisely this simple, self-conscious negativity. The self of existent spirit thereby has the form of complete immediacy. It is posited neither as thought or represented nor as produced, as is the case with the immediate self partly in natural religion, partly in the religion of art. Rather, this God is immediately sensuously intuited as self, as an actual individual human being; only thus is he self-consciousness.

759 This incarnation of divine essence, or its essentially and immediately having the shape of self-consciousness, is the simple content of absolute religion. In it essence is known as spirit, or religion is spirit's consciousness of itself as spirit. For spirit is knowledge of itself in its externalization, the essence that is the movement of retaining equality with itself in its otherness. This, however, is substance insofar as in its accidentality it is equally reflected into itself, not indifferent toward accidentality as something inessential and thus finding itself in something alien, 1807 710 but within itself therein—that is, insofar as it is subject or self.—In this religion divine essence is therefore revealed. Its being manifest evidently consists in its being known for what it is. But it is known precisely by being known as spirit, as essence that is essentially self-consciousness.—For consciousness, something in its object is secret when the object is an other or alien to it, and when it does not know the object as itself. This secrecy ceases when absolute essence as spirit is the object of consciousness; for in this way spirit is self in its relation to consciousness. That is, consciousness immediately knows itself in spirit, or is manifest to itself in it. Consciousness is manifest to itself only in its own certainty of itself. Its object is the self, but the self is nothing alien; it is inseparable unity with itself, the immediately universal. It is the pure concept, pure thought or being-for-itself, which is immediately being and thereby being-for-another and, as this being-for-another, is immediately returned into itself and at home with itself. It is therefore what is truly and solely manifest. The good, the just, the holy, creator of heaven and earth, and so on, are predicates of a subject—universal moments that find their support at this point and exist initially only in consciousness's return into thought.—When they are known, their ground and essence, the subject itself, is not yet manifest 1807 711; and likewise they are the determinations of the universal, not this universal itself. The subject itself, and thereby also this pure universal, is manifest, however, as self. For the self is precisely this inwardness reflected into itself that immediately exists and is the very certainty of the self for which it exists. This—to be manifest according to its concept—is therefore the true shape of spirit; and this shape of its, the concept, is equally its sole essence and substance. Spirit is known as self-consciousness and is immediately manifest to self-consciousness, for it is self-consciousness itself. Divine nature is the same as human nature, and it is this unity that is intuited.

760 Here, then, consciousness—or the way essence is for itself, its shape—is in fact equal to its self-consciousness. This shape is itself a self-consciousness; it is thereby at the same time an existent object, and this being equally immediately has the meaning of pure thought, of absolute essence.—Absolute essence existing as an actual self-consciousness seems to have descended from its eternal simplicity, but in fact it has only thereby attained its highest essence. For the concept of essence, only when it has attained its simple purity, is absolute abstraction, which is pure thought and thereby the pure singularity of the self, and, because of its simplicity, the immediate, or being.—What is called sensuous consciousness is precisely this pure abstraction: 1807 712 it is this thought for which being is the immediate. The lowest is therefore at the same time the highest; the manifest, which has emerged entirely onto the surface, is precisely therein the deepest. That the highest essence is seen, heard, and so on as an existent self-consciousness is therefore in fact the perfection of its concept; and through this perfection essence exists as immediately as it is essence.

761 This immediate existence is at the same time not solely and merely immediate consciousness, but religious consciousness. Immediacy inseparably has the meaning not only of an existent self-consciousness but of purely thought, or absolute, essence. Religious consciousness is conscious of what we are conscious of in our concept: that being is essence. This unity of being and essence, of thought that is immediately existence, is as much its immediate knowledge as it is the thought of this religious consciousness, or its mediated knowledge. For this unity of being and thought is self-consciousness and itself exists, or the thought unity has at the same time this shape of what it is. God is therefore manifest here as he is; he exists as he is in himself: he exists as spirit. God is attainable only in pure speculative knowledge, exists only in it, and is only this knowledge itself, for he is spirit; and this speculative knowledge is the knowledge of revealed religion. The former knows him as thought or pure essence, and this thought as being and as 1807 713 existence, and existence as the negativity of itself, hence as self, this self and universal self; revealed religion knows precisely this.—The hopes and expectations of the preceding world pressed solely toward this revelation: to intuit what absolute essence is and to find oneself in it. This joy comes to self-consciousness and seizes the whole world—the joy of seeing itself in absolute essence. For absolute essence is spirit, the simple movement of those pure moments which itself expresses precisely this: that essence is known as spirit only through being intuited as immediate self-consciousness.

762 This concept of spirit itself knowing itself as spirit is itself immediate and not yet developed. Essence is spirit, or it has appeared, it is manifest; this first manifestation is itself immediate. But immediacy is equally pure mediation, or thought; it must therefore display this within itself as such.—More determinately considered, spirit in the immediacy of self-consciousness is this individual self-consciousness opposed to the universal. It is an exclusive one that, for the consciousness for which it exists, still has the unresolved form of a sensuous other. This consciousness does not yet know spirit as its own, or spirit does not yet exist equally as universal self, as the self of all, as it exists as individual self. Or the shape does not yet have the form of the concept: that is, of the 1807 714 universal self, the self that in its immediate actuality is equally sublated, thought, universality, without losing that actuality in universality.—Yet the next and itself immediate form of this universality is not already the form of thought itself, of the concept as concept, but the universality of actuality, the totality of selves, and the elevation of existence into representation. Thus everywhere—and to give a determinate example—the sublated sensuous this is initially the thing of perception, not yet the universal of understanding.

763 This individual human being, then, as whom absolute essence is manifest, carries out within himself as an individual the movement of sensuous being. He is the immediately present God; thereby his being passes into having-been. The consciousness for which he has this sensuous presence ceases to see and hear him; it has seen and heard him. And only through its merely having seen and heard him does it itself become spiritual consciousness; or, as he previously arose for it as sensuous existence, he has now arisen in spirit.—For as something that sees and hears him sensuously, it is itself merely immediate consciousness, which has not sublated the inequality of objectivity or taken it back into pure thought, but knows this objective individual, not itself, as spirit. In the vanishing of the immediate existence of what is known as 1807 715 absolute essence, the immediate acquires its negative moment. Spirit remains the immediate self of actuality, but as the universal self-consciousness of the community, resting in its own substance, just as this substance is universal subject within it. Not the individual for himself, but the individual together with the consciousness of the community, and what he is for this community, is his complete whole.

764 Yet pastness and distance are only the imperfect form in which the immediate mode is mediated or posited as universal. This mode is only superficially immersed in the element of thought, preserved in it as sensuous mode, and not united with the nature of thought itself. It is raised only into representation, for representation is the synthetic connection of sensuous immediacy and its universality, or thought.

765 This form of representation constitutes the determinacy in which spirit becomes conscious of itself in this community of its. It is not yet spirit's self-consciousness that has matured to its concept as concept; mediation is still incomplete. This connection of being and thought therefore contains the defect that spiritual essence is still burdened with an unreconciled division into a here and a beyond. The content is true, but all its moments, posited in the element of representation, have the character of not being comprehended, but appearing as 1807 716 completely independent sides relating externally to one another. For the true content also to receive its true form for consciousness, consciousness requires the higher cultivation of raising its intuition of absolute substance into the concept and reconciling for itself its consciousness with its self-consciousness, as has happened for us or in itself.

766 This content must be considered in the way it exists in its consciousness.—Absolute spirit is content; thus it is in the shape of its truth. But its truth is not merely to be the substance of the community, or its in-itself, nor merely to emerge from this inwardness into the objectivity of representation, but to become actual self, to reflect itself into itself and be subject. This, then, is the movement it carries out in its community, or this is its life. What this self-revealing spirit is in and for itself is therefore not brought out by, as it were, unwinding its rich life in the community and tracing it back to its first thread—perhaps to the representations of the first imperfect community, or even to what the actual human being said. This reduction is grounded in the instinct to reach the concept; but it confuses the origin as the immediate existence of the first appearance with the simplicity of the 1807 717 *concept. Through this impoverishment of the life of spirit, through removing the community's representation and its doing in relation to that representation, what arises instead of the concept is therefore rather mere externality and singularity, the historical mode of immediate appearance and the spiritless recollection of an individual shape merely meant, and of its past.

767 Spirit is first the content of its consciousness in the form of pure substance, or is the content of its pure consciousness. This element of thought is the movement of descending into existence, or singularity. The middle term between them is their synthetic connection, consciousness of becoming-other, or representation as such. The third is the return from representation and otherness, or the element of self-consciousness itself.—These three moments constitute spirit; its separation in representation consists in being in a determinate way, but this determinacy is nothing other than one of its moments. Its fully unfolded movement is thus to spread out its nature in each of its moments as in an element. As each of these circles completes itself within itself, this reflection into itself is at the same time the transition into the other. Representation constitutes the middle term between pure thought and self-consciousness as such, and is only one of the determinations; yet at the same time, 1807 718 as has been shown, its character of being the synthetic connection extends over all these elements and is their common determinacy.

768 The content itself that must be considered has already appeared in part as the representation of unhappy and believing consciousness: in the former, however, as a content produced from consciousness and yearned for, in which spirit can neither find satisfaction nor rest because it is not yet its content in itself, or as its substance; in the latter, by contrast, it was considered as the selfless essence of the world, or as the essentially objective content of representation—a representation that flees actuality altogether and therefore lacks the certainty of self-consciousness, which separates itself from representation partly as the vanity of knowledge, partly as pure insight.—The consciousness of the community, by contrast, has this content as its substance, just as it is the community's certainty of its own spirit.

769 Spirit, first represented as substance in the element of pure thought, is thereby immediately simple, self-identical, eternal essence, having, however, not this abstract meaning of essence but the meaning of absolute spirit. Yet spirit is precisely this: to be not meaning, not inwardness, but actuality. Simple eternal essence would therefore be spirit only as an empty word if it remained at the representation and expression of 1807 719 simple eternal essence. But because simple essence is abstraction, it is in fact the negative within itself, specifically the negativity of thought, or negativity as it is in essence in itself. That is, it is absolute difference from itself, or its pure becoming-other. As essence it is only in itself, or for us; but because this purity is precisely abstraction, or negativity, it is for itself, or the self, the concept.—It is therefore objective; and since representation apprehends and expresses the necessity of the concept just stated as an event, it will be said that eternal essence begets an other for itself. Yet in this otherness it has equally immediately returned into itself. For the difference is difference in itself: that is, it is immediately distinguished only from itself; it is therefore unity returned into itself.

770 Thus the three moments are distinguished: essence; being-for-itself, which is essence's otherness and for which essence is; and being-for-itself, or self-knowing, in the other. Essence intuits only itself in its being-for-itself; in this externalization it is only at home with itself. The being-for-itself that excludes itself from essence is the knowledge of essence about itself. It is the word that, when spoken, leaves the speaker externalized and emptied, but is equally immediately heard; and only this hearing of 1807 720 itself is the word's existence. Thus the differences made are as immediately dissolved as they are made, and as immediately made as they are dissolved; and the true and actual is precisely this movement circling within itself.

771 This movement within itself expresses absolute essence as spirit. Absolute essence not grasped as spirit is only the abstract void, just as spirit not grasped as this movement is only an empty word. When its moments are grasped in their purity, they are the restless concepts that exist only in being their opposite within themselves and having their rest in the whole. But the community's representation is not this comprehending thought; rather, it has the content without its necessity, and instead of the form of the concept introduces the natural relations of father and son into the realm of pure consciousness. Because it thus behaves representationally in thought itself, essence is indeed manifest to it, but on account of this synthetic representation the moments of essence partly separate from one another, so that they do not relate through their own concept; partly representation retreats from this pure object of its and relates to it only externally. The object is revealed to it by an alien being, and in this thought of spirit it recognizes neither itself nor the nature of pure self-consciousness. 1807 721 Insofar as one must go beyond the form of representation and those relations taken from nature—and thus especially beyond taking the moments of the movement that spirit is for isolated, unshakable substances or subjects instead of passing moments—this going-beyond, as remarked above in another connection, must be seen as an urging of the concept. Yet because it is only instinct, it misunderstands itself, rejects the content along with the form, and, what is the same, reduces it to a historical representation and an inheritance of tradition. Here only the purely external aspect of faith is retained, as something dead and without cognition; its inward aspect, however, has disappeared, because this would be the concept knowing itself as concept.

772 Absolute spirit, represented in pure essence, is indeed not abstract pure essence; rather, precisely because pure essence is only a moment in spirit, it has sunk to an element. Yet the presentation of spirit in this element has the same formal deficiency that essence has as essence. Essence is the abstract, and therefore the negative of its simplicity, an other; likewise, spirit in the element of essence is the form of simple unity, which is therefore equally essentially a becoming-other.—Or, what is the same, the relation of eternal essence to its being-for-itself is 1807 722 the immediately simple relation of pure thought. In this simple intuition of itself in the other, otherness is therefore not posited as such; it is difference as it is immediately no difference in pure thought—a recognition of love, in which the two did not oppose one another in their essence.—Spirit expressed in the element of pure thought is itself essentially this: to exist not only in pure thought but to be actual, for its concept itself contains otherness, that is, the sublation of the pure, merely thought concept.

773 Because the element of pure thought is abstract, it is itself, rather, the other of its simplicity and therefore passes over into the proper element of representation: the element in which the moments of the pure concept acquire a substantial existence against one another, while equally being subjects that do not possess for a third party the indifference of being toward one another, but, reflected into themselves, separate themselves from one another and stand opposed.

774 Spirit that is thus merely eternal, or abstract, becomes an other to itself, or enters existence, and immediately immediate existence. It therefore creates a world. This creating is representation's word for the concept itself in its absolute movement, or for the fact that the simple, or pure thought, pronounced as absolute, because it is abstract, is rather the negative and hence what is opposed to itself, the other; or, to say the same in yet another 1807 723 form, because what is posited as essence is simple immediacy, or being, but as immediacy or being lacks the self, and thus, lacking inwardness, is passive, or being-for-another.—This being-for-another is at the same time a world. Spirit in the determination of being-for-another is the tranquil subsistence of the moments previously enclosed in pure thought, thus the dissolution of their simple universality and their separation into their own particularity.

775 But the world is not merely this spirit scattered into completeness and its external order. Rather, because spirit is essentially the simple self, this self is equally present in the world: existent spirit, the individual self that has consciousness and distinguishes itself from itself as an other, or as world.—As this individual self is initially posited so immediately, it is not yet spirit for itself; it therefore does not exist as spirit. It may be called innocent, but hardly good. For it actually to be self and spirit, just as eternal essence presents itself as the movement of being equal to itself in its otherness, it must first become an other to itself. Since this spirit is determined as initially existing immediately, or as dispersed into the manifoldness of its consciousness, its becoming-other is the withdrawal into itself of knowledge in general. Immediate existence turns into thought, or 1807 724 merely sensuous consciousness into consciousness of thought; and because this is thought emerging from immediacy, or conditioned thought, it is not pure knowledge but thought containing otherness, and thus the self-opposed thought of good and evil. The human being is represented as having lost the form of equality with himself by plucking from the tree of the knowledge of good and evil, and as having been driven out of the state of innocent consciousness, out of nature offering itself without labor and out of paradise, the garden of animals; this is represented as something that happened, as something not necessary.

776 Since this withdrawal into itself of existent consciousness is immediately determined as becoming unequal to itself, evil appears as the first existence of consciousness that has withdrawn into itself; and because the thoughts of good and evil are absolutely opposed and this opposition is not yet resolved, this consciousness is essentially only evil. Yet at the same time, precisely because of this opposition, good consciousness also exists against it, along with their relation to one another.—Insofar as immediate existence turns into thought, and being-within-itself is thereby more closely determined partly as thought itself, partly as the moment of essence's becoming-other, becoming evil can be transferred farther backward, out of the existent world and already into the first realm of thought. Thus it may 1807 725 be said that the firstborn son of light himself, by withdrawing into himself, fell away, but another was at once begotten in his place. Such a form belonging only to representation, not to the concept, as falling away, like son, conversely lowers the moments of the concept into representation, or carries representation over into the realm of thought.—It is equally indifferent whether one places a manifoldness of other shapes beside the simple thought of otherness in eternal essence and transfers the withdrawal into itself to these. This addition must at the same time be approved, because the moment of otherness thereby also expresses diversity, as it should—not multiplicity in general, but determinate diversity as well. Thus one part, the son, is the simple being knowing itself as essence, while the other part is the externalization of being-for-itself that lives only in praise of essence; in this part, the taking back of externalized being-for-itself and the withdrawal of evil into itself can then also be placed. Insofar as otherness divides into two, spirit would be more determinate in its moments and, if they were counted, expressed as a quaternity, or, because the multitude itself again divides into two parts, those that remained good and those that became evil, even as a quintinity.—But counting the moments may in general be regarded as useless, partly because what is distinguished 1807 726 is itself just as much only one, namely the thought of difference, which is only one thought, as it is this distinguished term, the second against the first; partly because the thought that gathers the many into one must be dissolved out of its universality and distinguished into more than three or four distinct terms. Against the absolute determinacy of the abstract one, the principle of number, this universality appears as indeterminacy in relation to number itself, so that one could speak only of numbers in general, that is, not of a number of differences. Thus thinking here of number and counting at all is entirely superfluous, just as elsewhere the mere difference of magnitude and multitude is conceptless and says nothing.

777 Good and evil were the determinate differences of thought that emerged. Since their opposition has not yet resolved itself and they are represented as essences of thought, each independent for itself, the human being is the essenceless self and the synthetic ground of their existence and struggle. Yet these universal powers belong just as much to the self, or the self is their actuality. According to this moment, then, just as evil is nothing other than the withdrawal into itself of spirit's natural existence, conversely good enters actuality and appears as an existent self-consciousness.—What in purely thought spirit is merely indicated as the divine essence's becoming-other 1807 727 in general here approaches its realization for representation; for representation, this consists in divine essence's self-abasement, its renunciation of its abstraction and nonactuality.—Representation takes the other side, evil, as an event alien to divine essence. To grasp it in divine essence itself, as its wrath, is the highest and hardest effort of representation wrestling with itself, an effort that remains fruitless because it lacks the concept.

778 The alienation of divine essence is thus posited in its twofold manner. The self of spirit and its simple thought are the two moments whose absolute unity is spirit itself; its alienation consists in their separating and one having an unequal value in relation to the other. This inequality is therefore twofold, and two connections arise whose common moments are those stated. In the one, divine essence counts as essential, natural existence and the self as inessential and to be sublated; in the other, conversely, being-for-itself counts as essential and the simple divine as inessential. Their still empty middle term is existence in general, the mere commonality of their two moments.

779 The dissolution of this opposition occurs not so much through the struggle of the two represented as 1807 728 separate and independent essences. Their independence entails that in itself, through its concept, each must dissolve itself within itself. Struggle occurs only where both cease to be these mixtures of thought and independent existence and stand opposed merely as thoughts. For then, as determinate concepts, they exist essentially only in their opposed relation; as independent, by contrast, they have their essentiality outside the opposition. Their movement is therefore their own free movement. Thus, just as the movement of both is movement in itself, because it must be considered in the terms themselves, so the one determined as being-in-itself against the other also begins it. This is represented as a voluntary doing; but the necessity of its externalization lies in the concept that what is in itself, being so determined only in opposition, precisely for that reason has no true subsistence. Thus the one for which not being-for-itself but the simple counts as essence is what externalizes itself, goes into death, and thereby reconciles absolute essence with itself. For in this movement it presents itself as spirit. Abstract essence is alienated from itself; it has natural existence and self-endowed actuality. This otherness of its, or its sensuous presence, is taken back through the second becoming-other and posited as sublated, as universal. Essence has thereby become itself in this otherness 1807 729; the immediate existence of actuality has ceased to be alien or external to essence, since it is sublated, universal. This death is therefore essence's arising as spirit.

780 The sublated immediate presence of self-conscious essence is that essence as universal self-consciousness. This concept of the sublated individual self that is absolute essence therefore immediately expresses the constitution of a community, which, hitherto remaining in representation, now returns into itself as into the self; and spirit thus passes from the second element of its determination, representation, into the third, self-consciousness as such.—If we consider further how that representation behaves in its advance, we see first the expression that divine essence assumes human nature. In this it is already expressed that in themselves the two are not separate; just as, in divine essence's externalizing itself from the beginning, its existence withdrawing into itself and becoming evil, it is not expressed but contained that in itself this evil existence is not alien to divine essence. Absolute essence would have only this empty name if there were in truth an other to it, if there were a falling away from it; rather, the moment of being-within-itself constitutes the essential moment of the self of spirit.—That being-within-itself, and only thereby actuality, belongs to essence itself—what for us is concept, and insofar as it is concept—1807 730 appears to representational consciousness as an incomprehensible event; the in-itself assumes for it the form of indifferent being. Yet the thought that those apparently mutually fleeing moments, absolute essence and the self being-for-itself, are not separate also appears to this representation—for it possesses the true content—but afterward, in the externalization of divine essence becoming flesh. This representation, which in this way is still immediate and therefore not spiritual, or knows essence's human shape only as particular, not yet universal, becomes spiritual for this consciousness in the movement of the shaped essence sacrificing its immediate existence again and returning to essence. Essence as reflected into itself is first spirit.—The reconciliation of divine essence with the other in general, and specifically with the thought of the other, evil, is thus represented here.—If this reconciliation is expressed according to its concept by saying it consists in evil being in itself the same as good, or divine essence being the same as nature in its entire compass, while nature separated from divine essence is only nothing, this must be regarded as an unspiritual manner of expression that must necessarily provoke misunderstandings.—When evil is the same as good, precisely evil is not evil, and good is not good either, but both are instead sublated: evil in general is 1807 731 being-for-itself that is within itself, and good the selfless simple. Expressed thus according to their concept, their unity becomes clear at once; for being-for-itself that is within itself is simple knowledge, and the selfless simple is equally pure being-for-itself within itself.—Thus, however much it must be said that according to this concept of them good and evil—that is, insofar as they are not good and evil—are the same, it must just as much be said that they are not the same, but absolutely different. For simple being-for-itself, or pure knowledge, are equally pure negativity, or absolute difference within themselves.—Only these two propositions complete the whole, and the assertion and assurance of the first must be confronted with invincible obstinacy by adherence to the other. Since both have equal right, both have equal wrong; and their wrong consists in taking such abstract forms as the same and not the same, identity and nonidentity, for something true, fixed, and actual, and resting upon them. Neither the one nor the other has truth; rather, their movement does: the simple same is abstraction and thereby absolute difference, while difference, as difference in itself, is distinguished from itself and is therefore equality with itself. Precisely the same holds of the sameness of divine essence and nature in general and 1807 732 human nature in particular. The former is nature insofar as it is not essence; the latter is divine according to its essence. But it is spirit in which both abstract sides are posited as they are in truth, namely as sublated—a positing that cannot be expressed through the judgment and its spiritless is, its copula.—Likewise nature is nothing outside its essence; but this nothing itself equally is. It is absolute abstraction, hence pure thought or being-within-itself, and, with the moment of its opposition to spiritual unity, it is evil. The difficulty in these concepts consists solely in holding fast to the is and forgetting the thinking in which the moments both are and are not—are only the movement that spirit is.—This spiritual unity, or the unity in which the differences exist only as moments, or as sublated, is what has come to be for representational consciousness in that reconciliation; and since it is the universality of self-consciousness, this consciousness has ceased to be representational. The movement has returned into it.

781 Spirit is therefore posited in the third element, in universal self-consciousness: it is its community. The movement of the community as self-consciousness distinguishing itself from its representation is to produce what has come to be in itself. The divine human being, or human God, who has died is in himself universal 1807 733 self-consciousness; he must become this for this self-consciousness. Or, since self-consciousness constitutes one side of the opposition of representation, namely the evil side for which natural existence and individual being-for-itself count as essence, this side, represented as independent and not yet as a moment, must because of its independence raise itself in and for itself to spirit, or display spirit's movement within itself.

782 It is natural spirit. The self must withdraw from this naturalness and go into itself, which would mean becoming evil. But it is already evil in itself; withdrawing into itself therefore consists in convincing itself that natural existence is evil. The existent becoming-evil and being-evil of the world, as well as the existent reconciliation of absolute essence, falls within representational consciousness. Within self-consciousness as such, however, what is represented falls, in form, only as a sublated moment; for the self is the negative, hence knowledge—a knowledge that is a pure doing of consciousness within itself.—This moment of the negative must likewise express itself in the content. Since essence is already reconciled with itself in itself and is spiritual unity in which the parts of representation are sublated, or moments, this presents itself in each part of representation receiving here the opposite meaning from the one it had before. Each meaning thereby completes itself in the other, and only thereby is the 1807 734 content spiritual. Because determinacy is just as much its opposite, unity in otherness, the spiritual, is perfected—just as for us or in itself the opposite meanings united above and sublated even the abstract forms of the same and not the same, identity and nonidentity.

783 If, therefore, in representational consciousness the inwardizing of natural self-consciousness was existent evil, then inwardizing in the element of self-consciousness is knowledge of evil as something that is in itself in existence. This knowledge is therefore indeed a becoming-evil, but only a becoming of the thought of evil, and is consequently recognized as the first moment of reconciliation. For as a return into itself out of the immediacy of nature, which is determined as evil, it is an abandonment of nature and the dying away of sin. Consciousness abandons not natural existence as such, but natural existence at the same time as something known as evil. The immediate movement of withdrawing into itself is equally mediated: it presupposes itself, or is its own ground. For the ground of withdrawal into itself is that nature has already withdrawn into itself in itself; the human being must withdraw into himself on account of evil, but evil is itself this withdrawal into oneself.—This first movement is therefore itself only immediate, or its simple concept, because it is the same as its 1807 735 ground. Movement, or becoming-other, must therefore still enter in its more proper form.

784 Besides this immediacy, therefore, the mediation of representation is necessary. In itself, knowledge of nature as spirit's untrue existence, and this universality of the self that has come to be within itself, is spirit's reconciliation with itself. For self-consciousness that does not comprehend, this in-itself receives the form of something existent and represented to it. Comprehension for it is therefore not the grasping of this concept, which knows sublated naturalness as universal and thus reconciled with itself, but the grasping of that representation according to which, through the event of divine essence's own externalization, through its incarnation and death that have occurred, divine essence is reconciled with its existence.—The grasping of this representation now expresses more determinately what was previously called spiritual resurrection within it, or the becoming of its individual self-consciousness into universal self-consciousness, or the community.—The death of the divine human being as death is abstract negativity, the immediate result of the movement ending only in natural universality. In spiritual self-consciousness, death loses this natural meaning, or becomes its concept just given. From what it immediately means, the nonbeing of this individual, 1807 736 death is transfigured into the universality of spirit, which lives in its community and daily dies and rises again within it.

785 What belongs to the element of representation—that absolute spirit, as an individual, or rather as a particular, presents the nature of spirit in its existence—is therefore here transferred into self-consciousness itself, into knowledge preserving itself in its otherness. This knowledge therefore does not actually die, as the particular is represented as having actually died; rather, its particularity dies away in its universality, that is, in its knowledge, which is essence reconciling itself with itself. The immediately preceding element of representation is thus posited here as sublated, or has returned into the self, into its concept; what was merely existent in that element has become subject.—Precisely thereby the first element, pure thought, and spirit eternal within it, is no longer beyond representational consciousness or the self; rather, the return of the whole into itself is precisely its containing all moments within itself.—The death of the mediator grasped by the self is the sublation of his objectivity, or his particular being-for-itself; this particular being-for-itself has become universal self-consciousness.—On the other side, precisely thereby the universal has become self-consciousness, and the pure or nonactual spirit of mere thought has become actual.—The death of the mediator is the death not only of his natural side, or his 1807 737 particular being-for-itself; not only does the already dead shell withdrawn from essence die, but also the abstraction of divine essence. For insofar as his death has not yet completed reconciliation, he is the one-sided being that knows the simplicity of thought as essence in opposition to actuality. This extreme of the self does not yet have equal worth with essence; the self has this only in spirit. The death of this representation therefore contains at the same time the death of the abstraction of divine essence, which is not posited as self. It is the painful feeling of unhappy consciousness that God himself has died. This harsh expression expresses the innermost simple self-knowing, the return of consciousness into the depths of the night of I = I, which no longer distinguishes or knows anything outside itself. This feeling is thus in fact the loss of substance and of its confronting consciousness; yet at the same time it is the pure subjectivity of substance, or pure certainty of itself, which substance lacked as object, or the immediate, or pure essence. This knowledge is therefore the inspiration through which substance has become subject, its abstraction and lifelessness have died, and it has thus become actual, simple and universal self-consciousness.

786 Thus spirit is spirit knowing itself: it knows itself; what is its object—or its 1807 738 representation—is the true absolute content. As we saw, this content expresses spirit itself. At the same time spirit is not merely content of self-consciousness and not merely an object for it, but is also actual spirit. It is this by traversing the three elements of its nature; this movement through itself constitutes its actuality. What moves is spirit; it is the subject of the movement, and equally it is the moving itself, or the substance through which the subject passes. When we entered religion, the concept of spirit had emerged for us as the movement of spirit certain of itself, forgiving evil and therein relinquishing at the same time its own simplicity and hard immutability; or as the movement in which the absolutely opposed recognizes itself as the same, and this recognition breaks forth as the Yes between these extremes. Religious consciousness, to which absolute essence is manifest, intuits this concept and sublates the distinction between its self and what it intuits. Just as it is the subject, so it is also the substance, and thus itself is spirit, precisely because and insofar as it is this movement.

787 Yet this community is not perfected in this self-consciousness of its. Its content is in general in the form of representation for it, and its actual spirituality too, its return from its representation, still contains this division, just as the element of pure thought itself was burdened with it 1807 739. The community does not also possess consciousness of what it is. It is spiritual self-consciousness that is not its own object as such, or does not open itself into consciousness of itself; rather, insofar as it is consciousness, it has the representations considered above.—We see self-consciousness at its final turning point become inward and attain knowledge of being-within-itself; we see it externalize its natural existence and gain pure negativity. But the positive meaning—that this negativity, or pure inwardness of knowledge, is just as much self-identical essence, or that substance herein attains being absolute self-consciousness—is an other for devout consciousness. It grasps this side, that knowledge's pure inwardizing is in itself absolute simplicity or substance, as the representation of something that is so not according to the concept, but as an act of atonement performed by an other. Or, it is not for it that this depth of the pure self is the power by which abstract essence is drawn down from its abstraction and raised to self through the force of this pure devotion.—The doing of the self thereby retains this negative meaning for it, because substance's externalization on its own side is an in-itself for the self, which the self does not equally grasp and comprehend, or does not find in its doing as such.—Since in itself this 1807 740 unity of essence and self has come about, consciousness also still has this representation of its reconciliation, but as representation. It attains satisfaction by externally adding to its pure negativity the positive meaning of its unity with essence; its satisfaction thus itself remains burdened with the opposition of a beyond. Its own reconciliation therefore enters its consciousness as something distant, distant in the future, just as the reconciliation accomplished by the other self appears as distant in the past. Just as the individual divine human being has a father being in himself and only an actual mother, so the universal divine human being, the community, has its own doing and knowing as its father, but eternal love as its mother—a love it only feels, but does not intuit in its consciousness as an actual immediate object. Its reconciliation is therefore in its heart, but still divided from its consciousness, and its actuality still fractured. What enters its consciousness as the in-itself, or the side of pure mediation, is reconciliation lying beyond; but what exists as present, as the side of immediacy and existence, is the world that still awaits its transfiguration. The world is indeed reconciled with essence in itself; and essence is indeed known no longer to recognize the object as alienated from itself, but as equal to itself in its love. Yet 1807 741 for self-consciousness this immediate present does not yet have the shape of spirit. The spirit of the community is thus, in its immediate consciousness, separated from its religious consciousness, which indeed declares that in themselves they are not separate, but this is an in-itself not realized, or not yet equally become absolute being-for-itself.

VIII. Absolute knowing

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VIII. *Das abſolute Wiſſen*.

788 Der Geiſt der offenbaren Religion hat sein Bewuſstseyn als solches noch nicht überwunden, oder, was daſſelbe ist, sein wirkliches Selbſtbewuſstseyn iſt nicht der Gegenſtand seines Bewuſstseyns; er selbſt überhaupt und die in ihm ſich unterſcheidenden Momente fallen in das Vorſtellen und in die Form der Gegenſtändlichkeit. Der Inhalt des Vorſtellens iſt der absolute Geiſt; und es ist allein noch um das Aufheben dieser bloſſen Form zu thun, oder vielmehr weil sie dem Bewuſstseyn als solchem angehört, muſs ihre Wahrheit schon in den Geſtaltungen deſſelben ſich ergeben haben. — Diese Ueberwindung des Gegenſtandes des Bewuſstseyns iſt nicht als das einſeitige zu nehmen, daſs er sich als in das Selbſt zurückkehrend zeigte, ſondern beſtimmter ſo, daſs er sowohl als solcher ſich ihm als verschwindend darſtellte, als noch vielmehr, daſs die Entäuſſerung des 1807 743 Selbſtbewuſstseyns es ist, welche die Dingheit setzt, und daſs diese Entäuſſerung nicht nur negative, ſondern poſitive Bedeutung, ſie nicht nur für uns oder anſich, ſondern für es selbſt hat. Für es hat das negative des Gegenſtandes, oder deſſen ſich selbſt Aufheben dadurch die poſitive Bedeutung, oder es weiſs diese Nichtigkeit deſſelben dadurch einerseits, daſs es ſich selbſt entäuſſert, — denn in dieser Entäuſſerung setzt es ſich als Gegenſtand, oder den Gegenſtand um der untrennbaren Einheit des Fürſichſeyns willen als ſich ſelbſt. Andererseits liegt hierin zugleich diſs andre Moment, daſs es diese Entäuſſerung und Gegenſtändlichkeit ebensosehr auch aufgehoben und in ſich zurückgenommen hat, also in seinem Andersſeyn als solchem bey ſich iſt. — Diſs iſt die Bewegung des Bewuſstseyns, und dieses iſt darin die Totalität seiner Momente. — Es muſs sich ebenso zu dem Gegenſtande nach der Totalität seiner Bestimmungen verhalten, und ihn nach jeder derselben so erfaſst haben. Dieſe Totalität seiner Bestimmungen macht ihn an ſich zum geiſtigen Wesen, und für das Bewuſstseyn wird er diſs in Wahrheit durch das Auffaſſen einer jeden einzelnen derselben, als des Selbſts, oder durch das ebengenannte geiſtige Verhalten zu ihnen.

789 Der Gegenstand ist also theils unmittelbares Seyn, oder ein Ding überhaupt — was dem unmittelbaren Bewuſstseyn entspricht; theils ein Anderswerden seiner, sein Verhältniſs, oder Seyn für anderes, und 1807 744 Fürſichſeyn, die Beſtimmtheit — was der Wahrnehmung — theils Wesen oder als Allgemeines, — was dem Verſtande entspricht. Er iſt, als Ganzes, der Schluſs oder die Bewegung des Allgemeinen durch die Beſtimmung zur Einzelnheit, wie die umgekehrte, von der Einzelnheit durch ſie als aufgehobne oder die Bestimmung zum Allgemeinen. — Nach diesen drey Bestimmungen also muſs das Bewuſstseyn ihn als sich selbſt wiſſen. Es iſt diſs jedoch nicht das Wiſſen als reines Begreiffen des Gegenſtandes, von dem die Rede ist; ſondern diſs Wiſſen soll nur in seinem Werden oder in seinem Momenten nach der Seite aufgezeigt werden, die dem Bewuſstseyn als solchem angehört, und die Momente des eigentlichen Begriffes oder reinen Wiſſens in der Form von Geſtaltungen des Bewuſstseyns. Darum erscheint der Gegenſtand im Bewuſstseyn als solchem noch nicht als die geiſtige Wesenheit, wie sie von uns so eben ausgesprochen wurde, und sein Verhalten zu ihm ist nicht die Betrachtung deſſelben in dieser Totalität als solcher, noch in ihrer reinen Begriffsform, ſondern theils Geſtalt des Bewuſstseyns überhaupt, theils eine Anzahl solcher Geſtalten, die wir zuſammennehmen, und in welchen die Totalität der Momente des Gegenstandes und des Verhaltens des Bewuſstseyns nur aufgelöst in ihre Momente aufgezeigt werden kann.

790 Es ist hiemit für diese Seite des Erfaſſens des Gegenſtandes wie es in der Geſtalt des Bewuſstseyns 1807 745 ist, nur an die frühern Gestalten deſſelben zu ertnnern, die schon vorgekommen ſind. — In Ansehung des Gegenstandes also, insofern er unmittelbar, ein gleichgültiges Seyn ist, ſo sahen wir die beobachtende Vernunft, in dieſem gleichgültigen Dinge ſich selbst suchen und finden, d. h. ſich ihres Thuns als eines ebenso äuſſerlichen ſich bewuſst seyn, als sie des Gegenstands nur als eines unmittelbaren bewuſst iſt. — Wir sahen auch auf ihrer Spitze ihre Bestimmung in dem unendlichen Urtheile ausſprechen, daſs das Seyn des Ich ein Ding iſt. — Und zwar ein ſinnliches unmittelbares Ding: wenn Ich Seele genannt wird, so ist es zwar auch als Ding vorgestellt, aber als ein unſichtbares, unfühlbares u. s. f. in der That also nicht als unmittelbares Seyn, und nicht als das, was man unter einem Dinge meynt. — Jenes Urtheil so genommen wie es unmittelbar lautet, iſt es geiſtlos oder vielmehr das geiſtlose selbſt. Seinem Begriffe nach aber iſt es in der That das geiſtreichſte, und dieses Innre deſſelben, das an ihm noch nicht vorhanden iſt, iſt es, was die beyden andern zu betrachtenden Momente ausſprechen.

791 Das Ding iſt Ich; in der That ist in diesem unendlichen Urtheile das Ding aufgehoben; es iſt nichts an sich; es hat nur Bedeutung im Verhältniſſe, nur durch Ich und seine Beziehung auf daſſelbe. — Diſs Moment hat sich für das Bewuſstſeyn in der reinen Einſicht und Aufklärung ergeben. Die Dinge ſind schlechthin nützlich, und nur nach ihrer 1807 746 Nützlichkeit zu betrachten. — Das gebildete Selbſtbewuſstſeyn, das die Welt des ſich entfremdeten Geistes durchlauffen, hat durch ſeine Entäuſſerung das Ding als ſich ſelbſt erzeugt, behält daher in ihm noch ſich selbſt, und weiſs die Unselbstständigkeit deſſelben, oder daſs das Ding weſentlich nur Seyn für anderes iſt; oder vollständig das Verhältniſs, d. h. das, was die Natur des Gegenſtandes hier allein ausmacht, ausgedrückt, so gilt ihm das Ding als ein fürſichſeyendes, es spricht die sinnliche Gewiſsheit als absolute Wahrheit aus, aber diſs Fürſichseyn selbſt als Moment, das nur verschwindet, und in sein Gegentheil, in das preisgegebne Seyn für anderes übergeht.

792 Hierin iſt aber das Wiſſen des Dinges noch nicht vollendet; es muſs nicht nur nach der Unmittelbarkeit des Seyns und nach der Bestimmtheit, sondern auch als Wesen oder Inneres, als das Selbſt gewuſst werden. Diſs iſt in dem moralischen Selbſtbewuſstseyn vorhanden, Diſs weiſs sein Wiſſen als die absolute Wesenheit, oder das Seyn schlechthin als den reinen Willen oder Wiſſen; es iſt nichts, als nur dieser Willen und Wiſſen; anderem kommt nur unwesentliches Seyn, d. h. nicht anſichseyendes, nur seine leere Hülſe zu. Insofern das moralische Bewuſstseyn das Daseyn in seiner Weltvorſtellung aus dem Selbſt entläſst, nimmt es daſſelbe ebensosehr wieder in ſich zurück. Als Gewiſſen ist es endlich nicht mehr dieses noch abwechselnde Stellen und Verſtellen des Daseyns und des Selbſts, sondern es weiſs, daſs sein 1807 747 Daseyn als solches diese reine Gewiſsheit seiner selbſt iſt; das gegenſtändliche Element, in welches es als handelnd sich hinausſtellt, iſt nichts anderes, als das reine Wiſſen des Selbſts von sich.

793 Diſs sind die Momente, aus denen sich die Versöhnung des Geiſtes mit seinem eigentlichen Bewuſstseyn zuſammenſetzt; ſie für ſich ſind einzeln, und ihre geiſtige Einheit allein iſt es, welche die Krafft dieser Versöhnung ausmacht. Das letzte dieser Momente iſt aber nothwendig diese Einheit selbſt, und verbindet, wie erhellt, sie in der That alle in sich. Der seiner selbſt in seinem Daseyn gewiſſe Geiſt hat zum Elemente des Daseyns nichts anderes, als diſs Wiſſen von sich; das Ausſprechen, daſs was er thut, er nach Ueberzeugung von der Pflicht thut, diese seine Sprache iſt das Gelten seines Handelns. — Das Handeln iſt das erſte anſichſeyende Trennen der Einfachheit des Begriffs und die Rückkehr aus dieser Trennung. Diese erſte Bewegung schlägt in die zweyte um, indem das Element des Anerkennens sich als einfaches Wiſſen von der Pflicht gegen den Unterſchied und die Entzweyung ſetzt, die im Handeln als solchem liegt, und auf diese Weise eine eiserne Wirklichkeit gegen das Handeln bildet. In der Verzeihung sahen wir aber, wie diese Härte von sich selbſt abläſst, und sich entäuſſert. Die Wirklichkeit hat also hier für das Selbſtbewuſstseyn sowohl als unmittelbares Daseyn keine andere Bedeutung, als das reine Wiſſen zu seyn; — ebenso als beſtimmtes Daſeyn, oder als 1807 748 Verhältniſs, ist das sich gegenüberſtehende ein Wissen theils von diesem rein einzelnen Selbſt, theils von dem Wiſſen als allgemeinem. Hierin ist zugleich diſs gesetzt, daſs das dritte Moment, die Allgemeinheit oder das Wesen jedem der beyden gegenüberſtehenden, nur als Wiſſen gilt; und den leeren noch übrigen Gegensatz, heben sie endlich ebenso auf, und sind das Wissen des Ich — Ich; dieses einzelne Selbſt, das unmittelbar reines Wiſſen oder allgemeines iſt.

794 Diese Versöhnung des Bewuſstseyns mit dem Selbstbewuſstseyn zeigt ſich hiemit von der gedoppelten Seite zu Stande gebracht, daſs einemal im religiösen Geiſte, das anderemal im Bewuſstseyn selbſt als solchem. Sie unterscheiden sich beyde so voneinander, das jene diese Versöhnung in der Form des Anſichseyns, diese in der Form des Fürſichseyns iſt. Wie sie betrachtet worden, fallen sie zunächſt auseinander; das Bewuſstseyn iſt in der Ordnung, in der uns seine Geſtalten vorkamen, theils zu den einzelnen Momenten derselben, theils zu ihrer Vereinigung längſt gekommen, ehe auch die Religion ihrem Gegenſtande die Geſtalt des wirklichen Selbſtbewuſstſeyns gab. Die Vereinigung beyder Seiten iſt noch nicht aufgezeigt; ſie iſt es, welche diese Reihe der Geſtaltungen des Geiſtes beschlieſst; denn in ihr kommt der Geiſt dazu, sich zu wiſſen nicht nur wie er an ſich, oder nach seinem absoluten Inhalte, noch nur wie er für ſich nach seiner inhaltslosen Form oder nach der Seite des Selbſtbewuſstseyns, sondern wie er an und für ſich iſt.

1807 749

795 Diese Vereinigung aber iſt an ſich schon geschehen, zwar auch in der Religion, in der Rückkehr der Vorſtellung in das Selbstbewuſstseyn, aber nicht nach der eigentlichen Form, denn die religiöse Seite iſt die Seite des Anſich, welche der Bewegung des Selbſtbewuſstseyns gegenüberſteht. Die Vereinigung gehört daher dieser andern Seite an, die im Gegensatze die Seite der Reflexion in sich, also diejenige iſt, die sich selbſt und ihr Gegentheil, und nicht nur an ſich oder auf eine allgemeine Weise, sondern für ſich oder entwickelt und unterschieden enthält. Der Inhalt, so wie die andre Seite des ſelbſtbewuſsten Geiſtes, insofern ſie die andre Seite iſt, iſt in ihrer Vollſtändigkeit vorhanden und aufgezeigt worden; die Vereinigung, welche noch fehlt, iſt die einfache Einheit des Begriffs. Dieser iſt an der Seite des Selbſtbewuſstseyns selbſt auch schon vorhanden; aber wie er im Vorhergehenden vorgekommen, hat er, wie alle übrigen Momente die Form, eine besondere Geſtalt des Bewuſstseyns zu seyn. — Er iſt also derjenige Theil der Geſtalt des seiner selbſt gewiſſen Geiſtes, der in seinem Begriffe ſtehen bleibt, und die schöne Seele genannt wurde. Sie iſt nemlich sein Wiſſen von sich selbſt, in seiner reinen durchſichtigen Einheit, — das Selbſtbewuſstseyn, das dieses reine Wiſſen von dem reinen Inſichſeyn, als den Geiſt weiſs, — nicht nur die Anschauung des Göttlichen, sondern die Selbſtanschauung deſſelben. — Indem dieser Begriff sich seiner Realisirung entgegengesetzt feſthält, iſt er die einseitige Geſtalt, 1807 750 deren Verschwinden in leeren Dunſt, aber auch ihre positive Entäuſſerung und Fortbewegung wir sahen. Durch diese Realisirung hebt sich das auf sich Beharren dieses gegenſtandslosen Selbſtbewuſstseyns, die Beſtimmtheit des Begriffs gegen seine Erfüllung, auf; sein Selbſtbewuſstseyn gewinnt die Form der Allgemeinheit, und was ihm bleibt, iſt sein wahrhaffter Begriff, oder der Begriff, der seine Realiſirung gewonnen; es iſt er in seiner Wahrheit, nehmlich in der Einheit mit seiner Entäuſſerung; — das Wiſſen von dem reinen Wiſſen, nicht als abſtractem Weſen, welches die Pflicht iſt, — sondern von ihm als Wesen, das dieses Wiſſen, dieses reine Selbſtbewuſstseyn, das also zugleich wahrhaffter Gegenſtand iſt, denn er iſt das fürſichseyende Selbſt.

796 Seine Erfüllung gab sich dieser Begriff, einestheils im handelnden seiner selbſt gewiſſen Geiſt, anderntheils in der Religion: in der letztern gewann er den absoluten Inhalt als Inhalt oder in der Form der Vorſtellung, des Andersſeyns für das Bewuſstſeyn; hingegen in jener Geſtalt iſt die Form das Selbſt selber, denn sie enthält den Handelnden seiner selbſt gewiſſen Geiſt, das Selbst führt das Leben des absoluten Geiſtes durch. Diese Geſtalt iſt, wie wir sehen, jener einfache Begriff, der aber sein ewiges Weſen aufgibt, da iſt, oder handelt. Das Entzweyen oder Hervortreten hat er an der Reinheit des Begriffs, denn ſie iſt die absolute Abſtraction oder Negativität. Ebenso hat er das Element seiner Wirklichkeit 1807 751 oder des Seyns in ihm, an dem reinem Wiſſen selbſt denn es iſt die einfache Unmittelbarkeit, die eben so Seyn und Daseyn, als Wesen iſt, jenes das negative Denken, diſs das poſitive Denken selbſt. Diſs Daseyn iſt endlich ebensosehr das aus ihm, wie als Daseyn so als Pflicht, — in ſich reflectirt oder böſe seyn. Diſs inſich gehen macht den Gegensatz des Begriffs aus, und iſt damit das Auftreten des nichthandelnden, nichtwirklichen reinen Wiſſens des Wesens. Diſs sein Auftreten in diesem Gegensatze aber iſt die Theilnahme daran; das reine Wiſſen des Wesens hat sich an ſich seiner Einfachheit entäuſſert, denn es iſt das Entzweyen oder die Negativität, die der Begriff iſt; sofern diſs Entzweyen das für ſich werden iſt, iſt es das Böse; sofern es das Anſich iſt, iſt es das gutbleibende. — Was nun zuerſt an ſich geschieht, iſt zugleich für das Bewuſstseyn, und ebenso selbst gedoppelt, sowohl für es als es sein fürſichſeyn oder sein eignes Thun ist. Daſſelbe was schon anſich gesetzt ist, wiederholt sich also itzt als Wiſſen des Bewuſstseyns von ihm, und bewuſstes Thun. Jedes läſst für das andere von der Selbstständigkeit der Bestimmtheit, in der es gegen es auftritt, ab. Diſs Ablaſſen ist daſſelbe Verzichtthun auf die Einseitigkeit des Begriffs, das an ſich den Anfang ausmachte, aber es ist nunmehr sein Verzichtthun, so wie der Begriff, auf welchen es Verzicht thut, der seinige ist. — Jenes Anſich des Anfangs ist als Negativität in Wahrheit ebensosehr das vermittelte; so wie es in Wahrheit ist, setzt es sich also itzt, und das 1807 752 *negative ist als Beſtimmtheit eines jeden für das andere und an sich das sich selbst aufhebende. Der eine der beyden Theile des Gegensatzes ist die Ungleichkeit des inſich-in seiner Einzelnheit-seyns gegen die Allgemeinheit, — der andere die Ungleichheit seiner abstracten Allgemeinheit gegen das Selbst; jenes stirbt seinem Fürsichseyn ab, und entäuſſert, bekennt sich; dieses entſagt der Härte seiner abstracten Allgemeinheit, und stirbt damit seinem unlebendigen Selbst und seiner unbewegten Allgemeinheit ab; so daſs also jenes durch das Moment der Allgemeinheit, die Wesen ist, und dieses durch die Allgemeinheit, die Selbst ist, sich ergänzt hat Durch diese Bewegung des Handelns ist der Geist, — der so erst Geist ist, daſs er da ist, sein Daseyn in den Gedanken und dadurch in die absolute Entgegensetzung erhebt, und aus dieser eben durch sie und in ihr selbst zurückkehrt, — als reine Allgemeinheit des Wiſſens, welches Selbstbewuſstseyn ist, — als Selbstbewuſstseyn, das einfache Einheit des Wiſſens ist, hervorgetreten.

797 Was also in der Religion Inhalt oder Form des Vorstellens eines andern war, daſſelbe ist hier eignes Thun des Selbſts; der Begriff verbindet es, daſs der Inhalt eignes Thun des Selbſts ist; — denn dieser Begriff ist, wie wir sehen, das Wiſſen des Thuns des Selbsts in sich als aller Wesenheit und alles Daseyns, das Wiſſen von dieſem Subjecte als der Subſtanz, und von der Substanz als diesem Wiſſen seines Thuns. — Was wir hier hinzugethan, ist allein theils die Versammlung 1807 753 der einzelnen Momente, deren jedes in seinem Principe das Leben des ganzen Geiſtes darſtellt, theils das Feſthalten des Begriffes in der Form des Begriffes, dessen Inhalt sich in jenen Momenten, und der sich in der Form einer Geſtalt des Bewuſstseyns schon selbſt ergeben hätte.

798 Diese letzte Geſtalt des Geiſtes, der Geiſt, der seinem vollſtändigen und wahren Inhalte zugleich die Form des Selbſts gibt, und dadurch seinen Begriff ebenso realiſirt als er in dieser Realisirung in seinem Begriffe bleibt, iſt das absolute Wiſſen; es iſt der sich in Geiſtsgeſtalt wiſſende Geiſt oder das begreiffende Wiſſen. Die Wahrheit iſt nicht nur anſich vollkommen der Gewiſsheit gleich, sondern hat auch die Geſtalt der Gewiſsheit seiner selbſt, oder sie iſt in ihrem Daseyn, das heiſst, für den wiſſenden Geiſt in der Form des Wissens seiner selbſt. Die Wahrheit iſt der Inhalt, der in der Religion seiner Gewiſsheit noch ungleich iſt. Diese Gleichheit aber iſt darin, daſs der Inhalt die Geſtalt des Selbſts erhalten. Dadurch iſt dasjenige zum Elemente des Daseyns, oder zur Form der Gegenſtändlichkeit für das Bewuſstseyn geworden, was das Wesen selbſt iſt; nemlich der Begriff. Der Geiſt in diesem Elemente dem Bewuſstseyn erscheinend, oder was hier daſſelbe iſt, darin von ihm hervorgebracht, iſt die Wiſſenschaft.

799 Die Natur, Momente und Bewegung dieses Wissens hat sich also so ergeben, daſs es das reine 1807 754 Fürſichseyn des Selbſtbewuſstseyns iſt; es iſt Ich, das dieses und kein anderes Ich und das ebenso unmittelbar vermittelt oder aufgehobenes allgemeines Ich iſt. — Es hat einen Inhalt, den es von sich unterscheidet; denn es iſt die reine Negativität oder das sich Entzweyen; es iſt Bewuſstseyn. Dieser Inhalt iſt in seinem Unterschiede selbſt das Ich, denn er ist die Bewegung des sich selbſt Aufhebens, oder dieselbe reine Negativität die Ich iſt. Ich iſt in ihm als unterschiedenem in sich reflectirt; der Inhalt iſt allein dadurch begriffen, daſs Ich in seinem Andersſeyn bey sich selbſt iſt. Dieser Inhalt beſtimmter angegeben, iſt er nichts anders, als die so eben ausgesprochene Bewegung selbſt; denn er iſt der Geiſt, der sich selbſt und zwar für ſich als Geiſt durchläufft, dadurch daſs er die Geſtalt des Begriffes in seiner Gegenſtändlichkeit hat.

800 Was aber das Daseyn dieses Begriffs betrifft, so erscheint in der Zeit und Wirklichkeit die Wiſſenſchaft nicht eher, als bis der Geiſt zu diesem Bewuſstseyn über ſich gekommen iſt. Als der Geiſt, der weiſs, was er iſt, exiſtirter früher nicht, und sonſt nirgends als nach Vollendung der Arbeit, seine unvollkommene Geſtaltung zu bezwingen, ſich für sein Bewuſstseyn die Geſtalt seines Wesens zu verschaffen, und auf diese Weise sein Selbſtbewuſstseyn mit seinem Bewuſstseyn auszugleichen. — Der an und für ſich seyende Geiſt in seinen Momenten unterschieden, iſt fürſichseyendes Wiſſen, das Begreiffen überhaupt, das als ſolches die 1807 755 Subſtanz noch nicht erreicht hat oder nicht an sich selbſt absolutes Wiſſen iſt.

801 In der Wirklichkeit iſt nun die wiſſende Subſtanz früher da, als die Form oder Begriffsgeſtalt derselben. Denn die Subſtanz iſt das noch unentwickelte Anſich, oder der Grund und Begriff in seiner noch unbewegten Einfachheit, also die Innerlichkeit oder das Selbſt des Geiſtes, das noch nicht da iſt. Was da iſt, iſt als das noch unentwickelte Einfache und Unmittelbare, oder der Gegenſtand des vorſtellenden Bewuſstseyns überhaupt. Das Erkennen, weil es das geiſtige Bewuſstſeyn iſt, dem, was an ſich iſt, nur insofern iſt, als es Seyn für das Selbſt, und Seyn des Selbſtes oder Begriff iſt, — hat aus diesem Grunde zuerſt nur einen armen Gegenſtand, gegen welchen die Subſtanz, und deren Bewuſstſeyn reicher iſt. Die Offenbarkeit, die ſie in dieſem hat, iſt in der That Verborgenheit, denn ſie iſt das noch ſelbſtlose Seyn, und offenbar iſt ſich nur die Gewiſsheit ſeiner ſelbſt. Zuerſt gehören dem Selbſtbewuſstſeyn daher von der Subſtanz nur die abstracten Momente an; aber indem dieſe als die reinen Bewegungen ſich ſelbſt weiter treiben, bereichert es ſich, bis es die ganze Subſtanz dem Bewuſstſeyn entriſſen, den ganzen Bau ihrer Weſenheiten in ſich geſogen, und indem dieſes negative Verhalten zur Gegenſtändlichkeit ebenſoſehr poſitiv, Setzen iſt, — ſie aus ſich erzeugt und damit für das Bewuſstseyn zugleich wieder hergeſtellt hat. In dem Begriffe, der ſich als Begriff 1807 756 weiſs, treten hiemit die Momente früher auf, als das erfüllte Ganze, deſſen Werden die Bewegung jener Momente iſt. In dem Bewuſstſeyn dagegen iſt das Ganze, aber unbegriffne, früher als die Momente. — Die Zeit iſt der Begriff ſelbſt, der da iſt, und als leere Anſchauung ſich dem Bewuſstſeyn vorſtellt; deſswegen erſcheint der Geiſt nothwendig in der Zeit, und er erſcheint ſolange in der Zeit als er nicht ſeinen reinen Begriff erfaſst, das heiſst, nicht die Zeit tilgt. Sie iſt das äuſſere angeſchaute vom Selbſt nicht erfaſste reine Selbſt, der nur angeſchaute Begriff; indem dieſer ſich ſelbſt erfaſst, hebt er ſeine Zeitform auf, begreift das Anſchauen, und iſt begriffnes und begreiffendes Anſchauen. — Die Zeit erſcheint daher als das Schickſal und die Nothwendigkeit des Geiſtes, der nicht in ſich vollendet iſt, — die Nothwendigkeit, den Antheil, den das Selbſtbewuſstſeyn an dem Bewuſstseyn hat, zu bereichern, die Unmittelbarkeit des Anſich, — die Form, in der die Subſtanz im Bewuſstseyn iſt, — in Bewegung zu ſetzen oder umgekehrt das Anſich als das Innerliche genommen, das was erſt innerlich iſt, zu realiſiren und zu offenbaren, — d. h. es der Gewiſsheit ſeiner ſelbſt zu vindiciren.

802 Es muſs aus dieſem Grunde geſagt werden, daſs nichts gewuſst wird, was nicht in der Erfahrung iſt, oder wie daſſelbe auch ausgedrückt wird, was nicht als gefühlte Wahrheit, als innerlich geoffenbartes Ewiges, als geglaubtes Heiliges, oder welche Ausdrücke ſonſt gebraucht werden, — vorhanden iſt. Denn die 1807 757 Erfahrung iſt ebendiſs, daſs der Inhalt — und er iſt der Geiſt — an ſich, Subſtanz und alſo Gegenſtand des Bewuſstſeyns iſt. Dieſe Subſtanz aber, die der Geiſt iſt, iſt das Werden ſeiner zu dem, was er an ſich iſt; und erſt als diſs ſich in ſich reflectirende Werden iſt er an sich in Wahrheit der Geiſt. Er iſt an sich die Bewegung, die das Erkennen iſt, — die Verwandlung jenes Anſichs in das Fürſich, der Subſtanz in das Subject, des Gegenſtands des Bewuſstſeyns in Gegenſtand des Selbſtbewuſstſeyns, d. h. in ebenſoſehr aufgehobnen Gegenſtand, oder in den Begriff. Sie ist der in sich zurückgehende Kreis, der ſeinen Anfang vorausſetzt, und ihn nur im Ende erreicht. — Insofern der Geist also nothwendig dieses Unterscheiden in ſich ist, tritt sein Ganzes angeschaut seinem einfachen Selbſtbewuſstſeyn gegenüber, und da also jenes das unterschiedene ist, so ist es unterschieden in seinen angeschauten reinen Begriff, in die Zeit, und in den Inhalt oder in das Anſich; die Substanz hat, als Subject, die erſt innere Nothwendigkeit an ihr, sich an ihr selbſt als das darzuſtellen, was sie an sich iſt, als Geiſt. Die vollendete gegenständliche Darstellung ist erst zugleich die Reflexion derselben oder das Werden derselben zum Selbst. — Eh daher der Geist nicht anſich, nicht als Weltgeist sich vollendet, kann er nicht als ſelbſtbewuſster Geist seine Vollendung erreichen. Der Inhalt der Religion spricht darum früher in der Zeit, als die Wiſſenschaft, es aus, was der Geiſt iſt, aber diese ist allein sein wahres Wiſſen von ihm selbst.

1807 758

803 Die Bewegung, die Form seines Wiſſens von sich hervorzutreiben, iſt die Arbeit, die er als wirkliche Geſchichte vollbringt. Die religiöse Gemeine, insofern sie zuerst die Substanz des absoluten Geistes ist, ist das rohe Bewuſstſeyn, das ein um so barbarischeres und härteres Daseyn hat, je tiefer sein innerer Geist ist, und sein dumpfes Selbſt eine um so härtere Arbeit mit seinem Wesen, dem ihm fremden Inhalte seines Bewuſstseyns. Erſt nachdem es die Hoffnung aufgegeben, auf eine äuſſerliche d. h. fremde Weise das Fremdseyn aufzuheben, wendet es sich, weil die aufgehobne fremde Weise die Rückkehr ins Selbſtbewuſstseyn ist, an sich selbſt, an seine eigne Welt und Gegenwart, entdekt sie als sein Eigenthum und hat somit den ersten Schritt gethan aus der Intellectualwelt herabzuſteigen, oder vielmehr deren abstractes Element mit dem wirklichen Selbſt zu begeiſten. Durch die Beobachtung einerseits findet es das Daſeyn als Gedanken, und begreifft daſſelbe, und umgekehrt in seinem Denken das Daseyn. Indem es so zunächſt die unmittelbare Einheit des Denkens und Seyns, des abstracten Wesens und des Selbſts, selbſt abſtract ausgesprochen und das erſte Lichtwesen reiner, nemlich als Einheit der Ausdehnung und des Seyns, — denn Ausdehnung ist die dem reinen Denken gleichere Einfachheit, denn das Licht iſt, — und hiemit im Gedanken die Substanz des Aufgangs wieder erweckt hat, schaudert der Geist zugleich von dieser abstracten Einheit, von dieser ſelbſtlosen Substantialität zurück, und 1807 759 behauptet die Individualität gegen sie. Erſt aber nachdem er diese in der Bildung entäuſſert, dadurch sie zum Daseyn gemacht und in allem Daseyn sie durchgesetzt, — zum Gedanken der Nützlichkeit gekommen, und in der absoluten Freyheit das Daseyn als seinen Willen erfaſst, kehrt er somit den Gedanken seiner innerſten Tiefe heraus, und spricht das Wesen als Ich = Ich aus. Diſs Ich = Ich ist aber die sich in sich selbst reflectirende Bewegung; denn indem diese Gleichheit als abſolute Negativität der abſolute Unterschied ist, so steht die Sichselbstgleichheit des Ich diesem reinen Unterschiede gegenüber, der als der reine und zugleich dem sich wiſſenden Selbſt gegenständliche, als die Zeit auszusprechen ist, so daſs wie vorhin das Wesen als Einheit des Denkens und der Ausdehnung ausgeſprochen wurde, es als Einheit des Denkens und der Zeit zu faſſen wäre; aber der sich selbst überlaſſne Unterschied, die ruhe- und haltlose Zeit fällt vielmehr in sich selbst zusammen; sie ist die gegenständliche Ruhe der Ausdehnung, diese aber ist die reine Gleichheit mit sich selbst, das Ich. — Oder Ich ist nicht nur das Selbſt, sondern es ist die Gleichheit des Selbſts mit ſich; diese Gleichheit aber ist die vollkommne und unmittelbare Einheit mit sich selbst oder diſs Subject ist ebensosehr die Subſtanz. Die Substanz für sich allein, wäre das inhaltsleere Anschauen oder das Anschauen eines Inhalts, der als bestimmter nur Accidentalität hätte, und ohne Nothwendigkeit wäre; die Substanz gälte nur in sofern als das 1807 760 Absolute, als sie als die abſolute Einheit gedacht oder angeschaut wäre, und aller Inhalt müſste nach seiner Verschiedenheit auſſer ihr in die Reflexion fallen, die ihr nicht angehört, weil sie nicht Subject, nicht das über sich und sich in sich reflectirende oder nicht als Geist begriffen wäre. Wenn doch von einem Inhalte gesprochen werden sollte, so wäre es theils nur, um ihn in den leeren Abgrund des Absoluten zu werfen, theils aber wäre er äuſſerlich aus der sinnlichen Wahrnehmung aufgerafft; das Wiſſen schiene zu Dingen, dem Unterschiede von ihm selbst, und dem Unterschiede mannichfaltiger Dinge gekommen zu seyn, ohne daſs man begriffe, wie und woher.

804 Der Geist aber hat sich uns gezeigt, weder nur das Zurückziehen des Selbſtbewuſstſeyns in seine reine Innerlichkeit zu seyn, noch die bloſſe Versenkung deſſelben in die Substanz und das Nichtseyn seines Unterschiedes, sondern diese Bewegung des Selbsts, das sich seiner selbst entäuſſert und sich in seine Substanz versenkt, und ebenso als Subject aus ihr in sich gegangen ist, und sie zum Gegenstande und Inhalte macht, als es diesen Unterschied der Gegenständlichkeit und des Inhalts aufhebt. Jene erste Reflexion aus der Unmittelbarkeit ist das sich Unterscheiden des Subjects von seiner Substanz, oder der sich entzweyende Begriff, das Insichgehen und Werden des reinen Ich. Indem dieser Unterschied das reine Thun des Ich = Ich ist, ist der Begriff die Nothwendigkeit und das Aufgehen des Daseyns, das die Substanz zu seinem 1807 761 Wesen hat, und für sich besteht. Aber das Bestehen des Daseyns für sich ist der in der Bestimmtheit gesetzte Begriff und dadurch ebenso seine Bewegung an ihm selbst, nieder in die einfache Substanz zu gehen, welche erst als diese Negativität und Bewegung Subject ist. — Weder hat Ich sich in der Form des Selbſtbewuſstseyns gegen die Form der Substantialität und Gegenständlichkeit festzuhalten, als ob es Angst vor seiner Entäuſſerung hätte; die Kraft des Geistes ist vielmehr, in seiner Entäuſſerung sich selbst gleich zu bleiben, und als das an und fürſichseyende, das Fürſichseyn ebensosehr nur als Moment zu setzen, wie das Ansichseyn, — noch ist es ein Drittes, das die Unterschiede in den Abgrund des Absoluten zurückwirft, und ihre Gleichheit in demselben ausſpricht, sondern das Wiſſen besteht vielmehr in dieser scheinbaren Unthätigkeit, welche nur betrachtet, wie das Unterschiedne sich an ihm selbst bewegt, und in seine Einheit zurückkehrt.

805 In dem Wiſſen hat also der Geist die Bewegung seines Gestaltens beschloſſen, insofern daſſelbe mit dem unüberwundnen Unterschiede des Bewuſstseyns behaftet ist. Er hat das reine Element seines Daseyns, den Begriff, gewonnen. Der Inhalt ist nach der Freyheit seines Seyns das sich entäuſſernde Selbſt, oder die unmittelbare Einheit des sich selbst wiſſens. Die reine Bewegung dieser Entäuſſerung macht, sie am Inhalte betrachtet, die Nothwendigkeit deſſelben aus. Der verschiedne Inhalt ist als bestimmter im Verhältniſſe, nicht an sich, und seine Unruhe sich selbst aufzuheben 1807 762 oder die Negativität; also ist die Nothwendigkeit oder Verschiedenheit, wie das freye Seyn, ebenso das Selbſt, und in dieser selbstischen Form, worin das Daseyn unmittelbar Gedanke ist, ist den Inhalt Begriff. Indem also der Geist den Begriff gewonnen, entfaltet er das Daseyn und Bewegung in diesem Aether seines Lebens, und ist Wiſſenschaft. Die Momente seiner Bewegung stellen sich in ihr nicht mehr als bestimmte Geſtalten des Bewuſstseyns dar, sondern indem der Unterschied deſſelben in das Selbſt zurück gegangen, als beſtimmte Begriffe, und als die organische in sich selbſt gegründete Bewegung derselben. Wenn in der Phänomenologie des Geistes jedes Moment der Unterschied des Wiſſens und der Wahrheit, und die Bewegung iſt, in welcher er sich aufhebt, so enthält dagegen die Wiſſenschaft diesen Unterschied und deſſen Aufheben nicht, sondern indem das Moment die Form des Begriffs hat, vereinigt es die gegenständliche Form der Wahrheit und des wiſſenden Selbſts in unmittelbarer Einheit. Das Moment tritt nicht als diese Bewegung auf, aus dem Bewuſstſeyn oder der Vorſtellung in das Selbſtbewuſstſeyn und umgekehrt herüber und hinüber zu gehen, sondern seine reine von seiner Erscheinung im Bewuſstſeyn befreyte Geſtalt, der reine Begriff, und deſſen Fortbewegung hängt allein an seiner reinen Beſtimmtheit. Umgekehrt entspricht jedem abſtracten Momente der Wiſſenschaft eine Geſtalt des erscheinenden Geiſtes überhaupt. Wie der daseyende Geiſt nicht reicher iſt, als sie, so iſt er in seinem 1807 763 Inhalte auch nicht ärmer. Die reinen Begriffe der Wissenschaft in dieser Form von Geſtalten des Bewuſstseyns zu erkennen, macht die Seite ihrer Realität aus, nach welcher ihr Wesen, der Begriff, der in ihr in seiner einfachen Vermittlung als Denken gesetzt ist, die Momente dieser Vermittlung auseinanderſchlägt und nach dem innern Gegensatze sich darſtellt.

806 Die Wiſſenſchaft enthält in ihr selbſt diese Nothwendigkeit, der Form des reinen Begriffs sich zu entäuſſern und den Uebergang des Begriffes ins Bewuſstſeyn. Denn der sich selbſt wiſſende Geiſt, ebendarum daſs er seinen Begriff erfaſst, ist er die unmittelbare Gleichheit mit sich selbſt, welche in ihrem Unterschiede die Gewiſsheit vom Unmittelbaren iſt, oder das sinnliche Bewuſstseyn, — der Anfang, von dem wir ausgegangen; dieses Entlaſſen seiner aus der Form seines Selbſts iſt die höchste Freyheit und Sicherheit seines Wiſſens von sich.

807 Doch ist diese Entäuſſerung noch unvollkommen; sie drückt die Beziehung der Gewiſsheit seiner selbſt auf den Gegenſtand aus, der eben darin, daſs er in der Beziehung ist, seine völlige Freyheit nicht gewonnen hat. Das Wiſſen kennt nicht nur sich, sondern auch das negative seiner selbſt, oder seine Gräntze. Seine Gräntze wiſſen, heiſst sich aufzuopfern wiſſen. Diese Aufopferung iſt die Entäuſſerung, in welcher der Geiſt sein Werden zum Geiſte, in der Form des freyen zufälligen Geschehens darſtellt, sein reines Selbſt, als die Zeit auſſer ihm, und ebenso sein Seyn als Raum anschauend. Dieses sein letzteres Werden, die Natur, iſt sein 1807 764 lebendiges unmittelbares Werden; sie, der entäuſſerte Geiſt, iſt in ihrem Daſeyn nichts, als diese ewige Entäuſſerung ihres Beſtehens und die Bewegung, die das Subject herſtellt.

808 Die andere Seite aber seines Werdens, die Geschichte, iſt das wiſſende sich vermittelnde Werden — der an die Zeit entäuſſerte Geiſt; aber diese Entäuſſerung ist ebenso die Entäuſſerung ihrer selbſt; das Negative ist das negative seiner selbst. Diſs Werden ſtellt eine träge Bewegung und Aufeinanderfolge von Geiſtern dar, eine Gallerie von Bildern, deren jedes mit dem vollſtändigen Reichthume des Geiſtes ausgeſtattet, ebendarum sich so träge bewegt, weil das Selbſt dieſen ganzen Reichthum seiner Subſtanz zu durchdringen und zu verdauen hat. Indem seine Vollendung darin beſteht, das was er iſt, seine Subſtanz, vollkommen zu wiſſen, so ist diſs Wiſſen sein Inſichgehen, in welchem er sein Daseyn verläſst und seine Gestalt der Erinnerung übergibt. In seinem Insichgehen ist er in der Nacht seines Selbſtbewuſstseyns versunken, sein verschwundnes Daseyn aber ist in ihr aufbewahrt, und diſs aufgehobne Daseyn, — das vorige, aber aus dem Wiſſen neugeborne, — ist das neue Daseyn, eine neue Welt und Geistesgestalt. In ihr hat er ebenso unbefangen von vornen bey ihrer Unmittelbarkeit anzufangen, und sich von ihr auf wieder groſs zu ziehen, als ob alles vorhergehende für ihn verloren wäre, und er aus der Erfahrung der frühern Geister nichts gelernt hätte. Aber die Er-Innerung hat sie aufbewahrt und ist das Innre und die in der That höhere Form 1807 765 der Subſtanz. Wenn also dieser Geist seine Bildung von sich nur auszugehen scheinend wieder von vornen anfängt, so ist es zugleich auf einer höhern Stuffe daſs er anfängt. Das Geisterreich, das auf diese Weise sich in dem Daseyn gebildet, macht eine Aufeinanderfolge aus, worin einer den andern ablöſte, und jeder das Reich der Welt von dem vorhergehenden übernahm. Ihr Ziel ist die Offenbarung der Tiefe, und diese ist der absolute Begriff; diese Offenbarung ist hiemit das Aufheben seiner Tiefe oder seine Ausdehnung, die Negativität dieses insichseyenden Ich, welche seine Entäuſſerung oder Subſtanz ist, — und seine Zeit, daſs diese Entäuſſerung sich an ihr selbst entäuſſert und so in ihrer Ausdehnung ebenso in ihrer Tiefe, dem Selbſt iſt. Das Ziel, das absolute Wiſſen, oder der sich als Geist wiſſende Geist hat zu seinem Wege die Erinnerung der Geister, wie sie an ihnen selbst sind und die Organisation ihres Reiches vollbringen Ihre Aufbewahrung nach der Seite ihres freyen in der Form der Zufälligkeit erscheinenden Daseyns, ist die Geschichte, nach der Seite ihrer begriffnen Organisation aber die Wiſſenschaft des erſcheinenden Wiſſens; beyde zusammen, die begriffne Geschichte, bilden die Erinnerung und die Schädelſtätte des absoluten Geistes, die Wirklichkeit, Wahrheit und Gewiſsheit seines Throns, ohne den er das leblose Einſame wäre; nur —aus dem Kelche dieses Geisterreichesschäumt ihm seine Unendlichkeit.

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VIII. *Absolute knowing*.

788 The spirit of revealed religion has not yet overcome its consciousness as such, or, what is the same, its actual self-consciousness is not the object of its consciousness. Spirit itself in general, and the moments distinguishing themselves within it, fall within representation and the form of objectivity. The content of representation is absolute spirit, and all that remains is to sublate this mere form—or rather, because it belongs to consciousness as such, its truth must already have emerged in the shapes of consciousness.—This overcoming of the object of consciousness must not be taken one-sidedly, as though the object showed itself returning into the self. Rather, more determinately, the object as such both presented itself to consciousness as vanishing, and, still more, the externalization of 1807 743 self-consciousness is what posits thinghood, and this externalization has not only a negative but a positive meaning, not only for us or in itself, but for self-consciousness itself. For it, the negative of the object, or the object's self-sublation, has a positive meaning—or it knows this nullity of the object—on the one hand because it externalizes itself; for in this externalization it posits itself as object, or, because of the inseparable unity of being-for-itself, posits the object as itself. On the other hand, this also contains the further moment that it has equally sublated this externalization and objectivity and taken them back into itself, and is thus at home with itself in its otherness as such.—This is the movement of consciousness, and in it consciousness is the totality of its moments.—Consciousness must equally relate to the object according to the totality of its determinations and have grasped it in this way according to each of them. This totality of its determinations makes the object a spiritual essence in itself; and for consciousness it becomes this in truth through the apprehension of each individual determination as the self, or through the spiritual relation to them just mentioned.

789 The object is thus partly immediate being, or a thing in general, corresponding to immediate consciousness; partly its own becoming-other, its relation, or being-for-another, and 1807 744 being-for-itself, determinacy, corresponding to perception; partly essence, or as universal, corresponding to understanding. As a whole it is the syllogism, or the movement of the universal through determination to singularity, as well as the reverse movement from singularity through singularity as sublated, or through determination, to the universal.—According to these three determinations, then, consciousness must know the object as itself. Yet what is at issue here is not knowledge as pure comprehension of the object. Rather, this knowledge must be exhibited only in its becoming, or in its moments, on the side belonging to consciousness as such, and the moments of the concept proper, or pure knowledge, in the form of shapes of consciousness. For this reason, in consciousness as such the object does not yet appear as the spiritual essence we have just expressed, and consciousness's relation to it is not the consideration of it in this totality as such or in its pure conceptual form. Rather, it is partly a shape of consciousness in general, partly a number of such shapes that we gather together, and in which the totality of the object's moments and of consciousness's relation can be exhibited only as dissolved into its moments.

790 Thus, for this side of grasping the object as it exists in the shape of consciousness, 1807 745 we need only recall the earlier shapes of consciousness that have already appeared.—Regarding the object, then, insofar as it is immediate, an indifferent being, we saw observing reason seek and find itself in this indifferent thing: that is, be conscious of its doing as something just as external as it is conscious of the object only as something immediate.—We also saw it at its summit express its determination in the infinite judgment that the being of the I is a thing—indeed, a sensuous, immediate thing. If the I is called soul, it is indeed also represented as a thing, but as invisible, intangible, and so on, thus in fact not as immediate being and not as what is meant by a thing.—Taken just as it immediately reads, that judgment is spiritless, or rather spiritlessness itself. According to its concept, however, it is in fact the most spiritual judgment; and this inwardness of it, which is not yet present within it, is what the other two moments to be considered express.

791 The thing is I: in fact, in this infinite judgment the thing is sublated. It is nothing in itself; it has meaning only in relation, only through the I and its relation to the thing.—This moment emerged for consciousness in pure insight and enlightenment. Things are absolutely useful and must be considered solely according to their 1807 746 usefulness.—Cultivated self-consciousness, which has traversed the world of self-alienated spirit, has through its externalization produced the thing as itself, therefore still retains itself in it, and knows its lack of independence, or that the thing is essentially only being-for-another. Or, to express fully the relation, that is, what alone constitutes the nature of the object here: the thing counts for consciousness as something being-for-itself; consciousness declares sensuous certainty absolute truth, but declares this being-for-itself itself a moment that merely vanishes and passes into its opposite, into being-for-another that has been surrendered.

792 Yet knowledge of the thing is not completed in this. The thing must be known as the self not only according to the immediacy of being and according to determinacy, but also as essence or inwardness. This is present in moral self-consciousness. It knows its knowledge as absolute essence, or being absolutely as pure will or knowledge. Nothing is but this will and knowledge; to anything else belongs only inessential being, that is, being not in itself, only its empty husk. Insofar as moral consciousness lets existence go free from the self in its representation of the world, it equally takes it back into itself. Finally, as conscience it is no longer this still alternating positing and displacing of existence and self, but knows that its 1807 747 existence as such is this pure certainty of itself. The objective element into which it steps as acting is nothing other than the self's pure knowledge of itself.

793 These are the moments composing spirit's reconciliation with its consciousness proper. For themselves they are individual, and their spiritual unity alone constitutes the force of this reconciliation. Yet the last of these moments is necessarily this unity itself and, as is evident, in fact combines them all within itself. Spirit certain of itself in its existence has no element of existence other than this knowledge of itself. The declaration that what it does it does from conviction of duty—this language of its—is the validity of its action.—Action is the first separation, in itself, of the concept's simplicity and the return from this separation. This first movement turns into the second when the element of recognition, as simple knowledge of duty, sets itself against the difference and division lying in action as such, and in this way forms an iron actuality against action. In forgiveness, however, we saw how this hardness relinquishes itself and externalizes itself. Here, therefore, for self-consciousness actuality as immediate existence has no meaning other than being pure knowledge; likewise as determinate existence, or as 1807 748 relation, what stands opposed to itself is a knowledge partly of this pure individual self, partly of knowledge as universal. At the same time, it is posited herein that the third moment, universality or essence, counts for each of the two opposed sides only as knowledge. Finally they equally sublate the empty opposition still remaining, and are the knowledge of I—I: this individual self that is immediately pure, or universal, knowledge.

794 This reconciliation of consciousness with self-consciousness thus shows itself accomplished from a twofold side: once in religious spirit, and again in consciousness itself as such. The two differ in that the former is this reconciliation in the form of being-in-itself, the latter in the form of being-for-itself. As they have been considered, they initially fall apart. In the order in which its shapes appeared to us, consciousness had long since arrived partly at their individual moments, partly at their union, before religion too gave its object the shape of actual self-consciousness. The union of the two sides has not yet been exhibited; it is what concludes this sequence of the shapes of spirit. For in it spirit comes to know itself not only as it is in itself, or according to its absolute content, nor merely as it is for itself, according to its contentless form or the side of self-consciousness, but as it is in and for itself.

1807 749

795 Yet this union has already occurred in itself, indeed also in religion, in representation's return into self-consciousness, but not according to its proper form; for the religious side is the side of the in-itself, confronting the movement of self-consciousness. The union therefore belongs to this other side, which in the opposition is the side of reflection into itself, and thus contains itself and its opposite, not merely in itself, or in a universal manner, but for itself, or developed and differentiated. The content, like the other side of self-conscious spirit insofar as it is the other side, is present in its completeness and has been exhibited; the union still lacking is the simple unity of the concept. This is also already present on the side of self-consciousness itself; but as it occurred above, it has, like all the other moments, the form of being a particular shape of consciousness.—It is therefore that part of the shape of spirit certain of itself which remains within its concept and was called the beautiful soul. It is spirit's knowledge of itself in its pure, transparent unity: self-consciousness knowing this pure knowledge of pure being-within-itself as spirit—not merely the intuition of the divine, but the divine's intuition of itself.—Insofar as this concept holds itself fast in opposition to its realization, it is the one-sided shape 1807 750 whose vanishing into empty vapor, but also whose positive externalization and forward movement, we saw. Through this realization, the persistence in itself of this objectless self-consciousness, the determinacy of the concept against its fulfillment, is sublated. Its self-consciousness acquires the form of universality, and what remains to it is its true concept, or the concept that has attained its realization. It is the concept in its truth, namely in unity with its externalization: knowledge of pure knowledge, not as abstract essence, which is duty, but of it as essence that is this knowledge, this pure self-consciousness, and thus at the same time a true object, for the object is the self being-for-itself.

796 This concept gave itself its fulfillment partly in acting spirit certain of itself, partly in religion. In the latter it attained absolute content as content, or in the form of representation, of otherness for consciousness; in the former shape, by contrast, the form is the self itself, for it contains acting spirit certain of itself: the self lives through the life of absolute spirit. This shape, as we see, is that simple concept, which, however, gives up its eternal essence, exists, or acts. It possesses division, or emergence, in the purity of the concept, for this purity is absolute abstraction, or negativity. It equally has within itself the element of its actuality 1807 751 or being, in pure knowledge itself; for pure knowledge is simple immediacy, which is being and existence just as much as essence: the former negative thought, the latter positive thought itself. Finally, this existence is equally being reflected out of it—both as existence and as duty—into itself, or being evil. This withdrawal into itself constitutes the opposition of the concept, and is thereby the appearance of the nonacting, nonactual pure knowledge of essence. Yet its appearance in this opposition is participation in it; pure knowledge of essence has in itself externalized its simplicity, for it is the division, or negativity, that the concept is. Insofar as this division is becoming-for-itself, it is evil; insofar as it is the in-itself, it is what remains good.—Now what first happens in itself is at the same time for consciousness, and itself equally doubled, both for it and as its being-for-itself, or its own doing. Thus the same thing already posited in itself now repeats itself as consciousness's knowledge of it and as conscious doing. Each relinquishes for the other the independence of the determinacy in which it appears against the other. This relinquishing is the same renunciation of the one-sidedness of the concept that in itself constituted the beginning, but it is now its renunciation, just as the concept it renounces is its own.—That in-itself of the beginning, as negativity, is in truth equally mediated; it now therefore posits itself as it is in truth, and the 1807 752 *negative, as the determinacy of each for the other and in itself, is self-sublating. One of the two parts of the opposition is the inequality of being within itself, in its singularity, with universality; the other is the inequality of its abstract universality with the self. The former dies to its being-for-itself and externalizes, confesses itself; the latter renounces the hardness of its abstract universality and thereby dies to its lifeless self and motionless universality. Thus the former has completed itself through the moment of universality that is essence, and the latter through the universality that is self. Through this movement of action, spirit—which is spirit only by existing, raising its existence into thought and thereby into absolute opposition, and returning from this opposition precisely through it and within it—has emerged as the pure universality of knowledge that is self-consciousness, as self-consciousness that is the simple unity of knowledge.

797 Thus what in religion was content, or the form of representing an other, is here the self's own doing. The concept unites the two: that the content is the self's own doing. For this concept, as we see, is knowledge of the self's doing within itself as all essence and all existence, knowledge of this subject as substance, and of substance as this knowledge of its doing.—What we have added here is solely, partly, the gathering 1807 753 of the individual moments, each of which in its principle presents the life of the whole spirit; partly, holding fast the concept in the form of the concept, whose content would already have emerged in those moments, and which would already have emerged itself in the form of a shape of consciousness.

798 This final shape of spirit—spirit that at the same time gives its complete and true content the form of the self, and thereby realizes its concept just as much as it remains within its concept in this realization—is absolute knowing. It is spirit knowing itself in the shape of spirit, or comprehending knowledge. Truth is not only in itself perfectly equal to certainty, but also has the shape of certainty of itself; or, in its existence—that is, for knowing spirit—it is in the form of knowledge of itself. Truth is the content that in religion is still unequal to its certainty. But this equality consists in the content's having received the shape of the self. What essence itself is—namely, the concept—has thereby become the element of existence, or the form of objectivity for consciousness. Spirit appearing to consciousness in this element, or, what is the same here, produced in it by consciousness, is science.

799 The nature, moments, and movement of this knowledge have thus emerged as its being the pure 1807 754 being-for-itself of self-consciousness. It is I, which is this and no other I, and which is equally immediately mediated, or a sublated, universal I.—It has a content that it distinguishes from itself; for it is pure negativity, or self-division: it is consciousness. In its distinction, this content is itself the I, for it is the movement of sublating itself, or the same pure negativity that the I is. In this distinguished content the I is reflected into itself; the content is comprehended only through the I's being at home with itself in its otherness. More determinately stated, this content is nothing other than the movement itself just expressed; for it is spirit traversing itself, indeed for itself as spirit, through having the shape of the concept in its objectivity.

800 As regards the existence of this concept, however, science appears in time and actuality no earlier than when spirit has attained this consciousness of itself. As spirit knowing what it is, it does not exist earlier or anywhere else than after completing the labor of subduing its imperfect shape, obtaining for its consciousness the shape of its essence, and in this way reconciling its self-consciousness with its consciousness.—Spirit being in and for itself, distinguished in its moments, is knowledge being-for-itself, comprehension in general, which as such has not yet 1807 755 attained substance, or is not absolute knowledge in itself.

801 In actuality, knowing substance is present earlier than its form, or conceptual shape. For substance is the still undeveloped in-itself, or the ground and concept in its still motionless simplicity, thus the inwardness or self of spirit that does not yet exist. What exists is present as the still undeveloped simple and immediate, or the object of representational consciousness in general. Because cognition is spiritual consciousness, for which what is in itself exists only insofar as it is being for the self and being of the self, or concept, it has for this reason initially only a poor object, compared with which substance and consciousness of it are richer. The manifestation substance possesses in this consciousness is in fact concealment, for it is still selfless being, and only certainty of itself is manifest to itself. Initially, therefore, only the abstract moments of substance belong to self-consciousness. Yet as these, as pure movements, drive themselves further, self-consciousness enriches itself until it has wrested the whole substance from consciousness, absorbed the whole structure of its essences into itself, and—since this negative relation to objectivity is equally positive, a positing—produced substance from itself and thereby at the same time restored it for consciousness. Thus in the concept that knows itself as concept, 1807 756 the moments appear earlier than the fulfilled whole, whose becoming is the movement of those moments. In consciousness, by contrast, the whole, though uncomprehended, is earlier than the moments.—Time is the concept itself that exists and presents itself to consciousness as empty intuition. Spirit therefore necessarily appears in time, and appears in time so long as it does not grasp its pure concept—that is, does not efface time. Time is the pure self, externally intuited and not grasped by the self, the merely intuited concept. When the concept grasps itself, it sublates its temporal form, comprehends intuiting, and is intuition comprehended and comprehending.—Time therefore appears as the fate and necessity of spirit not completed within itself: the necessity of enriching self-consciousness's share in consciousness, setting in motion the immediacy of the in-itself—the form in which substance exists in consciousness—or, conversely, taking the in-itself as the inward, of realizing and revealing what is initially only inward; that is, claiming it for certainty of itself.

802 For this reason it must be said that nothing is known that is not in experience, or, as the same thing is also expressed, that is not present as felt truth, as the inwardly revealed eternal, as the holy believed in, or whatever other expressions are used. For 1807 757 experience is precisely the content—and it is spirit—being in itself, substance, and thus the object of consciousness. Yet this substance that spirit is is its becoming what it is in itself; and only as this becoming reflecting itself into itself is spirit in itself truly spirit. In itself it is the movement that cognition is: the transformation of that in-itself into being-for-itself, of substance into subject, of the object of consciousness into the object of self-consciousness, that is, into an equally sublated object, or into the concept. This movement is the circle returning into itself, which presupposes its beginning and reaches it only at the end.—Since spirit is thus necessarily this differentiation within itself, its whole, intuited, confronts its simple self-consciousness; and because that whole is thus differentiated, it is distinguished into its intuited pure concept, time, and into the content, or the in-itself. As subject, substance contains the necessity, initially only inward, of presenting itself within itself as what it is in itself, as spirit. Only the completed objective presentation is at the same time substance's reflection, or its becoming self.—Before spirit has therefore perfected itself in itself, as world-spirit, it cannot attain its perfection as self-conscious spirit. The content of religion thus expresses in time, earlier than science, what spirit is; but science alone is spirit's true knowledge of itself.

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803 The movement of bringing forth the form of its knowledge of itself is the labor spirit accomplishes as actual history. Insofar as the religious community is initially the substance of absolute spirit, it is crude consciousness, whose existence is all the more barbaric and harsh the deeper its inner spirit is; and its dull self has all the harder a labor with its essence, the content of its consciousness alien to it. Only after it has given up the hope of sublating alienation in an external—that is, alien—manner does it turn toward itself, toward its own world and present, because the sublated alien manner is the return into self-consciousness. It discovers this world as its property and has thus taken the first step toward descending from the intellectual world, or rather toward animating that world's abstract element with the actual self. Through observation, on the one hand, it finds existence as thought and comprehends it, and conversely finds existence in its thought. Having thus initially expressed the immediate unity of thought and being, of abstract essence and self, itself abstractly, and reawakened the first being of light more purely—namely, as the unity of extension and being, for extension is a simplicity more equal to pure thought than light is—and thereby reawakened in thought the substance of the dawn, spirit at the same time recoils in horror from this abstract unity, this selfless substantiality, and 1807 759 asserts individuality against it. Yet only after it has externalized individuality in cultivation, thereby made it existence and established it throughout all existence, arrived at the thought of usefulness, and grasped existence as its will in absolute freedom, does it thus turn outward the thought of its innermost depths and express essence as I = I. But this I = I is movement reflecting itself into itself. For since this equality as absolute negativity is absolute difference, the I's equality with itself confronts this pure difference, which, as pure and at the same time objective to the self knowing itself, must be expressed as time. Thus, just as essence was previously expressed as the unity of thought and extension, it would have to be grasped as the unity of thought and time. Yet difference left to itself, restless and unstable time, instead collapses into itself; it is the objective repose of extension, while extension is pure equality with itself, the I.—Or the I is not merely the self, but the self's equality with itself; and this equality is complete and immediate unity with itself, or this subject is just as much substance. Substance for itself alone would be contentless intuition, or intuition of a content that, as determinate, would have only accidentality and be without necessity. Substance would count as the 1807 760 absolute only insofar as it were thought or intuited as absolute unity, and all content in its diversity would have to fall outside it into reflection not belonging to it, because substance would not be comprehended as subject, as reflecting upon itself and into itself, or as spirit. If a content were nevertheless to be spoken of, this would be partly only to cast it into the empty abyss of the absolute; partly, however, it would be gathered externally from sensuous perception. Knowledge would seem to have arrived at things, at their difference from knowledge itself and the difference among manifold things, without anyone comprehending how or from where.

804 Spirit, however, has shown itself to us to be neither merely the withdrawal of self-consciousness into its pure inwardness nor its mere immersion in substance and the nonbeing of its difference. Rather, it is this movement of the self, which externalizes itself and immerses itself in its substance, and has equally, as subject, gone out of substance into itself and makes substance its object and content, just as it sublates this difference of objectivity and content. That first reflection out of immediacy is the subject's distinguishing itself from its substance, or the self-dividing concept, the withdrawal into itself and becoming of the pure I. Since this difference is the pure doing of I = I, the concept is the necessity and the arising of existence that has substance as its 1807 761 essence and subsists for itself. Yet existence's subsistence for itself is the concept posited in determinacy, and thereby equally its movement within itself of descending into simple substance, which is subject only as this negativity and movement.—Neither must the I hold fast to itself in the form of self-consciousness against the form of substantiality and objectivity, as though afraid of its externalization—the power of spirit consists rather in remaining equal to itself in its externalization and, as what is in and for itself, positing being-for-itself as only a moment just as much as being-in-itself—nor is it a third thing that throws the differences back into the abyss of the absolute and pronounces their equality therein. Knowledge consists rather in this apparent inactivity that merely considers how what is distinguished moves within itself and returns into its unity.

805 In knowledge, then, spirit has concluded the movement of its shaping insofar as that movement is burdened with the unsurmounted difference of consciousness. It has attained the pure element of its existence, the concept. According to the freedom of its being, the content is the self externalizing itself, or the immediate unity of self-knowing. The pure movement of this externalization, considered in the content, constitutes its necessity. As determinate, the differentiated content exists in relation, not in itself, and is its unrest of sublating itself, 1807 762 or negativity. Thus necessity, or diversity, like free being, is equally the self; and in this self-endowed form, in which existence is immediately thought, the content is concept. Having attained the concept, spirit therefore unfolds existence and movement in this ether of its life, and is science. In science the moments of its movement no longer present themselves as determinate shapes of consciousness, but, because consciousness's difference has returned into the self, as determinate concepts and as their organic movement grounded within itself. Whereas in the phenomenology of spirit each moment is the difference between knowledge and truth and the movement in which that difference sublates itself, science, by contrast, contains neither this difference nor its sublation; rather, because the moment has the form of the concept, it unites the objective form of truth and of the knowing self in immediate unity. The moment does not appear as this movement of passing back and forth from consciousness or representation into self-consciousness and conversely, but as its pure shape freed from its appearance in consciousness, the pure concept, whose advance depends solely on its pure determinacy. Conversely, to every abstract moment of science there corresponds a shape of appearing spirit in general. Just as existent spirit is not richer than science, so in its 1807 763 content it is not poorer either. To recognize the pure concepts of science in this form of shapes of consciousness constitutes the side of their reality, according to which their essence—the concept, posited in science as thought in its simple mediation—unfolds the moments of this mediation and presents itself according to its inner opposition.

806 Science contains within itself this necessity of externalizing itself from the form of the pure concept, and the transition of the concept into consciousness. For precisely because self-knowing spirit grasps its concept, it is immediate equality with itself, which in its difference is certainty of the immediate, or sensuous consciousness—the beginning from which we started. This release of itself from the form of its self is the highest freedom and security of its knowledge of itself.

807 Yet this externalization is still imperfect; it expresses the relation of certainty of itself to the object, which, precisely because it is in relation, has not attained its complete freedom. Knowledge knows not only itself but also the negative of itself, or its limit. To know one's limit means to know how to sacrifice oneself. This sacrifice is the externalization in which spirit presents its becoming spirit in the form of free contingent happening, intuiting its pure self as time outside itself, and equally its being as space. This latter becoming of spirit, nature, is its 1807 764 living immediate becoming; nature, externalized spirit, is in its existence nothing but this eternal externalization of its subsistence and the movement that establishes the subject.

808 The other side of spirit's becoming, history, is knowing, self-mediating becoming—spirit externalized into time; yet this externalization is equally the externalization of itself: the negative is the negative of itself. This becoming presents a sluggish movement and succession of spirits, a gallery of images, each endowed with the complete wealth of spirit and moving so sluggishly precisely because the self must penetrate and digest this whole wealth of its substance. Since spirit's perfection consists in completely knowing what it is, its substance, this knowledge is its withdrawal into itself, in which it abandons its existence and entrusts its shape to remembrance. In withdrawing into itself, it is submerged in the night of its self-consciousness; yet its vanished existence is preserved in this night, and this sublated existence—the previous existence, but reborn from knowledge—is the new existence, a new world and shape of spirit. In this world it must just as ingenuously begin again from the start with its immediacy and rear itself anew from there, as though everything preceding were lost to it and it had learned nothing from the experience of earlier spirits. Yet recollection into inwardness has preserved them and is the inward and in fact higher form 1807 765 of substance. Thus, when this spirit begins its cultivation again from the start, seemingly proceeding only from itself, it begins at the same time on a higher stage. The realm of spirits formed in existence in this manner constitutes a succession in which one displaced another and each took over the kingdom of the world from its predecessor. Their goal is the revelation of depth, and this depth is the absolute concept. This revelation is therefore the sublation of its depth, or its extension, the negativity of this I being within itself, which is its externalization or substance—and its time: that this externalization externalizes itself within itself and thus, in its extension, is equally in its depth, the self. The goal, absolute knowing, or spirit knowing itself as spirit, has as its path the remembrance of spirits as they are within themselves and accomplish the organization of their realm. Their preservation on the side of their free existence appearing in the form of contingency is history; on the side of their comprehended organization, however, it is the science of appearing knowledge. Together, the two—comprehended history—form the remembrance and the place of skulls of absolute spirit, the actuality, truth, and certainty of its throne, without which it would be lifeless and solitary; only—from the chalice of this realm of spiritsits infinity foams up to it.

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